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29. April 2007

Geballte Gewalt

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 10:06

Untersucht man die Genealogie der Amokläufe, so vernimmt man bisweilen schon ein unterirdisches Ticken, lange, auf das man sie höre!

Tanja Krienen, 1999

Über Amokläufe wurde ja hier auf dem Campo schon oft berichtet, schließlich ist ja der Namensgeber der Seite auch jemand, der mit eingelegter Lanze dem Übel auf den Leib rückte, dabei auch nicht immer von rein „objektiven Fakten“ getragen, aber subjektiv ehrlich handelnd, das unzulängliche Dasein mit Heroismus zu überwinden suchte.

Hat jemand hier vielleicht Mathias gesehn?
Ich fürchte sehr, wir haben ihn verloren.
Er kann so viele Dinge noch nicht verstehn…
Hat jemand hier vielleicht Mathias gesehn?
Er wurde erst am Donnerstag geboren.

Kaum daß er hier war, drückte ich ihn an mich,
als er bei mir war, da war er doch bei sich.
Er weinte lange und fand das Zimmer kalt
und wollte gehn -
Hat jemand hier vielleicht Mathias gesehn?
Er blieb vielleicht bei einem Backofen stehn,
er hat ja, seit er hier ist, stets gefroren.

Wenn Sie ihn sehen sollten,
sagen Sie ihm bitte leise,
daß Sie nicht stören wollten
auf seiner ersten Reise!

Hat jemand hier vielleicht Mathias gesehn?
Er wartete nicht ab; er ging voraus.
Ich will zur Vorsicht noch mal nachschauen gehen.
Er könnte irgendwo noch lauschen und stehn,
dann hol ich ihn sogleich zurück nach Haus.

Vielleicht ist er der Schlaue
bei seiner Fahrt ins Blaue,
und kommt am Schluß nach Hause
nach hundert Jahren Pause.
Und nach dem wir verschwanden,
ist er allein vorhanden…

Georg Kreisler

Geballte Gewalt

Es war ein typischer deutscher Fernsehfilm, genauer: eine Serie, also serielle Servilität
an den Zeitgeist, der sich dadurch auszeichnet, dass er keinen hat. Zwei Frauen,
die eine mittleren Alters, die andere, bestrebt sie durch ihre Haltung rasch
einzuholen, unterhalten sich, fabulieren also, ohne dass für Außenstehende mit Verstand
irgendein nur halbwegs zu erkennender Ansatz einer Problems, denn einer Lösung
desselben zu erkennen wäre. Dann sagt die eine zur anderen, also die biologisch
jüngere, aber noch versponnennere, mehrere Steine knirschend in der Hand reibend
wie eine Sinnige des Wahns, sie müsse nun wegziehen. Darauf die Ältere, die sie längst
bei den Händen fasste, damit die Ströme gleichen, aber reinen Unfugs, auch gleichmäßig
ungehindert überspringen und durch beide Körper jagen können, nicht aber, so eine
Entscheidung von großer Tragweite sei aber gewiss nicht dem zufälligen Fall von ein paar
Kieseln und toten Brocken zu überlassen, sondern:„Aber du hast sie doch noch gar nicht
befragt!“, dabei blickend auf die Steine in der nun offenen Frauenhand. Dass die
Dialektik einer schier unauflösbaren Situation wie dieser, einer bodenlosen Nichtigkeit
abseits jedweder Vernunft, nicht ohne Um -, resp. Abschalten vor sich gehen kann,
versteht der geneigte Leser sicher. Wenn nun aber diese zwei Gestalten mittels ähnlicher
Einfälle, das Schicksal Dritter im realen Leben zu bestimmen wagen, und keine
Fernbedienung mehr etwas zu verhindern vermag, dann könnte es dazu führen, dass
es knallt. Dass dies so relativ selten passiert, verwundert mehr, als die Besorgnis
darüber Angst erzeugt.

Kein Yota für den, der Unschuldige niederstreckt, keine Verteidigung vermeidbarer Brutalitäten,
kein Verständnis für kalkulierten Sadismus und natürlich: Das Wissen um die manisch stimulierte
Exzentrik selbst des gewöhnlichen Delinquenten, dessen Auswege sowohl selbst gewählt, als auch
triebhaft motiviert sein können.

Bisweilen hat es den Eindruck, dass der Knoten unauflöslicher und schwelender gesellschaftlicher
Konflikte auf seine Durchschlagung per Gewalt zustrebt. Der Mensch darf in einer zivilisierten
Gesellschaft auf das verbriefte Recht hoffen, Recht zu bekommen, wenn er es hat. Es häufen sich
jedoch in einer radikalisierten Gesellschaft Ungerechtigkeiten, anders motivierte Abstrafungen und
vor allem: die Sprachlosigkeit. Letztere tritt in unterschiedlichem Gewand auf. Mal als Schweigen
innerhalb der Familie, ein anderes Mal als ein Wegsehen vor offensichtlichen Problemen, sehr häufig
aber wird die Kommunikation nach Anfragen, Appellen zur Stellungsnahmen usw. verweigert,
obwohl dieselben Befragten sonst stets herauskehren, sie seien kommunikativ und demokratisch.
Es gibt Unrecht, dass wird bewusst von Dritten herbei geführt wird – alle schauen zu.
Es gibt Unrecht, dass geschieht durch eine Gemengelage, dass das Weltall beben müsste.

Weg damit!

Der „Amokläufer von Virginia“, Cho Seung-Hui“, wird im Focus als „Schweiger“ beschrieben,
noch dazu als einer, der, schlimm schlimm, ein „Seminar für kreatives Schreiben“ belegte (in dem
er sich tadelnswerterweise als „?“ eintrug), und dessen Texte „blutrünstig“, weil
„seine Protagonisten mit Hämmern aufeinander los gehen“, gewesen seien. Schwester Ratched, jene aus
dem „Kuckucksnest“, die auch beim zehnten Mal nicht von A.P. McMurphy erwürgt wird, so wir es doch
jedes Mal auch noch so hoffen, wertete es einmal im „Kreisgespräch“ als Auffälligkeit, dass einer
der zu Therapierenden häufig den Wunsch geäußert habe, allein sein zu wollen.
Schweigend allein zu sein, gilt als größter Verstoß an der göttlichen Ordnung einer
die gebleckten Zähne zeigenden Gesellschaft, die, weil sie keine Gedanken auszutauschen hat – um
mit Schopenhauer zu sprechen – z.B. Karten austauscht, denn „alle Lumpen sind gesellig“
(„Was den großen Geistern die Gesellschaft verleidet, ist die Gleichheit der Rechte, folglich der
Ansprüche, bei der Ungleichheit der Fähigkeiten.“)

