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9. Oktober 2008

Für den Fortbestand des Goldenen Zeitalters!

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 09:40

Aus „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Bertolt Brecht, 1929. Ein Lehrstück über die Decadence

Sehet auch Verschollener Ruhm

oder, sehet Brecht, die Achsler

Von nun war der Leitspruch der Mahagonny-Leute das Wort „Du darfst“, wie sie es in der Nacht des Grauens gelernt hatten.

Erstens vergesst nicht kommt das Fressen
Zweitens kommt der Liebesakt
Drittens das Boxen nicht vergessen
Viertens Saufen laut Kontrakt
Vor allem aber achtet scharf
Dass man hier alles dürfen darf!
Wenn man Geld hat!

Paul Ackermann: Jetzt erkenne ich: als ich diese Stadt betrat, um mir mit Geld Freude zu kaufen, war mein Untergang besiegelt. Die Freude, die ich kaufte war keine Freude, und die Freiheit für Geld, war keine Freiheit. Ich aß und wurde nicht satt, ich trank und wurde durstig.

20. Und in zunehmender Verwirrung, Teuerung und Feindschaft aller gegen alle, demonstrierten in den letzten Wochen die noch nicht Erledigten für ihre Ideale.

Man sieht das brennende Mahagonny. Dann setzen die Demonstrationszüge ein.

Erster Zug. Die Inschriften heißen:

Für die Teuerung
Für den Kampf aller gegen alle
Für den chaotischen Zustand unserer Städte
Für den Fortbestand des goldenen Zeitalters

Zweiter Zug

Für das Eigentum
Für die Enteignung der anderen
Für die gerechte Verteilung der überirdischen Güter
Für die ungerechte Verteilung der irdischen Güter
Für die Liebe
Für die Käuflichkeit der Liebe
Für die natürliche Unordnung der Dinge
Für den Fortbestand des goldenen Zeitalters

Dritter Zug

Für die Freiheit der reichen Leute
Für die Tapferkeit gegen die Wehrlosen
Für die Ehre der Mörder
Für die Größe des Schmutzes
Für die Unsterblichkeit der Gemeinde
Für den Fortbestand des goldenen Zeitalters

Fünfter Zug

Für die Justiz

Sechster Zug

Für die Dummheit

Siebter Zug mit einer Riesentafel:

Für den Fortbestand des Goldenen Zeitalters

Alle Züge

Können uns und euch und niemand helfen

15 Kommentare »

  1. Lese-Tipp, obwohl ich nicht alles unterschreibe was er sagt: Max Otte: Der Crash kommt. Die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten, Ullstein 2008, ISBN 978-3-548-36975-4.

    Kommentar von Campo-News — 11. Oktober 2008 @ 16:31

  2. Ja, so dumm sind sie und machen so weiter, obwohl DAS die Ursache für die dekadente Privathaushaltsführung ist, welche die Krise erst auslöste.

    “Als der heutige amerikanische Zentralbankchef Ben Bernanke noch Universitätsprofessor war, hatte er dafür das schöne Bild der Helikopter-Ökonomie geprägt. Die Notenbank müsse in deflationären Zeiten mit Hubschraubern über das Land fliegen und säckeweise frisch gedrucktes Geld über den Menschen abwerfen, um so die Stimmung zu drehen und aus Deflations- Inflationserwartungen zu machen.” Spon

    Kommentar von Campo-News — 27. November 2008 @ 16:58

  3. Es war nicht die Marktwirtschaft, die versagt hat. Die macht Fehler und kann immer wieder verbessert werden, wie es seit Adam Smith geschieht. Sie ist und bleibt ohne Alternative, mit ihrer Fähigkeit, Nachfrage und Angebot auszugleichen, für grandiose Innovationen zu sorgen, Massenwohlstand zu schaffen.

    Es waren Schuldenexzesse, es war Maßlosigkeit, die uns dahin gebracht haben, wo wir an diesem düsteren Jahresausgang stehen. Wenn die private Schuldenwirtschaft nun staatlicherseits mit neuen Pumprekorden fortgesetzt wird, um Schlimmeres zu verhindern, dann muss, wenn diese Krise eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages ausgestanden ist, schnellstmöglich der Hebel wieder umgelegt werden, dann muss Zahltag sein.

    Konkret: Der Staat muss Ausgaben kürzen; den Schuldenberg abtragen, anders als in den letzten Jahrzehnten, als immer neue Schulden dazukamen. Die Notenbanken müssen dann umgehend die Zinssätze wieder nach oben schleusen, müssen anders agieren als die US-Notenbank, die nach dem Internet-Crash und 9/11 die Märkte viel zu lange mit billigem Geld überschwemmte. Wolfgang Kaden, SPON

    Kommentar von Campo-News — 10. Dezember 2008 @ 15:19

  4. Wieviel, nämlich NULL, man bei SPON von Finanzen versteht, beweist dieser Satz: “Für eine Feinunze Gold - die übliche Menge, die man für einen Ehering braucht.”

