Terror
Von Tanja Krienen
Die binnen zwei Wochen erfolgten Terrorakte in London und Ägypten mit insgesamt etwa 150 Toten, machten wieder einmal deutlich, wie die Sache steht, die schon vor Jahren begann – im Grunde vor dem 11. September 2001. Israel befindet sich mit dem Tage seiner Gründung im Kampf gegen ein ähnliches Milieu und seit rund fünf Jahren in einem Dauerzustand der Gefahr, der erst in jüngster Zeit auf Grund eigener Sicherheitsmaßnahmen, mehr noch, wegen des lang ersehnten Ablebens des Terroristenführers Arafat ein wenig Milderung erfuhr.
Exemplarisch lässt sich jedoch am Beispiel Israels die gesamte Denk,- Moral, - und Argumentationsschwäche gleichermaßen des rechts- und linksradikalen, aber auch anderer freiheitsfeindlicher, nicht zuletzt des pazifistischen Spektrums erkennen, wobei sich der bessere Teil (ein verschwindend geringer) der Linken zumindest zugute halten kann, über Publikationen wie die „Bahamas“ oder „Konkret“ zu verfügen, die viele Artikel auf hohem Niveau präsentierten.
Die Genese des Israel-Konflikts zeigt in aller Deutlichkeit wie grotesk argumentiert wurde, weshalb ich meinen Standardartikel aus dem Jahre 2003 dazu noch einmal einstellen möchte – und seine Reaktion im Organ der alten und neuen SED.
Worum ging es ursächlich? Nun, das ND hatte die seltsame Frage gestellt „Wie soll sich die Linke zum Nahost-Konflikt verhalten?“ und dies hat natürlich spezielle Gründe, wusste die Linke doch stets genau, dass ihr Platz immer an der Seite der judenfeindlichen Kräfte sein musste, nicht zuletzt, weil sie sich so, wie sich die Honigbienen auf Süßes stürzen, von dort angezogenen werden, wo Revolutionsromantik das Maschinengewehr neben der Latrine platziert. Die Debatte ist ganz unten im Original eingestellt (TK: Zu keinem Zeitpunkt befehligte ich Truppenteile der israelischen Armee.”
Israel braucht unsere Hilfe ! oder
Gnade uns Gott, würde Israel zerschlagen
Ja, in der Tat: In Israel geht es manchmal alttestamentarisch zu!
Das versteht nicht jeder, der durch den gutmenschenpädagogischen Dauerbeschuss jederzeit bereit ist, der Gewalt Liebe entgegenzusetzen und damit notwendige Handlungen dem allzeit guten Gewissen unterzuordnen. Soweit ist es ein psychologisches Problem.
Die Situation aber brach nicht im tiefsten Dunkel, kurz vor dem Morgengrauen, wie ein plötzlich Unglück über Schlafende herein, sondern, - für alle die sehen wollten, warf das Ereignis in grelles Licht gesetzt, bedrohliche Schatten voraus.
Ernüchtert über die nicht erfolgte Konstituierung des eigenen Staates, den man nach einem hohen Pokerspiel wieder nicht realisieren konnte, brauchte es für die radikalen Palästinenser, nur einen willkommenen Anlass, um medienwirksam in die Opferrolle schlüpfen zu können. Nach dem Scharon – Besuch auf dem Tempelberg, schien diese günstige Gelegenheit gegeben. Doch die „spontanen Ausbrüche“ wirkten von Beginn an arg kalkuliert und organisiert, kamen auch keineswegs überraschend, standen sie doch, nach einem offenen Zeitplan, auf der Tagesordnung.
Unvergessen ist die Einführung der internationalen Medienkampagne mit dem fahrlässig verschuldeten Tod eines palästinensischen Jungen, der ohne Grund – es sei denn aus seines Vaters Willen – in einem umkämpften Gebiet unter Dauerbeschuss geriet, doch nach menschlichem Ermessen von den Kugeln der „eigenen Leute“ getroffen wurde. Ein zur Propaganda missbrauchtes totes Kind, war der Auftakt zur II. Intifada, - Sensationsmedien, die diese tränenreich inszenierte Story maßgeblich und ungeprüft puschten, wurden so zum Mittäter.
