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11. Mai 2022

Ein aktuelles Interview

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 12:13

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Eine Dystopie ist eine „negative Utopie“, wie es offiziell heißt. Dass dies anders sein kann, nämlich einen Zustand in 15jähriger Zukunft ziemlich real zu beschreiben, habe ich mit meinem 2007 erstellten Büchlein „2022 – Schönes Grün. Die nicht überleben wollen“ gezeigt - und grad darum wurde ich jetzt für ein Buch über dystopische Romane interviewt. Es geht wie folgt –

Frau Krienen, was hat Sie bewogen Schriftsteller zu werden?

Ich bin an falsche Freunde geraten und da hineingerutscht. Nein, das wäre zu einfach, aber irgendwie stimmt es doch bei fast jedem: man schreibt, weil man etwas sieht, was andere kaum fühlen, manche finden das nett und treiben uns an – aber letztlich stehen wir mit unserem Spin allein, weil nur wir wirklich verstehen, was wir meinen.

Wie kamen Sie gerade auf dystopische Romane?

Die unzulängliche und zunehmend gefährliche Welt kam auf mich, will sagen: die Zustände drückten so sehr, dass ich nicht anders konnte als sie mir zukünftig verschärft vorzustellen und mich schon jetzt (das liegt 15 Jahre zurück) an ihnen zu rächen.

Ihr dystopisches Buch “Schönes Grün”, in der Sie eine von den Grünen total beherrschte Zukunft entworfen haben, war sehr interessant. Möchten Sie unseren Lesern etwas über den Inhalt des Werkes verraten?

Gerne. Der ganze Inhalt zeigt sich, wenn man JETZT die Augen öffnet, die Ohren spitzt und sämtliche weitere Sinne schärft. Der pseudoelitäre, doch ehedem als ökosozialistisch falsch und verharmlosend geprägte Begriff für den aktuellen Wahn, ist einer, der Widerstand wie im Büchlein geschildert, als Geplänkel einfachster Art, satirisch behandelt. In Wahrheit fehlen mir heute (fast) die Worte und Ideen, wie man DAS noch beschreiben soll.

Aus Ihrer Feder stammen ja noch andere Bücher. Zum Beispiel “Fackeln in der Dämmerung” und “Das Ziel in weiter Ferne”. Worum geht es in diesen beiden Büchern?

Ach, das waren eigentlich „nur“ Artikelsammlungen aus meiner Feder aus inzwischen mehr als 40 Jahren. Es sind eigentlich philosophische Aphorismen, die eine ganze Welt interpretieren: Die Welt als Platz der Feigen, Wahnwitzigen und Verdammten.

Abgesehen von Ihren eigenen Werken; welches ist Ihr Lieblingsbuch?

„Alle Stücke von Bertolt Brecht“

Welches Buch sollte Ihres Erachtens jeder lesen?

„Alle Stücke von Bertolt Brecht“ und mein neuestes Buch über den Schlawiner Kaspar Hauser.

Was ist Ihr Lieblingszitat?

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten“ (B. Brecht)

Bei welchem Ereignis der Geschichte wären Sie gern dabei gewesen?

Mein Lieblingsereignis liegt unausweichlich in der Zukunft. Ich darf darüber noch nicht sprechen ;)

Sie sind ja auch politisch recht aktiv. Möchten Sie unseren Lesern etwas über Ihre politischen Erfahrungen berichten und vielleicht auch etwas über Ihre Arbeit beim inzwischen leider nicht mehr bestehenden “Preußischen Anzeiger”?

Preußen ist tot. Vielleicht auch….zurecht. Die Coronadiktatur zeigt uns, dass Bürokratentum zum Zweck der Optimierung ins Destruktive führt und Rebellion hervorbringt, die es ohne administrative Direktiven nie gegeben hätte.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft aus?

