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9. März 2010

Sand und Regen auf Mallorca

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 10:04

Cover Anklicken sand.doc

George Sand („Milchkuh mit schönem Stil“, Friedrich Nietzsche) war eine französische Schriftstellerin und lebte von 1804 bis 1876. Ihren Mallorca-Urlaub 1838/39 (Chopin war dabei ihr zeitweiliger Begleiter) beschrieb sie im Buch „Ein Winter auf Mallorca“. Interessant dabei sind vor allem nicht so sehr die Beschreibungen der verhältnismäßig erträglichen mallorquinischen Landschaften, als vielmehr die Beschreibungen des schon damals regnerische und kalte Winterwetter, deren Existenz sich die Einheimischen - sowie heutige Mallorca-Fans - damals wie heute nicht eingestehen wollen. Schließlich, das wissen jedoch die klugen, weil regelmäßigen Leser des Campo-Blogs, ist der durchschnittliche Pro-Kopf-Niederschlag in Spanien DOPPELT SO HOCH als in Deutschland.

 

Sands Aufzeichnungen beweisen die Unveränderlichkeit des menschlichen, konkret: des spanischen Charakters. Der Rückumschlagsseitentext sagt, Sand habe „genießt“, was sicher stimmt, aber das Leben genossen, hat sie sicher nicht. Einige der schönsten Zitate suche ich beim Lesen heraus und reiche sie in den nächsten Tagen tröpfchenweise nach. Zuvor aber schon ein paar, rund 170 Jahre alte, schöne „Zuckerl“:

 

Die ganze Gastfreundschaft ergeht sich in leeren Phrasen.

 

Es gibt nur wenige Handarbeiter, sie arbeiten nicht sehr schnell, es mangelt an Handwerkszeug und an Material. Immer findet sich ein Grund, warum ein Mallorquiner es nicht eilig hat. Das Leben ist so lang! Und wenn man schon sechs Monate gewartet hat, warum wartet man dann nicht noch sechs weitere? Und wenn sie mit dem Land nicht zufrieden sind, warum bleiben sie dann? Braucht man sie hier? Man kann auch gut auf sie verzichten. Sie glauben also, dass Sie hier alles auf den Kopf stellen können? Aber nicht doch!

 

…schmutzige Nichtstuer beiderlei Geschlechts…

 

Oft toben hier die Nordwinde, und in manchen Jahren gibt es im Winter so andauernde und ergiebige Niederschläge, wie wir es uns in Frankreich kaum vorstellen können.

 

Es wird noch viele Jahre dauern, bis der Mallorquiner tatkräftig und arbeitsam sein wird…dann können wir ihm auch gut seine Gitarre und seinen Rosenkranz lassen, um die Zeit totzuschlagen. Doch ohne Zweifel erwartet diese kindlichen Völker ein besseres Schicksal als das unsere, denn wir werden sie eines Tages in die Zivilisation einführen, ohne ihnen all das vorzurechnen, was wir für sie getan haben.

 

Alles zeugte von Gleichgültigkeit und Untätigkeit, nie fand sich Buch oder eine Handarbeit. Die Männer lesen nicht und die Frauen nähen nicht einmal.

Einziges Anzeichen einer häuslichen Tätigkeit war der Geruch von Knoblauch, der Küchenarbeit verrät; und die einzigen Spuren von privatem Vergnügen waren Zigarettenkippen, von denen der Boden übersät war. Diese Abwesenheiten von geistigem Leben macht aus der Wohnung etwas Totes und Leeres, für das es bei uns nichts Vergleichbares gibt, und es zeigt, dass der Mallorquiner dem Afrikaner näher ist als dem Europäer; und während unsere Wohnungen den Eindruck eines Familiennestes hinterlassen, gleichen jene eher Raststätten, in die sich Gruppen eines Nomadenvolkes beliebig zurückziehen können, um die Nacht zu verbringen. Gute Kenner Spaniens haben mir gesagt, dass dies auf der ganzen Halbinsel im allgemeinen nicht anders ist.