    Wer weiß, wieviel eine Unze Gold kostet und dass dazu die Verarbeitung und der Gewinn des Juweliers kommt, dieses mir dem gewöhnlichen Preis eines gewöhnliches Eherings vergleicht, kommt zu dem Schluss, dass man entweder auf einem anderen Planeten lebt, oder sein Hirn woanders arbeiten lässt.

    Kommentar von Campo-News — 25. Januar 2009 @ 19:21

  5. Sinn Fein

    Kommentar von Campo-News — 14. Mai 2010 @ 12:39

  6. Schön:

    Dem Norden Europas, wo härter gearbeitet wird, mehr gespart wird, Tannen wachsen und es öder ist und die Bürger im Allgemeinen ein von Verantwortung geprägtes Verhältnis zum Staat haben, steht der Süden gegenüber, wo man Siesta hält, sich erst nach zehn Uhr abends zum Essen setzt, Stiere durch die Straßen getrieben werden und es ein Volkssport ist, die Behörden übers Ohr zu hauen. Uns Nordlichtern wird nun dank der Regeln, die die Eliten aufgestellt haben, die Schuldenlast der Südländer aufgebürdet.

    Ich fühle keine Solidarität mit den Griechen

    Das Problem ist: Ich fühle keine Solidarität mit den Griechen oder den Spaniern.

    Kommentar von Campo-News — 19. Mai 2010 @ 16:28

  7. Marode Infrastruktur - http://www.welt.de/wirtschaft/article116116301/Marode-Infrastruktur-schwaecht-Standort-Deutschland.html

    Kommentar von Campo-News — 13. Mai 2013 @ 08:25

  8. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/sorgen_einer_weltmacht_amerikas_brainpower_koennte_versiegen

    Kommentar von Campo-News — 5. Juni 2015 @ 06:30

  9. Aufstieg und Fall der Stadt M.

    Jahr für Jahr häuften sich die Berichte vom Glanz der Stadt M.. Wie ein großer Magnet zogen die unbegrenzten Möglichkeiten der Stadt die Unzufriedenen aller Kontinente und aller Bevölkerungsschichten an. Die dürftigen Verhältnisse anderenorts veranlassten Schwärme ihr Gewerbe in der neuen Goldstadt zu betreiben.

    Von nun war der Leitspruch das Wort „Du darfst“, wie sie es in der Nacht des Grauens gelernt hatten.

    Erstens vergesst nicht kommt das Fressen
    Zweitens kommt der Liebesakt
    Drittens das Boxen nicht vergessen
    Viertens Saufen laut Kontrakt
    Vor allem aber achtet scharf
    Dass man hier alles dürfen darf!
    Wenn man Geld hat!

    Und in zunehmender Verwirrung, Teuerung und Feindschaft aller gegen alle, demonstrierten in den letzten Wochen die noch nicht Erledigten für ihre Ideale.

    Man sieht das brennende M.. Dann setzen die Demonstrationszüge ein.

    Erster Zug. Die Inschriften heißen:

    Für den Kampf aller gegen alle
    Für den Fortbestand des goldenen Zeitalters

    Zweiter Zug

    Für das Eigentum
    Für die Enteignung der anderen
    Für die natürliche Unordnung der Dinge
    Für den Fortbestand des goldenen Zeitalters

    Dritter Zug

    Für die Unsterblichkeit der Gemeinde
    Für den Fortbestand des goldenen Zeitalters

    Fünfter Zug

    Für die Justiz

    Sechster Zug

    Für die Dummheit

    Siebter Zug mit einer Riesentafel:

    Für den Fortbestand des Goldenen Zeitalters

    Alle Züge

    Können uns und euch und niemand helfen

    Aus „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Bertolt Brecht, 1929. Ein Lehrstück über die Decadence

    Kommentar von Campo-News — 4. November 2015 @ 09:46

  10. Cassius Clay, bekannt unter dem Sklavennamen Muhammad Ali, ist tot. Held meiner naiven Kinder - und Jugendtage nach Wedekind*, wusste ich doch nicht, warum er hier so herosiert wurde und nach seinem Turn zum Islam gegen Alkohol, Schwule und alles geiferte, was nicht zur seiner Religion gehörte. Doch seine Entertainer-Qualitäten, die augenzwinkernd Abstand zur jeweiligen Situation signalisierten, ließen ihn emotional positiv und sympathisch erscheinen. Inwieweit aber auch darin ein Zug zum Eskapismus und zur medialen Lautsprecherei hervortrat, der später immer üblere Blüten im Showgeschäft pfropfte, sei einmal dahingestellt.

    Ich sah Cassius Clay einmal live, anlässlich des Europameisterschafts-Fight im Halbschwergewicht zwischen Alex Blancard und dem Korbacher Manfred Jassmann im September 1984 in der Westfalenhalle zu Dortmund. Der Champ war damals schon etwas gezeichnet, seine Parkinson-Krankheit ward kurz zuvor offiziell diagnostiziert. Die durchwachten Nächte vor dem Fernseher mit den großen Kämpfen sind unvergessen und echte Sternstunden. Trotz aller Kritik: Danke für alles. https://www.youtube.com/watch?v=JcFEQJWuFyY

    *O ihr Tage meiner Kindheit,
    Nun dahin auf immerdar,
    Da die Seele noch in Blindheit,
    Noch voll Licht das Auge war:
    Meine Blicke ließ ich schweifen
    Jedem frei ins Angesicht;
    Glauben galt mir für Begreifen
    Und Gedanken kannt ich nicht.

