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23. Juli 2008

Paradiesvogeltum

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 16:05

Er (der Homosexuelle) nimmt für echt, worin wir einen Irrtum sehen, und er ist darin außerdem gestützt durch die Irrtümer einer scheinbar sachverständigen, wissenschaftlichen oder laienhaften Literatur, die ihm in seinem Urteil über die Unabänderlichkeit recht gibt. Eine derartige Geistesdisposition, in der der Homosexuelle lebt, phantasiert und handelt, macht ihn aber unverantwortlich.“

Alfred Adler (1870-1937)

 

Paradiesvogeltum

Überall wächst die Unverantwortlichkeit. Egal ob CSD, „Love Parade“ oder Karneval. Es freut mich aber, dass ich einige meiner Umschreibungen über das schwule Lager, die in ihrer Urform auf das Jahr 1999 zurück gehen und erstmals im CAMPO 2003 in Gänze gedruckt erschienen, inzwischen auch bei anderen wieder finde (und diese Leute kennen die Szene ja aus nahe liegenden Gründen sehr gut). Artverwandtes konnte man ja im Herbst 2007 in der taz nachlesen.

Dirk Ruder vom whk/Gigi/Röhm, hatte ja einst den Tazler Jan Feddersen einen „gewohnheitsmäßigen Rassisten“ genannt, den er “nicht einmal im Darkroom treffen” wolle. Ja, so bezeichnen die, die sich etwas darauf einbilden „anders“ zu sein, jene, die sich nicht für ihre Zwecke missbrauchen lassen. Warum aber mag man Feddersen nicht? Nun, weil er so etwas Schönes schreibt: „Und könnte es nicht sein, dass auch die aufgeklärten Schichten die CSD-Paraden gerne als bunt, schrill und karnevalesk wahrnehmen, weil diese Munterkeit gnädig darüber hinwegtäuschen kann, welche Tragödien sich hinter der aufgekratzten Fassade verbergen?“ (taz Juni 2008)

Jetzt hat mich auch Max Goldt überrascht, der auf der CD „ne Nonne kauft ´ner Nutte ´nen Duden“ in einem Text (Metrosexualität, Transparenz und die drei dümmsten Aphorismen von Oscar Wilde) aus dem Jahr 2004 sagt: „Zu Zeiten in denen das Fernsehen die Paraden zum Christopher-Street-Day überträgt, wird sich überdies manch ein homosexueller Heranwachsender auf dem elterlichen Sofa bange fragen, ob er im späteren Leben eigentlich dazu verdammt sein wird, als überspannter Exhibitionist in Unterwäsche „proud to be gay“-schreiend über Großstadtboulevards zu tanzen und die Videokassetten angereister Provinzler zu füllen. Glücklicherweise kann diese Frage noch immer mit NEIN beantwortet werden. Es gibt keine Pflicht zur Teilnahme am schematisierten Paradiesvogeltum. Auch lesbische Frauen müssen keineswegs barbusig Pappmache-Konstruktionen namens „Mösentunnel“ hinter sich herziehen.“

Es ist also wieder einmal an der Zeit, auf die Schrift „Mutig nur an warmen Wochenenden oder Auf dem Röhm da gibt´s ka Sünd´“ hinzuweisen, in der es heißt: „Wie aber sollen Menschen aus dem bösen Spiel heraus kommen, die sich ihren Lebensernst nicht verbieten lassen möchten und es als höchst unangenehm empfinden, wenn von ihnen gleiches und nur dieses Verhalten erwartet wird?“

In diesem Sinne

7 Kommentare »

  1. Da sehen wir, WAS den Herrschaften wichtig ist: im schwarz-grünen Koalitionsvertrag wurde das Hissen der Idiotenfahne vereinbart. Und: Natürlich gibt es keine Transsexuelle, die an dieser Narrei teilnimmt - sie oder er wären es dann nämlich nicht mehr, selbst wenn die Voraussetzung dafür erfüllt wäre. Und sie, die mit nacktem Hintern und Ketten an den Brüsten durch die Stadt hüpfen, wollen Kinder adoptieren. Welch eine Welt!

    Kommentar von Campo-News — 3. August 2008 @ 08:43

  2. Grad entdeckt, sehr schön. Ist von Erich Kästner:

    “Von mir aus schlaft euch selber bei,
    und schlaft mit Drossel, Fink und Star
    und Brehms gesamter Vogelschar,
    mir ist es einerlei,
    nur schreit nicht dauernd wie am Spieß,
    was Ihr für tolle Kerle wärt.
    Bloß weil ihr hintenrum verkehrt,
    seid Ihr noch nicht Genies.”
    So, das wäre dies!

    Kommentar von Campo-News — 23. August 2008 @ 08:19

  3. Eine interessante Studie, über die ich neulich auch in einem Magazin las.

    Dazu auch dieses Interview

    Kommentar von Campo-News — 15. September 2008 @ 08:08

  4. Endlich werden die Hintergründe dieses Ehrenmordes einmal beannnt: “Am 7. November 1938 betritt gegen 8.30 Uhr der 17-jährige Herschel Grynszpan das Waffengeschäft „A la fine lame“ (Zur scharfen Klinge) in der Rue du Faubourg Saint-Martin Nr. 61 in Paris und kauft einen Trommelrevolver samt Patronen. Er lädt die Waffe auf der Toilette des nahegelegenen Schwulen-Lokals „Tout va bien“.

    Kommentar von Campo-News — 9. November 2008 @ 12:01

  5. Die Karikatur des Jahres!

    Kommentar von Campo-News — 12. Juni 2010 @ 06:47

  6. http://ef-magazin.de/2014/06/30/5467-homosexuelle-die-neue-mitte-der-gesellschaft

    Kommentar von Campo-News — 30. Juni 2014 @ 15:09

  7. Kindesmissbrauch der anderen Art - https://www.youtube.com/watch?v=ZXv_MgRkuB4

    Kommentar von Campo-News — 6. März 2015 @ 07:00

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