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29. Oktober 2007

“Das Buch ist nichts für sensible Gemüter”

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 08:16

Homestory und Buchbesprechung der “Frankenberger Zeitung”

Ausgangspunkt ist die Erscheinung des Buches “Schönes Grün”

“Harmonische” und “wohlgeordnete” Horrorwelt

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29 Kommentare »

  1. Startseite » Rezensionen » Belletristik » Science Fiction » Schönes Grün

    Schönes Grün
    Von Philipp Kiefner

    Rezension erschienen: 07.11.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Tanja Krienen, Verlag: Neue Welten Verlag, Seiten: 63, Erschienen: 2007, Preis: 8,50 Euro

    Eine Persiflage (von frz. persifler “verspotten, lächerlich machen”) ist eine geistreiche, nachahmende und oft auch kritische Verspottung eines Genres oder einer bestimmten Geisteshaltung im Allgemeinen. Als Persiflage und Denkanstoß versteht sich auch das Buch Schönes Grün von Tanja Krienen aus dem Neue Welten Verlag.

    Wir schreiben das Jahr 2022, unsere Protagonistin, durch einen komatösen Schlaf aus dem Jahr 2007 entrissen, sieht sich plötzlich mit einem gänzlich veränderten Deutschland konfrontiert. Altkanzlerin Merkel ist im Untergrund abgetaucht und es regiert Renate Künast, als “Die größte aller Laien”. Nach und nach realisiert die frisch Erwachte in welch’ faschistisch-ökologische Gesellschaft sie nun geraten ist. Nicht, das die hier ins bizarr-imperative verzerrten und realisierten Ideen neu wären, die Ansätze sind aus dem Jahr 2007 bestens bekannt. Doch zu welch’ alptraumhaften Auswüchsen sie mutieren könnten, das beschreibt Schönes Grün mit ganz eigenem Humor.

    Ehrlich gesagt: Das Büchlein, denn mehr kann man es mit 63 Seiten wirklich nicht nennen, liegt irgendwo zwischen Held und Depp. Man fragt sich, welcher Partei sich die Autorin selbst wohl verschrieben hat und wie viele traumatischen Erfahrungen nötig waren, um so eine Geschichte zu schreiben. Es ist vielleicht der Charme der ganzen Sache, dass die Handlung nicht so recht schmecken mag, zu Widerworten animiert und einen innerlich aufregt. Der gezeigte Humor, wenn es denn einer ist, kann durchaus auch als beleidigende Ansammlung altkluger Gedanken zu allerlei sozialen, politischen und ökologischen Probleme und Ansätze gewertet werden, ohne dass das Büchlein dem eine eigene, vermeintlich bessere, Gedankenwelt entgegensetzt.

    Fazit: Schönes Grün lässt sich, ebenso wie die Autorin selbst, nicht leicht einordnen. Was ist ernst, was Persiflage und was einfach nur, um ein anglizistisches Modewort zu bemühen, “Bullshit”. Zwei Dinge lassen sich aber mit Sicherheit sagen: Erstens polarisiert die Erzählung und fordert den Leser beinahe provokativ zum Kopfnicken oder Prostest auf und zweitens löst der stolze Preis von 8,50 Euro für sage und schreibe 56 Textseiten auch nicht gerade Jubelstürme aus. Jedoch muss man fairerweise sagen, dass es sich hier um einen kleinen Verlag handelt, der nur in geringer Auflage veröffentlicht und in diesem Fall den Mut aufbrachte, eine unbequeme Autorin zu publizieren.

    Kommentar von Lorp — 8. November 2007 @ 20:21

  2. „´s wird böse enden“

    Werner Enke

    Denk nach, McFly!

    Eine Entgegnung

    Philipp Kiefner, im Folgenden PK genannt, schreibt: „Als Persiflage und Denkanstoß versteht sich auch das Buch Schönes Grün von Tanja Krienen aus dem Neue Welten Verlag.“

    TK: Tatsächlich sind „Denkanstöße“ nötig, aber bei manchen hilft selbst das „Klopfen“ nicht, wie einst das Beispiel des luschigen „Marty McFly-Vater“ in „Zurück in die Zukunft“ bewies, der doch stets der Büttel des grob-gewitzten Biff Tannen blieb, obwohl dieser ihm mit „Denk nach McFly“-Klopfern auf die Sprünge helfen wollte. Aber ICH lege ja keine Hand an. Und Luschen kann ich eh nicht erreichen. Ja rettet doch die Kirchturmuhr!

    PH: Wir schreiben das Jahr 2022, unsere Protagonistin, durch einen komatösen Schlaf…

    TK: Schlaf ist gut. Es ist ein Schocktrauma, aber egal…

    PK:..aus dem Jahr 2007 entrissen, sieht sich plötzlich mit einem gänzlich veränderten Deutschland konfrontiert. Altkanzlerin Merkel ist im Untergrund abgetaucht

    TK: Falsch, sie wurde entmachtet und…außerdem zuletzt…aber das verrate ich hier nicht…

    PK:…und es regiert Renate Künast, als “Die größte aller Laien”.

    TK: Sehr falsch. Künast wird die Übergangskanzlerin gewesen sein, ist auch tatsächlich eine ziemliche Laiin, aber „die größte aller Laien“ ist eine andere, nämlich, -

    PK: Nach und nach realisiert die frisch Erwachte in welch’ faschistisch-ökologische Gesellschaft sie nun geraten ist. Nicht, das die hier ins bizarr-imperative verzerrten und realisierten Ideen neu wären, die Ansätze sind aus dem Jahr 2007 bestens bekannt.

    TK: Richtig, deshalb ist das „Neue Deutschland“ ja so neu auch nicht und wer heute über eine Kuhfurzsteuer nachdenkt, wird sicher das Potential zu all dem haben, was einen großen Haufen Kinderkrippenkrüppel erzeugen hilft. Was sie dort wohl lernen?

    PK: Doch zu welch’ alptraumhaften Auswüchsen sie mutieren könnten, das beschreibt Schönes Grün mit ganz eigenem Humor.

    TK: Muss man mögen!

    PK: Ehrlich gesagt: Das Büchlein, denn mehr kann man es mit 63 Seiten wirklich nicht nennen,…

    TK: Ehrlich gesagt: Verglichen mit dem aufgeblähten Zeugs belletristischer Alt-SSler und anderer Schwadronen, ist hier jede Seite ihre 13 ½ Cent wert. Und dann dieses wundersam vortreffliche Cover! Zudem: wer Hartpappenkinderbücher mit acht Seiten schwach betextetem, aber „pädagogisch wertvollem“ Kindskopfsprech aus der Sparte „Kinderbuchautorinnen schreiben für andere Kinder“ für 19,90 kaufte, darf alles, nur nicht über den moderaten Preis für „Schönes Grün“ lästern.

