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30. Dezember 2005

Wikipedia - Eintrag zu Tanja Krienen

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 16:46

Ich bedanke mich bei LP für sein Engagement!

Tanja Krienen (*19. Mai 1957 in Hagen/Westfalen) ist eine Autorin, Publizistin und Allrounderin. Sie wächst als Einzelkind in einem Arbeiterhaushalt auf, lernt Energieanlagenelektronik, wechselt dann zur Pädagogik und arbeitet als Erzieherin und Sozialarbeiterin. 1985 überlebt sie einen Autounfall nur knapp. Ihre erste Ehe (ab 1987) wird nach sieben Jahren geschieden, 1998 heiratet sie zum zweiten Mal.

Frühzeitig wird sie mit Politik und Kultur konfrontiert, erlebt Willy Brandt während des Wahlkampfes 1965 und sieht die Beatles im Alter von neun Jahren (1966) live. Daraus erwachsen Erfahrungen starker Emotionen und das Wissen um Formen der Politik und Kultur. Sie engagierte sich ab 1975 in der Gewerkschaft und übernimmt dort zahlreiche Funktionen, doch sie wird auch Punk, interessiert sich für Dadaismus und Surrealismus und schließt sich in den 70er Jahren der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) an, die sie aber auf Grund ihrer negativen Erfahrungen mit dem real existierenden DDR-Sozialismus Anfang der 80er Jahre verlässt. Zwischenzeitlich erlebt sie die Ausbürgerung von Wolf Biermann und ist bei seinem ersten öffentlichen Auftreten drei Tage nach dieser Maßnahme bei einer Solidaritätsveranstaltung anwesend. 1982 gehört sie dann zu den Gründungsmitgliedern der Demokratischen Sozialisten (DS), denen sie bis zum Ende der Partei im Jahre 1990 treu bleibt. Im Bundestagwahlkampf 1998 kämpft sie an der Seite der Kommunistin Sahra Wagenknecht. Dieses bisher letzte linke Engagement in der Partei des Demokratischen Sozialismus, endet Anfang 1999 in einer viel beachteten öffentlichen Auseinandersetzung, da sie die Organisation als Kreisvorsitzende und Mitglied des NRW-Landesparteirat mit dem Verweis auf weiter bestehende stalinistische Tendenzen verlässt, nach dem ein Ausschlussverfahren gegen sie eingeläutet wurde.

Seit Ende der 90er Jahre konzentriert sie sich auf ihre Tätigkeit als Autorin und Publizistin. Daneben schreibt sie zum 100. Todestag des Philosophen Friedrich Nietzsche ein „Biographisches Programm“, inszeniert es, spielt die Rolle der Biographin und führt es so mehrfach öffentlich auf. Zudem entdeckt sie im Jahre 2000 den bis dahin unbekannten Fakt, dass der Bertolt Brecht-Gefährte und Komponist der DDR-Nationalhymne Hanns Eisler, während ihrer gemeinsamen Arbeit an Charlie Chaplins „Monsieur Verdoux“, mit dem Schwiegersohn Friedrich Holländers, dem später als Kabarettist bekannt gewordenen Georg Kreisler, im Hollywooder Exil zusammentraf. Zum 25. Jahrestag der Ausbürgerung von Wolf Biermann schreibt sie einen pessimistisch gefärbten Beitrag für das von Fritz Pleitgen verlegte Buch „Die Ausbürgerung – Anfang und Ende der DDR“, mit dem Titel „Die Zeit ist nicht passé“. In ihren Lesungen des Aufsatzes wird sie bisweilen heftig von Alt-Kommunisten angegriffen.

