Mutter-Gott-Kind
„Kinder sind keine Kreissägen“
Hessische Grüne
„Kinderlachen ist Zukunftsmusik“
Koalitionsvertrag CDU/FDP
Kinderlärm sticht im Gedärm
Tanja Krienen
Kindermund ist ungesund
Tanja Krienen
Erst Schutz vor Kindern, dann Kinderschutz
Karl Kraus
Mutter-Gott-Kind
Die Temperamente der Kinder sind, wie Kinder und Menschen ganz allgemein, nicht gleich. Wer schon im Sandkasten robust zuschlug, wird es auch später immer wieder tun. Davor, dass es manchmal anders kommt, hat die Gesellschaft die Pädagogik gesetzt.
Der unruhige Kräher und der motorisch Unkalkulierbare, sie sind es, die von nun an auf den höchsten Schutz des Staates vertrauen dürfen. Die 68er Erziehung, die ungebremste Heiterkeit und die freie Entfaltung des Individuums kollektiv verordnete, ist nun an ihrem Ziel angelangt – wieder einmal mit Hilfe einer sich selbst entleibenden Union, hier besonders der CSU. Während schon in der Gesellschaft Täterschutz vor Opferschutz geht, darf auch nun der Lärmtäter vor seinem Opfer Schutz finden. So, wie nach Karl Kraus, einst die Welt auf die Presse kam, kehrt sich die Ursache-Wirkung um. Warum auch nicht, wo doch überall fleißig dekonstruiert wird, auch wenn das Haus die Statik verliert: Hauptsache, es geht frei und undogmatisch zu. Wir entnehmenden Strom für das Auto ja auch aus der Steckdose und wieso sollten, wenn doch die Homöopathie wirkt, nicht auch Homosexuelle Kinder kriegen? Geht doch! Die Freiheit des Irregewordenen besteht darin, dass er nicht mehr in Zusammenhängen denkt.
Lärm schädigt und er ist überall. Das erste Gebot.Wer dagegen verstößt, ist ein Außenseiter, ein Ausgestoßener ein übler Melancholiker, Misanthrop, ein mit dem Schopenhauer-Hauer. Dass es nicht die Kinder sind, die einem Skeptiker Probleme bereiten, sondern jenes, was daran hängt, und dem damit verbundenen „Erziehungs“stil, weiß die blinde Verteidigerin „kindlicher Unschuld“ nicht. Will es auch nicht wissen, denn: das täte ja weh! Deshalb werden nun Klagen gegen Kinderlärm prinzipiell verboten.
Ein Kind, das sich nicht regt, kommt einem auch, zugegeben, seltsam vor. So ist ein gewisses lebhaftes Wesen die Grundbedingung für die Tat, den Wissensdrang und physische Präsenz. Wer mag schon Phlegmatiker? Soweit, so gut. Doch irgendwann merkte auch der Langmütigste, dass etwas ins Rutschen geriet. Es mag noch einen Rest Ambivalenz in der Respektlosigkeit eines Balljungen vor einem Fußballnationalspieler wie Jens Lehmann liegen, weil jener auch des Öfteren fragwürdige Verhaltensweisen an den Tag legte (wobei die höhnischen Kommentare meist eben jene Ideologie atmeten, die hier verhandelt wird), aber wenn einer Erwachsenen aggressiv anempfohlen wird, anstelle eines siebenjährigen Kindes in der Straßenbahn aufzustehen oder ein Mann verurteilt wird, weil er Jugendliche zurechtwies, dann herrscht Gewissheit über die Tatsache, dass das große Buch der Pädagogik geschlossen ist.
Ein Kind muss sich austoben dürfen, so die prinzipiell richtige Behauptung. Doch der Gegensatz zum Satz darf bekanntermaßen nicht fehlen. Er lautet. Ja, aber unter bestimmten Bedingungen und unter Einhaltung von Spielregeln. Es geht nicht, dass sich Erzieherinnen in Kindergärten gut kalkuliert über erschwerte Arbeitsbedingungen, zum Beispiel wegen des Lärms, beschweren und höheren Lohn verlangen, während sie gleichzeitig nicht eingreifen wollen oder sollen(!), wenn Kinderansammlungen weit über das zu tolerierende Maß Lärm veranstalten, oder sogar dieses zu allgemein unüblichen Zeiten geschieht.
