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23. April 2013

Rechts und links: Warum die Vorwürfe an die AfD nur eine kalkulierte Frechheit darstellen

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 07:23

Veröffentlicht auch bei eigentümlich frei

Rechts ist dort, wo der Daumen links ist. Und umgekehrt. Oder, wie Johnny Cash schon sang:

“The one on the right was on the left
And the one in the middle was on the right
And the one on the left was in the middle”

Dies meint: Manche Aussagen und Einstellungen können sich, je nach Thema, überall wieder finden – und die Menschen auch. So locker könnte man es sehen, wenn man in den USA zu Hause wäre, wo Menschen leben, die z.B. patriotisch und sozial, oder internationalistisch und freiheitlich denken, ohne in Schubladen abgelegt zu werden, die unseren ähneln. Tatsächlich geht es hierzulande um mehr und um andere Kategorien.

Was sollte ein in Deutschland lebender, klassischer Rechter, also ein National-Sozialist aus dem NPD-Milieu, in einer liberal-konservativen Partei? Wenn jemand in den vergangenen Jahren von ganz rechts wechselte, dann in gefühlten 99% der Fälle nach ganz links! Deshalb wurden doch jene „Aussteiger-Programme“ aufgelegt, die immer nur ein Ergebnis brachten: den „radikalen Wechsel“ von ganz rechts nach ganz links mit der Auflage, nun ein aktiver „Antifaschist“ zu sein. Würde jemand von ganz rechts in die (gesellschaftliche) Mitte aussteigen, wäre es ja kein wirklicher Ausstieg, so das Echo von ganz links. Thema und Auftrag verfehlt, sozusagen. Nur wer auch gaaanz links landet, ist ein echter Aussteiger und bekommt das Güte-Siegel einer ganzen politischen Industrie! Dutzende „Einzelfälle“ sind bekannt! Auch eine Steinewerfer-Vergangenheit oder eine ehemalige RAF-Mitgliedschaft sind kein wirkliches Hindernis. Im Gegenteil, so scheint es. Mit einer NPD-Vergangenheit ist es demnach unproblematisch möglich, in die SPD, zu den Grünen oder zur Linkspartei überzuwechseln – zur demokratischen Mitte oder rechten Mitte jedoch bei Strafe verboten. Wie angedeutet, macht es für einen nationalen Sozialisten auch gar keinen Sinn. Seine Gesinnung kann er mit der ganzen Palette der Losungen unzweifelhaft in der radikalen Linken ungebrochen weiter frönen, die Rhetorik muss nur vom nationalen Kampf auf „antiimperialistisch“ gestellt werden, t-shirt, Hose, Treter und schwarz-rote Fahne bleiben.

Blicken wir in die Historie. Im Film „Hitlerjunge Quex“ dreht sich alles um die Austauschbarkeit der Milieus, will sagen: es beschreibt die Loslösung von „Quex“ aus dem linken proletarischen Milieu und seinen Übergang zu den jungen Nationalsozialisten. Nicht nur das: auch sein Umfeld, inklusive seines Vaters, der „Quex“ zunächst unter dem Abgesang der Internationalen verprügelte, schließt Frieden mit den Nazis. „Kam’raden, die Rotfront und Reaktion erschossen“ heißt es im Horst Wessel-Lied, welches im Film gesungen wird. Die Reaktion? Also die….ja was denn nun? Richtig, die staatstragenden und konservativen Kräfte, die sowohl die Linke, als auch die Rechte bekämpften, werden in einem Atemzug mit der echten politischen Konkurrenz, der Linken genannt. „Die Reaktion“, das sind die Katholiken des Zentrums, die Deutsche Volkspartei Stresemanns, die Deutsche Demokratische Partei oder pragmatische und staatstragende Sozialdemokraten, also weite Teile des Bürgertums. Sie bildeten in der Tat die Kerngegnerschaft der nationalen Sozialisten beider Lager, wurden, so sie aus der „eigenen Klasse“ stammten, als „Sozialfaschisten“ diffamiert.

