Der neue Blog ist unter http://campodecriptanablog.apps-1and1.net erreichbar




26. Juni 2007

Sexuelle Wechselfälle

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 09:57

dornroschen.jpg

Dornröschen (im wahren Leben wahrscheinlich aus Nordhessen, Waldeck), das an seinem 15. Geburtstag von einer „Spindel“ „gestochen“ ward, und in Ohnmacht fiel, ehe es ein Königssohn erlöste.

 

 

§ 176 StGB
Sexueller Missbrauch von Kindern
(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Die Rechtsprechung hat hier bisher als erheblich angesehen (vgl. : Tröndle/Fischer Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 50 Aufl. 2001, § 184c Rdnr. 7)

  • Entblößen und Betasten des Geschlechtsteils oder der weiblichen Brust;
  • Anfassen des nackten Körpers in der Nähe des Geschlechtsteils;
  • heftige sexuelle Zudringlichkeit;
  • gewaltsamer Zungenkuss;
  • Onanieren;

Sexuelle Wechselfälle

 

Während in Deutschland schon 12jährige Kinder, nach vorher gegangener ideologisierter „Gender-Mainstream“ - Infiltrierung, mit Hormonen unumkehrbar zum „Angehörigen des anderen Geschlechtes“) behandelt werden (mit großer Freude nur Jungen), ohne dass der Kinderschutzbund, die Justiz oder irgendjemand aus den so genannten konservativen Parteien dagegen protestiert, wird die Hysterie hinsichtlich der Sexualität von Jugendlichen seit Jahren konsequent auf die Spitze getrieben. Die derzeit aufflackernden Proteste gegen die skandalöse Behandlung eines erst 17jährigen Deutschen in der Türkei, sind entweder als pure Heuchelei, oder partiell als Unkenntnis über den Zustand eigener Verhältnis zu werten.

 

Der Satz von Karl Kraus „Der Skandal beginnt immer erst dann, wenn die Polizei ihm ein Ende macht”, stimmt auch in diesem Fall wieder einmal und wenn die Presse jetzt „mutig“ agiert, dann nur, weil sich die Mächtigen in einem anderen Kulturkreis befinden. Ansonsten stimmt auch hier seine Feststellung: „Die Phantasiearmut, die hier Gesetze kleistert, Anklagen erhebt und Urteile fällt, ahnt nicht, dass sie für Vergehen, die in anderen Himmelstrichen keine sind, Menschenopfer unerhört fordert. Moralheuchelei und Feigheit einer, die bloß den Speichel des Siegers leckt, überbrücken die Kluft zwischen kleiner Ursache und großer Wirkung.“

Ja, Menschenopfer fordert die Hysterie, die nicht zwischen Kindern und Jugendlichen, tatsächlicher Pädophilie und Päderastie, Gewalt und Freiwilligkeit unterscheidet, und gipfelt in US-Staaten, wo man schon 19jährige, die sich mit 16jährigen einlassen, für Jahre ins Zuchthaus steckt. Ähnliches geschieht in der Türkei und wäre nicht viel anders auch hierzulande theoretisch möglich. Auch zukünftig wird das Gesetz durch die Praktik mehr und mehr ein Drohmittel zur Zerstörung von Menschen und Schaffung neuer und frühzeitig etablierter Neurosen, da die Biologie eine andere Sprache spricht, als die Moralien der guten, ideologisierten Menschen.

Während jede wirkliche Perversität beschönigend zur „Paraphilie“ verkleinert und extreme und obszöne Darstellungen von Sexualität auf sommerlichen Straßen und in den Medien bis zur Unerträglichkeit gezeigt werden, erklärt man die normale Sexualität von Jungen und Mädchen zunehmend zum Delikt oder zieht sie durch gesellschaftliche Zerstörungsphantasien von in der Regel gleichgeschlechtlich agierenden Personen in die AIDS-Hysterie hinein, obwohl es dafür nicht einen einzigen Beleg gibt.

Die Normalität wird zerstört - Abweichendes etabliert; Abtreibung erlaubt – Genforschung verboten usw.. Der gesellschaftliche Rahmen wird zur Falle des Normalen und Gesunden. Wer sich traditionell verhält erhält das Etikett „rückschrittlich“ oder Schlimmeres aufgeklebt. Zusammenhänge werden nicht ausdiskutiert – es gilt der schein-„liberale“ Weg des „Anything goes“, des „Alles geht“, doch nur dort, wo immer wieder neue Verhältnisse vorherrschen können, die Altbewährtes und Bewahrendes verdrängen.

Und so atmet alles diese Luft: Zunehmende Ehescheidungen inklusiver Erziehungsprobleme, die sich eben daraus ergeben (was stets verschwiegen, resp. nicht angemessen debattiert wird), steigender Geschlechterkampf und infolgedessen eine Vergiftung des Klimas auf allen Ebenen, Destruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse auf den Gebieten der Genetik, der Biologie und Psychologie und damit einhergehend eine Esoterisierung des Geistesleben, das längst keines mehr ist. Dazu: Diskussionsverbote, gelenkte Debatten und Abstrafungen oder massivste Unterdrückung, ja Kriminalisierung abweichender Meinungen.

Nötiger denn je kann auch rückblickend nur die Behandlung des Komplexes „Jugendsexualität“ im Campo gewertet werden. Mein Artikel „Lolita muss ins Heim“ sagte auch zu aktuellen Vorfällen schon das Nötigste. Ergänzen will diese Äußerungen durch kurze Auszüge aus Katharina Rutschkys Bemerkungen und jene Passagen des Autorenteams „Martin und Paul“, die sich ebenfalls der Thematik widmeten.

Lolita muss ins Heim (Tanja Krienen), Auszug aus Campo Nr. 4

Nur ein Fakt: Vor 100 Jahren menstruierten Mädchen bzw. jungen Frauen, zum ersten Mal im Alter von durchschnittlich 16 Jahren – heute aber liegt der Beginn der Geschlechtsreife bereits unter 12! Darum eröffnen Mütter in den Schulen, die Jagdsaison auf ihre Top tragenden Töchter, im Verbund mit Strickjacken und Ärmelschoner bestückten Alt-68er vollbärtiger Prägung, weil sie nicht ertragen können, was ihnen selbst verwehrt blieb – damals, und heute erst recht.

So steht der Gute, dem Schlechten nicht zufällig nahe, sondern - weil sich die Nähe und das Ansehen bedingen, ja den einen, ohne das andere, überflüssig erscheinen ließe. Der Aufpasser wird zum potenziellen Täter, weil er nur zum Aufpasser wurde, da er dem Über-Ich und „den anderen, da draußen“ zeigen will, wie weit entfernt er von den Verachteten steht, ja sogar die Träger eigener Obsessionen unter Kontrolle zu halten vermag. Er verfolgt, weil er vor sich selbst flieht, er wird zum streng auf einen Bereich fixierten Psychopathen, - zum Täter.

Die Kontrolle scheint universell; die Handelnden phrasieren schlecht kaschierte Boshaftigkeit zu Parolen guillotinscher Wirkung, die den noch lebenden Corpus eines jeden Opfers vor seiner öffentlichen Abschlachtung in die Gumpe taucht.

Missbrauch aber liegt nach gängiger Auffassung vor, wenn Sexualität im Spiel ist – egal ob freiwillig oder nicht. Jede einvernehmliche Handlung, jeder Ansatz einer Liebesbeziehung zwischen einem offiziell zu jungen Menschen und einem offiziell zu alten, wird kriminalisiert, sie wird pauschal zum Delikt! No way out! Abweichende Meinungen werden hysterisch niedergemacht.

Das Recht ist dehnbar, interpretierbar – die menschlichen Gesetze unterliegen gar einer ständigen Prüfung, einer immer wieder neuen Ausrichtung an die gesellschaftlichen Gegebenheiten. Der neokonservative Trend – quer durch alle Parteien – will es so, dass die Gesetzgebung in hiesigen Breiten der Zeit der Inquisition angepasst wird.

Das war das Jahr 2003 – ein sexualpolitischer Kommentar (Katharina Rutschky), Auszug aus Campo Nr. 4

Die feministische Hysterie wegen der epidemischen sexuellen Gewalt gegen Kinder ist zur gesamtgesellschaftlichen Normalparanoia mutiert, die in Hollywoodfilmen, Fernsehkrimis und Talkshows eben so wie von neuen Gesetzen und Initiativen aller Art bis hinauf in die Höhe von UNICEF ununterbrochen weiter verbreitet wird. Mit anderen Worten: Man hat aus dem skandalösen Versagen eines um Sex zentrierten „Kinderschutzes“ in allen westeuropäischen und angelsächsischen Ländern keine Lehren gezogen. Der feministische Generalverdacht gegen den Mann und sein Reich, die Kleinfamilie wurde bloß verschoben. Geographisch durch den „Sextourismus“ und personell durch die Konstruktion neuer Tätergruppen.

Gegen jede Einsicht, jede Vernunft und Erkenntnis scheint sich im sexuellen Kinderschutz ein Bedürfnis nach moralischer Runderneuerung zu artikulieren, das man beobachten sollte. Der Fundamentalismus sprießt.

Jugendliche als Opfer der Sexualneider/§ 182, der neue Schandparagraph 175? (Martin und Paul), Auszug aus Campo Nr. 4 und 5

Wenn schon nicht im Fernsehen gesagt wird, was Recht ist, wo denn dann, meinten die Stammtische und nicht nur die, schließlich gab es genügend Beispiele, wo Moderatoren öffentlich-rechtlicher Programme im Zuge der reißerischen Aufarbeitung von sexuellem Kindsmissbrauch mal schnell Kind- und Jugendalter verwechselten. Da war das missbrauchte Kind dann schon mal 17 Jahre oder gar 2O Jahre alt, wie beim ZDF im April 1997 bei „Kennzeichen D“.

 

15 Jahre Freiheitsentzug und Sicherheitsverwahrung sind bestimmt noch nicht das Ende der Fahnenstange. Jetzt passiert es sogar, dass grüne Funktionsträgerinnen in trauter Seelenverwandtschaft mit NPD, DVU und Republikanern eine weitere Strafverschärfung fordern. Die inzwischen grau gewordene Partei ist mit zunehmenden Alter ihrer Mitglieder immer mehr zu einer Schar antiquierter Kostüm - und Schlabberkleiderträgerinnen verkommen, die von ihrem damaligen antiautoritären Spät-68er-Ideal nur noch Freiheitsrechte für sich selbst beanspruchen, die Jugend dagegen muss kurzgehalten werden. Man hat die freie ungezügelte Liebe in der Ju- gend genossen, was brauchen da die eigenen Kinder Freiräume. Die Predigten zu sexuellem Verzicht kamen in der Vergangenheit ja oft genug von Leuten, die schon

ein gewisses Alter erreicht hatten oder die, wie Voltaire, impotent waren. Wahre

Keuschheitsfanatiker wurden im Feudalismus gerade die, welche in der Jugend am

häufigsten von Ihrem Sexualtrieb besessen waren. Mancher arge Sünder wurde dann zum

vertrockneten Heiligen. Alice Schwarzers Antiporno-Kampagne wurde von ihr gerade da am

fanatischsten geführt, wo sie als Titelbildfrau nur noch für ein Horrormagazin getaugt hätte.

Sexualneid auf die viel hübscher aussehenden und potenteren Jugendlichen! Selbst faltig und

vertrocknet, kann man die Jugend von den Freuden des Lebens durch Gesetze fernhalten, lieber

billigt man dem 100jährigen Johannes Heesters das Recht zu einem erfüllten Sexualleben zu,

als einem in der Blüte der „Stehkraft“ stehenden 14jährigen.

 

Der anarchistische Schriftsteller Peter Schult sah schon 1981 die Verbürgerlichung der Alternativen: „…Es strömten die verkorksten Töchter und Söhne der bürgerlichen Gesellschaft in die Szene, holten das Strickzeug hervor und sahen in dem Produkt ihrer Freizeitbeschäftigung ein revolutionäres Ergebnis. Man tauschte Rezepte über biodynamische Kuchen aus, sah in dem unappetitlichen Gemengsel aus Mehl und Sojabohnen, dessen fader Geschmack einen anwiderte, das Nonplusultra eines revolutionären Bewußtseins… “

 

Wie weit wir jetzt ins sexuelle Mittelalter abrutschen, erleben wir tagtäglich. Ein Heft von „Bravo“ wurde zum Beispiel wegen eines Aktbildes einer 13jährigen und einem Interview mit ihr auf den Index gesetzt. Dabei war dieses Foto weder anstößig noch erotisch und es wäre in einer Ausgabe der „Schönheit“ von 19OO (einem bekannten Kunst- und Fotomagazin) damals der Zensur garantiert nicht zum Opfer gefallen, denn zur Aktfotografie zählten von 189O bis 1932 neben Männern und Frauen selbstverständlich auch Kinder und Jugendliche. Wert wurde nur darauf gelegt, dass die Aktfotos nicht obszön waren. Nacktheit an sich war kein Fall für die Zensur.

 

Was das merkwürdigste ist, die sogenannte linke Presse bejubelt diese Maßnahmen der Einschränkung der Pressefreiheit auch noch. Doch die Jugendlichen sind nicht so dumm und infantil, wie sie die „taz“ z.B. gern hinstellt. Längst haben sie erkannt, daß die Zeitschrift „Bravo“ weit mehr ihre Interessen vertritt, als Bündnis 9O/ Die Grünen, „Wildwasser“, „Zartbitter“ und das Blatt „Emma“ zusammen. Die Abstimmung am Zeitungskiosk und die Umfragen bei Kindern und Jugendlichen über die Wertschätzung ihrer „Bravo“ zeigen dies deutlich.

 

Heute nicht mehr möglich wäre der Kassenschlager der 5Oer Jahre, der Film

„Liane, das Mädchen aus dem Urwald“. Man denke nur, Marion Michael, die

Liane, war erst 15 und dann Liebesszenen und halbnackt? Könnte wohl heute noch

Gitte als 15jährige singen „Ich will´nen Cowby als Mann“? Das waren wohl Fälle für die „Wildwasser“- Frauen und „Emma“-Feministinnen!

 

Aber auch Interviews in der Boulevardpresse wie noch vor ein paar Jahren liest

man nicht mehr, wie ein Interview mit der damals 15jährigen „Iffi“, Sie wissen

schon, die kleine rothaarige aus der „Lindenstraße“! Rebecca Simoneit-Barum gab treuherzig zum Besten: „Ich habe mit 13 die Liebe entdeckt - und meine Mutter hat mir voll vertraut!“. Zum Glück für den älteren Freund, kann man nur sagen, sonst säße er jetzt noch im Gefängnis oder in der Zwangspsychiatrie, wo ihm der perverse Trieb schon ausgetrieben werden würde, wie man jetzt so schön fordert. „Das Neue Blatt“ fragte Rebecca nach ihrem Liebesleben, dass sie mit 13 Jahren ihren ersten Freund gehabt hat und dass dieser etliche Jahre älter war als sie. Für Rebecca Simoneit-Barum war das aber kein Problem, ganz im Gegenteil, sie war so glücklich, dass sie es sofort ihren Eltern erzählen musste. Ihre Eltern hatten Verständnis, schließlich war ihr Vater auch 2O Jahre älter als ihre Mutter. Bei verständnisvollen Eltern ist vieles machbar, wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter und eine unsinnige Gesetzgebung wird von klugen Eltern auch nicht gegen das Glück ihrer Kinder missbraucht, aber der Druck wächst gegen die Vernunft.

