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8. März 2009

Der grüne Clown

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 10:24

Der grüne Clown tastet hastend nach der Schachtel, die er stets griffbereit in der weiten Manteltasche mit der flachen „Stilles Wasser“-Flasche mit sich führt und zitternd zutage fördert, falls die Synapsen unbefriedigter Gegenden wieder allzu mucken. Wie ein Mucker fühlt er sich nicht. Er, der grüne Clown.

Den Rauch reibt er ungezwungen in die Lungen, aaahhh wie das reibt und treibt. Was schere ich mich um mich? Die Umwelt ist´s, die mich sorgt. Die ist geborgt, sagt er jedem, der es nicht hören will. Doch weil er stören will, hält er dieser Widerspruch aus, wie er jedem, der ihn darauf anspricht, hart aber unfair phrasiert ins Gesicht drischt: ihm, dem grünen Clown.

Das Heizkraftwerk umgeht er jeden Tag fünf Mal. Wenn dort der Rauch auch nur ein klitzekleines dunkles Wölkchen pifft und pafft, macht er mit dem Heimatschutz für Volk und Umwelt Rabatz. Hier wird nur privat geraucht! Der Feinstaub in der Luft ist schließlich nichts gegen den Grobstaub in meinen Lungen, sagt er, der grüne Clown.

Haschrebbellenhaft ignoriert er Kämme und Abrasierer, die schon Mutter für ihn überflüssigerweise parat hielt. Friedfertigkeit im Blick, steht er traditionell mit manchen bürgerlichen Traditionen auf dem Kriegfuß. Lasst doch der Jugend ihrer Spaß, denkt er und an sich, denn: ist er auch infantil, weiß er doch was er will. Hasch ist doch nichts, was man bestrafen soll, meint er und inhalliert seine Filterlosen: Er, der grüne Clown.

Manchmal fährt er auch im Zug. Nicht privat, sondern nur dann, wenn ein Aktiönchen symbolhaft „für die Umwelt“ in Szene zu setzen ist. Ja, für die Umwelt ist er. „Wenn die umfällt – oh frau!“. Modern ist er auch. Leicht könnte er auf nichts verzichten. Deshalb verzichtet er auch auf nichts. Da hält er Wort! Gentechnisch Verändertes kommt ihm auch nicht ins Haus! Da will er lieber Trisomie 21 pur! Er, der grüne Clown!

Neulich ist er ganz bös geworden, richtig unfriedlich. Nein, nicht wegen des Nachbarjungen, der sich Geld verdient, in dem er des Clowns Briefkasten mit Werbung vollstopft, sondern, weil er einen Grabstein entdeckte, den kindische Inder und indische Kinder herstellten. Da sind gleich alle Grünen bös geworden! Wo kommen wir dahin, wenn die globale Arbeitsteilung zur Verbilligung von Grabsteinen führt!?! Haben ihn jemals die Preise für Lebensmittel interessiert?  Ihn, den grünen Clown?

Für die freie Meinung ist er sehr. Vor allem für seine eigene. Sonst aber ist ihm die Meinung anderer ein Gräuel. Etwas, das man nicht mal in den Mund nimmt. Und wie soll sie es auch schon aushalten, bei einer qualmenden Zigarette dort? Das weiß er genau, er, der grüne Clown. Und wir singen mit Ludwig Hirsch:

Und es soll wissen jedes Kind,

dass da meist böse Menschen sind

unter den Clowns dieser Welt

1 Kommentar »

  1. So ist es, die WELT: “Es wäre schon viel gewonnen, wenn diejenigen, die ökologisch denken, auch konsequent ökologisch handeln würden, sagte Flasbarth vor allem auch mit Blick auf die Wählerklientel der Grünen. In diesem Widerspruch zwischen „Bewusstsein und Sein“ sieht er eine große Herausforderung für die Öko-Partei. Umweltengagierte Grüne verfügten oft über hohe Einkommen, um entsprechend viel zu konsumieren und zum Beispiel klimaschädlich Fernreisen mit dem Flugzeug zu unternehmen. Eher einkommensschwache Schichten dagegen würden weniger reisen und Auto fahren und häufiger zu Hause mit regionalen Produkten kochen und insgesamt bescheidener leben, wodurch sie auch einen kleineren ökologischen Fußabdruck hinterließen.”

    Kommentar von Campo-News — 16. Dezember 2010 @ 14:55

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