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12. Februar 2010

18 – die beste Zeit meines Lebens*

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 18:27

In diesem Blog erwähnte ich ja im November die Fahrt zum Kölner Coloneum. Text und Fotos hier. Anlass war die Aufzeichnung der 2. Sendung für die neue Reihe „18 – die beste Zeit meines Lebens“, deren Ausstrahlung an diesem Freitag bei RTL beginnt. Ich hatte Freikarten dafür erhalten, weil ich ein paar Requisiten zu den Beatles zur Verfügung stellte. Ein Thema, über das man ja bekanntlich schon viel an dieser Stelle lesen konnte, zuletzt hier.

 

Worum es genau in der Sendung geht, kann hier nachgelesen werden. Kurz gesagt: Die an und für sich „nette Idee“, mit Prominenten über das Jahr zu plaudern in dem sie 18 wurden und dabei die Ereignisse des Jahres vorzustellen, klingt ja spannend und tatsächlich hätte man etwas daraus machen können, doch mit DER Besetzung und DER Herangehensweise, blieb schnell alles im oberflächlichen Spaß – und Spielsumpf stecken.

 

Der smarte Oliver Geissen lächelte alles ins Nichts; Reiner Calmund, Experte für das 66er-Jahr (meine Beatles-Sachen wurden irgendwann im Film eingeblendet, während Staffage-Figurinen wie Lorenzo völlig sinnfrei darüber plapperten), erzählte auch etwas über die 50er Jahre, wie – sinngemäß – man habe zwar gewusst, dass die da unten alle Verbrecher wären, sei aber dennoch nach Italien gefahren, oder erwähnte auch politisch wenig korrekt „Zigeuner“, redete aber auch sonst wie gewöhnlich viel zu viel von relativ Wenigem; Hella von Sinnen nervte total, indem sie bei jeder Gelegenheit, jedem, der es nicht wissen wollte, aufklärte, wie wichtig Dies, sowie auch Das, für ihre Entdeckung des Lesbischsein gewesen sei, sodass ich mich an zwei Stellen zu einem leise „buh“ aufgerufen fühlte, da mir diese Penetranz hart einging. Sie hatte nur in einem Punkt Recht: Das Jahr, in dem sie 18 wurde (1977), war wirklich ein auf allen Ebenen extrem Düsteres. Und Nummer 3, Thomas Anders, der einstige Partner von Dieter Bohlen, also….was soll man dazu sagen. Hingucken, gähnen, abschalten.


Ach ja: Die Stimmungsmanipulationen wurden auch sehr deutlich. Man wundert sich ja manchmal, warum die Zuschauer in den banalen Sendungen unmotiviert klatschen: Sie werden dazu aufgefordert. Vor jedem „Schnitt“! Der junge Animateur machte dabei seine Sache wirklich gut. Nicht penetrant, meist recht witzig, erfolgreich. Ulkig auch, die zuletzt stattfindende „Abstimmung“ des „Publikums“ (ja, wer überhaupt?), die dann das Ergebnis über den beliebtesten Song erbrachte. „Zufällig“ war der Sieger da. Immerhin, es war wirklich jemand, über den ich mich sehr freute, denn mit seinem Song begann für mich „Die Neue Zeit“, die Post-Freddy- , Vico Torriani- , Gus Backus und Bill Ramsey – Epoche: „Yesterday man“ von Chris Andrews. Kleiner Schönheitsfehler, den auch nur die Älteren und die bescheid Wissenden bemerkt haben dürften: Das Lied stammt nicht aus dem Jahr 1966, sondern aus 1965!!!19. Februar 2010: 18 – die beste Zeit meines Lebens*

mit Oliver Geissen

Reiner Calmund

Hella von Sinnen

Thomas Anders

 

* Als ich 18 wurde, im Mai 1975, fand ich das gar nicht besonders toll. Gut, ich bekam kurz danach meinen Führerschein, aber kulturell nervte doch fast alles. Das Schlimmste: Der Disco-Dreck begann, etwas, das ich hierzulande mit Penny Mclean und Silver Convention verbinde. Brrrr. Außerdem begann ich meine Ausbildung in der Sparte Energieanlagenelektronik. Grrrr. Im Sommer ging es für vier Wochen nach Mallorca (zum zweiten Male in das spanische Land - nach Barcelona 1969). 1975, ein Jahr zwischen den Zeiten…Im Wandel der Zeiten.

 

Junger Mann mit narzisstischem Blick auf violettem Untergrund: Chris Andrews, der “Yesterday man, 1965!

chris-andrews.jpg

2 Kommentare »

  1. Als ich am 25. Juni 1966 mit meinem Eltern in der Grugahalle die Jacken an der Garderobe vor dem Beatles-Konzert abgab, zitterten die Frauen dort noch immer in Gedanken an das Stones-Konzert Ende 1965. Aber ich schaue nicht so negativ auf die alten Schlager zwischen 1920 und etwa 1975 herab. - http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/leserbriefe/article/absterbende_kultur

    Kommentar von Campo-News — 3. April 2013 @ 10:26

  2. Die Geschichte wimmelt von exponierten Persönlichkeiten, die nur im Rausch über sich hinauszuwachsen vermochten. In der Kunst führte das bisweilen zu genialen Werken. Ein großer Teile des Expressionismus und mancher Beatles-Song wären anders gar nicht vorstellbar. Allein in der Politik wiegt die Enthemmung schon insofern schwerer, als es stets die Gesellschaften sind, die es ausbaden müssen, was einzelne im Rausch beschließen. http://www.achgut.com/artikel/was_hat_die_cdu_das_die_afd_nicht_hat_wahlkampf_von_hinten_durch_die_kalte

    Kommentar von Campo-News — 7. März 2016 @ 11:22

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