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11. Dezember 2014

Georg Kreisler an Tanja Krienen im Buch “Doch gefunden hat man mich nicht”

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 13:27

Eine Rezension von Jürgen Vogt im Soester Stadtanzeiger

Böses schreiben, Gutes bewirken

„Die Optimisten endeten in Auschwitz, die Pessimisten in Beverly Hills“ – vielleicht ist es dieses Zitat, das Georg Kreisler am ehesten beschreibt. Der Wiener und Jude, der Getriebene und Vertriebene, der satirische Liedermacher und mit pechschwarzem Humor durchtränkte Unterhalter strebte zeit seines Lebens immer auch nach dem Gegenpol: dem Nicht-Wiener und Nicht-Juden, dem Nicht-Unterhalter und – hinter viel schützendem Grimm verborgen – dem Herzlichen und Offenen.


Im Buch „Georg Kreisler – Doch gefunden hat man mich nicht“ begibt sich Herausgeber Nikolaus Topic-Matutin auf eine Spurensuche nach dem 2011 verstorbenen Menschen Georg Kreisler. Dazu reiht er unveröffentlichte Texte, Gedichte, Briefe und Worte des Gedenkens aneinander. Wer sich auf das Experiment einlässt, lernt Georg Kreisler auch von einer weniger beleuchteten Seite kennen. Der einleitenden Behauptung des Herausgebers, dass dieses Buch erstmals das ganze Universum des Georg Kreisler entfalte, wird es allerdings nicht gerecht.


Es sind die Details, die faszinieren. So wie der Briefwechsel mit Tanja Krienen. Die in Soest-Hiddingsen lebende Autorin suchte 2000 den Kontakt zu Kreisler, vertiefte das Wissen um die Begegnung zwischen Charlie Chaplin, Hanns Eisler und Georg Kreisler. In der Folge aber machen die Zwischentöne diesen Briefwechsel spannend. So bekennt Georg Kreisler in einem Brief vom 7. Detember 2007 an Tanja Krienen in Bezug auf seine Flucht aus Österreich und das Leben Krienens als Transsexuelle: „Man kann darüber reden, aber das Wesentliche muss ungesagt bleiben.“ Fast schon resignativ wirkt seine Einschätzung der Politiker: „Gegen diese jämmerlichen Herren und gelegentlich Frauen ist kein Kraut gewachsen.“ (7. Juli 2006)


Auch die Suche nach dem Gegenpol zeigt sich im Gedankenaustausch mit Tanja Krienen. So bekennt Georg Kreisler am 1. Juni 2004 nach einem Auftritt: „Das Publikum hat ungeheuer gejubelt, was mich darin bestärkt hat, nie wieder aufzutreten – vielleicht in einem Theaterstück, aber nie wieder als Liedermacher.“


Für Tanja Krienen scheint der Abdruck der an Sie gerichteten Briefe eine Möglichkeit zu sein, sich nochmal vor Georg Kreisler zu verneigen. Über den Kontakt meint sie: „In der Freundschaft mit Georg Kreisler kulminierten alle meine persönlichen Ansichten hinsichtlich des Säkularen, Politisch, Kritischen und auch ‘schwarzen’ jüdischen Humors. Die Entdeckung des Kreisler/Eisler/Chaplin-Kontaktes im Jahr 1946 rundeten mein Wissen und mein Faible für die Themen seines Werkes und seines Lebens treffend ab, und füllte eine Lücke für alle Menschen, denen diese kulturelle Richtung, die bis in die höchsten Ränge Hollywoods reichten, wichtig erscheint. Unser intellektueller und politischer Austausch steht in diesem Kontext.“


Wer sich ebenfalls vor Georg Kreisler verneigen will, für den ist „Doch gefunden hat man mich nicht“ ein lesenswertes Buch. Es beleuchtet den Vertriebenen und Künstler zwar auf mitunter ungewöhnliche Weise, doch eben dadurch hilft es bei der Suche nach dem Menschen Georg Kreisler. Schließlich bringt es aber auch mit längst Bekanntem die Gegenpoligkeit auf den Punkt. So zitiert Nicolaus Topic-Matutin im Nachwort aus einem „Zeit“-Interview einen Kreisler-Satz, der das einleitende Zitat dieses Textes ergänzt: „Man schreibt Böses, um Gutes zu bewirken“.

Nicolaus Topic-Matutin, „Georg Kreisler – Doch gefunden hat man mich nicht“, Atrium-Verlag 2014, Hardcover, ISBN 978-3-85535-367-5, 24,99 Euro

6 Kommentare »

  1. Beiträge im Campo

    Georg Kreisler: Vorläufig die Amerikaner
    Campo de Criptana – Nr. 2, 3. Quartal 2003
    Dank an Tanja Krienen für den Text…

    Der österreichische Moderator der Sendung „Kulturzeit“ in 3SAT, Herr Grandits, sagte gestern sinngemäß: Da die Amerikaner im Irak das Recht mit Füßen treten, machen es ihnen andere Völker nach. In Thailand erschießt jetzt die Polizei die Drogenhändler, ohne sich die Mühe zu machen, sie zu verhaften, eine klare Rechtsverletzung, und daran ist Amerika schuld – noch nicht die Juden, nein, vorläufig nur die Amerikaner, sagt er.

