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18. Juli 2005

Der Sozialismus ist der phantastische jüngere Bruder des Despotismus: Vergangenes, Aktuelles und Fortwährendes

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 18:40

Die neue SED steht, sie wird auch weiterhin sowohl mit ihrer alten SED-Vergangenheit konfrontiert, als auch mit den Kriminaldelikten, die in ihrem Bereich zwischendurch passierten.


Der Sozialismus ist der phantastische jüngere Bruder des Despotismus, seine Bestrebungen sind also im tiefsten Verstande reaktionär. Denn er begeht eine Fülle der Staatsgewalt, wie sie nur der Despotismus gehabt hat, ja er überbietet alles Vergangene dadurch, daß er die förmliche Vernichtung des Individuums anstrebt: als welches ihm wie ein unberechtigter Luxus der Natur vorkommt.

Er braucht die alleruntertänigste Niederwerfung aller Bürger vor dem unbedingten Staat, wie niemals etwas gleiches existiert hat; deshalb bereitet er sich im stillen zu Schreckensherrschaften vor und treibt den halbgebildeten Massen das Wort “Gerechtigkeit“ wie einen Nagel in den Kopf, um sie ihres Verstandes völlig zu berauben, und ihnen für das böse Spiel, das sie spielen sollen, ein gutes Gewissen zu schaffen.

Wenn seine rauhe Stimme in das Feldgeschrei: “so viel Staat wie möglich“ einfällt, dringt auch das Entgegengesetzte mit um so größerer Kraft hervor: “so wenig Staat wie möglich“.

Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 1876


Aktuelles:

Berlin (ots) -

Am Montag stellte die FDP in Berlin vor dem Hintergrund der
Diskussionen über eine mögliche Linksfront-Regierung einen
Plakatentwurf vor.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel erklärte hierzu: “Die FDP ist der
Kontrapunkt zu einer Lafontaine-PDS, die für die Rolle rückwärts in
den Sozialismus steht. Wir werden die Auseinandersetzung mit dieser
Linksfront auf allen Ebenen offensiv, sachlich und mit der nötigen
Härte führen. Symbolisch verdeutlicht unser Plakatentwurf worum es
dabei im Kern geht: Freiheit statt Sozialismus!”

Stuttgart (ots) - Das Wahlprogramm, das die PDS gestern
verabschiedete, ist voll von leeren Verheißungen und markigen Worten.
Man will das Beste, wie immer, aber das politische Rüstzeug liefern
vor allem Proteste, Populismus und ideologische Selbstgewissheit. Von
Pragmatismus in einer unheilen, sehr komplexen Welt keine Spur.
Gleichwohl ist es eben diese Unfertigkeit einer im Wandel begriffenen
Wirklichkeit, aus der die neue Linkspartei ihre Impulse bezieht. Sie
lebt davon, und sie weiß es. In der Bevölkerung besteht ein
Grundbedürfnis nach schnell fertigen Antworten und Patentlösungen.
Das ist nichts Neues. Gesellschaftliche Umwälzungen, auch
wirtschaftliche Herausforderungen, ziehen immer ein Anwachsen der
rechten und linken Ränder nach sich, weil Entwicklungsbrüche stets
mit Härten verbunden sind. Wer aber fürchtet, unter die Verlierer zu
geraten, hat leicht ein Ohr für Demagogen.