Die Barak - Regierung nahm in dieser Phase viel zu lange eine verhängnisvolle Defensivhaltung ein. Israels Friedenspolitische „Vorleistung“, die Abwahl „Bibi“ Netanjahus, der anschließende Rückzug aus dem Südlibanon, größtmöglichste Kompromissbereitschaft Baraks in Camp David, - all dies bewirkten nur eine Stärkung jener extremistischen palästinensischen Kräfte, die unverhohlen noch immer alle Juden am liebsten wieder ins Meer zurück treiben möchten. Zunehmend setzte die Hamas und andere auf die aggressive Karte. Ganz nach der psychologischen Weisheit, dass eine erfolgreiche Aggression aggressionsfördernd und verstärkend wirkt, haben die gemäßigten palästinensischen Kräfte, auf die inzwischen von Fundamentalisten zunehmend dominierte Kampftruppe an vorderster Front, nur noch einen geringen Einfluss.
Die linke Lebenslüge, die PLO unter ihrem großen Führer Arafat hätte - partiell jedenfalls – immer noch eine sozialistische Option in petto und wäre Bestandteil eines imaginären „antiimperialistischen Weltgewissens“, ist nur den alten, jugendbewegten Idealen geschuldet, die sich doch nur als Marihuana geschwängerte Trugbilder entpuppten.
Warum aber nur, verschanzt sich das ach so stolze palästinensische Volk hinter einer Kinder – und Jugendfront, deren Mitglieder bereitwillig zum Märtyrer ausgebildet wurden und erst nach ihren indoktrinierten Vorstellungen, durch den Tod ihre fanatisierte, ideologisch und religiös motivierte und sie veredelnde Unsterblichkeit erreichen? All das entspringt einer radikalen, pervertierten islamischen Anschauung, die über Alltagsfrömmigkeit grundlegend hinausgeht und nicht einmal in der arabischen Welt auf ungeteilten Beifall hoffen darf.
Die Führer der Hamas und weitere Radikale, stehen Organisation vor, die mit der ihnen gebotenen Feigheit, auch jüngst wieder Entführungen und Selbstmordattentate als bewundernswerte Tat feierten. Es wäre ein fataler Fehler, wollte man Israels Bestrebungen die Präsenz dieser Hordenführer und ihrer Handlanger zu entschärfen, mit dem Terror derselben gleichsetzen.
Der israelische Staat repräsentiert die einzige wirkliche Demokratie im arabischen Raum; er ist der stabilisierende Faktor in einer Region, die noch immer mehrheitlich von irrationalen fanatischen Stammes - und Clanführern bestimmt wird. Die ordnungspolitische Macht Israel, auf die sich der Westen immer verlassen konnte - und sie sich auf ihn - braucht in diesen schweren Zeiten unsere bedingungslose Unterstützung!
Gnade uns Gott, wenn Israel zerschlagen würde.
Rache, Vergeltung und Strafe gehören jedoch zur Menschheit wie Gewalt und Ungleichheit. Diese „Naturgesetze“ wurden noch nicht durchbrochen, hat es doch zudem „die Natur“ so eingerichtet, dass der “Verlierer“ sein Revier geschlagen räumt und der „Sieger“ triumphierend das Feld beherrscht. Schweigen, Demut, Sich-Wegdrehen und den Nacken zeigen, lösen reflexartig Effekte aus, die zum Nachsetzen animieren. Der Angegriffene scheint also dazu gezwungen, dem Aggressiven, die Stirn zu bieten – möglichst intelligent und erfolgreich.
