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23. April 2006

Sigmund Freud

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 12:28

Von Tanja Krienen

…aber als ich meine Mutter noch einmal ansah, sagte sie ihrer sanften Stimme: ,,Du wirst doch einsehen, dass jeder das Seinige tun muss, die jüdischen Yankees von unserer heiligen deutschen Erde wieder zu vertreiben. Unsere heilige deutsche Erde“, sagte sie, und sie sind schon tief in der Eifel drin.“

Meine Mutter ist inzwischen schon seit Jahren Präsidentin des Zentralkomitees der Gesellschaften zur Versöhnung rassischer Gegensätze; sie fährt zum Anne-Frank-Haus, gelegentlich sogar nach Amerika und hält vor amerikanischen Frauenklubs Reden über die Reue der deutschen Jugend, immer noch mit ihrer sanften, harmlosen Stimme…,,Hast Du etwas gegen das Komitee?“

„Nein, sagte ich, „es ist sehr gut, dass die rassischen Gegensätze versöhnt werden, aber ich habe eine andere Auffassung von Rasse als das Komitee. Neger zum Beispiel sind ja geradezu der letzte Schrei – ich wollte Mutter schon einen Neger, den ich kenne, als Krippenfigur anbieten, und wenn man bedenkt, dass es einige hundert Negerrassen gibt. Das Komitee wird nie arbeitslos. „Oder Zigeuner“, sagte ich, „Mutter sollte einmal welche zum Tee einladen. Direkt von der Straße. Es gibt noch Aufgaben genug.“

Was mich an diesen jours fixes bei meiner Mutter aufregte, war die Harmlosigkeit der zurückgekehrten Emigranten. Sie waren alle so gerührt von der Reue und den laut hinausposaunten Bekenntnissen zur Demokratie, dass es dauernd zu Verbrüderungen und Umarmungen kam. Sie begriffen nicht, dass das Geheimnis des Schreckens im Detail liegt. Große Sachen zu bereuen ist kinderleicht: Politische Irrtümer, Ehebruch, Mord, Antisemitismus – aber wer versteht die Details? Wie Herbert Kalick außer sich vor Wut auf den Tisch schlug, mich mit seinen toten Augen ansah uns sagte: „Härte, unerbittliche Härte.“ Ich habe zu viele Augenblicke im Kopf, zu viele Details, Winzigkeiten – und Herberts Augen haben sich nicht geändert.“

Aus Heinrich Bölls ,,Ansichten eines Clowns“; zu Hause, bei den „Braunkohlen Schniers“ in Bonn.

Friedrich Nietzsche - Lou Andreas Salome - Sigmund Freud

Friedrich Nietzsche hat ja bekanntlich einen großen Teil der Psychoanalyse in seinen Schriften vorweg genommen, sodass sich Sigmund Freud einst das Weiterlesen in Nietzsches Schriften selbst untersagte (Freud über Nietzsche: „Eine solche Introspektion wie bei Nietzsche wurde bei keinem Menschen vorher erreicht und dürfte wahrscheinlich auch nicht mehr erreicht werden….dessen Ahnungen und Einsichten sich oft in der erstaunlichsten Weise mit den mühsamen Ergebnissen der Psychoanalyse decken.“)

Verbindungsstück zwischen beiden war die Russin Lou Andreas Salome, der Nietzsche einen Heiratsantrag machte aber auch als “ein dürres schmutzige übelriechende Äffchen, mit falschen Brüsten“ (Neulich auf der Wolkenbank), bezeichnete. Salome diskutierte im Alter von 21 Jahren mit Nietzsche schon 1882 grundsätzliche Probleme der menschlichen Seele, wurde 1911 Schülerin Freuds und eine enge Vertraute seiner Tochter Anna. Der so missverstandene Nietzsche-Satz von den Peitschen, die man zu Frauen gehend, nicht vergessen soll (dabei ist doch klar, dass Männer nicht peitschen, sondern gepeitscht werden), wurde von eben Lou Salome und Friedrich Nietzsche selbst adäquat in Szene gesetzt.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Sigmund Freud wird besonders im Sender “3 sat” Erfreuliches präsentiert und so meine resignative Bemerkung zur Anerkennung des Freudschen Werkes etwas relativiert, gibt es doch noch ein paar entscheidende Leute, die seine Lehre erfolgreich weiterverbreiten. Der wichtige Text hier zu Ohne Freud, aber mit viel Leid, Angst und Aggressivität hatte ja sehr pessimistisch in der Einleitung geklungen, als ich schrieb:

„Gegen Seelen zersetzende Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe dem Feuer die Schriften der Schule Sigmund Freuds.“ So lautete der auf Freud bezogene „Feuerspruch“ während der Bücherverbrennungen. Fünf Jahre blieben ihm da noch, ehe er aus Wien flüchten musste. Würde ihn heute überhaupt noch jemand zum Zug bringen, geschweige mit Blumen überhäufend empfangen?“

doch ist festzustellen, dass linke und rechte Radikale, sowie die schwul-feministische Medien- und Organisationsmafia, nicht vollständig ihre Postulate des angeblich eigenen Willens, über die tatsächlich wirkenden Kräfte des Unbewussten, als Wahrheit siegen lassen können.

Keine Ressentiments

Währen des gestern gezeigten, jedoch nicht ganz überzeugenden Theaterstück (Curd Jürgens als Sigmund Freud), fiel es mir jedoch wie Schuppen von den Augen, als Freud seine Patientin insistierend befragte und diese, vor der Entlarvung der wahren Gründe für ihre Lähmung, aggressiv und hysterisch reagierte: Genau so agieren und reagieren die von mir in die Enge getriebenen Transen und Schwulen, wenn man sie darauf hinweist, woher ihre Neurosen und damit die wahren Gründe für ihre sexuelle Orientierung liegen. Brutalität, Aggression und Verleugnung sind Mittel ihres Rückzugs in die Wagenburg der sexuellen Neurose.

Doch möchte ich heute eigentlich über den nachfolgenden Bericht sprechen, der die Geschichte der Nachbarn Sigmunds Freuds erzählte, kam es doch zu mindestens zwei bemerkenswerten Episoden. Es ist nämlich so, dass die jüdischen Bewohner des Hauses Nr. 19 in der Berggasse (jeder 6. Bürger im neunten Wiener Bezirk war damals Jude), zunächst in Sammelunterkünfte verbracht wurden, ehe man sie ins KZ brachte. Ihre Wohnungen wurden meist verdienten NS-Leuten übergeben.

