Gregor Gysi
FRONTAL 21 berichtete in der gestrigen Sendung, Gregor Gysi habe dem TV-Magazin Zitierungen aus dem Untersuchungsausschuss des Bundestages untersagt, also aus dem offiziellen Bericht, der seinerzeit über die Nachforschungen bezüglich Gysis eventueller nachrichtendienstlicher Tätigkeit erstellt wurde. Dies liegt auf der Linie, da doch mehrere Stasi-Verdächtige jede Spekulation, jede Hinterfragung der Vorkommnisse, ja selbst die Benennung klarer Fakten hinsichtlich ihrer Person der Öffentlichkeit, vor allem den Medien, verbieten lassen wollen. Es gehört zu dem von mir schon vor Jahren festgestellten Plan die Gesellschaft umzumodeln - geduldet von Teilen der Justiz und Teilen der Presse, die daran ein revolutionär zu nennendes Interesse haben.
Bis zum Wahltag im September, erstellte ich ja immer wieder im Abstand von ca. zwei Wochen ein Thema mit dem Titel “Bramarbas”, welches kurz und knapp alles was zu Gysi zu sagen wäre, beinhaltete. Es ist nach den oben genannten Infos wieder einmal soweit.
Bramarbas
Wer ist eigentlich der Herr Dr. Gysi, dem manche ein böses Wort hinterherwerfen, obwohl er sich doch weigert ein „temporär begleitender Beobachter mutmaßlicher Anti-Gerechtigkeitsbefürworter“ gewesen zu sein!?
Nein, nicht Barnabas. Der starb – man weiß es nicht so genau – am Kreuz (in der Anthony Quinn – Version) oder durch Steinigung. Sprüche gibt es: „Barnabas / macht Baum und Dächer nass.“ „An Barnabas die Sonne weicht, / an Lucia wieder her sie schleicht.“ – und einer wurde nach ihm benannt Ronald Barnabas Schill. Doch wer ist Bramarbas? Er vielleicht?
Foto: Tanja Krienen-Archiv
Da steht er nun. Das Kinn vorgereckt, der Anzug grau, das Getränk: ein Glas Wasser! Immerhin: ein fast gefülltes Glas Wasser. Ein üppig gefülltes Glas Wasser! Luxus! Die hohe Kopfstimme sirrt bis an den letzten Tisch. Wer nicht auf die Worte hört, empfindet „das Geräusch an sich“ ähnlich einer Säge, einer kleinen zwar, aber immerhin doch einer Säge - Kreis, - Kreisch, - oder Nerven, oder: alles zusammen. Es ist aber keine, sondern, was man irgendwann bemerkt, manchmal auch nur ahnt: seine Stimme.
Gysis Brille kuckt schlau…und schelmisch. Er feixt mit Ansage. Er spielt sich sein Publikum zurecht. Er wird manchmal auch inhaltlich verstanden. Wenn sie ihn verstehen, klatschen sie, johlen sie mitunter – in Absprache besonders gern in sozialdemokratischen Fernseh-Studios. Der Moderator lächelt dann süffisantsibel. Verstehen sie ihn nicht, lächeln sie trotzdem weiter – irgendwer wird es schon lustig finden und morgen im „Roten Reporter“, der auch “Super-Illu-Roter Reporter“ oder „Roter Reporter in BILD“ heißen kann, kommentieren.
Gysi will lustig sein. Die Gags liegen bärtig auf dem Tisch. Er weiß das, lacht konzentriert an den Stellen, die dazu da sind - und hat sich vorsorglich glatt rasiert. Frohsinn innerhalb des Puhdys, Karat und Silly-Zirkels, dort unten, wo nicht einmal das Licht einen Schatten wirft. Froher wirken nur Herr Maurer und Herr Ernst, der ja auch schon so heißt. Die Arbeiter-Avantgarde als höchste Steigerung einer Burlesken in mehreren Akten.
Die deutschen Rentner gingen seit neuestem geduckt und sähen wenig optimistisch aus, im Gegensatz zur Nachkriegsgeneration, psychologisierte Gysi neulich in „3 nach 9“ (womit nicht gesagt ist, es säßen dort Neunmalkluge lachend, schmunzelnd und sich liebend herum, sondern nur Giovanni Lorenzo, Amelie, die friedfertige, und ein paar „Gäste“ - wie seriös eine Arabella Kiesbauer neben Gysi wirkte, war wirklich beachtlich – wenig erstaunlich, ganz nebenbei, dass das einzige anwesende künstlerische Talent, Andreas Dorau, in diesem Milieu unterging).
Ja, Gysi war krank und hat nun viele Teile in seinem Körper, die eigentlich nicht da hinein gehören (und die im Sozialismus auch erst nach seinem Tod erfunden worden wären). Was wir auf dem CAMPO beobachten konnten, haben wir ja schon geschildert Neuwahlschock Gysi im Krankenhaus
“Das Verfahren gegen Erich Honecker war zu keinem Zeitpunkt rechtsstaatlich…Das aber bedeutet, dass auch die unglückseligen, sogenannten Mauerschuetzenprozesse eingestellt werden muessen.” PDS-Info Nr. 663, vom 13.1.1993
So eine Hetze aber auch, wenn man Herrn Gysi fragt, wo die 6 Milliarden (!) SED-Vermögens geblieben sind: Bei den Genossen? Bei den Islamisten?