Cho war – und das bleibt kleiner ungestraft – „verstörend anders“. Tja, hinter seiner Brille
habe manchmal ausgesehen, als wenn er weine, sagte die Vorsitzende der Englischfakultät.
Ist es nicht eine hübsche Regelung des pädagogischen Betriebes, die Wohnheimsuiten per Los
aufzuteilen? So sucht man sich keine Freunde – man erhält sie förderlicherweise mittels Verfügung
und Zufall. Seinen Mitbewohnern sei er dort schnell aufgefallen, weil er sich zurückgezogen und
„wirre Nachrichten“ an die Wand gekritzelt habe. Im Herbst 2005 habe er außerdem doch prompt
Mädchen nachgestellt, mit der unfassbaren Aussage „er wolle ihnen in die Augen schauen“. Das geht
natürlich nicht, und so verbat ihm die Polizei dieses sexistische Verhalten. Als er droht sich
umzubringen, wird er, statt gleich in die Gruft, zunächst zur Therapie in eine Psychiatrie gedrängt.
Der Arzt diagnostiziert eine „geistige Erkrankung“. Seine Umwelt hilft, wo sie kann.
Seine Poesie-Dozentin ist da am Konsequentesten – sie schließt ihn 2005 aus dem Seminar aus,
„weil sie und die anderen Teilnehmer sich so obwohl in seiner Anwesenheit fühlten,
dass normales Arbeiten unmöglich war“. Zudem habe er eine „beängstigende Bösartigkeit“ ausgestrahlt.
Na klar, wenn sich das Poesie-Seminar unwohl fühlt, muss doch etwas geschehen. Was dann ja auch geschah.

Der Focus blickt zurück auf den Fall Steinhäuser, dessen Schulleiterin, 51 Jahre alt,
noch heute bitter klagt, der 16jährige habe „nicht gelernt, mit Konflikten umzugehen.“
Sie meint wohl damit den Schulverweis, den sie ihm verpasste. Schon die Nachfrage allerdings,
ob er sich möglicherweise für diesen Rausschmiss rächen wollte, erlebt sie als Konflikt,
mit dem sie nicht umgehen kann: „An solchen Spekulationen beteilige ich mich nicht.
Ob der Verweis angemessen war oder nicht, mag jeder, der sich mit den Fakten beschäftigt,
selbst beurteilen.“ Der Focus bemerkt dann, der Schulleiterin hätte man vorgeworfen sie sei
„eiskalt, distanziert, eine Frau mit fast unmenschlichen Zügen.“ Also, das kann man doch nun wirklich nicht sagen,

wie sie da vor „ihrer Schule“ verschränkt posiert (Dr. Freud, übernehmen Sie!) –

focus.jpg

Wir, die wir wissen, dass die „Dialogbereitschaft“ sämtlicher Institutionen und relevanter Gruppen
nichts ist als purer Etikettenschwindel zur Täuschung ihrer selbst geschriebenen Geschichtsbücher,
erweitern die Aussage der Erfurter Schulleiterin zum 5. Jahrestages jener Ereignisse „In einer
Gedenkfeier werden wir an die Opfer erinnern. Denn nur die sind wichtig. Schon ein Foto des Täters
ist nach meinem Empfinden ein Schlag ins Gesicht der Opfer“ um die Bemerkung: „Zur Gewalt seine
Zuflucht nehmen scheint böse. Aber da, was ständig geübt wird, Gewalt ist, ist es nichts Besonderes“ (aus `Der
Kommunismus ist das Mittlere`). Denken wir also auch an das Kind Robert. Und natürlich auch an den
Poesie-Seminaristen Cho, der, so „verstörend anders“, abgestraft Mädchen in die Augen blicken wollte
und in dessen Anwesenheit der ganze poetische Gruppenmief durch „Bösartigkeit“ zu ersticken drohte.

Natürlich ist der Amokläufer keineswegs ein Held. (Tristan Tzara)

P.S.

Aus “Frankenstein“, Mary W. Shelley:

Noch war es nicht Verzweifelung, die von mir Besitz ergriff, vielmehr empfand ich nichts als Wut
und Rachedurst. Mit tausend Freuden hätte ich dieses Haus mitsamt seinen Bewohnern zerstören und
mich an ihrem Schmerzgeheul weiden mögen! Ich war einem wilden Tier vergleichbar, das seine
Fesseln gesprengt hat, und hätte alles niedertrampeln können, das sich mir in den Weg stellte.
Die kalten Sterne blickten voller Hohn auf mich herab, und die kahlen Bäume winkten mir mit ihren
Zweigen einen geisterhaften Gruß. Nur ab und zu wurde die vollkommene Stille durchbrochen von
einem Vogelruf. Sie alle bis auf mich erfreuten sich der Ruhe oder der Zweisamkeit! Einzig ich,
dem Erzfeinde gleich, trug den Höllenbrand im Busen, und da ich sehen mußte, daß keiner mit mir
fühlte, war ich versucht, die Bäume auszureißen, ringsum Verheerung und Chaos anzurichten und mich
hinzusetzen und mich an der Zerstörung zu weiden! Kein fühlendes Herz fand sich unter den Millionen,
die das Erdenrund bevölkern, Und ich sollte meine Feinde lieben? Niemals! Und so sagte ich in diesem
Augenblick der gesamten Menschheit den unversöhnlichen Kampf an.

21 Kommentare »

  1. Meine “Schweizer Freundin” (ist sie nicht aus Erfurt?), Frau Berg, schreibt schöne Grüsse zum Wochenende:

    Wie kam es eigentlich zu diesem großen Missverständnis?Wann entstand die
    aberwitzige Idee des Individuums, ein Individuum zu sein? Mit allem
    dazugehörigen absurden Individuumsansprüchen. Glücklich sein zu wollen, nur
    mal als eines genannt?Wann begann dieses Ahnen des Einzelnen, mehr zu sein
    als andere? War in der Steinzeit alles noch in Ordnung, oder ging es da
    schon los? Der Rudelälteste die Urform des neuzeitlichen Egowahns?