Sophie Freud, die als 14jährige Enkelin mit nach London flüchtete, besuchte das ehemalige Wohnhaus, in dem Freud 47 Jahre lang wohnte und praktizierte (seit 1971 Museum, gegründet von Freuds Tochter Anna). Auch eine andere, rund 80 Jahre alte Frau wurde gezeigt, als sie die ehemalige Wohnung besuchte, wo sie mit ihren Eltern bis 1938 wohnte. Die Wohnung befindet sich heute noch immer im Besitz derjenigen Familie, die damals von der Vertreibung der jüdischen Menschen profitierte. Als sich die Frau verabschiedete und bedankte, dass sie die Wohnung noch einmal sehen konnte, sagte ihr der ca. 40jährige, heutige Bewohner (Enkel des Profiteurs), äußerlich nicht unsympathisch, zuvorkommend, etwa dies: „Wir haben uns auch gefreut. Kommen Sie mal wieder. Wir haben keine Ressentiments!“ Sie, diejenigen, die seinerzeit die Wohnung beziehen durften, haben keine Ressentiments gegenüber denen, die man seinerzeit hinausschmiss. Das ist prima, da hat man zu danken, dass sie so großartig großzügig sind.

Eine andere Szene: Ein heute Bewohnerin erklärt den Antisemitismus, sinngemäß so: „Und dann 1938 kam der Hitler. Der Antisemitismus war groß. Die Leute waren damals oft antisemitisch, weil davor das Kapital in der Hand…wissen Sie: Mein Vater war zehn Jahre arbeitslos, wir kamen ins Heim. Ich zwei Jahre. Da ist es mit sehr schlecht gegangen (hat Tränen in den Augen). Dann kam der Hitler und alles wurde besser. So war das mit dem Antisemitismus damals. Ich habe nichts gegen Juden. Ganz im Gegenteil.“

Freudsche Fabel vom Hunger und Streit
Franz Josef Degenhardt, 1969

Wir hätten den Vater erschlagen,
die Mutter und Schwestern genommen.
Wir hätten den Vater gefressen
zu unserem Nutzen und Frommen.
Na schön, dann haben einige von uns aber
zu wenig abbekommen.
Und ich bin einer, der nicht genug gehabt hat.
Ich hab immer noch Angst, ich werde nicht satt.

Die haben auch heute noch Hunger,
die zu kurz gekommenen Brüder.
Und an dem sehr alten Hunger
erkennen sie sich auch wieder.
Und an dem Haß auf die anderen
satten Familienmitglieder.
Und ich bin einer, der nicht genug gehabt hat.
Ich hab immer noch Angst, ich werde nicht satt.

Und schwappen die Kannen auch über,
und wenn auch die Fleischbänke brechen,
der Hunger ist viel zu alt und
läßt sich nicht mehr bestechen.
Und es werden die leiblichen Brüder
miteinander jetzt nicht mehr sprechen.
Und ich bin einer, der nicht genug gehabt hat.
Ich hab immer noch Angst, ich werde nicht satt.

Die ausgehungerten Brüder
wollen es nicht länger ertragen.
Sehr bald muß man daher verteilen
die Beute für Schwanz und Magen.
Nach dem nächsten Massaker nämlich
sind alle Verwandten erschlagen.
Und ich bin einer, der nicht genug gehabt hat.
Ich hab immer noch Angst, ich werde nicht satt.

Moral dieser Fabel vom Hunger und Streit:
Man kommt zu diesem bekannten Ergebnis auch mit Doktor Freud.

26 Kommentare »

  1. Du möchtest ja gerne, dass ich da kommentiere, Tanja,

    also ok.

    Zum einen wüsste nicht nur ich doch gerne, wie es da weitergeht, in deiner Freudausgabe auf Seite 48. Da relativiert Freud das nämlich wieder, was da auf Seite 47 unvollständig gesagt ist.

    Und weiter:

    Dass der Degenhardt Angst hat, ja, aber vor wem oder vor was? Vor sich selbst?

    Das erscheint mir bei genauerer Betrachtung des Textes als ziemlich wahrscheinlich.

    Auf den einfachen Nenner: Terror kommt von Hunger, da bringen unsere Zeitgenossen auch alles mögliche, was sie nicht begreifen wollen. Ja, und da sei doch noch einmal an deine “linke” Vergangenheit apelliert, Tanja, du weisst es doch besser! Gerade weil du dich von dem Ganzen Schmonzes, der sich “links” nennt, mit guten Gründen distanziert hast!

    So, jetzt noch mal zu Freud und seinen, wie er im Alter dann selber bemerkt hat, patriarchal-autoritären Anwandlungen: Wenn er das alles, was er zum Zwecke seiner Karriere so getan hat, gerade auch im “Männerbund” mit, sorry, “Arschloch” C.G. Jung, hätte bereuen können, dann wären vielleicht weder O. Gross noch Sabina Spielrein gestorben.

    Aber grosse Taten verlangen ja angeblich auch nach grossen Opfern! (Das sagen die Täter hinterher immer!)

    Ich will jetzt nicht allzusehr übertreiben, Freud war menschlich genug, das zu erkennen (da war es allerdings schon etwas spät), nur, wer mag ihm das verdenken, überall auf der Welt wehte plötzlich ein ganz anderer Wind, da sind solche Vorkommnisse eher unter “Versehen” zu verbuchen.

    Aber ich will mich nicht aufregen. Nur einen Klassetext mitteilen, von meiner derzeitigen “Lieblingsbraut” Sybille Berg:

    Wie bitte? Nein, ich bin nicht verliebt:

    Zu den leisen Freuden der späten Jahre, des Lebens goldenenem Hochsommer sozusagen, gehört, das die Bekannten weitgehend vernünftiger werden. Oder sich selber entsorgen durch vollends verblödete Lebensentwürfe. Die, die bleiben also, fallen dadurch angenehm auf, das sie nicht mehr Stunden, nächtelang von Liebesquatsch erzählen. Er ruft nicht an, was heißt das, wenn sie sagt, sie mag mich , aber sie fühlt sich nicht bereit für eine Beziehung, er ist vor meinen Augen aus dem Fenster gesprungen und sagte: er kann nicht mehr–was meint er damit? All dieses unendlich öde Zeug findet in meinen gepflegten Erwachsenen Ohren nicht mehr statt. Danke Gott. Bitte schön sagt der, und schickt uns schnell noch ein wenig Verfall damit uns nicht so wohl wird, das wir das tanzen beginnen.
    Die Verklärung der großen , romantischen Liebe ist ein Privileg der dummen Jugend. Zahnloses kichern– Die müssen büssen,dafür, das sie glauben die Welt stände ihnen offen, mit all dem Liebeswahn müssen sie sich ihre netten Jahre versauen. Sicher gehen von 10 Jugendjahren 5 für durchweinte Nächte, Klumpen in der Brust, Seufzen, warten, Selbstmordmöglichkeiten überlegen drauf.
    Tut mir das leid.
    Noch bedauernswerter allerdings, wenn aus den niedlich tapsigen Jugendlichen alte Säcke geworden sind, die immer noch ihrer eigenen und Hollywoods Idiotie auf den Leim gehen, und nach der großen Leidenschaft suchen. Berichtet mir jemand, mit dem ich aus klar ersichtlichen Gründen nicht befreundet bin, mit über 40 immer noch von Auflösung, nach der er sich sehnt, nach flammender Leidenschaft und Unendlichkeit, kann ich nur sehr glasig schauen und einschlafen. Sadomasochisten ermüden mich so ungemein. Irgendwannn im Leben, sollte man ein klein wenig Kontenance entwickelt haben. Dem Verfall des Leibes kann man nur mit Charme, Intelligenz und Haltung begegnen. Nach 40 Wiederholungen sollte auch jeder mässig intelligente Tropf begriffen haben, das, was uns allgemein als große Liebe verkauft wird, nichts weiter als eine biologische Laune der Natur ist, um die Art am Leben zu halten. Selbst wenn wir wüssten, wozu es gut sein sollte die Rasse Mensch überdauern zu lassen, wären wir doch biologisch ab Ende 30 nicht mehr in passabler körperlicher Verfassung für solcherlei biologisch verzwickte Risiken. Worum kann es uns dann also gehen? Um Schlaflosigkeit und Magenschmerzen? Um Projektionen? Bitte, wer sich unglücklich machen will kann weiter von romantischer Liebe faseln und alleinebleiben. Auch eine Entscheidung. Die anderem jedoch haben irgendwann herausgefunden, was ihnen gut tut. Das kann mithin wirklich alleine stattfinden. Ich habe solche Freunde. Die zwischen Bergen von Büchern und Schallplatten auf kleinen Schneisen in ihrer Wohnung herumtigern, wie im Dschungel ist es da, und dem Betreffenden pudelwohl alleine,und eine zweite Person würde nur wertvollem Platz rauben, den man mit einigen Büchern zulegen könnte. Die anderen jedoch, die sich darüber klar sind, das sie gerne in Kleinrudeln leben, mit etwas atmenden neben sich, das kein Hund sein sollte, haben sich meist in etwas eingefunden, das als Zweckgemeinschaft verurteilt wird. Von wem? Vom gesunden kitschigen Volksempfinden. Was soll falsch an einem Zweck sein, und hat nicht alles einen? Das geboren werden beispielsweise den, irgendwann in einem wundervollen Sarg zu liegen? Der Zweck einer Zweckgemeinschaft ist doch, nicht mehr sinnlos alleine in den Fernseher zu stieren, sondern jemanden zu haben, dem man seine eingerissenen Zehennägel zeigen kann, und der dann sagt: soll ich dir ein Pflaster darum wickeln? Der einkaufen geht, und sich mit einem über die Ungerechtigkeit der Welt aufregt. Der alle doof findet, die einen ärgern, und freundlich fragt, ob er jemanden erschießen soll. Ist das Liebe? Unbedingt. Das und nichts anderes. Der Zweck der Zweckgemeinschaft ist : jemanden lieben lernen,. denn wenn es sich nicht um einen Broker,Eventmanager ,Politiker oder etwas ähnlich Charakterschwaches handelt, kann man viele Leute lieben, wenn man sie erst mal kennengelernt und sich an sie gewöhnt hat. Viele Religionen gingen clever davon aus, das sich zwei Menschen vermählen,die von den Eltern als passend befunden wurden. Wenn die Eltern ihre Aufgabe ernst nahmen, schauten sie nach Temperamenten und Interessen die sich vertrugen, nach Vorlieben und Abneigungen, Der Rest, die vielverunglimpfte Liebe, würde sich mit der Zeit einstellen. Und sehr oft, ging dieses Konzept auch trefflich auf. Religionen die nichts weiter waren , als durchdachte Regeln in dümmsten Zeiten, waren so albern nun auch wieder nicht. Die verquaste Liebesidee der Neuzeit kann nun jedenfalls nicht als Erfolgsgekröntes Modell bezeichnet werden. Jaja, die unabhängigkeit der Frau und alle anderen Parameter die wir nicht vergessen dürfen spielen mit in die Entstehung der Singlegesellschaft, doch vielmehr als das, ist die verkitschte Idee der Großen Liebe schuld an der neuen Einsamkeit. Freunde werden meist erst nach einigen jahren wirklich zu Freunden. Wenn man sich an sie gewöhnt hat, wenn man sich mit ihnen entspannt und sich traut, ihnen alle Launen zuzumuten. Mit einem Liebespartner soll es komplett anders laufen. Die Nähe die uns Hormone vorgaukeln werden für Wahrheit gehalten, und so zieht man zusammen, mit einem wildfremden Menschen und erwartet, das die Anfangseuphorie die Kiste trägt. Meist erwachen die Menschen nach 2-3 jahren aus ihrer Idiotie, neben einem normalen Menschen und rennen davon, weil sie die Euphorie wieder haben wollen, und meinen den Menschen der da so schnarcht nicht zu lieben, na sicher nicht. Die Liebe ist das was bleibt. Alles was weg ist war Quatsch. So einfach. Aber wozu soll ich dann mit einem leben, wenn ich ihn nicht liebe, wird gerne eingewendet. Wozu alleine leben, wäre die Antwort. Dazu sind die wenigsten eingerichtet. Es ist schön zu wissen, wo man abends hingeht, es ist angenehm jemanden zu kennen, und ihn gern zu haben. Darum ein kleines Lied auf die Zweckgemeinschaft gesungen, die Menschen ausgeglichener und zufriedener macht. Nicht die große Leidenschaft sondern die freundliche wohlschmeckende Vertrautheit lässt und genüsslich schmatzen. Austoben kann man sich am Fitnessparkur oder in der Erfindung von nützlichen Gerätschaften.Falls sie sich noch nicht in einer behaglichen nützlichen Beziehung befinden und nicht wissen, wo es die zu erwerben gibt: rennen sie schnell weg , wenn ihnen etwas begegnet , da sie kaum atmen können vor Aufregung.Und schauen sie sich den haarlosen Kollegen der sie anhimmelt, ihnen die Füsschen massiert und Mittags ein kleingehacktes Tier ins Büro mitbringt einfach mal sehr genau an.

    Kommentar von hegelxx — 24. April 2006 @ 13:15

  2. Was meinst du konkret mit Freud? Jeder vernünftige Mensch nimmt eine mittlere Position ein und relativiert bestimmte Aussagen. So auch Freud. Dies ist einfach ein Ausschnitt, der Lust auf mehr machen soll.

    Was hätte Freud sonst sein sollen: Erfinder des Feminats *g* und *lol* - so ein Unfug. Er war ein Mann und das ist auch gut so. Es gab und gibt aber auch gute Frauen in der Psychoanalyse, ich wies ja, was unschwer zu übersehen ist, auf Tochter Anna und Lou Salome - aber dieser Zweig war ohnehin einer, in dem sich Frauen halt auch wegen ihres Einfühlungsvermögens auszeichnen konnten. Dass Freud ein Mann war hat keine Einsichten behindert, er war ein fortschrittlich-liberaler Konservativer *g*, je nach dem, um was es ging - so soll es auch sein.

