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13. Oktober 2005

Die Georg Kreisler-Biographie

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 12:58


Heute erhielt ich von Georg Kreisler ein neues Buch: Seine erste offizielle Biographie!

Ich weise aus diesem Anlass auch noch einmal auf die Biographie seines Cousins Walter Reisch hin, für die Georg Kreisler auch das Vorwort schrieb. Durch Walter Reisch konnte die Familie Kreisler 1938 Zuflucht in den Vereinigten Staaten finden. Biographie Walter Reisch

Ganz besonders dürfen sich Kreisler-Fans auf die dem Buch beigelegte CD freuen, die sechs unveröffentlichte Originalstücke aus dem 1947 erhält, welche gottlob wieder gefunden wurden.

Das Buch enthält die Schilderungen der wichtigsten Lebensstationen Kreislers: Flucht als 16jähriger aus Wien im Jahr 1938, Ehe mit der Tochter Friedrich Holländers, Kriegszeit als Unterhalter und später als Übersetzer in Verhören der NS-Größen Göring, Kaltenbrunner und Streicher), Engagement bei Chaplin (wobei er auch Hanns Eisler traf, siehe ganz unten), Arbeit im Wien der 50er Jahren, die Solo-Karriere usw.





Links Schwiegervater Friedrich Holländer

5 Kommentare »

  1. Nachzutragen ist – wie man auch in der Biographie nachlesen kann – dass Georg Kreisler zu den so genannten „Ritchie-Boys“ gehörte. Links http://www.ritchieboys.com/DE/boys_parloff.html Die Ritchie-Boys und http://www.wdr.de/tv/kulturweltspiegel/20050501/3.html hier noch einmal.

    Gestern lief übrigens im WDR der immer wieder spannendeFilm mit Staraufgebot “Gaslight”, für den Walter Reisch im Team das Drehbuch schrieb - http://www.imdb.com/title/tt0036855/fullcredits#writers

    Kommentar von Campo-News — 16. Oktober 2005 @ 14:19

  2. Ich war heute auf der München-Premiere im Lustspielhaus. Schöne Veranstaltung
    mit ärgerlichen Begleiterscheinungen, was die Organisation des “Drumherums” durch
    die Lustspielhaus-Veranstalter anbelangt: Nicht einmal einen Stuhl zum Signieren
    stellten die Veranstalter bereit, ebensowenig wie vorher wenigstens ein Glas Wasser
    für den Leser auf der Bühne. Echt armselig, was der kapitalismuskonforme Kulturbetrieb
    da hinlegte.
    Trotzdem war Georg Kreisler wie immer Klasse und das Publikum begeistert.
    Ich würde mir eine würdevollere Umgebung für solche Veranstaltungen wünschen.
    Mfg, Werner Schultheiß
    (München und anderswo)

    Kommentar von Werner Schultheiß — 18. Oktober 2005 @ 00:39

  3. Prima, ich hätte das auch gern gesehen und kann mir vorstellen, dass Georg Kreisler auf der Bühne noch immer fasziniert (zuletzt sah ich ihn dort 1998).

    Die Biographie ist wirklich gespickt mit höchst interessanten Anekdoten, traurigen, lustigen, aber auch kuriosen, wie z.B. jene von der Begegnung mit “Bugsy” Siegel - http://www.dieterwunderlich.de/Levinson_Bugsy.htm mit dem Kreisler als 16jähriger auf der Schiffsreise in die Emigration Schach spielte, und der - während Kreisler im Haus gegenüber auftrat - ermordet wurde (1947).

    Gruß, TK

    Kommentar von Campo-News — 18. Oktober 2005 @ 06:46

  4. Als ich vorhin an das Ende der Biographie kam, habe ich mich natürlich gefreut, als ich auf der Seite 284 las:

    Kommentar von Campo-News — 31. Oktober 2005 @ 15:12

  5. Hier die Rezension -

    http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/13/386.html

    Putinoff

    1.
    Putinoff, großer Mann einst am Zarenhoff - wo sonst?
    war ein eifersüchtger Gatte, der in Omsk, gleich bei Imsk
    und nur vierzehn Werst von Umsk
    ein großes Gut - was für’n Gut! So ein Gut! Na, schon gut! Kurz und gut:
    ein Gut von tausend Seelen hatte. Wieso Seelen?
    Lass’n Sie mich erzählen!
    Das ist rrrussisch, echt rrrussisch!
    Jeder Russe, der hat Seelen . . . was weiß ich?! - Hei, Hei!

    2.
    Und auf dem Gut - seinem Gut, da in Omsk, gleich bei Imsk,
    um die Ecke rum von Umsk, lebte auch seine schöne Frau - wo sonst?
    Und dass sie schön war, wusste er . . . - und außer ihm noch Pjotronoff
    und Krotzkuloff und Rotzkuloff und Rutschnikoff und Schtrutschkinoff
    und ganz besonders Nawalnyjkoff -
    ziemlich viele wussten dieses ziemlich gut - von dem Gut! Ist das gut? -
    Gar nicht gut! - Aber echt rrrussisch! Hei, Hei!

