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5. August 2005

Petra Pauper

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 18:18

Der Fall einer Massenmörderin, PDS-Sympathisantin, machte Schlagzeilen. Die PDS zeigte daraufhin, dass ihre psychosozialen Kenntnisse so unmarxistisch sind, wie die derzeitige PDS-Bundestagsgruppe groß: nämlich sehr klein. Dabei hat die Geschichte einen Kern, der nur überrascht, wenn man nicht der PDS angehört.

Von Tanja Krienen

Die Zunahme von Geisteskrankheiten in Großbritannien hat mit der Zunahme des Exports Schritt gehalten und die Zunahme der Bevölkerung übertroffen. Ihre rasche Verbreitung in England und Wales in der Zeit von 1852 bis 1857, einer Zeit beispielloser kommerzieller Prosperität, wird aus Vergleichstabellen über Pauper, Geistesgestörte und Idioten klar ersichtlich. So groß die Übel der konzessionierten Privatanstalten auch sein mögen, sie doch nicht so schlimm sind wie die Gefahren und die Übel zusammengenommen, denen diese geisteskranken Pauper in den Arbeitshäusern, wo sie fast nicht versorgt werden, ausgesetzt sind. Nach dem Gesetz müßte der geisteskranke Pauper zuerst in die Obhut des Bezirks- oder Gemeindearztes kommen, der den Armenpfleger benachrichtigen muß.

Karl Marx, Über die steigende Anzahl der Geisteskranken in England, Bevölkerung, Verbrechen und Pauperismus

„Wie passen Leute wie wir, die offizielle Stellungen fliehen wie die Pest, in eine Partei? Was soll uns, die wir auf Popularität spucken, die wir an uns selbst irre werden wenn wir populär zu werden anfangen, eine “Partei”, d. h eine Bande von Eseln, die auf uns schwört, weil sie uns für ihresgleichen hält?”

Friedrich Engels an Karl Marx im Jahre 1851

Schönbohm mit wilder Schwermut

Der CDU-Politiker Jörg Schönbohm hatte jüngst auf die Frage nach möglichen Ursachen für einen neunfachen Mord an Kinder in Frankfurt/Oder und Cottbus und einem Verbrechen in Potzlow gesagt „Diese Grausamkeit der Täter und die Gleichgültigkeit der Umgebung, da befällt einen wilde Schwermut.” Er glaube, dass besonders in ländlichen Gebieten „von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft”, sei.

Nun mag das sehr zugespitzt ausgedrückt, auch ein wenig verkürzt sein, aber fragt sich nicht jeder, z.B. auch in anderen Gewaltdeliktfällen, wie der überproportionalen Häufigkeit von neonazistischen Taten, warum dies ausgerechnet im Osten vorkommt und hat nicht gerade die Linke in DIESEN Fällen die „rechtsfreien Räume“, die in den selbst erklärten, und manchmal tatsächlich so gestalteten „ausländerfreien Zonen“ existieren, beklagt? Ist nicht jede gesellschaftliche Auffälligkeit auf die Zustände selbst oder auf die in ihr herrschenden sozio-psychologischen Triebfedern zurückzuführen? Die Frage, die man sich also redlicherweise allenfalls stellen kann lautet: Welches sind die Gründe für diese Zustände? Dass sie jedoch herrschen, kann schlicht nicht geleugnet werden.

Fakten

Es hat der Kriminologe C. Pfeiffer in diesem Zusammenhang auf eine Statistik verwiesen, wonach das Risiko für Kinder bis 6 Jahre, von ihrer Mutter getötet zu werden, im Osten drei Mal höher als in den alten Bundesländern liegt. Historiker Hubertus Knabe äußert sich ebenfalls im Sinne Schönbohms: die lange Diktatur-Erfahrung in der DDR habe “die Verantwortung für das eigene Leben, für die Familie und auch für die Gesellschaft” verkümmern lassen. Dies widerspreche auch dem aufrechterhaltenen Mythos eines größeren Zusammenhalts in der ehemaligen DDR, so Knabe weiter. Die Menschen in den neuen Bundesländern müssten nun über Generationen wieder mühsam lernen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

Über diese Zusammenhänge könnte man also sachlich debattieren, abgestraft wird aber jener, der dies in freier Rede heraus in einem Interview sagte, ohne Statistiken oder das „Handbuch für Soziologie, Psychologie, und pathologischem Verhalten“ zu bemühen. Soweit dieser Teil. Was aber nun daraus politisch gemacht wird, und vor allem wie taktisch kalkuliert die PDS dies auszuschlachten versteht, dabei durch sachliche Einwände von niemandem gebremst wird – dies ist ein weiterer Beleg für die Dimension der Beherrschung der Gesellschaft durch sozialistische Prinzipien. Kaum noch umkehrbar.