    Ja gut, Kritik ist angebracht bei Degenhardt und man muss das nicht komplett unterschreiben, aber er meint ja nicht nur den normalen Hunger, sondern den “für Schwanz und Magen”. Das ist sein gutes Recht. Egal ob alle Sichtweisen richtig sind: Dass er Freud für sich - zumindest partiell richtig - reklamiert, ist doch gut. Marxismus und Freud war halt eine Komponente in der Linken. War. Geblieben ist der Marxismus, und auch der nur versimpelt interpretiert. Freuds Lehre hat aber keine politische Richtung. Sie ist ein recht taugliches Mittel um auf dem Gebiet seelischer Abweichungen zu einer der Wahrheit nahekommenden Erkenntnis zu gelangen. Seine Thesen stimmen im Wesenlichen, seine Schlüsse treffen überwiegend ins Schwarze, manchmal auf frappierende Weise. Ich kenne nichts, was der Wahrheit, z.B. bei der Beschreibung sexueller Auffälligkeiten und ihrer Ursachen, näher kommt. Grüße, TK

    Kommentar von Campo-News — 24. April 2006 @ 15:50

  3. Was unterstellst du mir, Tanja,

    sehr wohl lege ich jedem ans “Herz”, auch mal Freud zu lesen!

    Damit sind wir noch lange nicht beim “Feminat”, mir kann auch anders übel werden.

    Immerhin bringst du mich schon wieder fast dazu, alles zu unterschreiben, was du sagstTanja. Ja.

    Mir ist aber immer noch ganz merkwürdig, weil Frau Berg in einer ganz privaten mail zu mir meinte, “ich bin auch nicht nett, ich bin niedlich”.

    Fast könnte man da durcheinander kommen. Wo ich doch meinte, “nett ist ein fieses Wort”…

    Kommentar von hegelxx — 24. April 2006 @ 17:05

  4. Noch ein schönes Lied, in dem Freud vorkommt, aber alle, die meinen, man dürfe sich als “Dreikäsehoch” darüber keine Gedanken machen - wegsehen.Calypso, 1980
    Wolf Biermann

    1.
    Ich sach Dir, ich war’n Dreikäsehoch
    als mir schon die Frage in Schädel kroch,
    Ich löcherte mein Vadder noch und noch
    Wie isses nu mit den Klapperstoch?
    Er stammelte, stotterte, spuckte aus,
    und so kam die Sache dann raus:
    Dat die Frau da atta
    und der Mann da atta
    mit die RitzeRatze KilleKille Mullemusch
    Hei! Der Pappelstock
    Rappelstock! Zappelstock,
    in die olle dolle KritzKratz!

    2.
    Das war klar wie Klosbrühe mit Tinte und Teer,
    ich war durchgedreht bis zum Gehtnichtmehr.
    Ich fragte mein Freund, das ist nämlich kein
    geringer als dieser Albert Einstein…
    der sagte: Mein Sohn!
    Seit die Schöpfung in Raum und Zeit dasteht
    existiert absolut meine Relatität,
    bei der Wurzel aus Pi Err ins Quadrat,
    hat Gott einen auffer Naht.
    Inner Milchstraße ist ein Lichtjahr kurz
    und das Siebengestirn is’n Engelsfurz
    und Marx geteilt durch Stalin hoch Mao,
    da is das Ergebnis so:
    Dat die Frau da atta…

    3.
    Na, dis war klar wie Klosbruehe mit Tinte und Teer
    ich war durchgedreht bis zum Gehtnichtmehr
    Ich hab Albi sein Quatscg nich wiedergekäut
    ich trämpte nach Wien zu Siegmud Freud.
    …Der sachte, mein Sohn:
    Schluß mit Dein alten Seelenknautsch,
    pack Deine Knochen auffi Couch,
    hier unten bissu total frustriert
    undda oben hassu dis sublimiert.
    Liebe und Hass sind psychosomatisch,
    der Test zeigt mir klar, Du bist hystophlegmatisch.
    Das Vaterblut und der Mutterkuß
    Wir wissen seit Ödipus:
    Dat die Frau da atta…

    4.
    Inni Welt hab ich mich nu rumgeschaut,
    fand ‘ne Menge Leute, doch keine Braut.
    Von Schlaumeiern bin ich zu Weisen geirrt,
    die haben mich bloß verwirrt
    Ich zog durch die Menschheit durch und durch
    und fragte die Frage vom Klappersturch,
    nu bin ich klapprig, krumm und kahl,
    nu isses mir scheißegal:
    Ob die Frau da atta…

    Kommentar von Campo-News — 24. April 2006 @ 17:38

  5. Ganz nett, Tanja.

    durchaus. Was du aber alles für Texte kennst. Die gefallen mir sogar ganz unheimlich gut.

    Nur, ich denke halt gerade darüber nach, was “niedlich” ist, wo ich doch meinte “nett” sei ein fieses Wort, für dessen Gebrauch ich mich bei Frau Berg auch nicht so richtig entschuldigen kann.

    Und wie war das: “Es geht nicht darum, “cool zu sein”!

    Nein? Wie soll man denn sonst das alles aushalten?

    Glaubst du. neben dem meine Tiefkühltruhe “ach, so was hast du?” ,im Vergleich zu dir irgend so ein Atombrand ist…

    Wie bitte? Das klingt ja nach Hans Dominik!

    Wer ist das denn?

    Das haben die Deutschen in den 20ern gelesen, nicht “Mein Kampf!”

    Hm, mir viel aber auch nichts mehr ein, um die vermeintlich unangenehme Temperatur noch ein wenig weiter herunterzu”schrauben”…

    Kommentar von hegelxx — 24. April 2006 @ 19:42

  6. Heute habe ich das Gefühl, die Deutschen lesen nichts mehr. Selbst wenn sie die Texte aus den 20er Jahren kennen, so bedeutet es ihnen nichts. Ich habe aber schon an dem vorherrschenden Debatten-Niveau überall in den letzten Jahren gesehen, dass “der Zug abgefahren” ist. Da machten die CAMPO-Diskussionsleute keine Ausnahme. Schon das Nichtverstehen dieses Projektes ist ein Symptom für den geistigen Zustand der Deutschen. Was solls. Es gab schon düsterere Zeiten. Bedrückend ist nur die Option auf noch düsterere. Grüße, TK

    Kommentar von Campo-News — 25. April 2006 @ 07:38

  7. Ja, auch der Biermann ist mir da kurzfristig sympathisch, Tanja,

    aber was muss er denn gleich wieder Marx-Stalin-Mao sagen, welcher Knödel ist sein Hirn?

    Die “Frau Berg” ist übrigens keine Schweizerin, sondern eine “Deutsche”, sie wohnt halt derzeit in Zürich. Weiter weg hat sie es wohl momentan auch nicht geschafft.

    Wieder andere haben es ja immerhin schon bis nach Spanien geschafft, das ist, wenn mich meine Kenntnisse von Himmelsrichtungen und Kartenlesen so ‘nem Zeug nicht täuschen, noch weiter westlich. Bravo!