 

Jeder Fernsehzuschauer konnte früher den frühreifen Kinderstar Desirée Nosbusch bei ihren Amouren mit alternden bekannten Moderatoren beobachten. In späteren Interviews gab sie zum Besten, wie ihr diese nicht nur platonischen Liebeleien im Beruf weitergeholfen haben.

Ähnlich auch bei Franziska von Almsick, wenn sie als 15jährige beteuerte: „Ich fühle mich nicht wie 15!“ Auf die Frage in einem Interview, ob es Probleme mit dem Zusammensein mit dem 1O Jahre älteren Stefan Zesner (ein Kinderschänder !?) gebe, antwortete sie mit nein und dass sie sich ja nicht wie 15 fühle.

- - -

Der Text spricht für sich, daß man aber von Jugendlichen ohne Altersbegrenzung schreibt, ist Methode, denn nun kann man schon 16- und 17jährige und noch ältere bevormunden. Daß Sex für Jugendliche in Deutschland auch unter gleichaltrigen bald verboten werden könnte, dies ist nicht aus der Luft gegriffen, denn bisher wurde von uns Deutschen auch noch der größte Schwachsinn – wenngleich mit einigen Jahren Verspätung - wenn er nur aus den Vereinigten Staaten von Amerika kam, nachgeahmt. Es wurde berichtet, daß Teenager im Bundesstaat Texas bald auf Sex (auch mit gleichaltrigen) bis zum 18. Lebensjahr generell verzichten müssen. Falls sie Sex dennoch haben, werden sie gerichtlich belangt. Die Ausschüsse des texanischen Repräsentantenhauses haben schon mit den Anhörungen zur Vorbereitung eines entsprechenden Gesetzes begonnen. Als Strafmaß für 16- und 17jährige die Sex haben, sind Geldstrafen und Jugendarrest vorgesehen. Wenn generell bei Sexualität, die auch den meisten Jugendlichen un- endlich viel bedeutet und ihnen „heilig“ ist, wenn dies nur zu einer „sexuellen Tat“ (man meint eigentlich: Untat) kriminalisiert wird, dann müßte auch dem Letzten klar werden, welch Geistes Kind die Leute sind, die da am Werk sind.

 

 

55 Kommentare »

  1. Ich hatte mich schon gewundert, dass in dem für seine Freizügigkeit hinsichtlich normaler und gesunder sexueller Beziehungen bekannte orientalische Kulturkreis plötzlich derartig hysterische Vorgänge geschehen. Jetzt erfuhr ich warum: Die EU hatte die Türkei als Vorleitung gedrängt - und um angeblich “Scheinehen” vorzubeugen - das “europäische Recht” bei sich einzuführen. Aha! Warum, verdammt, empfinde ich das Mittelalter immer mehr als vorbildlichen Zustand?!

    Kommentar von Campo-News — 26. Juni 2007 @ 11:16

  2. Aus dem “Don Quijote”, bannt nach dem edlen Ritter aus der Mancha, dessen größtes Abenteuer dergestalt bei Campo de Criptana stattfand, in dem er mutig gegen die Windmühlen zu reiten gewollt, heroisch scheiterte.

    Don Quijote

    1614

    Von der Vermählung der 15jährigen

    „Don Quijote“ (von Cervantes 1547 bis 1616), erstes Buch (1605), 43. Kapitel, Seite 450 – geraffte Darstellung:

    Die anmutige Geschichte des jungen Maultiertreibers, nebst anderen merkwürdigen Vorfällen, so sich in der Schenke zutrugen (und warum Tanja K. zuletzt doch noch eingreifen musste)

    Als nun der Morgen heran nahte, da drang zu den Ohren der Damen eine so wohltönende, so liebliche Stimme, dass alle ihr unwillkürlich aufmerksames Gehör schenken mussten, beosnders Dorotea, die wach an der Seite Dona Clara de Viedma schließ – so hieß nämlich die Tochter des Oberrichters. Niemand vermochte zu erraten, wer der Mann sei, der so schön singe; es war eine Stimme für sich allein, ohne Begleitung eines Instrumentes. Cardemio kam an die Türe und sagte: Wer nicht schläft, der horche auf; ihr werdet die Stimme eines jungen Maultiertreibers vernehmen, der so herrlich singt, dass es zum Herzen dringt.“ „Wir haben ihn schon gehört, Senor“, antwortete Dorotea, die auch Clara das Vergnügen an einer so schönen Stimme gönnen; sie weckte sie daher mit den Worten: „Verzeih mir, Kind, dass ich dich wecke, denn ich tue es damit dir der Genuß wird, die schönste Stimme zu hören, die du vielleicht in deinem Leben vernommen hast.“ „O mein Herzenfräulein, warum habt ihr mich geweckt? Die größte Wohltat war es, diesen unglücklichen Sänger nicht zu sehen und nicht zu hören.“ „Was sagts du, Kind?“ erwiderte Dorotea, „ bedenke, dass der Sänger ja nur Maultiertreiber ist.“ „Das ist er nicht“, sagte Clara, „ er ist Eigentümer großer Güter, und die Herrschaft, die er über mein Herz besitzt, wird ihm, wenn er sie nicht aufgeben wird, in alle Ewigkeit nie genommen werden.“

    Dorotea folgte der Worte des jungen Mädchens, die so voll Gefühls waren, dass sie weit über der Reife ihres jugendlichen Alters zu liegen schienen; und sie sprach daher zu ihr: „Ihr redet so eigen, Fräulein Clara, dass ich Euch nicht verstehen kann. Clara hob an: Jener Sänger, mein Fräulein, ist der Sohn eines Edelmanns aus dem Königreich Aragon und in der Residenz dem Hause meines Vaters gegenüberwohnte. Der junge Herr, der noch ins Kolleg ging, erblickte mich, endlich verliebte er sich in mich und gab mir von den Fenstern seines Hauses aus durch so viel Zeichen und so viele Tränen zu verstehen, dass ich ihm Liebe schenken musste. Unter den Zeichen, die er mir machte, war eines, dass er seine Hände ineinanderlegte, womit er zu verstehen gab, dass er sich gerne mit mir vermählen möchte; und als ich den Vorhang ein wenig in die Höhe hob und mich in ganzer Gestalt sehen ließ, gebärdete er sich so glücklich uns selig, dass er schier verrückt zu werden schien. Das, mein Fräulein, ist alles, was ich Euch über diesen Sänger sagen kann, dessen Stimme Euch so sehr gefallen hat, dass ihr an ihr allein schon erkennen könnt, dass er kein Maultiertreiber, sondern Gebieter über Seelen und Herrschaften ist.“ „Redet nicht weiter, Dona Clara“, sprach Dorotea jetzt und küsste sie dabei vieltausendmal. „Mit Gottes Hilfe hoffe ich Eure Angelegenheiten zu einem glücklichen Ende zu bringen.“ „O mein Fräulein, welches Ende läßt sich hoffen, wenn doch sein Vater so vornehm und so reich ist, dass er mich kaum wert achten wird, seines Sohne Dienerin, geschweige Gemahlin zu sein? Ich bin doch noch ein so junges Mädchen und er ein so junges Herrchen, in der Tat glaube ich, wir sind vom selben Alter und ich zähle noch nicht volle sechzehn Jahre.“
    ————————–Schnipp———————————-
    Die Ankömmlinge fragten den Wirt, ob vielleicht ein Jüngling von ungefähr fünfzehn Jahren in diese Schenke gekommen sei, gekleidet wie ein Bursche bei den Maultiertreibern; und hierbei bezeichneten sie genau, woran Dona Claras Liebhaber zu erkennen war.

    Unterdessen kam Dorotea aus ihrem Gemach und hinter ihr Dona Clara in voller Bestürzung, man berichtete ihnen nämlich, dass die Diener seines Vaters gekommen seien, ihn, Don Luis, zu suchen.

    Schon waren die vier, die Don Luis suchen sollten, alle zusammen in der Schenke und standen um ihn her und suchten ihn zu bereden, er möge sogleich, ohne einen Augenblick zu zögern, heimkehren und seinem Vater Trost bringen. Er antwortete, er könne dies unter keiner Bedingung tun, ehe er nicht eine Angelegenheit durchgeführt habe, bei der ihm Leben und Ehre und Seele auf dem Spiel stehe. Die Diener drangen nun stärker in ihn und versicherten ihm, sie würden auf keinen Fall ohne ihn zurückkehren, und ob er wolle oder nicht, sie würden ihn mitnehmen. „Das werdet ihr nicht tun“, entgegnete Don Luis, „oder ihr müsst mich tot fortbringen, ihr werdet mich nur ohne Leben von hinnen schleppen. Ich bin ein freier Mann und werde zurückkehren, wenn es mir behagt!“ „Die Vernunft wird Euer Gnaden zwingen“, entgegnete einer der Diener, „und wenn sie über Euch nicht genug vermag, so wird sie über uns genug vermögen, damit wir ausführen, wozu wir gekommen sind.“

    „Wir wollen doch einmal gründlich untersuchen, was dies bedeutet“, fiel der Oberrichter ein.
    Der Diener jedoch, der ihn als Hausnachbar erkannte, entgegnete: „Euer Gnaden, Herr Oberrichter, erkennt ihr diesen Edelmann nicht? Er ist der Sohn Eures Nachbars und hat sich aus seines Vaters Haus in einer seinem Range so unangemessener Tracht entfernt, wie Euer Gnaden sehen kann.“ Der Oberrichter betrachtete ihn aufmerksamer und erkannte ihn; er umarmte ihn und sprach: „Was sind das für Kindereien, Senor Don Luis. Oder welcher gewichtiger Grund konnte Euch bewegen, auf solche Weise zu reisen und in solcher Tracht, die sich so wenig für Euren Stand schickt?“

    Dem Jüngling traten die Tränen in die Augen und fasste des Oberrichters Hände mit aller Macht, um anzudeuten, dass ihm ein großer Schmerz das Herz zusammendrücke, und reichlich Tränen vergießend, sprach er: „Verehrter Herr, von dem Augenblick an, wo der Himmel es fügte, dass ich das Fräulein Dona Clara, Euere Tochter erblickte, von dem Augenblick machte ich sie zur Herrin meines Willens; und wenn der Eure, Ihr, mein wahrer Vater und Herr, es nicht verwehrt, so soll sie noch heute am Tage meine Gattin werden. Ihr kennt ja, Senor, den Reichtum und Adel meiner Eltern und wisst, dass ich ihr einziger Erbe bin; falls Eurer Meinung nach diese glücklichen Umstände Euch genügend Gründe bieten, um es auf gut Glück zu wagen, mich vollkommen glücklich zu machen, so nehmt mich alsogleich zu Eurem Sohn an.“ Hierauf schwieg der verliebte Jüngling, und der Oberrichter stand verlegen da. Don Luis küsste ihm stürmisch die Hände, ja er badete sie in seinen Tränen, was ein steinernes Herz hätte erweichen können, geschweige das des Oberrichters, der als verständiger Mann bereits eingesehen hatte, wie angemessen diese Ehe für seine Tochter sei. Nun blieb nur noch übrig die Diener zu überreden und die waren jetzt mit allem einverstanden, was nur immer Don Luis verlangte, und Dona Clara war darob so freudig erregt, dass ihr jetzt niemand ins Gesicht blicken konnte, ohne ihre Herzenswonne in ihren Zügen zu lesen.
    ———————————Schnipp————————
    Fantastischer Zusatz: Als sich nun die frohe Kunde herum sprach, betrat in diesem engelsgleichen Moment ein graugekleidetes Weib den hell ausgeleuchteten Platz und hob mit der hässlichsten Stimme, die je ein menschliches Wesen vernahm an: „Ich komme vom wilden Wasser und bringe Euch die Nachricht, dass der Herr Oberrichter wegen Kuppelei angeklagt und die beiden Kinder sogleich hinfort auf die Galeeren geschickt werden, aufdaß sie erzogen werden im Geiste unserer Moral.

    Als Tanja das las, rief sie den Don, der wenige Meter entfernt den erschröcklichen Auftritt des hysterischen Weibes regungslos, aber innerlich empört, beobachtet hatte, per Handy an, und befahl ihm nicht länger zuzusehen, da Seelen und die aristokratischen Regeln in Gefahr seien. Don Quijote bestieg den Rosinante, pflanzte die Lanze auf, und ritt der zeternden Gestalt entgegen. Als er ihr den langen Spieß mitten ins Herz bohrte, brachen die Umstehenden in lauten Jubel aus. Sancho Pansa kam hinzu und hieb mit einem Beil der Kreatur noch den Kopf ab, um ganz sicher zu gehen, dass dieses Scheusal sich nimmermehr zu rühren vermag. Während Don Luis hinzu kam, und den fahrenden Ritter befragte, woher er den Ruf vernahm, dieser ihm ein Bild Tanjas über das Fotohandy zeigte, brach der Jüngling sogleich wieder in Tränen aus, und klagte, er bereue seinen soeben gefassten Entschluss ob der Eheerklärung für Dona Clara. „Schicksal“, sagte Don Quijote, gab Rosinante die Sporen, und Sancho Pansa bestieg seinen Esel, nicht ohne dem Jüngling ein freundliches „Hasta luego“, zuzurufen.

    2.

    „Don Quijote“ ( von Cervantes 1547-1616), zweites Buch (erschienen 1614), 63. Kapitel, Seite 1031 – geraffte Darstellung:

    Von der Unannehmlichkeit, die Sancho Pansa bei dem Besuch der Galeeren erlitt, und von dem sonderlichen Abenteuer mit der schönen Moriskin (Bezeichnung für die in Spanien verbliebenen Moros/Mauren/Moslems nach der 1492 erfolgten Kapitulation des Königreichs Granada, ehe sie 1609 endgültig ausgewiesen oder in der Folgezeit getötet wurden).

    Der General befahl die Rah herunter zulassen, um auf der Stelle den Arráez und die übrigen Türken, die er auf dem Schiff gefangengenommen, zu hängen. „Der junge Mann hier ist unser Arráez, Senor“ Und hierbei zeigte er auf einen Jüngling, einen der schönsten und stattlichsten, die die menschliche Phantasie sich nur hätte malen können. Seinem Aussehen nach war er noch keine zwanzig Jahre alt. Er hatte schon die Hände gebunden, den Strick um die Kehle und erwartete den Tod. „Sag mir, Arráez, bist du ein Türke oder ein Maure oder ein Renegat?“ Darauf antwortete der Jüngling, ebenfalls auf kastillianisch: „Ich bin weder ein Türke noch ein Maure noch ein Renegat.“
    „Was bist du denn dann?“
    „Ein Weib, eine Christin“, antwortete der Jüngling.
    „Ein Weib, eine Christin, und in solcher Tracht und in solcher Lage?
    „Verschiebt, o liebe Herren, die Vollstreckung meines Todesurteils“, sagte der Jüngling.
    Der General gestatte ihm vorzubringen, was er zu sagen habe.
    Der Jüngling erzählte: „Ich stamme von jenem Volke, dessen Unglück größer ist als seine Besonnenheit und auf welches in diesen Tagen ein Meer des Unheils herabgeströmt ist; meine Eltern sind Morisken. Aber ich bin eine Christin, keine Scheinchristin, sondern eine wahre und echte. Bei den Beamten, die unsere jammervolle Austreibung zu überwachen hatten, half es mir nichts, dieses wahrhaftige Bekenntnis abzulegen, und so schleppten sie mich mit Gewalt fort. Ich hatte eine Christin zur Mutter und einen Vater, der verständig und nicht minder dem Christentum ergeben war; ich war im sittlichen Wandel erzogen, und weder hierin, noch in der Sprache verriet ich jemals die Moriskin. Mit diesen Tugenden hielten meine Reize, wenn ich einige besitze, gleichen Schritt und obwohl mein leben gewiss ein sehr sittsames war, genügte meine Zurückgezogenheit nicht, um einem jungen Edelmann namens Don Gaspár Gregorio die Gelegenheit zu versagen, mich zu sehen. Er war der Sohn eines Herrn, der nah bei unserem Dorfe seinen Edelsitz hatte. Wie er sich sterblich in mich verliebte und wie ich mich dennoch nicht ganz gewinnen ließ, das wäre zu weitläufig erzählt, und so will ich nur sagen, dass Don Gaspár mich bei unserer Auswanderung begleiten wollte. Er mischte sich unter die Morisken, da er deren Sprache gut verstand und mein Vater, ein kluger und vorsichtiger Mann, hatte bereits nach der ersten Bekanntmachung der Ausweisung unser Dorf verlassen und suchte in fremden Landen, wer uns aufnehmen möchte. Ich gehorchte und zog mit meinen beiden Oheimen und anderen fort, und der Ort, wo wir uns niederließen, war Algier; es war, als wären wir in die Hölle gekommen.