DDR-Kultur

Es ist ja heute kaum darüber in angemessener Weise zu reden, warum die Musik in der DDR sich durchweg in einem grotesken Zustand bewegte, warum die Literatur mit Ausnahme der Anfangsjahre nie über eine regionale, sehr deutsche Bedeutung, hinaus kam, und erst recht nicht, welche Verwirrung die Unterdrückung, resp. das Fehlen frei zugänglicher Quellen in Kunst und Literatur, Philosophie und Ökonomie, anrichtete. Dass ehemalige DDR-Bürger selten das Wissens eines gleichrangigen, gleichaltrigen Westbürgers besitzen, ist heute kein Grund mehr für Nachfragen, ja: wer sie stellt, ist so gut wie erledigt.

In einem strengen Sinne ist sogar zu behaupten, dass die DDR-Kultur selbst die Klassiker des Marxismus erstickte, vor allem aber, dass auch andere Grundlagen des Denkens, wie die Psychoanalyse oder die Lehren Darwins über die reine Anerkennung einiger Grundsätze der Evolution hinaus, völlig diskreditierte oder sogar ihre wirklichen Anhänger verfolgte. Nietzsche und Schopenhauer, Surrealismus und wirkliche Rockmusik, Experimentelle Kunst oder Lyrik, kritische, Grenzen überschreitende Kritik: Nichts von alledem. Darüber hinaus wurde das Eigentum systematisch als Etwas, das nur die herrschende Klasse anstrebt und das deshalb volkschädlich sei, propagiert. Eigentumsbildung gab es nicht, öffentliche Gebäude glichen – mit wenigen Ausnahmen in den Innenstädten - asozialen Orten, die einem Monty-Python-Film entnommen sein konnten: unreal, absurd schmutzig, fern des Lebens. Dazu die Moral, die keine Einwände hegt, wenn ungeborene Kinder abgetrieben werden. Die Geborenen gibt man auch schnell ab – bis heute. Noch immer wird der sozialistischen, unmenschlichen Forderung nach öffentlicher Verwahrung von Kleinstkinder(!) politisch nicht widersprochen! – wird das „verbriefte Recht“ darauf nicht hinterfragt, nicht in Abrede gestellt Abtreibung

Sozialistische Psychologie

Die Entfremdung des Individuums von anderen Individuen: nirgendwo wird es systematischer betrieben als im Sozialismus. Die Hilflosigkeit der Ex-DDR-Bürger im Umgang mit den Problemen einer modernen Gesellschaft, die sie stillschweigend (oder auch nicht) verachten und nie angenommen haben, ist offensichtlich und wird immer wieder im selben Umfeld erneuert: Die staatliche Fürsorge erdrückt jedes eigenständige Handeln und hat in unzähligen Fällen „ewige Kinder“ hinterlassen, - unfähig sich selbst zu helfen, degeneriert und dekadent. Das Ende der Entwicklungsmöglichkeiten. Eine Umerziehung – die zwingend notwendig wäre – wird unterlassen, weil sie politisch längst nicht mehr durchsetzbar ist. Der Umzug aus dem traditionellen und westlich geprägten Bonn nach Berlin, der Austausch von Bundestag und Reichstag, die Regierungszentrale inmitten des PDS-Medienumfeldes, das einem Heimspiel gleicht – dies alles führte zu der nun greifbaren Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaft Über das Verschwinden der BG

Nun hat die Ex-Funktionärin der JUNGEN PIONIERE, Frau Petra Pau, MdB-PDS, die sich einmal gerichtlich verbat als Lesbe geoutet bzw. bezeichnet zu werden, einen Kommentar geschrieben. An diesem können wir ein andere Phänomen Marke DDR gut beobachten: die sprachliche Verkümmerung, denn wie – BITTE SEHR – soll jemand schreiben können, der die Klassiker der Sprachkritik nie las, im Gegenteil: der eingebläut bekam, dass man sich eines gewisses Stiles nie bedienen soll. Sie sind kulturell abgekoppelt, sie leben in einer Parallelgesellschaft – das ist die bittre Wahrheit, die für viele Personen in jenem Bereich gilt.

