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10. September 2007

Willkür gegen Eva Herman

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 07:44

Zum Thema

Buch und Warnmail

und

Rezension

 

Einer nach dem anderen, der noch an liberal-konservativen Einstellungen festhält und keine DDR-light propagiert, wird von den herrschenden, feministischen und meist linksextremistischen, Allianzen geschlagen. Nun hat es Eva Herman erwischt, gegen die man schon zuvor eine Kampagne inszenierte.

 

“Frau Hermans schriftstellerische Tätigkeit ist aus unserer Sicht nicht länger vereinbar mit ihrer Rolle als Fernsehmoderatorin und Talk-Gastgeberin”, ließ der NDR-Programmdirektor Volker Herres in einer Erklärung verbreiten. Und: “Frau Herman steht es frei, ihren ‘Mutterkreuzzug’ fortzusetzen, aber mit der Rolle einer NDR-Fernsehmoderatorin ist dies nicht länger zu vereinbaren“.

Dies zeigt, dass es allein um Eva Hermans Einstellung geht, nicht um tatsächliche Verfehlungen. Beim NDR oder der ARD hat es auch nie jemanden gestört, dass viele Repräsentanten einen Abtreibungskreuzzug durchführten.

Was aber hatte Eva Hermann wirklich gesagt: „Es war eine grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat. Was gut war, das sind die Werte, Kinder, Mütter, Familie, Zusammenhalt.“ Später hatte sie ergänzt, dass “Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft.”

 

Man muss die überladende und reduzierte Mutterrolle im so genannten Dritten Reich nun wirklich in dieser Form nicht gut finden und sicher wird es Eva Herman auch nicht tun, um festzustellen, dass das „ewige Prinzip“ der Mütterlichkeit, das vom Prinzip her nichts mit den Nazis zu tun hat und einhergeht mit einer Schaffung des kindlichen Urvertrauen, in der neueren Zeit systematisch zu Gunsten eines ökonomistischen Funktionierens aller gesellschaftlichen Mitglieder, zu Lasten der Humanität, der Geborgenheit, der menschlichen Wärme und Liebe, auf den Altar der „Gleichheit“ und der Gender-Programme zur Umerziehung der Menschheit und Abschaffung der Biologie, geopfert wurde. Die Meinungsfreiheit stirbt Stück für Stück, jeden Tag.

 

Ich habe noch gestern Nachmittag meinen Protest an den NDR formuliert:

 

Sehr geehrter Herr Herres!

 

Ich protestiere energisch gegen die Entlassung von Eva Herman.

 

 

Es hat in der Vergangenheit unzählige positive Äußerungen von Moderatoren oder anderen Angestellten des NDR über das Erziehungssystem, konkret z. B. die Krippen, der DDR gegeben. Bei Frau Herman aber wird nun nach schmaler “antifaschistischer” Art ein wertneutraler Vergleich auf die Goldwaage gelegt.

 

Jeder Autor polarisiert und wie oft haben Angestellte und Mitarbeiter des NDR Bücher geschrieben oder ihre Meinung gesagt. Nur Frau Herman soll nun abgestraft werden. Hier liegt eine nicht zu tolerierende Ungleichbehandlung vor.

 

Eva Herman hat ihre Arbeit stets untadelig, souverän und kenntnisreich geleistet, sie ist ein unverzichtbarer Qualitätsgarant für Ihr Haus. Ich ersuche Sie Eva Herman wieder einzustellen und auch in der nächsten Talkshow zu präsentieren.

 

Mit freundlichen Grüßen, Tanja Krienen

 

 

38 Kommentare »

  1. Trend gegen 0
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,504755,00.html

    Kommentar von Info — 10. September 2007 @ 10:19

  2. 06.09.2007 14:53 Uhr

    Berlin (ddp).Der Nachwuchs wiederum werde durch das frühe «Wegorganisieren» in Kinderkrippen emotional geschädigt. Was ihrer Ansicht nach mit «verweiblichten» Männern an der Seite berufstätiger Frauen geschieht, hatte Herman bereits Tage vor der Buchveröffentlichung mit der «Weichei»-These deutlich gemacht. Für markige Aussagen ist die ehemalige «Tagesschau»-Moderatorin immer noch gut. «Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn Honecker und seine Freunde noch ein paar Jahre durchgehalten hätten, dann würde ihm das deutsche Volk heute zu Füßen liegen.

    Kommentar von Im Soz — 10. September 2007 @ 13:35

  3. Na, das ist ja eine Ãœberraschung *g*, hatte ich doch schon am 19. August geschrieben: “Was heute „soziale Kompetenz“, „Teamfähigkeit“, „Leistungsbereitschaft“ und „lebenslanges Lernen“ heißt, hieß früher Kollektiv und Plansollerfüllung. Das finden heute alle gut. Hätten Honecker und Co noch ein paar Jahre durchgehalten, läge ihnen heute das deutsche Volk zu Füßen.” und zwar hier - http://www.campodecriptana.de/blog/2007/08/19/898.html

    Kommentar von Campo-News — 10. September 2007 @ 14:13

  4. Nun wissen wir, was rot-grün so unter “Faschismus” versteht.

    SPON: “Die Grünen-Politikerin Krista Sager sagte dem “Hamburger Abendblatt” laut Vorabmeldung: “Ich habe den Eindruck, dass Frau Herman immer mehr ins Sektenmäßige abdriftet.” Unverständnis äußerte auch die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD): “Die Frauen zurück an den Herd, die Männer hinaus ins feindliche Leben, dieser Tenor schließt nahtlos an die Nazizeit an.”

    Da können wir doch einmal sehen, wie man bei der SPD Familienministerin wird! Wer Mütter in der frühesten Erziehungsphase (und nur darum geht es zunächst) zu Hause sehen möchte, der schließt sich der Nazizeit, ja sogar nahtlos an. Haben die Nazis nicht auch das Paradies mit Adam und Eva erfunden? Da muss man ja wirklich glatt aufpassen, dass man nicht zum Nazi wird, denn das müssen ja tolle Hechte gewesen sein. Oder? Oder ist die ehemalige Bundesfamfrau nur gagaganz durcheinander?

    Kommentar von Campo-News — 11. September 2007 @ 14:03

  5. “Pro Familia”, so heißen sie (das ist, als wenn sich eine Zündhölzerfabrik in Feuerwehr umbenennen würde oder die Lufthansa als “Tauchsport AG” firmierte)verkündet: «Der Zugang zum sicheren Schwangerschaftsabbruch für alle Frauen führt also nicht, wie häufig von Abtreibungsgegnern behauptet wird, zu einem Anstieg sondern im Gegenteil zu niedrigen Zahlen»”

    Was war geschehen?

    Nun, die Zahl der Abtreibungen, also des organisierten und staatlich sanktionierten Mord, sank um 4000 Stück. Stück, ja Stück, also das, was anderenorts am Schweinehakenkreuz hängt. Da wir 13 100 weniger Geburten in 2006 hatten, haben wir also “niedrige Zahlen”, wie die Organisation Fake Familia behauptet?!? Mathematiker an die Tafel! Ja, haben wir! Und wenn wir nur 100 Abtreibungen bei 1000 Geburten haben, von denen 90% einen “Migratifikationshintergrund” besitzen, dann sind wir beruhigt.

    Kommentar von Campo-News — 11. September 2007 @ 17:07

  6. Man muss die Formulierung und den Inhalt von Focus/Standard nicht im Detail teilen, aber prinzipiell wird auch dort nochmal richtig festgestellt: Es ist schlicht ein Skandal, dass Eva Herman herausgemobbt wurde.

    eva-herman-20.jpg

    Kommentar von Campo-News — 22. September 2007 @ 10:09

  7. Sehr geehrte Frau Herman,

    ich bin mit ganzem Herzen und ganzer Seele auf Ihrer Seite! Ich bin derartig moralisch entrüstet - und sorge mich um die Demokartie in Deutschland - wenn ich anschaue, was Journalisten in Deutschland ungestraft an Lügen veröffentlichen können!

    Nicht nur Ihr Fall, sondern auch die Diffamierung des Kardinals Meisners geben mir schwer zu denken. Bis vor kurzem hatte ich in meiner Naivität geglaubt, daß wir in einer Demokratie leben. Und ich hatte mir eingebildet, daß man der deutschen Medienlandschaft und einer einigermaßen richtigen Informationsvermittlung vertrauen könne.

    (Ich bin zwar nicht katholisch, aber in diesem Fall stehe ich auf der Seite des Opfers - Herrn Meisner!!!)

    Im Moment habe ich die Stimmung, daß wir uns alle hier allmählich wehren sollten - wie Graf Stauffenberg. Die Mediendiktatur der wahren “Hitlers” (von der Springer-Presse bis EMMA) ist schon so weit fortgeschritten, daß man sich wehren muß !!!

    Weder in Ihrem Fall noch im Falle des Kardinals wurden die Sätze, die tatsächlich gefallen sind, veröffentlicht. Man riß Worte aus ihrem Zusammenhang. Wir werden in den Medien nicht mehr objektiv informiert - sondern in unseren Ansichten gelenkt! Es ist traurig diesem Verfall tag- täglich zuschauen zu müssen. Anmaßende und rechthaberische kleine Charaktere haben in den Medien die Führung übernommen - und versuchen uns zu manipulieren. Sie scheuen sich nicht davor, uns mit Halbwahrheiten (die schlimmer als leicht durchschaubare Lügen sind) zu füttern - und Leute, deren Ansichten sie nicht mögen, werden vernichtet! Besonders gefährlich ist das, da die meisten Leute den Medien und der Demokratie ihr Vertrauen schenken - und schlafen! Die Journalisten und Politiker, die am stärksten mit der Nazikeule schwingen, sind - das habe ich in den letzten Monaten gelernt - die skrupellosesten und machtgeilsten Lügner. Wenn Sie also hören, daß da öffentlich jemandem vorgeworfen wird, ein Nazi zu sein, dann können Sie davon ausgehen, daß es sich bei dem oder der Journalistin um eine/n der “neuen (Medien-)FaschistINNen” handelt!

    Besonders bedrückend ist die Tatsache, daß weder Sie noch Hr. Meisner die Chance bekamen, in der gleichen Intensität die Dinge, die man Ihnen fälschlich vorwarf, in den Medien dann klarzustellen!

    Ich hätte nicht geglaubt, daß wir nach 2 Diktaturen in Deutschland (Nazis und Kommunisten) nun wieder so weit sind, daß wir aufwachen müssen!!! Aber es ist ein Faktum, daß sich ausgerechnet durch die Leute, die am lautesten nach “political correctness” (und dazu gehört auch z.B. das “gender mainstreaming”) schreien, ein kleiner Faschismus hier eingeschlichen hat, der nie ernsthaft hinterfragt wurde - aber immer offensichtlicher wird!

    Ich wünsche Ihnen allen nur erdenklichen Erfolg vor Gericht - die Lügner und wahren Faschisten müssen hart bestraft werden - und sollten gerichtlich zu wochenlangen Richtigstellungen verurteilt werden! Wenn das nicht geschieht, dann habe ich mein Vertrauen auch in die Justiz dieses Landes verloren, in diesen Rechtsstaat - und den Glauben, daß die Deutschen aus 2 Diktaturen etwas gelernt hätten!

    Mit besten Grüssen

    Wolfgang Stadler

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 23. September 2007 @ 10:38

  8. Werter Herr Stadler,

    jetzt haben wir schon drei Heimsuchungen, Nationalsozialismus, Nationalsozialismus und Eva Hermann!

    Fast droht die Apokalypse!

    Aber bei Johannes waren das doch sieben…

    Steht ihre Frau gerade schwanger am Herd? Oder haben sie gar keine?

    Wenn doch, dann machen sie es wie Goebbels 1945…

    TK: Hegel, ich lasse das nur stehen, damit man sieht, welch Geistes Kind du bist. Natürlich ist es das Recht, ja sogar die Pflicht einer Frau, in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes für dieses zu sorgen. Es ist auch eine Mär, dass es wirtschaftlich für die Gesellschaft viel mehr bringt, wenn eine Frau schnell wieder arbeitet, weil sie sich dann von der Gemeinschaft die Erziehung bezahlen lässt. Von den psychologischen Auswirkungen hast du wirklich keine Ahnung. Aus.

    Kommentar von hegelxx — 23. September 2007 @ 13:58

  9. Danke, daß ich nicht der stalinistischen Zensur unterworfen wurde,

    aber seit wann weißt du was von Kindern und Müttern? Außer von deiner Mutter?

    Ich gebe ja zu, daß ich auch ein “Rabenvater” bin, aber die Frau Hermann hat da von gar nix einen Schimmer!

    Die Entlassung war richtig.

    Kommentar von hegelxx — 23. September 2007 @ 19:15

  10. Hallo Hegelxx: “Fast droht die Apokalypse!

    Aber bei Johannes waren das doch sieben…(Heimsuchungen)”

    Die vierte besteht aus Leuten, die nix verstanden haben - z.B. auch nicht Hegel, weshalb sie sich zurecht xx an den Namen hängen - als Zeichen dafür, daß ihnen solche großen Geister ein ewiges Rätsel bleiben werden.
    Die fünfte besteht in der Arroganz von Besserwissern.
    Die sechste aus Menschen, die geistige Freiheit nicht wollen.
    Und die siebente aus Leuten, die mit Menschlichkeit und Menschenliebe in alle Zukunft nichts anfangen können.
    Kurzum: für die letzten 4 Heimsuchungen sorgt der Menschentypus, der Ihnen recht ähnlich ist. Und wohl auch schon für die von Ihnen selbst erwähnten ersten beiden Heimsuchungen verantwortlich ist…

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 23. September 2007 @ 20:46

  11. Wofür man heutzutage - in einem modernen “demokratischen” Staat, in welchem angeblich “geistige Freiheit” erlaubt ist, Berufsverbot, Ächtung, Hass, Redeverbot erntet:

    Hier ist das Eva-Herman-Zitat ohne Verkürzungen und Auslassungen. Eva Herman wortwörtlich:

    “Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen Kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehenbleiben. Ich hab’ neulich mit einem Musikprofessor zusammengesessen, ein Linksintellektueller, früher fast ein Linksradikaler ein bißchen gewesen, der versucht, den Chorgesang wieder zu beleben in Hamburg. Und er sagt, das ist verlorengegangen, das ist gar nicht mehr, das ist gar nicht mehr anwesend bei uns, auch in den Schulen lernen die Kinder das ja kaum noch. Und er sagt: Frau Herman, ich bin plötzlich genau wie sie, ich werd’ in die rechte Ecke geschoben. Er ist ganz genauso wie ich, weit davon entfernt und lehnt alles, was Radikalismus betrifft ab, aber er ist genauso…”

    (…und vor meinem geistigen Ohr höre ich sie schon, die Alice Schwarzers, Feministinnen, die Hegelxx, Journalisten, Rechthaber, Pseudo-Gutmenschen, genderer, wie sie nun “Sieg heil” rufen, da sie im großen Kollektiv der Verlogenheit über Eva Herman gesiegt haben…1000 Elefanten rennen hinter einer Maus her - und freuen sich, wenn sie sie endlich eingekreist haben…)

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 23. September 2007 @ 22:47

  12. Mehr Fiktion als Unterhaltung. Die Antwort:

    Sie äußern Unverständnis für die Entscheidung des NDR, die Zusammenarbeit mit der Moderatorin Eva Herman zu beenden. Diese Entscheidung hat ein starkes Echo in der Öffentlichkeit hervorgerufen, wobei in den Medien ausnahmslos zustimmende Reaktionen zu lesen und hören sind; unter den Hunderten von Zuschriften unserer Zuschauerinnen und Zuschauer finden sich jedoch auch kritische Stimmen wie Ihre Mail.