Das hängt vom Zeithorizont ab. Erst wird es so negativ wie nie zuvor, dann herrscht eine Art gerade Linie auf dem Oszilloskop, das sie in Ermangelung neuer Begriffe als die bekannten popkulturellen Oszilloskop.in/ups2525 nennen werden, und dann…ach, ich weiß auch nicht so genau. Die Welt, wie ich sie kannte, findet zweifelslos nur noch in meinem Kopf statt – und in meiner neuen Chemnitzer Wohnung.

https://www.amazon.de/Dystopische-Romane-Eine-Analyse-Christian-Schwochert/dp/3347631900/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=2SC2FXHRW8ZWO&keywords=Christian+Schwochert%3A+Dystopische+Romane&qid=1652202419&sprefix=christian+schwochert+dystopische+romane%2Caps%2C158&sr=8-2

 

4 Kommentare »

  1. https://www.amazon.de/Sch%C3%B6nes-Gr%C3%BCn-nicht-%C3%BCberleben-wollen/product-reviews/3938403802/ref=cm_cr_dp_d_show_all_btm?ie=UTF8&reviewerType=all_reviews

    http://www.campodecriptana.de/blog/2022/05/11/2239.html

    Kommentar von Campo-News — 11. Mai 2022 @ 12:21

  2. https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/analyse-von-ulrich-reitz-nie-mehr-russen-energie-baerbock-verbindet-geschickt-krieg-und-klimaschutz_id_97564099.html

    Kommentar von Campo-News — 11. Mai 2022 @ 12:44

  3. Anknüpfend an meinen letzten Beitrag - https://www.facebook.com/tanja.krienen.7/posts/4991390330929811
    möchte ich meine Sendung über Dystopien noch einmal bringen.
    Sie wird im bekannten Rhythmus laufen, also –
    Mittwochs 13 - 14 Uhr
    Donnerstags 0 – 1 Uhr
    Freitags 17 -18 Uhr
    Sonntags 19 - 20 Uhr
    Dienstags 9 - 10 Uhr
    http://www.radio-xy.de/
    Wie mache ich was?
    1. Zur Homepage!
    2. Player anklicken!
    3. Zuhören!
    4. Nachdenken!
    5. Schlüsse ziehen!
    6. ?

    Kommentar von Campo-News — 13. Mai 2022 @ 17:11

  4. Lied einer alten deutschen Frau zur Nacht, auf den unweigerlich kommendem Augenblick wartend, sich ausgeliefert fühlend dem stürzenden ätzenden Sud aus dem die so genanntem Landsleute sind, die auf dem Weg zum Irresein täglich neue Pflöcke setzen - https://www.youtube.com/watch?v=-PQPRvwy6gg
    Rück‘ deinen Sessel zu mir her,
    Zieh‘ den Vorhang zu.
    Heute nacht kommen sie nicht mehr,
    Heute ist noch Ruh.
    Das Telefon ist abgestellt.
    Alle Türen versperrt.
    Wir sind alleine auf der Welt,
    Bis der Morgen wiederkehrt.
    Aus dem Fenster unterm Dach
    Sieht man bis zur Front;
    Mündungsfeuer flackern schwach
    Hinterm Horizont.
    Abendwind streicht durch‘s Geäst,
    Durch den Waldessaum.
    Die Bluthunde schlafen fest,
    Scharren im Traum.
    Hörst du, wie die Stille tönt –
    Rings um uns her?
    Wenn dein Ohr sich daran gewöhnt,
    Erschreckt sie dich nicht mehr.
    Ist denn Frieden oder Krieg
    Auf diesem Meridian?
    Nein, in diesem Augenblick
    Denk‘ ich nicht daran.
    Ob unser Weg hier enden soll?
    Ob wir den Morgen sehn?
    Gieß‘ unsere Gläser noch einmal voll!
    Und dann laß uns gehn …
    Rück dein Kopfkissen zu mir her,
    Vergiß die Angst,
    Ich zähl dir Schäfchen, tausend mehr,
    Bis du schlafen kannst!
    Lied zur Nacht, Reinhard Mey

    Kommentar von Campo-News — 15. Mai 2022 @ 17:39

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