Krienen bringt zwischen 2003 und 2005 das inzwischen legendäre Magazin „Campo de Criptana“ heraus, benannt nach dem Ort, in dem Don Quijote seinen Kampf gegen die Windmühlen austrug, einer Haltung, der sich die „Erbin Don Quijotes“, so die Presse, verpflichtet fühlt. In dieser Publikation werden Beiträge und Interviews vieler bekannter Autoren, Publizisten und Politiker veröffentlicht z.B. von der der Tochter Ulrike Meinhofs Bettina Röhl, Georg Kreisler, Henryk M. Broder, Wolf Biermann, Michael Wolffsohn, Fritz J. Raddatz, Sahra Wagenknecht, Katharina Rutschky, Pete Seeger, Extrabreit, Lutz Rathenow, Konstantin Wecker, Peter Glotz, Hans-Christian Ströbele, Ulrich Sahm, Vera Lengsfeld, Rosa von Praunheim u.v.a.

Sie selbst schreibt außerdem für das Magazin der Freien Demokratischen Partei (FDP) „liberal“, in der anarcho-kapitalistische Zeitung „eigentümlich frei“, für die in Kanada erscheinende „Deutsche Rundschau“ und in verschiedenen deutsch-spanische Publikationen. In Spanien erhält sie auch 2002 den Literaturpreis „Primer Concurso Literario de la Costa cultural de Alfaz del Pi“.

Ihr Schreibstil besteht aus einer seltenen Mischung von Sprachartistik, Aggressivität und Detailverliebtheit. Nicht selten dominieren ein apodiktischer Duktus und ein manchmal antiquiert wirkendes, pessimistisch angehauchtes Pathos, gebrochen jedoch durch augenzwinkernde, bisweilen geradezu grotesk anmutende Formulierungen und auf die Spitze getriebene Wendungen. Ihre manchmal arglos erscheinende Offenheit gegenüber vielen Personen und Themen unterschiedlicher Couleur, bringt ihr, ebenso wie ihre Emotionalität, oft heftige Kritik ein. Durch neue, subjektive Sichtweisen, die im Ergebnis ihr Bestreben nach schonungsloser Überwindung alter Erkenntnisse darstellt, wird sie immer wieder von weniger flexiblen Zeitgenossen als Verräterin scheinbarer Gemeinsamkeiten angesehen.

Im Bundestagswahlkampf 2005 übernimmt sie den Auslandswahlkampf der CDU auf dem spanischen Festland. Das Mallorca-Magazin spricht davon, sie könne “ganz allein das rückwärtsgewandte, wertkonservative, traditionsverhaftete Image der Christunionisten umkrempeln” und die Süddeutsche Zeitung über “Angela Merkels Hilfszentrale an der Costa Blanca”.

Über ihr in vielerlei Beziehungen wechselvolles Leben jedoch, hatte sie schon in ihrer Ende 2004 erschienenen, umfangreichen und auf den Leser Gewissheiten zertrümmernden Autobiographie „Hammerschläge“, Zeugnis abgegeben.

Tanja Krienen lebt seit 2003 mit ihrem Ehemann dauerhaft auf einer Finca in der spanischen Comunidad Valencia.

Stimmen zu Tanja Krienen

David Schah: Tanja Krienen gilt in vielen Kreisen als Enfant terrible. Dass Krienen, die sich mittlerweile als Antikommunistin versteht, für viele ein rotes Tuch ist, liegt daran, dass sie ihre Meinung durchaus offensiv und kompromisslos ausdrückt, wo immer sie Ungerechtigkeiten und Widersprüche ausmacht. Ihre 2004 erschienene Autobiographie „Hammerschläge“ liest sich als interessantes und anregendes Psychogramm und als ein Entwicklungsroman, der geradezu nach einer Verfilmung schreit. Daneben kann „Hammerschläge“ auch als wertvolles zeitgeschichtliches Dokument goutiert werden.

