Campo de Criptana




8. Dezember 2007

Licht aus – Spott an! Und: „Von Göring lernen, heißt schießen lernen“, dachte sich Frau Künast

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 12:15

Von Tanja Krienen


Heute nun, soll es geschehen. Der Teil Deutschlands, der so grün hinter den roten Ohren ist, dass er eines Tages durch seine Energiepolitik noch blau gefroren da stehen wird, beruhigt sein Gewissen, in dem es sein Unwissen hysterisch hyperventiliert.


Um 20.00 Uhr MEZ, sollen deshalb alle guten Menschen (Nietzsche: „Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.“) ihre stets bereitgestellten Computer, „Musik“anlagen, TV-Glotzer und sonstigen Zerstreuungsapparaturen zum Zwecke der Überwindung innerer Leere, für 5 Minuten abschalten. Sie wollen ein Zeichen setzen. Für was? Wieso? Wozu? Wo gegen? Nun, gegen das, was sie selbst im Regelfall nicht von anderen unterscheidet, nur: sie möchten sich moralisch über jene erheben, obwohl gerade sie es sind, welche die partiell fragwürdige Ökonomisierung des Lebens vorantreiben.


Sie, die Atomkraftwerke SOFORT abschalten möchten, weniger Pestizide durch genveränderte Lebensmittel ablehnen, Babys bis kurz vor Geburt liquidieren, sich selbst meist durch Qualm schädigen, in der Regel unrasiert, überdurchschnittlich gewichtig (Gabriel, Höhn, Roth, Bütikofer, Merkel, Gore – allesamt fleischfressende Pflanzen – plus Fußvolk) unzuverlässig, oft altmotorisiert, aber mit neuem „Handy“ auftreten – sie möchten durch Stromausfälle die Menschen verunsichern. Das werden sie tun, nichts zuletzt, weil die Schäden und Schadstoffausstöße durch die Verwirrung bei den Stromversorgern mehr anrichten als ausrichten wird. Dass die Städte oder staatlichen Administratoren bei dem Spiel mitmachen, zeigt, dass der Verstand, der hier gleichzusetzen mit der Vernunft ist, längst verloren hat.


Oder doch nicht? Es sei empfohlen: Um 20.00 Uhr, wenn das Licht bei denen, die im Oberstübchen schwer flackern, ganz ausgeht, so schalten WIR das Licht ein! Spot an! Wammmm! Jedes Licht zwischen 20.00 Uhr und 20.05 ist ein Lichtlein der Vernunft! Holt die dicken Lampen aus dem Keller! Macht alle Heizgeräte an (auch Omas Heizdeckchen ist gefragt) – schaltet ein, bevor sie euch ausschalten!


Und zum Zweiten: Erschüttert sehe ich heute morgen in „Planet Wissen“ einen Bericht über den aktuellen Stand des Waldes, besonders seiner Hirsche. Alles, was ich einst schrieb (Anfang 2003 im ersten CAMPO), bewahrheitete sich, nur – gottlob – wurde die Verschärfung des Jagdgesetzes (eigentlich eine Liberalisierung) nicht umgesetzt. Doch die Situation für Hirsche ist ähnlich schlimm geblieben.


Hirsche werden als Übeltäter gesehen, weil sie vor allem während der Brunftzeit Bäume anbeißen. Warum tun sie es? Die Begründung ist einleuchtender als die Abschaltung der Leuchtquellen (hat ja auch seiner innere Logik). Die Tiere nämlich, sind scheu geworden und weichen aus den äußeren Rändern des Waldes (wo sie sonst zu Hause sind), in die Tiefe aus, weil sie fast ständig abgeschossen werden können. Jagdzeit ist Normalzeit. Anstatt aber die Abschusszeiten zu reduzieren, was dennoch zur notwendigen Hege reichen könnte, befinden sich die Tiere unter einem permanenten Stress und fühlen sich in Todesangst. Sie trauen den Menschen nicht mehr, scheuen jeden Wanderer und ziehen sich zurück.