    —zensiert auf Wunsch deiner demokratischen Freundin—

    mit dergestalt klugscheisserischen grüssen verabschiedet sich eure liebe
    frau berg ins wochenende

    Kommentar von hegelxx — 29. April 2007 @ 10:45

  2. Naja, das angemesse individuelle Ich weiß natürlich, dass die Royals und jene auf dem Petersplatz, auch nur Menschen sind und sie ihre Position nicht selten zufällig erhielten. Auch ist es klar, dass der Grad zwischen einem Talentiert-verschrobenen und dem Entdeckten, der nicht minder, aber auch nicht höher agiert, schmal ist. So wie auch der zwischen Genie und Wahnsinn (etwas populär ausgedrückt). Da haben es sich die Klassiker der Psychoanalyse - und hier denke ich spoantan an C. G. Jung - wohl einen Tick zu einfach gemacht. Insofern war die “zweite Entdeckung des Ichs”, wie von Frau Berg beschrieben, durchaus wichtig. Aber im Gegensatz zu ihr möchte ich doch betonen, dass zwischen dem Massenmenschen, der sich paradoxerweise für anders hält, und dem, der es wirklich ist, ein entscheidener Unterschied ist. Andererseits: tatsächlich haben viele Menschen irgendein Talent, das - zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle entfaltet - sie zu einer unverwechselbaren Person werden lassen kann (zumal das Leben doch bis zuletzt ein ständiger Fluss sein könnte). Ein schwieriges Thema, für das es rutschfestes Schuhwerk benötigt. Gruß an den liebenswürdigen LP http://experiment70eingeliefert.wordpress.com/

    Kommentar von Campo-News — 29. April 2007 @ 13:02

  3. Das Vorbild.

    Ez 9:5-7

    Und ich hörte wie er (Gott) zu den anderen sagte: (…) Schlagt zu! Euer Auge soll kein Mitleid zeigen, gewährt keine Schonung! Alt und Jung, Mädchen, Kinder und Frauen sollt ihr erschlagen und umbringen. (…) Er (Gott) sagte zu ihnen: Macht meinen Tempel unrein, füllt seine Höfe mit Erschlagenen! Dann geht hinaus, und schlagt in der Stadt zu.

    Num 31:1-17

    Der Herr sprach zu Mose: Nimm für die Israeliten Rache an den Midianitern. (…) Sie zogen gegen Midian zu Feld, wie der Herr es befohlen hatte, und brachten alle männlichen Personen um. (…) Er (Mose) sagte zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? (…) Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und mit einem Mann geschlafen haben.

    Josh 6:16-21

    (…) Joshua sagte zum Volk: (…) Der Herr hat die Stadt (Jericho) in eure Gewalt gegeben. (…) Darauf erhob das Volk das Kriegsgeschrei, (…) sie eroberten die Stadt. Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder und Schafe und Esel.

    Ri 21:10/11(…) Geht hin und erschlagt die Einwohner von Jabesch-Gibead mit scharfen Schwert, auch Frauen und Kinder. So sollt ihr es machen: Alles, was männlich ist, und alle Frauen, die schon Verkehr mit einem Mann hatten, sollt ihr dem Untergang weihen.

    Deut 20:10-16Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die ihre Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung , die du dort vorfindest, zur Sklavenarbeit verpflichtet und dir untertan sein. Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern. Wenn dein Herr, dein Gott, sie dir in die Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befinden, alles was sich darin plündern läßt, darfst du dir als Beute nehmen. (…) Aus den Städten dieser Völker jedoch, die dein Herr, dein Gott dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen.

    Hebr 12:29

    Denn unser Gott ist verzehrendes Feuer.

    Ps 94:1

    Gott der Vergeltung, oh Herr, du Gott, der Vergeltung erscheine.

    Ijob 7:21

    Warum nimmst du mein Vergehen nicht weg, läßt du meine Schuld nicht nach?

    Ez 11:8

    Das Schwert fürchtet ihr, darum werde ich das Schwert über euch bringen - Spruch Gottes, des Herrn.

    Am 9:1-4

    (…) Ich zerschmettre allen den Kopf. Was dann von ihnen noch übrig bleibt, töte ich mit dem Schwert. Keiner von ihnen kann entfliehen (…). Und wenn sie vor ihren Feinden her in die Gefangenschaft ziehen, dann befehle ich dort dem Schwert sie zu töten.

    Jer 49:37

    Ich jage den Slamitern Schrecken ein vor ihren Feinden, vor allen, die die ihnen nach dem Leben trachten. Unheil lasse ich über sie kommen, meinen glühenden Zorn - Spruch des Herrn. Ich schicke das Schwert hinter ihnen her, bis ich sie vernichtet habe.

    Ez 12:14

    Alle, die bei ihnen sind und ihnen helfen wollen, alle seine Truppen zerstöre ich in alle Winde, und ich zücke das Schwert hinter ihnen.

    Deut 25:11/12

    Wenn zwei Männer, ein Mann und sein Bruder miteinander raufen, und die Frau des einen hinzukommt, um ihrem Mann aus der Gewalt des anderen, der auf ihn einschlägt, zu befreien, und wenn sie die Hand ausstreckt und dessen Geschlechtsteile ergreift, dann sollst du ihre Hand abhacken. Du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen.

    Mk 9:43-48

    Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.

    Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.

    Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden.

    Ri 14:19Und der Geist des Herrn kam über ihn (Samson), (…) er ging nach Aschelon hinab und erschlug 30 Mann von ihnen.

    Ri 15:5

    Er (Samson) zündete die Fackeln an und ließ Füchse in die Getreidefelder der Philister laufen. So verbrannte er die Garben und das noch stehende Korn, ebenso die Weingärten und die Ölbäume.

    Matthäus 5 Vers 17

    Jesu Stellung zum Gesetz
    17Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. a 18Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein bTüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19Wer nun ceines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.

    Kommentar von Korinthenkacker — 29. April 2007 @ 19:04

  4. Ist jetzt Religionsstunde?

    Mannomann, Korinthenkacker, das ist aber lange her…

    Guckst du da gerade in den Lauf meiner Remington? Leg dich einfach auf den Boden, die Hände auf den Rücken und schwafel mich nicht voll!

    Gute Besserung!

    Kommentar von hegelxx — 29. April 2007 @ 22:59

  5. Nur zur Kenntnisnahme: http://www.youtube.com/watch?v=inIuYren8jg&NR=1

    Kommentar von hegelxx — 29. April 2007 @ 23:20

  6. Das Herunterladen dieser You tube - Sachen dauert bei mir ewig, ich klicke das gar nicht an. Interessiert mich auch nicht, zumal es um andere Dinge geht.

    Ich habe den “Korithenkacker” aber so verstanden, dass er auf ursächliche Gewalt hinweisen wollte. Alle Religionen haben ein sehr ähnliches Grundmuster, besitzen sehr ähnliche Bilder des Schreckens. Aber die Rache z.B. ist ja auch durchaus ein edles Motiv, sofern sie Genugtuung schafft, da sie anders nicht hergestellt wurde oder geschaffen werden konnte. In zivilen Verhältnissen wäre sie normalerweise nicht nötig.

