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25. Februar 2005

Der FC Schlacke 05 und seine Nazis ihre Vergangenheit in die Gegenwart

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 10:04

Der Gelsenkirchener-Vorortclub Schalke 04 räumt auf. Am 22.02.2005 hat der Vorstand vor dem Hintergrund eines aktuellen Falles entschieden, dass eine Mitgliedschaft in der NPD, bei den Republikanern (REP) oder Parteien mit gleichen oder ähnlichen politischen Zielen unvereinbar ist mit einer Mitgliedschaft beim FC Schalke 04

Begründung: In der Vereinssatzung steht: „Die soziale Integration ausländischer Mitbürger soll gefördert werden“ sowie „Der Ausschluss aus dem Verein kann u.a. erfolgen … bei unehrenhaftem Verhalten innerhalb oder außerhalb des Vereins, insbesondere durch Kundgabe rassistischer oder ausländerfeindlicher Gesinnung“. Es heißt weiter in der Erklärung: Eine Mitgliedschaft in einer der genannten Parteien hat demnach den sofortigen Vereinsausschluss bzw. die Verweigerung der Aufnahme zur Folge. „Diese rechtsextremen Parteien sollen wissen, dass sie auf Schalke nicht willkommen sind und wir alles Mögliche tun werden, um sie bewusst aus dem Vereinsleben auszugrenzen“, erklärt Schalkes Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Peter Peters.

In diesem Zusammenhang wird der Verein in den nächsten Heimspielen Aktionen gegen vereinzelte Neonazis in der Arena AufSchalke starten, die durch das Tragen einschlägiger Symbole auf sich aufmerksam gemacht haben. „Wir haben entsprechende Hinweise aus unserer Fanszene und von der Polizei bekommen und werden der Sache mit großem Ernst nachgehen. Denn unsere Arena haben wir bislang von diesen politischen Gruppierungen weitestgehend freigehalten und das soll auch in Zukunft so bleiben. Wir nutzen hierbei konsequent unser Hausrecht“, so Peters. Gegen Zuschauer, die entsprechend auffällig sind, wird der FC Schalke 04 ein Hausverbot aussprechen. Wenn es sich bei der Überprüfung sogar um Vereinsmitglieder handelt, werden diese ausgeschlossen.“

Nun trifft der Schalker-Gesinnungserlass nur Personen aus dem rechten Spektrum – wer „Bush:Mörder“ oder „Sharon:Faschist“ grölt, hat wohl nichts zu befürchten. Ausländerfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit sind nicht dasselbe.

Spaßig wirkt die Passage, in der von „unehrenhaften Verhalten“ die Rede ist, dachte man doch außerhalb des Schalker Markts immer, das wäre die Grundbedingung, um überhaupt ein richtiger Schalker zu sein. Wie sagte doch der Trainer Hans Schmidt so treffend: „So, ihr Arschlöcher, geht da rein und gewinnt!“ Das verstand man immer gut „auf Schalke“, das war ihr Jargon. Nie hörte man einen Schalker Protest anmelden, wenn die Darstellung der Zustände auf Schalke und um Schalke herum in Film und Fernsehen in eben jener Weise erfolgten.

Besonders witzig aber ist der aktuelle Vorgang, wenn man sich die Homepage ansieht, auf der diese Erklärung der guten Menschen abgebildet ist: Sie ziert das Konterfei des legendären Schalker Spielers Ernst Kuzorra, NSDAP-Mitgliedsnummer 5 416 068, der 1936 in einem Buch so zitiert wird: „Jeder Deutsche, der seine Pflicht tut, sei es an höchster, sei es an geringerer Stelle, ist in dem neuen, weiten, echten Sinne ein „Arbeiter“…Der studierende Mensch ist noch zu sehr der Fragende, um die antwortfrohe Entschlossenheit aufzubringen, auf die es im Sport, wie nebenbei auch auf anderen Gebieten, z. B. in der Politik – welchen Beweis liefert hier allein schon Adolf Hitler – vielleicht zuallererst ankommt.“ Als Kuzorra 1990 starb, wurde er ein paar Stunden später noch einmal ausgegraben, weil der damalige Präsident Eichberg (der Sonnekönig) zu spät zur Beerdigung kam, aber unbedingt auf einem Begräbnisfoto zu sehen sein wollte.

Kuzorras Schwager war die „arische Hand“ Fritz Szepan, wie er auch NSDAP-Mitglied und Teil des berühmten „Schalker Kreisel“. In der Stadtchronik Gelsenkirchens von 1938 heißt es: „Das bisherige jüdische Kaufhaus Julius Rode & Co. am Schalker Markt ist in arische Hände übergegangen. Es wird geführt von Fritz Szepan…“ Die „Knappen“, die „Polacken“, waren am Ziel.