    PK…liegt irgendwo zwischen Held und Depp. Man fragt sich, welcher Partei sich die Autorin selbst wohl verschrieben hat und wie viele traumatischen Erfahrungen nötig waren, um so eine Geschichte zu schreiben.

    TK: Ich bin eine Heldin wider Willen. Wer kippt schon gern ins Koma und darf dann nicht mal mehr Grimmsche Märchen lesen, weil die NICHT pädagogisch wertvoll sind!? Da ich eine intensive Träumerin bin, kann ich versichern, dass Erfahrungen im Diesseitigen und im Jenseitigen, will sagen, in der Traumwelt (die ja ebenfalls existiert – ich treffe dort die Toten jede Nacht), unbedingt von Nöten sind. Die Beschwerden des Alltags, die leider nicht immer so den oben genannten Denkanstößen führen, sind zu zahlreich, um sie hier aufzulisten. Ein wacher Blick in die Welt reicht eigentlich, um dies zu erkennen.

    PK: Es ist vielleicht der Charme der ganzen Sache, dass die Handlung nicht so recht schmecken mag, zu Widerworten animiert und einen innerlich aufregt.

    TK: Genau das soll sie. „Schmecken“ können die täglichen Soft-TV-Operas, Comedy-Infantilismen und Reality-Dramen aus den Klärgruben der Aborte, die man auch Anstalten nennt. Mancher dem das schmeckt, kotzt und kokst den ganzen Tag.

    PK: Der gezeigte Humor, wenn es denn einer ist, kann durchaus auch als beleidigende Ansammlung altkluger Gedanken zu allerlei sozialen, politischen und ökologischen Probleme und Ansätze gewertet werden, ohne dass das Büchlein dem eine eigene, vermeintlich bessere, Gedankenwelt entgegensetzt.

    TK: Keine Ahnung wo da etwas Beleidigendes stehen soll, und „altklug“ heißt man wohl jene Kinder, die in gesellschaftlichen Backläden künftig massenhaft herangezogen werden, auf dass sie zwar keinen Abzählreim können, aber dafür automatenhaft herunterbeten können, was Plusquamperfekt auf Chinesisch heißt. Ich mache das Gegenteil, nämlich im Hüschschen Sinne „dummes Zeug“ und empfehle seine „Nummer“ „Ebene der Elfenbeintürme“, um einmal ein Beispiel zu geben, das mich – mehr oder weniger unbewusst, weil längst zum verinnerlichten Repertoire gehörend – inspirierte.

    PK: Fazit: Schönes Grün lässt sich, ebenso wie die Autorin selbst, nicht leicht einordnen.

    TK: Nee, passend machen is nich. Und wer Ausrechenbares sucht, kauft sich „Lachen wir uns gesund. Anleitungen zum Glücklichsein. ISBN 3-7766-2236-9“ von Rabarbar Rüttling. Soviel Fröhlichkeit muss sein! Noch heute!

    PK: Was ist ernst, was Persiflage und was einfach nur, um ein anglizistisches Modewort zu bemühen, “Bullshit”.

    TK: Tja, das ist schwer zu sagen, aber wenn ich einmal ein Beispiel hätte, könnte ich es vielleicht erklären. Da ich keine „anglizistischen Modewörter“ kenne und auch nicht benutze, aber vermute, die verwendete Umschreibung habe irgendetwas mit schwer faschistischen Tierausscheidungen zu tun, kann ich nicht viel dazu sagen.

    PK: Zwei Dinge lassen sich aber mit Sicherheit sagen:

    TK: Das wäre das Erste was ich höre!

    PK: Erstens polarisiert die Erzählung…

    TK: Da ich eine Anhängerin des bipolaren Geschlechtersystems bin, merke ich an dieser Stelle auf, glaube aber, dass die Leute nicht so dumm sind wie man sie herzustellen versucht und so werden die meisten Leser schon heraus finden, an welchen Stellen der Stift allzu gespitzt wurde, auf dass sich der Effekt einstelle. Mir ist an den Polen übrigens zu kalt, und nach Polen fahre ich auch nicht.

    PK: …und fordert den Leser beinahe provokativ zum Kopfnicken oder Prostest auf…

    TK: Vor allem aber zum Weiterlesen…

    PK:…und zweitens löst der stolze Preis von 8,50 Euro für sage und schreibe 56 Textseiten…

    TK: Warum ist es denn jetzt plötzlich um siebene auf einen Streich geschrumpft?

    PK:… auch nicht gerade Jubelstürme aus. Jedoch muss man fairerweise sagen, dass es sich hier um einen kleinen Verlag handelt, der nur in geringer Auflage veröffentlicht und in diesem Fall den Mut aufbrachte, eine unbequeme Autorin zu publizieren.

    TK: Puh, Glück gehabt. Aber richtig: Wenn ich die verkauften Exemplare hier in „meinem Dorf“ auf die Republik hochrechnete und somit locker die Millionen überschreiten würde, hätte „das Büchlein“ leicht mit 4,95 € oder so in die Läden kommen können. Aber leider produzieren auch Comic-Produktionsanstalten lieber sinnfreien „Lissi“-Kram, als eine schmutzige Parodie auf aktuelle und künftige, die man auch „die sauberen Zustände“ nennt.

    Kommentar von Tanja Krienen — 9. November 2007 @ 10:53

  3. Nunja,

    solch eine Mail fordert eine Entgegnung.
    Glücklicherweise ist der hier genannte McFly auf Grund seines fortgeschrittenen Alters in der Lage mit selbiger, reichlich altbackener Bezeichnung etwas anfangen zu können. Da McFly sozusagen der Vater aller Dinge ist, kann dieser Ausdruck akzeptiert werden.

    Fangen wir zunächst mit der Asche über meinem Haupt an: Frau Künast war durchaus ein Faux-pas meinerseits und wird korrigiert werden. “Schocktrauma” ist aus medizinischer Sicht kompletter Unsinn, da doppelt-gemoppelt und wurde in einen adäquaten “komatösen Schlaf” verwandelt.

    Doch im Kern bleibe ich meiner Rezension treu. Denn was will uns die Autorin mit dem Buch sagen? Politik ist scheisse, da jeder Akteur die falschen Ideen und Entscheidung vertritt? Ökologische Aktivisten sind hinterfotzige, doppelmoralische und vollkommen sinnfrei Menschen? Es wird bald alles schlimmer? Nunja, da magst Du sogar recht behalten, aber sollte deine Vision die zutreffende sein, so preiset den Herrn.

    Nein, das Buch kann sich nicht wirklich festlegen wer oder was für die beschriebene Zukunft verantwortlich sein soll. Das ist reichlich schwach und vor dem Hintergrund dominanter Wirtschaftsinteressen ist diese Utopie auch blauäugig, was eben “ein wacher Blick in die Welt” auch aufzeigen könnte.