    So wie aber auch das Wasser lange braucht, um durch den Fels zu sickern und als Quell zu erscheinen, so dringt auch das Negative manchmal erst nach längerer Zeit an die Oberfläche. Die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzung mitsamt ihrer Begleiterscheinungen z.B. im Irak oder Libanon, dringen in die Kinderseelen ein und schaffen die Gewissheit, dass Mord und Totschlag, auch politisch kalkuliert, zum Alltag gehört. Besonders die Bilder aus dem Irak, wo man den Geist der Gewalt aus der Flasche ließ um ihn nun jeden Tag mittels Bombenattentate in kleinen Dosen mit zuerleben, reißt emotionale Mauern dauerhaft ein. Die Auswirkungen werden schlimm sein. (So wie ich auch nicht von der Harmlosigkeit der Videospiele überzeugt bin, doch sie nur für ein Folgesyndrom anderer Abläufe halte.)
    Ähnliches gilt für die psychologische Wirkung der legalisierten Abtreibung. Da jeder von uns denken kann, wird ihm die Zufälligkeit seiner Existenz, die er der “Gnade” einer Situation verdankt, die auch anders hätte aussehen und ausgehen können, bewusst. Das Prinzip des Lebens wird an dieser Stelle legal und hundertausendfach geschädet, jedes Kind damit konfrontiert, dass in seinem Kreis von zehn Kindern drei nicht mehr am Leben sind. Für den Rest werden nun Krippen gebaut. Sie werden auch gebaut, um die Gleichmütigkeit der unentschlossenen Versorger etwas wohler zu stimmen. Was danach kommt ist und war sowieso im Wesentlichen wurscht, allenfalls von Interesse, wenn die eigene Brut als Projektionsfläche herhalten kann. Deshalb ist mir, um nochmal auf die Rache zurück zu kommen, z.B. das Bronner/Qualtinger-Lied von der Engelmacherin so lieb. Darin kommen nämlich die Engel zurück… TK

    Ach ja, noch mal allgemein: mir geht es hier nur um das Verstehen, warum es zu den oben genannten Vorgängen kommen kann, nicht um eine Relativierung irrationaler und brutaler Taten. Aber jeder hat sich zu bemühen, dass Freundlichkeit kein Propagandawort derjenigen bleibt, die ständig etwas anderes tun.

    Kommentar von Campo-News — 30. April 2007 @ 05:38

  7. Ja Hegel, nun machst du mir wieder Kummer. Du hast aber “Schweizer Freundinnen” aus dem Broder-Milieu, dass es mit der freien Meinung Äußerung halt sehr genau nimmt. Hat sie das bei ihrer Freundin Katja Riemann gelernt?

    Guten Tag Frau Krienen
    Im Internet sind wir auf Ihren Blog gestossen. Dabei haben wir festgestellt,
    dass im Bereich “Kommentare” ein kompletter Text von Sibylle Berg
    veröffentlich worden ist - ohne Einwilligung der Autorin. Sicher wissen Sie,
    dass dies aus urheberrechtlichen Gründen nicht geht. Dürfen wir Sie deshalb
    bitten, die entsprechende Passage aus dem Blog zu nehmen und zu löschen und
    uns dies kurz per Mail zu bestätigen?

    Mit bestem Dank für Ihre Bemühungen & freundlichen Grüssen

    TK: Genau das Verhalten ist gemeint.

    Kommentar von Campo-News — 30. April 2007 @ 07:57

  8. Ok.

    Broder ruft in Zürich an und sagt, dass “T” Krienen (welch biblisches Motiv) einen Blog hat, und erzählt der verwirrten “Sybille”, dass da in so einem Blog von so einer etwas von ihr steht. Das gehört, auch verkürzt, wie es da jetzt steht, schon zum Thema. Sybille ruft verschlafen ihre Agentin an: “Sorg dafür, dass das da wegkommt”, dazu genügt nur eine kurze mail und “schwupp” ist ein öffentlich zugänglicher Text gekürzt.

    Ist es “Urheberrecht”? Oder ist das Lobbyismus.

    Weder finde ich das falsch, was Broder öffentlich zu sagen hat, aber er übertreibt manchmal, aber mich geht der Streit nichts an, den Broder und TK führen.

    Da es ja Meinungsfreiheit geben soll, wie sie auch von Broder angemahnt wird, sage ich mal wie meine Ma: “Meinungsfreiheit, ok, aber sich nicht nur virtuell die Schädel einschlagen, nein.” Ist nur meine bescheidene Meinung.

    Es gibt welche, die drüber lachen, nur, die schneiden die Schädel gleich ab.

    Kommentar von hegelxx — 30. April 2007 @ 11:32

  9. Jaja, so sind sie, jene, die vorgeben die Freiheit zu verteidigen, umso sie dann zu beschneiden. Das ist ja ähnlich wie bei unseren Umweltbibliothekars-Huschen und Gesichtszwergen.

    Kommentar von Campo-News — 30. April 2007 @ 15:55

  10. Hegelxx,

    du hasr diesen Beitrag von deine “Schweizer Freundin” in diesen Blog gestellt, nun mach dich nicht auf die degressiv-dialektische Art vom Acker.

    Bezieh Stellung und verkriech dich nicht in dialektischer Feigheit.

    Ich liefere dir einen Text, weswegen du dich schon mal aus dem Forum verzogen hast:

    Sag was dazu, oder schütte Asche über dein Haupt.

    Dumme Meinungen zu Nah-Ost
    Dumme Kommentare zur Lage im Nahen Osten auf Campo de Criptana

    Wie gesagt, ich halte “Bibi” keineswegs für einen Rassisten, stehe auch prinzipiell auf der Seite Israels, doch dieses Mal wurde schlicht auf einen Anlass des 5. Grades mit einer maßlosen und unakzeptablen Schärfe reagiert.

    @ Da fragt sich, was denn nun eine akzeptable Schärfe sein könnte. Aber das erfahren wir gleich.

    Wir wissen doch alle, wie schwer der Friedensprozess ist, dass die Gegner Israels nicht befriedet sind

    @ Befriedet sind sie nicht, das ist wahr, aber darauf kommt es ja auch nicht an, denn wichtiger ist die Fähigkeit zum Frieden überhaupt.

    und eine friedliche Lösung für beide Seite noch lange nicht erreicht wurde.

    @ Wow, wer hätte das gedacht.

    Deshalb gibt es ja die Roadmap.

    @ Die eine Kopfgeburt rationaler wie verspinnerter Konsenspolitiker ist, die nicht einsehen wollen, dass es Irrationalität gibt, der mit Rationalität nicht beizukommen ist. Oder: Ein Mythos kann stärker als die Realität sein, wenn er nur letztere definiert.