ots-Originaltext: Stuttgarter Nachrichten

Cottbus (ots) -

Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix. Der alte Werbegag
für einen Schokoriegel mag manchen in den Sinn kommen, wenn sie sich
die Metamorphose der PDS vor Augen führen. Statt der gewohnten drei
Buchstaben bekommt es die politische Konkurrenz nun mit der
„Linkspartei“ zu tun. Zweifellos haben die demokratischen Sozialisten
strategisch entschieden. Das überwältigende Urabstimmungsergebnis der
WASG vor Augen und den warmen Wind ständig neuer Umfragekorde im
Rücken machten den Abschied vom eigenen „Markenzeichen“ erträglich.
Der Vorgang lässt freilich tief blicken, wie es um die gewünschte
Einheitsfront in Wirklichkeit steht. Weil die PDS im Westen auch 15
Jahre nach ihrer Umbenennung ein Schmuddelkind geblieben ist, hat sie
sich zur Verleugnung des Namens entschlossen. Oskar Lafontaine soll
zwar dort kandidieren, wo PDS drin ist, aber nicht, wo PDS
draufsteht. Eingefleischte PDSler im Osten brauchen auch nicht zu
verzweifeln. Denn durch Beschlüsse auf Landesebene dürfen sie das
geliebte Kürzel als Namenszusatz behalten. Mit diesem
Etikettenschwindel lässt sich möglicherweise ein sehr gutes
Gesamtergebnis bei der Bundestagswahl einfahren. Ob die mühsam
erzielte Kooperation der beiden Linksausleger darüber hinaus trägt
und sich gar in einer Fusion niederschlägt, darf allerdings
bezweifelt werden. Die PDS hat mit linken Sektierern aus dem Westen
schlechte Erfahrungen gemacht. Zumindest in Berlin rekrutiert sich
die WASG zum großen Teil aus frustrierten Ex-PDS- Mitgliedern, die
eine Regierungsbeteiligung der Linkssozialisten für neoliberales
Teufelswerk halten. So könnte das Linksbündnis am Ende zu einem
bloßen Protestbündnis verkommen. Hier war die PDS schon einen Schritt
weiter.

ots-Originaltext: Lausitzer Rundschau

Halle (ots) - Ihre momentane demoskopische Kraft bezieht die sich
nun anbahnende Allianz sowohl aus dem äußerst lebhaften Medienecho
als auch aus der ungestillten Sehnsucht vieler Linker nach Visionen -
von Einheit, Stärke und Sieg. Es ist eine Vision, und das heißt: Es
gibt den Wunsch, etwas sehen zu wollen, was als greifbare Substanz so
gar nicht existiert. Die im Namen geänderte PDS macht sich jetzt zum
Anschwemmungsgebiet für Wrackteile aus der Vergangenheit. Man kann es
an den beiden Spitzenkandidaten festmachen: Gregor Gysi verkörpert
das Bauchgefühl jener, die sich nach der deutschen Einheit im
mosernden Abseits wiedergefunden haben. Oskar Lafontaine will jenes
West-Milieu stimmenmäßig hinzufügen, das sich von der SPD gleichsam
aus enttäuschter Liebe abgewandt hat.

ots-Originaltext: Mitteldeutsche Zeitung

Friedrich Nietzsche:

Sich gegenseitig der Verletzung, der Gewalt, der Ausbeutung enthalten, seinen Willen dem des Andern gleich setzen: dies kann in einem gewissen groben Sinne zwischen Individuen zur guten Sitte werden, wenn die Bedingungen dazu gegeben sind (nämlich deren tatsächliche Ähnlichkeit in Kraftmengen und Werthmassen und ihre Zusammengehörigkeit innerhalb eines Körpers). Sobald man aber dies Princip weiter nehmen wollte und womöglich gar als Grundprincip der Gesellschaft, so würde es sich sofort erweisen als Das, was es ist: als Wille zur Verneinung des Lebens, als Auflösungs- und Verfalls-Princip. Hier muss man gründlich auf den Grund denken und sich aller empfindsamen Schwächlichkeit erwehren: Leben selbst ist wesentlich Aneignung, Verletzung, Überwältigung des Fremden und Schwächeren, Unterdrückung, Härte, Aufzwängung eigner Formen, Einverleibung und mindestens, mildestens, Ausbeutung, - aber wozu sollte man immer gerade solche Worte gebrauchen, denen von Alters her eine verleumderische Absicht eingeprägt ist?

