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10. Juni 2005

Zivilisation oder Barbarei

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 07:30

10.6.1999-10.6.2005: Zum 6. Jahrestag des Triumphs der Neuen NATO über das republikanische Jugoslawien

Von Daniel L. Schikora

Mitte Mai 1999 glaubte ein Befürworter der NATO-Intervention gegen die Bundesrepublik Jugoslawien und einer Bewaffnung der terroristisch agierenden albanischen UCK-Nationalisten in einem Biergarten-Gespräch feststellen zu dürfen: \”Dass Du ausgerechnet den Albanern vorwirfst, eine ethnische Säuberung zu planen, halte ich in diesem Zusammenhang für den größten Witz\” - so mein (durchaus akademisch gebildeter) Bekannter zu meiner Bemerkung, die völkische Terrororganisation UCK proklamiere offiziell das Ziel der Vertreibung der im Kosovo lebenden serbischen Bevölkerung. Jene Auffassung wurde von einer Reihe führender Intellektueller des bundesrepublikanischen Diskurses geteilt, darunter Hans Magnus Enzensberger, der im \”FAZ\”-Feuilleton die Frage stellte, warum nationalistisch motivierte Exil-Albaner vom „Westen“ nicht bewaffnet würden und die NATO-Staaten die sich aus ihrer Aggression gegen Jugoslawien ergebenden „völkerrechtlichen Probleme“ nicht durch die „einfache Lösung“ einer Anerkennung einer albanischen „Regierung“ des Amselfeldes bewältigten - dass eine solche „Regierung“ lediglich den albanischen Teil der Bevölkerung des Kosovo zu repräsentieren geeignet wäre, schien dem deutschen Dichter entgangen zu sein.

Seit dem erzwungenen Rückzug der serbischen Sicherheitskräfte aus dem Kosovo demonstrieren die albanischen Nationalisten unter der Ägide westeuropäischer und nordamerikanischer Kfor-Truppen, dass ihr völkisches Vertreibungskonzept, das sie bereits vor den militärischen Auseinandersetzungen zwischen der serbischen Staatsmacht und der kosovo-albanischen Guerilla bekannt gegeben hatten, keinesfalls als bloße Rhetorik zu werten war. Etwa 172.000 Menschen - Serben, Roma sowie als UCK-Gegner hervorgetretene Kosovo-Albaner - mussten die Region angesichts der Willkür der von Vorwärtsverteidigungsminister Scharping als im deutsch besetzten Sektor „kooperativ“ gekennzeichneten Skipetaren-Horden verlassen. Die russischen Kfor-Einheiten hingegen, die aufgrund der mangelnden Sympathien der Russischen Föderation für antislawische Nationalchauvinisten und islamische Fundamentalisten in UCK-Kreisen verhasst sind, wurden von gewalttätigem albanischem Mob als „Kriegsverbrecher“ beschimpft und
aufgefordert, das Land, das ja allein den Skipetaren gehören solle, zu verlassen.

Die faktischen Solidaritätserklärungen deutscher Regierungsmitglieder für die im Sinne des UCK-Nationalismus verübten Verbrechen, wie Kanzler Schröders Klarstellung, wer serbisch guten Willens ist - also nicht etwa jeder auf dem Amselfeld lebende Serbe - habe das Recht darauf, in einem selbstbestimmten Kosovo zu leben, machen die Berufung des rot-grünen Kabinetts auf die universalen Menschenrechte zum „Witz“, nicht aber den von der UCK verkündeten Ethnozentrismus, der zum - inzwischen weitgehend realisierten - Programm auch der vermeintlichen Humanisten Schröder/Fischer wie von deren „intellektuellen“ Apologeten wurde. (Oder haben Sie eine Distanzierung des H. M. Enzensberger oder des G. Grass von den im Namen des geliebten albanischen Nationalismus unter der Ägide der internationalen Menschenrechts-Partei verübten Anschlägen auf Roma vernommen?)

Daniel L. Schikora, September 1999

2 Kommentare »

  1. https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2015/zuviel-schwarzweissmalerei/

    Kommentar von Campo-News — 12. Juli 2015 @ 13:24

  2. http://www.novo-magazin.de/83/novo8340.htm
    https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2019/bomben-auf-belgrad/

    Kommentar von Campo-News — 30. Juli 2015 @ 09:36

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