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1. August 2005

The Goofys

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 18:41

Whats happend with the other bastards? Ein TK-Text aus dem ersten CAMPO – nun endlich illustriert, aber wie immer: zeitlos aktuell.

Von Tanja Krienen

Zwei, die sich nicht suchten und nicht fanden, ja nicht einmal wissen, wie sehr sie mit einander korrespondieren, fischen in derselben trüben Brühe, streng darauf achtend, sich nicht die Füße nass zumachen – es gelingt ihnen jedoch nicht. Der eine, ein Asterix-Verschnitt, Peter Sloterdijk bedient Salonsitzer mit betulichem Touch, der andere, Mitglied der SED/PDS und des europäischen Parlamentes Andre Brie steuert die Straßenmeute mit Megaphon. Ihre Geschicklichkeit gut verbergend, bilden sie, „THE HOITYTOITYS OF THE HOI POLLOI“, ein Team des politischen Slapsticks. Sie können nicht anders und nichts anderes, sie sind eben:

The Goofys

Ach, wie viele Jahre verbrachte er, der Peter, dort oben in seinem Elfenbeinturm, nachdenkend und schreibend; Altes verwerfend und Neues belebend; eines Morgens aber, sehr früh war es und kalt, stand er auf, stapfte die unzähligen Stufen hinab, trat ins Freie, drehte sich ruckartig in alle Himmelsrichtungen und sprach dabei die Worte: „Werdet militant! Werdet militant!“

Oben, es war noch gar nicht so lange her, hatte er dem „Nichtsystematiker” Nietzsche in „Regeln für den Menschenpark”, die „Menschenzucht“ betreffend beigepflichtet und Verbesserung erhofft, „Wenn Nietzsche vom Übermenschen spricht, so denkt er ein Weltalter tief über die Gegenwart hinaus”, raunte er pathetisch in die Welt, doch dann fiel Peter Sloterdijk, wie weiland der mit leidende Philologie-Professor in Turin, der gedemütigten Kreatur allzu heftig um den Hals.

Zwar wussten wir nichts genaues, kannten die Ursache der vorgeblichen BSE-Katastrophe nicht, noch ihren wirklichen Umfang, doch der Philosoph freute sich ihres apokalyptischen Potentials, als wäre das Geschehen - wie auch das andere Mysterium, dem man den Namen AIDS gab, von nicht wenigen klammheimlich als Menetekel der zügellosen Enthemmung gefeiert – eine notwendige Katharsis auf dem Weg ins Glück, partiell insgeheim ebenso leidenschaftlich begrüßt, wie die wachsweiche Theorie, einer quasi göttlichen Abstrafung durch die begangene Pfuscherei ins Handwerk seiner „transzendenten himmlischen Hoheit“.

Sollten wir Nachsicht üben? Für Peter Sloterdijk besteht, darin ähnelt er seinem seligen geistigen Mentor Martin Heidegger, das Faktum KZ, als lediglich abstrakt-philosophischer Terminus, der, von ihm herab kodiert und verzerrt, zum Synonym für barbarische Zustände herhalten muss, ohne jedoch den schlüssigen Beweis der Begriffskompatibilität für Tierzuchtanstalten zu erbringen. Politisch-philosophisch werden so Dämme gebrochen, Berge eingeebnet, Seelen unrettbar ins Feuer gestoßen und Tierleid zur privat-öffentlichen Abarbeitung des „Ausschwitz-Komplexes” verbogen.

Fürwahr, - Tiere sind keine Reflexmaschinen; auch sind jene zu beunruhigen, welche die Zucht von Tieren ausschließlich unter dem technisch-ökonomischen Aspekt sehen, sich vielleicht gar auf Darwin berufen, aber seinen berühmten Satz nicht kennen: „Wohlwollen über die Schranken der Menschen hinaus, das heißt Menschlichkeit gegen die Tiere, scheint eines der am spätesten erworbenen sittlichen Güter zu sein”, beachtenswert, wie auch Pudelspezi Schopenhauers schroffe Schelte: „Mitleid mit Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.” Die Keule KZ, als Bezeichnung für Massentierhaltung herauszuholen, hieße aber, analog dazu, eine Gaspatrone, abgefeuert auf einen Angreifer, in den Stand eines Atombombenabwurfs zu erheben!

