Comeback! – eine Lesung mit Tanja Krienen
Artikel und Fotos
Ankündigung in der Hagener Presse - Tanja Krienen liest: „Fackeln in der Dämmerung“
Hagen. (as) Sie entzündet „Fackeln in der Dämmerung“. Jedenfalls literarisch. So hat die gebürtige Hagenerin Tanja Krienen ihr neues Buch genannt. Sie wird es am Samstag, 2. April, um 19.30 Uhr in ihrer Heimatstadt vorstellen. Genauer: Sie bittet zur Lesung
Für Toleranz, gegen Borniertheit
Schreiben war immer eine Leidenschaft von Tanja Krienen. Schon damals am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg hat sie für die Schülerzeitung geschrieben. Und sie war immer ein politischer Mensch. Sie erinnert sich an ihre Kinderzeit, als ihre Großeltern sie zu einer politischen Kundgebung von Willy Brandt mitgenommen hatten. „Mein urpolitisches Erlebnis“, sagt Tanja Krienen. In jungen Jahren provozierte die gebürtige Hagenerin als Punk. Sie engagierte sich für die DKP . Doch bei einem Aufenthalt in der DDR erlebte sie die Kluft zwischen kommunistischer, beziehungsweise sozialistischer Theorie und Realität. Sie trat aus der Partei aus. Politisch aktiv blieb sie. Sie liebäugelte mit der PDS, wurde jedoch von alten ostdeutschen Kadern abgeschreckt. Sie gehörte zu den ersten Mitgliedern der AfD. Doch auch hier fand sie keine politische Heimat. Sie forderte Toleranz, erlebte hingegen Borniertheit.
Ihre „Fackeln in der Dämmerung“ sind ein Rückblick auf Deutschland und die deutsche Geschichte der vergangenen vier Jahrzehnte. Tanja Krienen liest eigene Gedichte, Aphorismen, Essays und journalistische Artikel, die sie einst und jetzt für „taz“, Spiegel, Huffington Post, Rheinischer Zeitung oder Costa-Blanca-Zeitung geschrieben hat. Sie hat Bücher über Wolf Biermann und Georg Kreisler eröffentlicht - und die Ökosatire „2022 – Schönes Grün, die nicht überleben wollen“.
Rückkehr nach Hagen
Tanja Krienen lebte in Dortmund, Spanien, Waldeck und nun in Soest. Die Lesung am Samstag, 2. April ist zugleich eine Heimkehr. Es ist der erste öffentliche Auftritt von Tanja Krienen in ihrer Heimatstadt.
Comeback – eine Lesung mit Tanja Krienen
“Autorenlesung? Da hört man Texte, die du schon kennst, in einer Auswahl, die man so nicht getroffen hätte und ist nur Staffage für das Ego des Autors. Da müßte man Geld dafür bekommen, dass man dorhin fährt!” riet mir ein Freund. Nein, es war ganz anders.
Im Kreise von zwei Dutzend aufmerksam Zuhörenden, erlebten wir in Hagen eine Lesung von Tanja Krienen, die einen großen Bogen von der ersten Wahlkampf-Veranstaltung der SPD über das aufgeregte Drumherum des 11. Septembers 2001 bis hin zur political correct verstimmten Gegenwart schlug. Eingeleitet und begleitet durch Musik aus diesen Zeiträumen kam ein Hauch von Kabarett auf.
Ironisches, Bissig-Witziges wie ihr Gedicht über “Brilon-Wald” ließen die Augen der Zuhörer blitzen. Manchmal schien das Publikum etwas überfordert zu sein, wenn mit “Sei Schwarz” und “Sie werden kommen - und ich gehe jetzt” die Zeichen eines dystopischen Zukunftsbildes an die Wand gemalt wurden. Das aber macht den Reiz bei Tanja Krienen aus: Der Leser und Zuhörer ist gefordert. Wer das nicht bewältigt, der kann sich ja von Volker Pispers Rumpelrhetorik beschallen lassen.
Tanja Krienen nötigt uns, RICHTIG zu zu hören. Und so hat sich dieser Abend wirklich gelohnt. Auch die Anfahrt über fast 100 km.
Und - ehrlich - ich hätte sogar Eintritt dafür bezahlt!
Reinhard “Hardy” Rupsch, Münster
Hier geht es zu Informationen und Rezensionen zum Buch “Fackeln in der Dämmerung”
Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts – und zur Autorin
NachfolgebuchÂ
Â
Ein netter Artikel dazu - http://preussischer-anzeiger.de/2016/04/05/erfolg-romowe-autorin/
Erfolg für ROMOWE-Autorin
Ja, sie ist umstritten. Und persönlich hoffe ich, dass sie es bleibt. Wäre sie es nicht, wäre sie nicht sie; aber der Verlag könnte tausende Bücher mehr von ihr verkaufen. Doch Sinnlos- und Weichspülbücher gibt es genug.
Ein Einwand von Hagen Ernst
Die Rede ist von Tanja Krienen. Stolz war ich, als einer der Romowe-Verlagsgründer, als sie zustimmte, ihr aktuelles Werk “Fackeln in der Dämmerungâ€, über Romowe verlegen zu lassen. Und noch mehr schwellte sich meine Brust, als ihr Buch in der Jungen Freiheit rezensiert wurde.
Und ich freute mich, als man verlautbarte, sie könne auf eine kleine Lesetour gehen. Doch was wäre die Freude ohne Hindernisse?
Und so gab es Blindschleichen die, sich kulturell auf festen Boden bewegend, Kultur nicht als das verstehen was sie ist: streitbar, böse, aufrüttelnd, unartig! Und so kam, was kommen musste. Und so kam, was ich nicht für möglich hielt. Krienen wurde “vertagtâ€, ausgeladen. Eben weil Kultur heute keine Kultur mehr ist, sondern sich der Gleichstellung bedient. Gerade und bewusst auch bei Büchern, besonders bei politischen. Dabei, davon ist auszugehen, haben die Absager “Fackeln in der Dämmerung†nicht gelesen – oder, noch schlimmer, nicht verstanden. Immerhin ist es ein vielseitiges Buch. Nicht nur wegen den 376 Seiten. Es sind “Texte aus 4 Jahrzehntenâ€. Mal links, mal rechts, mal menschlich, mal besonnen, mal verbal ausfallend. Eben kein Buch für einen Wohlfühlabend.