 

Links: Wie Mallorca das Chopin-Jahr vermasselt

 

Das blieb von Chopins Winter auf Mallorca

 

Mallorcas Regentropfen 

 

Barcelona, 9. März 2010

 

14 Kommentare »

  1. Dieses Öl stinkt so sehr, daß man sagen kann, auf der Insel Mallorca seien Häuser, Einwohner, Wagen und sogar die Luft auf den Feldern durchtränkt von seinem Gestank. Da es Bestandteil jeder Speise ist, wird es in jedem Haus zwei – oder dreimal am Tag verkocht, so dass sich die Wände damit regelrecht voll saugen. Wenn Sie sich auf dem platten Land verirrt haben, brauchen Sie nur zu schnuppern; und wenn Sie auf den Flügeln der Brise ein Geruch von ranzigem Öl erreicht, können Sie sicher sein, dass Sie hinter den Felsen oder unterhalb des Kakteengestrüpps ein Haus finden werden. Wenn Sie dieser Geruch bis in die wildesten und ödesten Gegenden verfolgt, dann heben Sie den Kopf: Sie werden 100 Schritte entfernt einen Mallorquiner auf seinem Esel den Hügel herunter auf Sie zukommen sehen. Dies ist nicht etwa ein Scherz oder eine Übertreibung, es ist die volle Wahrheit.

    Kommentar von Campo-News — 10. März 2010 @ 07:57

  2. Es gibt nicht Traurigeres und Ärmeres als diesen Bauern, der nichts kennt außer beten, singen und arbeiten und der nie denkt. Sein Gebet ist die dumme Formel, die für seinen Geist keinen Sinn ergibt: seine Arbeit ist eine Muskeltätigkeit, zu deren Vereinfachung er seine Intelligenz nicht anstrengt…Die einfachsten Maschinen sind unbekannt; die Arme des Mannes, zudem recht mager und kraftlos im Vergleich zu unseren, müssen für alles genügen und man arbeitet mit einer ungeheuren Langsamkeit. Man braucht einen halben Tag, um weniger Erde umzugraben als bei uns in zwei Stunden, und man braucht fünf oder sechs der robustesten Männer, um eine Last zu bewegen, die der schwächste unserer Lastenträger fröhlich auf seine Schulter laden würde.

    Der Spanier ist unwissend und abergläubisch; er fürchtet Krankheit und Tod…Er lebt elend und wird von Steuern niedergedrückt; deshalb ist er geizig, egoistisch und arglistig gegenüber Fremden.

    Kommentar von Campo-News — 10. März 2010 @ 16:37

  3. Zwischenruf

    Auf Mallorca sind Schneeketten nötig

    Kommentar von Campo-News — 10. März 2010 @ 16:54

  4. Ein sehr schönes, geradezu aktuelles Wort zum sinnentleerten Massentourismus:

    Ich spreche mich, Gott behüte, nicht dagegen aus, dass die Menschen der Zukunft sollten an ihrem Land, ihrer Scholle oder ihrem Haus haften bleiben wie die Polypen an einem Schwamm! Aber wenn sich Intelligenz und Moral zugleich mit der Industrie weiterentwickeln sollen, dann sollten, so scheint mir, die Eisenbahnen nicht dazu bestimmt sein, ganze Völker, die vom Überdruß befallen oder von krankhafter Betriebsamkeit zerfressen werden, von einem Ende der Erdkugel zum anderen spazierenzufahren.

    Kommentar von Campo-News — 11. März 2010 @ 14:38

  5. Eines Morgens, nachdem der Wind uns die ganze Nacht mit seinen langen Klageseufzern gewiegt hatte, während der Regen gegen die Fensterscheiben prasselte, hörten wir beim Aufwachen den Lärm des Wildbachs, der sich zwischen den Steinen seinen Weg zu bahnen begann. Am nächsten Tag tönte er noch lauter, am übernächsten rollte er die Felsen beiseite, die ihm die Bahn versperrten. Alle Blüten waren von den Bäumen gefallen, und der Regen rann in unsere schlecht abgedichteten Schlafräume.

    Es ist schwer zu verstehen, wie wenig Vorkehrungen die Mallorquiner gegen diese Plage von Wind und Regen treffen. Ihre Selbsttäuschung und ihre Prahlerei sind diesbezüglich so groß, dass sie diese zwar episodenhafte, aber dennoch bedenkliche Unwirtlichkeit ihres Klimas völlig verleugnen. Bis zum Ende der zweimonatigen Sintflut, die wir erleiden mußten, behaupteten sie immer noch, dass es auf Mallorca niemals regne…Da wir daran gewöhnt sind, im Winter zu heizen, lag dieses Haus ohne Kamin auf unseren Schultern wie ein Eismantel, und ich fühlte mich wie gelähmt.