    Der König erhielt von meiner Schönheit unverzüglich Nachricht, und während er sich so mit mir unterhielt, meldete man ihm, mit mir zusammen sei einer der stattlichsten und schönsten Jünglinge gekommen, die man sich denken könne. Es war mir sogleich klar, dass damit Don Gaspár Gregorio gemeint sei, dessen Schönheit in der Tat die herrlichste und gepriesenste übertrifft. Ich geriet in Bestürzung, da ich die Gefahr erwog, in welcher Don Gaspár schwebte; denn UNTER JENEN TÜRKISCHEN BARBAREN WIRD EIN SCHÖNER KNABE ODER JÜNGLING HÖHER GEHALTEN UND GESCHÄTZT ALS EIN WEIB, und wenn es noch so reizend wäre. Der König BEFAHL SOGLEICH, den Jüngling herbeizuführen, um ihn zu sehen, und fragte mich, ob es war sei, was man von dem jungen Mann sage. Ich nun, als hätte ich plötzlich vom Himmel eine Eingebung erhalten, sagte, es sei allerdings so, aber er sei kein Mann, sondern ein Weib wie ich, und ich bäte ihn, mir zu gestatten, dass ich ihm die Kleidung seines Geschlechtes anlege, damit sich seine Schönheit in vollen Glanze zeigen und er ohne Verlegenheit vor seinen Augen erscheinen könne. Er antworte mir, ich möchte nur hingehen und dies tun, und am nächsten Tage wollten wir besprechen, wie ich nach Spanien zurückkehren, und den verborgenen Schatz heben solle.

    Ich sprach mit Don Gaspár, erzählte ihm die Gefahr, die ihm drohe, wenn er sich als Mann zeige, kleidete ihn in die Tracht einer Maurin und führte ihn noch an dem nämlichen Nachmittag vor den König, welcher das vermeinte Mädchen voll Bewunderung sah und sich vornahm, es als Geschenk für den Großherrn zu behalten. Da er die Gefahr vermeiden wollte, die ihr im Serail seiner Frauen drohen konnte, und da er sich vor sich selbst fürchtete, befahl er, sie zu vornehmen maurischen Damen zu bringen, welche sie bewachen und bedienen sollten, und so geschah es unverzüglich. Was wir beide empfanden – denn ich leugne nicht, dass ich ihn liebe – mögen diejenigen würdigen, welche voneinander scheiden mussten, wenn sie sich von Herzen liebten.

    Der König befahl sogleich, ich solle nach Spanien zurückkehren, begleitet von zwei türkischen Soldaten; es waren dieselben, die Eure Soldaten erschossen haben. Die beiden Türken, habgierige und freche Leute, wollten mich an der nächsten spanischen Küste in der Tracht von Christen, mit welcher wir versehen sind, an Land setzen. Es ist mithin so gekommen, dass Don Gaspár Gregorio in Frauenkleidern unter Frauen weilt, in augenscheinlicher Gefahr, ins Verderben zu geraten, und daß ich hier mit gebunden Händen stehe, in der Erwartung, mein Leben zu verlieren, welches mir ohnehin schon zur Last wird. Dies ist, meine Herren, das Ende meiner traurigen Geschichte, die ebenso wahr als traurig ist. Ich bitte Euch: laßt mich als Christin sterben.“

    Hier schwieg sie, ihre Augen füllten sich mit schmerzlichen Tränen, und viele von den Anwesenden weinten mit ihr. Der Vizekönig, gerührt und voll Mitleid, trat zu ihr, ohne ein Wort zu sagen, und löste mit seinen eigenen Händen den Strick von den Händen der schönen Maurin. Der General sagte: Ganz gewiß hindern mich Eure Tränen an der Erfüllung meines Schwures, lebet, soviel Lebensjahre Euch der Himmel beschieden hat. Dann beriet man, auf welche Weise Don Gaspár Gregorio aus der Gefahr, in der schwebte, gerettet werdet könne.
    ————————————-Schnipp———————————
    Obwohl Gregorio, als er von Algier weggebracht wurde, noch in Frauentracht ging, so hatte er sie auf dem Schiffe mit den Kleidern eines Sklaven vertauscht, der zugleich mit ihm entflohen war. Indessen, in welcher Pracht Tracht er auch erschienen wäre, so hätte man ihm stets den Menschen angesehen, der geboren war, um Liebe, bereitwilliges Entgegenkommen und Achtung bei allen zu finden, denn er war über die Maßen schön und sein Alter nicht höher als siebzehn bis achtzehn Jahre. Gregorio berichtete von den Gefahren und Bedrängnissen, von denen er sich unter den Frauen, bei welchen er weilen musste, bedroht gesehen; erzählte sie nicht in ausführlicher Darlegung, sondern mit kurzen Worten, die bewiesen, dass sein Verstand seinen Jahren weit voraus war.

    ..und später, wie gesagt, reisten Don Quijote und Sancho ab, Don Quijote ohne Wehr und Waffen und in Reisekleidern, Sancho zu Fuß, weil der Esel mit Wehr und Waffen beladen war.

    Zwei kleine Miniaturen

    „Don Quijote“ (von Cervantes 1547 bis 1616), zweites Buch (1614), 38. Kapitel, Seite 834

    Allwo Bericht gegeben wird vom Berichte, welchen die Kammerfrau Schmerzenreich über ihr eigenes Missgeschick erstattet hat.

    „In dem weltberühmten Königreich Candaya, bekam die Königen Dona Maguncia, die Witwe des Königs Archipel, eine Tochter, die Infantin Antonomasia. Als das Kindlein vierzehn Jahre erreichte und eine Schönheit besaß, dass die Natur sie nicht auf eine noch vollkommenen Stufe zu erheben vermochte. Wollen wir nun sagen, dass ihr Verstand noch etwas feuchtnasig war? Nein, sie war so verständig wie schön; ja, sie war die Allerschönste auf Erden und ich war ihre Kammerfrau.

    In diese Schönheit, in diese von meiner unbeholfenen Zunge nie nach Gebühr gepriesene Schönheit verliebten sich eine unendliche Anzahl Prinzen, sowohl einheimische als auch fremde, und unter ihnen wagte auch ein schlichter Edelmann am Hofe seine Gedanken zum Himmel im Vertrauen auf seine Jugendblüte und seine Stattlichkeit, auf seine großen Talente und seine Liebenswürdigkeit., die Gewandtheit und die glücklichen Anlagen seines Geistes; denn ich tue kund, dass er Gitarre spielte, als wenn er ihr eine Sprache verlieh, und dass er ferner ein Poet und ein ausgezeichneter Tänzer war und Vogelkäfige so schön zu fertigen verstand, dass er damit sein Brot hätte verdienen können, wenn er in Not geraten wäre: lauter Eigenschaften und Vorzüge, die ausgereicht hätten, einen Berg zu erschüttern, geschweige denn ein zartes Mägdelein.

    Und er sang Verschen und Lieder solcher Art, die, wenn die Männer sie uns singen, ins Herze dringen, und wenn sie sie uns schreiben, uns die Seele aufregen. Wie aber erst, wenn sie sich so tief vor uns demütigen, eine gewisse Art von Versen zu dichten, die in Candaya damals üblich waren und welchen sie den Namen Seguidillas gaben? Da hüpfen die Herzen, da spürte man den Kitzel, zu lachen, da zappelten die Glieder ohne aufzuhören, da befiel quecksilbriges Zittern alle sinne. Und deshalb sage ich, meine Herrschaften, solche Minnesänger sollte man von Rechts wegen auf eine Eidechseninsel verbannen. Don Clavijos, dies ist der Name des besagten Ritters, des unverschämten Spitzbubens, der sich des Mittels bediente, mich selber zu erobern, nur um der Infantin Antonomasia nahe zu sein. Nein, nein, bei allen Händeln solcher Art, muß die Heirat vorangehn und eine Zeitlang blieb der Handel verborgen, bis ein Anschwellen von Antonomasia Leibes der Welt alles offenbaren musste. Die Schritte bei Amt wurden getan, der Vikar beim geistlichen Gericht prüfte das Eheversprechen und nahm der Prinzessin die Beichte ab.

    Doch plötzlich erschien der Riese Malambruno, um Don Clavijo für seine Vermessenheit zu bestrafen und er verzauberte sie in einen Affen aus Erz und ihn in ein scheußliches Krokodil. Dies vollbracht hieß er sämtliche Kammerfrauen des Palastes vor sich bringen und überzog uns mit lang wirksamen Strafen, die uns immer bürgerlich tot machen sollten. Und im Nu fühlten wir alle, wie sich die Poren im Antlitz öffneten und wie es uns mit Nadelspitzen stach und so sind die Kammerfrauen mit Bärten bewachsen, hier mit blonden, dort mit schwarzen, hier mit weißen, dort mit grauen. Was soll man anfangen, wenn man ein Gesicht aufweist, das zum Buschwald geworden? In einem unseligen Augenblicke sind wir zur Welt geboren, zu unglückseliger Stunde haben uns unsere Väter gezeugt!“ „So ist es in der Tat, Senor“, antwortete eine von den zwölfen, „wir haben kein Geld, um uns den Bart putzen zu lassen; und darum sind etliche von uns aus Sparsamkeit auf gepichtes Linnen oder Pechpflaster gekommen, das wir ans Gesicht drücken; und wenn wir es dann mit einem Ruck abreißen, so sind wir auf der Stelle sauber und glatt wie der Boden eines steinernen Mörsers. Obschon es in Candaya Weiber gibt, die von Haus zu Haus gehen, um die Härchen aus der Haut zu zupfen und die Augenbrauen zu glätten und allerhand Salben, wie Frauen sie brauchen, zu besorgen, doch meist sind es herabgekommene Weiber, denen wir den Zutritt zum Schloß nicht gestatten mögen. Wenn uns vom Senor Don Quijote nicht Hilfe wird, so wird man uns mit Bärten zu Grabe tragen.“

    „Ich will mir den meinigen“, versetze Don Quijote, „im Maurenland ausraufen lassen, wenn ich euch nicht von den eurigen helfe. Sähe ich mich dem Malambruno gegenüber, ich weiß, es gibt kein Schermesser auf Erden, das Eure Herrlichkeiten leichter scheren könnte als mein Schwert dem Malambruno Kopf von den Schultern. Gott duldet die Bösen, aber nicht ewig.“
    ———————————-Schnipp————————

    Zweites Buch, 20. Kapitel, Seite 691

    Worin die Hochzeit Camachos des Reiches erzählt wird, nebst den Begebnissen mit Basilio dem armen.

    Die Bauern riefen: „Es lebe Camacho und Quiteria, er so reich wie sie schön.“ Als Don Quijote das hörte, sprach er für sich: „Wohl sieht man, dass diese Leute meine Dulcinea von Toboso nicht gesehen haben, denn sonst würden sie ihre Lobreden auf diese Quiteria etwas mäßigen.“

    Gleich darauf zogen zu verschiedenen Seiten der Laube viele mannigfache Tanzgruppen herein; darunter war ein Schwertertanz von vierundzwanzig jungen Burschen, stattlichen und munteren Aussehens, sämtlich in feines und glänzend weißes Linnen gekleidet, mit passenden Kopftüchern, die mannigfarbige Stickereien aus feiner Seide zeigten. Ihren Führer, einen gewandten Jüngling, fragte einer der berittenen Bauern, ob sich etwa einer der Tänzer verwundet habe. „Bis jetzt hat sich Gott sei Dank keiner verwundet. Wir sind alle frisch und gesund.“ Und sogleich begann er sich mit seinen Genossen in den Verschlingungen der Tanzfiguren zu drehen, mit so viel Wendungen und so viel Gewandtheit, dass Don Quijote, wiewohl er des Anblicks von derlei Tänzen gewohnt war, keinen so reizend gefunden hatte wie diesen.

    Desgleichen gefiel ihm eine andre Tanzgruppe, bestehend aus schönen jungen Mägdelein, deren keine dem Anschein nach unter vierzehn und über achtzehn Jahre alt war; sie waren alle in grünes Tuch von Cuenca gekleidet, ihr Haar, zum Teil geflochten, zum Teil frei fliegend, war bei allen goldblond, dass es mit dem des Sonnengottes wetteifern konnte., und sie trugen es es bekränzt mit Jasmin, Rosen, Amarant und Geißblatt. Nun kam ein Figurentanz, einer von jener Art, die man redende Tänze nennt. Er wurde aufgeführt von acht Nymphen, die in zwei Reihen aufgestellt waren. Die Nymphen, die dem Amor folgten, trugen ihre Namen am Rücken mit großen Buchstaben auf weißes Pergament geschrieben, Poesie hieß die erste, Klugheit die zweite, edle Abkunft die dritte, Tapferkeit die vierte. Auf dieselbe Weise waren die bezeichnet, die dem Reichtum folgten; Freigebigkeit lautete der Name der ersten, Geschenk der zweiten, Schatz der dritten, der der vierten friedlicher Besitz. Vor ihren allen her kam eine Burg aus Holz, welche vier wilde Männer zogen, ganz in Efeu und grüngefärbtes Segeltuch gekleidet und so natürlich aussehend, dass sie Sancho beinahe in Schrecken gesetzt hätten. Vorn an der Burg und auf allen vier Seiten stand geschrieben: Burg der züchtigen Wachsamkeit. Den Nymphen wurde von vier geschickten Tamburinschlägern und Flötenbläsern aufgespielt. Alle Tänzer mischten sich untereinander, bildeten Verschlingungen und lösten sie wieder mit reizender Anmut auf und edler Unbefangenheit, und sooft Amor an der Burg vorüberkam, schoß er seine Pfeile hinauf, der Reichtum aber zerschlug an ihr vergoldete Sparbüchsen…Wie Amor und seine Helfer das sahen, machten sie Miene, als wollten sie die Jungfrauen ihnen wieder entreißen. Alle Einzelheiten waren vom schall der Tamburine und den dazu passenden Bewegungen begleitet. Don Quijote fragte eine der Nymphen, wer das Ballet entworfen und einstudiert habe. Sie antwortete, ein Meßpfründner im Dorfe hier, der in solchen Dingen sehr geschickt sei.

    Beim Anbrechen der Morgenröte setzten sie ihren Weg fort, um die Gestade des Ebro aufzusuchen, wobei ihnen begegnete, was im kommenden Kapitel erzählt werden soll.

