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9. März 2022

„Unser Kampf, Kamerad, ist auch dein Kampf!“

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 07:37

Über einen “Verdachtsfall“

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 Der liebe gute, der „Vater Staat“, welcher sich seit zwei Jahren als unberechtigter und unberechenbarer Erziehungsdiktator zeigt und dabei Prügelstrafen, Hausarreste und Vorbeugehaft zu seinem Instrumentarium zählt, darf nun „von ganz oben“, also fast von der Stelle, wo sonst nur der „liebe Gott“ wohnt, die „AfD“ als „Verdachtsfall“ (Thomas Haldenwang: “Das ist ein guter Tag für die Demokratie”) führen, als rechtsextremen noch dazu. Statt sich nun mit Buttons „Ich bin ein rechter Verdachtsfall“ am Revier zu schmücken, mault die AfD und lässt die Schlagzeilen entstehen „Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla zeigte sich überrascht von dem Urteil.“ 

Da dieser Staat harmlose Spaziergänger als rechtsextrem etikettiert und noch immer ein Regime aufrechterhält, das nicht nur zum wiederholten Male quasi als Kriegspartei agiert, sondern seit über zwei Jahren keinen Finger zur Aufklärung über die Ursachen und Auswirkungen eines epochalen Irrsinns leistet, ist er schlicht nicht legitimiert. Wer sich in der AfD, so wie ein kleines Schulmädchen vor dem Mäuschen, vor irgendwelchen Aktenschmierern fürchtet, weil er sonst eventuell Abstriche bei seiner Pension hinnehmen muss, der sollte doch besser ins Kloster gehen und die große Selbstgeißelungspeitsche schwingen. Immer feste druff bis das Blut spritzt. Eine Partei, die acht Jahre nach ihrem Krawall mit mir als führende Aktivistin, noch immer ihre Regionalforen sperrt, weil sie es intellektuell nicht aushält, eine solche Partei ist in vielen Teilen nicht konflikt – und somit nicht wettbewerbsfähig.

Egal ob AfD, Basis (die derzeit noch Welpenschutz genießt), DKP oder einzelne Personen der Linken – aus diesem 15-20% Spektrum gibt es manch interessante Wortmeldung. Alles muss zur Sprache kommen und muss sich auch stellen.

Vor fünf Jahren schon, genau am 30. März 2017, veröffentlichte ich den Text „An die “Kameraden”“  der sich schon damals mit der grassierenden Distanzeritis befasste, die man schon seinerzeit als Symptom für Geschichts- und Mutlosigkeit in der AfD werten musste.  Denn wer nicht „drinsteckt“ und keine Ahnung hat, warum der Begriff „Kamerad“ ein unverfänglicher ist und mit seiner eigenen Blödheit als Grundlage andere Menschen zu diffamieren versucht, der ist längst als Impfhelfer der Leisetreter dieser Gesellschaft und als Handlager der dummen, verdummenden Pseudo-Eliten entlarvt…und natürlich als Verräter…

Hier mein 5 Jahre alter Text mit einem fast 20 Jahre alten Einschub-

In der AfD versuchte man neulich ein Mitglied abzustrafen, weil es die Bezeichnung “Kamerad” verwendete. Einige Medien empörten sich über den “Nazi-Jargon” - wie immer bei solchen Steilvorlagen - kräftig mit. Nun muss man ja nicht mit diesen Bezeichnungen inflationär herumwerfen, aber nach dem Motto “Keiner tut gern tun was er tun darf, was verboten ist, das macht uns gerade scharf” (Biermann), möchte man dann doch gern solche Begriffe extra in den Mund nehmen, weil sie nämlich eigentlich neutrale sind und wir uns den Gebrauch von Worten nicht vorschreiben lassen sollten, zumal die Taktik, alle verteufelten Wörter mit der Begründung auszuschaffen, das sei “Nazi”, total ermüdet und vor allem ärgerlich, aber noch mehr falsch ist.