    In den 20er Jahren schrieb Friedrich Holländer einen Text zur Melodie der Habanera aus der Oper Carmen:

    An allem sind die Juden schuld,
    die Juden sind an allem schuld,
    allem schuld.
    Warum sind denn die Juden schuld?
    Kind, das verstehst du nicht,
    sie sind dran schuld.

    Die Hetze gegen Amerika war in der Sendung, die behauptet, etwas mit Kultur zu tun zu haben, in den letzten Wochen gnadenlos. Die abstrusesten Themen, wie oben, kamen da zur Sprache, nur um Amerika eins auszuwischen. Vielleicht sollte man allerdings Herrn Grandits zugute halten, dass er zumindest so aussieht, als merkte er das nicht. Die Augen starr auf den Teleprompter gerichtet, leiert er seine Ansagen herunter, verspricht sich, zögert vor Worten mit mehr als drei Silben und betont immer wieder das Falsche. Nun gut, sagt man sich, er und diese Sendung sind halt ein weiteres Indiz der Unkultur, die sich in Europa ausbreitet, des Dilettantismus und somit des Kampfes gegen Kunst und Kultur.

    Im Fernsehen ist es die „Quote“, die gegen die Kunst kämpft, im Theater die traditionsverachtenden Regisseure mit ihren ahnungslosen, sich wichtig machenden Zeitungskritikern, in der Literatur die profitverhafteten Verlage mit ihren immer ungebildeter werdenden Lektoren, die um ihre Posten bangen und vermeinen, sich den kulturlosen Zeitläufen anpassen zu müssen, in der bildenden Kunst sind es die Leute, die neue Ideen schon für Kunst halten, in der Musik die Experimentierer und so weiter. Aber wenn man genau hinschaut, ist es mehr als das: es ist das Böse, das gegen Kunst und Kultur kämpft und zumindest kurzfristig auch triumphiert. Und jetzt ist dieses Böse eben wieder auf den Antisemitismus gestoßen, im Westen nichts Neues. Natürlich hat das auch mit Quote zu tun. Endlich kann man laut sagen, was man bisher nur heimlich dachte. Man kann sogar Massen - demonstrationen veranstalten, und die Leute wissen schon, wer gemeint ist, nämlich vorläufig die Amerikaner. Laut einer Umfrage in Frankreich, denkt jeder dritte Franzose, dass es besser gewesen wäre, wenn die Iraker gesiegt hätten. Und ein Schweizer Künstler sagte dieser Tage zu mir: „Georg, du bist mein Freund, aber Sharon ist ein Kriegsverbrecher.“

    Es gibt also wieder „auch anständige Juden“, und einer von denen bin diesmal ich. Fast alle meine Freunde hier in der Schweiz und anderswo sind Christen, und sie wünschen mit bestimmt nichts Böses. Ich bin überzeugt, dass sie mich in künstlerischer Hinsicht wie auch charakterlich schätzen, ja sogar lieben. Sie zeigen mir immer wieder, dass sie es gut mit mir meinen, sie sind hilfreich und ehrlich, obwohl sie wissen, dass ich Jude bin. Sie sind nicht die einzigen, ich treffe auch fremde Leute, die nichts von mir wissen, außer, dass ich Jude bin. Sie kennen weder meine Lebensgeschichte, noch meine Ansichten, sie wissen nicht, ob ich verheiratet, homosexuell oder Erotomane bin, aber sie wissen, dass ich Jude bin. Sie haben manchmal noch nie einen Juden zu Gesicht bekommen, aber sie wissen, dass ich einer bin. Sie lehnen jeglichen Antisemitismus ab, aber sie wissen, dass ich Jude bin.

    So viele Parallelen zur Hitlerzeit fallen einem alten Menschen wie mir ein, so viel hat man schon damals im „Stürmer“ und im „Völkischen Beobachter“ gelesen. Der Urfeind ist wieder da, egal ob er da ist oder nicht. Der Stumpfsinn mündet wieder in die Barbarei, der Abstand zwischen Kapitalismus und Kannibalismus wird von Tag zu Tag kürzer. Während der Hitlerzeit war ich in Amerika. Ich fühlte mich wohl dort, wenn auch ein wenig fremd. Nach dem Krieg kam ich zurück nach Europa, aber ein Zuhause-Gefühl wollte sich auch da nicht einstellen. In den letzten Wochen hat sich das jedoch geändert. Ich werde wieder verfolgt, denke wieder an Flucht, habe wieder Angst, kurz, ich fühle mich wieder zuhause.