    Es ist bedauerlich, dass es zu diesem Schritt kommen musste. Ich möchte aber betonen, dass die Aufkündigung der Zusammenarbeit in keiner Weise eine Einschränkung der freien Meinungs-äußerung für unsere Moderatoren bedeutet, wie jetzt verschiedentlich behauptet wird. Frau Herman hat seit Jahren jede Freiheit gehabt, ihre streitbaren Überzeugungen in der Öffentlichkeit zu vertreten und wurde weiterhin von uns als Moderatorin beschäftigt. Es steht ihr auch zukünftig frei, ihre Überzeugungen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft zu publizieren sowie sich dazu mit den von ihr für richtig gehaltenen Parallelen und Ableitungen öffentlich zu äußern. Mit ihrer Tätigkeit als NDR Fernsehmoderatorin, mit dem Ansehen und Selbstverständnis des NDR sowie seinem gesetzlichen Programmauftrag sind ihre Äußerungen aber nicht länger zu vereinbaren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Schreiber
    Leiter Programmbereich Fiktion & Unterhaltung

    Kommentar von NDDR — 24. September 2007 @ 16:13

  13. @Herr Schreiber: sicher, sobald jemand etwas unpopuläres zu sagen hat, darf er nicht mehr große Auftritte haben. Auch das ZDF hat Eva Herman daraufhin “ausgeladen” - auf daß sie weniger Popularität hat, weniger Leute erreicht, nicht mehr derart öffentlich (bei Kerner…) sprechen darf…- Das ist ein Maulkorb!

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 24. September 2007 @ 17:31

  14. Ãœbrigens habe ich den hier unter 7. veröffentlichen Brief, den ich an Eva Herman per e-mail schickte, auch im Internet im Forum der Zeitung “Die Welt” versucht zu veröffentlichen (im Rahmen der Vorfälle um Eva Herman).
    Das “Demokratiebewußtsein” des Axel-Springer-Verlages konnte das allerdings nicht dulden - und der Beitrag wurde gelöscht!

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 24. September 2007 @ 17:34

  15. Seit mehr als zwei Wochen wird mir öffentlich vorgeworfen, ich hätte mich über die Familienpolitik im Dritten Reich lobend geäußert.

    Dies ist erweislich falsch. Vielmehr habe ich gesagt, dass wir das Bild der Mutter wieder wertschätzen lernen müssen, das ja leider mit dem Nationalsozialismus und der 68er Bewegung abgeschafft wurde
    ( Download: Originalzitat als mp3 / Download: Originalzitat als pdf ). Ich habe mich also nie „lobend“ über die Familienpolitik des Dritten Reiches geäußert, sondern ganz im Gegenteil, verabscheue ich rechtsradikales Gedankengut und habe das auch bei jeder Gelegenheit deutlich gemacht. Hier im Original-Ton anhören:

    http://www.eva-herman.de/mediendarstellung/medien_darstellung_1.html

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 30. September 2007 @ 23:15

  16. Gut, dass die Titelschlagzeile der BILD heute Eva Herman gehörte, ok auch, dass SOPN schreibt: “Dabei habe sich Herman auch erneut über die öffentliche Schelte beklagt, die sie für ihre Thesen einstecken musste. “Letztes Jahr hatte ich bereits ordentlich öffentlichen Gegenwind bekommen für diese Thesen, persönliche Beleidigungen waren keine Seltenheit. Alles, was nach Familie, nach Glück mit Ehepartnern und mit Kindern, nach dem Weiblichen, dem Männlichen und dem Muttersein klingt, wird in unserem Land leider auffallend schnell mit Nazi-Parolen in Zusammenhang gebracht”, zitiert die “Bild” Herman.

    Die Gastrednerin sei zuvor von Kongress-Leiter Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein mit den Worten empfangen worden, sie sei “eine tapfere Frau”, die gegen das “öffentliche Geheul” anstimme.

    Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es allerdings Ärger über den Auftritt Hermans gegeben. Dem Bericht zufolge war der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) als Schirmherr des Forums zurückgetreten, um so gegen die Rede der Moderatorin zu protestieren. “Das Büro des Ministers hatte bereits im Vorfeld darauf gedrängt, Frau Herman auszuladen”, sagte demnach der “Forum”-Vorsitzende Hubert Gindert der Zeitung.

    phw”

    Dem kann man kaum etwas hinzufügen, außer: MEIN Impetus entspringt nicht katholizistischen Idealen. Und: Warum hat man in Wiesbaden eigentlich eine CDU-Regierung? Diese ist so diffus, dass hier ein CDU-Mann Eva Herman boykottiert, aber auf der anderen Seite eine esoterische Lesbe auf der Regierungsbank für den Kreationismus plädiert. Und wenn man zudem schweigt, da nebenan in Frankfurt Kinder mit Hormonen “umgespritzt” werden, obwohl es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt, lässt nur den einen Schluss zu: Die Koch-Regierung ist ein Beispiel dafür, warum der Konvervatismus auf den Hund kam: Nichts ist logisch, nichts ist ideologisch-programmatisch begründet, alles ist elend pragmatisch, feige, hilflos, nur auf die Ökonomie ausgerichtet.

    Kommentar von Campo-News — 9. Oktober 2007 @ 12:38

  17. Der Rental - und Rektalrat emporiert sich, spricht aber immer noch nicht von der Judaisierung arischen Vermögens, obwohl das inzwischen die historisch umgekehrte Bilanz längst überflügelte und in vielerlei Facetten virulent ist:

    SPON: Die Anfrage, Eva Herman auszuladen, sei am Vormittag vor der Konferenz in Fulda gekommen. Als sich das Forum weigerte, dieser Aufforderung folge zu leisten, sei eine Stunde später die Absage des Ministers gekommen. “Ich finde es traurig, dass Politiker auf Mediendruck so schnell in die Knie gehen”, sagte Gindert. “Ich frage mich: Wie können wir uns auf solche Politiker verlassen, wenn Deutschland einmal wirklich in eine Krise gerät.” Ein Sprecher Rhiels wollte die Vorwürfe nicht kommentieren. Auf der Webseite des Forums Deutscher Katholiken kann man nachlesen, was Gindert unter dieser Lehre versteht: “Abtreibung ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen“, steht dort, homosexuelles Tun “eine schlimme Abirrung und ein schwerer Verstoß gegen Gottes Gebote”. Diese Tatsachen dürfe man nun nicht mehr aussprechen, ohne sich strafbar zu machen.

    alles hier -
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,510418,00.html

    P.S. Natürlich hat Gott nichts damit zu tun, diese FREUD macht Er uns nicht…

    Kommentar von Campo-News — 9. Oktober 2007 @ 19:39

  18. Da habe ich doch etwas Nettes gefunden http://debatte.welt.de/weblogs/148/apocalypso/39681/alles+war+nicht+schlecht+an+eva+herman?page=5#comment-40528

    Aber nochmals: Ist es schlimmer, unbeabsichtigt einen Fehler zu machen - oder mit voller Absicht einen Menschen nun dafür permanent als “NS-indoktriniert” über die Massenmedien zu verhetzen (”Eva Braun, äh Herman…” usw.), weil man ja die tolle Möglichkeit dazu besitzt und der Versuchung sie zu nutzen, nicht im Stande ist zu widerstehen? Die Fälle solcher Abkanzelungen häufen sich ja, kürzlich hat es z.B. den Kabarettisten Manes Meckenstock erwischt, der sich - zugegeben - einen der idiotischsten “Scherze” erlaubt hat, den man sich überhaupt erlauben kann. Zumindest in der Öffentlichkeit, denn wie gesagt, im Privaten oder in Kneipen hört man derlei ja nun wirklich nicht zum ersten Mal. Meckenstock müßte doch wissen, was man mit Homosexuellen im Dritten Reich gemacht hat, wo er doch gerne eine, sagen wir mal, etwas “tuntige” Attitüde an den Tag legt. Der beliebte TV- und Radiomoderator Elmar Hörig, der auch einmal geschasst wurde, war vorher als Musikfreund auch nicht als “Schwulenfeind” bekannt (paßt irgendwie auch nicht). Und wie oft haben Leute in der Comedy schon Witze über Schwule gemacht (die funktionieren immer). Ich selber akzeptiere übrigens die Homosexualität bei anderen, auch wenn sie mir wohl für immer unverständlich bleibt. Daß Henryk M. Broder aber die sich als Transsexuelle bekennende Journalistin Tanja Krienen auf widerwärtigtse Art in seinem Blog (und seinen Emails an sie) beschimpft und lächerlich macht, interessiert z.B. wenige Leute, die jetzt so aufheulen. Broder hingegen bezeichnet sich demonstrativ als “alter Jude” und müßte gerade als jemand, der behauptet, einen lupenreinen Blick für Inhumanes und Ungerechtes zu besitzen, bei derlei Witzen eine Notbremse ziehen. Letztens las ich, daß der bekannte Radiomoderator und Spezialist für elektronische Musik (Kultsendung “Schwingungen”, WDR), Winfrid Trenkler, angeblich “verkappter Nazi” gewesen sei. Daß er seit einigen Jahren weg vom Fenster ist, dafür habe nach eigener Auskunft Klaus-Dieter Müller, einer der Manager von Klaus Schulze, gesorgt. K.D.M. (paradoxerweise wie K.S. fanatischer Wagnerianer) selbst hat sich übrigens in Rußland eine Frau “zugelegt”, die 30 Jahre jünger ist, und die er auf seiner Website stolz präsentiert. Aber daran allein ist ja nichts Verwerfliches (wenn man’s nicht gerad so anstellt wie Herr Friedmann). Ãœber M. Broder hat Mueller sich mal lustig gemacht, da dieser in den 70ern für Hamburger Kiez-Schmierblätter (”St. Pauli-Nachrichten”) Artikel verfaßt hat, woher er ihn noch kenne. Das war eine Zeit, in der K.D.M. nach eigener Auskunft noch selber gerne “auf dem Hasch- und LSD-Trip” war. Mir ging es also hier nur um die “Verlogenheit” i.S. einer DOPPELMORAL, mit der einige Leute eine haushohe Meßlatte an andere legen, doch wohl eher, um sie aus rein privaten Aversionen aus dem Weg zu räumen. Wenn man das sprichwörtliche “Haar in der Suppe” sucht, dann findet man schließlich auch eins - und wenn man sich dazu kopfschüttelnd vor die Suppe setzen muß, bis endlich eins reingefallen ist, um zu knurren: “Guckt - da ist ein Haar, ich hab’s genau gesehen!”

    PS: Aprops “Cybermäuse”. Feminisitinnen haben es ja bekanntlich nicht gern, als “Weiber” bezeichnet zu werden, das hat wohl so einen “ekligen unerwünschten sexuellen ” (Sex = Englisch: Geschlecht) Aspekt. Dabei ist das Wort “Wife” (verheiratete Frau) im Englischen völlig gängig, da sieht Mann schon, woher der Wind weht. Als betont “weiblich” läßt frau sich dennoch gerne bezeichen. (Aber von Deutsch-Türken ist ja sonderbarerweise auch bekannt, daß sie sich mittlerweile “aus Protest” selber als “Kanaken” bezeichnen, vielleicht um dem Begriff durch inflationären Gebrauch die abwertende Bedeutung zu nehmen.) So muß man denn die Seite “ceiberweiber” der ersten österreichischen Feminismusgarde auch “irgendwie” versuchen zu “deuten”. Schaut doch mal nach, was die dort so an diskriminierenden Nettigkeiten über “die Herren der Schöpfung” verbreiten (wer die “Emma” liest, braucht es nicht)…

    Kommentar von Campo-News — 10. Oktober 2007 @ 09:10

  19. Tja, da man den Faschismus in der der BRD nie so richtig behandelt und aufgeklärt hat und auch nicht sich mit der DDR Vergangenheit auseinandersetzten will entstehen halt Lücken. Diese Lücken sind meiner Ansicht fatal. Ich denke da mal nur an damalige Antifaschisten die heute im “freien Journalismus” fast nicht mehr genannt bzw. gennannt werden dürfen, weil, falsche Partei bzw. Einstellung zum damaligem System. Die Macht des Journalismus spiegelt nur die Macht des Kapitals wieder, mehr nicht. Wir hetzen und deffamieren fast wie 33. Mit Demokratie hat dieses System genauso wenig am Hut wie der Sozialismus, Stalinismus bzw. Faschismus. Hier ist es halt nur etwas bunter und solange man die Arbeitslosen mit HARTZ4 bei stange hält wird sich auch nichts dramatisches ändern. Kapitalismus heißt in meinen Augen immer noch - AUSBEUTUNG bis zum Holocoust.

    TK: Ich lasse ja alles stehen, solange nicht persönlich diffamiert wird, möchte aber sagen, dass ich das letzte Wort in diesem Zusammenhang schwer daneben finde. Ansonsten kann man manches was du sagst richtig finden, ich weiß allerdings nicht auf Anhieb zu sagen, welcher Journalist aus der Ex-DDR heute nicht sein Gesicht zeigen darf…

    Kommentar von Arbeiter — 10. Oktober 2007 @ 16:49

  20. @19.
    Ich gebe zu das letzte Wort ist leider etwas heftig ausgefallen, Ich Bitte dieses hiermit zu Entschuldigen.
    Ich habe nach wie vor nur den Eindruck das diese Gesellschaft nichts aus der Vergangenheit lernen will,
    und in welche Zukunft wollen Wir gehen wenn wir das Vergangene ignorieren? Unsere Führungskräfte in der Politik sind leider auch kein glänzendes Beispiel (gib vieleicht ein paar Ausnahmen, aber zuwenig).
    Frau Herrman kann ihre Ansichten ja ruhig mitteilen, na und, das gehört nun mal zu einer Demokratie ob sie nun beim Fernsehen war oder nicht.
    Die Masse orientiert sich doch eh nach ganz anderen Dingen und Prinzipien. Jeder von uns ist doch nur noch mit sich selbst beschäftigt den Alltag bis zum Ableben so gut es geht über die Runden zu bringen. Das Ziel sollte es doch sein eine bessere Welt (und nicht nur Konsum) zuschaffen, davon sehe ich im Moment leider nichts.

