Der neue Blog ist unter http://campodecriptanablog.apps-1and1.net erreichbar




21. Mai 2005

Die Ballade von der Condy Rice

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 08:16

Hanna war zwar nicht die Schwester von Johnny, aber “Die Ballade von der Hanna Cash” von Brecht ist so schön, dass sie noch heute, leicht verändert, gilt.

Die Ballade von der Condy Rice

1
Mit dem simplen Kostüm und dem bunten Tuch
Und den Augen der schwarzen Seen
Ohne Tand, doch Talent und auch mit genug
Vom Schwarzhaar, das sie offen trug
Bis zu den schwärzeren Zeh’n:
Das ist die Condy Rice, mein Kind
Die so manchen hat eingeseift
Die kommt mit dem Wind und geht mit dem Wind
Der durch den Canyon läuft.

2
Und sie kam eines Tags in das Weiße Haus
Mit den Augen der schwarzen Seen
Dort traf sie George Bush mit dem kurzen Haar
Den Junior aus dem Clan sogar
Und der ließ sie mit sich gehn!
Und wenn sich der brave George gschwind
Erhebt und kess blinzelt: He!?
Dann spürt die Condy Rice, mein Kind
Den Blick bis in die Zeh.

3
Sie “kamen sich näher” mit Verstand und Herz
Und “gehen vereint durchs Leben”
Ihre Herzen schlagen gleich und er macht manch´ Scherz
Und sie sitzen auch nachts bei der schwachen Kerz´
Wer wird ihnen Ruhe geben?
Doch ob Schneewind pfeift, ob Regen rinnt
Sie fragt nicht einmal „wann“,
Es bleibt die Condy Rice, mein Kind
Bei diesem lieben Mann.

4
Bin Laden sagt, dass er ein Schurke sei
Koofmich Annan sagt: er geht krumm.
Sie aber sagt: Was ist dabei?
Es ist „mein Mann“. Und sie war so frei
Und blieb bei ihm. Darum.
Solang man geht in Schnee und Wind
Bis dass man nicht mehr kann,
So lang geht die Condy Rice, mein Kind
Nun mal mit diesem Mann.

5
Kein Kleid war so schlicht, wie das ihre war
Und es gibt keinen Sonntag für sie
Keinen Ausflug zu zweit in die Kirschtortenbar
Und kein Disney-Land in Florida
Und kein entspanntes Golfspiel.
Und ist jeder Tag, wie alle sind
Und gibt´s kein Sonnenlicht:
Es hat die Condy Rice, mein Kind
Die Sonn oft im Gesicht.

6
Er lächelt sehr oft, und aus Stahl kann sie sein.
So ist’s. Das Leben ist schwer.
Und wenn sie gemeinsam siegten, sieh:
So sagten Despoten auf seinem Knie
Den Katechismus her.
Durch viele Jahr´ in Nacht und Wind
Sie schliefen in manchem Bett.
Das war die Condy Rice, mein Kind
Gott mach’s ihr einmal wett.

7
So geht es tagein und so geht´s manche Nacht
Der Feind ist gefährlich und lügt
Doch sie halten das aus und wer hätte gedacht
Dass auch sie ihren Job gut und clever macht
Wie der Mann, der niemand betrügt.
Und so sagt die TK: Leute seid nicht so blind
Seht den Lieben wohlwollend zu
Denn so sind die Condy Rice, mein Kind
Und „unser“ George W.!

Text nach Bertolt Brechts „Die Ballade von der Hanna Cash“ (Die Hauspostille, 1927)
Umarbeitung: Tanja Krienen, plus einer komplett neuen, der siebten, Strophe.

7 Kommentare »

  1. Was hast du nur plötzlich mit all den schönen Liebesgedichten, Tanja?

    Dein Kurzurlaub hat offenbar dein Gemüt extrem aufgehellt! Schön, das.

    Und nur so nebenbei: Die “simplen Kostüme” der Frau Rice sind ziemlich teure maßgeschneiderte Teile, und ich habe selten jemanden gesehen, bei dem sie wirklich so extrem gut “sitzen”. Respekt! (sowohl für ihren Schneider als auch für ihre “Figur”, denn sie ist ja auch nicht mehr die jüngste…)

    Nochmal herzlichen Glückwunsch zum 48. Gebursttag, Tanja.