    Kommentar von Campo-News — 5. Mai 2016 @ 15:13

  2. Georg Kreisler: Jude sein, leicht gemacht
    CAMPO de Criptana, Heft 4 - I Quartal 2004
    Dank an Tanja Krienen für den Text…

    Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts hielt jemand in Prag eine politische Rede, in deren Verlauf er sagte: „Ich bin aus dem Judentum ausgetreten“, worauf der im Publikum sitzende Max Brod rief: „Aber das Judentum nicht aus ihnen.“ In diesen Vorhitlerjahren wollten viele assimilierte Juden ihre Religion loswerden, sie verschwiegen sie oder ließen sich taufen. Karl Kraus ließ sich taufen, Arnold Schönberg ließ sich taufen, Gustav Mahler ließ sich mehr oder weniger zwangsweise taufen, weil man ihn als Jude nicht zum Hofoperndirektor ernennen wollte. Manche ließen sich aus Überzeugung taufen, aber die meisten taten es des allgemeinen Antisemitismus wegen, der sich für ihre Karrieren als Hemmschuh erwies.

    Groteskerweise fand in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg das genaue Gegenteil statt. Hatten sich vorher Juden zu Christen gewandelt, so erklärten sich nach 1945 etliche „Arier“ zu Juden - oder wenigstens zu „Halbjuden“, manchmal auch nur zu „Menschen jüdischer Abstammung“, eine jüdische Großmutter genügte da schon. Auch sie taten es der Karriere wegen, denn siehe da, sie wurden in Talkshows und unzähligen Artikeln der deutschen Illustrierten zu willkommenen Gästen, schrieben Bücher über ihre Leiden in der Nazizeit und waren in der deutschen Unterhaltungsindustrie eine allseits beliebte Attraktion. Nach der alten Schauspielerregel, dass ein Zwerg keinen Zwerg spielen kann, sondern nur Schauspieler, ließ man auch in den Medien die echten Juden lieber von selbsternannten spielen. Wo hätte man auch in der Schnelligkeit echte Juden hernehmen sollen, die so gut die die unechten sprechen, singen und weinen konnten?

    Hitler hatte ja bekanntlich die Juden als Rasse definiert und einen Ariernachweis bis zu den Großeltern verlangt, aber das war offensichtlich falsch gewesen. Denn ein westeuropäischer Jude hatte ja rassistisch gesehen rein gar nichts mit afrikanischen oder indischen Juden zu tun, da mußte unbedingt eine neue Definition für die Juden her.

    Man erklärte sie vorübergehend zum „Volk“, aber das hielt sich auch nur kurze Zeit, denn eine Volkszugehörigkeit ergibt sich aus einem Land oder dem Kulturkreis, in dem man aufgewachsen ist, und ein amerikanischer Jude konnte ja nicht plötzlich völkische Gemeinsamkeiten mit italienischen oder norwegischen Juden teilen. Aus lauter Verlegenheit erklärte einmal der österreichische Bundeskanzler die Juden als „Schicksalsgemeinschaft“, ohne daran zu denken, dass das Schicksal eines australischen Juden kaum mit dem eines russischen zu vergleichen wäre.

    Dabei ist die Wahrheit doch so einfach: Das Judentum ist eine Religion, so wie das Christentum oder der Islam. Die jüdische Religion fußt vor allem auf dem alten Testament und dessen Auslegung, so wie das Christentum auf dem Neuen Testament und dessen Auslegung beruht. Ob man nun Christ ist, kann man nicht selbst bestimmen, das muß von den Religionsgesetzen und deren Verkündern, also den Priestern bestimmt werden, und bei den Juden ist es ebenso. Die jüdische Religion sagt: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat oder wer zum jüdischen Glauben übergetreten ist. Der Vater ist ausdrücklich unerheblich, geschweige die Großmutter. Aus jüdischer Sicht blieben daher Karl Kraus, Schönberg und Mahler Juden, weil sie eine jüdische Großmutter hatten.

    Man erspare mir Namensnennungen, aber die selbsternannten Juden und Jüdinnen sollten doch bedenken, dass sie sich der Sprache des Dritten Reiches bedienen, wenn sie sich als „Halbjuden“ oder irgendwie „jüdisch versippt“ hochrechnen. Man kann ebenso wenig Halbjude sein, wie man Halbkatholik oder Halbmoslem sein kann. Man kann nur einer Religionsgemeinschaft angehören, ob man fromm ist oder nicht. Ebenso kann man deutschstämmig, italienischer Abstammung und auch israelischer Abstammung sein, denn Israel ist ein Land, in dem nicht nur Juden, sondern Moslems und Christen leben, daher sind die Israelis keine Juden, sondern ein Volk, von dem man abstammen kann. Aber von einer Religion kann man nicht abstammen, auch wenn es die deutschen Medien gern so hätten.

    Ein alter Wiener sagte mir: „Laß sie doch! Wie wissen eh, wer ein Jud ist und wer nicht, und wenn es wieder einmal so weit ist, dann gnade ihnen Gott!“ Und ich frage mich: Werden dann die vielen, vielen Halb - Viertel oder Achteljuden wissen, wo sie hingehören oder - ?

