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3. April 2005

Die Kampagne „Kein Blut für Öl“ führten jene an, die währenddessen „Geld für Blut“ erhielten

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 10:21

(ots) - Berlin. Die UN-Ermittlungskommission zum Skandal um das Programm „Öl für Lebensmittel” im Irak untersucht auch die Verstrickung deutscher Unternehmen in illegale Geschäfte mit dem Regime des gestürzten Diktators Saddam Hussein.

Deren Ermittler prüfen auch, welche Unternehmen, die im Rahmen des UN-Programms Hilfsgüter lieferten, die vom Hussein-Regime bei Auftragsvergabe geforderten illegalen Zahlungen auf Tarnkonten in der Schweiz und Jordanien leisteten. Dabei kann sich die Kommission auf präzise Aufzeichnungen der irakischen Ministerien stützen. Zudem forderten die Ermittler über das Auswärtige Amt die Akten zu den Ausfuhrgenehmigungen in den Irak in den Jahren 1996 bis 2003 an. Während dieser Laufzeit des UN-Programms machten 148 deutsche Firmen im Irak rund 400 Millionen Dollar Umsatz, die mit den von der UN verwalteten Erlösen aus dem Verkauf irakischen Öls bezahlt wurden.

Originaltext: Der Tagesspiegel

“Kein Blut für Öl”, eine griffige Parolen derjenigen, die sich die Verweigerungshaltung der Staaten zu eigen machten, welche nun in einem ganz und gar umgekehrten Sinne unter Verdacht gerieten. Die Achsenmacht Berlin hielt also nicht umsonst die blutigen Hände über ihren Schützling. So sind sie, die guten Menschen mit der großen Moral.

Kurz vor Ausbruch des Krieges schrieb ich hingegen im CAMPO:

„„Deutschland von der imperialistischen Tyrannei des verjudeten, des amerikanischen Öls unabhängig machen“, war, wie die SÜDDEUTSCHE neulich schrieb, die Parole Anton Zischkas – dem IG-Farben-Konzern nahe stehend - kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges, die er in seinem Buch „Ölkrieg“ lauthals postulierte. Dieses Gebräu aus Antisemitismus und Antiamerikanismus, die Formel „(Kein) Blut für Öl“ also, geht auf ihn zurück. Die sehr deutsche Bewegung für den „Frieden mit Saddam“ nahm sie begehrlich auf.

Wann also kämpften die USA ihre (nicht immer in dieser Form) berechtigten Kriege? War Öl ihr Ziel, als sie im ersten Weltkrieg die deutsch-österreichisch-ungarische Allianz brachen? Errichten sie nach dem zweiten Weltkrieg Bohrtürme in Berlin? Sie suchten wirklich Öl in Korea? In Vietnam? In Grenada? Die Cuba-Krise war tatsächlich das Produkt US-amerikanischer Ölinteressen? Ja wirklich? Und wie war das im Kosovo? Wie während des ersten Irak-Krieges? Da blieb man, um endlich Öl fördern zu können?

Wer führt schon gerne Kriege? Wer hasst den Krieg nicht? Die latente Bedrohung durch
ihn hilflos zu akzeptieren, stumpf bisweilen ab – Empörung schickt sich nicht. Doch die Empörung und eine hohe Emotionalität angesichts vergangener Schrecken, lässt eine Verdrängung nicht zu, führt nicht zur Unfähigkeit, hilflose Appelle an die Stelle notwendiger Analysen zu setzen. Soll es also eine Schande sein, den naiven Schrei nach Frieden abzulehnen?

