„Höchste Zeit, dass der Wahn ein Ende hat! Die Love-Parade und alle anderen Massenveranstaltungen der Rauschgift-Mafia sind nach dieser Katastrophe zu verbieten! Keine Macht den Drogen!“
Jürgen Elsässer
„Auch die angloamerikanische Popmusik, die manchem Veteranen der Revolte heute - im Gegensatz zum peinlich gewordenen sozioökonomischen Politjargon - als eigentliche Errungenschaft von 1968 erscheint, gilt im Hause Precht als unkorrekt. Man bevorzugt Barden wie Franz Josef Degenhardt oder Hannes Wader.“
Das Deutschradio über Richard David Prechts Buch “Lenin kam nur bis Lüdenscheid.“
Zweihunderttausend bei Pink Floyd
Sie hatten Venedig dem Untergang geweiht
Von denen die ihr dachtet dass es sie nicht gibt
Sind zahlreich, dumm und grausam und sie haben gesiegt
Freiheit nennen sie es dass man wählen kann
Zwischen Boa U2 oder Grönemann
LÜGE nenn ich es, es ist NÖTIGUNG
Ihr kauft was man euch aufschwatz und ihr kauft es stumm
20 Jahre Woodstock: Ha! Frieden und Liebe!
Die armen Irren wussten nichts von der Rock-Horrormühle
Und sie kaufen wie wild von dem jammernden Mann
Diesem dummen Stück Scheiße, das nur ein Lied kann
Aus Aua Aua, aufhören das tut weh!
Als die Prinzipien der Arbeiterelite noch jene der Parteien der Arbeiterklasse waren und nicht, wie jetzt, den Besitz von Rauschgiften gestattet, hieß es an eben jener Stelle:
„Rauschgift gehört zu den mörderischsten Surrogatproduktionen des Kapitalismus…Bruno Freikonstatiert Verbindungen zwischen anarchistischer Ideologie und Blumenkinderideologie (die nicht selten auch zur Einnahme von Rauschgift führt), beider Grundlage ist die anarchistische Utopie, die zu verwirklichen man durch vermeintlich radikale Loslösung von „bürgerlichen Normen“ zu verwirklichen trachte….Er beschreibt, wie die Idee der „friedlichen Anarchie“ kommerziell ausgebeutet wird anlässlich des „Rolling Stones“-Konzertes im Dezember 1969:
>300 000 Jugendliche waren auf dem öden und schmutzigen Hügelgelände unweit von San Francisco zusammengeströmt…Die von den Veranstaltern organisierte Massenhysterie endete mit 700 Schwerverletzten und dem Tod eines achtzehnjährigen Negerjungen. Hier hatten sich Beatfans und Rowdies zusammengefunden, nicht ganz zufällig, wie sich herausstellte. Das Gratiskonzert war organisiert worden – um einen Film zu drehen; ein solcher war noch nie dagewesen, weil Statisten ein so gewalt – und hysteriegeladenes Chaos, wie es von der Reklame hingelockten und in Rauschzustand versetzten dreihunderttausend Jugendlichen in natura boten niemals zustande gebracht hätten.…Veitstanz im Zeitalter der zweiten technischen Revolution, entnommen dem Bilderbuch des ideologiefreien, gewaltlosen und unpolitischen Neoanarchismus…“<
(Bruno Frei, Die anarchistische Utopie, Frankfurt am Main 1971)