„Safranski macht den Kruden gehl“, könnten wir mit einem abgewandelten Uralt-Werbespot echoten, jedoch:

Wie aber kam es zur Umarmung des Tieres durch Friedrich Nietzsche? Zur gesteigerten psychischen Sensibilität, nehme man das Bromwasser, also eine gebräuchliche Chloralform dieser Jahre, des Dr. Carlo Turina aus Turin hinzu, rauche etwas Marihuana, versetze sich zudem in einen philosophisch – erlöserartigen Zustand und schon sieht man einen gequälten Droschkengaul, dem jedoch an diesem kalten Januarmorgen des Jahres 1889, nichts anderes wieder fuhr, als an anderen Arbeitstagen und höchstwahrscheinlich unter dem handgreiflichen Zunahetreten des Herrn mit dem altmodischen Anzug und den schluchzend hervorgebrachten, den Pferdeohren gar nicht eingängigen Geräuschen, einem größeren emotionalen Stress ausgesetzt war, als er es jemals wieder in seinem bescheidenen Nutztierleben ertragen musste.

Rough states = Israel/USA

Doch der „Herr der Blasen“, wie ihn Henryk M. Broder jüngst nannte, toppt jede vorläufige Lachnummer mit der nächsten. Die wahren Schurkenstaaten – die „rough states“ seien, - na wer wohl? – Israel und die USA! Seit dem 11. September 2001 habe sich die westliche Welt „in ein großes Labor autoplastischer Suggestion verwandelt, im dem das Modellieren mit pathetischem Material zu einer Massenbeschäftigung geworden ist“.

Wer so schreibt, braucht allerdings keine besonderen „Zustände“ mehr, er kauert schon in Ecken und badet nicht nur nackt in Pfützen.

Zudem lägen die Opferzahlen des 11. September so niedrig, höhnt Sloterdijk, dass man es „in der Unfallstatistik des Landes gar nicht wahrnehmen“ würde, denn „Zwei – oder dreitausend Tote innerhalb eines Tages liegen innerhalb der natürlichen Varianz.“ So wie die 1000 Tote täglich durch den Bombenkrieg in Deutschland? Nein, da würde er bestimmt widersprechen - das ist doch etwas ganz anderes. Das war „deutsches Leid“.

Unfriedlich sind allein die Amis, es sei Gerhard Schröder bei seinem Bemühen um Frieden zu unterstützen; die Resolution der so genannten Intellektuellen – allen Alemannen voran Günther Grass - unterschrieb auch er.

Nr. 2 sei ein Denker, nein, ein „Chefdenker“ gar, ein „Vordenker“, wie seine Genossen meinen, - dabei ist er doch nur einer, der verschämt seine Stasitätigkeit einräumen musste.

Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen und blicken in die Gegenwart, die sich am treffendsten in der Richtung briescher Mundwinkel zeigt. So rühmt er sich das Produkt des britischen Dokumentarfilmers Jamie Doran „Konvoi des Todes“ im europäischen Parlament protegiert zu haben. In diesem Film wird behauptet, unter der passiven Aufsicht von US-Soldaten wären mehrere tausend „Taliban-Kämpfer“ (welch eine ehrenwert-neutrale Bezeichnung) gefoltert und getötet worden.

Als das State Department sich den Hinweis erlaubte, von wem dieser Film gepuscht wird – nämlich eben von Brie und seiner Fraktion, der auch die „Heulboje aus Münster“ und offene Palästinenser-Sympathisantin Sylvia Yvonne Kaufmann, angehört – da freute sich der Herr Brie, denn der Tadel aus den USA ehre ihn geradezu und so verstieg er sich zu der ehrabschneidenden Behauptung, die USA nähmen sich „ohnehin von den Bindungen an internationales Recht aus“. Anahita Girishki schrieb zu den Vorwürfen: „Nein, überzeugen konnte uns der Film wirklich nicht. Jedenfalls nicht von einem Massaker unter US-Beteiligung.“ Es macht dem Herrn Brie aber gar nichts, wenn er einfach mal so ein paar Gerüchten streut, Zwietracht säht, unlautere „Beweise“ anführt – ach ja, da wären wir dann doch wieder in der Vergangenheit gelandet…