Warum also, setzt sich die Erkenntnis, wie sehr der faule Frieden oder die Hinnahme kriegerischer Aggressionen, eine schändliche, ja menschenverachtende Haltung sein kann - nach den Erfahrungen der Geschichte - nicht durch? Haben uns die Toten der Kriege nichts gelehrt? Weshalb finden Kästners Leichen, die „Stimmen aus dem Massengrab“ kein Gehör, wieso nimmt sich niemand des „Totenbataillons“ Tucholskys an, sind etwa Borcherts Beckmanns „limonadenfleckigen Toten“ mit dem Knochenzylophon vergessen? Warum die Wandlung Brechts Frau Carrar unreflektiert zu den pazifistischen Akten gelegt?
„Nein“ zu sagen, zu einer Einstellung, die Despoten das Feld überlässt; Passivität ausübt, anstatt sich den Aggressiven entgegenzustellen, scheint ratsam. Wehrlosigkeit als Selbstzweck des Scheiterns zu beweisen, käme einer Haltung nahe, die uns ein Religionsstifter am Kreuze zeigte. Jedoch, wer lässt sich schon gerne kreuzigen…?

Die von der „Friedensbewegung“ auf ihrer großen Berliner Kundgebung präsentierte, eher visuelle Propagandashow, die wir unter Anti-USA-Parolen, Hammer und Sichel-Fahnen, nationaler Pathetik, PDS-Losungen und mit PLO-Tüchern im Killeroutfit „bekleideten“ Jungvölkischen, in nie gekannter Form zu unstimmig vorgetragenen Töne der Herren Wader, Mey und des Saddam-Gefolgsleutehändeschüttlers Konstantin Wecker medial „bewundern” durften, lässt Übles ahnen.

Das große Bündnis wird geschmiedet. Das feste Band zwischen deutschen Linksradikalen, französischen Gaullisten, unspezifizierbaren Belgiern, chinesischen Experimentierkommunisten, russischen Despotie-Nachlassverwaltern und irrationalen Stammescliquen rund um den Globus ist geknüpft.

Ob wir aber deshalb, wie einst Hegel, eine Flasche zu Ehren Napoleons, des „Weltgeistes zu Pferde“ öffnen sollten, sei dahingestellt. Die „Ultima Ratio“, die der „Weltgeist auf den Flugzeugträgern“ vorexerzieren will, lässt uns nicht trunken werden, selbst wenn sie berechtigt erscheint, ist doch der Krieg – wie jeder seiner Art - auch ein Wechselbalg. So einer kommt aber in den besten Familien vor und deshalb ist es nichts Besonderes. Konstatieren wir dennoch Nietzsches Imagination, nach der die Welt ein ewiger Kreislauf sein soll und hoffen, es wird sich zeigen, wie sehr er irrte, verfügen wir doch über die Zuversicht, das Weltgeschehen möge sich in Form einer Spirale darstellen: Einer sehr langsam und äußerst flach ansteigenden zwar, aber eben doch – einer Spirale!
———
Wenige Wochen später konnte ich schreiben -

Die Apokalypse der APO-Opas blieb aus

Da hatten sie sich noch einmal aufgemacht, aufgerafft, kurz bevor sie die Zeit endgültig schafft; zogen die alten Transparente hervor, hielten sich ihre Kofferradios ans Ohr und hörten „Give peace a chance“ und „My sweet Lord“, die den Aufruf „Hare Krishna“ nicht allein wegen der Rhythmik beinhalteten. So trieben sie jene Schüler durch die Gassen, mit denen sie am Tage vorher bei gemeinsamen Marihuana-Konsum neueste Pläne zur Welterrettung erschufen und sahen noch einmal, ein letztes Mal, die Bilder ihrer Jugend vor Augen, als sie „Ho-ho-ho Tschi-Minh“ skandierend - dabei eingeharkt hüpfend – dem Bürgertum ihre „seriösen Optionen“ in die Ohren brüllten.

Die Drewer – und Weckermänner, die Scholl-Latours und Kienzle-Spökenkiekers standen ihnen bei; gemeinsam kicherten sie zahnlos in sich hinein ob der Wirkung auf ihre Schäfchen, die, nichts ahnend wofür und warum, mit sonst abgelehnten ausländerfeindlichen Phrasen über Kirch – und Marktplätze tobten – Glatzen - und Hammer-und Sichel-Fahnen-Träger unter sich duldend, ihre Bibel-gestählten Phantasien heraus schreiend, - doch das Tier, dem Johannes die Zahl 666 zueignete, ließ sich nicht sehen.