Nehmen wir nur die Einleitung von Paus „Die Proleten sind Schuld.“. Sie schreibt: „Vor der Wahl und nach der Jagd wird am meisten gelogen. Das ist eine bekannte Volksweisheit. Sie ist nicht gut, aber sie ist auch nicht unbegründet. Derweil werden allerdings noch ganz andere Saiten aufgezogen.“

Bitte: wer hat das verstanden? Bitte: was stimmt an diesen Sätzen? Bitte: was hat man dem Menschen getan, der so schreibt? Und: wofür schreibt er diese Sätze, die fast ohne Komma auskommen können, weil sie alles, was ein Satz haben sollte, nicht einmal metaphysisch streift?

Dann versteigt sich zu einer Behauptung, die zeigt, dass man in der DDR anscheinend nicht einmal Sagen einander erzählte, geschweige denn, ihren Sinn verstand. Wieder Pau: „Denn seit die Linkspartei. PDS soziale Stimmen zieht, wird mit größerem Kaliber gekämpft. Ohne Scham werden ihre Spitzenkandidaten als Rattenfänger beschimpft. Was ja letztlich heißt: Linkspartei-Wähler sind Ratten.“

Aha – das könnte von Gysi sein. Niemand hört genau hin, bestürzt ob der Vermengung von Dingen, die nichts miteinander zu tun haben. Wie man „soziale Stimmen ZIEHN“ kann, ist beim besten Willen nicht einleuchtend, und schon gar nicht, wie man die Erben der Partei, die aus Ostdeutschland ein Notstandgebiet machten, als Hoffnung ansehen kann. Doch wie verhält es sich mit den Ratten? Warum nannte man den Rattenfänger von Hameln „Rattenfänger“? Weil er Ratten fing? So? Unsinn, er fing Menschen! Der Schluss also, die Kritiker seien welche, die PDS-Wähler als Ratten bezeichneten ist einer, der in freudscher Weise als eine Wertung aus dem Unterbewussten daherkommt: Als ein Urteil über die eigene Anhängerschaft.

Bashing

Dann schmäht sie Schönbohm. Doch keine dieser Schmähungen – eigentlich eine Dauerschmähung des Politikers, wie sie jeden Tag in der Linken zu lesen ist – wird von irgendjemandem kritisiert. Pau schreibt und schmäht: “Schönbohm - ich kenne ihn bereits aus seinen Berliner Zeiten - ist gern ein “Thema”. Er bietet das ganze Programm. Er glänzt mit Schwachsinn, er schwadroniert über eine deutsche Leitkultur, wirbt um den rechten Rand. Seine dümmlichen Provokationen gehen an die Substanz, an die demokratische.“

Welch ein Satzende, welch eine Gesinnung, die sie ja auch dort verbreitet, wo sie über den friedlichen Islam mutmaßt, dass jedem Mullah die Augen feucht werden muss. Weiter Pau: „Er verleumdet Antifaschisten…und wenn es um den Abbau von Bürgerrechten geht, dann wetteifert er mit Schily und Beckstein.“

Geht es also in Wirklichkeit um Schönbohm, den man als intellektuellen und zupackenden, meist sehr treffsicher kommentierenden Politiker kurz vor der Wahl verschwinden lassen möchte? Es hatte doch schon viel sarkastischere Kommentare über DDR-Bürger gegeben, und die stammten sogar hauptsächlich von Linken (natürlich nicht von SED/PDSlern) wenn wir uns diverse Wiglaf Droste – Polemiken anschauen, oder Klaus Bittermanns Buch, mit Joseph von Westfalen lesen:



Joseph von Westphalen


Wiglaf Droste



Aus Neuland, Luise Endlich, Fischer-Verlag

Der Kern der Geschichte

Dann wird offensichtlich, worum es geht. Nicht einmal der Mord an sich ist für sie, die kinderlose und ledige Pionierleiterin a. D. und in spe ein Fakt: „Eine Frau in Brandenburg hat Unsägliches getan. Sie hat (wahrscheinlich) Babys getötet. Wirkliche Experten grübeln. Manche meinen, das sei nur individuell erklärbar.“