Ihre Kinder werden mit einer Festplatte zur Welt kommen
Man nennt sie jetzt „Kids“ oder “Kiddys“ und gibt ihnen Namen die wie exotisches Gemüse klingen. Doch das Gefühl will nicht weichen, als Erwachsener mehr und mehr von diesen Wesen entrechtet zu werden, da Kinder von einem gewissen Milieu als göttliche Inkarnationen gefeiert und erhöht werden und ihr Nachwuchs – davon ist auszugehen – mit einer Festplatte im Schädel zur Welt kommen wird. Zum Kult um das Kind hat sich längst eine aggressive Religion hinzugesellt, die sich gleichzeitig aus sehr säkularen Töpfen bedienen möchte. Es ist vieles zu tun, um ein Klima des (eigenverantwortlichen) Kinderkriegens und Erziehen zu schaffen, aber es mutet verheerend an, wenn dieses nur zur eigenen Befriedigung mit falschen Richtlinien durchgesetzt wird. Ein Kind darf alles – ein älterer Mensch nichts. Es gibt keine nachvollziehbar redliche Begründung, warum der ältere Mensch keinen Schutz vor Lärm einfordern darf, während das Lärmen als sakrosant gelten soll. Und so plappern sie laut und ununterbrochen, schlagen Aschenbecherabdeckungen im Zug auf und zu, singen, kreischen und trampeln im Takt, während ihre Mütter, die Heiligen, milde lächeln, dass ihr sanguinisches Ungetüm auch zur Abwechselung andere nervt.
Nichts gegen spielende Kinder. Doch ehedem konnte das Grenzen überschreitende Kind des Widerspruchs gewiss sein, eines Widerspruchs, der bisweilen einst zu engherzig ausfiel. Doch nur wenn Erwachsene als Regulativ in der Öffentlichkeit agieren können, ist eine Erziehung des Nachwuchses als gesellschaftliches Wesen möglich. Während man früher infolge des Alterns Rechte erwarb, wird nun dem Alternden das Recht genommen und unverdient der Nichtwissende in den Stand eines Entscheidungsbefugten gesetzt. „Wenn Du einmal groß bist“, bekommst du mehr Rechte. Das gilt nicht mehr. Die Rechte stehen vor dem Erwerb der Fähigkeit sie auszuüben.
„Kinder dürfen kein Lebensrisiko sein“. Ja warum denn nicht? Wo kommen wir hin, wenn wir uns alles bestellen, was wir nicht bezahlen können? Man schmückt sich mit dem Nachwuchs und möchte Alimente. „Mutter“ soll sogar ein Beruf sein. Tatsächlich ist das eine Nebentätigkeit, die man ausüben können sollte – oder auch nicht. Empfohlen sei selbstverständlich eine ordentliche Beziehung mit Kindern, aber auch eine Halbtagsbeschäftigung der Frau vom 3. Lebensjahr des Kindes. „Kitas“, wie das entsetzliche DDR-Wort für Kindertagesstätten und Kindergärten im Jargon einer ökonomisierten Gesellschaft heißt, sollten für Kinder unter zwei Jahren gar nicht existieren und bis zum 3. Lebensjahr müsste die Tageszeit auf vier Stunden begrenzt sein. Ein Kind gehört zunächst zur Mutter! Geldzuwendungen sollten damit aber nicht verknüpft sein, vielmehr sind die öffentlichen Bildungsstätten, Einrichtungen und Universitäten stattdessen kostenlos, aber leistungsbezogen, frei zugänglich zu machen.
Der direkte Geldstrom an die Familien sollte versiegen, da schon jetzt die Belastung für Kinderlose unzumutbar in die Höhe schnellte. Eine Mutter erhält Kinderanrechnungszeiten (für die nichts in die Rentenkasse eingezahlt wurde), Familien erhalten Kindergeld (das deutlich zurückgefahren werden sollte) und Verheiratete haben einen finanziellen, weil steuerlichen, Vorteil. Das Argument, Kinderlose sollten eine niedrige Rente erhalten, ist ein unverschämtes, denn Renten werden auf Grund von individuellen Zeit - , und Geldkonten gezahlt, die aus einer spezifischen Tätigkeit erworben wurden. Sie sind personenbezogen. Wer einen anderen Lebensstil wählt, macht dies aus Eigennutz und selbstverantwortlich. Hilfen und Vergünstigungen gibt es, ein paar wurden genannt, en masse.
Das Grundproblem der gefühlten persönlich leeren Kassen, ist der eigene, maßlose Lebensstil und selbstverständlich eine Realität, die Fakten und Abhängigkeiten schafft. Die Technisierung hat nicht nur partiell das Leben erleichtert (nicht einmal das gilt auf allen Feldern), sondern auch immens verteuert. Der Massenmensch klagt an - aber er will nicht logisch über die wahren Ursachen seines Dilemmas nachdenken. So kommt, was kommen muss, und die Maßvollen werden im Taumel, den Idioten veranstalten weil sie von Idioten erzogen wurden, erschlagen.
Unfassbar! Was machen eigentlich Zweijährige im Kindergarten?