    Kommentar von hegelxx — 21. Mai 2005 @ 09:29

  2. Hi! Ich danke für die guten Wünsche!

    Stimmt, ich bin momentan ziemlich gut drauf, was viele Ursachen hat, und fühle mich recht gut in Form auch hinsichtlich der “Produktion” (es wird noch einige in den nächsten Tagen und Wochen folgen) - typisch für einen kreativen, moderat depressiv - manischen Charalter *g*.

    Ja, das ist ja der Witz: Rice sieht ganz nett in ihrer Bekleidung aus (wenngleich ich sie nicht hübsch finde), aber sie wirkt dennoch schlicht, besser: einfach.

    In der Tat ist das ein Liebesgedicht der anderen Art, der anderen Form. Und das konnte nur ein Linker machen, weil es nur die Linke ist, die immer entsprechend ihrer Politik literarische Werte schuf. Die ganze Geschichte der Linken kann man ja singen, resp. darstellen. Seit die Linke komplett verrückt geworden ist, haben sie keine Lieder mehr. Jetzt muss ich daraus das machen, was herauszuholen ist. Verstanden wird es sowieso nicht, aber: I walk the line.

    Gruß nach Berlin, Tanja

    Kommentar von Campo-News — 21. Mai 2005 @ 09:44

  3. Noch einen Spezialgruß:elmut.pretzl.bei.t-online.de/lynyrd.htm

    Big wheels keep on turning
    Carry me home to see my kin
    Singing songs about the Southland
    I miss Alabamy once again
    And I think its a sin, yes

    Well I heard mister Young sing about her
    Well, I heard ole Neil put her down
    Well, I hope Neil Young will remember
    A Southern man don’t need him around anyhow

    Sweet home Alabama
    Where the skies are so blue
    Sweet Home Alabama
    bush, I’m coming home to you

    In Birmingham they love the governor
    Now we all did what we could do
    Now Watergate does not bother me
    Does your conscience bother you?
    Tell the truth

    Sweet home Alabama
    Where the skies are so blue
    Sweet Home Alabama
    bush, I’m coming home to you
    Here I come Alabama

    Now Muscle Shoals has got the Swampers
    And they’ve been known to pick a song or two
    bush they get me off so much
    They pick me up when I’m feeling blue
    Now how about you?

    Sweet home Alabama
    Where the skies are so blue
    Sweet Home Alabama
    bush, I’m coming home to you

    Sweet home Alabama
    Oh sweet home baby
    Where the skies are so blue
    And the governor’s true
    Sweet Home Alabama
    bushy
    bush, I’m coming home to you
    Yea, yea Montgomery’s got the answer

    Für die towarischtsch:

    Я пропускаю Alabamy еще раз и я думаю сво согрешение, да Добро ii1 услышало, что господин детеныша спел о ей наилучшим образом, я услышало, что ole Neil положило ее вниз наилучшим образом, я надеется детеныши Neil вспомнит южный человек он вокруг anyhow Сладостная домашняя Алабама где небеса будут настолько голубым сладостным домашним кустиком Алабамы, я прихожу домой к вам В birmingham они любят воевод теперь мы, котор все сделали мы смогли сделать теперь watergate не докучаем мне делаем ваш bother совести вы? Скажите правду Сладостная домашняя Алабама где небеса будут настолько голубым сладостным домашним кустиком Алабамы, я прихожу домой к вам здесь, котор я прихожу Алабама Теперь мелководья мышцы has got Swampers и они были знаны, что выбирают песню или кустик 2 они получают меня so much, котор они выбирают меня вверх когда я чувствую голубым теперь как о вас? Сладостная домашняя Алабама где небеса будут настолько голубым сладостным домашним кустиком Алабамы, я прихожу домой к вам Сладостный домашний младенец Алабамы oh сладостный домашний где небеса будут настолько голубы и кустик Алабамы воевода поистине сладостны домашн кустовидны, я прихожу домой к вам Yea, yea montgomery’s полученный ответ

    harr harr!