    Da die Frau Berg mir übrigens auf meine etwas dreisten mails tatsächlich auch antwortet, allerdings immer mit so ganz kurzen Sätzen (ist wohl viel beschäftigt, die Gutste) heute mal wieder so ein Berg-Satz zu meiner Gründelei, was denn wohl mit “niedlich” gemeint ist:

    “Wiglaf Droste ist niedlich!”

    Ob sie mir da jetzt allerdings Abhilfe geschaffen hat bei meiner Gründelei, bleibt zu bezweifeln.

    Soll ich eifersüchtig werden? Auf keinen Fall! (Immerhin weiss ich, dass der Herr Droste schon so eine Art Freundin hat, die der Frau Berg extrem ähnlich sieht. Sie heisst aber anders.)

    So viel zu Freud und all den ganzen, wenn man gelassen bleibt, gar nicht so unangenehmen Wahrheiten.

    Ah, jetzt fällt’s mir wieder ein: Droste hat einmal kolportiert, sich über Sloterdijk und Co. zu recht aufregend, dass dieser Intellektuellendarsteller V. Panzer vom “Nachtcafe” (Theweleit lässt grüssen) angesichts der Frau Berg wohl ziemlich aus der Fassung geriet, sie hat nur gemeint: “Er wollte ficken, ich aber gerade zufällig nicht!”

    hehe..

    Kommentar von hegelxx — 25. April 2006 @ 08:01

  8. Wiglaf Droste ist sperrig, würde ich sagen - äußerlich und inhaltlich. Dass meine ich durchaus positiv, wenngleich er doch sehr nachgelassen hat.

    “Immerhin schon bis nach Spanien geschafft” - naja, z.T. bin ich ja auch schon wieder da (Hessen). Gern würde ich aber auch in die USA, da gibt es auch eine Reihe von erschwinglichen und netten Immis. Grüße, TK

    Kommentar von Campo-News — 25. April 2006 @ 08:29

  9. Na, das “sperrigsein”, das kann man wohl allen Westfalen unterstellen, nicht wahr, Tanja?

    Versuche einer mal, mit so einem ganz locker zu reden… das ist, sagen wir mal “problematisch”!

    Als ich dem Droste mal begegnete (ich bin ihm öfters begegnet, aber jetzt konzentriere ich mich mal auf dieses Mal), da war gerade “Weltmeisterschaft” im Fusseball, ich hatte Geburtstag, damals wurde ich zarte 38, und das sah da in der französischen Kneipe ziemlich nach Sieg aus, für die Franzosen (Halbfinale). Das hat der ehemalige Sportreporter und dann Restaurantbesitzer auch dauernd mit der “Marsellaise” aus einem Cassettenrecorder kommentiert. Was mir übrigens ziemlich gut gefallen hat!

    Droste sass da auch, mit Freund Bittermann, und ich sah mich genötigt, ihm für einen taz-Artikel vom selben Tag über den jüdischen und amerikanischen Musiker und Krimischriftsteller Kinki Friedman zu danken, einfach so, ohne Hintergedanken, ohne ihn wäre ich nie darauf gekommen.

    Und, ja, er war wirklich “niedlich”, er hat sich ganz freundlich bedankt.

    Ich dachte noch, “jetzt sag doch was”, aber man soll ja nicht übertreiben. Mein Eindruck: Ein sehr sympathischer Mensch.

    Sperrig? Na wer lässt sich schon gerne von dahergelaufenen halb Schwaben-halb Niederrheinern vollquatschen (obwohl, ich war eher schüchtern und zurückhaltend).

    Und wie sagst du über dich selbst, dem armen Droste dabei steckend, “du warst auch schon mal besser”, ja was sagst du (jedenfalls irgendwann mal zu mir):

    “Ich kann auch nur so ein paar Themen, und nicht immer gelingt mir das gleich gut.”

    Da fand ich dich auch extrem sympathisch, und so ehrlich…

    Grüsse

    Kommentar von hegelxx — 25. April 2006 @ 09:02

  10. Droste hat früher gerade das TAZ-Milieu kritisiert - nun schreibt er da, klar, dass die Aggressivität nachlässt, und mit ihr die Schere im Kopf schärfer wird. Aber alle schlaffen ab. Das Wort hat derzeit keine Kraft, weil es nicht berücksichtigt wird. Die Bedeutung des geschriebenen Wortes sinkt rapide, die Bedeutung einer Information noch mehr. Das gilt für alle.

    Eigentlich habe ich sogar mein Themenspektrum im letzten halben Jahr erweitert, aber auch in bin nur hier im Blog relativ frei, aber ansonsten nicht mehr so, wie ich es im Print-CAMPO sein konnte. Anderseits ist fast alles gesagt. Ich gehe derzeit nicht mit Jacke, Stiefel und Spitzhacke in den Sprachberg, weil: es kommt nicht an und: es ist alles vorhanden. Alles. Die auferlegte Schnelligkeit verführt zur Oberflächlichkeit und etwas gehobenere Texte, das zeigen ja Umfragen, werden selbst von Gymnasiaten nur noch selten verstanden. Wer soll das das verstehen, was ich schreibe? Ich merke doch täglich, dass selbst kleinste Kleinigkeiten nicht verstanden werden, weil ideologische Scheuklappen allenhalben herrschen, oder ich von Dingen rede, die inhaltlich so entfernt erscheinen. Was solls?

    Kommentar von Campo-News — 25. April 2006 @ 10:18

  11. Übrigens, da in der Berggasse 19,

    da war ich auch schon mal, da parkten auf der strasse aber andere Autos, und dass, wo es doch schon ein paar Jahre her ist..

    Da drinnen fiel mir auf, dass die “Wohnung” ziemlich gross ist, aber völlig “besetzt” von Leuten, die einem imn dem Zimmer gleich links von der Eingangstür so eine Art von Devotionalien verkaufen wollten. Visitenkarten Tüten und anderen üblichen Krempel.

    Nach rechts habe ich mich dann gewendet, da war das Zimmer mit der legendären Couch, und ich stand da plötzlich ganz alleine, hab gedacht (ganz der Frau Berg verwandt) hm, also diese Couch finde ich hässlich. Wieso hat der nicht so ein Eileen Gray Teil da hingestellt? Das gab es doch damals schon, und bezahlen hätte er das gewiss gekonnt!

    Etwas kryptisch meint Frau Berg jedoch, wenn wir älter werden, und vielleicht mit dem Rollstuhl dann an so einer Eileen-Gray-Liege vorbeibrettern,

    dann wissen wir vielleicht, dass das Ding irgendwie schön ist, aber wir können uns nicht aus eigenen Kräften da drauf legen.

    Wie sie das wohl wieder gemeint hat? Sie sitzt doch gar nicht im Rollstuhl, im Gegenteil, sie erscheint doch als ziemlich “fit”…

    Kommentar von hegelxx — 25. April 2006 @ 10:44

  12. Hier geht das ein wenig durcheinander Tanja,

    das mag meinetwegen an technischen Problemen liegen.

    Bestimmt wirst du jemanden finden, den du hoffentlich nur in ganz cooler “Rice-Manier” dafür etwas abstrafst. Egal.