Endlich vermeldete Krienen auf ihrer Facebook-Seite, eine weitere Lesung sei geplant. Ich wünschte ihr Glück und hatte, wenn ich ehrlich zurückblicke, Befürchtungen. Die nächste Absage? Daran könnte, die nach aussen hin stark erscheinende Krienen, zerbrechen. Selbst Thor oder Odysseus wäre dies nicht zu verdenken.
Doch der Abend kam und wurde erfolgreich.
Darf man mehr erwarten? Nein? Doch: Sowohl von Tanja Krienen, die sich durchbeißt und uns alle weiter zwingen sollte richtig zu lesen und hin-zu-hören, als auch von den Veranstaltern, die nur noch seichte, politisch korrekte Brühe ihre Leser zum Schlürfen anbieten.
Für mein Teil reicht es aber, etwa 400 Kilometer entfernt, laut zu klatschen und sich mit der streitbaren Autorin zu freuen. Und ehrlich? Ganz leise klatsche ich dabei, denn wir wissen, das auch der leiseste Flügelschlag eines Schmetterlings die Umgebung, die Natur verändern kann, bis hin zum tönenden Grollen der alten Gipfel während des Einsturzes. Und nicht geheim wünsche ich mir: weiter so!
Denn Tanja Krienen stand und las nicht für sich an diesem Abend. Sondern für tausende kritische Autoren und Künstler in unserer Zeit. Eben für jene, ohne Staatsaufträge aber mit reinem Gewissen.
Kommentar von Campo-News — 5. April 2016 @ 11:51
Nun in Soest - http://www.dorfinfo.de/tanja-krienen-nach-einer-erfolgreichen-lesung-in-ihrer-heimatstadt-hagen/10124572
anja Krienen
2. Oktober 2019 ·
Mit Öffentlich geteilt
Wandel
Wir wandeln in der Halle
Auch Halle wandelt sich
Es wandelt sich die Meinung
Nur unser Klima darf das nicht
Es wandelt sich der Fußball
Auch Onkel Paul in Kansas
Es wandelt sich die Raupe
Nur unser Klima darf das nicht
Es wandeln sich die Zeiten
Die Zeit verwandelt uns
Des Nachts wir Weltenwandern
Nur unser Klima darf das nicht
Wir wandeln nur paar Jahre
Gewandelt wird seit Ew´ger Zeit
So lass das Klima von der Hand
Dann ist es frei und darf sich wandeln. 😉
Kommentar von Campo-News — 11. Mai 2016 @ 06:46
Gestern fand eine Lesung in Soest statt. Auch wenn sich nur auf Grund der Boykott - und schamlosen Ausgrenzungspolitik ein halbes Dutzend Menschen einfanden, war es doch sehr nett und anregend, denn die beinahe private Atmosphäre erbrachte immer wieder eingehende Diskussionen nach den einzelnen Beiträgen, im Gegensatz zur herkömmlichen Frontallesung in einer Richtung. Jedenfalls war es wichtig und eine Pflichtaufgabe diese störungsfrei verlaufende Lesung durchzuführen, trotz jener antidemokratischen Haltung einiger Zeitgenossen, deren Zeit eigentlich abgelaufen ist. Der Höhepunkt bestand übrigens in der Verspeisung eines ganzen Kartons Schokostrolche (vormals Negro-Küsse)! Siehe auch Boateng vs. Asamoah aus dem Jahre 2011 - https://www.youtube.com/watch?v=OTVsRP_hdX8&feature=mfu_in_order&list=UL
Kommentar von Campo-News — 14. Mai 2016 @ 06:34
Ich bedanke mich sehr sehr herzlich bei allen etwa 350 Facebook-Freunden, die mir auf unterschiedlichste Weise - per Nachricht oder öffentlich - zum Geburtstag gratulierten! Zum allerletzen Male möchte ich heute auf mein Buch “Fackeln in der Dämmerung” aufmerksam machen und stelle einmal alle bisherigen sechs AMAZON-Renzensionen ein, denn vielleicht bekommt ja der eine oder die andere Appetit auf mehr. (Bei mir gibt es das Buch zum selben Preis, signiert und inklusive Versand) http://www.amazon.de/Fackeln-D%C3%A4mmerung-Texte-vier-Jahrzehnten/dp/1512277193/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1463744576&sr=1-1&keywords=Tanja+Krienen
Die Amazon-Rezensionen -
5,0 von 5 Sternen Vier Jahrzehnte bundesrepublikanische Befindlichkeit!
VonBig Jayam 22. September 2015
…ist es ein politisches Buch? Ja, aber nicht nur das. Ist es ein lyrisches Buch? Auf jeden Fall. Es wird all die berühren, die ebenfalls auf bewusst erlebte 4 Jahrzehnte Bundesrepublik zurückblicken. Ist ein ein leichtes Buch? Ja und nein. Es gibt Momente, die einen zum Lachen bringen und Momente bei denen eben dieses Lachen gefriert. Ein literarischer Schatz, bei dessen Verköstigung man über andere lachen kann und im nächsten Moment bei seiner eigenen Bigotterie ertappt wird. Dieses Füllhorn voller brillanter Essays und Prosa wird den Leser lange begleiten. Es gibt Tage, an denen man einen Beitrag liest und genug hat und es gibt Tage an denen man es nicht aus der Hand legen möchte. Eines jedoch halte ich für unmöglich. Es an einem Stück zu lesen. Zuviel der Gedanken, zuviel der Erinnerungen. Ein gelungener Effekt ist, das Erscheinungsdatum der Beiträge jeweils an das Ende des Textes zu setzen. Die Aktualität manch 20 Jahre alter Beiträge kann erschüttern. Modern, anspruchsvoll, künstlerisch, non-konformistisch, humorvoll! Kaufen!