Nachdem man früher Arierrein war, ist man heute Nazirein – Hauptsache rein, wenngleich man sonst nicht viel ist. Schalkes Manager „Stumpen Rudi“ (N)Assauer bemerkte dieser Tage gegenüber einem Kritiker seines Finanzgebarens: „…dafür müßte man ihn eigentlich standrechtlich erschießen!“ Genau! Wer auf diesem Trip ist, den stören die Nazis, die das gemäßigter ausdrücken, weshalb man sie nur ausschließen, nie aber standrechtlich erschießen sollte, denn hätte man dies getan, gäbe es „auf Schalke“, wie auch unter Schalke, längst keine mehr. Ich meine: Vorbilder.

Wie dichtete Georg Kreisler einst –

Gute Bücher haben wir - nur das Lesen und das Schreiben
Fällt uns noch manchmal recht schwer

Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen
Wer es nicht kennt, der seh’ es sich an, solang bis er’s glaubt
Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen
Sollten Sie es noch nicht kennen, dann ist wirklich höchste Zeit,
Nehmen Sie nur einen kleinen Koffer, denn die Reise ist nicht weit
Doch ich selber fahr bestimmt nie wieder hin,
Weil ich bereits ein uralter Gelsenkirchener bin

Ich kenn’s schon zu gut, weil ich ein alter Gelsenkirchener bin
Ich hust noch heute, weil ich ein alter Gelsenkirchener bin
Das kommt vom Klima, weil ich ein alter Gelsenkirchener bin
Glück auf!

Tanja Krienen – Diskussion im Forum - http://www.campodecriptana.de/campoforum/

schlacke.jpg

4 Kommentare »

  1. Tja, der Peters. Sieh an! Er, der Motor im “Krampf gegen rechts”, der nicht einmal Republikaner ins Stadion lassen wollte, er ist wohl auch sonst ein “sauberer Held”, wie es bei t-online heißt: “Nach Recherchen der “Welt am Sonntag” plagen die Gelsenkirchener nicht nur die bekannten Verbindlichkeiten von 137 Millionen Euro sowie eine Unterdeckung im laufenden Etat zwischen 20 und 30 Millionen Euro. So soll sich eine weitere exorbitante Summe an Verbindlichkeiten in den diversen Tochter-Gesellschaften verstecken. Nach Informationen der “WamS” beläuft sich das Minus auf eine weitere Summe von mindestens 100 Millionen Euro, insgesamt also über 250 Millionen Euro. Nach Angaben der Zeitung funktioniert das Netzwerk-System so, dass sich die einzelnen Unternehmen über ein Verrechnungskonto gegenseitig Darlehen geben oder Forderungen fällig stellen, wie in einem Karussell. Kontrolliert würden fast alle Firmen des Netzwerkes von Peter Peters.”

    Kommentar von Campo-News — 25. Oktober 2009 @ 08:10

  2. Der FC Schlacke feiert sein 111. Bestandsjahr und blickt zurück in die Zeit, da seine Spieler jüdische Kaufhäuser arisierten. Doch man will schon immer bunt gewesen sein, was in sofern stimmt, als das man es immer bunt trieb. Zu bunt, bis heute. Der erfolgreichste Verein der NS-Zeit, wird heute von Gazprom und dem Schlächter Tönnies gesponsert. Bild ganz oben

    Kommentar von Campo-News — 30. August 2015 @ 08:47

  3. “BVB-Fanclub schließt AfD-Mitglieder aus”, “1. FC Köln wehrt sich gegen Flüchtlingsgegner”, “Sammer fordert, jedem Flüchtling die Hand zu reichen”: Vor allem solche Meldungen tauchen aus der Bundesliga auf, wenn es um nach Deutschland geflüchtete Menschen geht.

    Dazu legen sich Bayerns Präsident Uli Hoeneß und Kapitän Philipp Lahm offen mit der AfD an. Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, in letzter Instanz auch der Boss bei RB Leipzig, positioniert sich ganz anders.

    Der Österreicher startet einen Feldzug gegen das aus seiner Sicht herrschende “linke Meinungsdiktat” und kassiert Applaus von AfD-Freunden. http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/mateschitz-rechtsschwenk-gibt-es-in-der-bundesliga-keine-fluechtlingsgegner-und-afd-freunde_id_7047208.html

    Kommentar von Campo-News — 29. April 2017 @ 11:40

  4. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=413810225649028&set=p.413810225649028&type=3&theater

    Kommentar von Campo-News — 9. Mai 2017 @ 06:09

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