Campo de Criptana




15. Mai 2009

Deutsche zwischen gestern und morgen

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 08:30

Gedanken nach einer Reise nahe des Neandertales

Einst freuten sie sich über Adi den Pösen

Heute sind sie adipös.

 

Der Deutsche schaut in den Spiegel und schreit: sympathisch

Der Spiegel flüstert zurück: apathisch

 

Seit dem Ende der Systemzeit war ich – bis gestern - nicht mehr in Wuppertal-Oberbarmen. Man sollte es Erbarmen nennen. Aber was macht dann die berühmte Krankenkasse?

 

Jede falsche Wetterprognose (selbst für die nächsten 12Stunden),  erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass selbst bei dem gemeinen Deutschen, der diese Bezeichnung noch immer wörtlich nimmt, die Erkenntnis wächst, dass auf eine 100 Jahres Wetter-Prognose aus den selben geschmierten Häusern, so viel zu geben ist, wie auf die Weissagung des alten Grützkopfes zu Esoterra.

 

Die gepiercten, tätowierten und anderweitig verunstalteten Körper, wachsen zahlenmäßig so, wie die Kluft zwischen Arbeiterklasse und Führern schrumpft. Sodann redet man sie als „die Masse“ an: Am Ende sind sie Einzelne. Unerreichbar.

 

Das unterirdische Leben des Jahres – sagen wir mal im Bergwerk anno 1898 – ist seit geraumer Zeit auch „oben“ öffentlich zu besichtigen. Ich meine: Fressen, Pissen und Sonstiges. Wer zweifelt noch, dass Eugen Richter oder Arthur Schopenhauer Recht hatten?

 

70% der deutschen Frauen über 45 tragen einen Altherren-Klobürstenschnitt, ab 70 nur echt mit dem taubengrauen Mantel. Maximal 20%, selbst der jüngeren Frauen, tragen noch Kleider. Warum auch?

 

Geschätzte Hartz 10 auf der nach oben offenen Sarrazin-Skala repräsentierend, bewegen sich 25jährige – zum Laufen kaum noch fähig – allein auf dem Gehweg, der für vier gedacht war. Wer durch deutsche Großstädte geht, weiß, dass alles vorbei ist.

 

„In Deutschland“, sagt im SPIEGEL der britische Komiker Michael Palin, „musste man mit Witzen über Hitler zwölf Jahre lang sehr vorsichtig sein.“ Selten so gelacht!

 

Aber wirklich witzig wird es erst, wenn Guido Westerwelle Außenminister, Transsilvana Koch-Mehrin Integrationsbeauftragte und Cornelia Flitz-Piepe Bildungsministerin wird. „Jamaika“ würde dann, wie Jamaika halt ist. Und wenn Frau Göring-Eckardt („Pippi Langstrumpf“ auf die Focusfrage, wer sie
früher habe sein wollen, Lieblingsfigur „Sophie Scholl“, Lieblingsbuch „Die Bibel“, Lieblingsmalerin Frida Kahlo, Lieblingsfilm „ein guter“), Umweltministerin wäre, dann würde sie auch „bis 2040“ in Deutschland aus „100% erneuerbare Energien“ schöpfen. Ihr „Glaube an Gott“ treibt sie dabei an, diesen „Traum von einer besseren, ökologischeren, gerechteren und friedlicheren Welt“. Mehr Gesülze war nie! Doch was nicht ist, wird sicher werden.

 

 

 

3 Kommentare »

  1. Siegreiche Schülermannschaften dürfen nicht mehr jubeln. Die Gleichheitsidee treibt absurde Blüten. Vorerst in der Schweiz, aber SO funktioniert in Wirklichkeit auch der Schawahnismus.

    Von Silvia Blocher

    Kurz vor den Sommerferien steht für die Schüler jeweils ein sportlicher Höhepunkt bevor: der Sporttag. Dieser hat sich durch all die Schulversuche und Umkrempelungen der letzten Jahre standhaft halten können: Schnelllauf, Hoch- und Weitsprung werden hier getestet, und im Stafettenlauf gilt es, als Gruppe erfolgreich zu funktionieren. Am Nachmittag finden dann die beliebten Ballspiele statt. So war es früher.

    Zeugnis zeigen verboten
    Im Gespräch mit einer jungen Mutter werde ich über die neuen Entwicklungen aufgeklärt: Heute dürfen die Klassen keine eigenen Teams für die Wettspiele mehr aufstellen, sonst würden «ungesunde Situationen» entstehen, weil Einzelne oder Gruppen ja besser als andere sein könnten. Es gebe darum nur noch klassendurchmischte Teams. Es sei den Kindern auch verboten, einer siegreichen Mannschaft zuzujubeln; das könnte die Verlierer traurig stimmen. Jubeln, Bravo rufen oder klatschen dürften die Kinder nur bei einem Unentschieden! Ungläubiges Nachfragen ändert nichts, die Mutter bestätigt ihre Worte. Jetzt wird vieles klar. Das ist Ausfluss der von der Erziehungsdirektion verordneten Ideologie: «Alle sind gleich.»