„Wahrscheinlich“ schreibt sie! Wie sehen denn nun die Fakten aus? Zumindest: klarer als man in der deutschen Taliban-Zentrale denkt. Sicher ist das ein individuelles Problem, aber eines, das dort besonders gut entstehen kann (was nicht heißt, es könnte nicht auch anderswo in verproletarisierten, die eigentlich immer als LUMPENPROLETARISCHE zu charakterisieren sind), wo die oben genannten Bedingungen herrschen – bezüglich der Abtreibung hat man diese Bedingungen, denen eine bestimmte Sicht auf das Wesen des Menschen, auf seinen Wert, auf seine Stellung zueignet, legalisiert. Doch: die Täterin war kein wirklicher pathologischer Fall und DAS ist die entscheidende Dimension – sie ist aller Wahrscheinlichkeit nach voll verantwortlich für ihre Taten, machte sie doch nichts anderes als andere außerhalb der Sozialität stehende mit ihren Kindern, nur: ein paar Monate später.


“NICHT PSYCHISCH KRANK”

Und nun müssen wir uns noch vor Augen halten, dass die Bundestagsabgeordnete Pau schlicht eine der ihren, gezogen auf jedem Mist unverantwortlichen Handels verteidigte, wie hier zu lesen ist.


Beide Ausschnitte aus BILD, 3. 8. 05

Hätte man VORHER einer unsachlich krakeelenden PDSlerin verstandesgemäßes Handeln abgesprochen, hätte man VORHER gesagt “Du bist völlig neben der Spur”, hätte man VORHER kulturelle Defizite ausgemacht und diese offen angesprochen, so kann man sich vorstellen, was die Paus und Pauper und ihre Botschaft ventilierenden Medien geantwortet bzw. daraus gemacht hätten.

Der Lachende, hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen.

Bertolt Brecht

14 Kommentare »

  1. Dochdoch, der Lachende hat die Botschaft empfangen und gelesen. Das Lachen bezieht sich jedoch nicht auf deinen Text, der glatt aus meinen Lieblingsautoren zusammengestellt sein köntte, jedenfalls was die “ehemalige DDR” angeht.

    Denn wie sagte schon Marx in der “Kritik des Gothaer Programms”: “Erstens besteht “das arbeitende Volk” in Deutschland zur Majorität aus Bauern und nicht aus Proletariern. (das stimmt auch heute noch, wenn es sich auf’s mentale beschränkt, Anmerkung hxx)

    Zweitens heißt “demokratisch” zu deutsch “volksherrschaftlich”. Was heißt aber “die volksherrschaftliche Kontrolle des arbeitenden Volkes”? Und nun gar bei einem Arbeitervolk, das durch diese Forderungen, die es an den Staat stellt, sein volles Bewußtsein ausspricht, daß es weder an der Herrschaft ist, noch zur Herrschaft reif ist!”
    Diese Aussage sollte einige der Fragen, die du in deinem verdammt guten Text aufwirfst, ziemlich klar beantworten. Für Deppen geht es aber auch mit “Mutter der Nation” Inge Meysel, die in irgendsoeiner Talkshow zu der unerträglichen Karrieristin und Punkdarstellerin Petra Pau in etwa meinte “Kind, wir können zusammen…”

    Kommentar von hegelxx — 5. August 2005 @ 20:23

  2. Da war aber die “PDS-Punkerin” Angela Marquard. Die meyselige Meysel hatte ihr ob polit-medialer Propaganda-Manier ein “Stipendium” von ein paar handvoll Westmark garantiert, wenn die Marquard dafür ab und zum Motto “Haben wir nicht alle unsre Meysel unter dem Irokesenschnitt”, etwas mit Blick auf die Alster, oder war es die Elbe oder die Nordsee, beizusteuern gedenkt.

    Hoffe, du hast Doraus Text zur Nordsee gelesen.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 5. August 2005 @ 20:33

  3. Das wollte ich wissen: Nämlich daß du es auch weisst.

    Ich gucke gerade diesen grausamen Thomas Mann Scheissdreck in Wiederholung auf WDR.

    Und sind derzeit nicht ein paar Aussagen über die Ostsee fällig?

    Neulich war ich mal da, in Rostock-Warnemünde… und die Fettheit der Dorf-”Schönheiten” alswie ihre Sprache haben mich entsetzt.