    Kommentar von Arbeiter — 10. Oktober 2007 @ 18:42

  21. Nun ist ja Frau Schreinemakers, die sich in etwa so aussieht wie sie sich anhört, einmal nicht nur aus einer Sendung geflogen, sondern die ganze Sendung wurde direkt abgeschaltet. Schon interssant, was Wiki über eine schreibt, die mit dem “Komiker” Barth und der nicht unbedingt talentierten Senta B., Eva Herman bis zum medialen Tode mobbten. Theo Waigel forever!

    “Ab 1994 geriet Schreinemakers zunehmend wegen ihres Finanzgebarens in Kritik, zunächst wegen ihres steuerlich begründeten Umzugs nach Belgien. Kritiker warfen ihr in diesem Zusammenhang häufig Doppelmoral vor, zumal sie sich in ihrer damaligen Sendung stets als Mensch mit einem sozialen Gewissen präsentiert habe. 1996 kam es wegen einer Steueraffäre zum Eklat. Im Verdacht der Steuerhinterziehung stehend, vermutete Schreinemakers, dass es sich um eine Racheaktion des damaligen Bundesfinanzministers Theo Waigel handele, da sie dessen frühere Ehefrau einige Zeit zuvor in der Sendung auftreten ließ. Waigel bestritt diesen Vorwurf; auch Politiker anderer Parteien kritisierten ihr Verhalten. Da sie in der Öffentlichkeit zunehmend unter Druck geriet, kündigte sie an, das Thema in ihrer Sendung aufgreifen zu wollen. Der Sender Sat.1 lehnte dies allerdings ab und verlangte eine schriftliche Unterlassungserklärung. Außerdem drohte er damit, die Sendung gegebenenfalls abzubrechen.[2] Als sie sich am 22. August selben Jahres während ihrer Sendung live dazu äußern wollte, brach Sat.1 - erstmalig in der deutschen TV-Geschichte - die laufende Live-Sendung tatsächlich ab, während der Beitrag anlief. Stattdessen verlas Moderator Ulrich Meyer eine Begründung von Sat.1, wonach es mit journalistischen Grundsätzen nicht vereinbar sei, private Probleme in der Öffentlichkeit zu thematisieren.[3]”

    Kommentar von Campo-News — 11. Oktober 2007 @ 08:49

  22. Titel/Bezug: Eva und der Garten Eden - Alles hat einmal ein Ende!

    Moin, Moin, aus Dresden, liebe Tanja!

    Wir kennen uns nicht persönlich. Auch wenn wir - vom Alter her betrachtet - eigentlich viele Gemeinsamkeiten haben. Ich mag die Stones, die Beatles, die Rock - und Pop-Musik; aber auch Nena! Woll! Insofern besteht zumindest hier ein gewisser Konsens. Nun sind seit den Mittsechzigern viele Jahre ins Land gezogen. Die Gesellschaft hat sich verändert, viele Vertreter unserer Generation haben sich x-Mal gehäutet. Je nach dem, wo der Wind der Trends und andere,zweifelhafte Errungenschaften,die unsere konsum-orientierte Gemeinschaft hervor gebracht hat,her blies. Wolfgang Niedecken´s BAP besingt diese Spezies mit \” Wellenreiter \”.

    Bist Du eine \” Wellenreiterin \”?
    Wenn ich mir Deine Seiten so ansehe, komme ich zu der Erkenntnis, dass dieser Ausdruck auf Dich zutrifft. Ich möchte ihn jedoch nicht negativ bewerten. es ging viel kritik-würdigeres,menschliches Verhalten. Was oder wen suchst Du eigentlich? Du hast Dich von sehr vielen, für deren eigennützige und oft politische Ziele,vor den Karren spannen lassen. Mal rechts, mal links, mal Mitte! Mal Sozialistin, mal Konservative, mal Liberale! Wie passen deren Inhalte mit Deinen eigenen Lebenszielsetzungen zusammen? Die Liste Deiner benannten Freunde,Sympathisanten oder Mitarbeiter, lies sich auch, wie ein illustres \” who is who \”! Wolf, Mensch, den Wolf, den habe ich in den Siebzigern mehrfach live gesehen. Nach seiner Ausbürgerung aus dem Unrechtsstaat DDR. Seine politischen Aussagen, Forderungen und Visionen, habe ich als Student und später als Anwalt lange gelebt. Gegen den real-existierenden Sozialismus etc. pp.

    Nun ist Wolf älter geworden. Was bleibt?
    Dann Prof. Dr.Dr. Rüdiger Lautmann, von der Uni Bremen, der angeblich \” roten Kaderschmiede \” aus den 70igern. Bei ihm habe ich Vorlesungen besucht. Das Rüstzeug für den sozial-kritischen Umgang mit den drei Gewalten bekommen. Das ist lange her! Was bleibt?

    Dann Konstantin Wecker. Ich finde seine Lieder, nicht nur seit seinem Dauerbrenner \” Willi \” hervorragend. Ein Liedermacher! So wie Hannes Wader, Dieter Süverkrüp, auch Reinhard Mey! Sie alle, sie haben dem Volk, der Gesellschaft, der Politik auf´s Maul geschaut und geschlagen. Was bleibt?

    Wenn ich mir nun Deine Internetseiten so betrachte, kommen mir unweigerlich dunkele Gedanken. So unheilvolle, tief schwarze Gedanken, dass mir dabei ein Gedicht einfällt, das Du kennst, ja kennen musst:

    Vereinsamt
    __________

    Die Krähen schrein´
    und ziehn
    schnarrend
    Flugs zur Stadt.
    Bals wird es schnein-
    Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat.

    Nun stehst du starr,
    schaust rückwärst.
    Ach!
    Wie lange schon?
    Wo bist du Narr,
    vor Winters
    in die Welt entflohn?

    Die Welt -
    ein Tor!
    Zu tausend Wüsten,sttumm und kalt!
    Wer das verlor,
    was du verlorst,
    macht nirgend Halt!

    Nun stehst du
    bleich,
    zur Winter-Wanderschaft verflucht,
    dem Rauche
    glich,
    der stets nach kältern Himmeln sucht.

    Flieg, Vogel, schnarr
    dein Lied.
    Im Wüstenvogel-Ton!
    Versteckst, du Narr
    dein blutend Herz
    in Spott und Hohn.

    Die Krähen schrein……

    Nun stehst du starr, schaust rückwärts..
    Das versucht auch E. Herman. Die gebornene Ostfriesin, die nach 3 zerrütteten Ehen, ihr Familienglück gefunden zu haben scheint. Immer war sie, so wie Du auch, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Gehetzt von der Meute, die das heisst lebensfeindliche Konsum-Gesellschaft. Deren Wohltaten hat sie aber ganz nebenbei mit abgeräumt. Moneten,Publicity,Selbstdarstellung! Frau,o Frau, wie haste Dir verä¤ndert! Oder, war E.H. nie eine solche? Was will sie eigentlich. Die Missstände in unserer Gesellschaft aufzeigen. Die kennen wir doch selbst - bis zum Erbrechen.

    Was möchte die Künstlerin uns nun wirklich sagen? Das wir allesamt falsch gelebt haben, in einer noch falschren Konsumwelt ohne Werte? Ihre Traktate sind doch nur ein Sammelsurium zusammen geschriebener Plattitüden, pseudo-wissenschaftliches Gebräu, das nun - kurz vor der Eröffnung der Frankfurter Buch Messe - via TV-Eklat bei JBK,verkaufsfördernd, der Öffentlichkeit präsentiert werden. was für Prinzipien hat sie denn selbst? Ihren biograhischen Daten nach zu urteilen - keine! Sie steht für nichts und ist gegen vieles. Abtreibung! Gäääääääähn, ein uralter Hut aus den 70igern. Kirche! Bäääääääääääh, dieses Kleriker haben doch selbst nichts vom Leben verstanden und dulden Dogmen, die aus dem finsterstn Mittelalter stammen. gesetzestreu sind einige unter ihnen auch nicht. Stichwort: Pädophilie!

    Wertschätzung der Mütter? Habe ich längst als Grundprinzip in meinem Lebensrepertoire aufgenommen. Ich helfe Müttern, ihren Kinderwagen in den Zug zu wuchten, bin selbst Vater und Großvater. Und? Was nun möchte die E.H. uns wirklich vermitteln? Ihr letztes Buch ist ein Auszug aus einem Pamphlet eines amerikanischen Pseudo-Christen. Ihre Ãffentliche Verteidigung zu seinen Hypothesen, die sie 1:1 unkritisch übernommen hat, eine einzige Katastrophe. Peinlich und sogar naiv, dass waren ihre Halbsätze - die ich nicht verstehe - mit denen sie einen Bezug vom Faschismus zu den 68ern - wer oder immer die waren - und deren Stellung zur Familie herstellen machte.

    Die Medien-Meute heult auf! Klar ist doch, dass jeder Schreiberling seinen Senf zu ihren Büchern und auch ihrer Person abgeben möchte. Das ist Marktwirtschaft und Meinungsfreiheit! Wenn sie sich nun darüber echauffiert, dass sie verissen, ja sogar persönlich nieder gemacht wird, kann ich nur entgegnen: \” Wer sich in Gefahr begibt.. !\” Es gibt die sogenannte, empirisch auch belegbare, Altersweisheit. Sich auf diese berufen zu können, setzt voraus, dass ich aus dem Leben gelernt habe. E.H. erfüllt diese Voraussetzungen nicht.

    Gehetzt vom Leben, dessen tieferen Sinn ihr nicht offenbart wurde, schlägt sie nun wild umsich. Sie verliert den Überblick, die Gelassenheit, die Kritikfähigkeit. Angriffe auf ihre Ergüsse erkennt sie als Angriffe auf ihre Person.

    Ich habe auf Deinen Seiten, in Deinen Veröffentlichungen einige Ansätze des E.H-Sndroms erkannt! Bleibe gelassen! Der wahre Sinn des Lebens liegt nicht darin, sich mit der übrigen Welt anzulegen, nur weil die als verantwortliches Objekt der eigenen Unzufriedenheit heran gezogen wird.

    Schönes WE und einen Gruß aus dem herbstlichen Dresden in die spanische Sonne. J.

    Kommentar von Leserbrief — 12. Oktober 2007 @ 19:14

  23. So J., jetzt komme ich endlich dazu dir zu antworten. Ich mache es so, dass ich nicht immer die einzelnen Zitate vor meinen Antworten platziere, sondern arbeite deine Bemerkungen – soweit es mir wichtig erscheint – der Reihe nach ab.

    Dank erst einmal für den langen Brief, der ja immerhin zeigt, dass du dich mit dem Gegenstand deiner Betrachtung auseinandergesetzt hast. Allerdings doch wieder nicht soviel, um von meiner Rückkehr nach Deutschland zu erfahren, obwohl die schon 14 Monate zurückliegt und mehrfach hier im Blog erwähnt ward.

    Also, wenn einer auf Wellen reitet, so dürfte dies wohl Niedecken höchstpersönlich sein. Schon seine Heimatstadt, ihre Sprache, die in ihr herrschenden Umgangsformen, die Art des Humors, ist nicht geeignet um Menschen heraus zu bilden, die ihre Umwelt sachgerecht reflektieren. „BAP“ steht für alles, was dieses Land nicht braucht. Ich habe noch nie auch nur irgendein gelungenes Wortspiel, irgendeinen intelligenten Witz, irgendeine Aussage von Größe bei dieser Band oder ihrem – zu allem Unfug noch die Malerei betreibenden – Chef, was in diesem Fall von scheffeln kommt, gesehen. Allerdings ist es leider so, dass BAP just vor ihrem Höhenflug von „meiner SDAJ“ in Hagen anno 1981 zu einem Konzert engagiert wurde. Zuständig dafür war der SDAJ-Vorstand, dem ich selbst angehörte. Was habe ich dagegen opponiert, was bin ich – in gewohnter Weise - frech, polemisch, agitatorisch, vorbetend, nachäffend, aufheulend und aggressiv, gegen die Mehrheit derjenigen, die immer den Pöbel mit Spektakeln fangen wollte, angegangen. Es war die Hochzeit des New Waves und Punks und „meine Genossen“ (Genosse kommt ja von notha) wollten diese Karnevalstruppe einladen, diese Jecken, diese Vertreter eines Ethnopops, eines undialektischen Dialektrocks, eines Deutschrocks, der durchaus der Pest aus dem anderen deutschen Staat, den bezahlten Soldrockern von Puhdys, Karat und anderen Notentötern nahestanden. Nein! Ich wollte Extrabreit, zumal diese ja sogar aus „unserer Stadt“ kamen und ich sie hätte leicht für einen Auftritt gewinnen können, obwohl sie einst eher aus dem K-Gruppenspektrum kamen. Aber BAP! Das klang wie die Hölle, das war die Vorhölle. Ich gestehe, es war ein kommerzieller Erfolg, ein Riesenerfolg, weil die Gruppe just in dem Moment durchstartete. Ich persönlich hatte mit den üblichen 30,40 Hanseln gerechnet, aber es kamen über 300 Leute und der Laden war voll. Voll BAP und Papp-Bechern. Trotzdem! Ich hätte gern noch die lauteste Punkband vor meinetwegen, aber dafür gerechten, 3 spielen lassen, - aber nicht DIE! Was haben wir schon politisch davon gehabt? Die meisten Typen die BAP hörten, waren doch die gleichen Silberfische wie jene, die auch Grönemann oder gleich die Bläck Fööss oder de Höhner auflegten. Brrr!


