Die eine und die andere - von Botho Strauß
Von Tanja Krienen
Unbeschreibliches sah ich vor zwei Tagen im Fernsehen und möchte überhaupt keine große inhaltliche Interpretation abgeben, schon gar keine Kritik üben, sondern nur sagen: seht es euch an, falls sich die Gelegenheit dazu ergibt! Allein Juliane Köhler, die wir so eben noch in „Der Untergang“ erlebten, ist ein Ereignis, wie ich noch nie eines sah (ohne die Leistung anderer, Froboess und Stein, schmälern zu wollen)
Das Stück ist das Beste des jungen Jahrtausend – brechtlike -
und bleibt es gewiss auch eine Weile. Wenn ZEIT-Feuilleton-Nisten, ihre Tränen, Emotionen - zwischen zwei kalkulierten Starrheiten - und ihrer Unvernunft abseits des klaren Verstandes, der dieser unmittelbar beigestellt sein sollte, nicht vollends verlustig gehen wollen (um die letzte Chance, ein anderes junges Lese- und Sehpublikum als diese völlig überflüssige, zwischenzeitlich kommende Generation, die unser aller Verhängnis sein wird, zu animieren), so sollten sie endlich zu leben beginnen. Und doch will es gelesen sein, denn abseits des lapidaren, dekadenten Schlusskommentars, gibt es doch: Einblicke: ZEIT
Noch treffender ist dies, und die Autorin (hier kann tatsächlich wohl nur eine Frau wirklich verstehen), irrt lediglich in der Kommentierung der Schlussszene, (obwohl in der Tat der verdammte Ossi-Dialekt noch schlechter nachgeahmt wurde, als er peinlicherweise im Original wirkt) - Lyrikwelt
Strauß bleibt sensibel - und hier passt noch immer das, was einst aus dem folgenden Kommentar seines damaligen ZEIT-Essays, von mir über diese Sensibilität als Hintergrundrauschen, in Form einer Leserzuschrift in der ZEIT abgedruckt wurde. Doch Strauß kann sich im besprochenen Stück literarisch äußern (die fliegende Seelen als Resultat der Abtreibungen sind das Erschütternste), wird nicht so angreifbar, wie es passiert (und wie es in der Natur der Sache liegt), wenn er konkret politisch in Form eines Essays wird.
Zur Orientierung aber noch einmal dies, wichtig auch, weil ich hier eine erste Kritik der so genannten und politisch völlig abstrusen, neokonservativen Vaterlandsfetischisten formulierte –
Die Nietzschekrise
TK
Sollen die “Bräute” doch machen was sie wollen (hoffentlich!), Fakt bleibt: Botho Strauss suckz!
Kommentar von hegelxx — 4. November 2005 @ 16:56