    Das kann ich aber hier nicht wiedergeben… wenn es denn wenigstens “ah, oh, oh my God” gewesen wäre… das hätte ich für noch halbwegs zivilisiert gehalten…

    aber nein… :-)

    Kommentar von hegelxx — 5. August 2005 @ 22:40

  4. Achja, noch was: Von der von mir absichtlich eingestellten Petra Pau habe ich mal die Wohnung gesehen…

    echt Eiche…hehe… :-)

    Kommentar von hegelxx — 5. August 2005 @ 23:20

  5. Das ist nicht “sehr spitz ausgedrückt”, da outet sich ein General mal wieder, als das, was zivilisierte Menschen von Militärs allgemein zu erwarten haben: Als brunzdummer Volltrottel.

    Geschenkt die Ähnlichkeit beider deutschen Völkchen, die immer wieder auffällt. Auffällt vor allem in der Exhibition ausgerechnet ihrer unangenehmsten Eigenschaften. Geschenkt auch die Parallele zu der westdeutschen Frau, die sich im Laufe von 20 Jahren 10 Ehemänner entsorgte. Und erst Recht geschenkt, die tränenreiche Legende über das Eimerersaufens der “Frühchen” - im Westen sah es nicht anders aus.

    Wer nicht weiß, daß es für Schwache, heißen sie nun Viagra-Kalle, sind sie alt und/oder behindert, fehlt ihnen der richtige Ahnenpaß, oder eben, die Allerschwächsten, die Kinder nämlich, traditionsgemäß in Deutschland saumäßig gefährlich ist, dem ist nicht zu helfen.

    Kommentar von Burkard Schulte-Vogelheim — 6. August 2005 @ 14:51

  6. Na, den General könnten wir gut im Kampf gegen Islamisten gebrauchen und er sagt oft die Dinge, die sonst niemand ausspricht. Allerdings hatte ich gedacht, du würdest eher die Kritik aus dem Konkret und Titanic-Milieu unter schreiben können. Jedenfalls: So einfach kann man es sich nicht machen: Es gibt Besonderheiten auf der Seite der Ostdeutschen und es ist vor allem die etwas unselbstständige Art, die mir am Meisten auffällt – sind sie es, die ständig nach dem Staat rufen, um Hilfe zu erhalten. Dies hat sehr viel mit der DDR-Alltagskultur zu tun. Dass es zudem ausgerechnet die Wähler einer marxistischen, vorgeblich staatsfeindlichen Partei sind, macht das Ganze zu einer politischen Ulknummer, die erst in sich zusammenfällt, wenn einem klar wird, dass die DDR und ihre Staatpartei SED, ein extrem autoritäres, extrem staatsgelenktes Regime darstellten, in man alles brauchen konnte, nur keine “entwickelten und eigenständigen, sozialistischen Persönlichkeiten”. Wer dem entsprach, der war es nicht mehr lange, der wurde aussortiert, ausradiert, abgeführt, eliminiert, mindestens drangsaliert – so, wie noch heute.
    TK

    Kommentar von Campo-News — 7. August 2005 @ 10:20

  7. Also mit der Finsterbraue Schönbumm sehe ich nicht gerade den richtigen Adressten, was den “Kampf gegen Islamisten” betrifft. Der wird ja nicht mal mit dem Neonazigeschwerl in Brandenburg fertig.

    Ich kann aber andererseits auch nur bedingt die wohl an Tucholski geschulte Ansicht Burkhards teilen. Das 20. Jahrhundert hat ja zur Genüge bewiesen, dass es gegen manche leider nur noch mit militärischen Mitteln geht…

    Ich denke allerdings auch, dass dieser von Horkheimer und Co. mal so genannte “autoritarian character” in Westdeutschland kaum weniger ausgeprägt ist als im Osten. Nur dass eben dieser Charakter sich im Ostteil Deutschlands lautstärker kundtut. Was , da hast du nun wieder ganz Recht, Tanja, durch die entsetzlichen Äusserungen vieler “Mitbürger” bei den regelmässigen “Titanic-Telefonterror”-Umfragen grauslich bewiesen wird.

    “Deutschland ist ein schönes Land, wenn man es von aussen betrachtet” (Karl Marx).

    Kommentar von hegelxx — 7. August 2005 @ 11:56

  8. Ich meine vor allem das, was der folgende Medienbericht ventiliert, aber da bitte ich um Beachtung der Verlinkung, besonders meinen 1. Kommentar dazu, der sich im Anschluss an dem Bericht befindet. Ein klares Beispiel dafür, welche Gestalten – in diesem Falle eine SED-Schriftstellerin – gegen mich auftraten können. „Sie sind heute nicht mal verpönt“, sagte Erich Weinert kurz nach dem Krieg über die alten Nazis – das gilt wieder ebenso für alte unverbesserliche Kommunisten.