    Auch sprachlich konnte mich dieses Werk nicht überzeugen, verwendet es doch die gleichen sprachlich sperrigen Ungetüme und Verballhornungen, die bei den völlig überwerteten “lustigen” SF und Fantasy-Büchern à la Terry Pratchett und Co zu finden sind.

    Einer politischen Utopie kann man sich gerne humoristisch annähern, doch bitte mit Klasse. Hier sei beispielsweise auf das Werk von Stanislaw Lem zu verweisen, der mit “Vom Nutzen des Drachen” mindestens ein Lichjahr dem “Schönen Grün” voraus ist.

    Aus den mitgeschickten, einhellig positiven, Kommentaren zu Deinem Buch kann ich mir so recht keinen Reim machen. Ein Zeichen, dass meine Sicht irrt? Ein Beweis für Deine Klasse, die ich als McFly nur nicht erkennen konnte? Oder doch nur ein Beweis eines überzogenen Egos, das gerne über andere urteilt? Ich sag nur:
    “Soft-TV-Operas, Comedy-Infantilismen und Reality-Dramen aus den Klärgruben der Aborte, die man auch Anstalten nennt. Mancher dem das schmeckt, kotzt und kokst den ganzen Tag.”
    Während erster Satz sicherlich seine Richtigkeit hat, so inhaltlich sinnfrei ist der zweite. Genausogut hätte man schreiben können: Mancher dem das schmeckt, schlägt kleine Kinder, wäscht mit Persil, will den Weltfrieden, kauft bei Aldi, wohnt in Buxtehude oder schreibt Science-Fiction Bücher.

    Eben dieser Stil liegt mir nicht und hat zu meiner Rezension geführt. Aber nimm es nicht schwer, denn der Kritiker kann selbst nicht, weiß aber alles besser und schliesslich hat es McFly ja eh nicht drauf.

    Keep on dreamin’
    Philipp Kiefner

    Kommentar von Lorp — 15. Dezember 2007 @ 00:15

  4. PK: Nunja, solch eine Mail fordert eine Entgegnung. Glücklicherweise ist der hier genannte McFly auf Grund seines fortgeschrittenen Alters in der Lage mit selbiger, reichlich altbackener Bezeichnung etwas anfangen zu können. Da McFly sozusagen der Vater aller Dinge ist, kann dieser Ausdruck akzeptiert werden.

    TK: Eben, deshalb habe ich die auf ihn gerichtete Bemerkung ja auch verwendet, weiß nicht, was man heute so sagt, halte sie aber nicht für „altbacken“.

    PK: Fangen wir zunächst mit der Asche über meinem Haupt an: Frau Künast war durchaus ein Faux-pas meinerseits und wird korrigiert werden. “Schocktrauma” ist aus medizinischer Sicht kompletter Unsinn, da doppelt-gemoppelt und wurde in einen adäquaten “komatösen Schlaf” verwandelt. Doch im Kern bleibe ich meiner Rezension treu. Denn was will uns die Autorin mit dem Buch sagen? Politik ist scheisse, da jeder Akteur die falschen Ideen und Entscheidung vertritt?

    TK: Das habe ich so nicht gesagt, doch könnte man bei der derzeitigen Verfasstheit der politischen Parteien durchaus so einen Schluss ziehen. Nie gab es in den letzten 100 Jahren weniger Menschen, die sich parteipolitisch engagierten.

    PK: Ökologische Aktivisten sind hinterfotzige, doppelmoralische und vollkommen sinnfrei Menschen? Es wird bald alles schlimmer? Nunja, da magst Du sogar recht behalten, aber sollte deine Vision die zutreffende sein, so preiset den Herrn.

    TK: Na siehst du, du hältst es selbst nicht für ausgeschlossen. Wenn man – wie jetzt auf der z.B. Reeperbahn eingeführt – selbst Flaschen in bestimmten Zonen nicht mehr verwenden darf, von Mitteln zur Selbstverteidigung ganz zu schweigen, dann ist die Zeit bis zur Anordnung weißer Kleidung nicht mehr weit. Das im Buch angesprochene „Bewegungskontingent“ kommt doch auch, wenngleich zunächst in einer „Pro Kopf“-Verbrauchs-Rechnung usw. usf..Tatsächlich halte ich die aktiven Ökos in der Regel für Heuchler – schon allein der Leibesumfang des Umweltministers weist klar und deutlich darauf hin, dass er so „den Gürtel enger schnallt“, wie weiland der Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft, nur meint hier der Gürtel, Stahlbänder.

    PK: Nein, das Buch kann sich nicht wirklich festlegen wer oder was für die beschriebene Zukunft verantwortlich sein soll. Das ist reichlich schwach und vor dem Hintergrund dominanter Wirtschaftsinteressen ist diese Utopie auch blauäugig, was eben “ein wacher Blick in die Welt” auch aufzeigen könnte.

    TK: Na doch, es legt sich fest, weil es sämtliche vorhandene Tendenzen als Folgen einer unguten Hysterie beschreibt und die dafür Verantwortlichen benennt. Die „ökonomischen Interessen“ sind insoweit beschrieben, als ich die Durchorganisierung der Gesellschaft, die bereits im Krippenalter beginnt, beschreibe und karikiere.

    PH: Auch sprachlich konnte mich dieses Werk nicht überzeugen, verwendet es doch die gleichen sprachlich sperrigen Ungetüme und Verballhornungen, die bei den völlig überwerteten “lustigen” SF und Fantasy-Büchern à la Terry Pratchett und Co zu finden sind.

    TK: Die kenne ich nicht, aber es wäre hilfreich, wenn du wenigstens einmal ein Beispiel gäbest. Meine Sprache lebt im Übrigen auch sehr vom Rhythmus, da geht es nicht um „sperrige Ungetüme“. Schau dir zudem einmal die dadaistisch anmutenden Einschübe an (Dialog der Greise auf der Bank, Makameaner-Flugblatt etc.) – die scheinst du gar nicht wahrzunehmen.

    PK Einer politischen Utopie kann man sich gerne humoristisch annähern, doch bitte mit Klasse.

    TK: Ich bin nicht „humoristisch“.

    PK: Hier sei beispielsweise auf das Werk von Stanislaw Lem zu verweisen, der mit “Vom Nutzen des Drachen” mindestens ein Lichjahr dem “Schönen Grün” voraus ist.

    TK: Das weiß ich nicht, aber ein Lichtjahr ist jedenfalls nicht viel. Außerdem wollte ich keine abgesegnete „große Literatur“ schreiben, sondern eine handfeste Satire für das Hier und Jetzt. Lem nimmt sich immer abstraktere Dinge vor, verzichtet völlig auf klare Personenbeschreibungen (was ihm auch gegönnt ist), aber ich rede stets von konkreten Vorgängen, von realen Personen und von tatsächlich relevanten politischen Strömungen. Lem hatte letztlich doch recht biedere Ansichten über die Welt der Zukunft, weshalb er auch in den soz. Staaten verfilmt wurde.