    Nein, außer der Neuen Deutschen, habe ich keine Welle geritten, aber wie du auf
    Tanja Krienen, Audio-Interviews hören kannst, habe ich mich bereits als PDS-Kreisvorsitzende und Mitglied des Landesparteirates für den Eklektizismus als bewährtes Prinzip ausgesprochen, nicht etwa, weil mein erster Beruf Energieanlagenelektroniker/in war. *g*. So sind manche Prinzipien halt gut und richtig, abseits von links und rechts. Ewig (oh, schon wieder ein verbotenes Wort) bestehend, sozusagen, aber dennoch im Detail wandelbar. So wie auch seine „Anwendung“. Man kann ein Prinzip berücksichtigen, und mit diesem zu unterschiedlichen Zeiten sich im konkreten Fall unterschiedlich äußern. So wie es ja total blöd z.B. wäre im Falle einer TATSÄCHLICHEN Bedrohung „Frieden“ zu rufen, wenn jemand konkret in Gefahr ist und dieser Friedensruf Menschenleben gefährdet. Es kann auch sein, dass es gegeben scheint z.B. für die sexuelle Befreiung - mehr oder weniger lautstark – einzutreten, um aber im Verlauf dann auch wieder „konservativ“ zu argumentieren, wenn das Pendel zu stark auszuschlagen scheint. Diese scheinbare Bewegung (obwohl sich der Positionierende gar nicht so sehr bewegt hat), lässt manchen ehemals „Progressiven“, im Laufe der Jahre „konservativ“ aussehen. Das ist ein Prinzip, welches sich durch die Menschheitsgeschichte zieht. Es ist aber meist gar nicht so, dass der Handelnde sich weit von seinen Positionen entfernte, sondern: als er begann, galt es noch viel zu tun. Als sich die Zeiten änderten, musste er zunächst nichts mehr zur Sache sagen weil es zunächst „gut“ war. Erst als die Sache kippte, sah er (oder auch eine sie), sich gezwungen, AUCH Gegenargumente anzuführen. Und siehe: manche klangen so, wie die derjenigen, die einst, bevor die Änderung kam, die Zeiten aufzuhalten versuchten. Doch klar war aber, dass es dahin auch kein Zurück geben konnte, doch die Argumente, mit denen nun das Schlimme des Pendelausschlages in die andere Richtung verhindert werden sollten, deckten sich nun mal partiell mit denen, die früher galten, aber nur, weil auch sie einen Teil Bewahrenswertes beinhalteten. Der Turm muss sich nicht um Ebbe und Flut kümmern – er steht immer am selben Ort und scheint nur mal weniger, mal mehr von der tobenden See entfernt.

    Der Campo liest sich in der Tat wie ein „Who is Who“ und ich müsste zu den Personen, die in der Printausgabenliste stehen, auch jene einmal nennen, die später noch dazukamen, wobei ja von denen nicht alles explizit für den CAMPO war. Ansonsten führt man Gespräche oder veröffentlicht Texte, weil diese interessant sind, nicht aber, weil die eigene Meinung mit den Personen und Ihren Äußerungen deckungsgleich ist – im Gegenteil manchmal. Das ist natürlich anders bei Leuten wie Biermann, Kreisler, Rutschky etc. – aber der von dir erwähnte Wecker hat z.B. wenig mit meinem Weltbild zu tun, wenngleich ich „Willy“ vor 30 Jahren gern hörte. Aber höre doch bitte einmal den „alten Wader“ und seinen Song „Strenge Gesellen“! So geht es mir auch oft. Je nach dem wo man ist, gilt man als „böse“ – obwohl viele Dinge schlicht in die Person hinein interpretiert werden und von anderen wieder als „gut“ bewertet wird. Reinhard Mey hat ja in seinem Lied „Mein achtel Lorbeerblatt“ ähnlich „argumentiert“. Den Leuten kann man es nie recht machen („Dem einen ist meine Nase zu weit links im Gesicht, zu weit rechts erscheint sie dem anderen und passt gefällt ihm nicht, und schon bemerkt der Dritte, sie sitzt zu sehr in der Mitte und ich sollt was ändern daran“). Natürlich geht es dabei nicht um die Nase…

    Das Gedicht von Friedrich Nietzsche ist natürlich gut. Es trifft jeden Denker. Dass Nietzsche noch immer verkannt, nicht verstanden, gehasst wird, zeigt, wie wenige Denker wir haben. Und Empfinder – das ist etwas anderes als die kalkulierten Betroffenheitsvortäuscher – ebenfalls nicht.

    Bist du nicht auf der Suche nach dem Sinn des Lebens? Bist du angekommen? Warum soll eine Eva Herman, eine Tanja Krienen, nicht suchen? Wobei dies jeweils von festen Sockeln stattfindet? Aber ein Teil muss suchen, muss Neues wollen, muss dazu lernen. Wer von sich sagt, er sei angekommen, ist selbstgerecht oder dumm. Dumm, weil es doch so viele Dinge gibt, die noch zu prüfen sind. Nun, vielleicht auch satt. „Und ich bin einer der nicht genug gehabt hat, ich hab immer noch Angst, ich werd nicht satt“, sang Franz Josef Degenhardt in seiner „Freud´schen Fabel vom Hunger und Streit“ und rief im Schlusssatz „Man kommt zu diesem bekannte Ergebnis auch nach Dr. Freud“. Ja, so kamen wir zu guten Ergebnissen. Heute, ich sagte das schon oft, würde Freud bei kommenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nicht mal zum Bahnhof gebracht, sondern…selektiert, liquidiert, ausradiert…so wie es die Gender-Ideologen längst machten, weil sie das Gegenteil von uns tun: Sie wollen nichts, als so zu sein, wie sie sind – wir aber wollten wissen, warum wir so sind, und was zu ändern ist.

    Ich glaube nicht, dass du die Einsichten einer Eva Herman hast (du sagst ja auch, dass nicht wüsstest, was sie will). Aber wenn wir das „alle kennen“, dann heißt das zunächst nur, dass du dich widersprichst. Eva Herman mag auch Ihre Widersprüche haben, klar, ich auch. Wenn ich mir widerspreche, warum widersprechen sie mir?, meinte sinngemäß Egon Friedell. Der Denker nennt dies Dialektik. Manchmal lösen sich Widersprüche und Antithesen zur Synthese aus, resp. heben sich auf diese neue Ebene der Erkenntnis. Die Moderne und Postmoderne erbrachten uns die Auflösung dieses Denkens. Mal ist es gut so, oft schlecht. „Gut“ und „Böse“ können nicht immer aufgelöst werden – ja manchmal existieren sie gar nicht. Das sagt uns Nietzsche, der Vater dieses Denkens, dass sich 25 Jahre nach seinem geistigen Tode in der Kunst zeigte. Eibl-Eibesfeldt setzt mit seiner Kritik daran aktuell an einem der Nebenwidersprüche, nämlich der Ästhetik an. Er mag Picasso ebenso wenig wie ich. Aber ich mag ohnehin wenig die Malerei, die so heißt, weil es eine „lerei“ ist. Sie ist nie über einen quasi wenig wertschätzenden Begriff heraus gekommen. Denkerei, Schreiberei, Philosophiererei usw - alles Begriffe, die nicht ernst nehmen, mit denen man aber gewöhnlich den Intellektuellen, den Literaten oder den Philosophen nicht beschreibt, es sei – abwertend. Für die Malerei gibt es keinen ersten ernsten Begriff, das zeigt, dass sie eine untergeordnete Tätigkeit ist. Selbst jenes von Eibl-Eibesfeldt im Spiegel erwähnte „Guernica-Bild“ von Picasso ist völlig banal. „Wackelnde Lampe mit Pferdegebrüll“ würde besser passen. Es gibt nicht einen Bezug zum Spanischen Bürgerkrieg. Wahrscheinlich wurde es auch gar nicht dafür gemalt, sondern nur zufällig dazu erhoben („Genosse Picasso, hast du etwas für uns, das gegen die Faschisten propagandistisch helfen könnte?“ „Hicks, trink einen Schluss äh Schluck Wein Genießer. Was issen wieder los?“ „Franco lässt bombadieren.“ „Na und, bombadieren wir zurück hehe! Hicks, hier! Hab ich grad gemalt! Äh, hatte grad Suggestionen oder wie hicks die Dinger heißen. Nimm es und geh! Aber sag dem Weib draußen, es soll ENDLICH WIEDER REINKOMMEN! Ich habe Hunger! Und Durst! Man bringe mir Wein! Sofort!“) So wenig wie Picassos „Blaue Phase“ irgendeinen tieferen Sinn hatte als den, dass der kleine penetrante Frauenfresser grad wieder mal kein Geld hatte und nur aus einem Grund die blauen Farben kaufte, nämlich weil sie billiger als die anderen waren.

    Du hältst die Debatte um Abtreibung also für eine überflüssige, eine aus den 70er Jahren? Ich finde jedoch, dass sie schleunigst wieder auf die Tagesordnung gehört. An dieser Frage kann man im Grunde die ganze Heuchelei dieser Gesellschaft festmachen, die darüber lamentiert, dass ein knappes halbes Prozent der Weltbevölkerung durch Hunger stirbt. Das ist in etwa jene Größe, die einschließlich der Dunkelziffer in bestialischer und üblen, ja geradezu hinterlistigen Methode, auch in unserem reichen Land durch die gesellschaftlichen Bedingungen (Individualismus) sterben. Hier sogar abgesegnet! Ein geduldete Verbrechen vor unser aller Augen, bei dem der Staat sogar hilft! Unfassbar werden die Menschen im Jahre 3000 sagen, welche Barbaren. Und sie werden Herbert Grönemann auflegen, befreit lachen und sich zurufen: „Kein Wunder! Freunde, kein Wunder! Diese Barbaren!“ Und sie werden die einzigen laufenden Bilder sehen, die nach den großen Kriegen 2030-2040, 2345-2456 und 2702-2895, übrig blieben: Bruce Darnell „spricht“. „Kein Wunder!“, werden sie noch ausrufen und auf einen ausgestopften Affen zeigen: „Wie der wohl gesprochen hat? Leider wissen wir darüber nichts.“

    Eva Herman steht im Gegensatz zu deinen Aussagen für Vieles und sie steht auch dafür ein und zwar äußerst souverän, stichhaltig und kenntnisreich argumentierend, mit geradezu fantastischer Mimik, und mit einer professionellen Art und Weise, die sie zurecht 20 Jahre in der ersten Liga des Medienbetriebs zeigen durfte. Ist es so wichtig, ob sie früher anders lebte – wer hat sich nicht gewandelt? Wer will da den ersten Stein werfen? Und was ist so schlimm, wenn sie als werdende Mutter Ende der 30er feststellt, dass es noch andere, nämlich die eher konservativen Werte des Lebens sind, welche die Gesellschaft letztlich zusammenhalten. Es ist auch hier nur eine Entwicklung zu beobachten, jenen Individualismus zurückzuschrauben, um wieder ein stärkeres Augenmerk auf das Gegenteil zu richten. Es wäre infantil, wollte man unverändert an seinen Jugendidealen festhalten und sie ungeprüft und unverifiziert mit ins Rentenalter übernehmen. Und wo wir jetzt von Keith Richards reden – peinlich ist so einer. Rockstars sind übrigens viel dümmer als Schlagersänger. Aber das nur nebenbei.

    Die „Halbsätze“, von denen du sprichst, waren nun mal keine vom Blatt gelesenen Sprüche. Eva Herman vermag sich – wie jeder sehen kann – im Normalfall eloquent zu äußern. Vielleicht, nein sicher sogar, wurden bewusst diese nicht ganz perfekt vorgetragenen Sätze extra ausgewählt. Egal. Sie hat an mehreren Stelle deutlich gemacht was sie meinte und auch ihre Originalzitate, die ich oben einstellte, zeigen, dass von vornherein die linken Medien eine unliebsame Person wegmobben wollten. Ich weiß, wie das geht.

    Ja, ich weiß wie das geht, und dein Vorwurf, ich hätte mal dies und mal gesagt, trifft nicht. Ich war eine Linke, aber ich habe mich bewusst seit 1982 als „demokratische Sozialistin“ als Gegenentwurf zum dogmatischen Kommunismus verstanden. Das war ein Bekenntnis zur Pluralität – nachzulesen auf meiner privaten Homepage im Austrittsschreiben aus der DKP (1982). Nach dem Hinausmobben meiner Person durch führende PDSler – die damit den größten Parteiskandal der Nachwendegeschichte verbrachen – habe ich mich nur publizistisch betätigt, dabei einmal über die Medien der FDP zu einer erfolgreichen Wahl gratuliert. Erst 2005 betrieb ich den Auslandswahlkampf der CDU in Spanien, doch nachdem Henryk M. Broder drei Wochen vor der Wahl eine Kampagne gegen mich begann, die „DDR-Bürgerrechtlerin“ (in ganz Deutschland gilt das nicht mehr) Lengsfeld mitzog, da hatte ich immer noch Zeit genug, die FDP zu wählen. Wer weiß, dass sich die jetzige Kanzlerin Merkel und der deutsch-jüdische Publizist Broder gegenseitig auf ihren Webseiten verlinkten, ahnt, wie es zu meiner Kaltstellung im Wahlkampf kam.

    Nun, ich lebe nur einmal, und weil das so ist, nütze ich diese Chance und streite. Und argumentiere. Und liebe. Was soll daran falsch sein?

    Beste Grüße, Tanja Krienen

    Kommentar von Tanja Krienen — 13. Oktober 2007 @ 19:58

  24. Originalzitat aus dem aktuellen FOCUS: „ Von einem Tribunal sprach der Publizist Henryk M. Broder (der freilich selbst gern mal das eine oder andere veranstaltet.“)

    Ein Paradoxon ist es nicht, wenn Henryk M. Broder, der jetzt auch einen Koffer am Edersee haben will, mehrfach dieser Tage im Zusammenhang mit dem hier behandelten Thema steht, denn sein Wirken ist – wie so oft – janusköpfig. Er hält Eva Herman letztlich für saublöd, sagt das auch so, verteidigt sie aber partiell, weil er von der Sorte derjenigen Kerners, die der aktuelle FOCUS mit viel Recht als „Inquisitor“ einstuft, ja auch einmal auf den heißen Stuhl gezogen werden könnte (wenngleich dies in seinem Fall zu recht geschähe – und das macht den Unterschied aus). Broder will das Recht auf Beleidigungen als Grundrecht etablieren und schilt deshalb die, die das nicht wollen. Letztere handeln allerdings aus einem instrumentalisierten Antifaschismus heraus (und benutzen dazu sogar ND-Autoren oder Autoren eines „Rotbuchs“ wie jenen Herrn Wippermann - nebenbei Mitglied einer Schlagenden Verbindung), aber auch dies ist ja wenn es um angeblichen Antisemitismus geht, bei den Broders nicht anderes. Letztlich ist es ein Milieu, das auf der derselben Bühne agiert und lediglich um TV-Prozente feilscht.