    Kommentar von Campo-News — 11. März 2010 @ 16:07

  6. Der seltsame Lärm, der ihren Zug begleitet, wurde durch Kastagnetten erzeugt, die mehrere mit schmutzigen und hässlichen Masken verkleidete Jungen gleichzeitig spielten, und zwar nicht mit dem abgehacktes Rhythmus wie in Spanien, sondern mit dem kontinuierlichen Wirbel, gleich dem Trommler auf dem Feld. Der Lärm, mit dem sie ihre Tänze begleiteten, war so trocken und scharf, dass man Mut brauchte, um ihn auch nur eine Viertelstunde lang auszuhalten…Ich stelle mir vor, dass die Araber so sangen, und Monsieur Tastu, der Forschungen diesbezüglich anstellte, hat sich davon überzeugt, dass die wichtigsten mallorquinischen Rhythmen und ihre bevorzugten Verzierungen, in einem Wort, ihre Art zu musizieren, der arabischen Tradition entspricht.

    Kommentar von Campo-News — 12. März 2010 @ 07:56

  7. Och Gottogott, wie nett, wie süß.

    Kommentar von Campo-News — 12. März 2010 @ 09:37

  8. Dieser Landball hätte uns sicher noch längere Zeit gefangengenommen, wenn da nicht der Geruch nach ranzigem Öl und Knoblauch gewesen wäre, den diese Herren und Damen ausdünsteten und der mir schier den Atem nahm.

    Wenn es heiß ist, tragen sie nur ein Hemd und Pluderhose. Im Winter ziehen sie darüber einen grauen Umhang, der wie eine Mönchskutte oder wie ein großes afrikanisches Ziegenfell mit nach außen gewendeten Haaren aussieht. Wenn sie in Gruppen mit diesen falbroten Fellen vorbeigehen, die auf dem Rücken einem schwarzen Streifen haben und vom Kopf bis zu den Füßen reichen, kann man sie leicht für eine auf den Hinterbeinen laufende Tierherde halten….allerdings haben sie fast alle krumme Beine.

    An den Regentagen wagte sich kein Bote, zu welchem Preis auch immer, auf die Wege; und da es zwei Monate lang regnete, hatten wir oft nichts als Brot, das so hart war wie Schiffszwieback….Die mallorquinischen Lebensmittel und vor allem die Art und Weise ihrer Zubereitung, erzeugten einen unüberwindbaren Abscheu. Eines Tages, als man ein mageres Huhn servierte, sahen wir auf dem dampfenden Rücken riesige Meister Flöhe springen, aus denen E.T.A. Hoffmann genauso viele viele schlaue Geister gemacht hätte, die er aber sicher nicht mit Sauce verspeist hätte.

    Und wenn ich sage, dass ich nicht ein einziges noch so kleines Geldgeschäft mit Mallorquinern abgewickelt habe, bei dem ich auf ihrer Seite nicht schamlose Unehrlichkeit und grobe Gier angetroffen hätte; und wenn ich hinzufüge, dass sie zugleich ihre Frömmigkeit vor uns ausbreiteten und Betroffenheit gegenüber unserem fehlenden Glauben vortäuschten, dann wird man mir zustimmen, dass der Glaube einfacher Seelen, der von einigen rückwärts Gewandten unserer Tage so gepriesen wird, nicht immer die erfreulichste und moralischste Sache der Welt ist und dass es erlaubt sein muß, sich ein anderes Gottesverständnis zu wünschen.

    Kommentar von Campo-News — 13. März 2010 @ 09:37

  9. Die Adeligen haben viele Besitztümer, aber wenig Einkünfte und ruinieren sich durch Schulden. Die zahlreichen Juden, die viel bares Geld besitzen, haben alle Ländereien der Ritter in der Tasche, und man kann sagen, dass die Insel in Wahrheit ihnen gehört.

    Der Grundherr ist abhängig und resigniert, der Jude ist unerbittlich, aber geduldig. Er macht Zugeständnisse und zeigt sich tolerant, er läßt den Schuldnern Zeit, weil er sein Ziel mit diabolischem Geist verfolgt: Sobald er seine Pranke auf einen Besitz gelegt hat, muß dieser Stück für Stück der seine werden, und in seinem Interesse liegt es, sich solange unentbehrlich zu machen, bis die Schulden die Höhe des Kapitals erreicht haben.