Der Rückwärtsdenker im feindlichen Land

Unübertrefflich ist der Brie, wenn er aus Israel berichtet. Dahin zieht es ihn immer wieder gerne, denn er leidet und leidet dann mit den Palästinensern und seine Mundwinkel werden dabei schlaffer und schlaffer. Sein Fazit ist aber immer dasselbe, sieht er doch nur „Rechtsbrüche VOR ALLEM DURCH ISRAEL“, die „unweigerlich auch den eigenen demokratischen Anspruch zerstört“ hätten, und so droht er „wird es keinen Ort geben für ein sicheres und menschliches Leben… für das militärisch übermächtige Israel.“

Brie fährt durch Israel und fabuliert –

„Es ist ein sonniger, auf mich sommerlich wirkender Nachmittag.“

Schön, sagen wir uns, warum soll er das nicht mal genießen, vielleicht hilft`s? Doch schon glauben wir unterschwellig Dräuendes zu vernehmen, die Idylle trügt –

„Das Meer ist bezaubernd schön, der Horizont weit entfernt, die Sonne grell, wie bei uns an seltenen Sommertagen. Unten schwimmen Menschen, spielen Fußball, sitzen im Cafe am Strand. Urlaubsatmosphäre.“

Also der ganz normale alltägliche Wahnsinn, wenn die Juden mal gerade kein Geld zählen oder Palis totschießen. Dass sie Fußball spielen können, registrierte unser Mann dann anscheinend doch überrascht und fährt fort –

„Es wird gelacht, gealbert, geliebt, gesegelt, gefaulenzt. Und Krieg geführt.“

Da war er – der Schlag in die Idylle. Nun ja, der Brie schreibt manchmal das, was man in der PDS „Satiren“ nennt. Doch hier glaubt man, er bastele an einer Tragödie –

„Beim Zutritt zum Hotel wurden unsere Taschen kontrolliert, Soldaten mit schussbereiten Maschinenpistolen.“

Die hält seine Partei auch rückblickend noch für eine „aus der Geschichte heraus verständliche Notwendigkeit“, für die Grenzsicherung der DDR, in Israel aber, wird – leider leider - nicht von „seiner“ Ex-Staatsgrenze gesprochen, obwohl ihm die Tränen in den Augen stehen:

„Nach dreistündiger Fahrt haben wir Dschenin erreicht. Vor dem Flüchtlingslager versperrt uns ein wahrer Militärstützpunkt die Weiterfahrt. Dutzende Panzer sind hier stationiert. Maschinengewehrnester, Wachtürme, viele Soldaten mit schussbereiten Waffen. Rechts von uns walzen drei, vier Panzer etwas platt, das wie ein Müllplatz aussieht und riecht.“

Da wird ja wohl sofort bei der UN protestieren müssen, umgehend, ob der israelischen Gräuel. „Zionistische Mörder-Soldaten walzen palästinensische Kulturerzeugnisse platt“, er liest die dicken Überschriften schon vor seinem trüben Auge:

„Gleich neben dem Geschütz liegt ein Plastestuhl.“


Diesmal ist kein Dada: Genau dada kommen sie her

Jetzt bekommt er heimische Gefühle, ganz wie zu Hause in der Datscha, und doch:

„Die Soldaten um uns blicken betont selbstbewusst“

Verschlagen sind sie, die Juden, so gespielt arrogant, glaube ich, könnte man wohl sagen:

„Gespielt arrogant, glaube ich. Sie scheinen sich lustig zu machen, diese Europäer, die noch immer solidarisch mit den Palästinensern sind.“

Tja, Brie wähnt sich von Feinden umgeben, missverstanden, argwöhnisch beobachtet, gehetzt, doch will er doch nur „Hin-eiiiiiin“ nach Dschenin:

„Doch dann geht nach Dschenin hinein. Nicht im Gefecht, sondern sieben Tage lang hat die israelische Armee dieses Wohngebiet zu Staub zermahlen. Mit Kämpfen hat das nichts zu tun. Hier wollte man offensichtlich demonstrieren: Hier kommt ihr nicht zurück, Palästinenser! Die israelische Armee hat hier jedes Maß der Verhältnismäßigkeit ignoriert.“

Von über 500 Toten auf palästinensischer Seite wurde bei dem „Massaker von Dschenin“ gesprochen. Die israelische Führung, die gleich richtig stellte, es seien zusammen nur etwa 50 Menschen zu Tode gekommen, sah sich wieder mit „Imperialismus“ und „Faschismus-vorwürfen“ überzogen. Einige Wochen später fasste der SPIEGEL zusammen:

„Im Frühsommer griffen israelische Truppen die palästinensische Stadt Dschenin an. Angeblich verübten sie dort ein Massaker. Die Uno kann das in ihrem Untersuchungsbericht nicht bestätigen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass bei den Kämpfen im April wie von palästinensischer Seite angegeben rund 500 Zivilisten getötet worden seien, erklärten UN-Diplomaten wenige Stunden vor der geplanten Veröffentlichung des Berichts am Donnerstagnachmittag. Beide Seiten werden darin für Gewalttaten gegen Zivilisten kritisiert. Den israelischen Streitkräften wird vorgeworfen, durch Ausgehverbote und Abriegelungen die Lieferung medizinischer und humanitärer Hilfen an die Palästinenser erschwert zu haben. Militante Palästinenser werden beschuldigt, ihre Kämpfer und Ausrüstung gezielt in Wohngebieten zu platzieren. Der Bericht wurde von Generalsekretär Kofi Annan im Auftrag der UN-Vollversammlung vorbereitet, nachdem Israel im April entgegen einer vorherigen Zusage eine Untersuchungs - Kommission der Vereinten Nationen abgelehnt hatte. Die israelische Regierung hatte die palästinensischen Berichte stets zurückgewiesen und erklärt, in Dschenin sei es lediglich zu regulären Kampfhandlungen mit etwa 50 Toten gekommen.“

Ob wir aus den vorliegenden Fakten folgern, das europäische Parlament wäre in die Hände von Dreiviertelverrückten geraten, lassen wir mal offen. Die PDS-Fraktion jedenfalls darin – angeführt von dem immer noch lebenden Fossil und Ex-SED-Chef des Bezirkes Dresden, Hans Modrow – bildet mit einigen anderen im Parlament eine obskure Vereinigung mit dem bizarren Namen „Vereinigte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke“ und macht, selbst wenn sie wollte, nicht mehr, als sie weiß: Nichts Gescheites! Das Schopenhauersche NICHTS, wäre dagegen wenigstens ein ETWAS.

Sehr viel Spaß beim Chat mit der PDS

Anfang Februar 2003 drang ich in den Chat des Internet Forums der PDS ein, um mit Andre Brie zu kommunizieren. Das ist nicht so ganz leicht für mich, haben mich meine Ex-Genossen doch dort gesperrt, weil ich als Gründungsmitglied der DEMOKRATISCHEN SOZIALISTEN im Westen 1982, Parteivorsitzende der PDS in Unna/Hamm und Landesparteiratsmitglied in Nordrhein-Westfalen (bis März 1999), so manche Übelkeit der Organisation öffentlich benannte.

Es ist inzwischen so, dass die Namen von Adolf Hitler, Michael Kühnen oder Christian Worch in den Foren zu lesen sind, mein Name aber nur durchgeixt dargestellt wird. Aber es gelang mir trotzdem in den Chat mit dem vorgestellten Europaabgeordneten Brie zu gelangen, und so fragte ich ihn, wann der Zeitpunkt des Übertritts zur NPD gekommen sei? Wann wird doch mal fragen dürfen, wenn einer sowas…nicht wahr?