„Bush“ oder „USA“ hatte man es geheißen, war dabei den Worten des großen Propheten Saddam gefolgt. Ja, der große Hure Babylon, ihrem kosmopolitischen Geist, der „an vielen Gewässern sitzt“ und Unzucht treibt, wollte man Widerstand entgegen bringen. Sie bringe millionenfachen Tod, Verwüstungen, Atome, ihr, der ein „neues Vietnam“ bevor stehen würde, wolle man gemeinsam die Erde zur Hölle machen. Doch was machte die Hure, das Tier, die große alte Apo-Opa-Widersacherin: Sie erledigte schnell, zielgerichtet, mäßig blutig, Speis – und Trank verteilend, Lebens-Öl gebend jenen, denen es zusteht und erlösend die, welche erlöst werden mussten.

Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!

7 Kommentare »

  1. https://www.youtube.com/watch?v=EKgSenEtzrI

    Kommentar von Campo-News — 21. August 2014 @ 14:48

  2. Und mit wem sie jetzt verbündet sind - http://www.spiegel.de/politik/ausland/tochter-saddam-husseins-sponsert-islamisten-a-988581.html

    Kommentar von Campo-News — 29. August 2014 @ 11:44

  3. http://jungle-world.com/artikel/2014/37/50551.html

    Kommentar von Campo-News — 12. September 2014 @ 09:08

  4. Ja. Was oft in der aktuellen Debatte vergessen wird - Artikel 5 wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgelöst und ist bis heute in Kraft. Er diente unter anderem auch als formalrechtliche Grundlage für Nato-Einsätze in Afghanistan, an denen sich Deutschland beteiligt. Zuletzt scheiterte die Linke im Bundestag mit einem Antrag, den seit fast 14 Jahren andauernden Bündnisfall zu beenden. - http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampf-gegen-is-ankara-erhaelt-vollmachten-gegen-terror-gruppe-a-995025.html