5,0 von 5 SternenGegenpol
Von Reinhard Rupsch am 21. Juli 2015
So streng, wie Tanja Krienen bei Meinungen, Thesen und Weltbildern anderer nachhakt, so sehr nimmt sie sich selbst in die Pflicht. Wenn mit diesem Buch Texte aus vier Jahrzehnten angeboten werden, dann verheißt das bei Krienen nicht die geballte Wucht festgezurrter Erfahrung sondern eher spielerisches Um-die Ecke-Denken, hintergründigen, bissigen, bisweilen auch skurrilen Humor und die Aufforderung zum neu Nachdenken.
Wer die vergangenen Jahrzehnte der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung verfolgt hat, der staunt immer wieder über die frühen Erkenntnisse Tanja Krienens und man wünscht sich, sie hätte damals mehr Gehör gefunden. Wer zu früh kommt, denn bestraft das Leben? Nicht unbedingt. Wir alle haben die Chance, es jeden Tag neu besser zu machen. Eine der Botschaften, die in diesem lesenswerten Buch steckt!
5,0 von 5 Sternen Fackeln in der Dämmerung- Eine Leseempfehlung von Karsten Patenge
VonAmazon Kundeam 16. Mai 2016
Tanja Krienen ist eine Kratzbürste. Eine von der Art, die Linderung bringt, wenn es gewaltig juckt. Tanja Krienen und die Parteien- eine lange Geschichte von Missverständnissen und Enttäuschungen. Für wen, sei hier an dieser Stelle einmal dahingestellt. Das Spektrum derer, die sie hinauswarfen oder wo sie von selbst gegangen ist, reicht vom linken bis zum rechten Rand und zeigt nur, sie ist die Krienen und passt in keine Schublade, Brecht erwähnt sie und folgt ihm nach. Der Atemzug, in dem die Krienen genannt wird, sollte Heiner Müller nicht aussparen, der treffenden Polemisierung wegen. Susan Sontag war auch so eine. Oder der Jünger, Ernst. Passten nicht in die Komfortzone der Gutmenschen und “farblosen Parteiuntertanen”, wie es die “Blaue Narzisse” einmal trefflich formulierte. Die Liste der Medien, in denen sie veröffentlicht hat, ist beeindruckend, die deutschen Qualitätsmedien alle dabei. Nun liegt mit “Fackeln in der Dämmerung” eine Sammlung von Texten aus vier Jahrzehnten vor. Texte, die eine vielschichtige Tanja Krienen zeigen, lyrisch, intellektuell, polemisch, sarkastisch- aber auch nackte Propaganda mit dem Holzhammer- in jedem Falle amüsant zu lesen.
Was soll man hervorheben? “Landschaft mit Leichentüchern” über die gelegentlich unerträgliche Jelinek? “Fresst Brecht”? Oder das kleine Gedicht “Valencia”? Dem Leser sei dieser Band in Gänze empfohlen, sofern er keine Lust hat, sich sein Gehirn mit seichten Banalitäten zerfressen zu lassen. Selbstständig Denkende, weit abseits vom Mainstream Stehende, werden wohl die hauptsächlichen Leser sein. Alle anderen, nach Antworten in einer sich ständig verändernden Zeit suchenden, seien eingeladen, Tanja Krienens Gedanken zu betrachten. Anregungen sind es allemal.
5,0 von 5 Sternen Ein MUSS zum Lesen!
VonAmazon Kundeam 22. April 2016
Tanja Krienen kenne ich schon als FB Freundin deren Beiträge mich vor allem durch die klare durchdringende Analytik immer wieder zum Nachdenken anregte. Ihr Buch ,,Fackeln in der Dämmerung” war daher für mich eine Pflichtlektüre. Ich wurde nicht enttäuscht. Durch ihre radikale Subjektiviät und Introspektion ermöglicht sie ein Spannungsfeld, dass den Leser von der ersten Seite an begleitet.Sie schreibt wie sie die Dinge ,,damals sah” und jetzt sieht. Ihre Standpunkte und Positionen sind klar und haben Ecken und Kanten. Nicht jede (politische) Äußerung mag den ungeteilten Beifall des Lesers erhalten. Und das ist gut so. Von vorne nach hinten durchlesen das geht nicht. Am Besten man sucht sich die Themen nach und nach je nach Stimmung. Tanja Krienen eine geistige Walküre, ein dialektisches Monster, eine einsame in der Wüste. Eine Herausforderung für jeden an Zeitgeschichte interessierten! Eine Frau die den aufrechten Gang nicht verlernt hat. Helmut Leitner Buchautor
5,0 von 5 Sternen Wieder mal ein wunderbares Buch.
VonAmazon Kundeam 13. März 2016
Jede Seite dieses Buches lohnt sich zu lesen. Man kann Tanja Krienen nur loben für dieses wunderbare Buch. Ich freue mich schon auf Ihr nächstes Werk.
5,0 von 5 Sternen 40 Jahre aus Sicht von Frau Krienen
Von Christian Müller am 10. Juli 2015
Ein sehr gutes Buch, dass viele Artikel, Lieder und Gedichte der Schriftstellerin Tanja Krienen enthält. Politisch korrekte Gutmenschen würden keine Freude an diesem Werk haben; ich aber finde es sehr gut. Es steckt sehr viel Satire in dem Buch; zum Beispiel die fiktive Anekdote über Raffi, Schlaffi und das Transgenderschwein, bei der ich soooooooooolch einen Lachanfall bekam, dass ich mir minutenlang den Bauch halten musste
Klasse auch was Frau Krienen über Volker Beck schreibt: “Er war mal der Fitteste aller. Aller Spermien. Das war seine erfolgreichste Zeit-kurz nur, zugegeben.” Fazit: Das Buch ist sehr lesenswert und es lohnt sich die 370 Seiten zu lesen, denn es steckt viel Gutes darin.
Kommentar von Campo-News — 17. Mai 2016 @ 09:54
Es ist noch eine hinzugekommen -
5,0 von 5 SternenEine Krienen, wie sie im Buche steht!