Finanzierungen
SED-Vermögen
Das wahre Gesicht der SED
War Gysi Stasi-Spitzel? Ach was, wenn dann sicher nur „temporär begleitender Beobachter mutmaßlicher Anti-Gerechtigkeitsbefürworter“ Die ganze Geschichte
Gysi räsoniert, rennomiert, schwadroniert, bramarbasiert, barbarisiert und kommuniziert, wenn der Tag so lang ist, wie der Sprecher langweilig:
“Sozialistische Politik nach dem Untergang des Staatssozialismus bedeutet, die Entwicklungspotentiale des Wettbewerbs in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Bildung, Medien und Kultur von der Dominanz der Kapitalverwertung zu befreien bzw. sie davor zu bewahren und ihre patriarchale Verfaßtheit zu überwinden. Mit einer Kette aggressiver Reformen hat der Neoliberalismus in den letzten zwanzig Jahren den Abriß des fordistischen Wohlfahrtskapitalismus begonnen. Wer den neuen Bedrohungen begegnen will, darf nicht zulassen, daß sie sich gegen jene richten, die sich am wenigsten dagegen wehren können. Dazu bedarf es eines neuen Gesellschaftsvertrages. Die Macht der Politik hängt wesentlich von den Kräfteverhältnissen in der Gesellschaft und vor allem in der Wirtschaft ab. Es geht um einen neuen Entwicklungsweg, der den sozial gebändigten Kapitalismus der Nachkriegszeit ablöst. Es steht nicht weniger als der Umbau der Weltgesellschaft selbst auf der Tagesordnung.“ (aus Gerechtigkeit ist modern Eine notwendige Antwort auf Gerhard Schröder und Tony Blair. Gregor Gysi: Zwölf Thesen für eine Politik des modernen Sozialismus Herausgegeben von der Bundesstiftung Rosa Luxemburg August 1999).
Richtig, deshalb zur Erinnerung - Was die neue SED wirklich will
Gregor ist und blaibt unser Meister.
LANG SOLL ER LEBEN
Kommentar von vaterlandslose-gesellen — 22. Mai 2006 @ 10:04
Aha, der Gregor ist der Beste - eben weil er anderen den Mund und das Nachdenken verbieten will? Ist das die geistige Freiheit die “Vaterlandslose Gesellen” und “Unionbürger” meinen? Kaum zu glauben…
Kommentar von Campo-News — 30. Mai 2006 @ 11:45
Jetzt geht´s los! Jetzt geht´s los!
Kommentar von Campo-News — 7. Juni 2006 @ 16:56
Es ist wirklich zu lustig! Da bittet, ja fleht Henryk M. Broder Gysi um Hilfe, da antwortet dieser dem “lieben Henryk” und nun verlinkt Broder auf einen Beitrag der Jungle World seines Spezies Bozik, der die PDS der Israel-Feindschaft bezichtet. Dies macht er mit den folgenden Worten, die angesichts dessen, was hier im Eröffnungsbeitrag zu Gysis SED-Wende-Finanzierung steht, resp. verlinkt ist, eine weitere Farce des Broderschen Politikgebäudes darstellt. Die JW schreibt:
“Über den letzte Akt dieser Geschichte der SED/PDS berichtete der Tagesspiegel im Jahr 2005. Sage und schreibe 75 Millionen DDR-Mark, also über 19 Millionen Euro, soll die Partei demnach im Mai 1990, also noch nach der Entschuldigung der Volkskammer, einer dubiosen, gerade erst gegründeten »Islamischen Religionsgemeinschaft« mit Sitz in einer SED/PDS-Immobilie gespendet haben. Dazu kam noch ein Darlehen in Höhe von 53 Millionen DDR-Mark. Der Vorsitzende der so großzügig bedachten Organisation, Abdel Younes, wurde vom westdeutschen Geheimdienst in Zusammenhang mit dem Olympia-Attentat gebracht. Die Stasi ordnete ihn der PLO-Organisation Al-Fatah und dem militanten PLO-Führer Abu Moussa zu.
Mit seiner Firma Gulf soll Younes auch an Waffengeschäften mit der PLO beteiligt gewesen sein. War der Scheck als Solidaritätsbeitrag für den antiisraelischen Befreiungskampf gedacht? Wie auch immer. Der Deal platzte, weil Younes den Scheck zu spät einlöste, nachdem das neue Parteiengesetz bereits in Kraft getreten war.
Sollte in der Linkspartei eine ernsthafte Auseinandersetzung über Antizionismus beginnen, dann kann das nicht nur eine akademische Übung sein, dann muss es auch um ganz konkrete Vorgänge in der Vergangenheit gehen, für die nicht nur die Partei ganz allgemein, sondern auch konkrete Personen im Speziellen eine Verantwortung tragen. Eine Erneuerung der Erklärung der Volkskammer von 1990 wäre ein erster Schritt.”
Kommentar von Campo-News — 8. November 2006 @ 19:28