    Dass es immer wieder zu Provokationen kommen kann, ist doch klar – da darf man doch nicht so ausflippen,

    @ Ich weiß ja nicht, wie das so in Spanien abgeht, aber wenn alleine in einem halben Jahr 1400 Kassam-Raketen nach Israel abgefeuert werden, dann frage ich mich schon, wann es denn dann Zeit zur Reaktion sein mag. Aber ausflippen ist auch schön: so stellen sich deutsche Residenten den israelischen Generalstab vor: alle drehen dort durch. Darum wirft die israelische Armee auch Flugblätter ab, wenn sie Hizbollah-Gelände bombardiert, wohingegen die Hamas auf solche Maßnahmen verzichtet. Man fragt sich auch, was denn an der Zerstörung terroristisch nutzbarer Infrastruktur so böses sein kann, wenn man sich im Krieg befindet. Es geht der Armee um den Schutz der eigenen Bevölkerung, nicht um humanitäre Schachzüge zu Gunsten dritter Personen. Die humanitäre „Katastrophe“ behebt ja die Hamas, seit sie den Pauschalpreis für eine Ak auf 2000 Dollar gepuscht hat.

    zumal die andere Seite ja ebenfalls ein paar Dinge einfordert, die sie wiederum als Provokation einstuft. Nicht alles ist ja falsch daran, wenn wir nur an die Wasserpolitik denken.

    @Genau. Fragt sich nur, warum die armen, armen „Flüchtlinge“, die keine sind, nicht schon längst mit dem Geld der Welt alles aufgebaut haben, was sie brauchen.

    So kann und muss man natürlich gegen die Hisbollah und den radikalen Teil der Hamas kämpfen, aber nach DIESEM Anlass (und gerade in einer Phase, wo sich auch Teile der Hamas mit einer Zweistaatenlösung abzufinden schienen)

    @ Das wäre neu. Mit keinem Wort wird von Seiten der Hamas so was ausgesagt. Mit keinem Wort.

    war schon die Grenzüberschreitung nach Gaza überzogen und die Verhaftung von palästinensischen Regierungsmitgliedern ebenfalls.

    @ Nein, war sie nicht, denn wenn alle eine Hamas-Charte unterstützen, aber aus praktischen Gründen, weil man ja so wunderbar unangreifbar wäre, mit den militärischen Dingen einfach nichts zu schaffen haben will, dann erzeugt das ein Geschmäckle, welchen in Spanien munden mag, aber nicht Israelis schmeckt, denn die sind wegen Naherfahrungen noch nicht so verblödet wenn es um Islamismus geht, wie so mancher Europäer.

    So etwas kann man angesichts des nun einmal akzeptierten Status der Autonomiebehörde nicht machen.

    @ Geil, auch Hitler wurde gewählt. Und Chavez. Und Lukaschenkow…. Kann man halt nix machen. Demokratie ist der neue Gott, selbst wenn ganz demokratisch der Liberalismus abgeschafft wird.

    Der Libanon befindet sich in einer komplizierten Situation. Es ist unfassbar kontraproduktiv, wenn man nun dergestalt dort das Land bombardiert, ein Land, das sich selbst gerade schrittweise vom syrischen Einfluss befreien will.

    @ Genau, darum hat der Außenminister des Libanon gestern die Aktionen der Hisbollah für legitim erklärt, womit er eindeutig einer UNO-Resolution widersprach. Das nennt man dann Arbeitsteilung. Und sowieso ist es ja auch egal, wann die Libanesen in der Wirklichkeit ankommen oder ob sie auf dem Weg dahin sind, denn so lange Israeli der Preis dieses Restrisikos sind, kann die israelische Führung nicht warten, denn sie regiert ISRAEL, nicht die Langsamlatscher in der Umgebung, die auf Kosten der Israelis einfach noch ein bisschen brauchen.

    Was Israel macht ist dumm und brutal.

    @ Brutal? Ansichtssache. Dumm? Nein.

    Ein echter Fehler, zumal man die Entführten nicht wieder sehen wird und selber Menschenleben riskiert und schon verlor.

    @ Israel hat selten entführte Soldaten anders als im Zinksarg liegend wieder gesehen. Da braucht´s keine falschen Hoffnungen.

    Auch das internationale Ansehen wird sehr leiden – dieses Mal zurecht.

    @Uhhhjaaa, das wird die Israelis erschüttern, denn das ist echt eine neue Erfahrung.

    A.Schmidt um 05:57 | CampodeCriptana | TrackBack (0) | 3 Kommentare | Artikel versenden
    Kommentare

    Ich bin erschüttert, wie sich die deutsche/europäische Presse verhält, wie einseitig und unausgewogen. Über die Jahre hinweg ist das Mediengift der Araber, Palästinenser und Islamisten so in die Köpfe geträufelt wie bei manch anderen politischen Themen auch.
    Ich stelle mir nur vor, eine Terrorgruppe würde auch nur eine Rakete nach Deutschland schicken, irgendein Vehikel, das im Wald niederginge. Von einer kollektiven Hysterie wären wir dann nicht weit entfernt. Letztere ist gut zu besichtigen am Fall Bruno, der als immense Gefahr betrachtet wurde und eine riesiges Mediengeschrei zur Folge hatte.
    Deutschland/Europa wird erst dann aufwachen, wenn es zu spät ist.
    HStafo | 16.07.2006 - 09:03

    Du machst Dir aber viel Mühe.

    Prinzipiell hält TK Gewalt für ein legitimes Mittel, das betont sie immer wieder.

    Dass sie jetzt die israelische Offensive kritisiert, liegt an ihrem Streit mit Broder. Weil er die Offensive verteidigt, kritisiert sie sie. Wäre dieser Streit nicht, würde sie auf der einen Seiete den Mut und die Entschlossenheit der Isrealis loben und auf der anderen Seite von der Feigheit der Europäer und der Unverschämtheit der Palästinenser schreiben.

    Die politischen Ansichten von TK sind austauschbar und richten sich immer nach ihren persönlichen Fehden.
    Ottmar | 16.07.2006 - 09:20

    http://nachrichten.netscape.de/Politik/Premier-Ehud-Olmert-Lage-ernst-2139314016-0.html

    Der Link und der voll Text:

    Für Premier Ehud Olmert wird die Lage ernst

    Schärfer noch als erwartet fiel die Kritik im Zwischenbericht des israelischen Untersuchungsausschusses zum Ausbruch des Libanonkrieges aus. Für den Endbericht im Sommer behält er sich Rücktrittsforderungen an politische und militärische Verantwortliche vor.

    Noch vor seiner Veröffentlichung des Zwischenberichts des israelischen Untersuchungsausschusses zum Ausbruch des Libanonkrieges sahen Israels Medien den Rücktritt von Premier Ehud Olmert als unvermeidlich voraus. Jetzt kommen Rücktrittsforderungen auch aus Olmerts Kadima-Partei und der Regierungskoalition.