    Über den mallorquinischen Bauern: Er beichtet, er betet, er denkt ohne Unterlaß daran, sich das Paradies zu verdienen; aber wahre Pflichten der Menschheit kennt er nicht. Er ist nicht verdammungswürdiger als ein Ochse oder ein Schaf, denn er ist kaum menschlicher als diese Bestien, die in der Unschuld ihrer ihres tierischen Daseins verharren. Er rezitiert Gebete, er ist abergläubisch wie ein Wilder; aber er würde seinesgleichen ohne größere Gewissensbisse essen, wenn dieses der Sitte seines Landes entspräche und wenn er nicht nach Belieben Schweine zur Verfügung hätte. Er täuscht, wuchert, lügt, beleidigt und plündert ohne den geringsten Gewissensbiss. Ein Fremder ist für ihn kein Mensch.

    Allerdings gewöhnt man sich nicht ohne Bedauern daran Kreaturen zu sehen, die menschliche Form haben und mit dem göttlichen Siegel gezeichnet sind, die aber in einer Welt leben, die keinesfalls der gegenwärtigen Menschheit entspricht. Man spürt genau, dass diese unvollkommenen Wesen fähig ist zu verstehen, dass seine Rasse sich weiterentwickeln kann, dass seine Zukunft mit der weiter fortgeschrittenen Rassen identisch ist…

    Kommentar von Campo-News — 13. März 2010 @ 10:01

  10. Wir waren also einsam auf Mallorca, einsam wie in einer Wüste; und nachdem wir im Krieg gegen die Affen jeden Tag das Überleben gesichert hatten, setzten wir uns mit der ganzen Familie um den Ofen, um zu lachen. Aber je mehr der Winter einzog, desto mehr erstickte die Traurigkeit in meiner Brust das Bemühen um Fröhlichkeit und Heiterkeit….es schien ebenso unmöglich, auch nur eine weitere Woche auf Mallorca zu ertragen. Die Situation war fürchterlich, es gab Tage, an denen ich die Hoffnung und den Mut verlor…Endlich fuhren wir ab….Als wir in Barcelona ankamen, hatten wir es so eilig, uns bis in alle Ewigkeit von dieser unmenschlichen Rasse zu verabschieden…und wir begaben uns an Bord des Méléagre…umgeben von intelligenten und freundlichen Gesichtern…so vollführten wir auf der Brücke Freudensprünge und riefen aus ganzer Seele: Es lebe Frankreich! Es schien uns, als hätten wir eine Weltreise gemacht und gerade die Wilden Polynesiens verlassen, um in die zivilisierte Welt zurückzukehren.

    Dieser Reisebericht, den ich bereits vor einem Jahr geschrieben habe, hat mir eine außerordentlich wütende und komische Schmähschrift von seiten der Bewohner Mallorcas beschert….Von allen Inselbewohnern dieses schönen Landes erinnere ich mich nur noch an fünf oder sechs Personen, deren zuvorkomender Empfang und deren liebenswürdige Umgangsformen als Wiedergutmachung und Wohltat des Schicksals für immer in meinem Gedächtnis bleiben werden…deshalb werden sie sich auch in meinen respektlosen Spott nicht einbegriffen glauben…

    Kommentar von Campo-News — 13. März 2010 @ 10:36

  11. Warum? “Weil es auf Mallorca so viel Korruption gibt.”

    Kommentar von Campo-News — 24. März 2010 @ 08:00

  12. Tiere, die bei lebendigem Leib qualvoll im Feuer sterben, furchterregende Tänze und Gesänge von Zauberern und Hexen, hunderte Schwarzafrikaner im Drogenrausch. Angsteinflößende Voodoo-Rituale verbreiten seit einigen Jahren Angst und Schrecken bei Einheimischen und Touristen auf Mallorca.