VonAmazon Kundeam 21. Mai 2016
Verifizierter Kauf
Nein, das ist kein Buch zum lesen, zum schmöckern. Das ist ein Buch zum lesen, zum verstehen, zum streiten, zum nachdenken, zum wach werden. Es wird nie langweilig sich durch die Jahrzehnte zu blättern, auch wenn man nicht ihre Meinung teilt.
Ja, sie ist streitsüchtig und nie wirklich lieb. Aber sie erweitert einen den Horizont. Vollste Empfehlung, für die, die Harry Potter nicht verstanden und trotzdem kein Parteibuch zum Vorzeigen haben wollten
Kommentar von Campo-News — 7. Juni 2016 @ 10:23
Rainer Gebhardt Walter Benjamin: “In der Tat gewährleisteten die dadaistischen Kundgebungen eine recht vehemente Ablenkung, indem sie das Kunstwerk zum Mittelpunkt eines SKANDALA machten. Es hatte vor allem einer Forderung Genüge zu leisten: öffentliches ÄRGERNIS zu erregen.”
Überflüssig zu sagen, das Skandal und Ärgernis heute zu wohlfeilen Präsentationsformen geworden sind.
Gefällt mir · Antworten · 39 Min
Tanja Krienen
Tanja Krienen Rainer Gebhardt Benjamin war ein KPD-Mann, der im Gegensatz zu den KP-Leute auf der Dada-Seite, keinen Sinn für Humor hatte. Die Unterteilung in Spaß-Fraktion und Agitprop führte um 1980 zur Spaltung des KBW
Gefällt mir · Antworten · 1 · 18 Min · Bearbeitet
Rainer Gebhardt
Rainer Gebhardt Du bist besser informiert. Und ja, Benjamin hatte keinen Humor. Er war der Schmerzensmann des chiliastischen Materialismus/Marxismus.
Gefällt mir nicht mehr · Antworten · 2 · 33 Min
Tanja Krienen
Tanja Krienen Rainer Gebhardt So ist es. Er hat seine Berechtigung, aber für die Kunst ist/war er nicht zuständig.
Gefällt mir · Antworten · 1 · 17 Min
Rainer Gebhardt
Rainer Gebhardt War schön die Sendung.
Gefällt mir nicht mehr · Antworten · 1 · 9 Min
Tanja Krienen
Tanja Krienen Rainer Gebhardt Danke. Schön soll sie aber gar nicht sein, denn es gibt erheblich bessere Musik, aber lehrreich sollte sie sein. Mehr nicht.
Gefällt mir · Antworten · 8 Min
Rainer Gebhardt
Rainer Gebhardt Sei doch nicht selbstkritisch.
Gefällt mir · Antworten · 7 Min
Tanja Krienen
Tanja Krienen Rainer Gebhardt Bin ich immer. Jedes Lob ist mir peinlich, weil es meist auf einem Missverständnis beruht.
Gefällt mir · Antworten · Gerade eben
Tanja Krienen
Schreibe eine Antwort …
Kommentar von Campo-News — 18. Januar 2017 @ 14:15
Tanja Krienen mit einem Gastspiel in ihrer Heimatstadt
31. März 2016 PA
Tanja Krienen liest aus „Fackeln in der Dämmerung“ Nach knapp 20 Jahren kehrt sie unter dem Motto – “Comeback – Tanja Krienen mit einem Gastspiel in ihrer Heimatstadt“ nach Hagen zurück und wird in der Gaststätte Humpert aus ihrem Buch „Fackeln in der Dämmerung“, Artikeln, Satiren und Aphorismen lesen.
Am 2.4.2016 um 19.30 Uhr
Publiziert hat sie in der taz, Spiegel-online (Rubrik Eines Tages), Huffington Post, Neue Rheinische Zeitung, Waldeckische Landeszeitung, hna, Costa Blanca Zeitung u.v.m; Bücher: “Wolf Biermann – Die Ausbürgerungâ€, 2001 mit Wolf Biermann, Günter Wallraff, Manfred Krug, Ralph Giordano, Carmen Thomas, Marianne Birthler, Bärbel Bohley, Fritz Pleitgen u.a.; 2022 – Schönes Grün, die nicht überleben wollen, Ökosatire, 2007; Georg Kreisler – Doch gefunden hat man mich nicht“, Briefe, mit Konstantin Wecker, Danile Kehlmann, Ilja Richter, 2014; Fackeln in der Dämmerung – Texte aus vier Jahrzehnten, 2015. http://www.hohenlimburger-blatt.de/8229-comeback-tanja-krienen-mit-einem-gastspiel-in-ihrer-heimatstadt/
Ein vertonter Text: Das Ziel in weiter Ferne https://www.youtube.com/watch?v=afAJSh9Qpbo&feature=youtu.be&fbclid=IwAR1qVksYmjFfN7yl6IwaHlejnseqAgHcanTlOy1dZxQB9sTQ1MCmqpXEXX8
Ich nehme jetzt die Maske ab
(Fröhliches Lied während des Marsches zu singen)
Ich nehme jetzt die Maske ab
Das Atmen macht mich sonst nur schlapp
Auch wenn du sagst: Nimm sie nicht ab!
So sag ich nur: Papperlapapp!
Ich kann kein lecker Eis mehr essen
Seh nur noch diese Einheitsfressen
Kann auch kein kühles Bier mehr trinken
Das alles tut mir ganz schön stinken!
Ich nehme jetzt die Maske ab
Die Luft sie wird mir sonst zu knapp
Und sagst du streng: Du brauchst ´ne App!
Nehm ich die Maske trotzdem weg!
Ich sag´ dir was: es gibt jetzt Stunk
Wie auf dem Bild von Edward Munk
So seht ihr aus, so ungesund
Ofenrohrgroßer Riesenschlund!
Ich nehme jetzt die Maske ab
Das CO2 macht mich nicht satt
Kriegst du auch einen Atmungsschnapp
Nehm ich die Maske grade ab!