Auch jener Körper, innerhalb dessen, wie vorher angenommen wurde, die Einzelnen sich als gleich behandeln - es geschieht in jeder gesunden Aristokratie -, muss selber, falls er ein lebendiger und nicht ein absterbender Körper ist, alles das gegen andre Körper tun, wessen sich die Einzelnen in ihm gegen einander enthalten: er wird der leibhafte Wille zur Macht sein müssen, er wird wachsen, um sich greifen, an sich ziehn, Übergewicht gewinnen wollen, - nicht aus irgend einer Moralität oder Immoralität heraus, sondern weil er lebt, und weil Leben eben Wille zur Macht ist. In keinem Punkte ist aber das gemeine Bewusstsein der Europäer widerwilliger gegen Belehrung, als hier; man schwärmt jetzt überall, unter wissenschaftlichen Verkleidungen sogar, von kommenden Zuständen der Gesellschaft, denen “der ausbeuterische Charakter” abgehn soll: - das klingt in meinen Ohren, als ob man ein Leben zu erfinden verspräche, welches sich aller organischen Funktionen enthielte. Die “Ausbeutung” gehört nicht einer verderbten oder unvollkommnen und primitiven Gesellschaft an: sie gehört in’s Wesen des Lebendigen, als organische Grundfunktion, sie ist eine Folge des eigentlichen Willens zur Macht, der eben der Wille des Lebens ist. - Gesetzt, dies ist als Theorie eine Neuerung, - als Realität ist es das Ur-Faktum aller Geschichte: man sei doch so weit gegen sich ehrlich!

Aus “Jenseits von Gut und Böse”

13 Kommentare »

  1. “Sich gegenseitig der Verletzung, der Gewalt, der Ausbeutung enthalten, seinen Willen dem des Andern gleich setzen: dies kann in einem gewissen groben Sinne zwischen Individuen zur guten Sitte werden, wenn die Bedingungen dazu gegeben sind (nämlich deren tatsächliche Ähnlichkeit in Kraftmengen und Werthmassen und ihre Zusammengehörigkeit innerhalb eines Körpers). Sobald man aber dies Princip weiter nehmen wollte und womöglich gar als Grundprincip der Gesellschaft, so würde es sich sofort erweisen als Das, was es ist: als Wille zur Verneinung des Lebens, als Auflösungs- und Verfalls-Princip. Hier muss man gründlich auf den Grund denken und sich aller empfindsamen Schwächlichkeit erwehren: Leben selbst ist wesentlich Aneignung, Verletzung, Überwältigung des Fremden und Schwächeren, Unterdrückung, Härte, Aufzwängung eigner Formen, Einverleibung und mindestens, mildestens, Ausbeutung, – aber wozu sollte man immer gerade solche Worte gebrauchen, denen von Alters her eine verleumderische Absicht eingeprägt ist?”

    Unter Berufung auf eine Polemik wie diese vermag der Zivilisationsbruch des modernen Totalitarismus auch in seiner leninistisch-stalinistischen Varianz in hervorragender Weise gerechtfertigt zu werden. Was stellte der Archipel Gulag anderes dar, als die Verwirklichung einer “Lebens”konzeption, in deren Zentrum die Prinzipien der “Aneignung, Verletzung, Überwältigung des Fremden und Schwächeren, Unterdrückung, Härte, Aufzwängung eigner Formen, Einverleibung und mindestens, mildestens, Ausbeutung” stehen?

    Wer die SED-Diktatur, deren historische Genesis in dem Triumph des stalinistischen über den nationalsozialistischen Totalitarismus liegt, als verbrecherisch verurteilt und die PDS mit ihrer Verantwortung als der SED-Fortsetzungspartei konfrontiert (was aus liberal-konservativer und rechtsstaatlicher Sicht natürlich geboten ist), sollte sich nicht auf Nietzsches Denunziation des jüdisch-christlichen Erbes Europas berufen. Der totalitäre Staatssozialismus ist nicht deshalb als minderwertiges Gewaltsystem anzuprangern, weil (vermeintlich) “Minderwertige” (und nicht eine “Aristokratie”, wie Nietzsche sie sich vorstellen mochte) ihn trugen, sondern, weil dieser Totalitarismus das Prinzip der Herrschaft des Rechtes im Sinne der zitierten Polemik in radikaler Weise negierte.