Eike Stedefeldt: „Ihr Lebenslauf biete „für mehrere Leben Stoff“ sagt Tanja Krienen, die an diesem Abend ihre Autobiographie „Hammerschläge“ vorstellt. Durchgeknallt, meinen Sie? Politisierende Willy-Berührung mit acht Jahren! Wo hat man das zuletzt gehört? „Meine Mutter hat Hitler geküsst. Man hat sie ihm hingehalten“. Da ist man doch gespannt auf Krienens „Sexualisierung in einer Zeit, die in Wirklichkeit wenige heroische Momente besaß“ außer dem ihrer eigenen Sexualisierung. Und das findet wirklich im Brecht-Haus statt. – Brecht im Imperativ.“

Süddeutsche Zeitung: „Schröder muss weg“, sagt sie. Deutschland braucht eine Wende. Ihre eigene hat die dunkelhaarige Frau im feuerroten Top bereits hinter sich.

Costa Blanca Rundschau: Die 47jährige ist in ihrem Leben noch keinem Kampf aus dem Weg gegangen. Auf ihrer Homepage präsentiert sich Tanja Krienen als streitbare Amazone im Military Look. Privat wirkt die Frau mit den großen, blauen Augen und der schmalen Taille eher mädchenhaft.

Thor Kunkel: …eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Dustin Hoffman.

Burkhard Schröder: Wenn man Tanja Krienen kennt, ahnt man schon, um welche Themen es geht: Sex und verwandte Themen, der nahe und mittlere (nicht der ferne) Osten. Das Verhältnis zwischen Krienen und PDS ist emotional innig, starke Gefühle beherrschen den Dia- und oft Monolog - man könnte auch sagen: Szenen einer ehemaligen Ehe. Man prügelt gern und oft aufeinander ein. Krienen und (Bettina) Röhl haben das Kämpferische gemeinsam. Ohne Reibungsfläche geht es nicht. Immer muss man sich an etwas abarbeiten. Die meditative Stille ist ihnen, so meine klippschulenartige Interpretation, fremd. Von Röhl lernte ich den Begriff “Heuchelachsler”. Will sagen: Röhl kämpft eigentlich gegen alle, insbesondere gegen die Generation ihrer Mutter.

Jörg Fischer: Bettina Röhl und Tanja Krienen sind Garantinnen für billigen, substanzlosen Asphalt”journalismus”, der hohen Denunziations-, dafür aber weder einen Nachrichten-, noch einen Neuigkeitswert besitzt.

CBZ: Nach Spanien zieht es Tanja Krienen seit 15 Jahren regelmäßig, wo sie mit verschiedenen Lesungen und philosophischen Diskussionsabenden das Kulturprogramm an der Costa Blanca bereicherte….Publizistisch gegen den Strich bürsten und nicht mit den politischen Wölfen heulen, das ist die Quintessenz aus dem auch politisch sehr aktiven Leben der 47jährigen.

Juri Klugmann, Kanada: Wo andere Medien die Türen schließen, öffnet Campo-Krienen ein Fenster.

Georg Kreisler: Mittlerweile habe ich auch einige Artikel für die Magazine KONKRET und CAMPO DE CRIPTANA geschrieben (die es leider nicht mehr gibt).

Neues Deutschland: Krieg und Terror in Nahost … Der Bulldozerfahrer hörte nicht auf zu brüllen..und brach ein Stück aus der Betonmauer , bis sie über Jamal zusammenbrach, eh ihm jemand helfen konnte. Der Name des Bulldozerfahrers oder seines Befehlshaber ist nicht bekannt. Könnte er auch Tanja Krienen heißen?

Antwort Tanja Krienens im ND: Ich habe niemals einen Bulldozer in den palästinensischen Gebieten gesteuert, weder Häuser eingerissen noch trage ich Schuld daran, dass Menschen ihr Leben im Rollstuhl verbringen müssen. Zu keinem Zeitpunkt befehligte ich Truppenteile der israelischen Armee – somit habe ich auch keinem Menschen einen Befehl zur Zerstörung palästinensischer Häuser erteilt. Ich war niemals Mitglied irgendeines Heeres.