    Kommentar von Campo-News — 26. Juni 2007 @ 11:51

  3. So in etwa muss es jetzt - gar nicht weit entfernt - in der Türkei gewesen sein. “Menschenopfer”, der “Mutter kranken Wahn”, “Liebesüberfluss” und “Dirnen”. Der Unterschied zu damals: die Dichter waren aus Fleisch und Blut.
    Die Braut von Corinth

    Johann Wolfgang von Goethe

    goethe.jpg

    goethe-2.jpg

    Kommentar von Campo-News — 26. Juni 2007 @ 15:03

  4. In Westfalen ist man erfreulich unaufgeregter, wenngleich es auch hier an der letzten dialektischen Schärfe mangelt, nämlich der, dass dies erst möglich wurde weil sich die Türkei “europäisierte, und die Vorgänge hierzulande ebenfalls im Prinzip denkbar sind - und wohl auch geschehen (nur eben ohne Intenvention der Politik - im Gegenteil)
    Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem in der Türkei inhaftierten Schüler

    Bielefeld (ots) - Andere zehren ein Leben lang von den Träumen,
    die sie mit 17 hatten. Für den armen Marco aus Uelzen aber wird nach
    diesem Türkei-Urlaub ein Albtraum zurückbleiben.
    Marco sagt, er habe während der Osterferien in Antalya mit der
    13-jährigen Britin, die von sich sagte, sie sei 15, nur geflirtet.
    Wir waren nicht dabei. Wir wollen auch niemals dabei sein. Wir
    glauben vor allem, die Justiz hat nichts verloren, wenn Jugendliche
    ihre ersten Zärtlichkeiten und Küsse austauschen.
    Es gibt Gründe, zu glauben, eine 13-jährige sei noch nicht reif für
    die Liebe. Darüber sollte man mit dem Mädchen reden - als Verwandte,
    Freunde, Eltern. Die Polizei einzuschalten zeugt von extremer
    Hilflosigkeit. Ganz nebenbei beweist dieses Vorgehen auch
    pädagogische Kurzsichtigkeit.
    Bis zu dem Punkt kann man als aufgeklärte Europäer streiten. Zum
    Skandal wird die Affäre in dem Augenblick, als sich türkische
    Polizisten tatsächlich einschalten lassen
    . Nun »büßt« der junge Mann
    für seine Frühlingsgefühle in einem türkischen Gefängnis - in einem
    Raum mit 30 mutmaßlichen Kriminellen.
    Man fragt sich, warum ein Land, in dem so etwas möglich ist, in die
    Europäische Union will.
    Es ist gut, dass sich unsere Politiker endlich einschalten. Die
    Jugendlichen aber sollten ebenfalls reagieren. Ein Land, das sich so
    verhält wie in diesem Fall die Türkei, verdient nicht, dass man dort
    Urlaub macht.

    Kommentar von Campo-News — 26. Juni 2007 @ 15:54

  5. Nun ja, kein Mensch meint sowas. Was manche wollen und wofür reife Erwachsene schwärmen, das war das Thema.

    TK: Was war wo das Thema? Im CAMPO war exact das Thema, was hier nachzulesen ist und niemand hat dagegen genörgelt wie dies geschah (da es auch keinen Grund gab), ehe nicht diese Schmutzkampagne begann. Und was ist mit “kein Mensch meint sowas” gemeint? Ich rede hier vom geltenden Gesetz! Kannst du nicht lesen, was ich eingangs beschrieb?! Sind die Politiker, die diese Gesetze machten (HIER und nicht in der Türkei), keine Menschen?

    Kommentar von Braus — 26. Juni 2007 @ 22:28

  6. Wie “Opfer” und Organe das zusammenstoppeln, was zu schustern ist, zeigt das Protokoll, welches Spon aus der BILD, der Zeitung, die gegen die Erwärmung ist, zitiert:

    Die Schülerin habe angegeben, dass sie Marco Weiss am Tag der Tat in einer Disco der Ferienanlage im türkischen Side getroffen habe. Dort hätten sie gestritten. “Später, als ich, meine Schwester und meine Freundin M. gemeinsam im Zimmer waren, kamen der Beschuldigte und sein Freund. Er wollte sich bei mir entschuldigen. Wir haben sie hereingelassen”, zitiert die Zeitung.

    Weiter heißt es: “Eine Weile saßen wir auf dem Bett und unterhielten uns. Später setzten sich der Freund des Beschuldigten und meine Schwester auf den Balkon.” Ihre Freundin M. habe sich ins Bett gelegt und geschlafen. “Ich legte mich auch schlafen, obwohl der Beschuldigte neben mir war. Zwischen unserer Unterhaltung und meinem Einschlafen waren zirka 15 Minuten verstrichen. Als ich plötzlich zu mir kam, also erwachte, da fühlte ich den Beschuldigten auf mir. Ich schubste ihn weg. Dabei bemerkte ich aber eine Feuchtigkeit auf meinem Körper. Danach sind wir zum Arzt gegangen.”

    Selbst wenn er ohh und auch naaa, sowie niert hätte - von Gewalt nicht mal die Spur, die andere hinein phantasieren.

    Und weil ich natürlich irgendwann mal die Wahrheit fand, dass es diskutable sei, ob ein 60jähriger eine 16jährige - ebenfalls auf freier WILDBAHN - “liebt”, oder ein 50jähriger eine 15jährige, oder eine 40jährige einen 14jährigen, oder mir vorstellen kann, dass eine 13jährige auch einen 30jährigen attraktiv findet, verlinke ich gern dies nochmal -

    http://www.campodecriptana.de/blog/2005/09/16/343.html

    Kommentar von Campo-News — 27. Juni 2007 @ 16:59

  7. Einer behält den Kopf erfreulicherweise ganz klar: Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) warf in der N24-Talksendung “Links-Rechts” den türkischen Behörden vor, mit der langen Inhaftierung des 17-Jährigen den “Grundsatz der Verhältnismäßigkeit” zu verletzen. Schönbohm meinte, die Politik müsse “unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle” etwas für die Freilassung des Schülers tun. Er erklärte: “Mit Jugendgruppen” würde er “nicht mehr in die Türkei fahren.”

    jdl/AP/AFP

    TK: Tatsächlich hat der in sexuellen Fragen der normalen und gesunden Verhältnisse überaus toleranten arabischen Kulturkreises damit seine Unschuld verloren, und man ist geneigt, auch hier Schlimmeres zu befürchten.

    Kommentar von Campo-News — 27. Juni 2007 @ 17:47

  8. Die FAZ schreibt sachlich ganz richtig, dass dieses nach geltendem Recht hier ebenfalls möglich wäre - siehe oben zitierten 176. Traurig, aber wahr.

    Tatsache ist: Marco W. hätte in Deutschland das Gleiche passieren können. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Lüneburg. Sie hat gegen den Uelzener Schüler ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen des „Verdachts eines Verstoßes gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern“. Grundlage für dieses Verfahren ist Paragraph 176 des Strafgesetzbuches: „Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.“

    Strafanzeige nicht notwendig

    Die niedersächsische Justiz benötigt keine Anzeige, um ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern einleiten zu können. Das Verdachtsmoment genügt. Auch die Tatsache, dass sich der Vorfall in einem Hotel in Antalya zugetragen hat, spielt hierbei keine Rolle. Laut Paragraph 5 des Strafgesetzbuches gilt in diesem Fall das deutsche Strafrecht „unabhängig vom Recht des Tatorts“ auch für Taten, die „im Ausland begangen“ werden.

    Für großes Unverständnis in Deutschland sorgte die Inhaftierung des Jungen in einem Gefängnis in Antalya. Ein solches Ermittlungsverfahren könnte nämlich auch eingeleitet werden, ohne dass der Beschuldigte im Gefängnis sitzen muss. Doch auch in Deutschland drohte einem 17 Jahre alten Ausländer Untersuchungshaft: wenn ein dringender Tatverdacht für eine Straftat vorliegt und eine Fluchtgefahr besteht. Marco W. hat keinen festen Wohnsitz in der Türkei, seine eigenen Aussagen belasten ihn, also handelt auch hier die türkische Justiz rechtens - wenn auch überzogen. Denn die Haft muss zusätzlich verhältnismäßig sein.

    Sexuelle Handlungen wahrscheinlich

    Musste sich die Haare abrasieren

    In verschiedenen Interviews hat Marco W. berichtet, was zwischen ihm und der 13-Jährigen passiert sein soll. Die „harmloseste“ Schilderung des Abends lautet in etwa wie folgt: Der Schüler hätte sich mit dem Mädchen in dessen Zimmer getroffen, sie haben sich geküsst, berührt und wollten beide miteinander schlafen, doch es sei nicht dazu gekommen. Das berichtet Marco W. Die 13 Jahre alte Charlotte erzählt hingegen, sie sei neben Marco W. eingeschlafen. Als sie aufwachte, sei sie durch den Deutschen ohne ihre Zustimmung bedrängt worden, er hätte sich an ihr „gerieben“ und sei zum Höhepunkt gekommen. Schon die „harmlose“ Schilderung des Jungen reicht aus, um seine Handlungen als „sexuelle Handlungen“ zu interpretieren und ihn zu verurteilen.

    Ob beide mit den Intimitäten einverstanden waren oder ob das Mädchen gedrängt wurde, ist lediglich bedeutsam für die Strenge des Strafmaßes. Auch wenn die 13-Jährige vor Gericht erklären würde, dass sie Marco W. liebt und den sexuellen Kontakt wollte, würde dennoch Paragraph 176 des Strafgesetzbuch zutreffen. Schon das Dulden einer sexuellen Handlung kann strafbar sein.

    Ebenso spielt Marcos jugendliches Alter zunächst keine Rolle für die Verurteilung an sich. Der Schüler wird allerdings nach dem Jugendrecht behandelt, die Strafe würde milder ausfallen. In der Türkei bedeutet dies lediglich eine Reduzierung der Haftstrafe, in Deutschland ändert sich damit die „Kategorie“ der Strafe: Man würde erzieherische Sanktionen walten lassen.

    Kommentar von Campo-News — 28. Juni 2007 @ 07:04

  9. Miriam Lau schreibt in der WELT unter dem Titel “Der Mann als Opfer” treffend und ganz in meinem Sinne:

    “…Nachdem jetzt allgemein festgestellt wurde, dass auch in Deutschland Sex mit unter 14jährigen strafbar ist, kann man das Augenmerk einmal auf die Psychodynamik des Falles lenken.

    Einmal mehr ist bei Marco passiert, was seit Jahren in den Beziehungen zwischen Männern und Frauen trauriger Alltag geworden ist: die Verrechtlichung der Sexualität im Namen der Übervorteilung der Frau. Immer häufiger wird als Trennungsgrund Übergriffigkeit des Mannes angegeben; sind Kinder im Spiel, wird schnell einmal behauptet, der Mann habe sie missbraucht – mit den bekannten desaströsen Folgen für die Zukunft der betroffenen Mädchen und ihres Vaters.

    Das britische Mädchen Charlotte, deren Mutter Marco bei der Polizei angezeigt hat, erklärt, sie sei bereits eingeschlafen, als er sie sexuell genötigt habe. Die Erinnerung an die Jugendjahre mag bei vielen von uns schon ein bisschen dunkel sein – aber dass man einschläft, wenn man nach der Disco das erste Mal jemanden mit auf sein Zimmer bittet, das überfordert die Vorstellungskraft doch ein wenig.

    Man tanzt, man trinkt, man geht ein bischen weiter, als man wollte

    Charlotte und ihre Familie sind, wie die Boulevard-Presse berichtet, streng gläubig und leben zurückgezogen. Möglich also, dass hier abgelaufen ist, was unter Teenagern eben so abläuft: Man tanzt, trinkt ein bisschen, geht ein bisschen weiter, als man vielleicht bei Licht besehen wollte, und schämt sich anschließend oder fühlt sich jedenfalls irgendwie nicht wohl bei dem Ganzen.

    Statt nun die Sache zu bereden, sich von mir aus auch zu beklagen, dem Jungen eine runterzuhauen oder einen giftigen Brief zu schreiben, wird die Sache stellvertretend von der Mutter der Polizei übergeben. Sie muss gewusst haben, wie die türkischen Behörden auf so etwas reagieren, und eine Vorstellung von türkischen Gefängnissen dürfte auch jeder haben, der gelegentlich Zeitung liest.

    Ihrer Tochter hat sie damit einen Bärendienst erwiesen. Vermutlich wird Charlotte ihre liebe Not haben, sich irgendwann einmal unbefangen einem Jungen zu nähern. Sie wird nicht den Eindruck haben, Herrin ihres eigenen Schicksals zu sein, verantwortlich für sich selbst. Ein Pyrrhussieg.

    Kommentar von Campo-News — 28. Juni 2007 @ 15:55

  10. Wie auch in anderen, ALLTÄGLICHEN Fällen von Verstößen gegen die Menschenrechte, schweigt die Linke, wenn es sich nicht politisch instrumentalisieren lässt. Auch das sonst so laute, angeblich “liberale” und ach so islamkritische Lager schweigt, weil es selbst für gewöhnlich so “liberal” ist, dass es zwar mit Feministinnen für den “modernen Umbau” der Gesellschaft gegen die Eva Hermans dieses Landes eintritt (inklusive der Bejahung der Abtreibung), aber deswegen auch nichts dagegen sagen darf, wenn Sexualität, besonders von Männern, kriminalisiert wird. Und gegen das “neue Strafrecht” hat ja ebenfalls noch keiner protestiert. Oder? Nicht mal die sonst so “Freiheit” schreiende sogenannten Linken, die jeden unwichtigen Schafscheiß des Staates gewöhnlich “faschistoid” nennen.

    Selten liest man eine Meinung, die in einem dialektischen Sinne der Wahrheit nahekommt. So auch hier (Spon): “In das Konzert der türkeikritischen Stimmen hat sich jetzt auch Günther Verheugen (SPD) gemischt. Der EU-Industriekommissar sagte im “Bayerischen Rundfunk”, die Türkei handele zwar nach einem neuen Strafrecht, das auf Verlangen der EU auch in den meisten europäischen Ländern bestehe - dieses könne Brüssel der Türkei also schlecht vorwerfen, wohl aber die Umstände von Marcos Inhaftierung. “Die andere Seite ist, dass man einen Minderjährigen nicht solchen Bedingungen aussetzen kann und dass es wohl - so wie die Dinge liegen - nicht gerechtfertigt ist, den jungen Mann in Haft zu halten.”

    Kommentar von Campo-News — 29. Juni 2007 @ 10:21

  11. Wer hätte das gedacht, wenn ich mal von mir absehe? Jugendliche sollten keinen Sex haben! Heterosexuelle schon gar nicht! Wo kämen wir da hin? Wir sind doch nicht im Mittelalter!

    Hamburg - Der Fall Marco Weiss sei hierzulande offenbar “falsch bewertet” worden, sagte Christoph Frank, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes. In Deutschland würde bei einem solchen Geschehen “im Prinzip nichts anderes gelten” als in der Türkei, so Frank.

    Schauen Sie, ja schauen Sie, das schöne Spiegel-Panorama-Drama der Republik -

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,491613,00.html

    Kommentar von Campo-News — 30. Juni 2007 @ 17:42

  12. -Wenn ich angemacht werde, laufe ich davon-

    ……..Besonders schöne Erinnerungen hat Wolke an ihre Teenie-Zeit. “Das ist so eine tolle Zeit. Man macht so viele Dinge zum ersten Mal: küssen, sich verlieben und so Sachen”, findet sie. Mit zwölf Jahren bekam sie den ersten Kuss. “Es passierte auf der Geburtstagsparty einer Freundin. Das war der romantischste Kuss meines Lebens! Ich war total aufgeregt - auch drei Tage danach noch.” Wenn es nach ihr
    ginge, sollten die Leute es viel mehr genießen jung zu sein. “Die Jugendlichen stressen sich mit soviel Zeug, finden sich zu dick und meckern an Körperteilen rum. Man sollte sich das Leben nicht vermiesen lassen. Erwachsen ist man schließlich den Rest seines Lebens”, so Wolke.