    Kommentar von Digenis Akritas — 19. Juli 2005 @ 09:58

  2. Aktuell von SPIEGEL-online: Der Sprecher der ostdeutschen Abgeordneten in der Unions-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz (CDU), machte Teile der westdeutschen Medien für das Erstarken des Linksbündnisses im Osten verantwortlich. “Die westdeutschen Medien haben Leuten wie Gysi & Co, die dieses Land kaputt machen wollen, zu Oberwasser verholfen”, sagte er der “Rheinischen Post”. Einige westdeutsche Medien hätten daran geradezu lustvoll gearbeitet. Ernste Überlegungen, wie man die Lage im Osten verbessern könne, gingen im Geschrei der Gewerkschaften und des westdeutschen Medienpopulismus zugrunde, beklagte Vaatz. Zugleich nahm er Merkel gegen Forderungen in Schutz, sie müsse dem Osten höhere Priorität einräumen. “Frau Merkel hat angesichts der Rahmenbedingungen optimal agiert”, betonte Vaatz.”

    TK: Sehr richtig, die Medien schauen bewusst weg, obwohl es mehrere eindeutige Punkte gibt, die bei anderen Parteien längst zu handfesten Skandalen geführt hätten.

    Nun zu deinen Bemerkungen: Nietzsche war antireligiös - seine Kritik ist religionsfeindlich an sich, aber niemals antijüdisch im völkischen Sinne. Im Gegenteil: prinzipiell kann man Nietzsche eher eine philosemitische Tendenz attestieren.

    Wenn Friedrich Engels schreibt, es sei ein großes Glück gewesen, als die Sklaverei begann, so meint er letztlich dasselbe wie Nietzsche: Fortschritt ist nur durch differenzierte Machtstrukturen möglich. Eine absolut gleiche Gesellschaft entwickelt sich nicht mehr, sie stirbt ab. “Ausbeutung” (und Nietzsche bemerkt ja selbt die relative Richtigkeit dieser krassen Umschreibung, und wir müssen immer beachten, dass wir uns in einem philosophischen Diskurs befinden), ist nichts als die Option zur Verwertbarkeit. Erst als der einzelne Mensch mehr produzierte, als er selbst benötigte, trat er aus dem Schatten des Tierreiches vollständig heraus - erst von da an gibt es eine ökonomische Entwicklung zum positiven. Setzt es sich durch, dass die Menschen - so wie wenn es wäre, falls die neue SED das Sagen hat, z.B. allen Menschen über 5000 Euro Einkommen nichts bliebe - wäre das nicht nur der Beginn eines neuen ekelhaften Versuches der Disziplinierung der Produktivsten, sondern der Beginn des endgültigen Verfalls der modernen Gesellschaft, ja jeglicher Innovation. Der erste Nietzsche-Spruch ist zu bekräftigen: Die instrumentalisierte “Gerechtigkeit” ist das linke Zauberwort zum Einsickern der Despotie, des Dirigismus, der totalitären Gesellschaftordnung.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 19. Juli 2005 @ 10:54


  3. Tanja Krienen-Aktion im Unnaer Kreistag: Verdiente Dekorierung des Sitzes des P”D”S- Vertreters mit der Parteifahne, dem dazu gehörenden Stacheldraht und eines (Spielzeug)gewehrs.

    Kommentar von Campo-News — 19. Juli 2005 @ 11:26

  4. Berlin (ots) -

    Zur aktuellen Mitgliederentwicklung der Linkspartei.PDS erklärt
    Bundesgeschäftsführer Rolf Kutzmutz:

    Allein am Montag nach dem Sonderparteitag, der mit der Umbenennung
    in Die Linkspartei.PDS das Signal für eine weitere Öffnung der Partei
    hin zu einem neuen Projekt der Linken in Deutschland gegeben hat,
    haben sich 117 Menschen entschlossen, aktiv in der Linkspartei an der
    Gestaltung einer sozial gerechten Gesellschaft mitzuarbeiten. 84
    haben ihre Absicht erklärt Mitglied zu werden, 33 wollen uns zunächst
    mit einer Probiermitgliedschaft testen.

    Links ist attraktiv wie selten zuvor. Das ist die größte Zahl an
    Neumitgliedern seit Bestehen der Partei nach der Wende.