    Bei mir zieht das nicht, ich bin inzwischen “unbestrafbar”, harr! Sei dir sicher!

    Und noch obendrein, das “Campo-Forum”, das war mal einer der intelligentesten Orte, an dem man (und auch frau, klar doch) sich so aufhalten konnte. Da musst du gar nicht klein beigeben, nur weil da wie überall auch schon mal ein paar Deppen dazwischengerieten, und etwas klügere Menschen ausrasteten, menno, das kommt vor!

    Aber jetzt schau ich mal in den “Fischer-thread”, falls ich das aushalte,

    und dann überlege ich mir bei alledem ganz unheimlich, was ich denn jetzt der Frau Berg schreiben soll, auf dass sie weiterhin antwortet.

    Wünsch mir einfach Glück. Das wär’s.

    Grüsse

    Kommentar von hegelxx — 25. April 2006 @ 13:13

  13. Nee, du hast nochmal gepostet, während ich einen Beitrag abschickte, so ist die Reihenfolge für dich nicht so, wie du sie dir vorstelltest. Der Computer gibt sie aber immer der Reihe nach frei.

    Wen soll ich für was “abstrafen”?

    Der CAMPO-Blog gehört auch noch heute noch zu den besten, zumal hier fast alles selbstgemacht ist. Aber das Publikum ist meist dumm, was sich schon an der Beteiligung zeigt. Sie gieren nach Streit, nach Mobbing, nach den eigenen Behauptungen um ihrer selbst Willen. Das Diskussionsklima ist hier wie dort, ist überall mies. Da kann ich mich noch so abstrampeln und artifizielle Mätzchen machen.

    So, das war eine kleine Publikumsbeschimpfung *g*. Grüße, TK

    Kommentar von Campo-News — 25. April 2006 @ 16:58

  14. Der SPIEGEL machte zwar in dieser Woche Freud zum Titel, verschenkte aber das Thema – nichts von Bedeutung. Deshalb: ein Lied von Georg Kreisler „My psychoanalyst ist an idiot“ im Original von 1947 und die zweite Hälfte - da es psychologisch interessant wird - meiner Beschreibung der Alice Schwarzer Peinlichkeit (der Schlips), die sie sich einst bei Günther Jauch erlaubte. Erfreulich auch, dass Harald Schmidt einen KAUFBEFEHL für die Kreisler-Biographie aussprach, mehr hier, sowie dort, und so hat Harald Schmidt ja auch etwas aus „Campo de Criptana“ gelesen. Hier geht es noch zu einer besonders guten und kenntnisreichen Rezension der Biographie.

    My psychoanalyst is an idiot

    aus „Der Schlips“ (Alice Schwarzer bei Günther Jauch)

    „Grausam, ich bin ja auch noch da“
    Rief sie, kurz bevor es geschah
    „Kinder, das habt ihr doch extra gemacht!“
    Sie wittert Verrat, und alles laut lacht
    Denn über Fußball weiß sie so viel
    Wie ein Maulwurf vom Computerspiel
    Doch: War sie beschwipst?
    Nein, nein, keine Spur!
    Es war dieser Schlips
    Der störte sie nur
    Zu lang, zu breit
    Listig lächelnder Jauch
    Viel zu gescheit
    Einer den sie nicht brauch
    Schon formt sie den reizenden Mund und röhrt:
    „Schon mal was vom Phallussymbol gehört?“
    Man kennt solche Leute – die gießen nachts Blei
    Doch was sie dann sehen, das ist Einerlei:
    Nur nackte Leiber, mit viel Phantasie
    Sie leben fiktiv – real sehn sie´s nie
    Verschwitztes
    Gespritztes
    Erotik
    Exotik
    Musikgedröhne
    Mit viel Gestöhne
    A Big Head Bing – Bang – eruptiv universell
    Doch nicht mit Manuel, sondern nur manuell
    Das hat sie ja niemals so richtig genossen
    Drum guckt sie ja grad unablässig verdrossen

    So ist die Alice
    Niemand siehtse
    Gerne von vorn
    Auch von der Seite
    Ists eine Pleite
    (fast wie von vorn)

    Als tagsdrauf Sigmund Freud im Grab davon hörte
    (heftig erbost! – weil man seine Sitzung störte)
    Sprach er laut und vernehmlich:
    „Ja, ist denn die dämlich?
    Gebt´s der Person hormonische Hämmer!
    Ich kenn´ den Fall, gleicht der Pignitzers Emma
    Es war im Jahr Neunzehnhundertundsieben
    Da ist die Emma aufs Kirchdach gestiegen
    Und hat entblößt den gesamten Leib
    Es war das schlimmste, hysterischte Weib
    Drei Stunden hing sie an den Zeigern der Uhr
    Schrie wie am Spieß: Maria is a Hur´!
    Erst der Dorfdepp hat sie heruntergelockt
    Die Leut´ blieben stumm, alle waren geschockt
    Die Emma wurd´ niemals mehr klar im Schädel
    Benahm sich jetzt jeden Tag wie ein Blödel
    Ja verflixt, ist die Welt denn stehen geblieben?
    Dominieren noch immer die, die nicht lieben?
    Da plagt man sich ab, denkt nach jeden Tag
    Über Schizophrenie, Libido, den Sarg
    Sublimierung, Das ES - auch mal das ICH
    Ja, glauben Sie denn, das sei lächerlich?
    Die Hirnanomalie der Amalie
    Eine psychosomatisch´ Lappalie?
    Die dispropertionierte Drüse:
    Das alles ist Psychoanalyse!“
    Als Frau Schwarzer dies hörte
    (Was sie sehr verstörte)
    Stand sie regungslos da
    Wusst´ nicht wie ihr geschah
    So starr, so still – und ein klein bisschen konisch
    Wie ein Phallus, doch sicher nur: symbolisch

    So ist die Alice
    Niemand siehtse
    Gerne von vorn
    Auch von der Seite
    Ists eine Pleite
    (fast wie von vorn)

    Tanja Krienen, Juni 2004

    Kommentar von Campo-News — 3. Mai 2006 @ 16:45

  15. Freud, Freud ,Freud, Leid und Mozart…

    es ist ja etwas seltsames um diese Jubiläenfeierei, war mir immer verdächtig, das, deswegen wüsste ich jetzt auf Anhieb nicht einmal den Geburtstag meiner Mutter zu sagen…
    im Kiosk überall das Konterfei des “Begründers der Psychoanalyse” auf Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen, (ganz besonders widerwärtig übrigens der Spiegel-Titel mit der nackten Braut auf Freuds Zigarre. Aber was soll man erwarten, bei diesen Altherrenwitzlern). Ja, fast überall auf sogenannt “seriösen” Presserzeugnissen steht “Sex” und die dafür sonst übliche Spartenpresse erscheint dagegen fast keusch. Naja, denke ich so beim Tabakkauf, immerhin könnte man das glatt den “Einbruch der amerikanischen Zwangsunmoral” nennen, denn der Deutschen Lieblingsbildchen, das vom Schicklgruber, ist momentan in die Marginalität verwiesen…

    Oder aber handelt es sich bei alledem um eine, wie nannte es die ungewollte Tochter Freuds, Anna, “Identifikation mit dem Agressor”?