    PK: Aus den mitgeschickten, einhellig positiven, Kommentaren zu Deinem Buch kann ich mir so recht keinen Reim machen. Ein Zeichen, dass meine Sicht irrt? Ein Beweis für Deine Klasse, die ich als cFly nur nicht erkennen konnte? Oder doch nur ein Beweis eines überzogenen Egos, das gerne über andere urteilt?

    TK: Warum ist ein Beweis meines Egos, wenn andere positiv schreiben? Das verstehe ich nicht. Es ist auch der Job eines Kritikers zu urteilen. Siehst du nicht die Selbstironie, die auch in den anderen Storys aufblitzt? Ein Teil ist auch „Selbsterhöhung“, aber das gehört zum „Spiel“ doch mit dazu. Ohne Ego gäbe es überhaupt keine Kunst.

    PK: Ich sag nur: “Soft-TV-Operas, Comedy-Infantilismen und Reality-Dramen aus den Klärgruben der Aborte, die man auch Anstalten nennt. Mancher dem das schmeckt, kotzt und kokst den ganzen Tag.” Während erster Satz sicherlich seine Richtigkeit hat, so inhaltlich sinnfrei ist der zweite. Genausogut hätte man schreiben können: Mancher dem das schmeckt, schlägt kleine Kinder, wäscht mit Persil, will den Weltfrieden, kauft bei Aldi, wohnt in Buxtehude oder schreibt Science-Fiction Bücher.

    TK: Hm, kann schon sein, aber das war auch nur eine laxe Antwort an dich, so aus dem Handgelenk und stellt keinen Anspruch „die letzte denkbare Bemerkung“ zu sein. Fakt ist aber, dass es doch Gründe dafür gibt, weshalb die Alltagskultur so entsetzt dämlich ist. Ein paar dieser Gründe liegen in den politischen Rahmenbedingungen und dem Zeitgeist. Das habe ich satirisch zu beschreiben versucht und noch mal: Wo bitte es KONKRET misslungen?

    PK: Eben dieser Stil liegt mir nicht und hat zu meiner Rezension geführt. Aber nimm es nicht schwer, denn der Kritiker kann selbst nicht, weiß aber alles besser und schliesslich hat es McFly ja eh nicht drauf. Keep on dreamin’ Philipp Kiefner

    TK: Das würde ich einem Kritiker auch so nicht vorwerfen, aber so richtig hast du leider doch nicht nachgedacht und gehst bestimmten Punkten einfach aus dem weg. Sei´s drum. Beste Grüße, TK

    Kommentar von Tanja Krienen — 15. Dezember 2007 @ 09:22

  5. Wann kommt der eingepflanzte Energiechip? Nur: sie werden das sicher begrüßen. Sie werden sich dessen rühmen die ersten zu sein, die sich den Chip einpflanzen lassen. Sie werden im nächsten den ungechipten den Zugang zur Uni verwehren. Sie werden dann….töten?

    Kommentar von Campo-News — 28. Oktober 2008 @ 12:55

  6. Der Ökodiktatur wieder ein Stück näher.

    Kommentar von Campo-News — 6. Februar 2010 @ 07:45

  7. “Der kommende Aufstand”, gar nicht schlecht: “”Wir wurden unserer Sprache enteignet durch die Schule, unserer Lieder durch die Hitparade, unseres Fleisches durch die Massenpornografie, unserer Stadt durch die Polizei, unserer Freunde durch die Lohnarbeit”, heißt es etwa. Oder: “Die Familie ist dieses kindliche Sich-gehen-Lassen in einer flauschigen Abhängigkeit, in der alles bekannt ist, dieser Moment von Sorglosigkeit gegenüber einer Welt, von der niemand mehr leugnen kann, dass sie in sich zusammenbricht.” Oder: “Es sind die kleinen Händler, kleinen Chefs, kleinen Funktionäre, Führungskräfte, Professoren, Journalisten und Zwischengeschaltete aller Art, die in Frankreich diese Nicht-Klasse bilden, diese soziale Gallerte, die aus der Masse derer besteht, die einfach ihr kleines Privatleben außerhalb der Geschichte und ihrer Tumulte verbringen möchten. Dieser Sumpf ist per Veranlagung der Weltmeister des falschen Gewissens zu allem bereit, um die Augen in seinem Halbschlaf geschlossen zu halten vor dem Krieg, der rundherum tobt. ” So tobt, flucht und spuckt das ein paar Dutzend Seiten vor sich hin, es kommen auch die jungen Mädchen dran, die ihr “Glück bei Klamotten, Männern und Feuchtigkeitscremes” suchen, die Milieus der Literaten, Journalisten, Sportler und Künstler “mit ihrem Getratsche und ihren informellen Hierarchien, jedes einzelne von ihnen beauftragt, eine Wahrheit zu neutralisieren”, die Öko-Unternehmer, die die Wirtschaft unter den Bedingungen der Krise am Laufen halten wollen, die linken Reformisten mit ihren ekligen Hoffnungen, es könne sich etwas zum Besseren wenden, und die nur vermeintlich harmlosen “Wie geht’s?”-Fragen, durch die “die einen den anderen die Patientengesellschaft aufzwingen”. Selbst iPod-Hörer bekommen ihre Ohrfeige verpasst. Dafür, dass sie “die eigene innere Welt unaufhörlich wieder herstellen, wie ein Kind, das überall wieder die gleiche Hütte aufbaut”.”

    Kommentar von Campo-News — 17. Dezember 2010 @ 22:26

  8. Sonnenkönig Asbeck, so sind sie - http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/wirtschaft/Solarworld-Chef-Frank-Asbeck-kaufte-Schloss-von-meinem-privaten-Vermoegen-article957602.html

    Kommentar von Campo-News — 29. Januar 2013 @ 20:02

  9. Ich warne vor ihr, solange ich sie kenne - http://www.spiegel.de/politik/deutschland/unionsfuehrung-warnt-von-der-leyen-im-quotenstreit-a-894224.html

    Kommentar von Campo-News — 13. April 2013 @ 20:14

  10. Das Gemeinsame aller dieser ursprünglich recht heterogenen Gruppen aber war eine Art „Revolte gegen die Moderne“. So wie es auch 1919, beim ersten Versuch, die Demokratie in Deutschland zu etablieren, in Teilen des deutschen Bürgertums tiefes Unbehagen gegen die Industriegesellschaft und die pragmatische Politik der Weimarer „System-Parteien“ gab, so war die grüne Bewegung in den 1970er Jahren eine Auflehnung gegen das nüchtern-pragmatische Politikverständnis, das sich im Laufe des Demokratisierungsprozesses in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hatte. Der nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus in den 1970er Jahren erreichte Entwicklungsstand und Zustand der westdeutschen demokratischen Gesellschaft wurde von Teilen der jüngeren Angehörigen des deutschen Bildungsbürgertums nicht akzeptiert, sondern führte zur Revolte - http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001342

