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21. April 2010

Veda Atatürk – Der Abschied (Der Film)

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 10:41

Es ist ein Film ohne jeglichen Humor – eine einzige Elegie, aber eine, die sich endlich einmal mit jemandem beschäftigt, der es verdient: Mustafa Kemal „Atatürk“! Lassen wir die bisweilen etwas zu dick und hölzern aufgetragene Heroisierung und die leicht „fernsehschauspielgemäße“ Inszenierung beiseite, so ist festzustellen, dass die türkische Filmindustrie mit diesem Epos ihrem Staatsgründer - zur rechten, weil spannungsreichen Zeit - ein eindringliches Denkmal setzte und damit auch das Herz Schwankender erreicht. Der Film (ohne Altersbeschränkung!) legt deutlich mehr Wert auf die persönliche Entwicklung (auch in kriegerischen Auseiandersetzungen gilt sein erster Gedanke Mutter und Schwester) des blonden Türken aus dem heute griechischen Saloniki, streift die Politik eher beiläufig, aber setzt doch klare Akzente bezüglich seiner Doktrin einer westlichen Einbindung, die er als notwendigen und umunkehrbaren Prozess einer „fortschrittlichen Welt“ sah.

 

Mustafa Kemal Atatürk starb am Ende der „Reichskristallnacht“ – in den frühen Morgenstunden des 10. November 1938. Die Nieren waren es wohl nicht – eher die Folgen des exzessiven Alkoholkonsums. Doch diese Wahrheit ist eine der „freundlichen Lügen“, mit denen man sein Wirken etwas aufhübscht. Dabei bedürfte es der Halbwahrheiten nicht, könnte doch sein Leben auch so gut vor der Geschichte bestehen – Fehler nicht ausgeschlossen. Die Türken haben jedenfalls in ihm einen, der ungebrochen den nationalen Stolz, politische und militärische Tatkraft, aber auch modernes und verstandesgemäßes Handeln - auch für die aktuelle Zeit - verkörpert.

 

Sein Sterbeprozess ist der Aufhänger des Filmes. Die Bildzeitung hat dazu noch Beachtenswertes geschrieben und auch der Trailer lohnt sich zum Anschauen, obwohl er ohne Untertitel abläuft. Im Kino wird der Film „OmU“ (Original mit Untertiteln) gezeigt (ein Genuss, zwei Stunden die schöne türkische Sprache zu hören, viele viel weniger die immer wieder eingespielte Musik) und läuft derzeit in vielen Städten Deutschlands – in Dortmund z.B. lief er drei Mal am Tag im „Cinestar“ (ab heute nur noch ein Mal) und war ordentlich besucht (keine Frau mit Kopftuch dabei).

 

Es lebe die Türkische Republik! Es lebe Mustafa Kemal

3 Kommentare »

  1. Ach ja, es gab schon EINE lustige Stelle: Wenn mir etwas besonders im Gedächnis bleibt, dann der Name Fikryie (der bei Gelegenheit Anwendung finden kann). Sie war eigentlich eine Verwandte von Mustafa Kemal und sagte immer Bruder zu ihm. Nachdem er begann sie zu lieben, so der Off-Sprecher im Film, habe sie nur noch “General” gesagt. Letztlich hat Mustafa Kemal sie dann doch nicht geheiratet, obwohl, zu von Cousin zu Cousine - das geht heute nicht immer, jedenfalls in Dortmund.

    Kommentar von Campo-News — 22. April 2010 @ 08:38

  2. Das Ende aller Hoffnungen - http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,777462,00.html

    Kommentar von Campo-News — 30. Juli 2011 @ 11:20

  3. Das Ende - http://www.spiegel.de/politik/ausland/erdogan-als-praesident-der-tuerkei-zitate-aus-den-ersten-100-tagen-a-1006618.html

    Kommentar von Campo-News — 5. Dezember 2014 @ 16:34

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