    Kommentar von Campo-News — 4. Juni 2016 @ 07:06

  11. Wie sie alles politisch aufladen. Es ist unfassbar -

    Der Kampf fand in Kinshasa statt. Aber in Wahrheit war er überall, wo Menschen sich einen Funken für Fairness und Gerechtigkeit interessierten. Vietnam, die Ermordung von John F. und Bobby Kennedy, die von Martin Luther King und Malcolm X, die Schüsse auf Benno Ohnesorg, die heimtückische Exekution von Che Guevara, das alles wurde noch einmal verhandelt in diesem Boxring in Kinshasa. Das Dumme war nur, dass Ali nicht den Hauch einer Chance hatte. http://www.spiegel.de/sport/sonst/muhammad-ali-beim-rumble-in-the-jungle-der-erste-gutmensch-a-1095917.html

    Kommentar von Campo-News — 5. Juni 2016 @ 06:15

  12. 1967
    Februar/März: Ali verteidigt seinen Titel gegen Ernie Terrell und Zora Folley.
    April: Ali verweigert den Wehrdienst aus religiösen und rassistischen Gründen: Als Muslim dürfe er nur im Jihād gegen Christen und andere Ungläubige kämpfen, nicht aber für Christen. Außerdem wolle er als Schwarzer nicht für Weiße gegen Gelbe kämpfen. Die Weißen hätten den Schwarzen lediglich Alkohol, Drogen und Homosexualität gebracht.
    August: Ali heiratet in zweiter Ehe Khalilah. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor.
    Dezember: Ali wird in erster Instanz wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. (Seine “Gewissensgründe” werden nicht als solche anerkannt, da sie sich offensichtlich nicht gegen den Krieg an sich richten, sondern lediglich gegen Kriege, die nicht aus rassistischen und muslimischen Gründen geführt werden; er bleibt jedoch gegen Kaution auf freiem Fuß.) Daraufhin erkennt die WBA Ali den Titel ab, sperrt ihn für drei Jahre und erklärt Ernie Terrell zum neuen Weltmeister. N. Dikigorus -
    http://biogra.0catch.com/clay.htm

    Kommentar von Campo-News — 8. Juni 2016 @ 07:47

  13. Islamist für Islamist - http://www.focus.de/sport/boxen/tuerkischer-praesident-in-den-usa-bei-begraebnis-in-kentucky-erdogan-soll-rede-fuer-muhammad-ali-halten_id_5607886.html

    Kommentar von Campo-News — 8. Juni 2016 @ 15:07

  14. Hat AH nicht ähnlich arguumentiert? https://www.youtube.com/watch?v=6FxCu3zKrjg

    Kommentar von Campo-News — 9. Juni 2016 @ 06:26

  15. Unfassbarer Stuss -

    Furcht und Elend des Dritten Reiches

    Megastore

    von Bertolt Brecht. Mit arabischen Übertiteln https://www.theaterdo.de/detail/event/17600/

    Ebenso - https://www.theaterdo.de/detail/event/17848/

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    · Antworten · 41 Min.
    Tanja Krienen
    Tanja Krienen Klaus Diekers Och nee, die Frauen Brechts wussten immer was sie wollten und waren stark genug. Biermann zu dem Thema hören!!!
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    · Antworten · 40 Min.
    Klaus Diekers
    Klaus Diekers Tanja Krienen Ich habe leider mit keiner der zahlreichen vom Egomanen Brecht mißbrauchten Frauen sprechen können . . . muß mich daher daran halten, was andere darüber berichten. Zum ebenfalls (zumindest aus meiner bescheidenen und unwissenden Sicht) egomanisch veranlagten Biermann fällt mir nicht besonders viel ein. Zumindest ein mutiger (aber etwas naiver) Utopist, das gestehe ich ihm gerne und wohlwollend zu.
    Verwalten
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    · Antworten · 32 Min.
    Tanja Krienen
    Tanja Krienen Klaus Diekers Mönsch, DARUM geht es doch aber, ICH habe noch Leute gesprochen, die Brechts Frauen kannten! Biermann kannte sie alle gut! Nun kapiert? Lass dir nichts von pseudolinken Feministen beiderlei Geschlechts, aber nur einer Hirnhälfte erzählen. Weißt du, wem du da nachplärrst? Kennst du überhaupt Margarethe Steffin, Ruth Berlau, Elisabeth Hauptmann, Käthe Reichel oder Helene Weigel? KEINE der Frauen war ein Opfer!

    https://www.stern.de/kultur/tv/tom-schilling-ueber-bertolt-brecht-und-die-gegenwaertige-hysterie-8572356.html

    Kommentar von Campo-News — 16. Januar 2017 @ 14:24

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