    Kommentar von Acting like a Freak — 30. Juni 2007 @ 21:59

  13. Die „Bundesprüfstelle Campo“ empfiehlt die aktuelle Ausgabe von „Focus-Schule“, Titel „Die erste Liebe“.

    Was dem CAMPO einst Kritik bescherte – nämlich die Wahrheit – steht auch dort: „Die erste Regelblutung haben Mädchen heute zwischen zwölf und 13, vor 150 Jahren geschah dies erst zwischen dem 17. und 18. Lebensjahr. Auch den ersten Samenerguss erleben Jungen heute früher, als dies bei ihren Großväter der Fall gewesen sein dürfte.“ Wobei zu sahen ist, dass sie mit 17 oder 18 auch viel besser aussehen als ihre Großväter! Vor allem die nichtdeutsche Jugend.

    Die BRAVO wird dann, zurecht, gelobt: „Das Dr. Sommer-Team der BRAVO“, das sich, mehr als 50 Jahre nach seiner Initiierung rühmen kann, Heerscharen von Teenagern über alle Gefühls- und Gelingensfragen aus dem Gebiet unterhalb der Gürtellinie rückstandsfrei aufgeklärt zu haben.“ Und: „Wie soll eine Mutter reagieren, die in der Jeans ihrer siebenjährigen Tochter den Liebesbrief eines Drittklässlers findet, in dem dieser schreibt, er sei verliebt in die Erstklässlerin und wolle deren `Muschi lecken` (was sie bitte nicht den Eltern erzählen solle).“ Nun, der CAMPO empfiehlt hier selbstverständlich lebenslanges Wegsperren des pädophilen, ca. neunjährigen Straftäters mit gleichzeitiger Kastration, anstatt Aufklärung, Gespräche und elterliche Liebe.

    Die BRAVO, lässt der Focus berichten, gibt darüber Auskunft, dass „die Briefschreiber, anders als früher, erst zwölf“ Jahre alt seien und befragt deshalb auch schon 11jährige ob sie aufgeklärt sind und wie dies so sei, beim Orgasmus – siehe Grafik. Man stelle sich einmal vor, dass hätte der CAMPO einst veröffentlicht…aber so sehen wir, dass Empörung gezielt herhalten muss, wenn einem generell die Richtung nicht passt. Wer suchet, der findet und denunziert jene, die darüber nachdenken, auch seinerzeit vor Valencia „wie man verantwortungsvoll mit Jugendlichen umgeht“.

    focus-10.jpg

    Kommentar von Campo-News — 1. Juli 2007 @ 09:43

  14. Mein Reden: “Türkische Verhältnisse” herrschen auch hier und nicht nur in diesem Punkt - eher ist es partiell noch schlimmer:

    Spon: SPIEGEL ONLINE: Das heißt, ein 17-Jähriger, der sexuellen Kontakt hat mit einer frühreifen 13-Jährigen, die ihm sagte, sie sei 15, käme auch bei uns sofort in Untersuchungshaft?

    Frank: Das nicht, weil bei einem deutschen Schüler in Deutschland nicht von Fluchtgefahr auszugehen ist. Aber auch bei uns würde, wenn ein solcher Fall angezeigt wird, sofort ermittelt. Das sehen Sie schon daran, dass ja nun die Staatsanwaltschaft Lüneburg ihrerseits ebenfalls ein Verfahren eingeleitet hat. Und wenn in Deutschland der mutmaßliche Täter ein Urlauber aus der Türkei, der Schweiz oder sonstwoher wäre, reist der ja nach dem Urlaub wieder zurück. Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr käme deshalb auch bei uns in Betracht.

    SPIEGEL ONLINE: Auch bei einem Jugendlichen?

    Frank: Natürlich ist bei Jugendlichen die U-Haft das letzte Mittel; sie muss verhältnismäßig sein. Aber sexueller Missbrauch ist kein Bagatelldelikt. Und wenn der Fall so liegt wie offenbar hier: das Opfer sagt, dass der Sexualkontakt nicht einvernehmlich war, Aussage steht gegen Aussage, dann kommt man kaum umhin, Untersuchungshaft anzuordnen, weil sich das im Prinzip erst in einer Hauptverhandlung abschließend bewerten lässt.

    SPIEGEL ONLINE: Marco Weiss sitzt jetzt aber schon seit elf Wochen, muss vermutlich sein Schuljahr wiederholen.

    Frank: Das ist sicher bedauerlich. Ein solches Verfahren muss absolut beschleunigt betrieben werden. Aber elf Wochen können schwierige Ermittlungen, etwa mit einem Glaubwürdigkeitsgutachten, auch bei uns dauern.

    PIEGEL ONLINE: Aber wäre das, was da vorgefallen ist, bei uns wirklich strafbar? Frank: Natürlich. Wer mit einem Kind unter 14 Jahren sexuellen Kontakt hat, macht sich wegen sexuellen Missbrauchs strafbar.

    SPIEGEL ONLINE: Auch wenn das Mädchen mitmacht, und es nicht zum Geschlechtsverkehr kommt?

    Frank: Mit Geschlechtsverkehr hätte man einen schweren Fall des sexuellen Missbrauchs, bei Zwang sogar eine Vergewaltigung oder, ohne Geschlechtsverkehr, eine sexuelle Nötigung - und das sind alles schwere Straftaten, mit Mindeststrafen von einem Jahr und mehr.

    “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht”

    SPIEGEL ONLINE: Dem Jungen drohen in der Türkei nun angeblich acht Jahre Haft.

    Frank: Das mag dort der Strafrahmen sein. Bei uns drohen einem Erwachsenen in einem solchen Fall bis zu zehn Jahre, und mindestens sechs Monate. Für Jugendliche gilt dieser Strafrahmen bei uns zwar nicht, aber er dient dennoch als Orientierung bei der Frage, ob Jugendstrafe verhängt werden kann.

    SPIEGEL ONLINE: Aber kann man dem Jungen überhaupt einen Vorwurf machen? Dass Sexualkontakt mit einem Mädchen auch ohne Zwang und ohne Geschlechtsverkehr strafbar ist, scheint nicht allgemein bekannt zu sein.Frank: Das kann ich aus meiner beruflichen Erfahrung bestätigen - wobei meistens die Jugendlichen selbst besser Bescheid wissen als manche Erwachsenen. Aber hier gilt der Satz: “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.” Auch in der Berichterstattung zu diesem Fall wurden immer wieder die Aspekte Zwang und Geschlechtsverkehr zu sehr betont. Die Botschaft des Gesetzes - “unter 14 gar nicht” - sollte hier jedenfalls rüberkommen.

    SPIEGEL ONLINE: In den Niederlanden liegt die Altersgrenze bei 12, in der Türkei bei 15. Ist das gerechtfertigt?

    Frank: Solche Unterschiede gibt es nunmal, die zugrunde liegenden Wertungen sind aber hier wie dort völlig identisch: Kinder sollen in ihrer psychischen und damit natürlich auch sexuellen Entwicklung absolut geschützt sein, vor Erwachsenen aber auch vor älteren Jugendlichen. Auch im konkreten Fall war das Mädchen nach dem Sexualkontakt ja offenbar verstört und ist nun in psychologischer Behandlung, das sollte man nicht ignorieren.

    Das Interview führte Dietmar Hipp

    ZUR PERSON
    Christoph Frank, 54, Oberstaatsanwalt in Freiburg, ist seit diesem Frühjahr Vorsitzender des Deutschen Richterbundes. Der Richterbund ist der größte Berufsverband der Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in Deutschland mit rund 14.000 Mitgliedern.

    Kommentar von Campo-News — 2. Juli 2007 @ 12:47

  15. Die FAZ stellt die richtigen Fragen und fasst sich - quasi - an den journalistischen Kopf angesichts der Antworten:

    02. Juli 2007 . . . Der 17 Jahre alte Junge hat sich möglicherweise strafbar gemacht, weil er gegen den Paragraphen 176 des Strafgesetzbuchs – „Sexueller Missbrauch von Kindern“ – verstoßen hat. Heribert Ostendorf ist Leiter der Forschungsstelle für Jugendstrafrecht und Kriminalprävention an der Universität Kiel. Ein Forschungsschwerpunkt des früheren Generalstaatsanwalts ist der Umgang mit dem Paragraphen 176. Marco Dettweiler hat ihn zur generellen Situation von Jugendlichen hinsichtlich der Strafbarkeit in Deutschland befragt.

    FAZ: Herr Ostendorf, nehmen wir an, dass die Beweislage so wäre, dass der 17 Jahre alte Marco W. mit der dreizehnjährigen Charlotte keinen Geschlechtsverkehr hatte, würde dann in Deutschland das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt werden?
    O: Nur dann, wenn er keinerlei sexuellen Kontakt mit dem Mädchen gehabt hätte. Der Paragraph 176 des Strafgesetzbuchs verbietet jeglichen sexuellen Kontakt mit Kindern: „Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.“ Da das britische Mädchen erst 13 Jahre alt ist, gilt es vor dem Gesetz als Kind.

    FAZ: Aber nehmen wir weiterhin an, in Deutschland verliebt sich eine Dreizehnjährige in einen älteren Jungen und macht explizit klar, dass sie mit ihm schlafen will. Was kann der Junge tun, um nicht strafbar zu handeln?
    O: Zunächst nicht viel. Eine Einwilligung des Mädchens oder eine Einverständniserklärung der Eltern reichen nicht aus, damit der Junge nicht gegen den Paragraphen 176 verstößt. Es sei denn, er hat nicht vorsätzlich gehandelt. Das heißt, er war im berechtigten Glauben, das Mädchen sei mindestens vierzehn Jahre alt.

    FAZ: Das Gesetz scheint nicht besonders praxisnah zu sein. In Deutschland gibt es doch sicherlich viele 13 Jahre alte Mädchen, die mit vierzehn-, fünfzehn- oder sechzehnjährigen Jungen auch eine sexuelle Beziehung haben?

    O: Sicherlich kommt so etwas häufig vor. Es gibt noch eine absurdere Situation: Wenn zwei Dreizehnjährige zusammen sind, schon miteinander Sex haben und einer von beiden 14 Jahre alt wird, dann macht sich der Vierzehnjährige strafbar. Vorher nicht, weil sie beide noch Kinder sind. Sie müssten also theoretisch damit aufhören, bis der andere auch 14 Jahre alt ist.

    FAZ: Das klingt doch sehr unsinnig. Ist der Paragraph 176 überhaupt noch zeitgemäß?
    O: Mit Paragraph 176 Strafgesetzbuch will der Gesetzgeber eine Tabuzone errichten: Man darf mit Kindern nichts Sexuelles anfangen. Der Staat will Kinder absolut schützen.

    FAZ: Aber wenn doch das – sagen wir – 13 Jahre alte Kind einwilligt?

    O:: Dann ist es dennoch gut, dass das Gesetz so streng ist. Jedes Tabu hat seine Härte. Denken Sie an eine Dreizehnjährige, die sich auf so etwas einlässt, weil ihr etwa Geld oder andere Geschenke angeboten werden.

    FAZ: Um noch einmal auf Ihr Beispiel zu kommen. Müssen die beiden nun wirklich warten, bis der andere kein Kind mehr im Sinne des Gesetzes ist?

    O:  Von Gesetzes wegen ja. Die Strafjustiz wird aber solche Fälle situationsbezogen behandeln. In diesem konstruierten Fall kann schon die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung absehen. Wenn es doch zur Anklage kommt, kann das Jugendgericht angemessen reagieren.

    FAZ: Was bedeutet das?

    O:  Es kommt auf die Situation an. Es spielt etwa eine Rolle, ob der Ältere die Situation ausgenutzt hat oder es bereits eine dauerhafte Beziehung gab. Die Strafjustiz würde nicht mit Freiheitsentzug reagieren, sondern Erziehungsmittel einsetzen.

    FAZ: Viele Jugendliche würden sich vermutlich wundern. In diesem Alter kennt man keine Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch. Muss der Staat in dieser Hinsicht nicht in der Öffentlichkeit ein sensibleres Bewusstsein unter Jugendlichen schaffen?

    O: Es ist das Problem von allen Strafrechtsnormen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass jeder die Gesetze kennt.

    FAZ: Wieso tut er das?

    O: Weil das Strafrecht sonst schwer anders zu handhaben ist. Für den sexuellen Missbrauch von Kindern gilt, dass die Altersgrenze von 14 Jahren, also der Übergang von der Kindheit zur Jugend, eine Kulturnorm, aber auch ein Stück Fiktion ist. Von diesem Alter an setzt eine tendenzielle Autonomie bei den Menschen ein, ebenso die strafrechtliche Verantwortlichkeit. Die Grenze wird nicht nur in Deutschland häufig bei Gesetzen gezogen. Sie gilt auch in den meisten Staaten Europas.

    Die Strenge des Paragraphen scheint sogar noch wichtiger zu werden, wenn man bedenkt, dass der Umgang in der Öffentlichkeit mit Sexualität immer lockerer wird.

    Gerade deswegen brauchen wir diese altersbezogene Tabu-Grenze. Wenn ich mir anschaue, welche Rolle Sexualität im Alltag und in den Medien spielt, dann hätte ich schon Sorge, wenn wir am Paragraphen 176 etwas ändern würden.

    Heribert Ostendorf, früherer Generalstaatsanwalt, ist Leiter der Forschungsstelle für Jugendstrafrecht und Kriminalprävention an der Universität Kiel.

    Die Fragen stellte Marco Dettweiler.

    Text: F.A.Z.

    Kommentar von Campo-News — 2. Juli 2007 @ 15:00

  16. Eine Eulenspiegelei, das Ganze.
    Vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass einerseits an jeder Ecke, in jedem Käseblättchen, jedem Fernsehprogramm blanke Möpse und dralle Hintern dargeboten werden, man ist ja sexuell soooo befreit (wenn’s dem Kommerz dient)
    Andererseits diese Hysterie. Da war es in meiner Jugend, in den “wilden” Siebzigern doch besser: flirten, knutschen, petting ohne Gewissensbisse, wobei, da fällt mir so ein: ich war 13 und mein damaliger Freund 17. Puh, nochmal davongekommen ;)
    Armer Marco, arme Charlotte…

    Kommentar von Nita — 3. Juli 2007 @ 16:39

  17. Hallo Nita!

    Also, ich halte Charlotte für eine Semitäterin - eigentlich ist die Mutter die, die alles zu verantworten hat.

    Doch man stelle sich mal vor, der CAMPO hätte einen - nach dem allerneusten Stand - sexuellen Misbrauch unkommentiert dokumentiert. Aber die Bild zeigt hier, was sich die 13jährige Mara wünscht und mit dem 17jähjrigen Lasse macht - http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/07/02/13-jaehrige/welt-traeume-wuensche-aengste.html

    Daran anknüpfend kann ich auch nur das bestätigen, was du sagst: Zu meine Zeit wären wohl nur die Klassen-Schwuchteln, gestörte Mädchen oder Asexuelle - also jene, die heute dominieren - NICHT straffällig geworden. Nach heutiger Definition wäre ich mindestens einmal Opfer und zwei Mal Täter/in gewesen - einfach lächerlich!

