Campo de Criptana




28. Juni 2005

Unserem George Bush, dem mittleren, vernünftigen

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 08:28

George Bush verabschiedete jetzt Gerhard Schröder mit der von ihm gewohnten Gelassenheit.

“Wir haben ein Sprichwort in Texas, es wird nicht sein erstes Rodeo sein”, feixte Bush angesichts des bevorstehenden letzten Wahlkampfes des chancenlosen Chancellors aus dem Reikstag, und man möchte wetten, er hatte die Melodie Gene Autry über den „Last Round-up“ im Ohr: Hörprobe Gene Autry, Nr.11, The last round-up

Schröder, der vergrämt und wenig heiter daneben saß, versuchte später auch noch ein Späßchen mit der Anspielung auf die Häme, er sei eine „tote Ente“, in dem er gequält witzelte “Hinten sind die Enten fett”. Da denken wir uns George Bush, wie er beifällig raunt: „Deshalb ja, Sauerkraut!“

Es ist angesichts der Situation müßig den Besuch durch politische Differenzierungen aufzuwerten, denn: As times goes by. Nicht umsonst ein Stück aus „Casablanca“, dem „Weißen Haus“. Die Ära des Paares Puter und Schrötin geht zu Ende. Die Karten werden in Europa nochmal neu gemischt, das ist der Wolfowitz des Spiels.

Es sei also an dieser Stelle noch einmal an den Bush-Besuch in Mainz erinnert:
Meins bleibt Meins
Und: Die Ballade von der Condy Rice
Und: Comandante Donny Rumsfeld

Ein kleiner Textreigen, zum lauten Singen empfohlen

1 Unserem George Bush

Es war dein Leben ein Lernen, und du hast vieles Schwere erfahren
Du hast der Freiheit dem Frieden gedient und du hast nur gediente den Wahren
Wir sind mit dir alt geworden, du bist mit uns jung geblieben
Dein Name für immer im Herzen des Volks hat sich tief eingeschrieben

Unserem Wilhelm Pieck, Johannes R. Becher

2 George Bush ist das Mittlere

Zum Umsturz aller bestehenden Ordnung aufzurufen
Scheint furchtbar.
Aber das Bestehende ist keine Ordnung.

Zur Gewalt seine Zuflucht nehmen
Scheint böse.
Aber da, was ständig geübt wird, Gewalt ist
Ist es nichts Besonderes.

George Bush ist nicht das Äußerste
Dessen Ideen nur zu einem kleinen Teil verwirklicht werden können, sondern
B´vor sie nicht ganz und gar verwirklicht sind
Gibt es keinen Zustand, der
Selbst von einem Unempfindlichen ertragbar wäre.

George Bush ist wirklich die geringste Forderung
Das Allernächstliegende, Mittlere, Vernünftige.
Wer sich gegen ihn stellt, ist nicht ein Andersdenkender
Sondern ein Nichtdenker oder ein Ansichdenkender
Ein Feind des Menschengeschlechtes
Furchtbar
Böse
Unempfindlich
Besonders
Das Äußerste wollend, was selbst zum kleinsten Teil
verwirklicht
Die ganze Menschheit ins Verderben stürzte.

Der Kommunismus ist das Mittlere, Bertolt Brecht

3 Lob des George Bush

Viele sind zuviel
Wenn sie fort sind, ist es besser.
Aber wenn er fort ist, fehlt er.

Er organisiert den Kampf
Um den Lohngroschen,
Um das Teewasser
Und um die Macht im Staat.
Er fragt das Eigentum:
Woher kommst du?
Er fragt die Ansichten:
Wem nützt ihr?

Wo immer geschwiegen wird
Dort wird er sprechen
Und wo Unterdrückung herrscht
und von Schicksal die Rede ist
Wird er die Namen nennen.

Wo er sich zu Tisch setzt
Setzt sich die Unzufriedenheit zu Tisch
Das Essen wird schlecht
Und als eng wird erkannt die Kammer.

Wohin sie ihn jagen, dorthin
Geht der Aufruhr, und wo er verjagt ist
Bleibt die Unruhe doch.

Lob des Revolutionärs, Bertolt Brecht

4 Was spricht eigentlich gegen Georg W. Bush?

Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Islamist, Du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen
nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Islamisten nennen ihn einen Verbrecher.
Wir aber wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Rätsel
sondern die Lösung.
Er ist das Einfache
Das schwer zu machen ist.

Lob des Kommunismus, Bertolt Brecht

5 Die George Bush-Kolonne

Bagdads Himmel breitet seine Sterne
über unsre Schützengräben aus,
und der Morgen grüßt schon aus der Ferne,
bald geht es zu neuem Kampf hinaus.

Die Heimat ist weit,
doch wir sind bereit.
Wir kämpfen und siegen für dich,
George Bush!

Dem Islamisten werden wir nicht weichen,
schickt er auch die Kugelhagel dicht.
Mit uns stehn Kameraden ohnegleichen,
und ein Rückwärts gibt es für uns nicht.

Die Heimat ist weit,
doch wir sind bereit.
Wir kämpfen und siegen für dich,
George Bush!

Rührt die Trommeln, fällt die Bajonette!
Vorwärts! Marsch! Der Sieg ist unser Lohn!
Mit der Freiheitsfahne brecht die Kette,
auf zum Kampf das George Bush-Bataillon!

Die Heimat ist weit,
doch wir sind bereit.
Wir kämpfen und STERBEN FÜR DICH,
George Bush!

Die Thälmann-Kolonne, Text: Karl Ernst

6 Das Bataillon George Bush

Es kommt der Sieg, es kommt der Tag
Da führen wir den letzten Schlag:
Des Feindes Fahne fällt
Und ist erst Iraks Erde frei
Dann kommt auch Deutschland an die Reih´:
Und uns gehört die Welt!
Die Freiheit ist unser Gefährte
Es kämpft in ihrem Geist
Das Bataillon, das kampfbewährte
Das Georg Bush jr. heißt

Das Bataillon Edgar André, Erich Weinert

Tanja Krienen

1 Kommentar »

  1. sprichwort

    Kommentar von sprichwort — 29. Juli 2005 @ 16:29

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

Weblog counter