Campo de Criptana




24. März 2006

Rock´n roll swindle

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 15:45

Die Musik-Kretins von RTL haben wieder einmal zugeschlagen

Von Tanja Krienen

Zweihunderttausend bei Pink Floyd
Sie hatten Venedig dem Untergang geweiht
Von denen die ihr dachtet dass es sie nicht gibt
Sind zahlreich, dumm und grausam und sie haben gesiegt
Freiheit nennen sie es dass man wählen kann
Zwischen Boa U2 oder Grönemann
LÜGE nenn ich es, es ist NÖTIGUNG
Ihr kauft was man euch aufschwatz und ihr kauft es stumm
20 Jahre Woodstock: Ha! Frieden und Liebe!
Die armen Irren wussten nichts von der Rock-Horrormühle
Und sie kaufen wie wild von dem jammernden Mann
Diesem dummen Stück Scheiße, das nur ein Lied kann
Aus Aua Aua, aufhören das tut weh!

Hängt Joe, Die goldenen Zitronen, 1990

People try to put us d-down (Talkin’ ’bout my generation)
Just because we g-g-get around (Talkin’ ’bout my generation)
Things they do look awful c-c-cold (Talkin’ ’bout my generation)
Yeah, I hope I die before I get old (Talkin’ ’bout my generation)

This is my generation
This is my generation, baby

Who

Die 50 besten Rockstars wollte man gestern auf RTL präsentieren, doch heraus kam das Durchschnittseinerlei, welches die Einheitsgesichter, Durchschnittsesser, Einheitsdeutschen, Durchschnittsintelligenten, Einheitshörer und Durchschnittsmenschen als „geil“, „hammerhart“, „voll gut“ oder, der Gipfel der Anbiederung: „die haben sich echt verdient gemacht“ phantasievoll umschrieben.

Meine grundsätzliche Meinung zu Kunst und Kultur habe ich ja schon HIER dargelegt (und ein paar alte TK-Fotos aus jenen Tagen sind darin auch zu sehen. Wichtig auch dieser Text - LIVE-AIDS. Ganz besonders wichtig aber dies Music of freedom

Und da saßen sie auch herum, diejenigen, die ihren „Musikgeschmack“ darlegen durften: die nicht mehr als grenzwertig-debil zu bezeichnende Nina Hagen, der nun nicht mehr Proll-Imitator geltend könnende Atze Schröder, Herr Ohnesinn G. Jauch, irgendwelche ostzonalen und ohnehin mit keiner Musik aufgewachsenen Moderatoren und oder tatsächliche Axel Schulze´s, Helge „keine Ahnung von Politik und Musik“ Schneider, mein persönlicher Liebling der 3. Welt-Jammer-Issu-ka-Aff-Halleluja Xavier Naidoo, und das Ganze unter der Regie des Dauergrinsers Geißen - kurzum, alles was je weder gegen einen Ball, noch gegen eine Elton John-Schallplatte trat, versammelte sich um letztlich auch vier deutschen Vertreter des personifizierten Grauens Niedecken, Lindenberg (meine Güte, meine Güte – dass das Schmiermäxchen sich noch erdreistet, ein Bild von ihm in Kopulier-Stellung für die Sendung zu zeichnen), die Prollgröhl-Combo Tote Hosen, und die „Skorpions“, mit in den Olymp zu nehmen. Es fehlte eigentlich nur PUR. Wieso nur?

Die Kriterien für diese größte Dummheit auf deutschen Sendern seit mindestens einem Jahrzehnt, waren auch nicht im Ansatz auszumachen. Wenn es wirklich um Rockstars, also um Einzelpersonen ging – ja wo war sie denn, die ganze Garde der Klassiker von Jerry Lee Lewis über Elvis Presley und Gene Vincent bis hin zu Eddie Cochran?