    Gemäss dieser Ideologie darf es auch keine Noten mehr geben. Bewertungen gelten als diskriminierend, da sie die Gleichheitsidee der Gutmenschen verletzen. Wettkämpfe im Sport fördern wie Noten den Willen zu Leistung, Fleiss, Einsatz, Selbstbehauptung, Ehrgeiz, Wettbewerb. Sie lehren das Kind nicht nur, die eigenen Stärken zu erkennen und diese weiter zu entwickeln, sondern auch Niederlagen anzunehmen, zu ertragen und das Beste daraus zu machen.

    Das darf in der heutigen Schule offenbar nicht mehr sein. Elisabeth Moser Opitz, Professorin für Sonderpädagogik (Schwerpunkt Bildung und Integration) an der Universität Zürich, schrieb in der NZZ: «Eine ‹Schule für alle› hat den Anspruch, dass Schüler unabhängig von ihren Leistungen gemeinsam den Unterricht besuchen und dass die individuellen Lernfortschritte kompetenzorientiert betrachtet und bewertet werden. Die gängigen Beurteilungssysteme mit Noten stellen dagegen ein Mittel zur Selektion und zur Einteilung von Lernenden in verschiedene Leistungsgruppen dar und laufen den integrativen Bestrebungen zuwider.» Zwar wurden unter politischem Druck die Noten beibehalten, aber die Theorie bleibt. In der Realität führt dies zu grotesk anmutenden Situationen: Meine Enkelin erhielt diesen Frühling als Zweitklässlerin ihr erstes Zeugnis. Seltsam bedrückt sass sie in der Stube. «Wie ist dein Zeugnis? Hast du Freude daran? Ich bin ganz neugierig, wie das heute aussieht.» Sie blickt stumm zu Boden. Was ist nur los? Sind die Noten schlecht? Der Vater fordert das Kind auf, das Zeugnis zu holen, sie habe ja so gute Noten. Da bricht das Kind in Tränen aus: «Ich darf das Zeugnis nicht zeigen. Die Lehrerin hat es verboten. Nur die Eltern dürfen es anschauen.»

    Nordkorea im Kanton Zürich
    Eltern in einer anderen Gemeinde des Kantons Zürich freuten sich über das erste Zeugnis ihres Sohnes. Spontan lud die Mutter ihre Familie zum Auswärtsessen ein. Der Knabe reagierte nicht wie erwartet mit einem Freudengeschrei, sondern verschwand still in seinem Zimmer. Die Mutter verstand die Welt nicht mehr und fragte nach. Doch, doch, er freue sich schon. Er müsse nur aufpassen, dass ihn niemand sehe. Die Lehrerin habe noch extra gesagt: «Nicht dass man dann heute Abend feiere.» So klein und schon Opfer der von der Erziehungsdirektion verordneten Indoktrination!

    Nach dieser darf es keine Stärkeren und keine Schwächeren geben, keine Gescheiteren und keine Dümmeren, keine Schnellen und keine Langsamen, keine Vorlauten und keine Besonnenen. Und weil das Leben die einzelnen Menschen weder gleich ausstattet noch gleich behandelt, greift man zur bekannten Methode der kommunistischen und anderen Diktaturen: Man missbraucht die Strukturen und die eigene Macht und trichtert den wehrlosen Kindern Ideologien ein, die nichts mit der Lebenswirklichkeit zu tun haben und die – wie alles Weltfremde – unsere Kinder auf ihrem Weg ins Leben behindern.
    Das Leben stellt Aufgaben und verlangt deren Lösung. Verordnete Gleichheit gibt es nur noch in Nordkorea – und anscheinend im Kanton Zürich.

    Kommentar von Campo-News — 23. Juli 2010 @ 07:10

  2. Deutschland war für ihn das Land der Zukunft, nicht der Vergangenheit, das Land der rasanten Autos und Züge. Der Deutschunterricht war der Weg, auf dem er sich seiner Zukunft nähern wollte.

    “… muss man auch an den Feuersturm von 1943 erinnern …”

    Günters Worte flattern an Apollo vorbei wie exotische Schmetterlinge. Er schaut nach rechts und sieht den Inder, der schon wieder mit Mutti telefoniert.

    “… kamen mehr als 35 000 Menschen ums Leben …”

    Apollo reckt den Hals. Vorn kichert jemand. Vermutlich die Schwedin oder eine der Spanierinnen.

    “… dass dort ein Massengrab existiert”.

    SPON

    Kommentar von Campo-News — 1. August 2010 @ 11:30

  3. “Schwarz-Rot-Gold - Erkennungszeichen für leichte Beute” - http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,789515,00.html

    Kommentar von Campo-News — 1. Oktober 2011 @ 16:36

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