Despoten und Verbrecher gegen die Menschlichkeit sind nirgendwo freiwillig gegangen, haben nicht ohne Gegenwehr den Rückzug angetreten – analog dazu, findet sich nirgendwo ein Beispiel dafür, dass Bürgerrechte und zivilisatorische Errungenschaften durch die Hinnahme von Gewalt und Willkür erreicht werden konnten, im Gegenteil, nur aktive Bekämpfung des Übels, in welcher Gestalt auch immer, erbrachte uns zumindest einen besseren gesetzlichen Rahmen, der ja die Grundlage des gerechteren Miteinanders darstellt.
Würden die Prinzipien der Wehrlosigkeit weiter gefördert und damit der Instinkt der Selbsterhaltung, der vom Willen der eigenen Verteidigung lebt, untergraben, - liefen wir nicht Gefahr, negative Zivilisationsgebrechen zu vertiefen?
Israel hat ein angewandtes Prinzip als historische Erfahrung auf seiner Seite, dass nämlich sehr wohl ein Frieden herbei gebombt werden kann: Nach dem Sieg der Alliierten und der Sowjetunion über den Nationalsozialismus, war dieser als Phänomen erledigt und überdies endgültig diskreditiert!
Doch Israel hat die Weichen längst bei der Wahl Anfang 2003 gestellt. Die säkulare Shinui-Partei mit ihrem Vorsitzender Tommi Lapid – des letzten Holocaust-Überlebenden im israelischen Parlament – verstärkt nun den liberal-weltlichen Teil der Gesellschaft, der im positivsten Sinne für die Rechte des aktiven und kämpferischen Bürgers eintritt.
Dies schützte ihn in Deutschland nicht vor Diffamierungen als „Rechter“, herausposaunt von Leuten, die sonst gewöhnlich für die Nichtbekämpfung von Killern eintreten und dabei mit jenen Hand in Hand demonstrieren, von denen man nicht weiß, ob sie diese zum strammen Gruß mit ausgestrecktem Arm öffnen, oder als geballt erhobene Faust schließen werden.
Tanja Krienen
“Die aufs Vergessen spekulierende Ideologin” Tanja Krienen, hält Ausschau nach armen palästinensischen Rollstuhlfahrern (in der Phantasie palästinenserfreundlicher “Pazifisten”).
Halten wir fest, daß Israels Sicherheitspolitik NICHT auf Rache und Vergeltung ausgerichtet ist, sondern auf die Verteidigung einer demokratischen Zivilgesellschaft, die vermeintliche “Naturgesetze” wie die der Gewalt und der Ungleichheit NICHT als “ehern” anerkennt. Die gezielte Tötung führender terroristischer Kader des arabisch-palästinensischen Nationalismus dokumentiert eine Verteidigungsstrategie, die - zum Unterschied etwa von Flächenbombardements - keineswegs auf die Verbreitung von Schrecken unter unbeteiligter Zivilbevölkerung zielt, sondern auf die militärische Ausschaltung des Aggressors, der seinerseits keinerlei Rücksichten auf Zivilisten (ob fremde oder “eigene”) zu nehmen bereit ist.
Kommentar von Digenis Akritas — 23. Juli 2005 @ 18:30
Wird Zeit, dass Du Dich bei den “Christlichen Kämpfern zur Befreiung der Westlichen Welt” meldest. Vielleicht habense da für ne Atheistin wie Dich n Job als Putze.
Kommentar von harry — 23. Juli 2005 @ 18:46
Warum sollte ich eine “christliche Kämpferin” werden, wenn ich doch Atheistin bin? Wieso gar eine “Putze”? Hast du etwas gegen Putzfrauen? Machst du alle aus den arbeitenden Schichten stammenden Menschen mit so einer verbalen Verballhornung lächerlich? Nein, ich schreibe, mehr nicht - und das in der Tat für die Verteidigung der Werte der westlichen Welt. Mit Brecht, sage ich dir, obwohl du eigentlich nichts verdientest als Missachtung:
Die Straßen führten in den Sumpf zu meiner Zeit
Die Sprache verriet mich dem Schlächter.
Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
Saßen ohne mich sicherer, das hoffe ich
Die Kräfte waren gering
Das Ziel lag in großer Ferne
Es war deutlich sichtbar
Wenn auch für mich schwer zu erreichen
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.