    “Ich mache mich sofort an die Ausbesserung der gewichtigen Fehler”, erklärte Olmert nur kurz nach Veröffentlichung des 300-Seiten-Berichts in einer Fernsehansprache. Auch am nächsten Morgen war der übermüdete Premier konzentriert genug, bei der Verabschiedung des (zurückgetretenen) Polizeichefs das Wort Rücktritt zu vermeiden.
    „Unter Olmert kann ich nicht im Kabinett bleiben“

    Umso deutlicher sprach es als erster Minister Eytan Kabel aus. Der Generalsekretär der Arbeitspartei, Olmerts größtem Koalitionspartner, trat Dienstagmorgen zurück: “Unter Olmert kann ich keinen Moment länger im Kabinett bleiben und auch ich trage Verantwortung.” Auch die Abgeordneten Dani Ajalon und Avischai Brawerman forderten Olmerts Rücktritt wie den Rücktritt ihres Parteichefs, Verteidigungsminister Amir Peretz.

    Olmert reagierte sofort und traf die Vorsitzenden der kleineren und rechten Koalitionspartner zu Absicherungsgesprächen. Zurzeit fordert keine der Koalitionsparteien Neuwahlen, auch nicht die Arbeitspartei. Im Parlament ist Olmert daher weniger gefährdet als innerhalb der Koalition und seiner eigenen Partei. In einer Anzeige forderten am Montag anonyme Kadima-Funktionäre Olmerts Rücktritt. Eine mögliche Nachfolgerin wäre Außenministerin Zipi Livne, die während des Krieges über die UNO ein Abkommen zu einer Kampfeinstellung erreichte, das Olmert ablehnte.

    Da orthodoxe Koalitionspartner jedoch Schwierigkeiten mit einer Frau an der Regierungsspitze haben könnten, ist auch - wieder einmal - Schimon Peres als Übergangslösung im Gespräch. Er wäre innerhalb Kadimas auch anderen Nachfolgekandidaten genehmer. Olmert schweigt und arbeitet hinter den Kulissen. Er wartet die Reaktionen weiterer Schlüsselpolitiker ab. Viele Abgeordnete seiner Partei sprechen sich nur anonym für einen innerparteilichen Putsch aus. Olmerts Berater drohten noch am Wochenende: “Muss Olmert gehen, müssen alle gehen.” Olmert könnte gegen Putschversuche Neuwahlen selbst einleiten.
    Israel unbeliebtester Premierminister seit Staatsgründung

    Außerhalb von Parlament und Kabinett bleibt Olmert Israels unbeliebtester Premier seit Staatsgründung. “Diese Regierung kann keine Einmarschbefehle in den Gazastreifen geben”, stellte die Zeitung Haaretz fest. Sie erinnerte auch daran, dass der wichtigste Erfolg des Libanonkrieges Heute wieder gefährdet ist: “Die Schiitenmiliz Hisbollah kehrt langsam aber stetig wieder an die Grenze zu Israel zurück.” Eine Regierung könne nicht ihre eigenen Fehler ausbessern.

    Aus allen Landesteilen ziehen seit Montag Protestmärsche in Richtung Tel Aviv, um Donnerstag auf einer großen Demonstration Olmerts Rücktritt zu fordern. “Wenn er bis dahin nicht selbst nach Hause gegangen ist”, so einer der Organisatoren, Ex-General Usi Dajan. Er erinnerte indirekt auch an die Korruptionsvorwürfe gegen Olmert, die zusätzlich zur Kommissionskritik gegen Olmert geäußert werden: “Mir ist es gleich, in welches seiner Häuser er sich zurückzieht.”

    Niederschmetternder für Olmert als alle Straßenproteste dürfte eine Politikverdrossenheit neuer Art sein. Israels Börsengeschäfte liefen weiter wie gewohnt: “Israels Wirtschaft boomt ohne seine Politiker,” so ein Experte, “daher reagiert sie nur noch auf wirtschaftliche Entwicklungen, nicht auf politische.”

    A.S. so falsch lag T.K.

    Ich werde diese Posting sichern, löschen lohnt sich nicht,

    Erik

    Du kennst die Diskusion, du hast dich damals ausgeklinkt, weil es dir zu Antisemitisch war, nun aber wurden Olmert Peretz und Halutz von einen Israelischen Staatlichen Komission der politischen und kriegerischen Dummheit bezichtigt.

    Handelte diese Komission aus jüdischem Selbsthass?

    Hegelxx,

    wie wär es mit einer stringenten, wenn auch subjektiven Stellungsname dazu.

    Ich, für meinen Teil werde dich nicht verurteilen, wenn sie letztendlich Pro-Israel ausfällt.

    Aber bitte bemühe dich um Klarheit und nicht um heglianischen Nebel.

    Erik

    Kommentar von Erik — 2. Mai 2007 @ 03:50

  11. Hallo Erik!

    Der Hegel zeiht nicht gern Konsequenzen gegen “seine Leute”, deshalb sein partieller Opportunismus. Das habe ich auch schon benannt. Geben wir ihm die Chance zur Entwicklung.

    Prima, dass du die Kommentare des unsäglichen Herrn Schmidt, der sich als kleiner Mann den Namen eines großen Feldherrn für seinen Blog zueignete, nochmal eingestellt hast. Ich sehe auch ein 3/4 Jahr später keine Äußerung von mir, die sich nicht halten lässt. Erfreulich.

    Diese Strategen, die ich ja in “Von echtem Schrot und Korn” beschrieb, sind es, die in bodenloser Ignoranz und Einfalt dies Folgen eines Krieges mit “Uhhhjaaa, das wird die Israelis erschüttern, denn das ist echt eine neue Erfahrung.” Das ist das Niveau des Milieus um den heiß geliebten Frontmann Broder, ein Milieu, dass sich feucht und warm hält, wie die Schimmelpilze.

    Kommentar von Campo-News — 2. Mai 2007 @ 05:59

  12. * Hegelxx. Du hast mich falsch verstanden. Ich bin Atheist wenn du das noch nicht gemerkt hast. Denken ist wohl nicht deine Stärke.

    Kommentar von Korinthenkacker — 4. Mai 2007 @ 03:27

  13. Werter Erik,

    ich wüsste nicht, warum ich in einer Gewaltdiskussion, die sich augenscheinlich mehr dem Amoklauf widmete, plötzlich zu Israels innenpolitischen Problemen, zu Alexander Schmidt oder zu Ottmar Stellung nehmen sollte. Oder handelt es sich da jeweils doch um, vielleicht im erweiterten Begriff betrachtet, “Amokläufe”?