    Dazu noch diese kleine Episode: In Spanien war ich mal bei einer Bekannten /Freundin eingeladen, die eine damals 13jährige Tochter hatte. Da hielt plötzlich ein Auto und ein junger Mann hupte (wie üblich). Töchterchen sprang die Treppen hinab und verschwand im Gefährt. Es sei der Freund, meinte die Bekannte. Hm, erwiderte ich, angesichts meiner ja schon 2004 virulenten CAMPO-Erfahrungen mit diesem Thema. In D., so könne es, falls es eine böse Nachbarin gut meine, Probleme mit diesem Sachverhalt geben, gab ich zu bedenken (augenzwinkernd natürlich). Die Spanierin war äußerst erstaunt. Warum? fragte sie, wo wäre das Problem? Ihre Tochter mache sich nichts aus den gleichaltrigen Jungen in ihrer Klasse - das seien für sie alles nur unreife Kinder (Invantiles, im wahrsten Sinne des Wortes). Der 18jährige aber habe ein Auto, wäre also mobil, sei vernünftig, könne ihr etwas bieten, sei ein adäquater Gesprächspartner und sie wisse, dass er auf die Tochter aufpasse und begleitend wieder nach Hause brächte. Gut, bis kurz nach Mitternacht, als wir gingen, war sie noch nicht zu Hause, aber es wird schon stimmen…

    Man sieht, man geht dort, nahe Valencia, im allgemeinen sehr verantwortungsvoll mit Jugendlichen um.

    Kommentar von Campo-News — 3. Juli 2007 @ 18:56

  18. In einer Gesellschaft, die sich freut, wenn, wie in Hessen, sich Lesben aus konservativen Regierungen offenbaren, die privat ihre Wehwehchen bei Gleichgesinnten durch Handauflegen heilen lassen, UND DESHALB auch in der gleichen Woche für den Kreationismus eintraten, eben jene Gesetze beschließen, die bei SPON zu folgender Meldung geraten:

    Berlin - Vor wenigen Tagen soll der Erstklässler Emre weinend vor seiner Mutti gestanden haben, um in einem Mischmasch aus Deutsch und Türkisch zu erklären, was vorgefallen sei. “Ich habe ihr nicht an den Po gefasst”, habe er geschluchzt. Die Erklärungsnöte seien wegen eines Briefs von der Schulleitung entstanden, in dem den Eltern mitgeteilt worden sei, dass der Siebenjährige für eine Woche vom Unterricht ausgeschlossen werde. Der Grund: “sexueller Übergriff auf eine Mitschülerin”. Das Schreiben wurde von der türkischen Zeitung “Hürriyet” - die auflagenstärkste in Deutschland - veröffentlicht.

    “Bei Marco heißt es Flirt, bei Emre gleich Missbrauch”, titelt das Massenblatt auf Seite eins und beschwert sich über die Ungleichbehandlung von Deutschen und Türken. Die Geschichte über den Grundschüler aus dem Berliner Bezirk Mitte ist bizarr, aber nur eine von vielen…

    Kommentar von Campo-News — 5. Juli 2007 @ 16:06

  19. aus anderen Foren:

    Ich kann mal wieder wegen Überarbeitung und Krankheit (nur grippaler Infekt) erst verspätet antworten. Bei uns geht es doch anders zu als in der Türkei. Dass sexuelle Kontakte zu Personen unter 14 auch für solche zwischen 14 und 18 verboten sind, wird hier so sehr ignoriert, dass man das Verbot vergessen und der Türkei eine Menschenrechtsverletzung vorgeworfen hat.

    Um mal nicht immer alle Türken in einen Topf zu werfen, verwende ich jetzt mal den Begriff “Traditionstürken”, analog zu “Traditionslinken”, die ich ja auch gern in die Pfanne haue. Bei uns schaut die Justiz in solchen Fällen weg. Die traditionstürkische Justiz muss aber unbedingt zeigen, was sie drauf hat, wie sie an einem harmlosen Urlauber ein Exempel statuieren kann. Pech für den armen Fummler, dass ihn die kleine englische Schlampe (ich schätze mal, von der äußeren körperlichen Entwicklung geht die locker für 24 durch) in der Türkei verzinkt hat. Also, wenn es bei uns auch verboten ist, warum soll der Typ dann nicht einfach mal acht Jahre brummen für ein bisschen grabschen?

    Grüße, Holger

    SignaturMartin Luther King (1929 - 1968): “In the end, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends.”

    hegelxx
    Watzmannbesteiger
    ……………

    Status: Online
    Registriert seit: 02.04.2005
    Beiträge: 4802
    Nachricht senden
    … Erstellt am 16.07.2007 - 21:51 Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen

    So ganz kann ich dir nicht folgen, werter Holger,

    schrieb

    warum soll der Typ dann nicht einfach mal acht Jahre brummen für ein bisschen grabschen?

    Meinst du, die sollen heiraten und nach 8 Jahren ist die Scheidung sicher? (Ist ja auch Knast)

    Denn spätestens mit 32 will die “wie 24″ aussehende BÜX Kohle für ein Facelifting und komplette Zahnrestauration. Und Scheidung kann teuer sein…

    Also, ok, dann doch lieber Knast und keine Bräute weit und breit.

    Ich sehe den Richter schon grinsen, wenn er an die 12-jährige des Staatsanwaltes denkt, der Sack.

    Der nächste Schritt führt uns auf die Oberstufe der Barbarei, die Periode, in der alle Kulturvölker ihre Heroenzeit durchmachen: die Zeit des eisernen Schwerts, aber auch der eisernen Pflugschar und Axt. Das Eisen war dem Menschen dienstbar geworden, der letzte und wichtigste aller Rohstoffe, die eine geschichtlich umwälzende Rolle spielten, der letzte - bis auf die Kartoffel.

    (Friedrich Engels, Friedrich Engels - “Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats” in: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke.
    Dietz Verlag, Berlin. Band 21, 5. Auflage 1975, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. irgendwo S. 152-173.)

    Kommentar von hegelxx — 16. Juli 2007 @ 21:01

  20. Ich verfolge den Fall des Marco W. seit er publik wurde.

    Was da in den Foren und Kommentaren der Mainstreammedien
    alles an übelster Hetze, erschütternder Bosheit
    über einen bislang unbescholtenen Minderjährigen
    ausgekippt wird, spottet jeder Beschreibung, teils ja
    nicht nur vom Pöbel, der den kommentierenden Moralgriffel
    schwingen darf, sondern auch von der angestammten Journaille…

    Mir würde die Zeit fehlen, überall adäquat zu antworten.

    Da, wo ich es versuche, fehlt mir mitunter die polemische Schärfe,
    um meine Kritik entsprechend anzuspitzen. Und es fehlt mir immer
    wieder auch an Backgroundwissen !!!

    Ich schäme mich für dieses Geständnis nicht, warum auch,
    kann nicht alles haben…

    Heute hat ein Zufall gefügt, dass TK in einem solchen
    Kommentar einen Link hierher hinterließ.

    Dieser Blog erscheint mir wie ein sprudelnder Quell der
    Inspiration, den ich gerne nutzen werde…

    Herzlichen Dank nochmal für den Wegweiser hierher….

    Kommentar von günther — 7. August 2007 @ 16:47

  21. Danke für die positive Kritik!

    Tatsächlich ist es skandalös, wie dieser Fall auch hierzulande behandelt wird. Man schien sich nur kurz zu empören, dann merkte man, dass in Deutschland eine sehr ähnliche Gesetzgebung herrscht, die ganze Jahrgänge von Jugendlichen eines bestimmten Alters kriminalisiert. Dass auch die Jugendverbände, die doch sonst bei jeden Unsinn drittklassiger Wichtigkeiten protestieren, hierzu schweigen, zeigt nicht nur, wie jeglicher politischer Protest aktuell nur in instrumentalisierter Form möglich ist. Sexualität wird bei dieser Jugend anscheinend nur debattiert, wenn sie sich aus abwegigen Motiven speist, sowie ja auch generell das Perverse zunehmend zur Normalität, aber das eigentlich Normale zur Absurdität erklärt wird.

    Man ist dabei das junge Leben eines Menschen zu zerstören. Es schweigen auch die “liberalen Kräfte”, die sonst z.B. die tatsächliche oder angebliche Unterdrückung in islamischen Ländern thematisieren (auch hier wieder nur instrumentalisieren). Man kann es gar nicht fassen - und kaum noch beschreiben - was 2007 in Deutschland passiert. Die Gesellschaft steuert seit Jahren auf ihren Zerfallsprozess zu. Ich bin nahezu sprachlos. TK

    Kommentar von Tanja Krienen — 8. August 2007 @ 06:59

  22. Und wann begreifen die Medien, dass nach diesen sexualfeindlichen Gesetzen, die wir dem politischen Feminismus verdanken, JEDE Handlung - siehe den Ausgangsbeitrag - als “Missbrauch” gewertet wird ? - http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,498837,00.html

    Natürlich erhält das Mädchen psychologische Unterstützung - man hält doch zusammen…

    Kommentar von Campo-News — 8. August 2007 @ 12:58

  23. Die Zeugen haben es bestätigt.

    Keine Vergewaltigung, einvernehmlicher Sex unter Minderjährigen also.
    Tatbestandsirrtum über das Alter des Mädchens anzunehmen. Ebenfalls
    durch den Zeugen gestützt, der sich selber gewaltig im Alter der Göre
    geirrt hatte, der untersuchende Arzt, ein Türke, männlich, alt.

    Das englische Muttertier hat nicht nur den Tort an ihrem Früchtchen zu
    verantworten, es hat auch schlicht gelogen und Falschaussagen verbreitet.

    Konsequenz für den Angeklagten ? Ja doch !
    Weitere U-Haft. Tiefer in das Loch.

    Begründung ? Klar doch !

    Das Gericht legt die Freilassung des Jungen ins Belieben der englischen Tussi,
    deren Töchterlein unbedingt vor Gericht gehört werden soll…

    Ist der Richter geil ‘drauf, die Göre auch selber ‘mal… wenigsten aus der Nähe,
    mit den Augen….
    Ist ja nichts ungewöhnliches, in der dortigen “Kultur”, mit Kindern…
    man nennt sie dann “Ehefrauen”…

    Ergebnis für den minderjährigen Jungen ?

    Klar ! Feststellbar und benannt.
    Der Vater entdeckt schon die Macke an ihm.
    Der Anwalt formuliert freundlicher.
    Der sagt, er sei nicht mehr der alte…

    Folter im fairen türkischen Rechtssystem
    würde uns überraschen, haben wir noch nie gehört,
    und wäre uns völlig unverständlich…

    Die Bundespressetussi fantasiert schon fiebrig:

    Zitat:
    Deutsche Diplomaten bemühen sich

    Das Auswärtige Amt bemüht sich weiterhin um eine Entlassung aus dem Gefängnis. “Wir vertrauen weiter darauf, dass die unabhängige türkische Justiz im laufenden Verfahren ein faires Verfahren garantiert und die Möglichkeit zu einer Freilassung, die es ja durchaus gibt, ausschöpft“, sagte eine AA-Sprecherin am Mittwoch in Berlin. Die Bemühungen liefen weiterhin auf “Hochtouren”.

    Zitat Ende, aus der SZ von gestern…so oder so ähnlich, abgeschrieben, aber in fast allen anderen mainstream-Presse-Ejakulaten nachlesbar…

    Sie “bemühen sich” die deutschen Diplomaten….

    Wirkung ? Im Nano-Bereich. Also nicht feststellbar…

    Ex-Staatsanwalt und Richter, nunmehr opinion-leader in der SZ, Heribert P.,
    will uns weismachen, in Deutschland würde alles genauso ablaufen…

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/472/127270/#readcomment

    Also mal in einem einfachen, deutschen Satz:
    …..
    Es war nix.
    Der Junge ist dran schuld.
    Den machen wir hin.
    …..
    Das ist der Film, der grade läuft…

    Kommentar von günther — 9. August 2007 @ 06:50

  24. Prantl hat recht, wenn er sagt, dass die Geschichte umgekehrt möglicherweise nicht anders gelaufen wäre, er versagt aber in seinen anschließenden Ausführungen, die darauf “verzichten”, diese Schweinerei als eine, die in jedem Falle skandalös ist, zu entlarven. Unfassbar wird es, wenn er ausgerechnet den zaghaften Protesten der deutschen Medien den schwarzen Peter zuschanzt, anstatt klar und deutlich das Strafrecht zu kritisieren. Ganz zu schweigen von der Benennung der Zwischenstreben, die da Feminismus, “neue Moral” und “Leistungsgesellschaft”, bzw. Sinnlichkeitsverlust, heißen.

    Fakt aber ist, dass die Türken einst nie und immer gegen derartige Alterskonstellationen vorgegangen wären, doch wurden sie von der EU gedrängt, das “moderne Recht” bei sich einzuführen. So aber herrscht überall eine abscheuliche Sexualmoral, die straft, statt erklärt, die verbietet, statt angemessen heranzuführen. Wir können die “neue Zeit” auch als Periode der geistigen Phimose bezeichnen. TK

    Kommentar von Tanja Krienen — 9. August 2007 @ 07:27

  25. Ich überlege, ob ich eine Selbstanzeige stellen soll, schließlich verbreite ich hier ein Foto, das möglicherweise demnächst als “Kinderpornographie” gehändelt wird - die entblößten, knospenden Brüste eines spärliche bekleideten, 17jährigen Mädchens! Auch das Eingangsbild aus einem Märchenbuch, das einen lüsternden Prinzen vor dem Bett einer soeben erst 15jährigen zeigt, überschreitet wohl die Grenze des Anstandes, für das Regierungskabarett mit der größten aller Laien.
    Aus dem aktuellen FOCUS:

    Im Gespräch: Thomas Schell, Experte zur Bekämpfung von Internet-Kriminalität

    Schell: …im Sinne dieser Norm wird ein Kind dann definiert als jede Person unter 18 Jahren. Bisher gilt das vollendete 14. Lebensjahr als Grenze.

    Focus: Der Gesetzgeber unterscheidet nicht mehr zwischen Fotos eines misbrauchten fünfjährigen Mädchens und extrem erotischen Aufnahmen, die ein 17jähriger von seiner Freundin macht?