Brie antworte: „Frau *******..“ das sah also schon mal heiter und typisch aus, doch es schämt sich dafür noch immer keiner im Karl-Liebknecht-Haus zu Berlin. Die Antwort, die er sich dann doch abrang, war keine, lehnte er doch eine Stellungsnahme mir gegenüber ab, denn schließlich habe er jüdische Vorfahren und die Frage sei somit überflüssig. Nun hat schon Karl Kraus über bestimmte Juden, die sich den Nazis andienten alles gesagt, doch nehmen wir mal an, dass Brie diese Ausführungen gar nicht kennt und wenn, er sie mit Leidenschaft verdrängt.

Brie lenkt ab, weist mit dem Zeigefinger auf andere, während drei auf ihn selbst gerichtet sind. Er beschwört dabei zur eigenen Entschuldigung Verhältnisse, die er jetzt wieder nicht verhindern will.

Sehen wir demnach die Goofys bei Licht, wird unweigerlich der Sehende und Fühlende, wie der dem Spektakel Ausgelieferte, an die Worte des von König Midas gefangenen Dämon erinnert: Das Allerbeste ist nicht geboren zu sein. Das Zweitbeste aber ist – bald zu sterben.


Ob Frau Hoernigk unter dem Tisch gegessen oder gegessen hat? Siehe auch den Teil auch dem verlinkten Beitrag, schwarz hervorgehoben: „Das Brechthaus auf den Spuren Stalins“ - Stalins Erben”

Quellen: Aus meinem Leben, Erich Honecker, Pergamon; Die Wilde 13, Michael Ende, Thienemann-Verlag; Show Freaks & Monsters, Scheugl/Adanos, Studio Dumont; Der Struwwelpeter, Hoffmann, Pestalozzi-Verlag

10 Kommentare »

  1. “Brie antworte: ‘Frau *..’ das sah also schon mal heiter und typisch aus, doch es schämt sich dafür noch immer keiner im Karl-Liebknecht-Haus zu Berlin. Die Antwort, die er sich dann doch abrang, war keine, lehnte er doch eine Stellungsnahme mir gegenüber ab, denn schließlich habe er jüdische Vorfahren und die Frage sei somit überflüssig. Nun hat schon Karl Kraus über bestimmte Juden, die sich den Nazis andienten alles gesagt, doch nehmen wir mal an, dass Brie diese Ausführungen gar nicht kennt und wenn, er sie mit Leidenschaft verdrängt.

    Brie lenkt ab, weist mit dem Zeigefinger auf andere, während drei auf ihn selbst gerichtet sind. Er beschwört dabei zur eigenen Entschuldigung Verhältnisse, die er jetzt wieder nicht verhindern will.”

    Daß der PDS-Politiker Brie sich an der Diffamierung des jüdischen Staates auch in Gestalt einer Inszenierung des den Israelis angedichteten “Massakers von Dschenin” beteiligte, erscheint im Hinblick auf den radikalen Antizionismus der SED-Fortsetzungspartei (sowie deren westdeutscher Klientel aus dem DKP-Spektrum) nicht als verwunderlich. Brie diskreditiert sich selbst.

    Kommentar von Digenis Akritas — 1. August 2005 @ 22:24

  2. Ein schöner Artikel, Tanja,

    nur den Castro konnte ich ins spießbürgerliche Dachdeckerdeppentum nicht so ganz einordnen… nur weil er wie Gaddhafi und Arafat auch ein “Macho” ist? Das reicht mir nicht.

    Trotzdem, gut gegeben, aber wo steckt heute eigentlich der Depp A. Brie? Und sein Bruder? Mampfen die jetzt auch KinderschokoladeoderwasauchimmerfürRiegel wie die ukrainischen Prügelbrüder?

    Vom Schubert hören (”Ihr Blümlein alle”) aufgeschreckt:

    hegelxx

    Kommentar von hegelxx — 2. August 2005 @ 14:22

  3. Hallo “Hegel” - wieder im Land? Schön.

    Der Brie sitzt im EU-Parlament. Dann fährt er ab und zu durch die Welt, z.B. in den Irak, und sagt anschließend seinem Leibblatt “Neues Deutschland”, wie in der vorletzten Woche geschehen: “Die USA haben eine Situation herbeigeführt, in der der blutigste Bürgerkrieg droht.” Richtig, die USA haben Kuwait überfallen, Kurden umgebracht, die irakische Bevölkerung unterjocht, Bomben auf Israel abgefeuert und palästinenische Selbstmordattentäter finanziert.