An diesem Beispiel können wir wieder gut sehen, wie das nach außen wirkende Bild der Grünen mit dem tatsächlichen gemein hat: nichts! Wie beim Tierschutz, geht es auch in ihrer Familienpolitik zu, die der „Familie“ den „lesbischen und schwulen Sex“ (oder gleich der Triebbefriedigung durch Sachen und Gebäude) und zur Überwindung des demoskopischen Problems, die Abtreibung als Lösung empfiehlt. Deshalb sei noch einmal an meinen beinahe fünf Jahre alten Artikel erinnert, der bereits den
ÖKO-WAHN benennt.


Bewegt sich dort etwas am Waldesrand?

Der Ahnherr sieht nicht mehr recht.
Das kriegt kurzerhand
Eins übergebrannt,
Denn schießen kann er nicht schlecht.
Ja ganz ohne Zweifel
Er schießt wie der Teufel.
Man trägt ihn ganz leise
Bis dicht an die Schneise.
Man reicht ihm die Büchse:
Es prasselt das Schrot!
So findet der Außenminister den Tod

Diplomatenjagd, Reinhard Mey

Künast knallt !– Ein Artikel aus dem Jahre 2003
Oder Von Göring lernen, heißt schießen lernen

Von Tanja Krienen

Nun wäre das im Lied geschilderte böse Ende des Mandatsträgers eine jener erschröcklichen Geschichten, die in Balladen oder Moritaten auf der Gasse zu singen wären. Da aber heute selbst schön-schaurige Darstellungen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren, verkäme das Ganze in diesem Fall zu einer innerparteilichen Auseinandersetzung. So weit sollte uns das nicht stören.

Doch wir, die wir einst die Grünen beäugten, so wie man eine seltene Pflanze, ein buntes unbekanntes Mineral, ein exotisch putzig-täppisches Tierchen betrachtet, bemerken jüngst dabei zunehmend jenes ungute Gefühl im Magen hochkommen, gegen welches selbst das uns während des spektakulärsten Achterbahn-Looping-Feeling bedrängende, ein wohliges ist.

Erdenschwer und dumpf

Nicht, dass wir nicht von Beginn an skeptisch waren, oh nein, die Ökorechten vom Schlage Haußleitner, Gruhl oder Baldur von Springmann, bildeten jene kuriose Einheit, die immer wahrzunehmen ist, wo Glocken läuten, Erdschollen beschworen und Naturverbundenes pastoral anempfohlen wird. Jetzt aber, so scheint es, kehrt man zurück zu eben diesen Wurzeln. „Baum gegen Bambi“ schrieb der SPIEGEL und berichtete über die Festschreibung der von den „Ökogruppen“ seit Jahren geforderten Neuordnung des Bundesjagdgesetzes in den neuen Koalitionsvertrag. Das Künast - Ministerium war williger Mittler und eignete sich die Forderungen an.

Keine Schonung in der Schonung

Die Fakten: Hermann Görings Reichsjagdgesetz – früher als reaktionär gescholten – gilt nun als zu mild. Erlaubte der Reichsheger - und Jägermeister den Abschuss von Rehböcken lediglich vom 1. Mai bis zum 15. Oktober, will die grüne Front den Abschluss der – selbstverständlich – ausschließlich männlichen Tiere, bis zum 31. Januar erlauben. Die Schonzeit verkürzt sich so auf nur noch drei Monate. Der Grund: Der Waldbestand sei in Gefahr. Warum? Die Rehe wären zu gefräßig, sagen die Grünen, schlemmen die doch gern Tannen, Eschen, Eichen, und Ahorn! Duften sonst 9 Rehe pro 100 Hektar Wald geschossen werden, sind nun die Beschränkungen aufgehoben – der Waldbesitzer entscheidet allein!

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Sie haben sich also für den Baum und gegen die Bambis entschieden, - „Freund Pflanze“ wird geschützt. Vegetarische Ernährung erscheint unter diesen Umständen beinahe als Kannibalismus - wer solche Prioritäten setzt, hat für den Spott schon gesorgt.

