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17. März 2006

Das Bild an der Wand!

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 14:13

McDonalds hat heute seinen „Royal Mexico“ - Tag, aber wir im CAMPO-Blog feiern eine ganze Woche lang die „Kommunismus macht Spaß“- „Semana de Viva Revolución“

Bettina Röhl hat ja schon auf ihre Sichtweise auf den facettenreichen Kommunismus macht Spaß (Mordspaß hätte ICH geschrieben) hingewiesen, heute blicken wir aber mal zur Abwechselung über den „Stacheldraht und das Minenfeld, wo die MP von hinten bellt“ und dort in die Chausseestraße 131 zu Berlin, Hauptstadt der DDR, genauer: ins Wohnzimmer von Wolf Biermann.

Wer das Original-Foto nicht kennt, kann die Gesamtgemengelage auf dem gleich folgenden Wimmelbild nicht erkennen. Das Foto, Herbert Mies (der kurz darauf DKP-Vorsitzender wurde), bei seiner Verhaftung am 8. Februar 1968, als er das KPD-Aktionsprogramm vorstellen wollte (sechs Tage später konnte dann die beabsichtigte Pressekonferenz stattfinden, siehe Foto im Bettina Röhl-Thema).


aus „Die DKP“, Weltkreisverlag, 1978, Archiv Tanja Krienen

Und nun blicken wir auf das Cover der 1973 erschienenen, aus meiner Sicht besten Wolf Biermann-LP „Warte nicht auf bessere Zeiten“ und sehen…natürlich, die Sessel, in denen auch Margot Honecker schon mal Platz nahm, aber da…ja was? Nichts! Oder?

Vielleicht sehen wir ja ein bisschen mehr, wenn wir etwas näher heran gehen – irgendwo zwischen Biermann-Selbstportrait, Che Guevara und des verdeckten Thälmanns Ernst. Sollte dort etwa der erste KPD-Aktionist und DKP-Vorsitzende in spe hängen, als Zeichen des brutalen Einsatzes „westdeutscher Reaktionäre gegen die fortschrittlichen Kräfte des Friedens“ ?!

Fahren wir noch näher heran, wir das seit Jahren dort hängende, schwer vergilbte Papier sichtbar.

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Es gibt so ein dummes dummes (Cover) - Foto aus dem Jahr 1981, da ich in der ersten Reihe einer dieser gerade durch die Lande anschwelenden, depperten „Friedensdemonstrationen“ zu sehen bin, das riesige Vorab-Transparent mit zwei weiteren „Genossen“ tragend, direkt hinter dem DKP Vorsitzenden Mies und seines Vorgängers Bachmann, Nachfolger von Max Reimann, (was wiederum zeigt, mit welcher Zielrichtung der „Frieden“ geschaffen werden sollte). Leider habe ich die Zeitung, die dieses Foto als Aufmacher präsentierte, heute nicht gefunden – ich muss dringend mal wieder ein paar Dinge sortieren.

Theo Koll zitterte, nein zitierte (mäßig, mäßig, katastrophal und ohne alles in der Stimme) in der letzten Creme 21 - Sendung diesen Biermann-Vers, aber der unterlinkte Hinweis hilft uns (entscheidend) weiter:

Die DDR, mein Vaterland, ist sauber immerhin
Die Wiederkehr der Nazi-Zeit ist absolut nicht drin
So gründlich haben wir geschrubbt mit Stalins hartem Besen
Dass rot verschrammt der Hintern ist, der vorher braun gewesen.

4 Kommentare »

  1. Author : anna panek
    E-mail : presse@artalk.de

    URI : http://artalk.de

    Comment:

    wie ist denn das jetzt - wiki beruft sich auf weidermanns “lichtjahre” und verweist auf biermanns KPD-mitgliedschanft und biermann selbst laut SPIGEL - UND - SPIEGEL ÖNLINE: “nö, nie im lehm nich?”

    KANN EINER AUFKLÄREN BITTE?!

    anna panek

    Author : Campo-News
    Comment:

    “Wiki” kann sich auf nichts “berufen”, da schreibt jeder Idiot und sofern er sich einen Moderatorenplatz in der schlecht aufgestellten Mannschaft der Fusselbärte erhalten hat, manipuliert er, wie es nur möglich ist. Nichts ist schlimmer als “Wiki”, eines der großen Probleme der schleichenden gesellschaftlichen Zerstörung.

    Aber um was geht es jetzt konkret?

    Nein, Wolf Biermann war nicht in der KPD, sondern in der FDJ (und leitender “Freier Jungkommunist” der Hamburger Delegation seinerzeit beim großen Berliner Treffen 1950. Dann, 1953, zog er als 16jähriger in die DDR, wurde dort aber nicht in der SED aufgenommen. Alles Weitere kann man hier nachlesen

    https://ansage.org/wolf-biermann-in-der-taz-ganz-knapp-vor-der-idiotie/

    Kommentar von Recherche — 19. Dezember 2006 @ 11:25

  2. Zum Tode von Margt Honecker

    Margot Honecker ist tot. Sie starb “einsam”, wie die Medien unisono berichten, als sei es nicht immer so, wenn man mal von einigen “Love”-Parade-Leuten absieht, die im Kreis ihrer zappelnden, zugedröhnten Mitraver, in den eigenen Armen der Masse erdrückt werden, - unterwegs mit dem Gegenteil ihres verkündeten Namensprojekes. Margot Honecker starb dort, wo ihre Familie lebte.