    Kommentar von Campo-News — 14. April 2013 @ 08:07

  11. So singen die Grünen - http://www.youtube.com/watch?v=ZTjyRu88PRE

    Kommentar von Campo-News — 30. Mai 2013 @ 12:43

  12. http://www.theeuropean.de/hasso-mansfeld/8051-die-quasireligioese-verklaerung-von-ngos?utm_content=buffer97c68&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

    Kommentar von Campo-News — 21. Dezember 2014 @ 11:05

  13. Nun ja, man kann ja über Fleischkkonsum und das Rauchen streiten und sollte es, schon zum Selbstschutz minimieren und nach Möglichkeit andere damit nicht nerven, aber sonst stimmt es - http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001856

    Kommentar von Campo-News — 24. April 2015 @ 06:40

  14. Naja, ef hat meine Satire “Schönes Grün”, die eine früher und vortreffliche Karikierung des ökosozialistischen Wahns aus ziemlich libertären Sicht war, schon 2007 nicht ins Programm genommen, weil der Verantwortliche Angst vor Kampagnen hatte. Insofern - alles eine Fischsuppe.

    Kommentar von Campo-News — 22. Oktober 2015 @ 15:29

  15. Soeben hat Paris eine Katastrophe überstanden, da findet die nächste statt: Der Klimagipfel! U.a. haben Ökosozialisten und Spinner aller Art Schuhe ausgestellt. Sie wollen damit den “ökologischen Fußabdruck” präsentieren. Wer aber macht mehr Müll, mehr Lärm, beansprucht mehr Flugmeilen und hat einen größeren CO2-Ausstoß als die Neo-Grünen, die eigentlich Uralt-Braune sind?

    Wie dem auch sei: Schon 2007 schrieb ich mein Büchlein “2022 -Schönes Grün - die nicht überleben wollen” - eine Satire über die Installierung einer Öko-Diktatur. Mit ambivalenter Genugtuung stelle ich heute fest: Wir befinden uns im Zeitplan und ich lag zu 95% richtig. Ein Ausschnitt (leicht gekürzt und unwesentlich verändert) - - -

    2. Kapitel. Regeln für die neue Harmonie. 15 Jahre später: 19. Mai 2022

    Der Arzt schwieg mich lange an. „Nun äh …“, begann er mit einfühlender Stimme, um dann zu sprudeln: „Als Sie am 19.Mai 2007, genau auf Ihrem 50. Geburtstag, aus ungeklärter Ursache ins Koma kippten, dachten wir, es würde schnell zu Ende gehen. Wir ahnten ja nicht, dass Sie plötzlich, genau 15 Jahre später, die Augen wieder aufschlagen und aus dem Bett springen würden. Ihr Hab und Gut haben wir vor circa fünf Jahren komplett vernichtet. Ihre Schallplatten und Bücher bereits nach dem großen Harmonie-Gesetz von 2017, als unsere Kanzlerin, die wir ja nur ‚Die größte aller Laien’ nennen, Nachfolgerin der Übergangskanzlerin Renate Künast wurde. Was meinen Sie, was los war, als Angela Merkel 2016 wegen partieller Verweigerung und Renegatentum auf der ‚Großen Liste der Schädlinge’ genannt ward und untertauchte. Niemand weiß, wo sie geblieben ist.“

    Ich konnte meine Überraschung nicht verbergen: „Wie? Frau Künast war…und jetzt ist…? Und wieso ‚Harmonie-Gesetz’?

    „Nun äh…“, er sah mich an, als sei ich eine Außerirdische, „… das können Sie ja auch alles gar nicht wissen – wir sind nach einer breiten gesellschaftlichen Diskussion hinter den obligatorisch geschlossenen Türen zu der Auffassung gelangt, dass Schrifttum…“

    Ich zuckte zusammen. Hatte er wirklich Schrifttum gesagt?

    „… welches uns nicht geeignet scheint, die Harmonie innerhalb des Volkes zu fördern, sondern den Zweifel an den Zielen unserer Führung sät und dabei der Wissenschaft wie auch dem Individualismus frönt, ausgemerzt werden muss. Wir haben deshalb Bücher, Filme und Tonträger weitgehend abgeschafft. Dafür aber haben wir die allumfassende Harmonie-Kunst eingeführt, die Sie überall in unserem schönen Land bestaunen dürfen.“

    „Hm, das muss ich mir später mal ansehen. Ich habe vor, das Land durch ausgiebige Reisen anzusehen, damit ich nach 15 Jahren wieder weiß, wie sich alles entwickelt hat.“

    „Das wird so nicht möglich sein“, die Stimme des Arztes gewann an Schärfe, „wir haben bereits im Jahre 2012 ein Bewegungskontingent eingeführt, das jedem nur noch die Fortbewegung über zehn Kilometer pro Tag gestattet. Wegen des CO2-Ausstoßes. Sie verstehen? Das war doch schon vor 15 Jahren in der Debatte, nicht wahr? Auch Fußgänger machen durch ihr unverschämtes Zufußgehen Dreck. Das können wir nicht dulden. Wenn Ihre Körperwerte nicht stimmen – die Sie übrigens einmal pro Woche kontrollieren, ich sagte KONTROLLIEREN lassen müssen – wird Ihnen ein Trainingsprogramm auferlegt, weil Sie ja sonst noch mehr Energie verbrauchen! Das Trainingsprogramm muss aber energieneutral sein. Deshalb wird die entsprechende Energie von Ihrer Ernährungskarte abgezogen! Jedenfalls: Beachten Sie Ihr Zehn-km-Kontingent nicht, werden unsere Bewegungsmelder Sie sofort an Ort und Stelle mit einem Bannstrahl belegen. Ausnahmen werden nur nach dem Erwerb von Zertifikatschips gestattet, die nach einem Schlüssel ausgegeben werden. Das Verfahren ist zu kompliziert, um es jetzt zu erklären, beruht im Wesentlichen aber auf dem Tauschprinzip Arbeit und Lärm gegen Bewegung. Wenn Sie Genaueres wissen wollen, suchen Sie bitte unsere Bewegungsbearbeitungsämter auf, die Sie in jedem Ort über 5000 Einwohner finden. Für einen Termin müssen Sie circa vier Wochen Wartezeit in Kauf nehmen. Natürlich haben Sie die Möglichkeit Ablassscheine zu erwerben, die so genannte Gore-Tax. Das kostet natürlich Geld. Die Tarife erfahren Sie ebenfalls in den Bewegungsbearbeitungsämtern.“

    „Äh ja, das werde ich dann wohl…“

    „Bedenken Sie auch, dass Sie mit dem Verzehr von Cola und Limonaden – falls Sie eine der wenigen noch produzierten Getränke dieser Art verzehren – Chippunkte verlieren. Der Genuss kostet eine Menge Gore-Tax.”