    „Ob dieser Banalisierung ihres politischen Schlüsselerlebnisses war Tanja Krienen schon sehr empört, aber es kam noch dicker: Es meldete sich eine Dame zu Wort, die der verblüfften Tanja unterstellte, sie hätte keine Ahnung vom wahren Leben in der damaligen DDR. Habe sie denn jemals dort gelebt?

    Tanja Krienen riss es vom Stuhl. Sie zeigte, dass ihre bauchfreie Jugendkleidung nicht nur Erinnerung an die Kampfzeit der Gewerkschafts-Jugendvertreterin von vor 30 Jahren war. Sie schoss massiv verbal zurück und bewirkte, dass sich ihre Opponentin als ehemalige DDR-Funktionärin outete (mit heutigem Ruhesitz an der Costa Blanca, wie ich später erfuhr) und nach einer weiteren worteichen Breitseite stolz erhobenen Hauptes aus dem Salon segelte, ihren Mann im Schlepptau.“ http://www.campodecriptana.de/blog/2005/04/27/130.html

    Kommentar von Campo-News — 7. August 2005 @ 13:03

  9. Übrigens geht aus dem neuen SPIEGEL hervor, dass die Mörderin die Frau eines Stasi-Kerles war. Linientreu.

    Kommentar von Campo-News — 8. August 2005 @ 16:33

  10. Ja genau - http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,368493,00.html

    Kommentar von Campo-News — 9. August 2005 @ 13:16

  11. Jein, werter Hegel. Richtig ist, Soldaten sind Mörder. Richtig aber ist auch, diese Mörder waren (und sind) notwendig, um die Barbarei zu zerschlagen. Notwendig die Mörder Harris und Schukow. Und notwendig werden vermutlich auch bald deutsche XXX sein - ich verkneife mir jetzt den Terminus, weil ich nicht über die Mittel verfüge, den Begriff von Ehre deutscher Militärs juristisch durchzustehen - wie der XXX Schönbohm.
    Knallcharge aber darf ich ihn benennen. Knallcharge, weil er sich natürlich keine Gedanken über die Gleichheit und den Charakter seines vereinigten Völkchens macht. Einen Charakter voller Gier, voller Untertanengeist, voller Gefühlskälte, voller fehlender Soldidarität.
    Einen Charakter, der in das schlichte Schema eines konservativen Generals paßt.

    Kommentar von Burkard Schulte-Vogelheim — 14. August 2005 @ 11:12

  12. Ist nicht die “wilde Schwermut” ein Zeichen dafür, dass Schönbohm es subjektiv ehrlich meint. Den “Charakter voller Gier” möchte ich eher Wowereit in der Aktion gegen Schönbohm bescheinigen, die seinerzeit zum Eklat im Bundesrat führte. Dass dieser schamlose Wegbereiter einer PDSPD-Koalition in Berlin und Verharmloser einer bundesweiten Option dieser Endzeitliason ist, sollte eher zu denken geben. Doch so wie die Medien seit einer Woche Stoiber beschädigen, lassen sie nach 24 Stunden von “Deutschland kauft nur bei Deutschen-Künast” ab, nach 12 Stunden vom “KZ-Stiegler” und von Gysi Gesamtschuld spricht nicht mal einer für 30 Sekunden. Wie hieß doch das Gedicht, an das ich am Wahlabend erinnern werde “Dass alles wünsche ich diesem Land…”

    So wird es kommen.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 14. August 2005 @ 16:15

  13. Na wenn SIE es sagt: “Die Daten werden von der Linkspolitikerin Petra Pau Monat für Monat beim Bundesinnenministerium abgefragt.” Und die leninistisch-trotzkistische Linkspartei steht an der Spitze der Bewegung und gibt den Ton an. Klasse.

    Kommentar von Campo-News — 27. Dezember 2008 @ 08:56

  14. Da ist die Propagandistin der SED und ehemalige Kinderverziehungsfrau aber bös´: “Der rbb hat am Silvester-Abend 2008 “Radio Multikulti” tatsächlich abgeschaltet. Das sind ein politischer Rückschritt und ein kultureller Frevel, gerade in einer multikulturellen Metropole…” sagt Petra Pau.

    Kommentar von Campo-News — 2. Januar 2009 @ 14:45

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