Im Bus, der Bahn, im Supermarkt
Genau derselbe Sklavenmarkt
Wie bleiche Zombies in ´nem Sarg
Im riesengroßen Horrorpark
Ich nehme jetzt die Maske ab
Und gehe lieber in den Pub
Dort trinke ich zehn Gläser Wein
Mag sein, ich hör´ dann auf zu wein`
Da sitzt dort dieser Mann im Fernsehn
Das ist genau der den wir gern sehn
Er sagt wir solln zu Hause sitzen
Das würde auch dem Klima nützen
Der nimmt ganz sicher keine Maske ab
Der sitzt dort maskenlos und macht Rabatz
Der warme Duscher ist ein Sesselfurz
Und ganz privat ist es ihm schnurz
Du brauchst jetzt einen dicken Schutzanzug
Sagt FB-Freundin Lisa superklug
Weil das Leben so gefährlich ist
Und Frau Merkel immer ehrlich ist
Also, liebe Lisa…Wenn du das glaubst…
Dann nimm die Maske bloß nicht ab
Versteck dich auch noch unter dem Niqab
Du bist ja wirklich ganz schön krass
Und machst dich sogar hinten nass
Marktleiter Schnauzibär mit viel Tatü
Rast nuschelnd ran wie einst Monsieur Tati
„SchischindeingroschesRischigo“
Wie Borcherts Schischypusch unfroh!
Mensch! Nehmse mal die Maske ab
Ich höre nur Schwawappschwischwapp
Das Risiko das sind Sie selber
Spiel´n Wachhund für die dummen Kälber!
Da seht -
Die Abstandsregeln sind ihm heilig
Huscht dieser Feigling-Sohn ganz eilig
Vorbei und wird es nie vermissen
Mal fremd und frei und heiß zu küssen
Der nimmt niemals die dumme Maske ab
Der trägt sie selber bis ins tiefste Grab
Da fallen mir doch diese Verse ein
Ich summe mit, dann stimme ich laut ein:
*sing*
„Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
deine Kraft, deine Jugend, dein Leben“
Mein Opa stand des Morgens auf
Nur mit dem linken Fuß voraus
Mit Siebzig wurd´s selbst ihm zu bunt
Er überwand die Zwangshandlung
Drum nehme ich jetzt diese Maske ab
Die Luft wird mir sonst einmal wirklich knapp
Denn keines der Revolverblätter
Schreibt mitleidsvoll „Krienen lives matter“
Oje da kommt mein Schwager Samuel
Der war im Denken doch noch nie sehr hell
Ihm ist nicht nur von außen kalt
Er steht auch allgemein im Wald
Und sagt:
Setz bloß die Maske auf ganz schnell
Du bringst uns alle in die Höll´
Setzt noch in Brand das ganze Land
Dann folgt bestimmt der Weltenbrand
(kurzes melancholisches Zwischenspiel)
Ich sei zur Menschheit so gemein
Sagt er zu mir und: Lass es sein!
Wenn alle wären so wie du
Bräucht es ganz viele Boxhandschuh´
Ich sag: Ach was,
Nimm einfach deine Maske ab
Das Heucheln nimmt dir keiner ab
Du warst doch früher ein ganz harter Hund
Und nicht wie heute Muttis zahmster Mund
Dort wo die Menschen sind nicht frei
Da ist das Ganze einerlei
Da hängt ein Vorhang vorm Gesicht
Da sieht man keinen andern nicht
Drum nehme ich jetzt diese Maske ab
Leg du auch dieses blöde Spucktuch ab
Du sagst du seist ein alter kranker Sack
Das weiß ich doch, du bist schon lang ein Wrack
Und schnüffeltest zuviel vom Nagellack
Drum mach dir heute bloß nicht in den Frack
Das ist doch alles nur noch Schizo-Fuck
Drum legen jetzt alle die Masken ab
Und singen laut dabei Rabappzibapp
Mit drei bis vier Millionen Gigawatt
Tanzen die Nacht wir durch bis zum Sabbat
Drum nehmen wir jetzt diese Masken ab
Und rocken durch die ganze Geisterstadt
So kommen wir ins nächste Extrablatt
Die Kanzlerin ist dann total schachmatt
Sie kriegt auch nimmer mehr einen Rabatt
Und auch ihr Sprachrohr nicht, der ist aalglatt
Und auch der andere nicht, der Nimmersatt
Drum nehmen wir jetzt diese Masken ab
La la la la la la papperlapapp… usw..
TK, 29.7.2020
https://taz.de/Bestsellerautor-mit-845-Euro-netto/!5124980/
Kommentar von Campo-News — 5. Oktober 2017 @ 17:13
Das Ziel in weiter Ferne
Das Ziel in weiter Ferne
Aus den Augen, nicht dem Sinn
Es ist, was ich nun lerne:
Voran heißt: weiß nicht wohin.
Was früher klar, erscheint im Nebel
Was heute gilt, berührt mich nicht
Es giert zur Krone jeder Pöbel
Und niemand ruft: geh aus sein Licht!
Wozu? Wer fragt danach, wenn Mauern fallen?
Warum? Wer will schon wissen, wie es steht?
Wo tausend Dumme blöde lallen,
Sind Fragen in den Wind geweht.
Wenn zwei und zwei als Fünfe gelten
Die kleinen Tiere wild genannt.
Und Masse ist was einst hieß selten,
Dann hat der Fraß sich eingebrannt.
Die Dummheit siegte unumkehrbar
Sie wechselt schnell das bunte Hemd
Ein Trickser gilt heut oft als ehrbar
Feind ist und bleibt er – und mir fremd!
2017
Kommentar von Campo-News — 30. Dezember 2021 @ 07:36
https://www.achgut.com/artikel/verdaechtiger_waldgang
Ankündigung in der Hagener Presse - Tanja Krienen liest: Fackeln in der Dämmerung
Hagen. (as) Sie entzündet Fackeln in der Dämmerung. Jedenfalls literarisch. So hat die gebürtige Hagenerin Tanja Krienen ihr neues Buch genannt. Sie wird es am Samstag, 2. April, um 19.30 Uhr in ihrer Heimatstadt vorstellen. Genauer: Sie bittet zur Lesung
Für Toleranz, gegen Borniertheit
Schreiben war immer eine Leidenschaft von Tanja Krienen. Schon damals am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg hat sie für die Schülerzeitung geschrieben. Und sie war immer ein politischer Mensch. Sie erinnert sich an ihre Kinderzeit, als ihre Großeltern sie zu einer politischen Kundgebung von Willy Brandt mitgenommen hatten. Mein urpolitisches Erlebnis, sagt Tanja Krienen. In jungen Jahren provozierte die gebürrtige Hagenerin als Punk. Sie engagierte sich für die DKP . Doch bei einem Aufenthalt in der DDR erlebte sie die Kluft zwischen kommunistischer, beziehungsweise sozialistischer Theorie und Realität. Sie trat aus der Partei aus. Politisch aktiv blieb sie. Sie liebäugelte mit der PDS, wurde jedoch von alten ostdeutschen Kadern abgeschreckt. Sie gehörte zu den ersten Mitgliedern der AfD. Doch auch hier fand sie keine politische Heimat. Sie forderte Toleranz, erlebte hingegen Borniertheit.
