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18. April 2008

Genderstriemen

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 11:29

Es geht, das sei unermüdlich betont, nicht um die Versagung eines tragischen Triebes, oder gar der Vorenthaltung einer rechtlichen Gleichstellung, wohl aber um die Benennung der wirklichen Ursachen, sowie einer Infragestellung der fatalen medialen Heroisierung eines letztlich destruktiven Lebensstiles.

Wie immer bemüht sich SPIEGEL um die Erhöhung der Dekadenz, also der Arroganz derjenigen, die sie am wenigsten nötig haben. „Hundert Jahre Weiblichkeit“ heißt der Artikel, in dem die lesbische Autorin Annemarie Schwarzenbach (gestorben in einem für sexuelle Minderheiten durchaus üblichen Alter von 34). Trotz krampfhaftem Bemühen gelingt es Susanne Beyer nicht, Verwegenes in nachahmenswerter Pose anzuempfehlen, weil schlicht die Fakten dagegen stehen. Wie noch immer der ohne Frage talentierte Klaus Mann als weißer Mephisto – trotz extrem dunkler Seiten – gepinselt wird, bleibt ein ewig währendes Rätsel. Dass dann die rundgesichtige, gedrungene, hüftbreite, aber weiblich sprechende, „lediglich“ Frauen liebende Therese Giehse als „völlig unweiblich“ beschrieben wird, ist der Gipfel der Infamie, den jene stets begehen, deren Ziel die banale Vereinnahmung ist, doch deren unmittelbare Folge die Entwürdigung, ja im Grunde umgedrehter Sexismus entstehen lässt.

Da wird also auch Schwarzenbach dorthin – und hoch gehoben, wohin sie gar nicht wollte. Neugenderismisch muss ja alles gut sein, wenn’s besonders daneben geht. Doch wie AS es wirklich sah, liest sich so: „Sie empfand sich selbst als modern, aber sah in ihrer Modernität lediglich den Ausdruck ihrer schwierigen Natur, ihres unglückseligen Schicksals: Dass sie Frauen begehrte, sich wie ein Junge gab, das alles lag nur an ihrem verkorksten Verhältnis zu ihrer Mutter – so stellte sie es einmal einem Psychiater dar.“

Und das ist auch gut so. Ein kritischer Mensch wird auch eigene Abseitigkeiten, Krankheiten und Kränkungen, Konstruktionen und Destruktionen, in schonungsloser Klarheit benennen. Alles andere ist Ideologie. Zum Beispiel: die psychischen Krankheiten und schwerste Abweichungen wie Transsexualismus oder auch Homosexualität als lebens – und liebenswerte, gleichrangige Sexualität als Lüge durch die Welt schrillen lassen. Die Wirklichkeit sieht am Beispiel Schwarzenbach: Fast ausschließlich liegt auch hier die Schuld bei der Mutter, die ihre Tochter quasi als Jungen erzog. In Zeiten, da die geschlechtunspezifische Erziehung, resp. Nichterziehung zur Norm, also das Pathologische zum Regelfall und somit Verbrechen bereits institutionalisiert sind, wäre auf das, was Schwarzenbach selbst beschreibt, viel mehr zu hören, als auf jenes zu schauen, was man aus ihr drechseln will.

3 Kommentare »

  1. Das Zitat in Anführungszeichen gibt es nicht. Da wird geschlossen, was so nicht im Text steht - http://www.soester-anzeiger.de/sport/sport-mix/boxer-manny-pacquiao-homosexuelle-schlimmer-als-tiere-zr-6129053.html

    Kommentar von Campo-News — 19. Februar 2016 @ 08:39

  2. In einem Merkblatt der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft, das auch in deutscher Übersetzung verfügbar ist, kann man nachlesen, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens über die exakten Ursachen gibt, die zur Ausprägung einer individuellen sexuellen Orientierung führen. Vieles wurde untersucht, doch kein Faktor, weder genetisch oder hormonell, noch kulturell oder sozial, wurde gefunden, von dem man sagen könnte, er determiniere die sexuelle Orientierung des Menschen. http://diekolumnisten.de/2016/03/16/bin-ich-schwul-bist-du-lesbisch/

    Kommentar von Campo-News — 17. März 2016 @ 08:26

  3. http://www.focus.de/politik/videos/handschlag-iran-haelt-umweltministerin-hendricks-fuer-einen-mann_id_6045309.html

    Kommentar von Campo-News — 9. Oktober 2016 @ 09:04

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