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22. Februar 2006

Ich bin ein Kamel

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 15:05

Von Tanja Krienen

Ich bin ein Kamel

Die in der Unterschrift implizierte Behauptung, ich sei ein Kätzchen, weise ich als „faschistisch bestimmte Gesinnung zur eindeutigen Definierung transanimalischer Subjekte durch Zweibeiner humanitärer Herkunft“ zurück. Fakt ist nämlich, dass ich eindeutig ein Kamel bin.

Sie werden jetzt sagen, ich sähe ganz und gar nicht danach aus? Das jedoch ist ein unverschämter Angriff auf mein Selbstbestimmungsrecht! Sie sagen, mein „Miau“ sei nicht identisch mit dem Blöken eines Kamels? Das mag ja sein, aber wo steht geschrieben, dass ein Kamel nicht miauen darf?

Sie werden sicher einwenden wollen, ein Kamel habe Höcker? Das aber ist purer Unsinn! Bekanntlich kommen 0,03% aller Kamele ohne jeglichen Höcker zur Welt, ca. 0,05% aller Kamele haben nur einen, sodass die Behauptung, alle Kamele hätten zwei Höcker, schnell als eine autoritär motivierte entlarvt werden kann. Ich protestiere auch entschieden gegen den faschistisch anmutenden Zug der so genannten Wissenschaftler zur Einkategorisierung dieser Kamele als Dromedare zweiter Gattung, resp. des Versuchs, durch Spritzen den zweiten Höcker zum Wachstum zu animieren. „Jedem Kamel sein einer, oder auch keiner, Höcker“, so lasst es uns der Wissenschaft immer wieder entgegen halten, auch wenn die Losung holprig klingt. Sollen wir uns etwa die Qualität unserer Losungen durch reaktionäre Wissenschaftler vorschreiben lassen? Wir denken gar nicht. Daran.

Der dümmste Einwand - ich höre ihn schon - heißt: „Aber du hast ja gar kein Kamel-Fell“! Das ist ein absolut groteskes „Argument“. Ich könnte es nämlich jederzeit haben! Aber ich bin doch nicht so ein angepasstes, feiges Kamel, dass ich jeder spießeranimalischen Vorstellung durch eine Verbiegung meines Charakters entspreche, nur weil ich nicht den patriarchalischen Normen, entstanden in einem lang anhaltenden Unterdrückungsprozess, den der Faschist Darwin festschrieb, auf Kommando nachkomme.

Sie fragen, wann ich gemerkt habe, dass ich ein Kamel sei? Nun, gerade eben erst! Na und?! Was macht das schon? Meine Gene seien auch nicht kamelisch, werfen Sie unverständlicherweise ein? Sie, werden Sie nicht frech! Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nur ahnen können. Sie haben eine sehr begrenzte Auffassung von dem, was wir uns in den Kopf gesetzt haben. Ihre Phantasie ist so gering – früher hat so was SS-Stiefel getragen. Aber das wissen Sie ja wohl selbst.

Sie sagen, ich sei aber unfreundlich!? Keineswegs, entgegne ich ihnen mit Stolz. Wir Kamele wollen eine bessere Welt, aber eine, in der Menschen wie Sie, Wissenschafter, Genetiker, Psychologen und Faschisten, nichts mehr zu suchen haben. Als erstes werden wir ihre Zeitungen verbieten, ihre Fachbereiche schließen, ihnen die Sprecherlaubnis entziehen, nach dem wir ihnen schon das Schreiben verbaten – es wird überhaupt keine Spur mehr von ihnen existieren. Dann jedoch werden wir Kamele den Beginn einer neuen glücklichen Zeit auswiehern.

Was sagen Sie da? Ich hätte auch viel zu kurze Beine um ein Kamel zu sein? Ich weiß nicht, woher sie das haben, dass alle Kamele langbeinig seien?! Man hat schon Kamele gesehen, die waren nicht höher als zwei Meter. Sie sagen, davon wäre ich aber noch weit entfernt? Ich antworte ihnen mit Entschiedenheit darauf, dass ich es als insistierend empfinde, wenn sie mich ständig in autoritärer Weise auf eine Körperlichkeit festnageln wollen. Das ist absolut unverschämt und man kann es deutlich auf der X-7-Skala nachlesen, vertikal 6.2, waagerecht 8.1. – das ergibt nach Prätorius Spökenkieker einen Wurzelwert von 1.1.4. und ist ein klares Zeichen für meine Trans-Animalität. Punkt um!

Sie sagen, ich röche nicht wie ein Kamel? Haben Sie das nötig? Ist diese Bemerkung das Produkt ihres geschlechtsaggressiven menschlichen Triebes, den sie paradoxerweise als animalisch bezeichnen? Sehen Sie: Wir machen es nur von hinten, weil uns die Natur keine Wahl ließ, während sie…

Sie sagen, niemand sonst würde mich auf der Straße für ein Kamel halten? Passen Sie genau auf, was ich ihnen jetzt sage: Kamele sind ein Konstrukt, und nichts als ein Konstrukt! Freie Tierwelten brauchen ihre Definitionen, entstanden aus der Diktatur ihrer so genannten Aufklärer, nicht. Wer uns das Recht nehmen will, dass wir uns Kamele nennen, ist ein Feind aller Kamele.

Sie sagen, wenn ich so argumentiere müsse ich tatsächlich ein Kamel sein? Auch das ist ein unverschämter, logischer Schluss, den ich nur ihrer kranken materialistischen Sozialisation zurechne. Sie werden sich noch wundern, vielleicht bin ich sogar schon Morgen ein Esel! Aber den Gipfel der Freiheit, werde ich erst als der dämliche Ochse, der ich doch im tiefsten Innern bin - und schon immer war - erreichen!

5 Kommentare »

  1. hmm. ich muss zuhause mal ein intensives gespräch mit unseren kamelen führen. oder waren es doch esel aber vielleicht sind es ja auch kakadus….
    wobei wenn ich richtig drüber nachdenke, dann weiss ich schon, was unsere vermeintlichen katzen sind….schweine….richtige dreckschweine….

    Kommentar von Metatron — 22. Februar 2006 @ 17:46

  2. Sehr richtig, eigentlich stand an der Stelle mit dem Ochsen “dumme Sau”, aber ich dachte mir, das ginge vielleicht doch zu weit, weil unsere Ochsen ja immer so sensibel sind. Ochse passt auch ganz gut…*g*

    Grüße, TK

    Kommentar von Campo-News — 22. Februar 2006 @ 17:52

  3. Naja ich denke aber schon, daß wir die Ochsen oder Schweine oder wasauch immer jetzt besser verstehen.

    Kommentar von DanielaN — 22. Februar 2006 @ 21:29

  4. Der Gipfel des Irrsinns - http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rachel-dolezal-debatte-um-hautfarbe-von-us-aktivistin-a-1038670.html

    Kommentar von Campo-News — 13. Juni 2015 @ 12:56

  5. Hier macht man sich über die seriöse Birgit Kelle lustig. Zwar verstehen Konservative ein paar Sachen nicht, resp. sind des Diskurses nicht in allen Punkten mächtig, doch Geistes-Krücken wie diese hier, sind so unfassbar begrenzt, dass selbst oder gerade ihre Sprache, Ausdruck völliger Verrückheit ist - http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/stokowski-kolumne-niemand-muss-lecken-muessen-a-1055624.html

    Kommentar von Campo-News — 1. Oktober 2015 @ 14:31

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