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26. Februar 2005

Die zweite Halbzeit

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 08:06

Reporter: „Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Sportsfreunde. Die zweite Halbzeit im Endspiel zwischen „Forward Bush“ und den „Stupid Honky Tonks“ wird jeden Moment angepfiffen.

Es ist wirklich unbeschreiblich, was uns die erste Halbzeit hier geboten hat. Da war alles drin: Spannung, Kampf, ein paar überflüssige Fouls von beiden Seiten, und wunderschöne Tore. 3:1 heiß es nach dem Ablauf der ersten 48 Monate, äh Verzeihung, Minuten, und besonders die letzten drei der Nachspielzeit, hatten es in sich.

Vor dem Anpfiff musste man größte Befürchtungen um das Bush-Team haben; es sei schwer einzuschätzen, habe Konditionsmängel und ihr Captain sei der Aufgabe nicht gewachsen, so hieß es in Hooligan-Kreisen, die ja bekanntlich zu unseren besten Informanten gehören. Diese Einschätzungen bestätigten uns dann auch die ersten Spielminuten. Das Team schien gar nicht richtig anwesend zu sein, der Spielführer leistete sich ein paar Fehlpässe. Doch als unter lautem Gejohle und Schmährufen auf der Tribüne einige Raketen auf das Spielfeld abgeschossen wurden, ging ein Ruck durch das Team, und schon mit dem nächsten Angriff wurde das 1:0 erzielt. Wunderbar wie Stürmer Donny den sonst so listigen, aber technisch schwachen Abwehrspieler Kabul austanzte, um aus halbrechter Position den Treffer mit einem satten Spannschuss zu erzielen.

Danach lief der Ball wie von selbst durch die Forward-Reihen. Der gut einstudierte Angriffszug „Saddam“, immer wieder im Training geprobt, brachte das schnelle 2:0. Colin brauchte gar nicht viel zu machen, schaute zunächst selber etwas verdutzt, als ihm der Ball vor die Füße sprang, und versenkte ihn dann aber mit einem wunderbaren Hackentrick. Nach einer knappen Viertelstunde lag Forward überraschend klar in Front.

Doch niemand hatte mit dem schwarzen Mann gerechnet, der ja eigentlich UN-parteiisch sein sollte, aber auffallend für die Stupids pfiff. Besonders Sunnit konnte sich ein ums andere Mal schwere Fouls leisten, ohne das es geahndet wurde und so riefen die Fans des Bush Teams laut „Bestechung“. Von der Ersatzbank warf zudem der sonst so behäbige Co-Trainer der Stupids, Moore, immer wieder Dosen auf das Spielfeld, aber auch das wurde übersehen. Die angeheizte Stimmung fand ihren Höhepunkt, als sich der schlecht aufgestellte Abwehrspieler des Bush-Teams aus England, ein schweres Revanche-Foul leistete und vom Platz gestellt wurde. In der Folgezeit erzielte Sunnit im allgemeinen Durcheinander aus stark abseitsverdächtiger Position das 1:2, das der UN-parteiische trotz wütender Proteste anerkannte.

Forward steckte jedoch die Probleme erstaunlich gut weg und kam wieder besser ins Spiel. Nachdem der deutsche Spieler der Stupid Honky Tonks, den sie hier nur mit seinem Spitznamen „Gerda“ nennen, und intern als größter Fehleinkauf seit der Zeit des legendären Stupid-Trainers Adolfo Barraco gehandelt wird, wegen andauernden Meckerns frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde, brannte das Bush-Team ein Feuerwerk ab, wie wir es selten erlebten. Als dann noch hier auf der Tribüne das Gerücht umging - um dann zur Gewissheit zu werden - dass Captain George Walker zum besten Spieler des Jahres gewählt wurde und sich souverän gegen Karloff aus der Mannschaft von Curry-Shredder durchsetzen konnte, gab es kein Halten mehr. Teamchef George Walker selbst blieb es vorbehalten, mit dem schönsten Tor des Tages aus beinahe 30 Metern Entfernung, kurz vor dem Halbzeitpfiff, das 3:1 zu erzielen.

Ein beruhigender Vorsprung für Forward, liebe Sportsfreunde, so sollte man meinen, und wenn man die Kollegen in der Pause fragte, was sie für die nächsten 45 plus drei Minuten Nachspielzeit erwarten, dann war die einhellige Meinung, dass es hier nach einem Kantersieg für die zuletzt wie entfesselt aufspielende Bush-Truppe aussieht.

Die zweite Halbzeit wurde soeben angepfiffen und die Körperhaltung des Bush-Teams signalisiert: Alles klar! Lets go! Forward! Die Mannschaft scheint auf die Minute topfit zu sein, ist kampfstark und sehr offensiv aufgestellt. Für den leicht desorientierten Colin, kam zur Pause Condi ins Spiel, führt auch sofort den ersten rollenden Angriff auf das Tor der Stupids an, ist jetzt bereits in Schussposition…. aaaaaber, meine lieben Sportfreunde, jetzt müssen wir für eine kurze Werbeunterbrechung leider ins Studio zurückschalten. Bleiben Sie dran. Es lohnt sich.

Ergänzung

“…keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer harren aus, und wann sieht man solch ein Endspiel, so packend…jetzt - der Stupid-Läufer Abbas am Ball, er hat den Ball verloren diesmal, an Wolfowitz, Wolfowitz nach innen geflankt, Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müsste Scharon schießen: Tor! Tor! Tor! Tor für die Forwards! Linkschuss von Scharon, Wolfowitz hat die Flanke gegeben, Wolfowitz hat sich gegen Abbas durchgesetzt…”

Herbert Zimmermann, 1954 (mit kleinen Änderungen)

Tanja Krienen - der Artikel erschien auch in der Printausgabe der CBZ - http://www.campodecriptana.de/index.php?page=presse_cbz_kolumne_005

2 Kommentare »

  1. http://www.welt.de/debatte/article115106022/Es-war-richtig-Saddam-Hussein-zu-stuerzen.html

    Kommentar von Campo-News — 9. April 2013 @ 13:50

  2. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_republikaner_sind_schlauer_als_obama_und_hier_ist_der_beweis

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitische-rede-aussenminister-maas-distanziert-sich-von-abbas-a-1205810.html

    Kommentar von Campo-News — 6. September 2014 @ 07:38

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