Campo de Criptana




17. Juli 2006

Der spanische Bürgerkrieg

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 08:22

Als Carlo starb, ging ich zum Padre, sonst hätte ich mich damals schon aufgehängt. Ich wusste ganz gut, dass ich mit schuld war, obgleich er selber der Schlimmste war mit seiner Heftigkeit und seinem Hang zur Gewaltätigkeit.

Frau Carrar in „Gewehre der Frau Carrar“, Bertolt Brecht

TK: Heute vor 70 haben sie begonnen aufeinander zu schießen. Sie knallen ja gern. Warum machen Sie es nicht mal wieder?

KHF: Weiß nicht.

TK: Das ist alles? Kein Apercu, kein Bonmot, kein Kommentar?

KHF: Nix.

TK: Hm. Auch nicht schlecht.

Heute Morgen, 7. 00Uhr.

Der Film Wem die Stunde schlägt, zeigt das ganze Dilemma. Oder doch nicht? Im Net gibt es anscheinend kein Foto aus dem Film, welches die Widerstandsgruppe abbildet, würde doch daran schon einiges klarer: Die Kohorte besteht aus verschlagenen Säufern, Anarchisten, potenziellen Verrätern, Gewalttätern und undurchsichtigen Gestalten. Lediglich der die spanischen Männchen überragende Gary Cooper, den sie real „Inklisch“ genannt haben dürften, ist ein Träger der Vernunft. Abgesehen von der Billigung terroristischer Gewalt gegen Zivilobjekte (Zug), mit denen das Epos beginnt, verschleiert der Film, so wie das Buch, die wirklichen Hintergründe.

Egal, es lohnt sich nicht den Kopf darüber weiter zu zerbrechen, denn Spanien bleibt Spanien - bis zur heutigen Zeit: Ein Dschungel verquerer Emotionen und Motive. Ein sehr beachtenswerter Artikel von Birgit Schmidt in der Jungle world erspart mir die Mühe – da ich schon so vieles über das aktuelle Spanien schrieb – in diesen unangenehmen Komplex einzusteigen. Ich sprach ja schon einmal von der Frontlinie 2020 am Ebro, befürchte aber sogar, sie wird noch weiter südlich liegen. „Das stört keinen großen Geist“ um mit Herrn Karlsson zu sprechen.

6 Kommentare »

  1. Hi Tanja,

    die Analysen über den so hochgelobten “Spanischen Bürgerkrig”, die allemal gefälscht wurden und erst jetzt so langsam zergliedert werden, sind schon sehr aufschlussreich und passen zum Bild der festgefahrenen Klischeedeppen.

    Nur eine Frage:

    Seit wann liest du “jungle world”?

    Das ist doch auch nur so eine linke und prosemitische, gar antideutsche Postille.

    Dachte ich kurz, als du mal wieder ausgerastet bist.

    Na ja, ich wusste doch, du magst gutaussehende und intelligente Jungs, aber take care off the mädels (z.B. Heike Runge oder Elke Wittich) die sind die schlimmsten!

    :-D

    Saludos! No paseran!

    Kommentar von hegelxx — 24. Juli 2006 @ 15:04

  2. Ich lese (fast) alles, wenngleich ich es derzeit nur online kann - schließlich gibt es “Hier” außer Stern, Spiegel, Focus und Bild nichts zu kaufen.

    Keine Polemik bitte. Ich habe mich auch in gewisser Weise als Mitglied des Spektrums gesehen - nicht so verkrampft antideutsch, nicht kommunistisch - aber so geht es nicht.

    Der Beitrag zum Guerra de civil jedoch war wirklich gut. TK

    Kommentar von Campo-News — 24. Juli 2006 @ 15:23

  3. Der Beitrag war allerdings “gut”.

    Wer es liest, dem sollte das alle Spanienkriegsromantik zerstören, wenn er/sie das überhaupt wahrnimmt.

    aside: Ich bin kein “verbissener” “Antideutscher”, aber einmal auf einer Demo gegen das neuwestliche Ostlerpack in Erfurt zum 3. Oktober, da konnte mich nur die Eintragung in der Bahamas-list vor angedrohten Prügeln retten… Die spinnen, die Jungschen!

    Naja. Für irgendwas muss das ja gut sein, das alt und abgezockt sein. Da können auch die eher sympathischen Möchtegern-Hooligans von der AANO-Fraktion nicht mit. Das kommt vielleicht noch. Vielleicht erkennen die dann vereinzelt, was “Vernunft” heisst…

    Saludos!

    Kommentar von hegelxx — 24. Juli 2006 @ 15:40

  4. Ach, was soll’s,

    die Redler sieht haargenau aus wie meine bürgerliche Schwester… jedenfalls als die so jung wie die Redler war:

    http://photos1.blogger.com/blogger/584/3057/320/lucy2l.jpg

    Ich lüge nicht!

    Heute wiegt meine Schwester drei Tonnen, ist gerade mal ein Jahr jünger als ich und hat einen 110 kilo schweren Stecher. Mir doch egal. Sie hat ihren Job beim Sozial amt und ich denke so aside nach… manchmal habe ich mehr Geld, manchmal weniger, aber so fett wie die Redler wird, das kann ich nicht… muss an den Genen liegen…

    :-)

    Kommentar von hegelxx — 24. Juli 2006 @ 18:52

  5. Fast alle Frauen werden fett, haben aber zudem noch den Nachteil gegenüber Männern, dass sie sich ab 39 1/2 in der Regel einen Topf - oder Verstümmelungshaarschnitt machen lassen, damit auch jeder oben sieht, wies drunter ausschaut. Es ist ein Dilemma mit den Frauen, zumal sie so Etwas meist noch hassen, anstatt sich selbst dort hin auf zu lieben. TK

    Kommentar von Campo-News — 24. Juli 2006 @ 19:42

  6. Ich schrieb hier von der Frontlinie, die 2020 am Ebro liegen wird. Sie wird kommen, ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereietn, nicht die Hände zerschlagen werden (sinngemäß nach Brecht). Was errege ich mich noch, Spanien ist kaputt, einfach nur kaputt.

    Kommentar von Campo-News — 14. Dezember 2009 @ 15:38

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