    Kommentar von Campo-News — 5. Mai 2016 @ 15:14

  3. Georg Kreisler: Theater ist schwerer, als man denkt
    CAMPO de Criptana, Heft 3 - IV Quartal 2003
    Dank an Tanja Krienen für den Text…

    Manchmal muss man auch das Unvermeidliche, das Hartnäckige bekämpfen. Elias Canetti wollte den Tod abschaffen. Attac wehrt sich gegen die Globalisierung. Und ich kämpfe gegen das sogenannte Regietheater. Natürlich wird die Globalisierung, also das kapitalistische System, eines Tages verschwinden, und die Leute von Attac werden sich vielleicht einreden, dass sie mitgeholfen haben. Es wird ganz sicher wesentlich länger dauern, bis der Tod verschwindet, und ganz verschwinden dürfte er nie, höchstens das Sterben wird sich ändern - immerhin!

    Was das Regietheater betrifft, so ist es ohne Zweifel eine der miesesten Modeerscheinungen, die schon viel zu lange dauern, und wie alle Modeerscheinungen wird auch diese eines Tages umkippen, ob ich nun dagegen wüte oder nicht. Nur: Wie soll man mit halbwegs gutem Gewissen leben, wenn man Ungerechtigkeiten einfach hinnimmt und sie für unvermeidlich erklärt? Das können nur Politiker. Politiker wehren sich gegen das Volk, sonst gegen nichts.

    Nun war es ja bisher meistens so, dass die ältere Generation Kriege, Wirtschaftskrisen und dergleichen anzettelte und dadurch der jüngeren Generation das Leben erschwerte. Was aber das Regietheater betrifft, ist es umgekehrt. Hier macht die jüngere Generation ihrer eigenen jüngeren Generation das Leben schwer.
    Die ältere Generation hat sich zu einem großen Teil das Theater einfach abgewöhnt. Das erschwert ihr Leben nicht. Es macht sie aber ärmer, aber es gibt Ersatz, es ist erträglich. Und es gibt auch ältere Jungregisseure, die die Dummheiten der jüngeren mitmachen. Wohin das führt, sieht man, zum Beispiel, am letzten Interview des Peter Zadek, in dem er den Zweiten Weltkrieg für überflüssig erklärt. Man hätte mit Hitler auch verhandeln können, meinte er. So ähnlich verfährt das Regietheater: Man hätte Shakespeare auch anders schreiben können.

    Man missverstehe mich nicht! Nichts gegen modernes Theater, das von modernen, also zeitgenössischen Autoren geschrieben wird! Sie sollen, sie können, sie müssen ein neues Theater schaffen, das unserer Zeit entspricht. Und sie sollen, sie müssen aufgeführt werden. Aber die Jungregisseure schaffen ja nichts Neues. Sie zerstören nur. Sie nehmen ein fertiges Stück, womöglich eines, das sich hundert Jahre oder länger bewährt hat, und zerstören es. Sie zerstören es für ihre eigene Generation, das ist vielleicht das Schlimmste. Sie gestatten einem jungen Menschen nicht mehr, Goethe, Schiller, Shakespeare, Ibsen zu erleben. Sie gestatten ihnen nicht mehr zu erleben, was Mozart, Verdi, Beethoven vertonten.

    Auch der mir persönlich unsympathische, weil deutschtümelnde Richard Wagner wird, ohne mit der Wimper zu zucken, in ein Umfeld verlegt, in das seine Musik schon gar nicht passt. In der Oper ist diese Methode vielleicht am auffälligsten, denn die Musik bleibt ja, nur der Komponist wird mit Füßen getreten, kaputt gemacht, eine Dummheit, ja ein kulturelles Vergehen ohnegleichen.
    Mozarts Musik zur „Entführung aus dem Serail“, die in unzähligen kleinen Facetten den Kulturkampf zwischen Orient und Okzident aufzeigt - ein Thema, das doch gerade heute hochaktuell ist - wird missbraucht, um bei den Salzburger Festspielen (das auch noch!) ein ziemlich schlechtes Revuetheater auf die Bühne zu stellen, das mit obigem brandaktuellen Thema nichts mehr zu tun hat.

    Die Amerikaner, die im allgemeinen hervorragendes Revuetheater machen, hätten sich das nicht getraut. Die hätten zu viel Respekt vor Mozart. Überhaupt wird Respektlosigkeit gerne mit Modernität verwechselt. Verdi hat nicht gewusst, warum er Shakespeares „Falstaff“ vertonte, aber ich weiß es, sagt der deutsche Jungregisseur und verlegt das Stück in ein modernes Altersheim, wo dann weder der Text noch die Musik stimmen. Mozart und Beaumarchais haben nicht gewusst, warum sie im „Figaro“ die Herrschaft des Adels anprangerten, aber ich weiß es, sagt der Altjungregisseur Marthaler und verlegt das Ganze in ein Standesamt ohne Adel, ohne Bürger, nur mit Klamotte. Sie trauen also ihrer eigenen Generation nicht zu, aus den Klassikern ihre Schlüsse zu ziehen, lieber machen sie belangloses Kabarett, das man gequält belachen und sofort wieder vergessen kann.