    Während alle anderen Parteien den Sozialabbau im großen Stil
    praktizieren oder planen, stellt Die Linke.PDS mit ihrem Programm für
    eine gerechtere Verteilung der Lasten, eine friedliche Welt und mehr
    Chancen für den Osten eine echte Alternative für die Bürgerinnen und
    Bürger dar.

    Wir freuen uns darüber, dass die Akzeptanz gegenüber linken Ideen
    nicht nur in Umfragen ihren Niederschlag findet, sondern immer mehr
    Menschen Mut macht, sich einzumischen. Das Angebot zum Mit-Tun ist
    ein deutliches Signal gegen die Politikverdrossenheit, ausgelöst
    durch jahrelange Politik an den Interessen der Menschen vorbei.

    PDS
    Hendrik Thalheim

    Ach ja, der Herr Thalheim: mal wieder so gesprächig. Damals jedoch, als Mona Lisa einmal hinter die Kulissen schaute, die ich beiseite schob http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,2203651,00.html
    war Tahlheim recht schmallippig:

    Aus dem CAMPO-Forum, 19.10 2004: Soeben führte ich ein Gespräch mit dem Pressesprecher der PDS im Karl-Liebknecht-Haus, Hendrik Thalheim.

    TK: Tanja Krienen, Magazin CAMPO de Critana, guten Tag Herr Thalheim. Gibt es inzwischen eine Presse-Erklärung zu dem Pädophilenskandal in der Partei?

    Thalheim: Dazu hat unser Bundesgeschäftführer alles gesagt.

    TK: Sie meinen im TV-Bericht?

    Thalheim: Ja.

    TK: Aber das kann doch nicht alles sein. Die Gruppe wird also weiter geduldet?

    Thalheim: Die gehört nicht zu den Strukturen der PDS.

    TK: Aber sie verwendet doch auf ihrer Website die Symbole der Partei und nennt sich “BAG in der PDS”.

    Thalheim: Ich sage dazu nichts mehr (legt auf).

    TK: Das zeigt, wie professionell die Partei mit einem Problem umgeht: professionell, offen, ehrlich und um Aufklärung bemüht.

    Tanja Krienen

    Kommentar von Campo-News — 19. Juli 2005 @ 15:57

  5. “Ein Fälscher ist, wer Nietzsche interpretiert, indem er Zitate aus ihm benutzt. […] Im Bergwerk dieses Denkers ist jedes Metall zu finden: Nietzsche hat alles gesagt und das Gegenteil von allem.”, Giorgio Colli

    .. ich denke er ist nicht erst die letzten 11 Jahre seines Lebens irre gewesen :-)

    Kommentar von PommFritz — 11. August 2005 @ 09:35

  6. Colli war Kommunist.

    Sicher muss man Nietzsche dialektisch verstehen, es wird sich aber nichts aus seinen Schriften heraus lesen lassen, was als Plädoyer FÜR eine sozialistisch-dirigistische Gesellschaft Verwendund finden könnte.

    Ich behaupte, dass Sie Nietzsche nie gelesen haben. Und: Sie sollten sich Nietzsche Krankenakte einmal zu Gemüte führen, um solche dumme Urteile künftig zu unterlassen.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 11. August 2005 @ 09:46

  7. Eben er schreibt NUR GEGEN eine sozialistische Gesellschaft. Die positiven Seiten hervorzuheben kommt den Herrenmenschen gar nicht in den Sinn.

    Dennoch krank in der Birne, womit man einige seiner verwirrten Werke erklären kann und freilich hab ich schon Nietsche gelesen, nicht zuletzt ´Der Antichrist´ und ich zitiere ihn auch mal “Wohlan! Das allein sind meine Leser, meine rechten Leser, meine vorherbestimmten Leser: was liegt am Rest? – Der Rest ist bloss die Menschheit. - Man muss der Menschheit überlegen sein durch Kraft, durch Höhe der Seele, - durch Verachtung …”

    Bei diesem Profilierungsfeldzug gegen die Linke setzt Du irgenwie aufs falsche Pferd. Warum nicht das “Manifest” mal genauer lesen und im positiven Sinne die Schwächen des Sozialismus abbauen helfen. Ein wirklich demokratischer Sozialismus ist möglich und wäre auch schon früher entstanden wenn nicht jahrzehntelang ein Antikommunistischer Feind auf ihn eingehackt hätte. Der Hass der Kapitalisten und Neoliberalen gegen alles soziale ist unbestritten paranoid, geht es doch auch nur darum ihren Besitzstand und ihre Macht zu waren und zu vergrößern.