    Zu der Rücknahme des Sybille-Berg-Textes ist nur zu sagen, daß er zwar thematisch passend ist, aber die Agentur Hermes Baby hat sich auf das Urheberrecht berufen und den “Abdruck” des textes in diesem Blog beanstandet. Dem ist TK nachgekommen.

    und Korinthenkacker, wenn ich etwas falsch verstanden habe, dann kläre mich auf.

    aside: Ich denke nie, dafür habe ich meine Leute…

    Kommentar von hegelxx — 7. Mai 2007 @ 11:07

  14. Du hast aber gesagt, dass die selber nicht wussten, ob überhaupt dieses “Urheberberecht” verletzt wurde. Ist ohnehin Blödsinn, weil hier kein fremder Inhalt als eigener ausgegeben oder commercial genutzt wurde. Und wenn ich deutlich dabei schreibe woher und von wem das ist, also quasi zitiere, dann weiß ich nicht, inwiefern das nicht koscher sein soll. Aber es entlarvt mit seinem Freiheitspostulat den Herrn Hendryk Broder. Was man so alles macht, wenn man Gegner ausspäht. Ich habe das umgehend gelöscht, weil es sowieso ein Scheiß-Text war.
    Schon knapp sechs Jahren schrieb ich dieses:

    Rinnzekete bee bee nnz rrk müüüü

    Worum geht es? „Die Zeit” vom 21. Juni 2001, sprach bis dato völlig neue Gesichtspunkte des Urheberrechtes an, Sichtweisen die einen zunächst kurios anmutenden Fall - eine naturdialektische, höchst wechselwirksame Begebenheit, in seinen kaum für möglich gehaltenen Schattierung, in allen kulturpolitsch sprengenden Varianten des KomMerzes aufzeigt.

    Was war geschehen? Der Berliner Konzeptkünstler Wolfgang Müller, auf den Spuren des Dadaisten und MERZ-Künstlers Kurt Schwitters unterwegs, stöberte an dessen einstiger Sommerresidenz auf der norwegischen kleinen Insel Hjertoya im Molde-Fjord, die Sangestöne einer Gruppe herkömmlicher Stare (Sturnus vulgaris) auf, welche er auf sein mitgeführtes Tonband bannte. Die Aufnahmen brachte er als CD heraus.
    Die Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, die im Namen des DuMont-Verlages das Werk Kurt Schwitters vertritt, ermahnte den Künstler Müller und forderte ,,die Genehmigung hierzu, damit wir der Sache nachgehen können,” weil, so die Kulturbeobachter, ,,…Sie mit dem Geschrei von Vögeln,…die Ursonate Kurt Schwitters intonieren.”
    Die Autorin des ZEIT-Textes, Katja Schmid, führt dann aus: ,,Nun muss man wissen, dass bis heute nicht vollständig enträselt ist, wie Vögel denn nun das Singen lernen. Fest steht allerdings, dass Nachahmung und beständiges Üben eine zentrale Rolle spielen. Dabei gehören Stare zu den begabtesten Vögeln. Erst kürzlich soll ein Däne einen Star in seinem Garten auf den Namen Nokia getauft haben, weil der Vogel das Handyklingeln so täuschend echt zu imitieren vermochte.”
    Wo aber sind die Zusammenhänge gegeben? Der Dada-Freund Hans Arp kolpotierte: „In der Krone einer alten Kiefer am Strand von Wyk auf Föhr hörte ich Schwitters jeden Morgen seine Lautsonate üben. Er zischte, sauste, zirpte, flötete, gurrte, buchstabierte.” Möglich wäre also durchaus, Schwitters habe auch auf Hjertoya lautstark seine Freilandassoziationen in die Welt geprustet und die Aufmerksamkeit eben jener Stare erlangt, diese die seltsamen, neuartigen Töne in ihren „Wortschatz” übernahmen und von Generation zu Generation weiter vererbten.
    War es aber so? Was, wenn es umgekehrt gewesen wäre? Wenn also Schwitters, der seine ,,Ursonate” genauer ,,Sonate in Urlauten”, bereits 1932 aufnahm, selber bei seiner Komposition Elemente von Staren - und anderen Vögelgesängen verwendet hätte - wie beispielsweise in seinem Lautgedicht OBERVOGELSANG - hier also eine exklusive, verbale wechselwirksame Zusammenarbeit vorliegt, so werden Rechtsexperten in ein weiteres Dilemma stürzen. Sollten also die Stare ursprünglich Tonvorgeber des künstlerischen Werkes sein, so wären sie die eigenen Reproduzenten ihrer Intuitionen. Andernfalls könnte nur der Präzedenzfall eines inspirierten Papageies, die Kausalkette unbewiesener, artifizieller Genealogien tonmalerischer Abfolgen durchbrechen, da er ein Exempel zur Klärung adaptierter Laut-Imitate werden könnte.
    Der Konzeptkünstler Müller meldete inzwischen seine CD unter der Rubrik ,,Naturgeräusche” an und das Haus Kiepenheuer druckste sich aus der Affäre mit der Behauptung, ,,…dass es sich bei den Starengesängen um in der Natur vorgefundenes Material handelt”, demnach, so die ZEIT: ,,Stare und andere stimmbegabte Tiere dürfen Schwitters nach Herzenslust intonieren, und wer will, darf Aufnahmen anfertigen und unters Volk bringen.”
    Doch frohlocke man nicht zu früh. Der Urheberrechtsexperte Paul Katzenberger warnte vor einem laxen kommerziellen Gebrauch der Naturgeräusche im derzeit schwebenden rechtlichen Zustand, denn, solange keine Grundsatzentscheidung zum Thema ,,Tiere und Urheberrecht” vorliegt, müsse man von einer Verwendung im vorgestellten Sinne abraten: ,,Man könnte sich ungewollt schuldig machen.”
    Die höchst interessanten Fragen um das Urheberrecht, werfen tiefe und weitgehende Debatten um positionelle Standorte auf. Was hätten sich Kurt Schwitters und die Stare dann zu sagen? Die Erinnerung an ihre unerforschten, zarten Berührungen im Dunkel der norwegischen Fjorde, sollten uns alle mahnen: ,,Rinnzekete bee bee nnz rrk müüüü”!

    Kommentar von Campo-News — 7. Mai 2007 @ 14:44

  15. *hegelxx Die Bibel ist ein Instrument der Gewalt. Jetzt verstanden?

    Kommentar von Korinthenkacker — 8. Mai 2007 @ 01:27

  16. Das wird ja immer spannender hier: Aus einer von Amokläufen Jugendlicher inspirierten Gewaltdiskussion wird Bibelexegese und Urheberrechtsdebatte, gewürzt mit etwas Israelkritik. Macht nichts, immerhin findet in diesem Zusammenhang der grosse Wolfgang Müller Erwähnung. Der ist jedoch auf Grund dieser Spitzfindelei um das Urheberrecht an Vogelgesängen nicht Amok gelaufen, sondern hat sich darob köstlich amüsiert. Das weiss ich aus erster Hand.