    Ich bringe hier Beispiele aus der Oper, aber es ist im Sprechtheater kein bisschen anders. Die junge Generation wird um Schlüsselerlebnisse betrogen, mit der Ausrede, dass alles andere veraltet wäre. Seltsamerweise sind Mozarts Symphonien nicht veraltet, sie werden so gespielt, wie er sie geschrieben hat, seltsamerweise „modernisiert“ niemand Picasso oder Michelangelo oder Tolstoj, Heinreich Heine wird nicht umgeschrieben, Beethoven nicht verjazzt, Rembrandt nicht verkehrt aufgehängt oder teilweise übermalt.
    Nur das Theater glaubt zu verbessern, indem man die Autoren frikassiert und durch stupide (und meist teure) Regieeinfälle ersetzt. Und noch seltsamer ist es, dass kaum jemand aufmuckt. Die Kritiker, deren vorrangige Aufgabe das wäre, scheinen schreckliche Angst zu haben, als unmodern zu gelten. Immer wieder kann man zwischen den Zeilen lesen, dass es einem unserer an und für sich unmaßgeblichen Kritiker nicht gefallen hat und dass er trotzdem alles lobt. Meistens erfindet er dann irgendeine verquaste Theorie und will uns einreden, dass seine Theorie auch dem betreffenden Jungregisseur vorgeschwebt hat. Denn irgendeinen Grund muss er ja finden, warum er die ihm missfallenden Inszenierungen trotzdem für legitim hält.

    Für die jüngere Generation ist das Theater nun einfach uninteressant geworden, sie orientieren sich an Besserem. Dabei gibt es keinen Grund, warum sie keine begeisterten Theaterbesucher sein sollten, wie es bei früheren Generationen der Fall war, außer eben, dass ihnen das heutige Theater nichts sagt. Das ist nicht ihre Schuld, sondern einzig und allein die Schuld des Regietheaters, das am Anspruch der Jugend scheitert.
    Der älteren Generation, wie wahrscheinlich auch mir nach diesem Artikel, wird einfach vorgeworfen, dass sie die heutige Zeit nicht versteht, ein Vorwurf, der an der Sache vorbeigeht. Kunst, die nicht verstanden wird, hat ihren Zweck verfehlt, und gerade das Theater hat die Aufgabe, vom Publikum verstanden zu werden und den Menschen beim Denken zu helfen, egal wie alt sie sind.

    Und natürlich kann man Theater oder Oper nicht mehr so spielen, wie man sie vor fünfzig Jahren gespielt hat. Auch ich sehne mich nicht nach altmodischem Theater. Aber modernisieren heißt nicht zertrampeln. Modernisieren, um es hier kurz zu sagen, bedeutet, das Alte so zu spielen, dass es dem Publikum wie neu vorkommt.
    Dass das deutsche Theater an Publikumsschwund leidet, ist ein Hoffnungsstrahl, dass daraus Konsequenzen gezogen werden müssten, leider noch keine Selbstverständlichkeit. Nach wie vor gehen Kulturpolitiker, Intendanten und Kritiker den dilettantischen Jung- oder auch Altregisseuren auf den angenehmen Leim. Die Subventionen fließen weiter, und nicht mal der greise Wolfgang Wagner gibt ihnen zu denken, wenn er versucht, sich anzupassen. Ich und andere warten auf Irgendwann.

    Kommentar von Campo-News — 5. Mai 2016 @ 15:14

  4. Georg Kreisler: Macht ist das Gegenteil von Kunst
    CAMPO de Criptana, Heft 5 - II Quartal 2004
    Dank an Tanja Krienen für den Text…

    Zum 200. Jahrestag der Uraufführung von Schillers „Wilhelm Tell“ hielt Rolf Hochhuth eine glänzende Rede. Das Stück sei bestürzend aktuell, sagte er, wie Tell handelten die Tschechen, als sie Hitlers Landvogt in Prag, Reinhard Heydrich, ermordeten, wie Tell handelten auch die Ostdeutschen, als sie den sogenannten Treuhand-Präsidenten Rohwedder beseitigten, den der Kohl-Staat - federführend Wolfgang Schäuble - zur totalen Ausbeutung der 17 Millionen Ostdeutschen inthronisiert hatte. Und auch heute lebten wir in einer Diktatur, erklärt Hochhuth, nämlich in der Diktatur der Wirtschaft. Er zitierte den Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt, der schon 1890 voraussagte: „Einmal werden der entsetzliche Kapitalismus von oben und das begehrliche Treiben von unten, wie zwei Schnellzüge auf denselben Gleisen gegeneinander prallen.“

    Dem muß jeder vernünftige Mensch zustimmen, wenn er die steigende Arbeitslosigkeit in Europa sieht, die immer tiefer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, das zunehmende Elend in der Dritten Welt. Und wenn er sich dann fragt, wer daran schuld sei, kann die Antwort nur lauten: Die Wirtschaftbosse und ihre Marionetten, die Politiker. Denn sie bestimmen die Bedingungen eines sogenannten „Vereinten Europas“, sie bestimmen, wem es gut gehen darf und wem nicht, und sie bestimmen letztlich auch, welche Politiker das Volk wählen darf.