    Kommentar von PommFritz — 12. August 2005 @ 11:28

  8. Nein, es liegt ihm fern gegen den Marxismus zu schreiben - er kannte ihn gar nicht. Nietzsche war ein Selbstdenker und reflektierte seine eigenen Beobachtungen und dies mit dem Blick eines Gelehrten (der er war).

    Die zitierten Sätze sind gut - man kann nicht das Mittelmaß oder gar die Ungebildeten heroisieren, besonders nicht die Frustrierten.

    Kapitalisten hassen das Soziale nicht, sie möchten nur, dass das rechte Maß gewährleistet ist, welches uns völlig abhanden kam. Es sind die Schaffenden, die “das System” am Leben halten, nicht die Müßiggänger, die man doch bekanntlich doch schon in der Internationalen “beiseite schieben” wollte. Der Sozialismus hat die schwersten Verformung bei den Menschen erreicht - das Land würde in 5 Jahren absterben, wenn sozialistische Prinzipien gelten würden. In den letzten sieben Jahren ist schon unter der Regie von gemäßigten Sozialisten genug passiert…

    TK

    Kommentar von Campo-News — 12. August 2005 @ 17:47

  9. Ähm Hallo?! Es war nicht davon die Rede das Nitzsche das Manifest genauer lesen sollte sondern Du. Ihm wär eh nicht zu helfen gewesen, aber vielleicht hätte der `Gelehrte´ es mal lesen und darüber schreiben sollen bevor er gegen den Sozialismus hetzt. Welch Ignoranz wo er doch Jahre später die selbe Uni besuchte.

    Ist doch gut so, mit dem was Du zB. gegen die Linkspartei anbringst, bist Du für die SED-PDS.. ein billiger Wahlkampfhelfer ala Sudel-Ede Stoiber.

    Auch wenn ich auf Parteien und die parlamentarische Demokratie scheiße, liegt sie doch als in der heutigen BRD real existierende Partei meinem Verständniss von Politik und Staat am nächsten. Deshalb finde ich es besser Sie im Bundestag zu sehen als immer nur das gleiche Neoliberale Gesocks .. zumeist Söhne von Beruf und genetisch minderwertiges Material *harrharr* Den Inzest der ´Aristokraten´ übersieht man eben leicht.

    .. und wech :-)

    Kommentar von PommFritz — 13. August 2005 @ 00:44

  10. Du weiß ja nicht mal wie Nietzsche geschrieben wird, ganz im Sinne mancher Stasi-Köpfe, die Nietzsche-Leser ausspionierten und dann in ihren verbrecherischen, aber der Partei entsprechenden, Auftragbücher kritzelten, es habe jemand “Sahra Tustra” gelesen.

    Was Stoiber sagte, kraakelt man auf der Linken jeden Tag heraus und zehnmal schlimmer: Die CDU sei “rassistisch”, “sexistisch” “faschistisch” – der Westen habe vom Osten zu lernen, die DDR sei von “Manchester-Kapitalisten plattgemacht”, die Neokonservativen mit ihren Mördern Sharon und Bush seien Kriegtreiber usw. usf. – das ist normale linke Jargon in der Auseinandersetzung mit redlichen Menschen. 1000 fach nachzulesen, von der Verharmlosung der Terroristen und ihrem Verständnis für Bestien in Menschengestalt mal ganz zu schweigen.