Wenn es um Gruppen ging, bitte wo ist die Grenze zum Rock, wenn schon die Beatles (die jedoch mehr Rockmusik produzierten, als all die siffenden Seichter von Dire Straits über Simply minds bis zu den ertraglosen U2) nicht vorkamen? Und bitte: was machten dann dort die huftrampelnde Gesäßstelze Tina Turner oder die Grotteneule Alanis Morissette? Erstaunlich, dass immerhin The Sweet, CCR oder Cure auf die Liste gelangten. Überraschend, dass nicht auch noch Dünnbacke Phil Collins und der gnadenlos phantasielose Peter Gabriel oder Ekelpekekel Prince dort auftauchten.

Das Gegröhle von Jimi Hendrix und Janis Joplin mussten wir seinerzeit - gottlob - nur kurz ertragen (dann waren sie weg), den aufdringlichen Tuntenscheiß vom Hasenzahn Queener leider etwas länger, aber in welchen Verhältnissen leben wir, wenn statt The Who, Sparks, Sex Pistols oder Stray Cats, die Welt zuerst mit Bombastrock (warum empfindet man nicht endlich ein anderes Wort dafür z.B. „Brömmelbrumpfbummbumm“) zugedröhnt wird und anschließend dem richtungslosen Lärm frühgealterter Altherrendarsteller oder Links-Piefkes aus deutschen Lande, deren Texte man zudem auch mit großer Anstrengung nicht verstehen kann, auch noch gehuldigt wird? Der einzige sympathische Mensch in der Sendung war der ca. auf 45 Jahre zu schätzende H.I.M. Sänger (der jedoch erst 29 ist), aber neulich durch eine außerordentliche formidable Aktion, die durchaus von mir hätte sein können, von sich reden machte.

Musik ist aber DAS! Und was sind jene, gegen die kalkulierten Nichtse?

Gene Vincent (1935-1971) auf dem Hollywood Boulevard mit seiner obligatorischen Fußstütze (nach dem schweren Unfall 1962 bei dem Eddie Cochran starb.)

TK 20 Jahre später an derselben Stelle, nach einem ebensolchen schweren Unfall (siehe unten), der 1 ½ Jahre vorher passierte. Leider hatte ich – in Kenntnis des Originalbildes – den Spiegeleffekt nicht bedacht.


Zeitungsausschnitt: TK-Unfall vom 11.12.1985

Da sagte die komische Ostmotte noch sinngemäß: „Ein Rockstück mit Klavier, habe ich ja noch nie gehört.” Kann sein, nein, sogar ganz bestimmt - dieser DDR-Klampfkrampf (von Operette zu Operette) der sich Rockmusik nannte, hatte vor allem mal Noten nötig! Die ganze westliche Tradition ist seit 1 ½ Jahrzehnte völlig dahin. Völlig! Weshalb auch „The Wall“-Schwachsinn der Dumpfrockmalocher Pink Floyd der übelste Event der Musikgeschichte war.


Sid Vicious, Sex Pistols (Mai 1957-Februar 1979)





5 Kommentare »

  1. Wann gibt es denn endlich ein Tanja-Krienen-Museum, oder wenigstens mal eine Ausstellung?

    Kommentar von xx — 25. März 2006 @ 16:03

  2. …oder wenigstens eine Stiftung!?

    Ja, da habe ich schon dran gedacht, vielleicht mache ich das mal - ich habe ja noch Zeit, viel Zeit…

    Kommentar von Campo-News — 25. März 2006 @ 16:13

  3. Und wo haben diese unmusikalischen Deutschen eigentlich die Pogues hingesteckt?

    British rules

    Kommentar von Campo-News — 27. März 2006 @ 16:37

  4. Bono Rocks !

    Kommentar von U2 — 31. März 2006 @ 11:34

  5. Mit diesem Bobo-”Rock”? Und wenn er dann noch spricht!

    Nein, die Goldenen Zitronen haben Recht -

    Freiheit nennen sie es dass man wählen kann
    Zwischen Boa, U2 oder Grönemann
    LÜGE nenn ich es, es ist NÖTIGUNG

    Kommentar von Campo-News — 31. März 2006 @ 15:17

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

Weblog counter