Der Begriff “Kamerad” war nämlich ebenso ein gebräuchlich linker. Georg Wilhelm Pabst drehte 1931 den Film “Kameradschaft” mit dem legendären Arbeitersänger - und Schauspieler Ernst Busch, der auch in Paul Schureks Stück “Kamrad Kasper” 1932 die Hauptrolle spielte. 1926 eignete Bertolt Brecht die “Kohlen für Mike”, Mary McCoy, der Witwe eines Streckenwärters “in Kameradschaft” zu. 1937 erklang das “Spanien-Lied” “Hans Beimler, Kamerad”, nach der Melodie “Ich hatt einen Kameraden” (Uhland/Silcher) und im selben Jahr legte Busch das Lied “Peter, mein Kamerad” nach, in dem es hieß:

Für Deutschland gabst du dein Leben hin

In Spanien Peter aus Berlin

Peter, mein Kamerad

Als dann die DDR gegründet wurde, sang man dieses populäre FDJ-Lied aus der Feder von Louis Fürnberg (Lied der Partei):

Das neue Leben muss anders werden, als dieses Leben, als diese Zeit.

Da darf’s kein Hungern, kein Elend geben, packt alle an, dann ist es bald so weit.

Komm mit, Kamerad, steh nicht abseits, Kamerad,

Unser Kampf, Kamerad, ist auch dein Kampf!

Halte Schritt, komm ins neue Leben mit,

Auf dich kommt es an, auf uns alle.

So ist es und so bleibt es. Und weil diese Auslöscherei von Begriffen schon seit langer Zeit tobt, zitiere ich einen Text von mir aus dem Jahre 2003(!!!): “So sind sie denn angebrochen, die großen Zeiten, da Worte wieder auf die Waage gelegt werden….Die Sprache und ihre Produzenten stehen unter massiver Beobachtung - gar vielfältig sind die Kontrollmechanismen, die in den Medien und öffentlichen Räumen als Zensor jede Regung überwachen. Die Sprach - Polizei stößt sich ja eigentlich an allem, was das Leben lustiger und schärfer macht. Sie will den Ausdruck nivellieren, die Gefühle abtöten, Widersprüche einebnen und vor allem: gut sein! Und wenn ein Mensch nicht “gut” sein will, weil er über einen Willen verfügt und weiter auf seinen Emotionen, der intellektuellen Schärfe, des sprachlichen Ausdrucks und des libertären Lebens beharrt, dann muss man ihm drohen, ihn ausschließen, einsperren, aussperren, virtuell liquidieren oder auch ganz und gar - und mobben bis zum Ende. Das alles verspricht die Sprach -SA, führt es aus (in vielerlei Gestalt), und wird nicht eher ruhen, bis sie die Menschheit gänzlich infantilisiert, und zu mausgrauen Nichtskönnern und Nichtswollern, stupid und depraviert, blutleer und philisterhaft, zum Fraß ihrer bösen Ambitionen gänzlich weich kochte. Der politische Bereich, jener, der gefährlich werden könnte, wird bewacht wie der Hades durch den Zerberus – das Schattenreich duldet die Lebendigen nicht. Als Instanz dienen Kommissionen und Betroffenheitsmakler, gegen die jene Verschleierungstaktik, welche die Betreiber des Orakels von Delphi anwandten, wie ein leicht durchschaubares Spiel nur schwach kaschierter Betrügereien erscheint. Doch niemand mehr wagt es, die Botschaften hysterischer Pythias so infrage zu stellen, wie es nötig wäre, - der neue Kult einer Epoche derjenigen, die Nietzsche als Phase der Décadence kommen sah, befindet sich längst in einem fortgeschrittenen Stadium.

*sing*

Komm mit, Kamerad, steh nicht abseits, Kamerad,

Unser Kampf, Kamerad, ist auch dein Kampf!

Halte Schritt, komm ins neue Leben mit,

Auf dich kommt es an, auf uns alle.

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