    Ja, so einer bist, du “scheißt” nach eigener Aussage auf die parlamentarische Demokratie und deshalb sage ich dir und deinesgleichen in viel deutlicher Weise als Stoiber, was ich von euch halte: Keine Cent würde ich euch in dieser parlamentarischen Demokratie geben, jedenfalls nichts, was zur Aufrechterhaltung eines Internetanschlusses notwendig ist.
    TK

    Kommentar von Campo-News — 13. August 2005 @ 10:40

  11. Frag Du Dich nicht warum in der heutigen parlamentarischen Demokratie Lobbyismus, Korruption, Vetternwirtschaft entsteht. Ein soziales Geflecht die Seilschaft der Bonzen und Beamten, die nichts mit Stärke zu tun hat. Solche Leute sind der Abschaum der Menschheit und die waren Sozialschmarotzer.

    Kommentar von PommFritz — 13. August 2005 @ 12:31

  12. Der Weserkurier schreibt:

    Die „Linke“ habe in Bremen in den letzten Jahren wenig Politik gemacht, sondern sich mehr mit sich selbst beschäftigt, schreibt Nitz und bestätigte entsprechende Medienberichte, in denen immer wieder von innerparteilichen Querelen die Rede war. „Die Darstellungen in der Presse trafen im Kern genau wie geschildert zu, wobei vieles weitaus schlimmer, selbst jenseits der Vorstellungskraft altgedienter Journalisten, ablief.“

    Vieles habe sie persönlich stark getroffen und sei menschlich weit unter der Gürtellinie gewesen. „Was bleibt ist eine tiefe Verletztheit.“ Von den politischen Gegnern sei sie mit Respekt und Würde behandelt worden – aber in der Linken keineswegs, obwohl die Solidarität ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben habe.

    Zunehmend setze sich im Landesverband eine Alles-oder-Nichts-Mentalität durch. „Reform ist nichts und Revolution ist alles.“ Die Partei beherrsche nicht nicht die Waffen des Diskurses und der Argumentation, sondern ausschließlich die Waffen der Zerstörung.

    Beutegemeinschaften

    In der Linken gebe es Beutegemeinschaften im Kampf um gut bezahlte Posten, schreibt Nitz weiter. Und um diesen Kampf zu gewinnen, würden selbst ahnungslose Mitglieder rücksichtslos ausgenutzt. Die Partei bestehe in Bremen „mehrheitlich aus Menschen, die ihr persönliches Geltungsbedürfnis über die politischen Ziele stellen“. Dabei werde „auch unter Missachtung der demokratischen Spielregeln gearbeitet und ausgeteilt.“

    Eine neue politische Heimat habe sie noch nicht gefunden, es habe allerdings Gespräche mit mehreren Parteienvertretern gegeben. „Etwas Abstand wird noch von nöten sein.“ Inga Nitz arbeitet nun wieder im Jobcenter Bremen als Arbeitsvermittlerin. Dort war sie schon ihrer Zeit als Abgeordnete beschäftigt.

    Als es Anfang dieses Jahres um die Verteilung der Listenplätze für die Bürgerschaftswahl ging, hatte sich die Nordbremerin in zwei Anläufen erfolglos um eine aussichtsreiche Platzierung bemüht und schließlich aufgegeben. Inga Nitz gehörte der Bürgerschaft seit der Wahl im Jahr 2007 an.

    Michael Horn, stellvertretender Landessprecher und Sprecher des Kreisverbandes Bremen Nord-West, sagte, er bedaure den Austritt von Inga Nitz außerordentlich. “Ich habe sehr gerne mit der früheren Co-Sprecherin meines Kreisverbandes Bremen Nord-West zusammengearbeitet”, so Horn in einer Stellungnahme. “Ich hoffe, dass sie den Weg in unsere Partei wieder zurück findet, nachdem sie ein wenig Abstand von den Ereignissen der vergangenen Wochen und Monate gewonnen hat.”

    Kommentar von Campo-News — 9. Juni 2011 @ 14:04

  13. GENAU DAS, sagte ich bei meinem Austritt: “Hier fällt etwas auseinander, was nie zusammengehörte”, sagte er. “Die westdeutschen Dogmatiker gehören weder in die Tradition der staatstragenden SED noch der reformsozialistischen PDS.” http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bisky-kritisiert-streit-ueber-linken-chefposten-a-835446.html

    Kommentar von Campo-News — 26. Mai 2012 @ 19:32

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