    Was Fidel C. angeht: Er ist ein mittlerer Depp und Diktator. Ich garantiere dir, dass du mit ihm in kaum einem Punkt einen gemeinsamen Nenner finden würdest.

    Grüße, TK

    Kommentar von Campo-News — 2. August 2005 @ 14:38

  4. Einverstanden, Tanja.

    Aber wer liest schon “Neuesdeutschland”? Würg!

    Und was Castro angeht, magst du recht haben. Das sagte ich bereits ansatzweise: Macho halt. So widerwärtig wie der Schleimbeutel Gaddhafi und der Totmacher Arafat ist er aber nicht. Übrigens: Was treibt eigentlich so unterschiedliche Leute wie Castro und Dylan zum katholisch-christlichen Papst? War man da im 19. Jhd. nicht schon einmal weiter in der Beurteilung von Religion?

    Nur so.

    Grüsse.

    Kommentar von hegelxx — 2. August 2005 @ 16:05

  5. Und überhaupt:

    Die “Schuhe von Imelda” kann man ja gar nicht richtig sehen, aber das dümmliche Kleidchen! Ist das stylish?

    Wahrscheinlich.

    ganz aside: Wieso sind eigentlich so viele Ostler nach dem Genuss der ersten Gurke in die USA gefahren? Um den “Klassenfeind” mal aus der Nähe zu sehen? Oder(!) weil man da noch mehr “Schnäppchen” kaufen kann?

    Rätsel über Rätsel…

    Kommentar von hegelxx — 2. August 2005 @ 18:56

  6. Sloterdijk und die “gescheiterten Figuren” von der AfD

    Sloterdijk war lange im Arschramm. Dort sah er wohl viele gescheiterte Figuren ohne Anführungszeichen mit weißem Flodderhemd und wenn der von außen zugeführte Stoff mal knapp wurde, halluzierte man eigene Worte. Er selbst hält sich für eine erfolgreiche Existenz, obwohl er, der erfolgreiche, strahlende Held, schon mit Mitte 60 so spricht, als würden seine Kiefer zehn Kaugummis im Mund gleichzeitig zermalmen, doch weil er optisch traditionell ins Pennerhafte tendiert, würde er unter anderen gescheiterten Existenzen auf der Bank im Park nebenan nicht weiter auffallen. Man muss halt sein Milieu zusammensuchen und die richtigen Leute treffen. „Dann wäre unser Bundespräsident ein kleiner Dorfpfarrer in Mecklenburg-Vorpommern und Angela Merkel Haushaltshilfe auf einem Pfarrhof“, behauptet er über andere, die ihre Aufstiegschancen wahrnahmen zufällig nicht zu unrecht, um gleichzeitig Merkel ob ihrer Pennäler-Politik zu schelten, doch gleichzeitig krakeelte er, ihm sei “schleierhaft, wie ausgerechnet die kläglichen Figuren an der Spitze der AfD ihren Landsleuten Unterricht in alt-abendländischem Stolz erteilen sollten. „In der Führung der Partei bemerkt man nicht wenige gescheiterte Figuren, die vor dem Gerichtsvollzieher in die Politik geflohen sind.“ Immerhin flüchteten sie nicht in den Arschramm

    Wer ist Sloterdijk, der über gescheiterte Figuren nicht aus dem besuchten Arschramm berichtet, sondern sie bei der AfD sehen will? 2003(!) schrieb ich über ihn in meinem Campo-Artikel “The Goofys” -

    Whats happend with the other bastards? Zwei, die sich nicht suchten und nicht fanden, ja nicht einmal wissen, wie sehr sie mit einander korrespondieren, fischen in derselben trüben Brühe, streng darauf achtend, sich nicht die Füße nass zumachen – es gelingt ihnen jedoch nicht. Der eine, ein Asterix-Verschnitt, Peter Sloterdijk bedient Salonsitzer mit betulichem Touch, der andere, Mitglied der SED/PDS und des europäischen Parlamentes Andre Brie steuert die Straßenmeute mit Megaphon. Ihre Geschicklichkeit gut verbergend, bilden sie, „THE HOITYTOITYS OF THE HOI POLLOI“, ein Team des politischen Slapsticks. Sie können nicht anders und nichts anderes, sie sind eben:

    The Goofys

    Ach, wie viele Jahre verbrachte er, der Peter, dort oben in seinem Elfenbeinturm, nachdenkend und schreibend; Altes verwerfend und Neues belebend; eines Morgens aber, sehr früh war es und kalt, stand er auf, stapfte die unzähligen Stufen hinab, trat ins Freie, drehte sich ruckartig in alle Himmelsrichtungen und sprach dabei die Worte: „Werdet militant! Werdet militant!“

    Oben, es war noch gar nicht so lange her, hatte er dem „Nichtsystematiker” Nietzsche in „Regeln für den Menschenpark”, die „Menschenzucht“ betreffend beigepflichtet und Verbesserung erhofft, „Wenn Nietzsche vom Übermenschen spricht, so denkt er ein Weltalter tief über die Gegenwart hinaus”, raunte er pathetisch in die Welt, doch dann fiel Peter Sloterdijk, wie weiland der mit leidende Philologie-Professor in Turin, der gedemütigten Kreatur allzu heftig um den Hals.

    Zwar wussten wir nichts genaues, kannten die Ursache der vorgeblichen BSE-Katastrophe nicht, noch ihren wirklichen Umfang, doch der Philosoph freute sich ihres apokalyptischen Potentials, als wäre das Geschehen - wie auch das andere Mysterium, dem man den Namen AIDS gab, von nicht wenigen klammheimlich als Menetekel der zügellosen Enthemmung gefeiert – eine notwendige Katharsis auf dem Weg ins Glück, partiell insgeheim ebenso leidenschaftlich begrüßt, wie die wachsweiche Theorie, einer quasi göttlichen Abstrafung durch die begangene Pfuscherei ins Handwerk seiner „transzendenten himmlischen Hoheit“.

    Sollten wir Nachsicht üben? Für Peter Sloterdijk besteht, darin ähnelt er seinem seligen geistigen Mentor Martin Heidegger, das Faktum KZ, als lediglich abstrakt-philosophischer Terminus, der, von ihm herab kodiert und verzerrt, zum Synonym für barbarische Zustände herhalten muss, ohne jedoch den schlüssigen Beweis der Begriffskompatibilität für Tierzuchtanstalten zu erbringen. Politisch-philosophisch werden so Dämme gebrochen, Berge eingeebnet, Seelen unrettbar ins Feuer gestoßen und Tierleid zur privat-öffentlichen Abarbeitung des „Ausschwitz-Komplexes” verbogen.

    Fürwahr, - Tiere sind keine Reflexmaschinen; auch sind jene zu beunruhigen, welche die Zucht von Tieren ausschließlich unter dem technisch-ökonomischen Aspekt sehen, sich vielleicht gar auf Darwin berufen, aber seinen berühmten Satz nicht kennen: „Wohlwollen über die Schranken der Menschen hinaus, das heißt Menschlichkeit gegen die Tiere, scheint eines der am spätesten erworbenen sittlichen Güter zu sein”, beachtenswert, wie auch Pudelspezi Schopenhauers schroffe Schelte: „Mitleid mit Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.” Die Keule KZ, als Bezeichnung für Massentierhaltung herauszuholen, hieße aber, analog dazu, eine Gaspatrone, abgefeuert auf einen Angreifer, in den Stand eines Atombombenabwurfs zu erheben!

    „Safranski macht den Kruden gehl“, könnten wir mit einem abgewandelten Uralt-Werbespot echoten, jedoch:

    Rough states = Israel/USA

    Doch der „Herr der Blasen“, wie ihn Henryk M. Broder jüngst nannte, toppt jede vorläufige Lachnummer mit der nächsten. Die wahren Schurkenstaaten – die „rough states“ seien, - na wer wohl? – Israel und die USA! Seit dem 11. September 2001 habe sich die westliche Welt „in ein großes Labor autoplastischer Suggestion verwandelt, im dem das Modellieren mit pathetischem Material zu einer Massenbeschäftigung geworden ist“.