    In der Nazizeit war die Aufführung von „Wilhelm Tell“ verboten. Die heutigen Wirtschaftdiktaturen sind klüger, sie verbieten nicht, sondern lassen verharmlosen. Das heißt, sie bestellen Theatermacher, die ihnen zu Diensten sind, subventionieren sie, geben ihnen ein bisschen Macht, und schon sind sie korrumpierbar. Noch einmal Jacob Burckhardt: „Macht an sich ist böse, gleichviel, wer sie ausübt. Sie ist kein beharren, sondern eine Gier.“ Und auch Theatermacher nützen ihre Macht, um kritisches Theater, das dass Missfallen ihrer Subventionsgeber verursachen könnte, zu vermeiden. Lieber sprechen sie von „Modernisierung“, statt zu bedenken, dass ein wirklich zeitkritisches Theater keinerlei Modernisierung bedarf, denn ein Publikum, das sich angesprochen fühlt, kümmert sich nicht um die Profilierung des Regisseurs.

    In der Basler Zeitung hat man Schweizer Theatermacher, die hauptsächlich in Deutschland arbeiten, zu ihrer Meinung über Schillers „Wilhelm Tell“ befragt. Ihre durchwegs arroganten und überheblichen Antworten sind entlarvend, arrogant und überheblich, weil man sich doch einem Klassiker wie Schiller und einem Theaterstück, das immerhin 200 Jahre lang Millionen von Menschen begeistert und beflügelt hat, nur mit Demut näher kann, vor allem, wenn man selbst versucht Künstler zu sein. Ich zitiere auszugsweise, aber nicht sinnentstellend:

    „Konservativer Terrorist“, „Legende“, „Nationalistische Ikone“ oder „Freiheitsheld“

    Urs Bircher, Intendant des Stadttheaters Hildesheim: „Wilhelm Tell ist eine unangenehme nationalistische Ikone. Ein konservativer Terrorist, der sich der fortschrittlichen Entwicklung der Zeit (Habsburger) entgegenstellte, sozusagen ein früher Europagegner.“ Da fällt einem doch nur die Kinnlade herunter! Dieser Herr unterschlägt nicht nur, dass die Schweiz, laut Schiller, erst durch Wilhelm Tell zu einer Art von Demokratie gefunden hat, er behauptet auch, dass die Habsburger, die viele Jahre lang die unmenschlichsten Gesetze erließen, die ihre Länder immer wieder mit Kriegen überzogen, die jeden Widerstand durch Hinrichtungen im Keime erstickten, dass diese blutigen Herrscher eigentlich fortschrittliche Entwicklungshelfer waren. Und gleichzeitig betont er rasch seine Treue zur EU. All das in zwei Sätzen, nicht schlecht für einen braven Mitläufer!

    Tobias Richter, Generalintendant der deutschen Oper am Rhein: „Mich interessiert Wilhelm Tell eher als Oper, die hat einen wunderschön romantischen Stoff.“ Aha! Dieser Herr ist vorsichtiger, er hält sich an Rossinis schöne Musik und hat lieber keine eigene Meinung. So wird man Generalintendant.

    Jossie Wieler, Regisseur: „Wie Schiller die Figuren idealisiert, auch die Jungfrau von Orléans, damit habe ich meine Schwierigkeiten. Würde mich jemand fragen, ob ich den „Tell“ inszenieren möchte, dem würde ich ganz glatt sagen: Nein.“ Also da Herr Wieler offensichtlich nicht zu Schiller hinaufsteigen kann oder will. Da würde ich Herrn Wieler eher einen Berufswechsel vorschlagen, Politiker zum Beispiel. Da darf er Schwierigkeiten mit Schiller, Goethe, Shakespeare und Lessing haben und kann trotzdem Karriere machen.

    Cathérine Miville, Intendantin des Stadttheaters Gießen: „Als Volksheld ist Tell für mich nicht wichtig. Die jungen Leute von heute interessieren sich für parodistische Tell-Inszenierungen, nicht für die Auseinandersetzung mit der Tyrannei.. Für den notwendigen Bewusstseinswandel hin zu einem offenem Europa ist einer wie Wilhelm Tell nicht hilfreich.“ Daß Revolutionäre oder gar Tyrannenattentäter bei einem Glaubensbekenntnis zur EU „nicht hilfreich“ sind, damit hat die Dame recht. Es ist auch im Sinn ihrer Subventionsgeber, dass junge Leute im Theater lachen sollen, um wenigstens vorübergehend ihre Arbeitslosigkeit zu vergessen. Es ist nur schade um das schöne Stadttheater in Gießen.

