Streit um Zigeuner-Mahnmal
In Berlin sorgt eine Denkmal-Inschrift für Streit zwischen der Regierung, den Roma und Sintis und anderen Zigeunern.
Alle kulturpolitischen Sprecher der Bundestags-Fraktionen hatten sich im November 2004 auf einen Entwurf für die Gedenktafel verständigt. Strittig ist die Stelle: “Wir gedenken aller Kinder, Frauen und Männer, die von den Nationalsozialisten in ihrem menschenverachtenden Rassenwahn als Zigeuner in Deutschland und Europa verfolgt und ermordet wurden.”
Der Zentralvorsitzende der deutschen Sinti und Romas, Romani Rose, will den Begriff „Zigeuner“ tilgen, der Begriff, so die Auffassung des Zentralrates, stelle im deutschen Sprachgebrauch eine negative Bezeichnung dar. Der derzeitige Bundesratspräsident Matthias Platzeck (SPD) und die parteilose Kulturstaatsministerin Christina Weiss forderten den Zentralrat jedoch zum Einlenken auf.
Andere Gruppen der Betroffenen zeigen sich einverstanden mit der Inschrift, weisen sogar darauf hin, dass Sinti und Roma nicht das ganze Spektrum der als Zigeuner bekannten Gruppen abdecken.