    „Und was ist mit Wein oder Bier?“

    „Liebe gute Frau Krienen! Wollen Sie ins Gefängnis wandern? Ich muss Sie doch sehr bitten! Alkohol ist seit 2016 strengstens verboten. Der gesundheitsbewusste Mensch trinkt Wasser und nichts als Wasser.“

    „Aber es ist doch erwiesen, dass gemäßigter Alkoholkonsum eine durchaus positive Wirkung auf den Organismus und…“

    „Halten Sie sofort den Mund! Ich verbiete Ihnen hier faschistische, konsumistische, individualistische, nonkonformistische und geradezu unpietistische Propaganda! Wie lautet der Wahlspruch unserer Deutschen Gesellschaft für den klaren und gesunden Kopf: ‚Trinkst du Wasser jede Stund, bleibst du froh und auch gesund’. Und wenn Sie den letzten Raucher sehen wollen: Der hängt seit knapp zehn Jahren am Kirchturm neben dem Rathaus – zur Abschreckung für die, die noch immer im Untergrund ihr Laster betreiben“

    Ich schluckte. „Das wusste ich nicht so genau“, sagte ich etwas kleinlaut.

    „Alles, was wir als moderne Menschen sonst noch brauchen, ist…na raten Sie mal!“

    „Weiß nicht. Luftbrot vielleicht?“

    „Lassen Sie das! Ihre Scherze fallen unter das Provokations-Verbot, das bei uns seit 2011 gilt. Das besagt, dass Sie niemandem etwas sagen dürfen, was Ihr Gegenüber eventuell nicht versteht. Nachgewiesene Missverständnisse werden bei uns nicht unter einer Haftstrafe von 2 Jahren ohne Bewährung bestraft.

    „Sie haben aber auch an alles gedacht.“

    „Nicht ich. Bundeskanzlerin ‚Die größte aller Laien’ - ist eben eine Intellektuelle. Leben Sie aber erst einmal Ihren Alltag, dann werden Sie mit der Zeit alles wissen. Aber: Leben Sie defensiv, wenn ich Ihnen diesen Tipp geben kann. Es reichen zwei Leute, die sich gegenseitig bezeugen, dass Sie provoziert haben und Sie in Gefahr liefen, missverstanden zu werden. Gehen Sie also am Besten nicht allein aus dem Haus.“

    „Ich bin Ihnen ja so dankbar für den Tipp.“

    Sie sind ja jetzt quasi von den Toten wiederauferstanden; Sie bekommen ein Ruhezimmer zugewiesen. Vier Quadratmeter Schonraum im Fröhlichen Endzeithaus. Das muss reichen. Sagen Sie dort, dass Sie eine Komatöse waren, das bringt eventuell 1,5 Quadratmeter mehr. Hier haben Sie die Adresse. Begeben Sie sich dorthin, machen Sie aber keine großen Umwege. Sie wissen schon: die Bewegungskontingente!“

    „Ja, danke. Ich werde mal sehen…“

    „Lassen Sie keine Zeit verstreichen! Wer nach Anbruch der Dunkelheit draußen herumläuft, verliert sein Bewegungsrecht für eine Woche. Wiederholungstäter sogar für Monate! Und hüten sie sich vor den Freigängern. Das sind Oppositionelle. Wenn wir sie fangen können, verbringen wir sie in die Entsorgungskammern. Dort werden sie…“

    „Nein, nein, bitte keine Details. Mir ist sowieso irgendwie ziemlich übel. Gut, dann äh…ich bin ziemlich verwirrt. Auf Wiedersehen.“

    Ich wollte ihm die Hand reichen.

    „Nein, Männer geben Frauen nicht mehr die Hand. Das ist seit 2019 verboten.“

    „Oh, ich verstehe, die Islamisten haben das durchgesetzt.“

    „Nein, die gibt es hier schon lange nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte. Das hat das Ministerium für ‚Genderfragen, Hybridekonzeptionen und Esoterik’ eingeführt. Menschen unterschiedlichen Geschlechtes sollen sich nach Möglichkeit aus dem Weg gehen. Sie wissen doch: die Missverständnisse.“

    „Aaah ja“, stammelte ich leise.

    “Wir haben ungeheuer tolle Erfolge damit erzielt, nachdem das von der Initiative Gleichstellung, Fairness und Freundlichkeit als Gesetzesvorlage eingebracht und von der Großen Koalition des Volkes, die nach der Auflösung aller Parteien im Jahre 2016 regiert, beschlossen wurde.“

    Ich floh schnell hinaus, hetzte über den Vorplatz, flüchtete mich in die nächste Straßenschlucht. Ich hatte nicht vor, zu diesem Fröhlichen Endzeithaus zu gehen. Ich war nun….illegal.
    - - -
    Keuchend und völlig erschöpft war ich inzwischen an der Stadt-Peripherie angelangt. Fortbewegungsmittel waren nicht zu sehen, nur einige Fahrräder und Tretroller. Anscheinend hatte man Autos, Motorräder, ja selbst Busse abgeschafft. Warum auch nicht, ausgerechnet die grüne Alt-Hippie-Klientel fuhr ja praktisch nie mit dem Bus.

    Auffallend waren überall die zahlreichen, aber komplett besetzten Bänke entlang der Straße. Es war wohl so, dass jene durch den Bannstrahl erfassten Personen, die ihr Bewegungskontingent überschritten hatten, durch das Reichs-Gesetz zur Regelung von Personenstillstandsförderung angewiesen wurden, sich bis Mitternacht hinzusetzen und nicht vom Fleck zu bewegen (was ja auch extrem schmerzhaft gewesen wäre). Beheizt oder überdacht waren diese Bänke nicht; es sollte ja eine Strafe sein, da das Bewegungskontingent-Gesetz zu den Stützpfeilern der neuen Ordnung gehörte.

    Straferschwerend kam hinzu, dass seit 2019 die Temperaturen infolge der Drosselung des CO2-Ausstoßes rapide sanken und es so vor allem nachts bitterkalt wurde, was allerdings die Ehrenpräsidentin des ‚Großen Stillstand-Rates’ Künast zu der Bemerkung veranlasste, die Schöpfung und Gaia müssten langfristig Gelegenheit zur moralisch-naturalinspirierten Intervention mittels Gewalteinwirkung nach dem Verursacher-Prinzip erhalten, woraufhin sich der Bischof der Erzdiözese Paderborn zu der folgenreichen Erwiderung hinreißen ließ: „Soll sie doch der Geier holen!“, was ihm drei Jahre Verbannung zum Hilfsdienst in Äquatorialguinea einbrachte.