Ihre Fackeln in der Dä¤mmerung sind ein Rckblick auf Deutschland und die deutsche Geschichte der vergangenen vier Jahrzehnte. Tanja Krienen liest eigene Gedichte, Aphorismen, Essays und journalistische Artikel, die sie einst und jetzt für die taz, Spiegel, Huffington Post, Rheinischer Zeitung oder Costa-Blanca-Zeitung geschrieben hat. Sie hat Bücher über Wolf Biermann und Georg Kreisler veröffentlicht - und die okosatire 2022-Schönes Grün, die nicht überleben wollen.
Rückkehr nach Hagen
Tanja Krienen lebte in Dortmund, Spanien, Waldeck und nun in Soest. Die Lesung am Samstag, 2. April ist zugleich eine Heimkehr. Es ist der erste öffentliche Auftritt von Tanja Krienen in ihrer Heimatstadt.
Comeback – eine Lesung mit Tanja Krienen
“Autorenlesung? Da hört man Texte, die du schon kennst, in einer Auswahl, die man so nicht getroffen hätte und ist nur Staffage für das Ego des Autors. Da müste man Geld dafür bekommen, dass man dorhin fährt!” riet mir ein Freund. Nein, es war ganz anders.
Im Kreise von zwei Dutzend aufmerksam Zuhörenden, erlebten wir in Hagen eine Lesung von Tanja Krienen, die einen großen Bogen von der ersten Wahlkampf-Veranstaltung der SPD über das aufgeregte Drumherum des 11. Septembers 2001 bis hin zur political correct verstimmten Gegenwart schlug. Eingeleitet und begleitet durch Musik aus diesen Zeiträumen kam ein Hauch von Kabarett auf.
Ironisches, Bissig-Witziges wie ihr Gedicht über “Brilon-Wald” ließen die Augen der Zuhörer blitzen. Manchmal schien das Publikum etwas überfordert zu sein, wenn mit “Sei Schwarz” und “Sie werden kommen - und ich gehe jetzt” die Zeichen eines dystopischen Zukunftsbildes an die Wand gemalt wurden. Das aber macht den Reiz bei Tanja Krienen aus: Der Leser und Zuhörer ist gefordert. Wer das nicht bewältigt, der kann sich ja von Volker Pispers Rumpelrhetorik beschallen lassen.
Tanja Krienen nötigt uns, RICHTIG zu zu hören. Und so hat sich dieser Abend wirklich gelohnt. Auch die Anfahrt über fast 100 km.
Und - ehrlich - ich hätte sogar Eintritt dafür bezahlt!
Reinhard “Hardy” Rupsch, Münster
Kommentar von Campo-News — 25. Juli 2022 @ 08:53
Eine Sammlung von Artikeln über mich, ein Auszug nur (aus Zeitmangel und Zugriffsoptionen) -
2016 - Ankündigung in der Hagener Presse - Tanja Krienen liest: Fackeln in der Dämmerung
Hagen. (as) Sie entzündet „Fackeln in der Dämmerung“. Jedenfalls literarisch. So hat die gebürtige Hagenerin Tanja Krienen ihr neues Buch genannt. Sie wird es am Samstag, 2. April, 2016 um 19.30 Uhr in ihrer Heimatstadt vorstellen. Genauer: Sie bittet zur Lesung
Für Toleranz, gegen Borniertheit
Schreiben war immer eine Leidenschaft von Tanja Krienen. Schon damals am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg hat sie für die Schülerzeitung geschrieben. Und sie war immer ein politischer Mensch. Sie erinnert sich an ihre Kinderzeit, als ihre Großeltern sie zu einer politischen Kundgebung von Willy Brandt mitgenommen hatten. Mein urpolitisches Erlebnis, sagt Tanja Krienen. In jungen Jahren provozierte die gebürtige Hagenerin als Punk. Sie engagierte sich für die DKP . Doch bei einem Aufenthalt in der DDR erlebte sie die Kluft zwischen kommunistischer, beziehungsweise sozialistischer Theorie und Realität. Sie trat aus der Partei aus. Politisch aktiv blieb sie. Sie liebäugelte mit der PDS, wurde jedoch von alten ostdeutschen Kadern abgeschreckt. Sie gehörte zu den ersten Mitgliedern der AfD. Doch auch hier fand sie keine politische Heimat. Sie forderte Toleranz, erlebte hingegen Borniertheit.
Ihre „Fackeln in der Dämmerung“ sind ein Rückblick auf Deutschland und die deutsche Geschichte der vergangenen vier Jahrzehnte. Tanja Krienen liest eigene Gedichte, Aphorismen, Essays und journalistische Artikel, die sie einst und jetzt für taz, Spiegel, Huffington Post, Rheinischer Zeitung oder Costa-Blanca-Zeitung geschrieben hat. Sie hat Bücher über Wolf Biermann und Georg Kreisler veröffentlicht - und die Ökosatire „2022 „Schönes Grün, die nicht überleben wollen“.
Rückkehr nach Hagen
Tanja Krienen lebte in Dortmund, Spanien, Waldeck und nun in Soest. Die Lesung am Samstag, 2. April ist zugleich eine Heimkehr. Es ist der erste öffentliche Auftritt von Tanja Krienen in ihrer Heimatstadt.