    Ich denke an die Leichen im Keller Freuds, Otto Groß, Sabina Spielrein, denke an den dankdienerischen Erotomanen und Freudbiografen ernest jones, den widerwärtigen Karrieristen Jung und dann wieder an diese gequälte Tochter Freuds, was eine bewundernswerte Frau, dann fällt mir das Bild der Frau Bernays-Freud ein, ihre Mutter, wohl eine der schönsten frauen der zeit damals, und die Tochter, die eine zeitlang noch viel besser aussah, aber lieber ein Junge sein wollte in ihrer Verzweiflung, und an Schneewittchen und die böse Königin….

    Aber dann kam der Schicklgruber-Hitler nach Wien, und seine Schergen auch in die Berggasse 19…

    Kommentar von hegelxx — 4. Mai 2006 @ 10:35

  16. Stefan Ripplinger leistet sich in der neuen KONKRET ein typisch verschämtes Linken-Unding, als er in der Untertitelung zur Überschrift juchzt: “Wer Sigmund Freud folgt, hat ihn nicht gelesen”, um dann im Artikel keine Beweisführung zu präsentieren, ja sogar im Grunde alles zugeben muss, und letztlich den besagten Satz auf die angeblich “hörige”, honorige Anna Freud um zu münzen. Ein Artist, dieser Ripplinger, ein Seiltänzer, wie jener aus dem Zarathustra - doch nicht jeder kann ihn tagelang mitschleppen.

    Im Eingangsbeitrag schrieb ich bekanntlich: “Während des gestern gezeigten, jedoch nicht ganz überzeugenden Theaterstück (Curd Jürgens als Sigmund Freud), fiel es mir jedoch wie Schuppen von den Augen, als Freud seine Patientin insistierend befragte und diese, vor der Entlarvung der wahren Gründe für ihre Lähmung, aggressiv und hysterisch reagierte: Genau so agieren und reagieren die von mir in die Enge getriebenen Transen und Schwulen, wenn man sie darauf hinweist, woher ihre Neurosen und damit die wahren Gründe für ihre sexuelle Orientierung liegen. Brutalität, Aggression und Verleugnung sind Mittel ihres Rückzugs in die Wagenburg der sexuellen Neurose.”

    Genau dies stellt Ripplinger klipp und klar fest, nämlich welches Spiel von den Gender-Ideologen bis zur extremen Aggression, die de facto zu ALLEM bereit sind (wofür ich unzählige Belege nennen kann), und letztlich Röhm verkörpern, wie auch hin metzeln könnten, also die ganze schwule Brutalität hinlegen, um die Leugnungen ihrer eigenen Verfasstheit zum Sieg zu führen: “Wer mit ernsthaften psychischen Problemen zu kämpfen hat, will nichts an schmerzliche Ereignisse seiner Kindheit erinnert werden, selbst wenn sie die Ursachen seiner Krankheit oder Verstimmung sein sollte. …Dieser (der Analytiker) soll den Patienten nicht beruhigen, soll ihn nicht beschwichtigen, ja er muss dessen neurotische Symptome sogar verstärken. (etwas, was ich ja seit Jahren bei der von mir streng beoabachteten Gruppe mache). “Wir müssen, so grausam das klingt, dafür sorgen, daß das Leid des Kranken in irgend einem wirksamen Maße KEIN vorzeitiges Ende findet”, erklärte Freud. Nicht um rasche Heilung, um die ERKENNTNIS ging es ihm. Kein Wunder, daß viele Prozac dieser bittren Pille vorziehen.

    Und dann gelangen wir noch zum Kern des Ganzen, nochmal Ripplinger: “Wie Paul Moor berichtet, galt in der gesamten psychoanalytischen Welt der Grundsatz, Homosexuelle seien UNANALYSIERBAR; kein Homosexueller Analytiker, den er angesprochen habe, SEI AUCH NUR BEREIT GEWESEN, ÜBER SEINE ERFAHRUNGEN ZU SPRECHEN.

    Komischerweise macht Ripplinger daraus der Psychoanalyse und nicht den Nur-an-warmem-Wochenenden-kreischend-mutigenHomosexuellen einen Vorwurf. Aber so ist das - wie auch der “gelbe Kasten nebenan von Florian Sendtner beweist, der angewidert Nietzsche Urteil über Frauen zitiert - sind sie auf eine Wahrheit gestoßen, werfen sie den Kopf in den Nacken, rufen “Pöh” und lächeln darüber hinweg.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 11. Mai 2006 @ 17:06

  17. Ein hervorragendes Interview - Cronenberg: “In meinen Augen sind die Entdeckungen Freuds und Jungs ein welterschütternder Augenblick, ein Glanzpunkt in der Geschichte der Menschheit. Ich glaube, dass sich ihre Wirkung nur mit dem Erdbeben vergleichen lässt, das Charles Darwin ausgelöst hat. Durch Freud lernten die Menschen die Welt und ihr eigenes Handeln neu begreifen. Sie lernten, dass in unserem Inneren Triebe und Kräfte herrschen, über deren Macht man sich zuvor keine Vorstellung gemacht hatte. Freud enthüllte auf völlig neue Art die Lust und den Schrecken der Sexualität. Das revolutionierte das Denken des modernen Menschen, und es verstörte viele zutiefst. Deshalb wird über die Lehren Freuds und seiner Schüler auch bis heute ähnlich unerbittlich gestritten wie über die Lehren Darwins. Für mich ist die Geburtsstunde der Psychoanalyse ein Glücksmoment auch für die Kunst.” - http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,796050,00.html

    Kommentar von Campo-News — 9. November 2011 @ 19:42

  18. Sehr sehr sehr gut. Auch ich weiß nicht, wann die Idiotie so richtig losging, doch ich denke, es begann kurz nach dem Mauerfall. Heute regiert die Homolobby und gerade sie hat schon 1938 Freud nicht einmal zum Zug gebracht - http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113844659/Mutter-UND-Vater-Das-wusste-schon-Freud.html

    Kommentar von Campo-News — 26. Februar 2013 @ 16:15

  19. Mottenkiste? Die Marottenkiste steht im Genderlager, sonst nirgendwo! http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/potenz/maennersorgen/fehlende-bindung-in-der-kindheit-ist-seine-mutter-schuld-wenn-er-im-bett-schlapp-macht_id_4389430.html

    Kommentar von Campo-News — 9. Januar 2015 @ 08:07

  20. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113844659/Mutter-UND-Vater-Das-wusste-schon-Freud.html

    Kommentar von Campo-News — 9. Februar 2015 @ 08:36

  21. Zur Frühsexualisierung schrieb ich heute bei Klaus Kelle -

    Es müsste korrekt “Gegen die THEMATISIERUNG von Frühsexualität” heißen. Tatsächlich ist gerade diese den Anti-Freudianern der ökologischen Schule, der Esoterik, der Walldoofpädagogik ein unbekannter Balken im Auge.