    Schell: Im Prinzip nicht -

    Kommentar von Campo-News — 17. August 2007 @ 18:17

  26. Wer die Foren liest, trifft immer wieder auf Klemmis, die Marcos Aufenthalt im Knast für richtig erachten. Das ist genau so erschreckend, wie die Vorgehensweise der Museljustiz. Die fünf Jugendlichen zu vernehmen und den Arzt zu befragen - Übersetzer für deutsch und englisch sind ja nun kein wirkliches Problem - ist doch mit mitteleuropäischer Perfektion in zwei Tagen in trocknen Tüchern.
    Wäre Marco mit dem Mietroller unterwegs gewesen und auf seiner Route ein türkisches Mädchen vergewaltigt und erdrosselt aufgefunden worden, dass man vorher noch mit einem Rollerfahrer gesehen haben will, hätte ich ein gewisses Verständnis für die Dauer der U-Haft. Hier fehlt sie mir aber. Keine Gewalt, Einvernehmen, lediglich der ungeplante Abspritzer als kleiner Kollateralschaden, so what? Wollen die Muselrichter nach einem halben Jahr noch mal genau erzählt bekommen, wer wann wo unter der Bettdecke hingefingert hat? Außer, dass sich ein paar Weißbärte daran aufgeilen, ist es für die Wahrheitsfindung unerheblich.
    Und an alle, die es nicht lassen können, von Kinderschändung zu reden: Was wäre passiert, wenn die beiden auf Malta, in Spanien, Holland, Österreich oder dem Vatikanstaat(!) gekuschelt oder sogar gepoppt hätten? Nichts! Hier liegen die ALtersgrenzen bei 12 bzw. 13 oder Sex unter Jugendlichen ist generell erlaubt.
    In anderen Ländern wie z.B Finnland u.a. gibt es für Sex ohne Penetration keine definierte Altersgrenze. Nachzulesen u.a. hier:
    http://www.bravo.de/online/render.php?render=47854&PHPSESSID=43b86b88 (siehe Link)
    War es dennoch verwerflich? Hier die Meinung eines Fachmanns: http://www.stern.de/politik/panorama/:Teenager-Sex-Jugendliche/591922.html
    “Aber in Deutschland tun Mädchen sowas nicht” So? http://www.axelspringer.de/inhalte/pressese/inhalte/presse/zeitschriften/1093.html

    Aber vielleicht ist Marco doch ein Sittenstrolch? Hier der Kommentar einer Mitschülerin:
    25.07.07 @ 22:00
    “Hallo,
    nur wen es interessiert:
    ich bin eine Mitschülerin von Marco bzw. war es bis vor wenigen Wochen.
    Was so in den Medien über ihn geschrieben wird, regt mich maßlos auf. Ich kenne Marco sehr gut (wir sind seit der ersten Klasse zusammen zur Schule gegangen) und wundere mich immer mehr, zu was für einem Monster er in manchen Medien und Foren/Blogs er gemacht wird.
    Nur zur Erklärung:
    Marco ist ein supernetter Typ, hat immer ein offenes Ohr für jeden, der ein Problem hat, ist mega hilfsbereit. Was Mädchen angeht, war er immer sehr schüchtern. Aber eines war er nie: gewalttätig. Daher kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, daß er einem girl gegen ihren Willen (oder während sie besoffen schnarchte) an die Wäsche geht …
    Wie gesagt: ich kenne ihn sehr gut. Aber daß er zum Kinderschänder aufgemotzt wird, finde ich zum Kotz…..
    Carina ”
    Und hier etwas, was für junge Türkinnen wirklich ein Problem darstellt:
    http://morenews.blog.de/?tag=t%FCrkei
    *******************************************************

    Kommentar von gardener — 22. August 2007 @ 13:12

  27. Zwar verhält sich die türkische Justiz extrem penetrant, weil langsam und undurchsichtig, aber ich sage noch einmal, dass dies leider hierzuland nicht so viel anders verlaufen wäre.

    Von Gremliza darf man sich nun endgültig verabschieden. Er stellte jetzt eine Strafanzeige wegen einer kleinen Polemik von JF Wagner, empfiehlt die Konsulation Alice Schwarzers und wertet Marcos ganz normales Verhalten als “rechtswidrige Tat”. Was ist das für eine Welt? -
    http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a1

    Kommentar von Tanja Krienen — 22. August 2007 @ 15:33

  28. Du hast da, denke ich, etwas falsch verstanden, Tanja,

    Gremliza bezieht sich in der Anzeige auf diese Äußerung Wagners:

    “Wenn sie ja sagen, meinen sie nein. Und wenn sie nein sagen, meinen sie ja. Das, mein Lieber, kannst Du mit 17 nicht wissen - das kannst Du erst wissen, wenn Du so alt bist wie ich.”

    Und das ist schon justiziabel, denn sprechen deutsche Frauen eine andere Sprache als Männer und soll der Marco das erst wissen, wenn er keine mehr abkriegt wie der Wagner?

    Gremliza hat richtig gehandelt!

    Kommentar von hegelxx — 22. August 2007 @ 16:41

  29. Unfassbar was du da sagst! Natürlich sprechen Frauen eine andere Sprache und auch der Verhaltenskodex ist ein anderer. Ich persönlich halte nicht allzuviel von extrem zickigen Spielchen will nicht-will-will nicht-will aber vielfach läuft das so, weil Frauen sich demonstrativ nicht jedem vor die Füße werfen und auch “erobert” werden wollen. Das müsstest du doch wissen. Und wenn der Wagner, der zwar oft extrem nervende Dinge sagt, aber kein Spießer ist, dies mit Worten beschreibt, ist das komplett richtig.

    Du wertest wie immer rein subjektiv nach deinen persönlichen Vorlieben. Hauptsächlich geht es bei dir darum: wer ist lieber zu Juden? Das ist die ganze Wahrheit. Ein anderes Kriterium für richtiges Handeln kennst du nicht.

    Abgesehen davon: Wer eine Schwarzer empfiehlt, die so viel kaputt gemacht hat, wie nur irgendwer kaputt machen konnte, dann ist das der Gipfel der politischen Dummheit und Fehleinschätzung.

    Kommentar von Campo-News — 22. August 2007 @ 17:28

  30. Auch wenn dein Rechner Zeit braucht, Tanja, obwohl ich dir den download für so schnell wie möglich eingerichtet habe:

    das geht auch auf deinem System.

    http://www.youtube.com/watch?v=iFzfiC_87uA

    Viel Spaß mit denen, die auch damals so “drauf waren” und inzwischen alle tot sind.

    Muss man ja nicht wissen.

    Ansonsten: Dein Kommentar zu Gremliza ist weiterhin “für’n Arsch”, falls ich das mal “flapsig” sagen darf.

    Kommentar von hegelxx — 23. August 2007 @ 12:58

  31. Diese drogenabhängigen Missink Links, diese Zerstörer der Rock und Popmusik-Kultur, sind viel zu spät gestorben.

    Was ist an meinem Kommentar zu Gremliza für den flapsigen Arsch? Was? Du stimmst auf einmal zu, dass ein bisschen Fummelei eines Jugendlichen bei einer Jugendlichen (NIEMAND spricht von TATSÄCHLICHER Gewalt, oder von PENETRATION!!!), plötzlich, nach Herrn Gremliza, eine “rechtswidrige Tat” sei! Viele WIRKLICHE rechtwidrige Taten hat der Mann schon verharmlost, aber für Linke scheinen Berührung zwischen zwei Jugendlichen noch das rechtwidrigste aller rechtswidrigen Taten zu sein. Diese Linke - inklusive des Gremliza Milieus - ist so kaputt wie alle anderen Deutschen, die an dieser Stelle nicht wachwerden, nicht widersprechen, nicht vehement protestieren.

    2007 ist noch schlimmer als 2006. Es ist unfassbar!

    Scheiß Linke! Scheiß Land! Scheiß Welt! Ich bin damit fertig. Lügner, Leugner wohin man blickt.

    Kommentar von Campo-News — 23. August 2007 @ 19:21

  32. Franz Josef Wagner: “Wenn sie ja sagen, meinen sie nein. Und wenn sie nein sagen, meinen sie ja. Das, mein Lieber, kannst Du mit 17 nicht wissen - das kannst Du erst wissen, wenn Du so alt bist wie ich.”BAUERN unter der Linde.

    Von Johann Wolfgang von Goethe

    Der Schäfer putzte sich zum Tanz
    Mit bunter Jacke, Band und Kranz,
    Schmuck war er angezogen.
    Schon um die Linde war es voll,
    Und alles tanzte schon wie toll.
    Juchhe! Juchhe!
    Juchheisa! Heisa! He!
    So ging der Fiedelbogen.

    Er drückte hastig sich heran,
    Da stieß er an ein Mädchen an
    Mit seinem Ellenbogen;
    Die frische Dirne kehrt’ sich um
    Und sagte: Nun, das find ich dumm!

    Juchhe! Juchhe!
    Juchheisa! Heisa! He!
    Seid nicht so ungezogen!

    Doch hurtig in dem Kreise ging’s,
    Sie tanzten rechts, sie tanzten links,
    Und alle Röcke flogen.
    Sie wurden rot, sie wurden warm
    Und ruhten atmend Arm in Arm,
    Juchhe! Juchhe!
    Juchheisa! Heisa! He!
    Und Hüft an Ellenbogen.

    Und tu mir doch nicht so vertraut!
    Wie mancher hat nicht seine Braut
    Belogen und betrogen!
    Er schmeichelte sie doch bei Seit,
    Und von der Linde scholl es weit:
    Juchhe! Juchhe!
    Juchheisa! Heisa! He!

    Geschrei und Fiedelbogen.

    Kommentar von Campo-News — 24. August 2007 @ 17:34

  33. Auch hier logen Engländer (was Ihnen für jeden Psycholog´ sichtbar im Gesicht stand) und komischerweise *g* ist der Frauenanteil sehr hoch (warum, lese man bei Schopenhauer und Nietzsche nach) -
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,504627,00.html

    Kommentar von Campo-News — 8. September 2007 @ 16:36

  34. Hallo Tanja,

    supersagenhaft was und wie Du schreibst: wenn es Artikel in Deinem Stil auch täglich in Zeitungen gäbe, dann würde ich wieder täglich Zeitunglesen - ohne der Sorge, daß ich bald einem Herzinfarkt erliege…(Allein schon wegen der “Marco”-geschichte wurde ich regelmäßig zum Choleriker und wollte schon - in Wutphantasien - England und die Türkei und alle Feministinnen niederbomben…)
    Wenn Du Dich evtl. mit Bettina Röhl zusammentun könntest, um gemeinsam mit ihr eine Tageszeitung zu schreiben, dann könnte ich auch wieder eine Tageszeitung abonnieren…

    Kommentar von Wolfgang Stadler — 25. September 2007 @ 21:31

  35. Hallo Wolfgang!

    Danke für das Kompliment. Wir hatten ja das Campo-Projekt, aber es nicht nur furchtbar schwer für eine Zeitung, die sich nicht dogmatisch auf eine Richtung festlegt, auch die entsprechende Leserschaft zu finden, sondern fast aussichtslos, wenn man nicht das entsprechende Geld im Rücken hat. Ohne dem geht es nicht, das habe ich gemerkt.

    Aber es stimmt, die Zeitungen verlieren fast täglch ihr Niveau.

    Schöne Grüße, Tanja

    Kommentar von Campo-News — 26. September 2007 @ 09:12

  36. Charlottes Anwalt lügt”
    Marco-Prozess: Uelzener Verteidiger legen Mandat mit Paukenschlag nieder

    Marcos Anwälte Jürgen Schmidt und Nikolaus Walther wirkten vor allem im Hintergrund - gestern legten sie ihr Mandat überraschend nieder.Archivfoto: Mahler
    Von Thomas Mitzlaff

    Uelzen. Eine dramatische Wende im Fall Marco könnte dem 17-jährigen Schüler womöglich schon bald die Freiheit bringen: In einer Erklärung, die der AZ exklusiv vorliegt, bezichtigten gestern die beiden Uelzener Anwälte des Jungen den Rechtsbeistand des angeblichen Opfers Charlotte der Lüge. “Nach von uns eingeholten amtlichen Informationen war am 1. Oktober 2007 noch nicht einmal ein Termin vor dem zuständigen Oldham Magistrates Court für die Vernehmung der englischen Zeuginnen, insbesondere der angeblich Geschädigten, Charlotte, bestimmt worden”, heißt es in dem Schreiben der Uelzener Rechtsanwälte Nikolaus Walther und Jürgen Schmidt, mit dem sie auch ihr Mandat niederlegen.

    Und weiter: “Die Behauptung des türkischen Rechtsanwaltes von Charlotte, Ömer Aycan, anlässlich des letzten Haftprüfungstermins am 28. September 2007, dass diese bereits in Großbritannien amtlich vernommen worden sei, ist demnach ebenso falsch wie dessen Zitate aus dem angeblichen Vernehmungsprotokoll.”

    Marco sitzt seit April im türkischen Antalya in Untersuchungshaft, weil er in den Osterferien die 13-jährige Britin missbraucht haben soll. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten. Die Türkei hatte im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens die englische Justiz gebeten, das Mädchen zu dem Fall zu vernehmen. Weil diese Aussage nicht vorlag, hatte das türkische Gericht den Fall bereits vier Mal vertagt - zuletzt vergangenen Freitag. Einen Tag zuvor hatte Charlottes Anwalt Ömer Aycan überraschend erklärt, dass das Mädchen mittlerweile vernommen worden sei und Marco der Vergewaltigung beschuldigt habe. Charlotte habe bei der Vernehmung in England weitere Details des Abends geschildert.

    “Da sich der Vortrag der anwaltlichen Vertretung von Charlotte erneut als unwahr erweist, wird es den türkischen Rechtsanwälten von Marco nunmehr hoffentlich gelingen, eine baldige Haftentlassung zu erreichen”, erklärten Schmidt und Walter gestern weiter. “Unser Mandat ist beendet. Wir wünschen Marco und seiner Familie ein baldiges Ende dieses Albtraums und den türkischen Kollegen - ausschließlich diese können vor den zuständigen Gerichten auftreten und das Verfahren zu einem guten Ende führen - viel Erfolg!”

    Hintergründe über die Niederlegung des Mandates gaben die beiden Uelzener Anwälte gestern nicht bekannt. Zwischen ihnen und dem Hannoveraner Anwalt Matthias Waldraff, der von den Eltern nachträglich ebenfalls engagiert worden war, hatte es nach AZ-Informationen in den vergangenen Wochen zusehends Spannungen gegeben.

    Waldraff hatte am Montag Beschwerde gegen die Fortdauer von Marcos Untersuchungshaft eingelegt. Eine Entscheidung fällt eine andere Kammer des türkischen Gerichts wahrscheinlich nicht vor Freitag. Der Prozess gegen den Uelzener Schüler soll am 26. Oktober fortgesetzt werden.
    ———————————————————-

    So geht das also. Lügen und betrügen, bloss, damit der Junge im Loch bleibt…
    Haben wir anderes eigentlich erwartet ?

    Kommentar von g.schreiber — 4. Oktober 2007 @ 05:40

  37. Das Feminismusopfer Marco muss weiter leider - der Wahnsinn geht in die nächste Runde und die Politik schweigt im Wesentlichen dazu.

    Kommentar von Campo-News — 22. Oktober 2007 @ 17:36

  38. Auch hier beginnt der Skandal erst, als ihm die Polizei ein Ende macht

    Kommentar von Campo-News — 13. November 2007 @ 16:54

  39. Marco Weiss ist frei! Endlich! Hoffentlich verfolgt man in Kürze die, die ähnlichen Unfug hierzulande in ein Gesetz gossen!

    Kommentar von Campo-News — 14. Dezember 2007 @ 18:21

  40. Jesses!

    Kommentar von Campo-News — 17. Oktober 2008 @ 18:45

  41. “Pädophile” Großmutter verführt Jugendlichen? Oder was?

    Kommentar von Campo-News — 19. Januar 2009 @ 14:09

  42. Wieder jemand, den man mit diffusen Vorwürfen fertigmacht. Ganz sicher ist sie gezungen worden, nicht wahr?

    “Ich liebe sie alle”, sagte sie der britischen Zeitung “Daily Mail”. Sie sei “schockiert” darüber, dass ihren Kunden eine Gefängnisstrafe drohe, sagte sie dem Blatt.

    Kommentar von Campo-News — 22. April 2010 @ 09:23

  43. Was sonst? “Die Anklage wurde fallengelassen”

    Kommentar von Campo-News — 13. August 2010 @ 10:12

  44. Der Focus ergänzt: “„Nach allem, was ich aus den Akten weiß, ist die Schülerin schon in London zum Spielball eines sich rasch verselbstständigenden Prozesses geworden. Sie und auch die übrigen Zeugen standen unter dem Eindruck sich überschlagender Gerüchte und ihre Befragungen waren zum Teil suggestiv und interessengesteuert“, sagte Mroß.”