2015 - Zur Freiheit, zur Sonne. Die streitbare Autorin Tanja Krienen dokumentiert in einem Essayband ihren langen Marsch zum Antitotalitarismus. Von Marc Zoellner
Tanja Krienen ist nicht mehr nur ein Name. Im Kreise des nonkonformen Journalismus gilt er schlichthin bereits als Institution.
Seit den frühen Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts bemüht sie redlich ihre Schreibfeder, beliefert im Akkord die Redaktionen der deutschen Medienlandschaft; angefangen bei der linksalternativen taz über libertäre Magazine wie dem eigentümlich frei bis hin zum konservativen Preußischen Anzeiger. Die Wahl der Themen glich dabei seit je dem wechselvollen Kurs ihrer eigenen Vita. Als Punk trat sie in Jugendjahren erstmalig öffentlich in Erscheinung auf, als Anarcho-Trotzkistin, welche die aufkommende Neue Deutsche Welle gegen Faschismusvorwürfe ihrer eigenen Genossen verteidigte und letztere wiederum nach fünfjähriger Mitgliedschaft in der Deutschen Kommunistischen Partei aufgrund deren Verherrlichung der inneren Zustände der DDR-Diktatur den Rücken kehrte.
Wolf Biermann stand ihr schließlich nahe; der Vertriebene, der - wie sie - scheinbar keine politische Heimat finden konnte. Seine erzwungene Emigration war fortan Bestandteil unzähliger von Krienens Kolumnen, seine Ausbürgerung Titel einer bei Ullstein publizierten Essaysammlung, zu welcher auch Krienen Texte beitrug. Ein Mutualismus zu beidseitigem Vorteil: Denn neben linken und liberalen Koryphäen wie Wagenknecht, Röhl und Broder waren es auch Biermanns Beiträge, die Krienens Zeitschrift “Campo de Criptana” - benannt nach jenem mittelspanischen Dörfchen, vor dessen Toren der tragische Held Don Quijote sich zum Kampf gegen die Windmühlen anschickte - zu Rang und Namen verhalf.
Mit “Fackeln in der Dämmerung” beliefert der frisch gegründete Romowe-Verlag, ein Derivat des PA, seine Leser nun, zwischen Buchdeckel gepresst, mit einer 376 Seiten umfassenden Sammlung von Krienens in den letzten vier Jahrzehnten verfassten Essays, Kolumnen und Kommentaren, ihrer Aphorismen und Gedichte. Im Rückblick gelesen, stellen Krienens Aufsätze dabei mehr als nur einen flüchtigen Streifzug durch die Geschichte der Republik dar. Sie gewähren auch tiefe Einblicke in ihr eigenes Leben: Ihren biografischen Sollbruch mit Kommunisten, Konservativen - der CDU - und der AfD, ihrer Abneigung totalitärer Denkweisen gegenüber, ihrem Patriotismus jenseits schwarzweißer Strukturen sowie natürlich auch der schönen, der angenehmen Seiten von Kunst, Kultur und Literatur.
Krienens oftmals überschwängliche Polemik muss man dabei nicht unbedingt mögen. “Wenn einer mir sagt: Ich komme mit jedem gut aus”, gesteht sie gern selbst ein, “so läge mir schon sehr daran, ihm das Gegenteil zu beweisen.” Das meint sie durchaus ernst. Doch gerade dadurch hebt Krienen sich lesenswert ab von der grauen Masse der deutschen Publizisten.
Tanja Krienen: Fackeln in der Dämmerung. Texte aus vier Jahrzehnten. Romowe, 2015, 376 Seiten, 20,95 Euro.
2013- Soest Der ganze Text -
Eine Alternative zur Alternativlosigkeit
Soest. „Die Rettung des Euro ist alternativlos“ - dieses Zitat von Angela Merkel hat Tanja Krienen auf die Palme gebracht. Dabei gibt es im Soester Vorort Hiddingsen gar keine Palmen. Der 55-jährigen Autorin und Journalistin geht es zuerst gar nicht mal um den Euro. Sondern vielmehr um den Begriff „alternativlos“. Für Tanja Krienen ist nichts alternativlos: nichts im Leben, nichts in der Politik und schon gar nichts in den eigenen Ansichten.
Wer die hochgewachsene Dame nach Konstanten in ihrem Leben fragt, der landet schnell bei Wolf Biermann (1976 aus der DDR ausgebürgerter Liedermacher, Anm. der Redaktion) und dessen Zitat „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“.
Was treibt diese Frau an, deren Maxime die Alternative zur Alternativlosigkeit ist? Im Moment ist es vor allem die Partei „Alternative für Deutschland“. Klar, dass für jemanden wie Krienen das eingangs genannte Zitat eine Kampfansage ist. Deshalb kämpft sie jetzt: gegen die CDU, der sie noch bis vor wenigen Wochen angehörte; gegen den Euro, „den wir schrittweise abschaffen wollen“; gegen zu viel Europa, „damit die Nationalstaaten wieder souveräner werden“; und gegen eine verfehlte Einwanderungspolitik, „weil wir jüngere Leute mit besserer Ausbildung brauchen“.
„Das ist ja eine verzweifelte Situation aus meiner Sicht“, sagt Tanja Krienen, wenn sie an Europa denkt. Deshalb ist sie im Januar dabei, als sich die neue Partei formiert; ist dabei, als die ersten Strukturen in NRW gezimmert werden; und ist jetzt „Kreisbeauftragte der Wahlalternative“.
Tanja Krienen sitzt in ihrem Büro, hinter sich den PC, daneben das Bücherregal. Manchmal klickt sie sich schnell durchs Internet, wenn sie ein Zitat sucht; oder sie greift ins Regal, zieht eines der Werke heraus, das sie durch Leben begleitet hat: Marx und Engels gehören dazu oder das Buch über die Ausbürgerung von Wolf Biermann, an dem sie selbst mitwirkte.