    Kommentar von Campo-News — 11. März 2015 @ 16:53

  22. Affektive und neurotische Störungen, zu denen auch Depressionen gehören, sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen sind aber keine Ausschlusskriterien. Wer eine “zufriedenstellende psychiatrische Beurteilung” vorweisen kann, darf laut der EU-Richtlinie trotzdem ein Verkehrsflugzeug lenken.

    Todespilot Andreas L. soll während seiner Pilotenausbildung an Depressionen gelitten haben. Die Lufthansa bestätigte, dass L. seine Ausbildung an der Verkehrsfliegerschule in Bremen unterbrochen hatte. Er sei aber zuletzt “flugtauglich ohne jegliche Einschränkungen” gewesen, sagte Lufthansa-Chef Spohr.

    Im beruflichen Alltag von Piloten wird erst dann eingegriffen, “wenn konkrete Vorfälle aufgetreten sind”, sagt Goeters. - http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/germanwings-absturz-psychologie-im-piloten-alltag-a-1025810.html

    Kommentar von Campo-News — 27. März 2015 @ 07:32

  23. Sehr sehr gut - http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Der-Vater-muss-seinen-Platz-wiederfinden/story/14958162

    Kommentar von Campo-News — 15. Juni 2015 @ 06:33

  24. http://www.focus.de/wissen/mensch/psychologie/sigmund-freud-zitate-und-sprueche-zur-psychoanalyse_id_5721319.html

    Kommentar von Campo-News — 12. Juli 2016 @ 12:37

  25. Interessant, auch wenn die Dialektik daraus schwierig ist - https://schluesselkindblog.wordpress.com/2017/04/20/warum-frauen-staaten-zerstoeren-und-andere-unbequeme-tatsachen/

    Kommentar von Campo-News — 24. Juli 2017 @ 15:30

  26. Freud und Leid

    Donald Trump leidet, wie fast alle Konservativen und solche, die sich einbilden welche zu sein, doch es nicht sind, an der Schwäche, nicht zwischen “Transgender” und echten Transsexuellen (die keine “Transgender” sind) zu unterscheiden, ebenso fällt im “rechten” Lager zunehmend die Fähigkeit auf, die Ursachen der Homosexualität zu analysieren und zu definieren. Herbert Wehner hätte gesagt: “Es gibt zwar eine normative Kraft des Faktischen, aber keine Fakten ersetzende Kraft des Phraseologischen.” Alfred Adler sagte es so: “Er (der Homosexuelle) nimmt für echt, worin wir einen Irrtum sehen, und er ist darin außerdem gestützt durch die Irrtümer einer scheinbar sachverständigen, wissenschaftlichen oder laienhaften Literatur, die ihm in seinem Urteil über die Unabänderlichkeit recht gibt. Eine derartige Geistesdisposition, in der der Homosexuelle lebt, phantasiert und handelt, macht ihn aber unverantwortlich.“ Vor Jahren brachte ich es wie folgt auf den Punkt: “Subjektivismus ist die alles entscheidende Leitlinie, die Frage nach objektiven Kriterien wird nicht nur als Belästigung, sondern gar als unzumutbar empfunden.”

    Den scheinbar frischen Wind, den Konservative in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Genderei zu entfachen vermochten, erwies sich zunehmend als stehender Gewässerduft ewiggestriger Denkfauler und korrespondiert überraschend mit dem aggressivster Teil ultralinker Genderideologen zum Zwecke der Aushebelung jedweder Gewissheiten. Der entscheidene Punkt liegt in der Bewertung der Ursachen. Ultralinke Neogenderisten sind mit den verquasten Rechten, die nicht selten aus dem letztlich verzückt religiösen Lager stammen, total einig im Schnurrenuniversum, dass es irgendeinen Stoff gibt, der vorgeburtlich den “Trans”weg” oder auch jenen als Homosexer vorzeichnet. Psychologische und soziologische Fakten, also Eltern, das Umfeld, die Erziehung usw. sollen dabei KEINE KEINE KEINE Rolle spielen, auch wenn der Proband noch so unabänderlich wie er in seinem Zweimeter-”Trans”-Körper mit drei Kindern von vier verschiedenen Frauen und sonstigen Absurditäten herumhängt und eine offenbar sehr seltene und nur durch postmoderne Strukturen zu erklärende, nie hinterfragte Geschichte zum allerbesten gibt. Und auch von Homosexuellen wird behauptet, sie seien schon immer schwul gewesen, da gäbe es Gene oder Säfte, die den Menschen so ausrichten, dass er nicht anders könne. Der CSD-Narr, mit Ketten behangen, nacktem Hintern und Urinal aus Papamachè um den Hals, kann also gar nicht anders, gesellschaftliche und psychologische Gründe für sein Verhalten sind völlig ausgeschlossen! Beweise gibt es nicht, doch der Glauben versetzt hier jene Berge, die man nur im Dunkeln sieht.

    Die Konservativen haben sämtliche Chancen verpasst, in ordentlicher und nachvollziehbarer Weise Analysen vorzulegen, die an der bewährter Methodik der Psychoanalytiker alter Schule anknüpft. Vielleicht zeigt sich hierin auch nur die ganze Schwäche des Konservatismus, der immer starre und scheinbar natürliche Erscheinungen präferiert, weil er sich mit den Wirkungen von menschlichem Verhalten, von interaktiven Beziehungen, nicht befassen will. Da ist es viel einfacher, etwas als ewig gegeben anzusehen, statt zu fragen, warum sich dieses oder jenes so entwickelte. Eine große Hoffnung ist somit auch auf diesem Gebiet beendet, denn inzwischen konnten die dubiosesten Vertreter mit ihren “Theorien” an die konservativen Bewegung andocken, bei gleichzeitiger Negierung eines konsequenten Verhaltens, das in der absurden Behauptung gipfelt, morphologischen Fakten seien obsolet, da doch die Gene und die “Seele” so seien, wie sie sind.

    Hoffnung erwächst nur aus dem Lager des Verstandes und der Vernunft. Doch die Bataillone sind schwach. Die Welt gewegt sich auf den Irrsinn zu und dies wird durch das Lager der Konservativen, besser Reaktionäre, noch besser Irrationale, nicht aufgehalten. Im Gegenteil. Thilo Sarrazin schrieb in diesem Tag im Cicero: “Ich las von…Sigmund Freud alle Werke, die als Fischer-Taschenbuch erhältlich waren. Das Interesse für Psychologie ist mir bis heute geblieben.” So ist es und nur so geht es, nur so kommen wir der Sache auf der Grund und zwar nur mit einer Basis von Menschen, welche die Moderne einer kritischen Bestandsaufnahme unterziehen und wieder geradegerücken. Nur DAS ist konservativ!

    Kommentar von Campo-News — 3. August 2017 @ 10:23

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