    Res Bosshart, Intendant des Meiniger Theaters: „Tell ist ein Feigling, ein Menschenverächter. Er schießt, weil ihm befohlen wird. Und weil Tell dem Gessler gehorcht, lockt er ihn danach in einen Hinterhalt, um ihn von hinten zu erschießen.“ Jawohl, Diktatoren soll man womöglich von vorn erschießen, dann ist man kein Menschenverächter. Hat der Mann das Stück überhaupt gelesen? Weiß er nicht, dass Gessler den „Feigling“ Tell verhaften lässt, ohne daß der das Geringste getan hat? Und dass Tell den Gessler in einen Hinterhalt lockt - wo steht das? Na ja, Hauptsache, man lehnt solche Revolutionsstücke ab, dann kann einem nichts passieren.

    Barbara Frey, Regisseuse: „Daß eine Figur, die es nie gegeben hat, eine solche Bedeutung für uns besitzen, ist für mich schwer nachvollziehbar. Das ist schon unfreiwillig komisch. Eigentlich ist der Tell eine mythomanische Muppet-Show, eine Art Kasperle-Theater, das man nicht ernst nehmen kann.“ Also wenn es für die Dame „schwer nachvollziehbar“ ist, dass auf dem Theater jemand Bedeutung hat, den es nie geben hat - auch das ist strittig - dann muß man sie fragen: Was ist mit Hamlet? Othello? Mephisto? Und so weiter. Aber es hätte auch keinen Sinn, sie zu fragen, warum jemand, der sein Leben aufs Spiel setzt, um sein Land von einem Diktator zu befreien, für sie ein Kasperle ist - nein, da gibt man lieber auf. Abschließend Ruedi Häusermann, Regisseur: Wilhelm Tell ist jemand, der mich wenig angeht.“ Nun, ich glaube, hier irrt Herr Häusermann. Eines Tages wird er schon draufkommen, dass ihn Menschen wie Wilhelm Tell sehr viel angehen.

    Im zweiten Weltkrieg war ich amerikanischer Soldat und als solcher auch als Dolmetscher in Deutschland tätig. Dabei hatte ich Gelegenheit, einige Spitzennazis wie Göring, Streicher und Kaltenbrunner, die amerikanische Gefangene waren, aus nächster Nähe kennenzulernen. Alle erklärten sich für unschuldig, es wäre die Zeit gewesen und man hätte nicht anders handeln können, behaupteten sie. Und kürzlich wurde ich von einem Journalisten gefragt, ob ich diese Verbrecher, die so unverschämt viel Leid verursacht hatten, gehaßt hätte. Nein, antwortete ich, ich habe sie nicht gehaßt, es hat mich nur furchtbar vor ihnen geekelt. Seltsamerweise und ohne Vergleiche ziehen zu wollen, befällt mich ein ähnlicher Ekel, wenn ich an die meisten dieser heutigen Theatermacher denke. Haben sie Georg Elser vergessen, der seinen Attentatsversuch auf Hitler mit dem Leben bezahlte? Haben sie den 20. Juli und seine Folgen vergessen? Den 17. Juni? Das Ende von Mussolini oder Ceaucescu?

    Nicht nur das, ich glaube, sie haben auch die Zukunft vergessen, und das ist im Theater eine Todsünde. In seiner Rede meinte Rolf Hochhuth, nur ein Narr könne hoffen, daß die nächste Revolution nicht auch mit Attentaten verbunden sein würde.

    Kommentar von Campo-News — 5. Mai 2016 @ 15:15

  5. Georg Kreisler: Gedankensplitter!
    CAMPO de Criptana, Heft 2 - III Quartal 2004
    Dank an Tanja Krienen für den Text…

    Wir sind alle Wozzecks: Der hilflose Arzt, der den Tanz exekutierte, den er gelernt hat. Nun ja, die Technik ist besser geworden, jedes Jahr ein neues Modell. Der Rechtsanwalt, der schon alles gesehen hat, aber was er am besten kennt, ist die Schwäche, die er verstecken muss. Der Bühnen - und Filmstar, dessen Spielsucht seine Droge ist, der er immer wieder unterliegt, nach Träumen haschend, die nicht in Erfüllung gehe können. Ganz weit oben die Firma, Kafkas Schloß, man kennt die Bewohner, man liebt sie nicht und wird nicht wiedergeliebt, überhaupt Liebe!

    Ja, wir sind glücklich, weil wir unsere Lähmung anzuerkennen, unser täglich Blutverlust gib uns heute. Es ist angenehm, die anderen hinter sich zu lassen, während man einem anderen der anderen, womöglich einem Unbekannten, hinterher fährt. Der Doktor macht seine Experimente mit uns, der Hauptmann führt uns auf seinen Vulkan, und wer weiß schon, was die Frau denkt, die hilflose Ärztin, die besserwisserische Rechtsanwältin, die kreischende Schauspielerin oder die eigene Frau in ihrer Wut? Soll man sie heiraten? Will sie überhaupt? Warum will sie nicht? Warum will sie? Hackfleisch, wohin man schaut!