    Kommentar von Campo-News — 13. August 2010 @ 15:05

  45. […] Fragen an MDR-Intendant Udo Reiter MDR Fernsehen soll mutiger und jünger werden In Blogs gefunden: Campo de Criptana » Sexuelle WechselfälleAus dem Don Quijote bannt nach dem edlen Ritter aus der Mancha dessen größtes Abenteuer […]

    Pingback von MDR-Chef Reiter sieht Rundfunk vor umwälzenden — 27. Mai 2011 @ 08:40

  46. “Ich war es nicht!”, sagte Mayer. Mehr nicht. “Ich hatte zufällig Monate zuvor über einen Fall gelesen, in dem ein Tatverdächtiger sagte: Wenn man zum Verhör geschleppt wird, kann man sagen, was man will, es interessiert keinen.” Mayer spürte nach wenigen Momenten: Ihm ergeht es wie diesem Mann.

    “Ich hatte gleich das Gefühl: Wenn es um ein Sexualdelikt geht, versuchen die Ermittler nicht, einem die Schuld nachzuweisen, sondern sie gehen von der Schuld aus”, sagt Mayer und schüttelt ungläubig den Kopf. Er habe sich in die Enge getrieben gefühlt: Nicht die anderen mussten seine Schuld nachweisen. Nein, er sollte offenbar seine Unschuld beweisen.

    Die Provokation: “Langsam machen! Schön langsam machen!” - http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,766000,00.html

    Kommentar von Campo-News — 1. Juni 2011 @ 17:03

  47. Das bisher Gesagte soll nicht ein Plädoyer für den Sex mit Minderjährigen sein, sondern auf die Ungereimtheiten unserer Öffentlichkeit verweisen. Zum einen versichert man uns, bei jeder Gelegenheit und Ungelegenheit, dass wir in der freiesten Gesellschaft aller Zeiten leben, in der alles erlaubt sei, und noch viel mehr, mit einem Wort, der ganze Ballermann, und sogar Charlotte Roche, und das lässt einen wiederum ahnen, wie wenig einem diese Art Freiheit zu bieten hat. Genau genommen ist es ja gar nicht die Freiheit, es sind vielmehr Freiheiten, um die gefeilscht wird.

    Zum anderen wird aus bald jedem Anlass die Moralkeule geschwungen manchmal hat man den Eindruck die Freiheiten sind nichts weiter als der Lockvogel, um die Menschen in den Griff zu kriegen. Der zurückgetretene Politiker hat keine Straftat begangen. Er steht aber als Politiker am moralischen Pranger. Im Namen von wem und was aber sind die Moralisten unterwegs? Wer sind Sie überhaupt? - http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zigarettenpause_in_kiel/

    Kommentar von Campo-News — 15. August 2011 @ 10:56

  48. Um 2,5 Monate pro Jahrzehnt hat sich die körperliche Reife junger Männer seit Mitte des 18. Jahrhunderts verschoben, so Goldsteins Ergebnis. Während der immer frühere Pubertätseintritt bei Mädchen biologisch belegt werden kann, ist man bei Jungen auf indirekte Methoden angewiesen. So konnten etwa Historiker bei Chorknaben belegen, dass sich der Stimmbruch von damals 18 Jahren auf heute fast 13 Jahre vorverlegt hat. - http://eltern.t-online.de/jungs-sind-immer-frueher-geschlechtsreif/id_49004108/index

    Kommentar von Campo-News — 19. August 2011 @ 09:39

  49. Das sind die Folgen - http://www.focus.de/panorama/welt/knutscherei-landet-in-karlsruhe-14-jaehriger-soll-wegen-knutschfleck-als-sexualtaeter-in-dna-datei_aid_916252.html

    Kommentar von Campo-News — 9. Februar 2013 @ 09:15

  50. Die hatte in den Wochen zuvor bereits diskrete Befragungen des Kindes Lena im Hause X. durchgeführt – Lenas Eltern hat man im Glauben gelassen, ihre Tochter sei zum Spielen da –, dann hatte sie eine Mitarbeiterin des zuständigen Jugendamtes alarmiert. Die Frauen sprachen den Verdacht aus, Lena werde zu Hause misshandelt und missbraucht. Die Frau vom Kinderschutzzentrum und die vom Jugendamt beschließen nun, Lenas Mutter an jenem 30.August mit den Vorwürfen zu konfrontieren und das Kind nicht mehr nach Hause zu lassen, sollte die Mutter nicht einsichtig sein.

    Der Mutter stellt sich diese Maßnahme der Aufdeckerinnen als ein Feuerwerk des Dilettantismus dar: Ihr Telefon klingelt, am anderen Ende ist eine Anruferin mit Bindestrichnamen, die sich als Beauftragte des Kinderschutzzentrums vorstellt. Anfangs meint die Mutter, die Fremde wolle um Spenden werben. Als ihre Gesprächspartnerin sie plötzlich zu überreden sucht, sie, die Mutter, solle als „Schutzengel an die Seite ihres Kindes“ treten, glaubt sie an einen dummen Witz. Dann fängt die Anruferin von Misshandlung und Missbrauch an, und Frau Müller legt auf. „Solch einen Quatsch“ will sie sich nicht anhören. Sie überlegt noch, ihr Kind von der Schule abzuholen, hält diese Reaktion jedoch für übertrieben. http://www.zeit.de/2003/26/Verdacht/komplettansicht

    Kommentar von Campo-News — 14. April 2013 @ 18:23

  51. http://www.welt.de/kultur/article119211397/Wie-mit-dem-Missbrauch-Missbrauch-betrieben-wurde.html

    Kommentar von Campo-News — 20. August 2013 @ 16:26

  52. “Vergeht” sich an “17jährigem”(!!!) - http://www.focus.de/panorama/welt/reger-verkehr-mit-minderjaehrigen-auf-kaution-draussen-lehrerin-soll-schon-wieder-jugendliche-versext-haben_id_4403174.html

    Kommentar von Campo-News — 14. Januar 2015 @ 12:51

  53. Genau, ich dachte mir sofort, dass sie über 18 ist, ja sogar 22. Macht nichts, die Hysterie der Lesbenfraktion ist angeschlossenem Irrsinnsmilieu ist diesselbe - http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mia-goth-in-miu-miu-werbung-verbot-von-kampagne-a-1033258.html “Ihre jugendliche Erscheinung, in Verbindung mit dem Umfeld und der Pose könnten den Eindruck vermitteln, dass diese Werbung ein Kind in einer sexualisierten Situation darstellt.” - damit ist jede laszive Pose im Grunde eine verbotene. So läuft es…

    Kommentar von Campo-News — 12. Mai 2015 @ 05:13

  54. Bei Elsässer gepostet - Verzeihung, aber ein “Päderast” ist kein Kinderschänder, er liebt im Wesentlichen im legalen Bereich. Würde jemand sagen, “Sweet little sixteen” sei ein Problemlied? Viele Männer begehren junge Frauen so im ganz normalen Lebensbereich und das ist auch legitim. Bei Schwulen kommt dann diese merkwürdige Komponente hinzu. Wer sich darüber aber aufregt, darf über die unfassbaren Gesetze, die heute einen 14jährigen an den Rand der Legalität drückt, weil er eine 13jährige küsst, nicht schweigen. Die Begriffe “Päderasten” und “Pädophilie” dürfen keinesfalls gleichgesetzt werden und “minderjährig” ist auch so ein Fall für falsche Empörung. Bitte mehr Analyse, Verstand und Seriosität.

    Kommentar von Campo-News — 25. Juni 2015 @ 15:00

  55. Hysterie - http://www.spiegel.de/panorama/justiz/freising-vater-wird-beim-spaziergang-mit-tochter-angegriffen-a-1043244.html

    Irre - http://www.spiegel.de/kultur/tv/kevin-spacey-netflix-setzt-house-of-cards-nach-sechs-staffeln-ab-a-1175699.html

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/thea-dorn-zur-sexismus-debatte-das-ist-ein-neuer.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=400306

    http://www.achgut.com/artikel/fundstueck_das_ist_der_mccarthyismus_der_guten_im_21._jahrhundert

    Vielleicht sind beide Vorfälle Ausdruck einer blühenden (islamischen) Phantasie - https://www.soester-anzeiger.de/lokales/werl/mann-werl-gericht-freigesprochen-missbrauch-vorwurf-nicht-mehr-haltbar-9594290.html

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/quentin-tarantino-entschuldigt-sich-bei-missbrauchsopfer-a-1192549.html

    Es gab ein paar Drinks, dann landete man im Hotelzimmer, wo Argento dem Jungen angeblich einen Blowjob verpasste, bevor sie sich auf ihn legte und es zu weiteren sexuellen Handlungen kam.

    Wir reden nicht von einem Kind

    Ich kann mir nicht helfen, aber das erste, was ich dachte, als ich die Schilderung der Ereignisse las, die nun als gravierender Missbrauchsfall gelten, war: Und dafür hat der Junge im Nachhinein Entschädigung verlangt? Die meisten 17-Jährigen würden es als Glücksfall empfinden, wenn sie eine ältere Frau von den hormonellen Verstörungen befreien würde, die mit der Spätpubertät einhergehen.

    Wir reden hier nicht von einem Kind. Wir reden von einem Fast-Erwachsenen, also jemandem, der in Deutschland ganz legal Sex haben dürfte, auch mit jemand deutlich älterem. In Kalifornien liegt die Altersgrenze für Sex mit Erwachsenen bei 18 Jahren, womit die Anschuldigungen gegen Argento strafrechtlich relevant werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/asia-argento-kann-eine-frau-einen-mann-vergewaltigen-kolumne-fleischhauer-a-1224530.html

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/asia-argento-cnn-streicht-folgen-aus-parts-unknown-a-1226179.html

    https://www.focus.de/regional/koeln/koeln-eltern-stellen-forderung-sexuelle-uebergriffe-unter-kindern-an-koelner-kita-gemeldet_id_9871120.html

    https://www.focus.de/kultur/leben/alarmierende-studie-jugendliche-schauen-ab-12-jahren-bewusst-pornos_id_9883758.html

    Er hat sie richtig missbraucht - https://www.focus.de/regional/berlin/prozesse-erzieherin-fuer-sex-mit-13-jaehrigem-verurteilt_id_10225454.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_und_die_Sechzehnj%C3%A4hrigen

    https://www.achgut.com/artikel/akte_weinstein_1_die_verdraengung_der_prostitution

    Hallo Tanja Krienen,
    es stehen einige wichtige Änderungen bevor, die sich auf die Monetarisierung und die Sichtbarkeit von Inhalten auswirken können.
    Ab heute müssen alle Creator angeben, ob ihre Inhalte speziell für Kinder erstellt wurden, um die Bestimmungen des US-Gesetzes zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (Children’s Online Privacy Protection Act, COPPA) und/oder andere geltende Gesetze einzuhalten. Damit du nicht gegen diese Bestimmungen verstößt, führen wir in YouTube Studio eine neue Zielgruppeneinstellung ein.
    Je nachdem, wie viele speziell auf Kinder ausgerichtete Inhalte du auf deinem Kanal hast, kannst du die Zielgruppe entweder auf Kanal- oder Videoebene festlegen. Auf Kanalebene kann das mit nur einem Klick eingestellt werden.
    Potential Audience Settings
    Die Änderungen sind im Rahmen unserer Einigung mit der US-Handelsbehörde (Federal Trade Commission, FTC) und dem New Yorker Generalstaatsanwalt erforderlich und helfen dir, das US-Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (Children’s Online Privacy Protection Act, COPPA) und/oder andere geltende Gesetze einzuhalten.
    Uns ist bewusst, dass diese Änderungen durchaus Nachteile für einige Creator mit sich bringen und dass sie etwas gewöhnungsbedürftig sind. Diese Maßnahmen sind aber wichtig, um die Einhaltung der einschlägigen Gesetze zu gewährleisten.
    Unten findest du weitere Informationen zu deinen rechtlichen Verpflichtungen und dazu, wie sich die verschiedenen Optionen auf deinen Kanal auswirken können.
    Was ändert sich?
    Ab heute müssen alle Creator in YouTube Studio angeben, ob ihre Inhalte speziell für Kinder oder nicht speziell für Kinder erstellt wurden.
    Ab Januar schränken wir die Erfassung von Daten bei Inhalten speziell für Kinder ein, um die geltenden Gesetze einzuhalten. Wir werden also personalisierte Werbung für diese Inhalte deaktivieren – was sich auf die Einnahmen der Creator auswirkt, die Inhalte für Kinder erstellen. Außerdem deaktivieren wir bestimmte Funktionen, u. a. Kommentare und Benachrichtigungen, für solche Inhalte.
    Eine Liste der betroffenen Funktionen findest du hier.
    Was ist der Grund dafür?
    Die Änderungen sind im Rahmen unserer Einigung mit der US-Handelsbehörde (Federal Trade Commission, FTC) und dem New Yorker Generalstaatsanwalt erforderlich und helfen dir, das US-Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (Children’s Online Privacy Protection Act, COPPA) und/oder andere geltende Gesetze einzuhalten.
    Unabhängig von deinem Standort musst du als Creator deine Inhalte als speziell für Kinder kennzeichnen, wenn sie dieser Kategorie entsprechen. Bitte nimm diese Einstellungen so bald wie möglich vor.
    Außerdem werden wir automatisierte Systeme einsetzen, die mithilfe von maschinellem Lernen Videos erkennen, die eindeutig speziell für Kinder erstellt wurden. Du solltest dich bei der Einstufung deiner Inhalte jedoch nicht ausschließlich auf unsere Systeme verlassen – wie alle automatisierten Systeme sind auch unsere nicht immer perfekt.
    Falls du deine Inhalte nicht einstufst oder wir Fehler oder Missbrauch feststellen, legen wir unter Umständen die Zielgruppe für deine Inhalte fest. Wenn du deine Inhalte nicht richtig einstufst, kann es zu Compliance-Problemen mit der FTC oder anderen Behörden kommen. In diesem Fall ergreifen wir möglicherweise entsprechende Maßnahmen hinsichtlich deines YouTube-Kontos.
    Was sind Inhalte speziell für Kinder?
    Wir können hierzu keinen juristischen Rat bieten, aber laut den Leitlinien der FTC zu den COPPA-Bestimmungen ist ein Video in den folgenden Fällen auf Kinder ausgerichtet und damit “speziell für Kinder”:

    • Die Hauptzielgruppe des Videos sind Kinder, z. B. ein Video für Kinder im Vorschulalter.
    • Das Video ist auf Kinder ausgerichtet, die aber nicht die Hauptzielgruppe sind, z. B. ein Zeichentrickfilm, der sich hauptsächlich an Teenager richtet, aber auch für jüngere Kinder gedacht ist.

    Weitere Informationen dazu, wie bestimmt wird, welche Inhalte als speziell für Kinder gelten, findest du hier.
    Uns ist bewusst, dass diese gesetzlich vorgeschriebenen Änderungen durchaus Nachteile für einige Creator mit sich bringen und dass sie etwas gewöhnungsbedürftig sind. Wir können dich zwar nicht juristisch beraten, möchten dich aber bei dieser Umstellung unterstützen.
    Weitere Informationen zu deinen Verpflichtungen gemäß dem US-Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (Children’s Online Privacy Protection Act, COPPA) und unseren Tools zur Unterstützung findest du hier.
    Das YouTube-Team

    Kommentar von Campo-News — 12. Juli 2015 @ 06:11

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

Weblog counter