Kommentar von Campo-News — 16. August 2010 @ 09:11
Sehr gut!!!!!!!!
“Hier ist Kinderlärm Zukunftsmusik und aufgeschäumte Milch das Manna des Bionade-Universums, in dem praktisch alles “bio” ist - selbst der schwarze BMW X3 und all die anderen coolen Offroader, mit deren Hilfe die Biokartoffeln und Ökokarotten aus der “LPG” ins durchgestylte Heim gekarrt werden…Zur Wohnungsbesichtigung wird er selbstverständlich als gleichberechtigter Immobilienexperte mitgenommen. Erfahrene Maklerinnen wissen zu berichten, dass auch hier die letzte Entscheidung über den Abschluss eines Mietvertrags gerne dem Vierjährigen überlassen wird: “Würdest du dich denn hier wohlfühlen, Alexander?”
Kommentar von Campo-News — 26. August 2010 @ 11:30
Das ist natürlich prinzipiell richtig, aber diese Debatte lenkt ohnehin ab.
Kommentar von Campo-News — 2. September 2010 @ 15:48
Unfassbar! Lärm soll schön sein! Kann man nicht leise spielen? Kann man sich nicht leise amüsieren? Nein, sie lernen schon in der “Kita”, dass der Ballermann das Nonplusultra sei.
Kommentar von Campo-News — 14. Januar 2011 @ 11:43
Gute Frau - Meine Frau empfindet viele deutsche Kinder als asozial im Sinn des Wortes: als sozial nicht kompetent, als nicht vorbereitet auf adäquates Verhalten in Gesellschaft. Sie ist Irin, die Gesellschaft, aus der sie kommt, tickt anders in Sachen Erziehung. Manieren sind dort wichtig, Kinder wissen, wann sie sich zurückhalten sollten. - http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,756703,00.html
Dazu passt auch das - http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/soziale-apokalypse-ebenfalls-nicht-mehr-abwendbar.html
Kommentar von Campo-News — 26. April 2011 @ 10:45
Sehr gut - Im Vergleich zu heute aber waren das goldene Zeiten, denn mittlerweile wird die Autorität komplett an die Kinder abgegeben. Und obendrein auf deren geistiges und sprachliches Niveau herabgestiegen. In meiner Kindheit haben die Mütter sich noch wie Erwachsene vorgestellt: Guten Tag, ich bin Frau Reinhard. Heute heißt es: Hallöchen, ich bin die Mama von der Vanessa-Lara und dem Paul-Patrick.
Dreijährige Despoten werden durch den Supermarkt gekarrt und bei jedem Artikel um Kauferlaubnis gebeten. Früher gab es in den meisten Familien mindestens zwei Kinder. Zeit und Geld waren knapp, und solche Mätzchen wie Kindergartenkinder in Fragen der Haushaltsführung zu konsultieren oder zweistündige Schlafenszeitrituale abzuziehen, konnte man sich in Arbeiterfamilien nun mal nicht leisten. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/erziehungsverweigerung/
Kommentar von Campo-News — 7. Juni 2011 @ 11:49
Lieber nachgeben als abweichen lernen sie schon früh - http://www.focus.de/schule/familie/erziehung/psychologie/gruppenzwang-unter-vorschulkindern-die-macht-der-gruppe-setzt-sich-durch_aid_678049.html
Kommentar von Campo-News — 25. Oktober 2011 @ 16:50
Und wer, verdammt, zahlt nun? Keiner? Ist diese Republik wirklich in Kinderhand und infantil bis zum Untergang?
Fünfjähriger fährt Rentner an: Aufsichtspflicht verletzt? - http://eltern.t-online.de/fuenfjaehriger-verletzt-rentner-aufsichtspflicht-nicht-verletzt/id_53344712/index
Kommentar von Campo-News — 20. Januar 2012 @ 16:24
Prinzipiell eine gute Sache - http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,812885,00.html
Kommentar von Campo-News — 3. Februar 2012 @ 11:24
Und das ist das Wirken der größeren Kinder - Anlass für die harsche Bemerkung ist die Behauptung der „Grünen Jugend Hessen“ in einer Pressemitteilung vom 24. November 2011, dass „politisches Tanzen am Karfreitag durchaus legal sei“. Ferner halten die Grünen das Hessische Feiertagsgesetz und die darin enthaltenen Regeln zu den „Stillen Tagen“ für „absurd“ – diese Bemerkung kam ausgerechnet am 24. Dezember 2011 in einem FAZ Artikel! - http://www.cdu-politik.de/www/cdupolitik/wordpress314/2012/02/04/grune-versus-migrantenverbande-ein-kunftig-immer-haufigeres-szenario/
Kommentar von Campo-News — 5. Februar 2012 @ 20:01