In der dritten Strophe des Gedichtes “An die Nachgeborenen” heißt es zuletzt
Dabei wissen wir doch:
Auch der Haß gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge
Auch der Zorn über das Unrecht macht die Stimme heiser.
Ach wir, die wir, den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.
DA- Falsch, es ist hier nicht von der billigen Rache, oder der Blutrache oder sonstwas die Rede, aber davon, dass man die Wiederherstellung des Rechts, nicht allein mit Vergebung und Versöhnung erreicht, sondern zuvorderst durch Taten und Taktik. Pazifisten oder jene, die Israel der Wehrlosigkeit aus Kalkül opfern wollen, reagierten und reagieren ja stets heftig, wenn sich der Staat wehrt - egal ob durch die Tötung von Tätern, oder durch militärische Maßnahmen.
TK
Kommentar von Campo-News — 24. Juli 2005 @ 08:47
“Pazifisten oder jene, die Israel der Wehrlosigkeit aus Kalkül opfern wollen, reagierten und reagieren ja stets heftig, wenn sich der Staat wehrt – egal ob durch die Tötung von Tätern, oder durch militärische Maßnahmen. ”
Die “chirurgische” Ausschaltung terroristischer Kader, die Leben und körperliche Unversehrtheit israelischer Bürger negieren, durch israelische Sicherheitskräfte ist keine “Vergeltung”, sondern Notwehr. Punkt.
Kommentar von Digenis Akritas — 27. Juli 2005 @ 21:53
Das kann man so oder so interpretieren und mir ist es prinzipiell egal - Hauptsache die Verbrecher werden ausgeschaltet, doch neige ich eher dazu, Notwehr nur in einer direkten Konfrontation zu sehen. Diese Vorgänge jedoch sind zum einen Präventivschläge, aber auch Vergeltung für begangene Morde. Wo ist das Problem?
TK
Kommentar von Campo-News — 28. Juli 2005 @ 10:01
“Das kann man so oder so interpretieren und mir ist es prinzipiell egal – Hauptsache die Verbrecher werden ausgeschaltet, doch neige ich eher dazu, Notwehr nur in einer direkten Konfrontation zu sehen. Diese Vorgänge jedoch sind zum einen Präventivschläge, aber auch Vergeltung für begangene Morde. Wo ist das Problem?”
Die Pseudo-Pazifisten von ATTAC und den rot-grünen Angriffskriegsparteien legen Israel im Zusammenhang mit der gezielten Tötung IN FREIHEIT BEFINDLICHER terroristischer Massenmörder “illegales” Handeln zur Last. Als Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft nehme ich die jüdische Republik vor dieser Falschbehauptung in Schutz. Da Israel gegenüber islamistischen Kriegstreibern wie Scheich Yassin völlig LEGAL handelt, erscheint es als unsinnig, ausgerechnet diese israelischen Verteidigungsmaßnahmen als Vehikel einer Debatte über die prinzipielle Legitimität - völkerrechtlich betrachtet - wenigstens problematischer Präventivkriege oder gar von Vergeltung im Rahmen eines “Krieges gegen den Terrorismus” zu gebrauchen. Bekanntlich richtete sich beispielsweise die Tötung Scheich Jassins nicht gegen eine Person, die künftiger Terrorakte “verdächtigt” wurde, sondern gegen einen aktuell praktizierenden terroristischen Kader. In diesem Fall von einem “Präventivschlag” zu sprechen, ist völlig abwegig.
Wenn mir fälschlicherweise vorgeworfen wird, ich hätte irgend jemanden geohrfeigt, so würde ich mich gewiß für “Verteidiger” bedanken, die diesen Vorwurf gegen mich unbesehen übernehmen, um mich dahingehend in Schutz zu nehmen, daß es mit dem Geohrfeigten nicht den Falschen getroffen habe …
Kommentar von Digenis Akritas — 28. Juli 2005 @ 10:29