    Kommentar von hegelxx — 21. Mai 2005 @ 17:34

  4. sorry, das einfügen von weblinks ist hier offenbar schwierig, also noch mal:

    http://helmut.pretzl.bei.t-online.de/lynyrd.htm

    Kommentar von hegelxx — 21. Mai 2005 @ 17:40

  5. Das Videobild war so detailreich, dass die Mitarbeiter der CIA und des Weißen Hauses auf den Aufnahmen sogar eine Kinderschaukel ausmachen konnten.“ Gerade diese Schaukel habe Clinton abgeschreckt: „Sie deutete darauf hin, dass sich dort unschuldige Kinder befanden.“ http://www.focus.de/politik/ausland/usa/tonbandaufnahme-aufgetaucht-bill-clinton-ich-haette-osama-bin-laden-toeten-koennen_id_4031452.html

    Kommentar von Campo-News — 1. August 2014 @ 12:08

  6. Aufbrechende Ressentiments

    Vordergründig erlebten wir als Reaktion auf die Terrorangriffe in den Vereinigten Staaten von Amerika eine beispiellose Demonstration der Solidarität und des kosmopolitisch inspirierten Gefühls der Erfahrung, wie sehr uns jedes Ereignis in dieser Welt gleichermaßen betrifft - über alle Grenzen hinweg.

    Dahinter aber wurde- erst verdeckt, dann immer offener - das hämische Antlitz derer sichtbar, die klammheimliche Freude oder sogar offene Zustimmung zu diesem barbarischen Akt äußerten, manchmal verklausuliert als Kapitalismuskritik, oftmals auch direkt mit einer unverhohlenen Herabwürdigung der gesamten westlichen Lebensart oder gar einer Schmähung des US-amerikanischen Staates. Dieses Gebräu aus Ressentiments, Neid und Haß wurde besonders sichtbar auf der extremen Rechten und Linken, die gleichermaßen, manchmal mit identischen Wortlauten, ihre Aversionen gegen die USA bekundeten.

    Es brach in der bisweilen verheerenden Diskussion mit radikalen und unbelehrbaren amerikanischen und antiisraelischen Kräften Schreckliches auf, das jedoch trotz seiner ganzen Niedertracht zumindest eine wichtige Erkenntnis erbrachte: Die Demokraten dieses Landes müssen den hetzenden und hämischen Behauptungen der Verhöhner dieser demokratischen Ordnung wesentlich entschiedener und offensiver entgegentreten als in der Vergangenheit, sonst haben wir den Kampf um die Früchte der Aufklärung - die Prinzipien von Verstand und Vernunft, die Freiheit und die Demokratie - binnen kürzester Zeit endgültig verloren.

    Tanja Krienen, Unna

    Kommentar von Campo-News — 11. September 2014 @ 17:34

  7. http://www.focus.de/politik/videos/wut-und-ohnmacht-im-praesidentenbunker-bush-entgleist-cheney-schmerzverzerrt-so-liefen-die-stunden-nach-9-11-im-praesidentenbunker_id_4839757.html

    Wann stehen Sie auf? Ich habe festgestellt, dass die Leute hier in aller Herrgottsfrühe joggen gehen und sich dafür ungewohnt früh ins Bett legen. Bereits um 21 Uhr leeren sich in Palo Alto die Restaurants.

    (Lacht.) So leben wir hier! Ich stehe um 5 Uhr auf, beginne um 5 Uhr 30 mit Sport, und um 21 Uhr 30 liege ich im Bett. Als ich Aussenministerin war, führte dieser Lebenswandel zu etlichen Problemen mit Kollegen. Manche Südeuropäer lieben es, spät zu essen – und dazu noch richtig üppig. Wenn sie die amerikanische Aussenministerin treffen wollten, mussten sie sich jedoch meinem Rhythmus anpassen – 19 Uhr Lokalzeit war für mich der spätestmögliche Dinner-Termin. https://www.nzz.ch/feuilleton/wenn-dus-nicht-schaffst-versuchs-wieder-ld.1359674

    Kommentar von Campo-News — 26. Juli 2015 @ 17:14

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

Weblog counter