    Das ist auch im Sinne des SPIEGEL-Kommentars von Thomas Tuma, der gleichzeitig zeigt, wie die Chose läuft. Er berichtet stolz im aktuellen SPIEGEL, dass er die Einleitung eben dieses Kommentars zunächst Henryk M. Broder zusandte, der ihn begutachtete und „Super Einstieg, wie geht´s weiter?“ geschrieben haben soll (wahrscheinlich aber „super einstieg wie geht’s weiter? b.“ schrieb. Schön aber, wie sie korrespondieren und wenn Tomahawk Eva Herman eine „TV-Blinse“ nennt, darf man ahnen, wie sie sich danach rieben. Immerhin: auch Toma schreibt vom Gesamttenor her Richtiges im Falschen. Aber beide sind nur die bekannten „falschen Freunde“ oder auch leidlich freundliche Falsche.

    FOCUS-Autor Klonovsky, der es allerdings besser macht und viel mehr Respekt vor Herman zeigt, schließt mit einem Zitat von Harald Schmidt, der schon 2002 über „Kerners komplett schamlose und pietätsfreie Berichterstattung vom Erfurter Schulmassaker“ (Klonovsky) sagte: Ich verstehe nicht, dass der Intendant des ZDF nicht an sich herunter kotzt, wenn er das sieht.“ Da könnte man nur ergänzen: Warum schießt man in Deutschland nicht öfter, wenn es (s)passt?

    Und was hat Eva Herman nun „Braunes“ gesagt? (Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch einmal darauf verweisen, worin ich z.B. NICHT mit Eva Herman übereinstimme. U.A. bin ich nämlich nicht der Meinung, dass Kinderlose “Nehmer” seien, denn sie zahlen erheblich mehr in die Kassen ein, können auch nichts dazu, wenn Kindern eine unglaubliche Palette unnötiger Notwenigkeiten finanziert werden sollen.)

    eh-101.jpg

    Kommentar von Tanja Krienen — 15. Oktober 2007 @ 16:41

  25. http://www.berzengeschnetz.de/blog/?p=87

    Kopie mit Bitte um Kenntnisnahme an:
    Frau Senta Berger
    Frau Margarethe Schreinemakers
    Herrn Mario Barth
    Herrn Prof. Dr. Wippermann
    und einen weiteren Verteiler
    per E-Mail oder Fax

    Rinteln, den 13. Oktober 2007

    Sehr geehrter Herr Kerner,

    ich kann mir denken, dass Sie vor allem in dieser Sache mit Zuschriften überhäuft werden. Ich hoffe trotzdem, dass mein Brief überhaupt bis zu Ihnen vorgedrungen ist und dass Sie seinen Inhalt in Erwägung ziehen; ich werde mich auf wenige Punkte beschränken und mich also so kurz wie möglich fassen.

    Eine Kopie des Briefes geht u.a. auch an alle anderen PodiumsteilnehmerInnen Ihrer Sendung – mit der von Herzen kommenden Bitte, sich zehn Minuten Zeit zu nehmen und zumindest in Erwägung zu ziehen, was im Folgenden ausgeführt wird.

    Vorab noch ein Satz zu mir: Ich bin journalistischer Kollege, politisch liberal und teile Eva Hermans Thesen zum Thema Familie nur sehr bedingt.

    Ich sehe die Aufzeichnung Ihrer Sendung zum Thema Eva Herman nun zum vierten Mal in kompletter Länge – und mit jedem Mal nimmt mein Entsetzen zu. Das Problem liegt in der totalen Fehlinterpretation des ursprünglichen Zitates; alle weiteren „Missverständnisse“, zu denen es in Ihrer Sendung kam, sind auf diesem Hintergrund vorprogrammiert. Es ist verständlich, was da gelaufen ist; aber es ist falsch gelaufen. Es ist so falsch gelaufen, dass es schon beinahe körperliche Schmerzen bereitet, wenn man es sich in Wiederholung anschaut.

    Ich möchte Ihnen im Folgenden eine unmissverständliche „Schriftdeutsch“-Fassung des „Skandal-Zitates“ anbieten (ohne allzu viel zu verändern); selbstverständlich ist das meine Interpretation – ich halte sie aber für die einzig vernünftige. Desweiteren möchte ich an zwei Beispielen aus Ihrer Sendung weitere „Missverständnisse“ klären.

    1. Das Skandal-Zitat in unmissverständlichem Schriftdeutsch:

    “Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland wieder wertschätzen lernen. Diese Wertschätzung der Mutter ist ja leider zusammen mit der nationalsozialistischen Ideologie von der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft worden. Von den 68ern wurde damals praktisch alles, was wir an Werten hatten, abgeschafft. Die NS-Zeit war eine grausame Zeit; das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es sind eben im Zuge der wichtigen Auseinandersetzung mit dieser Zeit damals von den 68ern auch an sich gute Werte - Werte, die sich auf Kinder, auf Mütter, auf Familien beziehen und die es in Deutschland auch vor Hitler gegeben hat - abgeschafft worden. Es durfte nichts mehr stehen bleiben …”
    (Man könnte noch ergänzen: “, … was in Ideologieverdacht geraten war; und das waren fälschlicherweise alle Werte schon als solche.”)

    Eva Herman wollte sagen, dass durch die 68er-Bewegung als eine Art geistigen Aufräumprozesses alles abgeschafft wurde, was im Nationalsozialismus eine tragende Rolle gespielt hat (ob nun dort entstanden oder von früher übernommen und von Nazis instrumentalisiert) - darunter aber eben nicht nur tatsächlich Bedenkliches, sondern einfach alles in Ideologieverdacht Geratenes - also auch dasjenige, was als solches gut war. Und “als solches” heißt nicht “in seiner nationalsozialistischen Variante”, sondern eben “als solches”.
    Beispiel: Wertschätzung der Mutter. Die gab’s vorher schon, die gab’s weiterhin in der NS-Zeit - wo diese Wertschätzung zu hinlänglich bekannten Kanonenfutterzwecken instrumentalisiert wurde. Und die 68er haben sich nun nicht damit begnügt, die Instrumentalisierung dieses Wertes durch die Nazi-Ideologie zu geißeln, sondern sie haben - das jedenfalls ist Hermans Ansicht - gleich den ganzen Wert in abwertende Frage gestellt und negiert.

    Die beiden „damals“ des Ursprungszitates (Hervorhebung von mir) beziehen sich nicht auf das Dritte Reich, sondern auf die 68er-Zeit:

    “Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben …”

    Denn “mit den 68ern” kann ganz unmöglich zwischen 1933 und 1945 etwas abgeschafft worden sein.
    Herman will auch nicht sagen, dass Nationalsozialismus UND 68er die Werte abgeschafft haben. Sie will sagen, dass die 68er die Familienwerte fälschlicherweise abgeschafft haben, weil sie als Werte (und nicht nur als die Instrumentalisierung von Werten) in NS-Ideologieverdacht geraten waren.

    2. Werte, Instrumentalisierung von Werten und Bedauern der Instrumentalisierung im Dritten Reich / Auszug aus Ihrer Sendung:

    Frau Herman hat zu dieser Frage in Ihrer Sendung drei Mal unmissverständlich Stellung genommen; es ist nicht ein einziges Mal wirklich verstanden worden – und das lag nicht an ihr! Hier der entsprechende Transkript-Auszug mit meiner Kommentierung in Klammern:

    ### Werte und Instrumentalisierung/Bedauern der Instrumentalisierung, Teil 1:

    Herman: Also vielen Dank erst Mal für den Geschichtsunterricht, aber das sind keine Neuigkeiten, die Sie gerade von sich gegeben haben. Und wenn Sie hierher kommen und Sie mit mir darüber sprechen wollen, dann setze ich voraus, dass Sie vielleicht auch meine Bücher gelesen haben und dann wissen Sie auch, dass beispielsweise in dem Buch „Das Eva-Prinzip“ ich mich mit einem langem Unterkapitel genau um diese Zeit kümmere und damit intensiv auseinandersetze und über die verheerenden Zustände in dieser Zeit berichte und über die ausbeuterischen Zustände der Mutter und ich distanziere mich hier noch einmal sehr energisch. Ich möchte einmal dazu sagen, abgesehen davon, dass ich das völlig an den Haaren herbeigezogen und unsachlich finde, weil mir hier wieder etwas unterstellt wird, wovon ich mich die ganze Zeit distanziert habe …
    (Es geht nicht deutlicher! Es geht höchstens kürzer.)

    ### Werte und Instrumentalisierung/Bedauern der Instrumentalisierung, Teil 2:

    Kerner: Noch einmal zurück zu den Werten, die angesprochen worden sind. Du selbst sagst, die Nazis haben diese Werte pervertiert.
    (Sie, Herr Kerner, haben doch zumindest diesen Punkt also bereits verstanden!)

    Herman: Ja.
    (JAAAA!)

    Kerner: In jeder Form nichts anderes hat der Historiker auch gesagt.
    (JAAA! GENAU! So weit, so gut. Und was jetzt folgt, zeigt, dass Eva Herman eben gar nichts hilft)

    Warum sagst du nicht, dass es ein Fehler war, überhaupt diesen NS-Vergleich in einer welchen, in welcher Form auch immer, in einer solchen Pressekonferenz, in der es darum geht ein Buch vorzustellen, zu erwähnen.
    (Sie hat keinen NS-Vergleich angestellt! Vgl. Schriftdeutsch-Zitat!)

    Herman: Ich habe es gerade gesagt, wir haben über die Ursachen gesprochen, die Frage ist gestellt worden, warum haben wir Probleme mit den Werten, warum zerfällt unsere Gesellschaft? Warum haben wir viele Scheidungen? Warum haben wir kaum noch Familien, die zusammen finden und bestehen bleiben können?

    Kerner: Und warum muss man Vergleiche, mit den NS-Zeiten Vergleiche machen?
    (Sie will Ihnen gerade erklären, warum sie zwar keinen Vergleich angestellt, die NS-Zeit aber trotzdem erwähnt hat!)

    Herman: Gerade nochmal, wenn man die Ursachen sucht, findet man sie doch hier. Hier sind die Dinge, genau diese Dinge missbraucht worden, und danach dadurch für unbrauchbar erklärt worden.
    (Das ist kurz, prägnant, unzweifelhaft, unmissverständlich und es ist exakt das, was sie schon die ganze Zeit meint: Die Werte, um die es ihr zu tun ist, wurden von den Nazis missbraucht und aus diesem Grund „damals“ von den 68ern abgeschafft, weil sie unter Ideologieverdacht geraten waren!
    Daran ist m.E. überhaupt nichts auszusetzen. Sie geht auf Ihre Frage ein und erklärt Ihnen, aus welchem Grund sie bei ihrer Darlegung die NS-Zeit erwähnt hat. Und spätestens hier, an dieser Stelle, fehlt mir jetzt einer, der sagt: Ach so! Ach so, ach so, ach so! ­ Stattdessen kommt Herr Prof. Wippermann, der offenbar gar nicht zugehört hat, und klatscht den ganzen gerade aufgeräumten Unsinn wieder auf den Tisch, woraufhin sich das bereits schwer strapazierte Gogomobil erneut in Bewegung setzt. Das ist absolute Ignoranz; und gegen die ist kein Kraut gewachsen.)

    ### Werte und Instrumentalisierung/Bedauern der Instrumentalisierung, Teil 3:

    Wippermann: Sie haben es gesagt und auch in diesen Sachen.
    (Nein! Sie hat das, was Prof. Wippermann behauptet, eben nie und nirgends gesagt!)

    Sie haben die Werte gelobt. Werte wie Familie und Kinder und das Muttersein,
    (Soweit korrekt)

    die auch im 3. Reich gefördert wurden.
    (NEIN! Das ist totale Fehlinterpretation Wippermanns!)

    Das ist ihr Zitat und das ist falsch. Das muss man einfach sagen. Das ist falsch. Ich wollte Ihnen eine Brücke bauen, zu sagen: „Ich wollte ja nur das konservative Ideal verteidigen.“ Und sie wollten sich distanzieren von diesem rassistischen Frauenideal und von der Frauenpolitik.

    Herman: Das tu ich doch die ganze Zeit. Ich meine, ich habe… [wird unterbrochen]
    (Tja. Und sie tut es tatsächlich die ganze Zeit; sie hat nie etwas anderes getan).

    3. Die Gleichschaltung und das Autobahn-Argument – Reflex statt Kontext / Auszug aus Ihrer Sendung:

    Eva Herman benutzt das „Autobahn-Argument“ ganz zweifelsfrei nicht in der bekannten Relativierungs-Variante „damals war nicht alles schlecht“! Sie verwendet es, um die – tatsächliche! – Absurdität von Prof. Wippermanns Unterstellung des Gebrauchs von Nazi-Begriffen darzulegen. Ein bisschen Kontext-Erkennen darf – nein: muss! - sein. Ich erwarte das nicht nur von einem Historiker, sondern auch von Ihnen und den anderen Gästen auf dem Podium.

    Sie und Professor Wippermann hatten sich an Hermans Verwendung des Begriffes „Gleichschaltung“ gestört. Professor Wippermann führte aus, inwiefern es sich dabei um einen Nazi-Begriff handelt. Leider hat er das Wesentliche nicht gesagt. Als Nazi-Begriff hat der Begriff „Gleichschaltung“ eine positive Konnotation. Bei der Nazi-Verwendung des Begriffes handelte sich um eine Forderung, die sich sogar in zwei Gesetzen niederschlug (vorläufiges und zweites „Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“). Heute wird der Begriff deskriptiv und mit einer negativen Konnotation verwendet. Ich habe selbst schon hin und wieder über die „Gleichschaltung der Medien“ geschrieben, hingegen noch nie zur Gleichschaltung der Medien aufgerufen! Und selbstverständlich hat Frau Herman vollkommen Recht: Der Begriff wird ständig verwendet – auch von ganz demokratischen Journalisten sämtlicher seriöser deutscher Medien. (”Heutzutage ist der Begriff in die Alltagssprache diffundiert und wird vielfach als Bezeichnung für die uniforme Berichterstattung der Medien sowie die Konformität und Angepasstheit von Individuen im vorauseilenden Gehorsam verwendet” ist dazu vollkommen korrekterweise bei Wikipedia zu lesen).