    Kommentar von Campo-News — 3. Oktober 2014 @ 05:53

  5. Aha - http://www.spiegel.de/politik/ausland/chemiewaffen-saddam-husseins-senfgas-a-997231.html

    Kommentar von Campo-News — 15. Oktober 2014 @ 11:35

  6. Aleppo ist fast befreit. Das ist gut so. Die extremistischen sunnitischen Milieus, die den “arabischen Frühling” erfanden, der nichts anderes als ein menschlicher Winter ist und nur durch das fatale Management des Kenianers im Weißen Haus Unruhe stiften konnte, haben eine schwere Niederlage erlitten. Der IS und andere Terrororisten sind geschlagen. In Massen strömen die Scharen schwarz verkleideter Gespenster aus der Stadt, wahrscheinlich mit den bekannten Zielen. Ein militärischer Sieg hat immer einen Beigeschmack, wer möchte darüber hinweg gehen? Tod und Leid tragen ein grauenvolles Gesicht. Doch wer nicht gegen einen teuflichen Gegner kämpft, wer auch nur seine Sekunde nachlässt, der nimmt hin, dass soetwas passiert, wie im unten verlinkten Bericht. Doch davon sprechen Friedensapostel nicht. Sie beharren darauf einen historischen Fehler weiter zu verfolgen, einen historischen Fehler, der an jenen der Unterstützer von islamischen Contra-Rebellen gegen die Russen in Afghanistan ihren Höhepunkt erlebte. Gedenken wir der gefallenen und verstümmelten US-Soldaten, die mit den Wahnvorstellungen der Außenminister Clinton und Kerry im Gepäck, in einen Krieg an der Seite von Menschheitsfeinden zogen. Gedenken wir der gefallenen und verstümmelten, heldenhaft kämpfenden Russen. Dies zu sagen ist nötig, auch wenn man nicht mit allen Punkten der russischen Politik einverstanden ist. Gut, dass der Impuls des Wehrhaften noch nicht bei allen Völkern zugunsten eines falschen Friedens, einer Friedhofsruhe die nur den Gewalttätigen nutzt, wachgehalten wird. Gut auch, dass manche noch zwischen Feind und weniger Feind unterscheiden zu können imstande sind. Schon 2003 schrieb ich: “Warum also, setzt sich die Erkenntnis, wie sehr der faule Frieden oder die Hinnahme kriegerischer Aggressionen, eine schändliche, ja menschenverachtende Haltung sein kann - nach den Erfahrungen der Geschichte - nicht durch? Haben uns die Toten der Kriege nichts gelehrt? Weshalb finden Kästners Leichen, die „Stimmen aus dem Massengrab“ kein Gehör, wieso nimmt sich niemand des „Totenbataillons“ Tucholskys an, sind etwa Borcherts Beckmanns „limonadenfleckigen Toten“ mit dem Knochenzylophon vergessen? Warum die Wandlung Brechts Frau Carrar unreflektiert zu den pazifistischen Akten gelegt? „Nein“ zu sagen, zu einer Einstellung, die Despoten das Feld überlässt; Passivität ausübt, anstatt sich den Aggressiven entgegenzustellen, scheint ratsam. Wehrlosigkeit als Selbstzweck des Scheiterns zu beweisen, käme einer Haltung nahe, die uns ein Religionsstifter am Kreuze zeigte. Jedoch, wer lässt sich schon gerne kreuzigen…? Ob wir aber deshalb, wie einst Hegel, eine Flasche zu Ehren Napoleons, des „Weltgeistes zu Pferde“ öffnen sollten, sei dahingestellt. Die „Ultima Ratio“ lässt uns nicht trunken werden, selbst wenn sie berechtigt erscheint, ist doch der Krieg – wie jeder seiner Art - auch ein Wechselbalg. So einer kommt aber in den besten Familien vor und deshalb ist es nichts Besonderes. Konstatieren wir dennoch Nietzsches Imagination, nach der die Welt ein ewiger Kreislauf sein soll und hoffen, es wird sich zeigen, wie sehr er irrte, verfügen wir doch über die Zuversicht, das Weltgeschehen möge sich in Form einer Spirale darstellen: Einer sehr langsam und äußerst flach ansteigenden zwar, aber eben doch – einer Spirale!
    Entrollt euren Marsch, Burschen von Bord
    Schluß mit Gezank und Gezauder
    Still da ihr Redner, du hast das Wort
    Rede Genosse Mauser
    Blaujacken, he!
    Wann greift ihr an?
    Fürchtet ihr Ozeanstürme?!
    Wurden im Hafen euch eurem Kahn
    Rostig die Panzertürme?
    Laßt den britischen Löwen brüllen –
    Zahnlosfletschende Sphinx.
    Seeadleraug’ sollte verfehlen?!
    Altes sollte uns blenden?
    Kräftig der Welt ran an die Kehle,
    Mit proletarischen Händen.
    Wie ihr kühn ins Gefecht saust!
    Himmel, sei flaggenbeschwingt!
    Wladimir Majakowski

    Die Opfer derjenigen, die Mossul nicht erobern wollen - http://www.focus.de/politik/ausland/islamischer-staat/isis-terror-im-news-ticker-eu-verurteilt-russische-und-syrische-luftangriffe-auf-aleppo_id_6098011.html

    Kommentar von Campo-News — 15. Dezember 2016 @ 11:29

  7. Ja, darum! http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/oelpreis-unter-50-dollar-die-schwaeche-der-weltoelallianz-a-1146364.html

    Halver erklärt das völlig richtig - https://www.godmode-trader.de/video/wie-weit-steigt-der-oelpreis-noch-interview-mit-robert-halver-lynx-fragt-nach,6093213

    Kommentar von Campo-News — 9. Mai 2017 @ 14:18

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