    Nun noch mal zu dir, werter Korinthenkacker, ich habe die Intention deines postings schon begriffen, aber deine Erklärung verwirrt mich jetzt schon wieder, also “die Bibel…ein Instrument der Gewalt”, damit ist den in Hotelzimmernachttischen enthaltenen kleinen Büchlein sicher eine unrealistische Eigenschaft zugeschrieben, aber wenn man jemandem so eine originale Gutenbergbibel über den Schädel zieht, dann mag an deiner Aussage was dran sein…

    Kommentar von hegelxx — 8. Mai 2007 @ 08:28

  17. Hegelxx,

    ich hätte mein Posting am richtigen Thread anhängen sollen, auf den sich A.S. bezog.

    Ich bin keineswegs der Meinung, dass man nicht, wie du Pro-Israel sein kannst, du hast dich aber seinerzeits aus diesem Blog ausgeklinkt, weil sowohl Tanja wie ich, genuau solche Gründe gegen den Libanon-Feldzug aufgeführt haben, wie sie nun auch Winograd aufführt.
    Wenn nun nicht ein Finkelstein, sondern eine Israelische Untersuchungskommission zu ähnlichen Einschätzungen kommt, wie sie in diesem Blog genannt wurden, sehe ich darin weder Antisemitismus, sondern eben nur Kritik an der Politk Israels in diesem Fall.

    Müsste ich (Konditionalis Irrealis) wählen, ob ich im Libanon, Jordanien, Aegypten, um nur die Nachbarstaaten zu nennen, oder in Israel leben wollte, kannst du dir meine Wahl vorstellen.

    Einen Winograd Bericht gäbe es in den 3 genannten Ländern wohl kaum.

    Die Erklärungen zum Berg Text müssen mir genügen und tun es darum auch.

    Erik

    Kommentar von Erik — 9. Mai 2007 @ 00:16

  18. Hallo Erik!

    Alles richtig. Man kann dies ja hier nachlesen und da verweise ich besonders auf den Beitrag Nr. 70! Interessant auch dieses Thema dazu.
    Niemand kann bestreiten, dass die berechtigte Kritik an Israels Kriegspolitik, von den blinden deutschen Nachläufern hierzulande (vor denen man die Israelis verteidigen muss, da sie selbst viel selbstkritischer sind) als Antisemitismus herum gelogen wurde und wird. Und wer ihre Diktion kennt, der weiß, dass der Vorwurf des Antizionismus dem gleich kommt. So wurde ich durch das hier zu lesende Interview mit dem Muslim-Markt auch auf „Liza bellt“ in die Phalanx der Antizionisten/Antisemiten eingereicht und welch herausragende „antizionistische Äußerungen“ ich, die „Ex-Nutte“, mir angeblich erlaubte, stellte der nicht ganz unbekannte Henryk M. Broder dort in seiner Schmähung “Pathologische Sesselpupser” heraus, Zitat: „Heute ist der Antizionismus der dritte Weg zwischen Analphabetismus und Exhibitionismus, der Weg ins Rampenlicht für alle, die bei DSDS keine Chance hätten, in das Sechzehntelfinale zu kommen. Eine Ex-Nutte, die sich mit Hilfe des Internets zur „Publizistin“ befördert hat, fordert „die Installation eines paritätisch besetzten Rates, um die interstaatlichen Probleme“ zwischen Israel und Palästina zu lösen. Mit weniger gibt sie sich nicht ab.“

    So machen sie es, und deshalb sind sie diskreditiert. TK

    Kommentar von Campo-News — 9. Mai 2007 @ 10:34

  19. Naja, ich habe ja auch einen kalkulierten hinter mir, damals, im Museum, aber es ist doch immer wieder interessant, wie sich die Anlässe gleichen: “Im Gegensatz zu vielen anderen kann ich nur sagen: Mir tut der Amokläufer von Herzen leid. Ich denke, ein normaler Mensch kann sich nicht vorstellen wie es ist, ausgestoßen und nicht akzeptiert zu sein.” Ja, manche kämpfen um ihr Leben und sagen es auch deutlich.

    Kommentar von Campo-News — 3. Mai 2009 @ 12:27

  20. Sechs Messer-Attacken, jeden Tag!
    03. September 2010 19.33 Uhr, Boris Dombrowski
    CDU-Innenexperte Trapp fordert, dass bei solchen Angriffen immer wegen versuchter Tötung ermittelt wird
    Messer-Einsatz.

    Mann erstochen, Bauchdecke aufgeschlitzt, Klinge in Brust gerammt – jeden Tag gibt es sechs neue Messerattacken in Berlin. 51 Menschen wurden voriges Jahr durch Messerstiche getötet, 499 zum Teil schwer verletzt. Insgesamt gab es 2368 Angriffe mit Messern. 2007 waren es noch 1351. CDU-Innenexperte Peter Trapp ist alarmiert. Er fordert jetzt ein härteres Durchgreifen gegen Messer-Angreifer.

    Sechs Attacken täglich. Das seit 1. April 2008 verschärfte Waffengesetz, auf das vor allem Berlin gedrängt hatte, scheint kaum Wirkung zu zeigen. Trotz Strafen von bis zu 10.000 Euro, wenn jemand z.B. mit einem Butterfly-Messer auf der Straße erwischt wird. Und die Täter werden immer jünger. Bei 2470 Straftaten mit Messern im Jahr 2008 waren 582 Täter unter 21 Jahre (2007: 357), davon 75 Kinder!

    Innensenator Ehrhart Körting (SPD) räumte gestern ein: „Auch mit dem schärfsten Gesetz lassen sich manche Übergriffe leider nicht verhindern.“

    Deshalb setzt CDU-Politiker Trapp jetzt auf zusätzliche Abschreckung, denn: „Jeder, der mit einem Messer auf einen Menschen losgeht, nimmt dessen möglichen Tod in Kauf“, sagt er und betont: „Auch ein Stich in den Oberschenkel kann tödlich sein, wenn die Hauptschlagader getroffen wird.“

    Trapps Forderung: „Bei Angriffen mit einem Messer sollte grundsätzlich wegen eines Tötungsversuchs und nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt werden.“ Denn das Strafmaß für Totschlag „sieht mindestens fünf Jahre Haft vor“, so Trapp. Bei gefährlicher Körperverletzung liegt das Mindestmaß lediglich bei sechs Monaten. „In der Regel gibt es da selten mehr als zwei Jahre Haft“, sagt Trapp und warnt: „Die Schwelle zu Gewaltanwendung ist gesunken!“

    Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) hat jedoch Zweifel, dass sich Trapps Forderung umsetzen lässt. „Denn es kommt auf die einzelnen Umstände der jeweiligen Tat an, die die Richter im Verfahren prüfen müssen“, erklärt ihr Sprecher Bernhard Schodrowski.

    Kommentar von Campo-News — 27. Oktober 2010 @ 20:32

  21. “Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht: Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden (…)
    Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr Verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben.” — Schiller, Wilhelm Tell

    Kommentar von Campo-News — 9. Juni 2011 @ 16:48

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