Verschiedene linke Gruppierungen in der BRD befassen sich mit den Gefahren des zunehmenden Rauschgiftkonsums und die Zeitschrift konkret (Verleger Klaus Rainer Röhl) veranstaltet 1972 einen „Anti-Drogen-Kongreß“, an dem neben Degenhardt verschiedene namhafte Vertreter von SPD und DKP teilnehmen. Konkret hat vorher eindeutige Zusammenhänge zwischen sinkender politischer Aktivität und Rauschgiftkonsum veröffentlicht….Degenhardt analysiert die gesellschaftlichen Ursachen dieser Flucht, die Angst vor der Zukunft, die Angst vor der Vergangenheit, die Hoffnung auf orgiastische Befriedigung…Anstatt politisch zu arbeiten, träumt man den „großen Traum von einem satten Frieden, wo Tauben, weil sie Tauben sind, die Habichte besiegen“. Als der Zeppelin zerplatzt, zeigt sich, von wem die „Love and Pece“-Parolen stammen: von der Werbeindustrie. Hervorragend arbeitet Degenhardt den Zusammenhang zwischen Pop-Kultur und Rauschgiftkonsum heraus. Ein Chemiekonzern benutzt die Pop-Ideologie, um sein Rauschgift anzusetzen…
Die Theater, die Spiele, die Volksbelustigungen und Aufführungen aller Art, die Gladiatoren, die exotischen Tiere, die Medaillen, Bilder und anderer Kram der Art, das waren für die antiken Völker der Köder der Knechtschaft, der Preis für ihre Freiheit, das Handwerkszeug der Tyrannei. Dieses Mittel, diese Praktik, diesen Köder hatten die antiken Tyrannen, um ihre antiken Untertanen unters Joch der Tyrannei zu schläfern. So gewöhnten sich die Völker in ihrer Torheit, an die sie selbst erst gewöhnt waren, an diesen Zeitvertreib, und vergnügten sich mit eitlem Spielzeug, das man ihnen vor die Augen hielt, damit sie ihre Knechtschaft nicht merkten. Die römischen Tyrannen verfielen noch auf etwas weiteres: sie sorgten für öffentliche Schmäuse, damit die Kanaille sich an die Gefräßigkeit gewöhnte: sie rechneten ganz richtig, daß von solcher Gesellschaft keiner seinen Suppentopf lassen würde, um die Freiheit der platonischen Republik wiederherzustellen. Die Tyrannen ließen Korn, Wein und Geld verteilen: und wie konnte man da »Es lebe der König!« zum Ekel schreien hören! Den Tölpeln fiel es nicht ein, daß sie nur einen Teil ihres Eigentums wiederbekamen und daß auch das, was sie wiederbekamen…
Étienne de La Boëtie
Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen
um 1550
Auch verdammter Dreck.
Kommentar von Campo-News — 6. August 2010 @ 14:04
Die Theater, die Spiele, die Volksbelustigungen und Aufführungen aller Art, die Gladiatoren, die exotischen Tiere, die Medaillen, Bilder und anderer Kram der Art, das waren für die antiken Völker der Köder der Knechtschaft, der Preis für ihre Freiheit, das Handwerkszeug der Tyrannei. Dieses Mittel, diese Praktik, diesen Köder hatten die antiken Tyrannen, um ihre antiken Untertanen unters Joch der Tyrannei zu schläfern. So gewöhnten sich die Völker in ihrer Torheit, an die sie selbst erst gewöhnt waren, an diesen Zeitvertreib, und vergnügten sich mit eitlem Spielzeug, das man ihnen vor die Augen hielt, damit sie ihre Knechtschaft nicht merkten. Die römischen Tyrannen verfielen noch auf etwas weiteres: sie sorgten für öffentliche Schmäuse, damit die Kanaille sich an die Gefräßigkeit gewöhnte: sie rechneten ganz richtig, daß von solcher Gesellschaft keiner seinen Suppentopf lassen würde, um die Freiheit der platonischen Republik wiederherzustellen. Die Tyrannen ließen Korn, Wein und Geld verteilen: und wie konnte man da »Es lebe der König!« zum Ekel schreien hören! Den Tölpeln fiel es nicht ein, daß sie nur einen Teil ihres Eigentums wiederbekamen und daß auch das, was sie wiederbekamen…
Étienne de La Boëtie
Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen
um 1550
Kommentar von Campo-News — 18. August 2010 @ 08:47