    Kommentar von Campo-News — 30. November 2015 @ 13:39

  16. In weißen Schutzmänteln, wie um eine gefährliche Kontamination abzuwehren, zogen einige von ihnen am vergangenen Samstag durch die Bremer Innenstadt. Auf diesen Uniformen hatten sie selbstgebastelte Schilder befestigt, die sie als »Inspekteure« ausweisen sollten. »Kennzeichnungspflicht von Waren aus den illegalen israelischen Siedlungen« stand darunter geschrieben. Zielsicher suchten die Aktivisten Orte auf, an denen sie derartige Erzeugnisse vermuteten: ein großes Kaufhaus, den Markt, eine Drogerie. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_antisemitische_vorhut_der_eu

    Kommentar von Campo-News — 6. Dezember 2015 @ 10:57

  17. Kühn und ahnungslos: Die grüne Kampagne für „Leichte Sprache“

    Von Josef Bayer

    Die Bayerischen Grünen fordern Barrierefreiheit nicht nur für Rollstuhlfahrer sondern mittlerweile auch für Menschen, die Deutsch nicht oder nur unzureichend verstehen können. Wahlunterlagen etc. seien, so heißt es, in „leichter Sprache“ abzufassen, so dass auch „Behinderte“ an gesellschaftlichen Entscheidungen teilhaben können und sich nicht ausgeschlossen fühlen müssten. Eine Kostprobe dieser Sprache bietet die Web-Seite des Grünen-Abgeordneten Hofreiter.

    Mein Name ist Toni Hofreiter. Ich bin ein Politiker von den Grünen. Viele Leute haben bei den letzten Wahlen die Grünen und mich gewählt. Deshalb sitze ich jetzt im Deutschen Bundestag. Im Bundestag bin ich der Vorsitzender von allen Grünen Abgeordneten. Dort werden wichtige Entscheidungen getroffen.

    Noch gelungener ist die Web-Seite der Grünen-Politikerin Kerstin Celina, da dort keine komplexen Wörter wie Vorsitzender, Abgeordneten, Entscheidungen vorkommen; selbst einfache Ortsbestimmungen werden aus dem Satzverband herausgelöst. In jeder Zeile gibt es nur einen Satz:

    Ich komme aus der Nähe von Würzburg.
    Würzburg ist eine große Stadt.
    Ich wohne mit meiner Familie in einem Dorf in der Nähe von Würzburg.
    Ich fahre oft mit dem Bus in die Stadt.
    Ich war in Würzburg in der Schule.
    Nach der Schule habe ich studiert. An der Universität.

    Als Empfehlungen für „leichte Sprache“ findet man unter anderem das folgende:

    Schreiben Sie kurze Sätze. Machen Sie in jedem Satz nur eine Aussage. Ein Satz wie Wenn sie mir sagen, was sie wünschen, kann ich ihnen helfen, sollte ersetzt werden durch einen Text wie Ich kann ihnen helfen. Bitte sagen sie mir: Was wünschen sie? Schreiben Sie jeden neuen Satz in eine neue Zeile (siehe obigen Celina-Text). Vermeiden Sie Rede-Wendungen und bildliche Sprache. Ein Ausdruck wie Rabeneltern sei zu vermeiden, weil man ihn wortwörtlich interpretieren könnte.

    Besonders putzig ist die Empfehlung, „positive Sprache“ zu gebrauchen. Gemeint ist damit die Vermeidung der Negation. Schlecht wäre demnach Peter ist nicht krank, gut dagegen Peter ist gesund. Dass die beiden Bedeutungen grundverschieden sind, scheint die Ratgeber nicht zu beunruhigen. Römische Zahlen sind schlecht und zu vermeiden, arabische dagegen gut. Besonders schlau ist die Empfehlung „Vermeiden Sie alte Jahres-Zahlen“. Statt mit der Zahl auf das Jahr 1867 zu verweisen, solle man lieber sagen „vor mehr als 100 Jahren“. Den Ratgebern scheint nicht aufgefallen zu sein, dass letzteres eine syntaktisch sehr komplexe Struktur darstellt. Hier holt die geistige Unbedarftheit das Gutmenschentum ein. Schockierend auch die Empfehlung statt von „14.795 Menschen“ lieber von „vielen Menschen“ zu sprechen. Hier bewegt man sich in Richtung dessen, was die Forschung pidgin nennt.

    Tritt also jemand mit der eigentlich sehr berechtigten Forderung auf, Leute mit Migrationshintergrund ohne ausreichende Sprachkenntnisse nicht für qualifizierte Berufe zuzulassen, weil sie zum Beispiel die entsprechenden Prüfungen nicht bestanden haben, ist er bereits auf verlorenem Posten. Er ist augenblicklich als faschistoider Feind aller Minderheiten, Entrechteten und Zukurzgekommenen gebrandmarkt. So macht man „fortschrittliche“ Politik. So baut man mit demagogischen Analogisierungen einen emotionsgeladenen Popanz auf und setzt sich politisch damit durch. Ich verweise hier auf diese Webseite auf der man sehen kann, wie sich die Wut auf einen Kritiker entlädt. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kuehn_und_ahnungslos_die_gruene_kampagne_fuer_leichte_sprache

    Kommentar von Campo-News — 30. Januar 2016 @ 17:34

  18. Die Kaufprämie für E-Mobile kommt nicht voran. Notfalls will das Umweltministerium die Autohersteller zur Produktion der Batterie-Autos zwingen - mit einer Quote oder noch rabiateren Methoden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kaufpraemie-fuer-elektroautos-unmut-im-bundesumweltamt-a-1076154.html

    Kommentar von Campo-News — 8. Februar 2016 @ 12:42

  19. Man kann es dennoch kaum glauben: ALLE sollen in der Bundeswehr gleich repräsentiert sein: sexuelle Minderheiten, Behinderte (!) - das wird ein schönes Abschlachten - https://www.facebook.com/Informationsschalter/videos/1571509096487607/

    Kommentar von Campo-News — 15. August 2016 @ 10:41

  20. Der Gipfel - http://www.focus.de/auto/experten/haberland/gabriels-flexi-steuer-nie-wieder-niedrige-benzinpreise-automatische-steuererhoehung-geplant_id_5827947.html

    Kommentar von Campo-News — 16. August 2016 @ 10:24

  21. Mehr Ökokommunismus geht kaum - http://www.focus.de/finanzen/experten/oekonomenblog/auto-flexible-steuern-auf-benzin-gabriel-ruettelt-am-fundament-der-marktwirtschaft_id_5835863.html

    Kommentar von Campo-News — 18. August 2016 @ 10:09

  22. Die größte aller Laien lässt antreten - http://www.morgengagazin.com/politik/von-der-leyen-treibt-inklusion-in-der-bundeswehr-voran/

    Kommentar von Campo-News — 18. August 2016 @ 16:02

  23. Dieses Video spitzt die Genderei und die damit verbundenen Folgeerscheinungen auf eine wunderbare Weise zu. Besser geht es kaum. Es könnte eine Szene aus meiner Satire “Schönes Grün - 2022″ sein. Prima! Das ist politische Comedy! https://www.youtube.com/watch?v=iKcWu0tsiZM