    3.
    Putinoff hatte viel zu tun am Zarenhoff - wo sonst?
    und zuhaus bleibt seine Schuschka,
    bleibt in Omsk, gleich bei Imsk und nur vierzehn Werst von Umsk!
    Nicht viel los da, in Omsk, nicht in Imsk und nicht in Umsk!
    Ganzen Tag liegt sie im Bett, das arme Mütterchen! - Wieso Mütterchen?
    Fragen Sie Tolstoi! Das ist rrrussisch, echt rrrussisch!
    Jeder Russe ist ein Mütterchen . . . was weiß ich?! Hei, Hei!

    4.
    Doch auf dem Gut, dem Nachbargut -
    nicht in Omsk, und nicht in Umsk, bisschen weiter weg in Imsk,
    lebt besagter Nawalnyjkoff, - ein Schwein!
    Und eines Tages spannte er vor seinen Schlitten
    die schwarze Stute Krasnucha, die braune Stute Schtrasnucha
    und Wlasnucha und Jasnucha und vorne weg noch Prasnucha -
    Und er knallte mit der Peitsche
    und fuhr stracks zur schönen Schuschka auf das Gut!
    Ist das gut? - Gar nicht gut!! - Aber echt rrrussisch! Hei, Hei!

    Zwischenspiel
    Ach leider geniegt nicht, dass über dem Schkandalsky
    ich mit Diskretionsky den Vorhang lasse fallsky!
    Denn unvermutet stand in der Tür: Putinoff!
    Und aus dem Bett sprang der Liebhaber in hohem Boganoff!
    Oi - joi - joi - joi - joi!
    Antworte, Hund, verfluchter, bis ich bis drei zähle:
    Nahmst Du nur ihren Kerper, oder nahmst Du auch ihre Seele?
    Und hätte er nur gesagt: “Nur den Kerper, Väterchen Putinoff!” -
    wär’ nicht passiert, was jetzt passiert ist Väterchen Nawalnyikoff!
    Oi - joi - joi - joi - joi!

    5.
    Tags darauf sitzt Putinoff im Kaffeehaus - wo sonst?
    Und es fragen ihn die Freunde: Was war los bei Dir in Omsk?
    Man hat Dich schrein gehört bis Imsk, einer sagt sogar: bis bis Umsk!
    Und man spricht, dass deine Schuschka
    hat mit deinem Freund gemacht ein bisschen Schmuschka!
    “Bisschen” hätt’ ich noch verziehen - das ist rrrussisch, echt rrrussisch!,
    aber die Vertraulichkeit geht zu weit - tut mir leid!

    6.
    He da, Wirt! Bring mir ein Filet! Aber roh! Größe: So!
    Und dazu ein großes Messer!
    Kann ich zeigen meinen Freunden besser - mit Messer,
    was ich gemacht aus Nawalnyjkoff . . . Ffft! Ffft! -
    Und mit dem Messer hei-juchhe! Sticht Putinoff in das Filet!
    Und kreuz und quer und hin und her.., sieht gar nicht wie Filet aus mehr!
    Ohne Lücke haut er es in tausend Stücke voller Wut!
    Ist das gut?? - Das ist gut!! Und so echt rrrussisch! Hei, Hei!
    Kein Ballett jetzt! Kein Ballett jetzt! Stört Erzählung kolossal!
    Nein ich will hier kein Ballett jetzt, Himmelsakrament nochmal!

    7.
    Putinoff winkt gnädig jetzt den Küchenchef - zu sich:
    Hier mein Freund Lukaschenkonoff mit Dank zurück - das geborgte Lendenstück,
    das im Zweikampf wie ein Held den Ehebrecher dargestellt!
    Aber jetzt trag’s in die Küche!
    Du kannst gut sehn, Väterchen, ich kann kein Blut sehn!
    Koch in Tränen, schreit: O - je! Wer wird essen das Hach‚?
    Ist zerhackter Nawalnyjkoff, aber kein Filet!

    8.
    Ganz zerstickelt liegt’s im Topf! - Küchenbub mit rotem Kopf
    fragt: Was soll damit geschehn?
    Was soll ich hineintun noch, Väterchen Koch?
    Von mir aus was du willst tu rein! Frisst doch kein Schwein!
    Ob saure Sahne, Zwiebelring, ob Paprika, ob Pfifferling!
    Doch als man es auf’s Feuer tut, jeder fragt: Was riecht so gut?
    Alle Gäste kosten, reiben sich den Bauch - Ha - ha - ha!
    Will ich auch! - Ha - ha - ha! Tu mir eins schmoren!
    So wurde Glanzstück von Souper,
    wurde greeeßtes Frikassee,
    wurde Putinoff FILET geboooooren! Hei, Hei!!

    Stroganoff, Text und Musik Friedrich Hollaender, klitzeklein verändert von Tanja Krienen

    Kommentar von Campo-News — 15. November 2005 @ 09:04

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