    Wer so schreibt, braucht allerdings keine besonderen „Zustände“ mehr, er kauert schon in Ecken und badet nicht nur nackt in Pfützen.

    Zudem lägen die Opferzahlen des 11. September so niedrig, höhnt Sloterdijk, dass man es „in der Unfallstatistik des Landes gar nicht wahrnehmen“ würde, denn „Zwei – oder dreitausend Tote innerhalb eines Tages liegen innerhalb der natürlichen Varianz.“ So wie die 1000 Tote täglich durch den Bombenkrieg in Deutschland? Nein, da würde er bestimmt widersprechen - das ist doch etwas ganz anderes. Das war „deutsches Leid“.

    Unfriedlich sind allein die Amis, es sei Gerhard Schröder bei seinem Bemühen um Frieden zu unterstützen; die Resolution der so genannten Intellektuellen – allen Alemannen voran Günther Grass - unterschrieb auch er. http://www.campodecriptana.de/blog/2005/08/01/264.html#comment-301830

    Kommentar von Campo-News — 18. April 2016 @ 14:01

  7. Völkerkundliches: Gleich zu Beginn der Debatte zitiert Gottschalk, was er bei Peter Sloterdijk gelesen haben will: Die Amerikaner seien “ein rätselhaftes Kindvolk”. Was der einzige Amerikaner in der Runde lässig wegsteckt, um noch einen draufzusetzen: “Wir sind aus europäischer Sicht komische Tiere.” Später lüftet Lafontaine noch die Mottenkiste des klassischen Antiamerikanismus’, raunt von der Macht der “Wall Street” und warnt, wie seinerzeit Eisenhower, vor dem “militärisch-industriellen Komplex”. Stelzenmüller rollt nicht nur mit den Augen, sondern verbittet sich herablassendes und verschwörungstheoretisches Gefasel. http://www.spiegel.de/kultur/tv/anne-will-zu-donald-trump-der-typ-ist-eine-gefahr-a-1113889.html

    Kommentar von Campo-News — 26. September 2016 @ 05:47

  8. http://www.krone.at/welt/uno-macht-just-saudis-zu-waechtern-der-frauenrechte-empoerende-wahl-story-566171

    Kommentar von Campo-News — 25. April 2017 @ 10:58

  9. Homöopathie, Erbauung und Erquickung sind Stichworte für die intellektuelle Statur Jongens. Er bescheinigt seinem Lehrer darin einen „Seminar- und Vortragsstil“ mit „Merkmalen dessen, was in Indien ‚Satsang‘ genannt wird: Zusammenkunft von Wahrheitssuchern bei einem spirituellen Meister.“ Den „sphärenbildenden Zauber“ der „Sloterdijk-Essenz“ Jongens bildet die „Synthese aus Aufklärung und Spiritualität (aus Ost und West)“, wobei die Aufklärung verstanden wird „als Klärwerk der verdüsterten, verzweifelten, miserabilistischen Bewusstseinssuppe, zu der der spätmoderne Geist […] heruntergekommen […] ist“.

    Durch „Sloterdijk-Essenz“ gestärkt, versetzte sich Jongen in „die besinnliche Ekstase unseres Ausgesetztseins ins Offene, […] Größere, Weitere, Geräumigere – aber auch ins Kältere, Äußerliche, Ungeheure.“ Den Seriösen unter den 40 Beiträgern der Sloterdijk-Festschrift sollte man Nachfragen zu ihrer Peinlichkeitsschwelle beim Mitmachen nicht ersparen. http://www.taz.de/!5303601/

    Kommentar von Campo-News — 25. April 2017 @ 14:26

  10. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/42372/Man-denkt-an-mich-also-bin-ich

    https://www.nzz.ch/feuilleton/bloss-nicht-wahnsinnig-werden-ld.1425466

    Kommentar von Campo-News — 13. Juli 2017 @ 11:34

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