    Die Politiker bleiben unter sich. Die Gemeinheit, mit der sie Konzessionen machen, kennt man. Man sollte sie dem Erdboden gleich machen, in Trümmer legen, keine neuen nachwachsen lassen. Kies darüber! Klar, wenn man sie persönlich sieht, jubelt man ihnen zu, mitgerissen, mitverschissen. Denn es ist schön zu jubeln, es macht Hoffnung. Sonntagskinder analysieren dann die Resultate. Die Amerikaner sind Patrioten geblieben, das ist uns allen längst vergangen, wir wollen in Ruhe gelassen werden, hoffentlich ist die Altersrente sicher.

    Schröder, Bush, Rumsfeld, Chrirac, Goethe, Merkel, Joschka, Schumi, die Kinder, was macht man mit den Kindern? Wie bringt man es ihnen bei? Im Süden ist man klüger, da läßt man die Sonne scheinen. Pfingsten war ein Traumwetter, wir sind alle in den Park gegangen, sind glaubwürdig in der Sonne gelegen, haben vom Benzinpreis geschwiegen, wenn man nur ohne Auto auskommen könnte, haben wir gedacht. Die Wörter zerflossen, die Ohnmacht der Sprache breitete sich aus. Gibt es nichts, was man reparieren könnte? Das war Pfingsten.

    Aber es ist nicht alles hoffnungslos. Etwas regt sich. Es ist das Pulverfaß, das auf den Funken wartet. Die Kommunisten sind allerdings gestorben, vielleicht hätte man sie leben lassen sollen, vielleicht hätten sie einen Ausweg gewusst. Manche reden ja noch immer von der DDR, dass es dort besser war, aber wieso ist sie dann umgekippt? Wieso konnte man dort nichts kaufen? Wieso mußte man eine Mauer bauen? Alles Quatsch, es ist, wie es ist. Die DDR war Quatsch, gute Absichten vielleicht, aber miserable Auswirkungen. Anderseits, wer hat heutzutage schon gute Absichten? Wir zahlen die Miete, bis sie wieder erhöht wird, dann weiß ich nicht. Zum Übersiedeln haben wir keine Zeit.

    Das ist das Einundzwanzigste Jahrhundert im Westen, im Osten ist es anders, keine Ahnung wie anders. Die Israelis, die Araber, wer kann die einschätzen? Da kommt nichts Gutes, aber von uns kommt auch nichts Gutes. Trotzdem, eine gewisse Würde muß uns bleiben, wir sind so erzogen worden. Ja, es gibt kluge Leute, die das anders sehen, was haben wir davon! Wir haben die Demokratie, und wir führen im Großen und Ganzen ein gutes Leben. Harte Arbeit, aber Urlaub in der Karibik. Ungerechtigkeiten, aber das eigene Häuschen. Hypotheken, aber wir hungern nicht. Wir können uns einiges leisten, man fragt sich nur, warum man sich immer noch mehr leisten will. Wieso ist man zufrieden, aber unzufrieden? Vielleicht nur eine Laune, eine Überflüssigkeit, oder wir sind undankbar, das ist es, undankbar. An und für sich, ist alles in Ordnung. Europa war eine gute Idee, andere Ideen gab es ja nicht.

    Was ist die Lösung? Die Lösung ist unmöglich. Man müsste alles umkrempeln, Profit abschaffen, Geld abschaffen, alle umerziehen, das wertvolle Leben fördern, Musik, Sprache, Kunst, das alte Griechenland, obwohl es dort ja Sklaven gab, siehst du? Bei uns gibt es keine - oder doch? Jedenfalls, so eine Umwälzung schaffen wir nicht. Im Ostblock haben sie es geschafft, in ein paar Wochen war alles anders, ohne Menschenverluste, nicht wie im Irak. Aber im Westen sind die Hindernisse zu groß, Honecker war ein Zwerg, bei uns gibt´s ja nur Riesen, die Industrie, das Öl, der Tourismus, alles abschaffen, wie macht man das? Ausgeschlossen, vergiß es, es geht dir doch gut, und sterben müssen wir alle.
    Weiß das der König von Schweden?

    Kommentar von Campo-News — 5. Mai 2016 @ 15:16

  6. https://www.youtube.com/watch?v=4Vj7L4Wmbck

    https://www.achgut.com/artikel/ein_heimatlied_fuer_horst_seehofer

    „Die Demokratie ist in Gefahr in der westlichen Welt. Sie ist besonders in Gefahr in Österreich“, sagte der 44-Jährige. Er erinnerte an den österreichischen Komponisten und Dichter Georg Kreisler (1922-2011), der 2009 vor einer sich abzeichnenden Rückkehr des Faschismus gewarnt habe. „Er war klarsichtiger als wir anderen. Denn der Ernstfall ist eingetreten“, sagte Kehlmann. https://www.spiegel.de/politik/ausland/daniel-kehlmann-kritisiert-oesterreich-und-sebastian-kurz-demokratie-ist-in-gefahr-a-1267660.html

    Kommentar von Campo-News — 24. März 2017 @ 15:35

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