    Kommentar von Campo-News — 23. Oktober 2016 @ 18:06

  24. In einem bemerkenswerten Beitrag in der „Zeit“ hatte Bernd Ulrich kürzlich als bekennender Grüner festgestellt, dass die „grüne Hegemonie“ bestimmt, „was in den Museen gezeigt und in den Schulen gelehrt wird, was in den Zeitungen geschrieben steht und im Rundfunk gesendet wird, was in den Regalen der Supermärkte liegt und was als letzter Schrei bewusster Ernährung zu gelten hat“. Zutreffend schreibt Ulrich über den Beginn der schwarz-gelben Bundesregierung im Jahr 2009, dass damals in Wirklichkeit gar kein bürgerlicher Machtwechsel stattgefunden habe: Der Spielraum der FDP sei „von Anfang an gleich null“ gewesen, weil „die Vergrünung der Republik“ schon längst unaufhaltsam gewesen sei. Es ist die von Ulrich trefflich beschriebene grüne Hegemonie, die sich gerade katastrophal auf das geistige Niveau der Auseinandersetzung mit Donald Trump auswirkt. Ein Großteil der Leitmedien berichtet nicht über den amerikanischen Wahlkampf, sondern es wird primitiv agitiert, als wären wir bei einem Bundeskongress der Grünen Jugend. http://ef-magazin.de/2016/11/07/10033-gruene-hegemonie-die-medien-im-anti-trump-furor

    Kommentar von Campo-News — 8. November 2016 @ 08:05

  25. https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/idiocracy-zukunftsvision-oder-bereits-realitaet/

    Kommentar von Campo-News — 6. April 2017 @ 09:01

  26. http://www.focus.de/politik/videos/debatte-um-sylvia-loehrmanns-auto-gruenen-ministerin-steigt-vor-wahlkampf-termin-extra-in-einen-hybrid-wagen-um_id_6936863.html

    Kommentar von Campo-News — 11. April 2017 @ 10:46

  27. http://www.focus.de/auto/news/klima-belastung-trotz-oekostrom-peinliche-umweltbilanz-gruene-landesregierung-jettet-um-die-welt_id_7173195.html

    Kommentar von Campo-News — 24. Mai 2017 @ 12:25

  28. Merkel: In 20 Jahren darf man nur noch mit Sondererlaubnis selbst Auto fahren http://www.focus.de/auto/news/automatisiertes-fahren-kommt-merkel-in-20-jahren-darf-man-nur-noch-mit-sondererlaubis-selbst-auto-fahren_id_7234707.html

    Kommentar von Campo-News — 11. Juni 2017 @ 11:59

  29. Wille zur Nacht

    Mit dem irrationalen und unredlichen Angriff auf die Verbrennungsmotoren, wird der Charakter der Entwicklung immer deutlicher. Die Deindustrialisierung ist und bleibt das unerklärte Ziel des ökosozialistischen Komplexes. Die Ideen und Taten des “Weißen Mannes” “Aufklärung, Wissenschaft, Arbeit und verstandesgemäßes Handeln” sind dem ökosozialistischen Komplex so fern wie alle anderen Grundtugenden. Von “New Age” bis zum “Neuheidentum”, von Esoterik über die Homöopathie bis hin zum Ökobauerntum, vereinen die “Hippies” eine Bewegung von links bis rechts. Schon darum haben wir, die Modernen, die messerscharfen Analysten, die pathosfreien Freien, die Verlacher ihrer erdschweren Fußfesseln, keine Chance gegen die Anbetung von schamanen - mayaonen ahnenhaften, blutigen Kulten und indianische Spökenkiekerei in einer entgeistigten, abgeklärten Welt. Die Hippierepublik Deutschland findet kaum Widerspruch. Pazisfismus, leben im Einklang auch mit monotonem Dreiklang, Pseudoverdrängungsrituale, der fehlende Wille zur Macht - das alles ist ihr gemeinsamer genetischer Code. Alle leben gleich, streben nicht nach demgleichen, sondern nach demselben. Gemeinsam zerstören sie die Grundlage, die sie hassen lernten, von Aachen bis Zittau, auf derselber Grundlage, mit ähnlichem Muster. Minderheitenfreundlich allesamt, ob türkisch oder russsischer Spielart, Gegner der eingeborenen Mehrheitsgesellschaft. Auch darum bleibt der kulturelle Aufschrei aus, auch darum ähneln sich ihre Äußerungsformen, auch darum ist das Menschenmaterial dasgleiche. MEIN kultureller Schmerz wird nicht geteilt, weil als Handlungsbasis längst akzeptiert wird, was einst als Ausscheidung von Monstren galt. Die Wahlergebnisse der Grünen spiegeln nicht die gesellschaftliche Durchsetzung ihrer Ideologie wieder. Wenn man eine Formulierung NIEMALS benutzen sollte, dann die, von der Niederlage der Grünen und dem Verlust ihrer Ziele. Genau das Gegenteil ist der Fall und dieser Sieg ist komplett, nur, dass wenige der Geschlagenen die Niederlage erkennen, zumal einige aus ihren Reihen, längst unter falschen Fahnen mitmarschieren. Die Umfragen für die Grünen mögen fallen, ihre Ideologie wächst und tötet jedes Leben, das den Menschen ausmacht.

    Ronald M. Hahn Ich hab’s gelesen, Tanja. Und ich hab mich gut unterhalten. Schon damals, als wir uns noch bei Kewil rumgetrieben haben. Du hättest ‘ne gute Science Fiction-Autorin werden können.
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    Tanja Krienen
    Tanja Krienen Danke! Ach, normalerweise ist “Sciene fiction” gar nicht mein Metier, aber ich schreibe gern absurde Entwicklungen, die ich oft früh erkenne, auf die Spitze treibend fort. Miniaturen sind dabei auch ein gutes Stilmittel. Aber einen großen Roman könnte ich ne schrieben, ich kann nicht ausladen fabulieren, kann nicht über Seiten hinweg Charaktäre entwickeln.

    Während Abgeordnete ihre Reden halten, spaziert Merkel durch die Reihen. Äußerst freundlich unterhält sie sich mit den Grünen. Der strahlenden Claudia Roth schüttelt sie sogar mehrfach die Hand. Solche Szenen waren bis vor kurzem noch undenkbar. http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagssitzung-im-live-ticker-bundestag-beraet-ueber-verlaengerung-von-bundeswehr-missionen_id_7874196.html

    Ronald M. Hahn Ich hab’s gelesen und kann es zur Lektüre wärmstens empfehlen. Es ist ‘ne Art Science Fiction-Roman, satirisch, gemein und unterhaltsam. Leider nur noch antiquarisch zu erbeuten…

    Der Gegenentwurf sozusagen -
    https://www.achgut.com/artikel/der_gruene_schwafler_1_habecks_karrierismus

    Kommentar von Campo-News — 10. August 2017 @ 08:39

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