    Gegen die also falsche und überzogene Beschuldigung durch Herrn Prof. Wippermann wendet sich nun Eva Herman mit einem sicher ungeschickten, aber – und das ist das Wesentliche – in diesem Kontext überhaupt nicht anstößigen Beispiel. Sie sagt nämlich, dass der Begriff „Gleichschaltung“ natürlich in der NS-Zeit benutzt worden sei,
    (Zitat Herman:) „Aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden und wir fahren heute drauf.“

    Die nun folgende Reaktion von Professor Wippermann, von Ihnen, vom Podium und im Zuschauerraum ist – entschuldigen Sie, wenn ich’s so deutlich sage – reine Hysterie. Sie unterstellen alle plötzlich einen Kontext, in dem Herman das Autobahn-Argument bringt, der überhaupt nicht vorliegt. Sie verstehen es als die Verteidigung von Nazi-Werten und eine Relativierung in Richtung “damals war nicht alles schlecht”. Aber wie kommen Sie darauf? Darum ging’s doch gar nicht.

    Eva Herman meint – und zwar zu Recht! –, dass sie den Begriff „Gleichschaltung“ nicht unzulässigerweise verwendet hat, denn ansonsten wäre es eben heute auch nicht zulässig, Autobahnen zu benutzen. Ist es aber. Beides. Das Wesentliche an den “Straßen des Führers” als NS-Besonderheit ist ja nicht, dass es sich um Autobahnen handelt, sondern, dass sie den deutschen Expansionsbestrebungen und Kriegszwecken dienen sollten und dass bei ihrem Bau Zwangsarbeiter eingesetzt worden sind. Das Wesentliche an der Nazi-Variante des Begriffs “Gleichschaltung” ist nicht der Begriff, sondern seine spezielle Verwendung. Wenn es der Begriff selbst und seine reine Benutzung wäre, könnten wir überhaupt nicht mehr “zulässig” sprechen. Das ist es, was Herman meinte. Und sie hat — Recht.

    Es tut mir leid, dass der Brief so lang geworden ist. Aber anders als bis zu einem gewissen Grad „akribisch“ kann man in dem Wust von Missverständnissen und daraus – verständlicher-, aber fälschlicherweise - resultierenden Vorurteilen wohl nicht darlegen, dass Eva Herman hier tatsächlich zu Unrecht etwas unterstellt wird, das sie weder gesagt, noch gemeint hat - und zwar nicht nur auf der berühmten Pressekonferenz, sondern dann auch noch weiter in Ihrer Sendung.

    Sehr geehrter Herr Kerner,
    ich möchte mit einer Bitte unter Kollegen schließen und an dieser Stelle auch die anderen PodiumsteilnehmerInnen direkt ansprechen:

    Sehr geehrte Frau Berger,
    sehr geehrte Frau Schreinemakers,
    sehr geehrter Herr Barth,
    sehr geehrter Herr Professor Wippermann,

    sollten Sie nach Prüfung meiner dargelegten Thesen zu dem Ergebnis kommen, dass Eva Herman tatsächlich Unrecht getan worden ist und wird: bitte haben Sie den Mut zur Erkenntnis des eigenen Irrtums und ein entsprechendes Verantwortungsgefühl und stellen Sie die Sache klar.

    Es geht für meinen Geschmack einfach zu weit, was hier auf dem schwankenden Grund der Missverständlichkeit eines Zitates – das mit etwas gutem Willen und kontextuellem Verständnis gelesen jeden falschen Verdacht ausschließt – im öffentlichen Raum mit einer Kollegin veranstaltet wird, die sich vielleicht nicht immer geschickt, aber mit vollem Recht gegen falsche Unterstellungen verteidigt.

    Mit sehr herzlichen Grüßen,

    Ihr Felix Hau

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 17. Oktober 2007 @ 17:42

  26. Wikipedia schreibt über das “Müttergenesungswerk”:

    “Die Maßnahmen des Müttergenesungswerkes basieren auf einem ganzheitlichen und frauenspezifischen Ansatz. Dabei liegt der Fokus weniger auf einzelnen Symptomen und Leiden als vielmehr auf den Symptomkonstellationen und deren vielschichtigen Ursachen. Körperliche, psychische und soziale Aspekte von Krankheiten und Beschwerden werden integriert behandelt, die gesamte Lebenssituation der Frau ist Ausgangspunkt aller medizinischen und therapeutischen Maßnahmen. Die Frauen sollen durch die Therapien in die Lage versetzt werden, Zusammenhänge zwischen ihren belastenden Lebensumständen und ihren Erkrankungen zu erkennen. Ziel ist es, sie bei der Entwicklung eines positiven Gesundheitsbewusstseins und adäquater Bewältigungsmechanismen zu unterstützen.

    Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten in den Einrichtungen des Müttergenesungswerkes interdisziplinäre Teams eng zusammen: ÄrztInnen, PsychologInnen, PhysiotherapeutInnen, SozialpädagogInnen und DiätassistentInnen unterstützen die Frauen bei der Bewältigung ihrer Krankheiten und Lebenssituationen.

    Die medizinische Vorsorge und Rehabilitation richtet sich sowohl an Mütter alleine als auch an Mütter gemeinsam mit ihren Kindern. In Müttermaßnahmen haben Frauen die Chance, sich fernab vom „Arbeitsplatz Familie“ einmal nur auf sich und ihre Bedürfnisse zu konzentrieren, nur für sich alleine verantwortlich zu sein. In Mutter-Kind-Maßnahmen werden zusätzlich die Erkrankungen der Kinder vorbeugend oder rehabilitativ behandelt, was angesichts zunehmender Erkrankungen von Kindern immer wichtiger wird. Gründe für Mutter-Kind-Maßnahmen liegen aber auch dann vor, wenn eine Trennung von Mutter und Kind nicht zumutbar ist oder es keine andere Unterbringungsmöglichkeit für das Kind gibt. Die Kinder werden bedarfsgerecht medizinisch versorgt und pädagogisch betreut. Die zusätzlichen Mutter-Kind-Interaktionsangebote haben einen hohen Stellenwert für die gesunde Entwicklung des Kindes und das Wohlbefinden der Mutter. Gleichzeitig eröffnen sie die Möglichkeit die Mutter-Kind-Beziehung neu zu erleben.”

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    Kommentar von Echo — 22. Oktober 2007 @ 17:32

  27. Kindestötung kein Haftgrund (nur logisch, schließlich wurden ja auch offiziell 6 Millionen seit 68 offiziell hingerichtet):

    SPON,dpa: Die Frau hatte alles gestanden, der Fall schien klar. Und dennoch hat das Amtsgericht Gotha heute überraschend den Haftbefehl gegen die Mutter abgelehnt. Die Erfurter Staatsanwaltschaft kann es nicht fassen: “Wir kennen dafür keine Begründung und sind extrem überrascht”, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hannes Grünseisen.

    Todes-Container: In diesem Behälter wurde die Neugeborene abgelegt und erstickte
    Die Frau hatte gestanden, ihre Tochter vor einer Woche heimlich zur Welt gebracht und aus Geldnot getötet zu haben. Die Polizei hatte die Leiche gestern in einer Mülltonne in Neudietendorf - einem Ort in West-Thüringen zwischen Erfurt und Gotha - entdeckt. Die Frau soll ihre Schwangerschaft verheimlicht haben. “Ich kann mir kein Kind leisten. Ich muss doch arbeiten gehen und Miete zahlen” - so wird sie von dem Behördensprecher zitiert. Laut Obduktion war das Kind lebend geboren und dann erstickt.

    Kommentar von Campo-News — 28. Oktober 2007 @ 11:45

  28. die neue eigentümlich frei

    Arne Hoffmann: Der Fall Eva Herman. Hexenjagd in den Medien

    192 S., EUR 18,90. ISBN: 9783939562054

    Kommentar von tipp — 31. Oktober 2007 @ 19:42

  29. Hallo Tanja,

    wegen eines technischen Problems hatte ich eine Weile keinen Internetzugang. Nun, ich konnte es selber lösen. Deine Antwort auf meinen Beitrag konnte ich erst kürzlich lesen.
    Vorab, zur allgemeinen Klarstellung:
    Ich lebe, wohne und arbeit seit einigen Jahren in Dresden und habe hier auch mein privates, weil familiäres Glück gefunden. Ich kenne aber natürlich auch Rintln ( an der Weser ) sehr , sehr gut. Zum einen, weil ich selbst gebürtiger Schaumburger - einst Schaumburg-Lipper - bin, zum anderen leben meine Eltern und eine Schwester noch dort.
    Ja, ja, Rinteln ( amtl. Kennz. damals: RI = im Jargon von einst: Rindvieh oder STH= Sturer Hund ) jetzt SHG - zwangsweise, weil gebietsreformiert - den Stadthägern zugeschlagen, war einst ein Tummelplatz in meiner Sturm - und Drangzeit. Eine Disko in Rinteln hieß ” Progressiv ” und eine andere lag in Steinbergen an einer Zufahrtstraße nach Rinteln. Es ist sehr, sehr lange her, deshalb ist mir so einiges aus der damaligen Zeit nicht mehr geläufig. Ich kann mich jedoch nur daran erinnern, dass aus Rinteln eine Revoluzzer kamen, die in den goldenen Endsechzigern ihr lokales Unwesen trieben und Flugblätter für “linke ” Parteien verteilten. Ansonsten herrschte in dieser, unserer Provinz eher das Leitmotiv aus einer Begebenheit zu Zeiten der März-Revolution in Deutschland vor, als der Fürst zu Schaumburg-Lippe ( Euer Durchlaucht ) den Pöbel vor seiner Residenz in Bückeburg auf deren Forderung : ” We wut use Revolution häbben!”, mit: ” Schut joh häbben, schut joh häbben !”, abkanzelte.
    So ist er, de Schaumbörger: Bäuerlich, bürgerlich, bieder. Selbst meine einstigen genossen von der SPD mussten es über viele Jahrzehnte erfahren. Nichts dreht sich so schnell mit dem Wind, wie der Gockel auf dem Dachfirst eines Schaumburger Bauernhauses.
    Inzwischen ist in meiner (unserer)Heimat vieles die viel zitierte Weser abwärts geflossen: Die Gemeinschaft, die traditionelle Familie, alte Erinnerungen und die Mär von der heilen Welt in der Provinz. Letztere vorallem deshalb, weil die gesellschaftliche Armut den mateiellen Reichtum längst überholt hat - oder umgekehrt. Auch in Bückeburg gibt es eine Suppenküche. In Rinteln wohl auch! So verbleiben mir doch wohl nur die schönen Jahre mit den Notizen aus der Provinz. Einst hat sich die Jugend aufgerafft, die alten Zöpfe abzuschneiden. Heute trägt sie leiber gleich Glatze. Einst war das Tattoo das Sinnbild für beklebte Poesie - und Rockalben, heute verunstaltet sich die Jugend mit Lasertechnik ein Leben lang. Piercin, farbige Frisuren und Turbo-Bräune, Markenklamotten und die Jagd sowie die Gier nach dem schnöden Mammon, sind alles Zeiterscheinungen und haben dazu geführt, dass die Gesellschaft sich so zeigt, wie Du sie hier kritisiert.

    Wozu benötige ich dabei die Ergüsse einer E.H? Kannst Du es mir verraten? Was gibt sie von sich, was ich nicht längst schon weiß?

    Das hier und heute Kindstötungen angeprangert werden, das halte ich für opportun. Einen bereit lebenden Menschen zu töten ist nicht nur strafbar, es ist auch moralisch im höchsten Maße verwerflich. Mörder, aus welchem Motiv heraus sie auch immer gemordet haben, sind in meiner Werteskala ganz weit unten. Nur, was hat Abtreibung mit Mord zu tun? Das ist klerikales Gefasel. Das sind Plattitüden, die der Klerus einst zur Rechtfertigung der eigenen Fehlbarkeit mißbrauchte und es heute wieder tut. Geschwafel um die eigene Macht zu zementieren. Wenn eine vergewaltigte Frau ein Kind nicht austragen will, dann hat sie nach dem oft zitierten § 118 StGB das Recht zur Abtreibung. Basta!
    Wenn allerdings eine Frau ihr Kind tötet, weil sie es nicht versorgen, beteuen und mit ihm das weitere Leben gestalten will, dann hat sie ( aber auch der Erzeuger ) die verdammte Pflicht, es in eine Pflege - oder Adoptionsfamilie zu geben; dann ist hier ein töten des Kindes nichts anderes als Mord nach § 211 StGB. Das sind klare, juristische Grenzen. Was phrasiert ihr hier von Kindstötungen im Mutterleib? Im Balkan-Krieg sind Hunderttausende von Frauen vergewaltigt worden ( ich habe selbst einige anwaltlich vertreten), wenn hiervon Frauen die Abtreibung durchgeführt haben, war es wohl nach euerer Argumentation auch Mord?

    Nun zurück zu E.H. Ich habe die Kerner-Sendung damals zusammen mit meiner Frau gesehen. Was soll bei dem Verhalten von Kerner Meinungsdiktatur, was Zensur und was nicht mit unserem GG vereinbar gewesen sein? Nichts! Kerner hat Gäste eingeladen und mit ihnen geplaudert. Hierzu gehörte auch E.H, die er sogar persönlich sehr gut kennt. Sie durfte ihren Standpunkt des gesellschaftlichen Realzustanden darlegen, durfte aus ihrem Buch zitieren und konnte sich lang und breit zu den öffentlichen Kritiken äußern. Wenn sie die übrigen Anwesenden nicht von der Richtigkeit ihrer Behauptungen überzeugen konnte, sich mit naiven Beispielen immer weiter in Widersprüche verstrickt, so dass sie die anderen Gäste zum Verlassen der Sendung zwingt, muss Kerner als Gastgeber handeln. Sie war Gast und wurde wieder ausgeladen. Natürlich haben die Medien aus ihren Traktaten und dem Drumherum einen Popanz aufgebaut, denn auch sie wollen und müssen die Ware Information gewinnbringend anbieten. das solche Schmierenpostillen, wie die ” BILD “, daraus nun ihr eigenes Süppchen kocht, ist doch nicht erst seit Kerner bekannt. Wer mit dem Feuer spielt.., gelle!

    Zum Schluss noch die Anmerkung, dass es gerade die reaktionären und faschistoiden Kräft in diesem Land sind, die ihr Pamphlet begierig für sich vereinnahmen und es lobhudeln. Von den Neo-Faschisten will sie sich distanzieren - sie wird mit ihren Werken aber gerade dort hoffiert. Von der Kirche wird sie bejubelt, ist E.H. überhaupt noch Mitglied?
    Sie hätte besser daran getan, bei J.B.K. nicht aufzutreten. Aber: Was macht frau heut zu Tage nicht alles für Geld?

    Schönen Abend noch aus DD und einen Gruß von der Elbe an die Weser!

