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20. Januar 2006

Uwe Seeler 1966 in Wembley

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 15:45

Gestern lief ja im TV der peinliche Werbeauftakt für die Fußball-WM 2006 in D. (selbstverständlich überzeugte nur einer, nämlich Oliver Pocher, wer sonst?) – und heute schreibt man, zumindest beim SPEIGEL, Uwe Seeler habe das große Rätsel aus dem 1966er Endspiel gelöst, denn, so erklärte der fast 70jährige, er sei auf dem historischen Foto von 1966 NICHT in der Halbzeitpause des WM-Endspieles zu sehen, sondern NACH dem Abpfiff. Natürlich! Was sonst? Wie Uralten, die wir das damals im beruhigenden schwarz-weiß Kontrast sahen (im einzigen Zustand, der Bilder wahrhaftig verarbeiten und besonders lang speichern lässt), wussten doch (es geschah im Monat nach dem Auftritt Beatles in Deutschland und zwei Monate nach dem Sieg des BVB über den FC Liverpool), dass dieses Bild nur nach dem Schluss des Spieles entstanden sein konnte. Hinzu kommt dieser Beleg: Im Alter von 12, kaufte ich mir als fußballbegeistertes Mädchen ein Fußball-Lexicon, indem sich das folgendes Dokument befindet. Alles klar?

Schade, dass Uwe Seeler immer nur bei diesem ziemlich ekelhaften Verein spielte.



2 Kommentare »

  1. oh,oh,oh,
    dieser verein ist absolut nicht ekelhaft, grosser irrtum.
    um einen ekelhaften verein zu finden brauchst du nur mal in den süden deutschlands zu schauen oder nach england.

    Kommentar von papadiddipop — 22. Februar 2007 @ 02:00

  2. Uwe Seeler erzählt, wie man ihnen nach dem krieg einimpfte schön demütig zu sein und selbst Fehlentscheidungen wie auf ewig gebrandmarkte Deutsche hinzunehmen - “Bulle” Weber, Wolfgang Overath und Franz Beckenbauer, unsere Youngster, alle noch keine 23 Jahre alt, sind dann noch auf Dienst und Bachramow zugestürmt. Da bin ich als Kapitän aber sofort dazwischen gegangen und habe die drei weggejagt: “Hört auf zu protestieren, der Schiedsrichter hat entschieden!” In diesen Kategorien haben wir damals gedacht, so sind wir groß geworden.

    Natürlich fühlte auch ich mich betrogen. Ich war ziemlich wütend, zugleich aber kurioser Weise auch sehr kontrolliert. Mein Eingreifen erfolgte ohne großes Nachdenken, automatisch. Es war das Resultat langjähriger Prägung. Seit meinem ersten Auswärtsländerspiel im Dezember 1954 war mir immer wieder eingetrichtert worden, dass wir unbedingt ruhig bleiben und nicht lange diskutieren oder großes Theater veranstalten sollten.

    Bevor wir ins Ausland gefahren sind, hat Bundestrainer Sepp Herberger erst einmal einen Vortrag darüber gehalten, was wir Deutschen da im Krieg gemacht hatten, was alles vorgefallen war. Helmut Schön, Herbergers Nachfolger ab 1964, hat das übernommen. Unser Torwart Hans Tilkowski, der älteste im WM-Kader von 1966, ist 1935 geboren. Wir alle hatten mit dem Krieg nichts zu tun, sondern nur mit den Kriegsfolgen. Aber dennoch gab es damals natürlich Vorbehalte gegen uns Deutsche. Gerade in Frankreich und England begegnete man uns sehr reserviert, ja manchmal auch offen feindselig. Vorm Endspiel in Wembley wies mich Helmut Schön zudem nochmal extra darauf hin, dass auch die Queen im Stadion zugegen sein würde. Vor ihren Augen würde allzu großes Lamentieren und aggressives Auftreten erst recht keinen guten Eindruck machen. http://www.spiegel.de/einestages/uwe-seeler-ueber-das-wembley-tor-gewinnen-wollen-verlieren-koennen-a-1104911.html

    Kommentar von Campo-News — 29. Juli 2016 @ 16:16

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