    Feist geboren, wurde sie es nie, sondern: stets ganz neuer sozialistischer Mensch, asketisch und bescheiden, ganz Verstandesmensch bis zuletzt. Auffallend jedoch, aber ein Wesenzug des Systems, für das sie stand: es fehlte genau die Dialektik, die sie verkündeten. “Die Riesengipsfigur, die mit dem Stalinkopf bei Fuß, nicht weiß, daß zu dem Satz der Gegensatz zur Sprache kommen muß. Die greisendumme Arroganz…” wie Degenhardt bemerkte, sie zeigte sich darin, dass Widersprüche nicht offen verhandelt und ganze Denkgebäude von vornherein ausgeschlossen wurden. Wer kann Bildung vermittteln, wenn er alle nichtmarxistischen Denker, bzw. alle die sich nicht vereinahmen lassen, aus den Büchern herausstreicht? Ihre große Verfehlung, neben dem allgemeinen Fakt, einem autoritären System gedient zu haben. Sie konnte ihr Milieu, ihre Herkunft, nicht überwinden. Zum Täter wird fast jeder in ihrer Position. Immerhin, sie sorgte dafür dass Wolf Biermann jahrelanger Knast erspart und stattdessen eine Ausbürgerung erfolgte. Auch dies wurde, dialektisch gesehen, der erste Riss im Gebäude, der es letztlich zum Einsturz bringen sollte. Kein Zweifel besteht in ihrer Überlegenheit gegenüber westdeutschen Pendants, so wie daran, dass sie in einer Diskussion manche offiziösen Mumien des heutigen Politbetriebes in die Tasche gesteckt hätte.

    Ansonsten gilt: “Nicht Rache, nein, Rente und Friede ihrem letzen Atemzug” - https://www.youtube.com/watch?v=C3oY2vG6myI

    Kommentar von Campo-News — 7. Mai 2016 @ 07:18

  3. Dabei war die DDR doch nichts anderes, als eine „rot lackierte Menschenbrechmaschine in sowjetischer Lizenz gebaut“ (Biermann), in der eben diese Arbeiter und Bauern unterjocht und zum Leibeigenen-Frondienst für die paar roten Bonzen geprügelt wurden. http://www.achgut.com/artikel/die_lila_hexe_ist_tot_-_und_ich_werde_von_einem_tsunami_an_deja-vus_geplagt

    https://www.nytimes.com/2018/06/29/opinion/wolf-biermann-angela-merkel.html

    https://www.huffingtonpost.de/entry/liedermacher-biermann-merkels-offene-grenze-war-wunderbarer-fehler_de_5b36746be4b007aa2f7fb8cb

    Matthias Läger die Buchrezension oben ist recht vernichtend… vielem widerspricht auch, daß Robert Havemann die Freundschaft zu Biermann auch nach dem Abgang von Florian in keiner Weise eingeschränkt hat, eher im Gegenteil…… und warum soll das Lied “denunziatorisch” gewesen sein…. er war doch schon drüben… was das “im Westen gut zurechtkommen”! angeht… Biermann konnte ja viele Jahre nur im Westen veröffentlichen…er war auch mit Rudi Dutschke befreundet, der einige KOntakte öffnete… und was die Merkel-Himmelei angeht…. er ist 82….
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    Tanja Krienen
    Tanja Krienen Matthias Läger Die Merkel-Affinität kann ich nachvollziehen, aber nicht mehr teilen. Es begann, als weil sie ihm einst Zuspruch signalisierte. Als wir das Ausbürgerungsbuch 2001 vorstellten und dann im Berliner Ensemble der Auftritt von Biermann erfolgte, saß sie im Publikum als noch recht neue CDU-Vorsitzende. Sie hatte bewusst den Presseball links liegen lassen und war zu Biermann gegangen! So tickt sie und das ist gut. Auch später vertrat sie ja zunächst neben diffusen, auch ordentliche Ansichten, ehe sie abdriftete. JETZT steht sie dort, wo sie steht, aber heute gibt es schlimmere Leute, die wir noch kennenlernen werden. Aber sein Alter tut nicht zur Sache, er weiß was er sagt und ist geistig frisch. Er irrt ganz einfach.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/marianne-birthler-zum-fall-knabe-stasi-gedenkstaette-ich-kann-keine-intrige-sehen/23742964.html https://www.tagesspiegel.de/berlin/stasi-gedenkstaette-hohenschoenhausen-birthler-bericht-belastet-hubertus-knabe-schwer/23717932.html

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article190561701/Wolf-Biermann-nennt-Ausschreitungen-in-Chemnitz-Orgie-des-Fremdenhasses.html?fbclid=IwAR25y7X304h1_30m3Gu_k2B6ezvJHRzi8g-L61Yem1PH2JqGWLNuf0tD_ys

    https://www.domradio.de/themen/kultur/2016-11-15/annaeherung-wolf-biermann-aus-religioeser-sicht

    https://www.superillu.de/wolf-biermann-ueber-deutschland-uns-ging-es-noch-niemals-so-gut-wie-heute

    Kommentar von Campo-News — 9. Mai 2016 @ 09:12

  4. https://www.nd-aktuell.de/artikel/8089.so-oder-so-die-erde-wird-rot.html

    Kommentar von Campo-News — 3. Dezember 2021 @ 13:53

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