Dann greift sie nach unten, zieht ein Heft hervor, das mit „Campo de Criptan“ beschrieben ist. „Das Magazin habe ich eine zeitlang rausgebracht“. Viele namhafte Autoren habe sie gewinnen können, sagt sie. Wofür? Für ein Heft, das den Titel jenes Ortes trägt, an dem Don Quijote gegen die Windmühlen kämpfte. „Als ich das Magazin gemacht habe, da gefiel mir die Haltung Don Quijotes“, erklärt Krienen. Mut aufbringen gegen scheinbar Unveränderliches, dabei aber nicht verrückt sein, das seien auch ihre Triebfedern gewesen damals.
Dieses „damals“ macht klar, dass die Zeit von „Campo de Criptana“ beendet ist. Sie gehört zu den Jahren in Spanien. Damals, 2003, wandert Tanja mit ihrem Mann aus: auf eine Finca im spanischen Hinterland. Doch der Traum vom „Dolce Vita“ unter südlicher Sonne platzt. Südländischer Lärm vor allem in den Nächten, der ausgeprägte Regionalismus, die Sprachbarriere wegen der vielen lokalen Sprachen und nicht zuletzt die sommerliche Dauerhitze - das sind die Hauptgründe, warum „das Leben im Hinterland mit einer Dorfgemeinschaft, die wenig mit dem eigenen Leben zu tun hat“, scheiterte.
Spanien zeigt Tanja, wie deutsch sie ist
In Spanien lernte Tanja Krienen, wie deutsch sie ist. Das ist typisch. Krienen stürzt sich in ein Abenteuer, erkennt es als Fehler - und macht eine Kehrtwende. So wie mit der CDU. Für die machte sie 2005 Wahlwerbung, „um etwas gegen den Linkstrend in der Gesellschaft zu tun“.
Ausgerechnet sie, deren Wurzeln ganz weit links liegen. Emotional von einer frühen Begegnung mit Willy Brand geprägt unterstützt das soziale Umfeld in ihrem Heimatort Hagen die Lust am Linken. Der Vater kommt als Maurer aus der Arbeiterschaft, Tanja wird Energieanlagenelektroniker, engagiert sich in der Gewerkschaft, in der DKP. Irgendwann tritt sie aus, schließt sich den „Demokratischen Sozialisten“ an. Auch eine Liaison mit der PDS folgt, dauert nur ein Jahr, dann der Austritt, „weil sich im Vergleich zu den Altkommunisten nichts geändert hatte“. Krienen redet, erklärt, findet Argumente, sucht auch vor sich selbst wieder nach Rechtfertigungen für den steten politischen Wechsel. Irgendwann ist sie bei Marx angekommen, zitiert, dass das Sein das Bewusstsein bestimme, lacht, lehnt sich zurück und schaut auf, ob die Worte Wirkung zeigen.
Heute gehört der Wechsel zu Tanja Krienen wie Angela Merkel zur CDU. Das war nicht immer so. Denn der eine, der entscheidende Wechsel dauerte sehr lange. Tanja hieß nämlich nicht immer Tanja. Früher hatte sie einen Jungennamen. Dazu den ordentlichen Job, eine Ehefrau. 37 Jahre dauert es, ehe sie ausbricht. Warum so lange? „Man führt das normale Leben bis es nicht mehr geht“. 1994 habe sie die „frühere Rolle“ nicht mehr halten können. Sie löst die Ehe auf, zwei Jahre später folgt die Operation, nochmal zwei Jahre später die Hochzeit mit ihrem jetzigen Mann.
Die Befreiung aus der männlichen Zwangsjacke schlägt sich nieder in Ortswechseln: Nach 37 verwurzelten Jahren in Hagen zieht es Tanja nach Dortmund und Unna, nach Spanien und an den Edersee in Hessen, schließlich nach Hiddingsen. Wer aufgrund der geografischen Vielfalt eine Flucht im neuen Körper vor der Konfrontation vermutet, irrt. Denn Tanja Krienen bezieht klar Stellung. In der „Bild“ etwa, wo sie sich zu Unisex-Toiletten äußert („Wir benötigen diesen Unsinn nicht“). Das Thema ist ihr viel zu schrill dargestellt in den Medien.
Tanja Krienen will einfach nur ganz normal leben. Eine gewisse Wachsamkeit ist aber geblieben, weil sie nicht passen will in eine Schublade, sich vielen Lebensentwürfen entzieht. Deshalb erlebt sie auch immer wieder Anfeindungen. Das passiert immer wieder, das hat auch Verletzungen hinterlassen.
Doch Krienen wäre nicht Krienen, wenn sie sich unterkriegen ließe. „Alt werden mit ihrem Mann“ will sie in Soest“ und im Kreis politisch aktiv sein. Schon ist sie wieder in Form, spricht von ihrer Liebe zur Musik, die schon früh von den Beatles befeuert wurde; macht sich selbst neue Lust auf Psychologie, weil sie der unendlich spannenden Thematik während ihrer zweiten Ausbildung zur Erzieherin begegnete; schließt den Bogen bis zur Philosophie, der sie schon als Jugendliche verfallen sei. Die Verbindung all dieser Themen, das ist für Tanja der Mensch - und damit die Politik.
„Was mich von den meisten Frauen unterscheidet, ist mein ausgeprägtes analytisches Denken“.
„Was mich von den meisten Frauen unterscheidet, ist mein ausgeprägtes analytisches Denken“. Mit diesem Satz blickt der Mensch, der längst zur Dame geworden ist, plötzlich laut auflachend Stellung zum eigenen Leben. Und als hätte dieser kurze Augenblick ausgereicht, um die eigene Aufmerksamkeit sinken zu lassen, bricht sie die Treue zu Wolf Biermann, sagt: „Ich kann nicht anders: Alles ist Politik, das erfordert täglich eine Stellungnahme.“ An diesem Punkt ist sie sich untreu geworden. Denn ändern wird sie diese Einstellung nicht.
Ein erstes Treffen der Wahlalternative hat bereits am 27. April stattgefunden. Wer sich interessiert für die lokale Ausprägung der „Alternative für Deutschland“, kann Tanja Krienen aber auch noch unter 02921/3472940 oder 0160/91637954 kontaktieren.
Jürgen Vogt
Redaktion Sonderthemen / Stadtanzeiger
Kommentar von Campo-News — 8. Juli 2025 @ 09:52