    Jürgen

    Kommentar von Jürgen Wieloch — 5. Dezember 2007 @ 15:13

  30. Hallo Jürgen!

    Wer die Sendung gesehen hat, weiß genau, dass dort ein Tribunal stattfand, bei dem Zitate wie seit der SED-Diktatur auf deutschen Boden nicht gesehen, verdreht wurden. Eva Herman in diese Ecke stellen, hieße, aus Frau - die größte aller Laien - eine sozialistische Einheitspädagogin zu machen (obwohl dieser Vorwurf eher träfe, weil, davon ist auszugehen, die Reaktionäre dieses Landes immer schon neidisch nach in die SU schielten, wo die Kindergartenkleinkinder in Einheitskeidung gesteckt, einen lieblicheren Eindruck machten, als der Bauernachwuchs auf jeder Alm).

    Was Eva Herman dort geschah, ist das, was die “Antifa” (die keine ist, sondern ein bildungsferner Haufen mit der Moral einer eben jene Farbe habende Senfsoße) seit langer Zeit will, nämlich aus lediglich “ganz normalen Konservativen” drechseln. Dass ein Gast während der Sendung herausgeschmissen wird, obwohl er nicht mit einer einzigen Silbe unsachlich, beleidigend oder unfair wurde, setzt neue Maßstäbe und ist als ein Einschnitt zu betrachten.

    Dass die Zuschauer und zum Teil sogar die Medien, nach der Sendung protestierten, zeigt, dass hier eine Grenze deutlich überschritten wurde. Sogar diejenigen, die unverdächlich sind EH wohlmeinend zu unterstützen, waren schockiert. Wenn eine Frau, die den Kernbereich einer lediglich konservativen Sicht, so abgestraft wird, ist ein Menetekel für Kommendes. Ich berichte seit Jahren davon, wie man es mit Menschen aus der 3. Liga - also mit mir z.B. - handhabt und meine, dass man diese Gesellschaft schon lange nicht mehr als pluralistische bezeichnen kann.

    Gruß, TK

    Kommentar von Tanja Krienen — 6. Dezember 2007 @ 08:32

  31. Hi Tanja,

    eigentlich wollte ich mich zu E.H. nicht mehr äußern, denn für mich war das gesamte Auftreten bei JBK ein einziger medialer Popanz. JBK kennt E.H. seit vielen Jahren. Das vertraute “Du ” sagt uns doch schon alles darüber, auf welcher Ebene dort diskutiert wurde. Sie - E.H. - hatte nur das Pech/Glück zun Falschen/richtigen Zeitpunkt am falschen/richtigen Ort zu sein. Was ihr allerings gelungen ist, dürfte sich im Bereich einer Gratis-Werbesendung für ihre Traktate - insbesondere ihr letztes Werk - abgespielt haben. Nichtumsonst war dieses Buch eine Woche später in der SPIEGEL-Bestseller-Liste wieder zu finden. Ähnlich, wie es Hahne - bekanntermaßen auch ein Medienfürst - mit seinem klerikalen Erguß ” Schluß mit lustig ” ( jetzt wird gekärchert ! )vorexerziert hat, dass frisch aufgewärmte Plattitüden über den Realzustand dieser Gesellschaft, gespickt mit Vorurteilen und einseitigen Schuldzuweisungen, sich immer noch besser verkaufen lassen, als der Katechismus oder das Evangelische Gesangsbuch, versucht sich E.H. einem verbalen Rundumschlag, von ihrer ( Vater losen ) Vergangenheit zu befreien. Ach ja, die Opa-Generation der 68er haben es zu verantworten, dass auf den Straßen, in den Schulen und in den Familien der BRD permanetr Kriegszustand herrscht. Jeder gegen Jeden und Gott mit uns Allen? Oder wie? Seit vielen Jahren registriere ich eine zunehmende Tendenz, sich wieder bereitwillig dem Klerus vor die Kutt und/oder den talar zu werfen. Davon hatte ich mich eigentlich - sehr erfolgreich - schon längst befreit. Wenn der Glaube - egal durch welche Reliogionsgemeinschaft repräsentiert - uns bei der Bewältigung der existenziellen Probleme helfen soll, dann bleibe ich lieber ungläubig. Einst mussten wir im Konfirmantenunterricht ruckartig aufstehen, wenn der Pfaffe den Raum betrat, uns an den Ohren, haaren oder der Nase ziehen lassen, wenn das Drill mässige herunter leiern von Strophen nicht klappte oder einer das 99 Gebot nicht kannte. Du erinnerst Dich? Diese Alt-Faschisten in Ämtrn, Behörden, Institutionen und in der Adenauer/Kiesinger-Ära-Partei haben es bewirkt, dass viele aus meinem Jahrgang zu Duckmäusern und Erfüllungsgehilfen erzogen wurden. Jawohl Herr Lehrer, sehr gern Herr Doktor, guten Tag Herr Bürgermeister, gute Nacht Deutschland. Was will also E.H? Möchte sie die Uhr um 50 jahre zurück drehen, um mit ihrem Leben noch einmal zu beginnen? Will sie das Rad der Geschichte um 100 oder sogar 150 Jahre zurück drehen, damit das nicht passieren kann, was vor den Augen unserer Großeltern und Eltern eben passiert ist. Die Bismark´sche zeit war schlimm, die Zeiten vor und nach dem I. WK waren schlimm, das Tausendjährige Reich des Schwachmaten aus Östrreich haben aber dieses, alles noch getopt. Wir sind verpflichtet, hieran zu erinnern. Wir sind bereechtigt, als ” von der Gnade der späten Geburt ” profitierende Generation, unsere noch lebenden Eltern an und auf ihre Fehler, auf ihre Leichtgläubigkeit und ihren fehlenden Mut zum Widerstand hinzuweisen. Und zwar ständig! Inzwischen ist es jedoch wohl wieder in Mode gekommen, diese Zeit und das Mörder- Regime in Deutschland zu negieren, zu relativieren und zu ignorieren. Was mir einst in der Volksschule - auf dem Verordnungswege - widerrechtlich vorenthalten wurde, nämlich der Anspruch, ein vollständiges Geschichtsbild vermittelt zu bekommen, darf nicht in den Folgegenerationen fort geführt werden. Was E.H. macht ist für mich Geschichtsklitterung. Sie verbreitet Halbwahrheiten - die besten Lügen - in ihren Büchern.

    Die Zeit des Faschismus in Deutschland hat nichts, aber auch rein gar nichts Gutes mit sich gebracht. Das Familienbild, was Herman hier heroisiert, es fusste auf der staatlichen Doktrie, dass die Familie die Keimzelle allen Völkischen sei. Dieses Volk ein auserwähltes sei und jeder arische Mensch ein anderen Menschen überlegener wird. Ein Propaganda-Lüge von Goebbels etc. Viele haben daran geblaubt und wurden zu Mördern, Mittätern und Anstifter, zu Gehilfen und Helfershelfern. Die Familien waren nur deshalb gefördert, weil der schreihals Soldaten benötigte, weil er Arbeistvieh brauchte und Kanonenfutter heran zog, um seine hirnrisigen und perversen Gedanken, die er bereits in seinem Buch ” Mein Kampf ” ausformuliert hatte, umzusetzen. Familie im III. Reich war eine Keimzelle, die dazu mißbraucht wurde, um den gelebtn Wahnsinn eines Wahnsinnigen zu stützen. Was war darn gut? das der Vater als Soldat an die front musste und - mit sehr, sehr viel Glück - als Krüppel oder gebrochener Kriegsgefangener nach bis zu 15 jahren zurück kehrte. Hier nicht mehr mit dem Leben klar kam und scheiterte?

    Nun behauptet E.H. zwar nicht, dass das Familienbild im Nationalsozialismus für die heutige Zeit erstrbenswert sei, nein, sie relativiert. Nicht alles, was damals war, war schlecht - oder so ähnlich. Ach ja? Was soll denn gut und was schlecht gewesen sein? Dass die Mutter, eben Mutter war, der Vater, seine Vaterrolle spielen und ausleben durfte. dass es Emazipation nicht gab? Frauen waren auch Flakhelferinnen und Krankenshwestern an der Front. Diese heile Familienwelt hat es damals eben nicht gegeben. Jeder Volksgenosse musste funktionieren und gehorchen. Die GESTAPO war überall, die Denunzianten in der eigenen Familie. Wehe dem Großvater, dem Vater, dem Heranwachsenden, wenn er der österreichischen Gefreiten kritisierte. Mein Großvater kam z.B. dafür ins KZ!War das heile Familie?

    Nun, ich gebe Dir zum Teil Recht,wenn Du die Medienreaktionen auf den E.H.-Auftritt bei JBK kritisierst. Wenn die BLÖD-Zeitung ihre Schmierereien gegen E.H. verkaufsträchtig, als Aufmacher, präsentiert, so ist das unterste Schublade. E.H. ist keine Neo-Faschistin, auch keine Eva Braun oder eine klerikale Reaktionäre. Sie ist eher eine durchschnittliche Vertreterin einer Generation nach 1945 und Woodstock. Sie gehört - altermässig betrachtet - zu jenen Protagonisten, die in ihrer pubertären Phase - also in den 70igern - sich selbst, einen Platz im Leben und das eigene Glück suchten. Sie hat es wohl nie gefunden. Ihre Biographie weist dermassen starke Verwerfungen auf, dass ich mich wirklich fragen muss, wie konnte es eine immer wieder scheiternde Frau, in der Medienhierachie so weit nach vorne bringen ?
    Ich würde schon fast sagen, sie gehört zu den Menschen, die im Leben ständig einen Schritt zu spät kommen. Vielleicht ist das ja der wahre Grund, weshalb sie die angeblichen 68iger in Pausch und Bogen verdammt. Ihre abgekupferten Behauptungen und Bewertungen zu dieser Zeit sind einfach nur lächerlich. Sie stösst damit in das gleiche Horn, wie der Schwachmat Diekamnn aus dem SPRINGER-Verlag. Springer wurde damals ins Visier genommen, weil er gerade mittels seiner Medienmacht, jenen Zeitgeist verteufelte, der sein verschobenes Weltbild permanent in Frage stellte. Wer DDR bis zu seinem Tode immer noch in Anführungsstrichen schreiben ließ, ist verbohrt. Natürlich war das nie ein demokratischer Staat, das wussten doch fast alle in West und Ost. Nur, wem hilft es, wenn seine Hetzereien gegen politisch Andersdenkende sofort den Bauarbeiter zu dem oft gehörten satz: ” Wenn´s Dir hier nicht passt, dann geh´doch nach drüben!” verleiten ließ? Niemanden! So ist ihm in den Allerwertesten getretn worden. Völlig zu recht!

    Du kritisierst die angebliche Medienmafia. Gibt es die? Gibt es eine Meinungsdikatatur jenseits von Art. 5 GG? Nein! Es gibt Schmierenpresse a´la´”BILD “, ” SUPER ILLU ” oder ” Morgenpost “, es gibt reaktionäre Print-Medien, konservative Verlage und liberale Zeitungen. Es gibt auch die sogenannte ” Links-Presse ” - was immer darunter zu verstehen ist. Wer hetzt nun gegen wen. SPRINGER gegen Herman oder ein linkes Druckerzeugnis mit einer Mini-Auflage? Ich vermute, hier werden Roß und Reiter vertauscht! Hier wird ” Kohle machen ” auf Kosten einer naiven Ex-NDR-Angestllten, mit Ideologie verwechselt. Es gibt keine Linkspresse, die E.H. als NPD´lerin diffamiert und ihre Gedanken in den braunen Sumpf steckt. es gibt aber sehr wohl den Meinungsterror der SPRINGER-Organe. Jenen journalistischen Dreck, mit dem sofort ein Abweichler oder sogar die eigene Regierung beworfen wird, wenn die Kasse danach stimmt. Das ist Diktatur und nicht das Verhalten des sunny-boy JBK in seiner Quasselrunde. Er musste sich entscheiden, ob er mit E.H. im Studio weiter sitzt oder mit den übrigen Gästen, die gegangen wären. Die banale JBK-Sendung wäre es nicht wert gewesen, dass sie im nachhinein eine dermaßen hohe Aufmerksamkeit erhält, hätte der inszenierte Eklat mit E.H. nicht statt gefunden.

    Was ist an dem Verhalten von JBK so verwerflich? Er hat seiner Duz-Kollegin die Möglichkeit eingeräumt, lange und intensiv ihre Sichtweise der Ursachen für die aktuellen Mißstande in unserer Gesellschaft darzulegen. Hat sie diese Chance genutzt? Sie hat sich - naiv und unvorbereitet - in ständige Widersprüche verwickelt, um dann die übrigen Gäste zur Aufgabe und dem Verlassen der Sendung zu bringen. Wenn JBK dann interveniert, ist das Verhalten eher logisch, denn diktatorisch.
    Nein, es kommmen mit diesem aufgezeichneten Eklat, jene gesellschaftlichen Strömungen ans Tageslicht, die sonst im Trüben verbleiben. Rückwärtsgewandte, die eine Frau lieber an Heim und Herd verbannen würden, die Kinder wieder züchtigen möchten, die die Kirche als Allheilmittel gegen Armut und Depressionen hoch stilisieren wollen. Alle Ewiggestrigen palavern nun wegen der E.H.´schen Ergüsse herum. Jubelarien in den Hallen der Kirchentage etc. Warum hat die CDU E.H. nicht eingeladen? Weil sie machtbesessen, wie seit den Endvierzigern, natürlich den liberalen rand ihrer Wählerschaft nicht vergraulen möchte.
    So bleibt denn - für mich und viele andere Rezipienten dieses Medienspektakels - nur die einzieg Erkenntnis:
    ” Viel heiße Luft, um nichts!”

    Deine Bewertung, dass die JBK-Sendung mit E.H. ein Fanal gegen Meinungsfreiheit und ein Einschnitt in das Recht und die Möglichkeit Andersdenkende in der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen, halte ich - mit Verklaub gesagt - für abenteuerlich. JBK ist und bleibt ein hoch bezahlter Schönredner und austauschbarer ZDF-Angestellter.