    Kommentar von Campo-News — 18. Oktober 2010 @ 19:53

  13. Tja, so ist das dort, ist mir auf dem Festland auch einige Wochen nach dem Einzug passiert: “Alles in allem ist Drews aber froh darüber, dass sie zur Zeit des Einbruchs nicht im Haus waren. “Dann hätten die uns vielleicht noch eins übergezogen.” Jürgen Drews hat inzwischen Strafanzeige erstattet. Es gibt allerdings laut Polizeiaussage noch keinen Täterverdacht.” - http://unterhaltung.t-online.de/juergen-drews-ausgeraubt-und-er-hat-keine-hausratversicherung/id_53032692/index

    Kommentar von Campo-News — 10. Januar 2012 @ 11:17

  14. http://www.focus.de/panorama/welt/schneechaos-auf-mallorca-deutsche-wanderer-mit-polizeihubschrauber-gerettet_id_4459654.html

    https://www.focus.de/reisen/mallorca/trauminsel-am-limit-mallorcas-klau-huren-das-sind-die-kriminellen-schattenseiten-der-ferieninsel_id_9419554.html

    https://www.focus.de/panorama/welt/sturzfluten-auf-urlaubsinsel-erste-aufnahmen-zeigen-ausmass-des-unwetter-dramas-auf-mallorca_id_9732410.html

    https://www.focus.de/panorama/welt/im-osten-der-insel-schwere-unwetter-auf-mallorca-fluten-reissen-autos-mit-menschen-fliehen-auf-baeume_id_9732338.html

    https://www.focus.de/panorama/welt/teneriffa-schwere-unwetter-auf-urlaubsinsel-wellen-reissen-balkone-mit_id_9936224.html

    Gärtner: Das dachte ich auch! Mir wurde versprochen: Mai auf Mallorca, Mandelblüte und so weiter…Aber wie das so ist, das Drehbuch wurde erst im Juni fertig und dann waren auf der Insel zu viele Touristen, die natürlich das Bild stören würden. Also haben wir auf Oktober verschoben. Da soll es gewöhnlich ja immer noch schön sein. Leider war das Wetter nicht so besonders und es hat viel geregnet, teilweise stand die ganze Küstenstraße unter Wasser https://www.focus.de/kultur/kino_tv/matula-tod-auf-mallorca-im-zdf-claus-theo-gaertner-ex-serienpartner-guenter-strack-sicherte-seine-altersvorsorge_id_10613507.html

    25.10.19 - Sand und Regen

    Wer sich ob der Regenergüsse in Spanien, in dem, wie ich schon 2006 in der „Costa Blanca Catorce“ (CB14) in einem Artikel schrieb, pro Kopf DOPPELT soviel Niederschlag als in Deutschland fällt, wundert, weil er nur das Sommersonnen-Mallorca der Monate Juli und August kennt, und somit panisch über den Klimawandel wettert, dem sei gesagt, dass seit 1839(!)bekannt sein sollte, wie es in Spanien wirklich zugeht. Damals schrieb die englische Schriftstellerin George Sand, als sie mit dem Musikanten Chopin dort urlaubte, dies –

    „Oft toben hier die Nordwinde, und in manchen Jahren gibt es im Winter so andauernde und ergiebige Niederschläge, wie wir es uns in Frankreich kaum vorstellen können.

    Eines Morgens, nachdem der Wind uns die ganze Nacht mit seinen langen Klageseufzern gewiegt hatte, während der Regen gegen die Fensterscheiben prasselte, hörten wir beim Aufwachen den Lärm des Wildbachs, der sich zwischen den Steinen seinen Weg zu bahnen begann. Am nächsten Tag tönte er noch lauter, am übernächsten rollte er die Felsen beiseite, die ihm die Bahn versperrten. Alle Blüten waren von den Bäumen gefallen, und der Regen rann in unsere schlecht abgedichteten Schlafräume.
    Es ist schwer zu verstehen, wie wenig Vorkehrungen die Mallorquiner gegen diese Plage von Wind und Regen treffen. Ihre Selbsttäuschung und ihre Prahlerei sind diesbezüglich so groß, dass sie diese zwar episodenhafte, aber dennoch bedenkliche Unwirtlichkeit ihres Klimas völlig verleugnen. Bis zum Ende der zweimonatigen Sintflut, die wir erleiden mußten, behaupteten sie immer noch, dass es auf Mallorca niemals regne…
    An den Regentagen wagte sich kein Bote, zu welchem Preis auch immer, auf die Wege; und da es zwei Monate lang regnete, hatten wir oft nichts als Brot, das so hart war wie Schiffszwieback. es schien ebenso unmöglich, auch nur eine weitere Woche auf Mallorca zu ertragen. Die Situation war fürchterlich, es gab Tage, an denen ich die Hoffnung und den Mut verlor…Endlich fuhren wir ab….“

    Kommentar von Campo-News — 8. Februar 2015 @ 08:57

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