„Nationale Volksarmee“, „Nationale Front“ oder, wie in der Neufassung des „Roter Wedding“ zuhörende Slogans wie „Damit Deutschland den Deutschen gehört“, waren DDR-Tatsachen, die man im Westen vergeblich suchte. Die Wahrnehmung nationaler Interessen, also die Ausfüllung einer Hoheitsrepräsentanz zum Schutz der Bürger eines Landes und alle damit verbundenen Umstände, sind per se keine anstößigen Handlungen und werden von der erdrückender Mehrheit - gleich welches Landes - von seiner politischen Führung sogar gefordert. Ähnliches gilt für die Werte der Familie, der Vorstellung einer seriösen Ökonomie oder der Beachtung von Gesetzen. Auch das gilt in der Vorstellung manches Linken salopp als „rechts“. Wir sehen, wie schlicht die Beachtung von Rechtsprinzipien leicht aus einem ziemlich liberalen und rechtstreuen Menschen in den Augen eines nichtliberalen und gegen das Recht Verstoßenden einen „rechten“ Menschen machen können. „Rechts“ ist heute, wer nicht explizit links ist und nicht vollständig bereit steht, um „Eine Welt ohne Grenzen und Regeln“ zu akzeptieren.

Es geht demnach in Wirklichkeit beim „Kampf gegen rechts“ um die Bekämpfung bürgerlicher Prinzipien. Deshalb wird der Vorwurf „rechts“ zu sein, auch in jedem Interview mit Vertretern der Alternative für Deutschland erhoben, muss sich jeder rechtfertigen. Nicht selten vor Fragestellern oder Schreibern aus jenem Milieu, welches die wirklich nationalen Sozialisten freudig aufnimmt.

 

6 Kommentare »

  1. Naja, hier und da ist es lesenswert, doch fehlt eine Menge, z.B. die Frage nach dem Verhältnis zu den Produktionsmitteln - http://zuerst.de/2015/04/23/warum-die-links-rechts-unterscheidung-letztlich-nur-den-herrschenden-eliten-nutzt/

    https://www.pi-news.net/2021/05/video-anrufer-enttarnt-vorab-zensur-beim-wdr-presseclub/

    Kommentar von Campo-News — 27. April 2015 @ 07:53

  2. Bla bla, es sind die Jungen, die mit ihrem Ökosozialismus und Internationalismus das Geld verbrennen - http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/a-1076078.html

    Kommentar von Campo-News — 8. Februar 2016 @ 09:38

  3. Oliver Janich
    1 Std. ·

    Da hat wohl einer Angst, dass demnaechst vor seiner Haustuer demonstriert wird… Dass die Antifa Nazimethoden benutzt, ist allerdings richtig. Schon lange.
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    30Harald Vogelgesang, Sebastiano Nobile und 28 weitere Personen
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    Sebastiano Nobile
    Sebastiano Nobile Vor nicht allzu langer Zeit hat er den linken Terroristen Josef Slowik, der in Wien verurteilt und vom Jenaer Bürgermeister danach mit einem Orden für Zivilcourage ausgezeichnet wurde, noch persönlich getroffen. Wie ernst man solche Aussagen nehmen kan…Mehr anzeigen
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    Karsten Veit
    Karsten Veit Ist das eine Blitzbirne
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    Tanja Krienen
    Tanja Krienen Soweit ich weiß, war es IMMER ÜBERWIEGEND die historische Antifa, die störend oder agitatorisch die Stätten des Feindes aufsuchte. Die Rechte verzichtete meist nicht darauf, weil sie die Notwendigkeit nicht sah, sondern: aus lauter Feigheit, die ihr auch heute noch innewohnt. Von der ideologischen Schwäche mal abgesehen….
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    Kommentar von Campo-News — 13. April 2016 @ 17:42

  4. Ist die JF noch das Parteiblatt? - https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/eine-schwache-fuehrung/

    Kommentar von Campo-News — 21. Juni 2016 @ 19:07

  5. Warum auch diese Skizzierung der AfD falsch ist - http://www.focus.de/politik/videos/deutschland-umfrage-zeigt-afd-ist-nicht-partei-der-abgehaengten-denn-die-waehlen-ganz-anders_id_6277346.html

    Kommentar von Campo-News — 1. Dezember 2016 @ 06:27

  6. https://www.merkur.de/politik/afd-nach-geleakten-chatprotokollen-weiter-unter-druck-zr-8422322.html

    Kommentar von Campo-News — 23. Juni 2017 @ 13:15

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