Entwicklungsgeschichtlich steigt man eine Stufe hinab, nimmt man zwei, ist der Tag der veganischen Erlösung nicht weit. Dann wird abgerechnet. Man rechnet schon jetzt.

Mein Freund der Baum, ist tot
Er starb im frühen Morgenrot

sang einst die Chansonsängerin Alexandra und landete kurz darauf tot an einem besonders starken und schönen Exemplar zwischen Heide und Husum. Doch wie gerne nahmen wir dieses Lied auf, ergingen uns in Tränen ob der gequälten Natur, jedoch – als besonderen Bösewicht im Land verachteten wir den Jäger, der war Unmensch, tötete, weil es ihm Spaß macht und nichts als das –

Ja die Jäger haben`s gut
Sie sind die Schlächter mit grünem Hut

reimte Ingo Insterburg von Interburg & Co. Diese Schlächter waren es, die, so dachten wir, von Naturschützern endlich bekämpft werden müssten und sahen die neuen Grünen mit Sympathie. Doch was machen diese „Schlächter“ heute?

Die sagen „Nein“ zu den Plänen der neuen administrativen Herren des Waldes, sind der Meinung 1 Millionen (!) schon jetzt getöteter Rehe pro Jahr wäre genug! Der „Reaktionär“ und ehemalige Bauernpräsident, jetzt Präsident des „Deutschen Jagdschutz-Verbandes“, Constantin Freiherr Heereman lehnt die Pläne ab und sieht den ganzen Bestand in Gefahr: „Wir wollen auch noch in den nächsten Jahren Wildbret ernten können.“ Auch der CDU Agrarexperte Peter Harry Carstensen meint: „Besser als das Prinzip Wald vor Wild ist Wald mit Wild!“

Dosen sammeln für das gute Gewissen

Die Grünen ficht das nicht an. Wer Dosen sammeln lässt, Menschen in der Wohnung sechs stinkende Eimer mit Abfall zumutet, die Renten über eine so genannte Ökosteuer finanziert, Kühe massenhaft auf bloßen, hysterisch motivierten Verdacht morden lässt und Verbraucherpreise künstlich hochhalten will – der hat schon längst keinen Ruf mehr zu verlieren, sondern treibt sich und die Massen, lachend vor Glück, in den endgültigen Öko-Wahn. Göring hat zumindest Konsequenzen gezogen.

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4 Kommentare »

  1. Sehr gut geschrieben. Ich mache nun jeden Abend um 2o Uhr alle Lampen und Stromfresser an. Wann hört dieser Ökowahnsinn (Schwachsinn) endlich auf?
    Sollen doch die Hirsche und alle anderen Tiere im Wald in Ruhe leben und sich vermehren. Scheiß auf die paar Bäume die agefressen werden. Der Holzmarkt ist sowieso übersättig und die Preise im Keller.
    Auch wenn die Rinde angefressen wird wächst der Baum noch weiter.
    Weiter so Tanja!!!!!

    Kommentar von Fan o4 — 14. Dezember 2007 @ 10:35

  2. Danke. Naja, ganz so meine ich es nicht. Das Licht und andere Stromverbraucher schalte ich ja nur an, wenn derartige Heuchler sowohl an niedere Instinkte, als auch an nicht vorhandenem Verstand appellieren. Es sind ja auch die menschlichen Energiefresser selbst, die immer vom schlechten Gewissen geplagt sind und mit neuen Standards das Leben derjenigen verteuern, die eigentlich nur ganz normal leben. Ich lebe sogar sehr genügsam - ohne Auto, Zigaretten, E-Schnickschnack etc….

    Kommentar von Tanja Krienen — 14. Dezember 2007 @ 11:18

  3. Wer stoppt das Werk der Ökofaschisten, deren neuster Terror der…nein nicht der Arierausweis, der “Energiepass” ist?

    Kommentar von Campo-News — 4. Juli 2008 @ 13:11

  4. Die Intervalle von windstillen Phasen beispielsweise erstrecken sich manchmal über 36 bis 48 Stunden.

    Kommentar von Campo-News — 19. August 2010 @ 10:07

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