    Kommentar von Jürgen Wieloch — 7. Dezember 2007 @ 13:41

  32. Hallo Jürgen!

    Du holst da etwas zu weit aus und mutmaßt einfach zuviel. Zum Beispiel weiß ich wirklich nicht, warum die erfolgreiche Moderatorin UND Autorin Eva Herman, eine “immer wieder gescheiterte Frau” sein soll? Und diese Umschreibung kommt von einem Linken, der doch im Ãœbrigen doch wissen sollte, wie leicht jemand in dieser Welt, die sich noch lange nicht das Etikett “zivilisiert” erarbeitete, scheitern kann. Aber ich sehe das nicht im Ansatz bei EH, es sei, du attestierst jetzt mit einem Anflug von Zynismus, dass man sie hat scheitern lassen! Oder gefällt es dir nicht, dass eine Frau, die ursächlich nur eine mittlere Ausbildung genoss und als Hotelfachfrau begann, sich plötzlich auf eigene Faust weiterbildete, wuchs, und ohne Jammerei Karriere machte, ja sogar während dieser dann auch noch anfing neue Gedanken zu entwickeln?! Wäre sie weiter “mitmarschiert”, so würde sie noch heute die Tagesschau moderieren und würde falsche Freunde a la Kerner, die den komplett verlogenen Medienzirkus bestimmen, noch immer ihren Januskopf herzeigen.

    Natürlich war “68″ nicht völlig falsch, weil in der Tat Ãœberkommendes neu verhandelt werden musste. Aber das war ein Prozess, der spätestens mit der Regierungsbeteiligung der SPD seit 66 in der Politik angekommen war, doch gesellschaftlich und kulturell bereits seit Jahren lief. Doch das, was den politischen Kern 68 ausmacht, ging schlicht zu weit, basierte schon im Ansatz nicht nur darauf mehr Freiheiten zu etablieren, sondern beinhaltete eine neue Diktatur, eben jene, die wir am Beispiel des EH-Bashings sehen. Das hat auch nichts mit einem Medienevent zu tun, weil es nur einen Verlierer dabei gibt. Auch wäre es ja schön, wenn über ihre Thesen sachlich geredet würde, aber man wird nicht über die Verlogenheit einer Gesellschaft reden wollen, die zwar Mütter als Mörderinnen anprangert, aber nur, wenn die Kinder auf der Welt sind, während sie wenige Wochen zuvor, derselben Mutter noch das Recht zuspricht, auch ohne Schlaftabletten und Kopfkissen, das Kind hinzurichten. Die Verrohung ist es, die dadurch in die Welt gebracht, in eben diese Welt hinein wirkt. Ãœber die Ursache muss geschwiegen werden! Aber so wie die Grünen das Jagdgesetz Görings noch verschärften (gegen die Tiere), so sind sie es auch, die die Schlächterei in der menschlichen Welt noch erhöhten.

    Die Welt ist verlogen. So wie der dreifache Vater deutscher Kinder Kerner, dessen Frau “schön zu Hause bleibt”, sich dem von Schwulen und Linken beherrschen Medienkartell anbiedert, in dem er sagt, im wäre es egal, wenn hier nur Chinesen leben würden und, er könne sich mit seiner Frau solche Lebensumstände nun mal erlauben, so ist es heuchlerisch, wenn plötzlich “kleine linke Zeitungen” Kuschelpolitik mit Alice Schwarzer empfehlen und einen Fürsprecher Marcos (Kolumnist Wagner), auch noch anzeigt, anstatt das ebenfalls verlogene “Jugendschutzgesetz” mit seiner Praxis (vor allem hierzulande) kritisch zu untersuchen.

    Allgemein: Es war IMMER schlimm - so tickt die Welt. Doch das Freiheit zur Dekadenz führt und damit den Untergang eines organisch gewachsenen Gefüges einleiten kann - dies haben wir seit einigen Jahren klar vor Augen. In Zeiten, da selbst Beckstein sich mit C. Roth und Struck sich mit G. Gysi duzen, macht Politik keinen Sinn mehr. Es ist aus. Fürchterlich aus und schlimmer als vor Jahren noch gedacht. (wer hätte z.B. gedacht, dass sich die Kultur so gänzlich auslöst…)
    TK

    Kommentar von Tanja Krienen — 8. Dezember 2007 @ 09:29

  33. Eva Herman hat ein Jahr der Verlumdung und Rufmordes durch die Presse überstanden.
    Am 1. Oktober 2008 Landesgericht Hamburg hat Sie praktisch rehabilitiert, die grobe Attaken der politisch Korrekten basierte sich auf gefälschten Zitaten, wie es Gericht feststellen musste.
    Anläßlich dieses traurigen Jubiläum ich sprach mit Eva Herman und ein kleines Interview mit Ihr gemacht: keine Zeitung wollte es veröffentlichen. Hier der Volltext: (besser zu lesen unter http://www.medienquovadis.de)

    «Es ist ganz offensichtlich, dass es in unserem Land eine öffentliche- und eine veröffentlichte Meinung gibt.»

    Das Interview ist von mir freigegeben und darf überall veröffentlich werden.

    EIN JAHR DANACH
    Interview mit Eva Herman

    Frau Herman, fast vor einem Jahr wurden Sie durch die Entscheidung von Volker Herres (NDR), meiner Meinung nach aus politischen Gründen gekündigt. Stört Sie eine derartige „Politisierung“ Ihres Falles?

    Eva Herman: Es wurden vonseiten des NDR in der Öffentlichkeit verschiedene Gründe für die fristlose Kündigung genannt, zum einen, dass meine schriftstellerische Arbeit nicht weiter mit meiner Tätigkeit beim NDR vereinbar wäre. Ein anderes Mal wurden mir Äußerungen unterstellt, die ich niemals tätigte. In Wirklichkeit setze ich mich für die Rechte von Kindern ein, für den Erhalt der Familie und die schöpfungsgewollte Aufteilung von Mann und Frau.

    Diese bisher harmlosen und selbstverständlichen Themen bieten neuerdings allerdings eine Menge Zündstoff, denn es gibt europaweit einen ganz klar feministisch ausgerichteten Weg vonseiten der Politik und Wirtschaft, dem so genannten Gender Mainstreaming, den wir Menschen gehen sollen, der uns allerdings weit wegführt von den erwähnten Grundlagen einer Gesellschaft. Wer sich dagegen stellt, hat es künftig erheblich schwerer als vorher.

    Es ist bekannt, dass Sie inzwischen einmal Prozeß gewonnen haben und doch am Ende in der wichtigsten Fragen der Kündigung „verloren“ haben? Wurde diese Entscheidung, Ihrer Meinung nach, bei dem Rechtsystem unseres Landes gesetzkonform oder nicht. Wenn nicht, dann: warum?

    Eva Herman: Es ist nichts verloren. Ich bin in die Berufung gegangen, der nächste Gerichtstermin findet im Herbst statt.

    Ein Monat nach Ihrer Kündigung wurden Sie im ZDF Kerner-Studio in Hamburg durch Ihren Gastgeber Johannes Baptist Kerner einem Verhör unterzogen, welches viele Bürger unseres Landes als „öffentliche Hinrichtung“ bezeichnen? Haben Sie damals auch so ein Gefühl gehabt?

    Eva Herman: Nun, es war schon mehr als merkwürdig, was sich dort abspielte. Wenn man fast eine Stunde lang klar und deutlich sagt, dass die Unterstellungen nicht der Wahrheit entsprechen, die Anwesenden auf geheimnisvolle Weise jedoch allesamt auf diesem Ohr taub sind und gebetsmühlenartig ständig wiederholend ein Schuldeingeständnis einfordern, wird es einem dabei heiß und kalt. Es war der Horror.

    War es für Sie eine Überraschung, dass Ihre Kollege Frau Tietjen, die mit Ihnen gemeinsam Herman & Tietjen Sendung mitgemacht, sich von Ihnen „distanziert“ hat? Ist das normal für eine freie Presse in einem Rechstaat?

    Eva Herman: Ich weiß nicht, wie groß die Anstrengungen von Frau Tietjen gewesen sind, diesen Fall sowohl journalistisch als auch menschlich irgendwie zu bewerten oder gar zu untersuchen. Auf jeden Fall hat unsere Freundschaft ein trauriges Ende genommen.

    Man weist inzwischen, dass grobe Attacken gegen Sie durch die Fälschung Ihrer Worte während der Pressekonferenz, auf welcher Sie Ihr Buch präsentierten, zustande gekommen sind. Würden Sie heute etwas „vorsichtiger“ mit Medien umgehen?

    Eva Herman: Leider muss ich auf diese Frage mit “Ja” antworten. Ich musste lernen, dass man die Geschichte unseres Landes öffentlich besser nicht thematisieren sollte, ebenso auch nicht über die verhängnisvollen und zerstörerischen Folgen sprechen sollte, die aus diesem ideologischen Regime als furchtbare Folgen über uns gekommen sind. Einige junge Journalisten schrieben mir traurig, sie stellten nun fest, dass ihr Beruf Gefahren berge, von welchen sie bis zu dem “Fall Herman” noch nichts gewusst hatten.

    Über 500.000 Bürger haben in allen möglichen Foren, Blogs und Bürgervereinen Ihre Bemühungen sehr positiv bewertet, ja, Sie sogar für Ihren Mut gelobt und am häufigsten festgestellt, dass Sie aus den Herzen und der Seele des Volkes sprechen. Halten Sie auch die Meinung vieler Bürger über die Kluft zwischen den Bürgern und Regierung für glaubwürdig?

    Eva Herman: Es ist ganz offensichtlich, dass es in unserem Land eine öffentliche- und eine veröffentlichte Meinung gibt. Die Medienvertreter in Deutschland sind zwischen 60 und 70% kinderlos. Viele von ihnen sind nicht an Familienthemen interessiert, sondern sie glauben im Gegenteil, dass ihre eigenen derzeitigen Lebensentwürfe das “moderne Bild” der Gesellschaft widerspiegelte. Und genau das sie schreiben und berichten auch. Es scheint ihnen in der Vorstellung nicht zu gelingen, sich in die Situation von Müttern, Vätern und Kinder hineinzuversetzen, in der es um ein Miteinander und den so wichtigen Familienzusammenhalt geht, um Werte, Tradition, den Glauben, die geistige Weiterentwicklung, kurz, die Ehrfurcht vor dem Leben.

    Frau Herman, während Ihrer langen Kariere als Journalistin und Buchautorin haben Sie gewiss viele Intellektuelle in Deutschland persönlich kennen gelernt. Wundert es Sie, daß viele davon kein Gutes Wort während einer abscheulichen Verleumdungskamapnie für Sie gesprochen?

    Eva Herman: Nein, das wundert mich nicht. Man darf von denjenigen Menschen, die sich rudelartig in unserer Gesellschaft voranbewegen, auf keinen Fall zuviel erwarten.

    Frau Herman, Sie haben sich etwas spöttisch bei Prof. Wippermann für seinen “Geschichtsunterricht“ bedankt. Später in einem Interview in „Deutschland Radio“ beklagte Wippermann sich über Tausende von Protest- und Schimpfbriefen von den Bürgern, die er nach seinem Auftritt bei Kerner damals bekommen hat. Wippermann behauptete, dass es in Deutschland eine „schweigende Mehrheit“ gibt, die ihm nach „sehr gefährlich“ ist. Was halten Sie, Frau Herman, von dieser „Schweigende Mehrheit“ in Deutschland?

    Eva Herman: Die schweigende Mehrheit in Deutschland sind genau die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, in einer TV- Sendung ihre Position öffentlich zu vertreten. Meine Erfahrung ist, dass zehntausende Menschen an die Fernsehanstalten NDR, ARD und ZDF schrieben, zahlreiche Protestbriefe waren es, in welchen sie klar zum Ausdruck brachten, dass sie mit der Vorgehensweise der Sender nicht einverstanden waren. Klar wirken diese Menschen auf Herrn Wippermann gefährlich, weil sie nicht seine ideologische Linie vertreten, und ihn auch nicht mit Samthandschuhen anfassen.

    Sie haben auch während des Tribunals bei Kerner über den Verlust Ihres „Jobs“ geredet. Das war nur Ihre Replik auf Schreinemakers Behauptung, dass Sie sich als Opfer gefühlt. War doch Ihre Jahre im Fernsehen nur ein Job oder Berufung?

    Eva Herman: Ich habe stets und immer sehr gerne meine Arbeit beim Radio und Fernsehen gemacht. Ob es allerdings einer Berufung entspricht, wenn man TV- Nachrichten spricht und Talkshows moderiert, würde ich eher bezweifeln.

    Zum Schluß möchte ich gern von Ihnen erfahren, ob Ihre positive Einstellung der Kirche gegenüber Ihnen hilft, weiter für Ihre Meinung gerade zu stehen?

    Eva Herman: Es ist mein Glaube, der mir entscheidend weiterhilft, der mich stützt und mir Kraft gibt, in einer Kirche bin ich nicht organisiert. Ich bin also nicht kirchengläubig, sondern gottesgläubig, oder besser: Ich bin fest von des Schöpfers ewiger Anwesenheit überzeugt. Es ist das Wissen, vor dem Schöpfer und für den Schöpfer das Richtige zu tun, und auch dann ganz fest zu stehen, wenn die Welt rundherum unterzugehen droht. Ich halte es in diesem Fall mit der Apostelgeschichte: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen”.

    Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Worte und wünsche Ihnen Gottes Segen und vor allem bei guter Gesundheit blieben. Wenn Ihr Sohn eines Tages alles begreifen kann, er wird ganz bestimmt nicht über seine Mutter schämen. Das ist das besten Erlebnis eines Menschen in unserer Liebe-Hass Welt.

    Hamburg/Frankfurt am Main, 2. September 2008
    Jurij Below

    Kommentar von Jurij Below — 12. Oktober 2008 @ 04:43

  34. Wünschen wir ihr das Beste.

    Kommentar von Campo-News — 26. November 2008 @ 16:44

  35. Hervorragend: Max Goldt über den Rauswurf

    Kommentar von Campo-News — 17. Februar 2010 @ 08:53

  36. Grenzwertig: Ich bin weder Eva Herman noch ein verweichlichter Deutscher, der nun den geordneten Rückzug mit allerlei Entschuldigungen antreten wird. Fickt ihr mich, ficke ich euch! Die Zeiten haben sich längst gedreht, nur ihr schlaft noch weiter. Und nicht vergessen, im Grunde meines Herzens bin ich immer noch Türke. Also aufgepaßt! - http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/mit_mir_nicht_du_vollpfosten

    Kommentar von Campo-News — 7. April 2013 @ 07:54

  37. Die Willkür in einem anderen Licht - http://www.huffingtonpost.de/2014/04/05/eva-herman-putin-_n_5096574.html?ncid=fcbklnkushpmg00000071

    Kommentar von Campo-News — 7. April 2014 @ 18:06

  38. https://torwege.wordpress.com/2015/08/29/gedanken-von-eva-hermann-zum-fluechtlingsstrom/

    Kommentar von Campo-News — 31. August 2015 @ 07:24

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