Westfalenpost: Colt-Lady

Westfälische Rundschau: Tanjaminator! Das alles erinnert doch stark an ein Polit-Happening der Kommune 1. Den medienträchtigen Rummel provozierte erneut Tanja Krienen, die junge Leute vor den „stalinistischen Rattenfängern“ warnen wollte…und interessanterweise behauptet, sie sei nur abgesägt worden, weil die Kommunisten spießbürgerlichen Moralvorstellungen anhingen. Die überzeugte Sozialistin musste schließlich von Beamten abgeführt werden. Das nennt der Chronist Engagement!

BILD-Zeitung: Kritische Meinungen werden bei der PDS rigoros abgewürgt. Das wirft PDS-Aussteigerin Tanja Krienen ihrer ehemaligen Partei vor.

Junge Freiheit: Tanja Krienen gehörte zu denjenigen, die sich um eine Befreiung der PDS aus ihrem kommunistischen Korsett bemühte.

WR: Als Geschwister im Geiste fanden sich Tanja Krienen, Unnaer-Ex-Vorfrau der PDS, und Wolf Biermann, stets kritischer Linken in beiden Teilen Deutschlands.

Costa Blanca Nachrichten, Altea Portal: Anschließend las Tanja Krienen … Krienens Beitrag und politische Meinung sorgten für Diskussionsstoff und erhitzte Gemüter. Tanja Krienen riss es vom Stuhl. Sie zeigte, dass ihre bauchfreie Jugendkleidung nicht nur Erinnerung an die Kampfzeit der Gewerkschafts-Jugendvertreterin von vor 30 Jahren war. Sie schoss massiv verbal zurück und bewirkte, dass sich ihre Opponentin als ehemalige DDR-Funktionärin outete (mit heutigem Ruhesitz an der Costa Blanca, wie ich später erfuhr) und nach einer weiteren worteichen Breitseite stolz erhobenen Hauptes aus dem Salon segelte, ihren Mann im Schlepptau.

Costa Blanca Zeitung: Trotz des scheinbar sperrigen Themas Philosophie wurde es ein spannender Abend in bester literarischer Tradition. Tanja Krienen hatte das Manuskript aus dem unerschöpflichen Faktenreichtum des Werkes und Lebens Friedrich Nietzsches zusammengestellt und beeindruckte als vortragende Biographien.

Hellweger Anzeiger: Politisch greifbar war sie noch nie.

Rolf Ohler, Vorsitzender der Schwulen und Lesben in der CDU/CSU: Eine kompetente Persönlichkeit.

Indymedia: Die rechtslastige Tanja Krienen (ehemals PDS, jetzt pro-Bush)…

Antifaschistische Nachrichten: Zwischen Rinks und Lechts

Frankfurter Rundschau: Alles andere als eine seriöse Quelle.

Henryk M. Broder:

Werke

• Hammerschläge

Gemeinsam mit anderen Autoren

• Die Ausbürgerung – Anfang von Ende der DDR, Herausgeber Fritz Pleitgen, Autoren Wolf Biermann, Marianne Birthler, Hans Christoph Buch, Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs, Ralph Giordano, Katja Havemann, Tanja Krienen, Manfred Krug, Günter Kunert, Reiner Kunze, Arno Lustiger, Günter Wallraff u.a. 3-89834-044-9, Ullstein-Verlag, 2001, ISBN: 3-89834-044-9

Weblinks

• http://www.campodecriptana.de/
• http://www.tanjakrienen.de/

15 Kommentare »

  1. “[Tanja Krienen] schließt sich in den 70er Jahren der Deutschen Kommunistischen Partei (KPD) an […]”

    nach auskunft der “wikipedia”-analphabeten gehörte die 1957 geborene t. k. also einer 1956 für verfassungswidrig erklärten partei an.

    Kommentar von Kosmopolit — 30. Dezember 2005 @ 17:52

  2. DKP natürlich - und die war nie verboten, als KP geduldet. Wenn man sich den Link zur DKP ansieht, weiß man auch warum. Sie galt als “revisionistisch”, als “sozialdemokratisch” aus der Sicht radikaler Linker.

    Nun, auch die DDR unterschied sich von extremen Kräften oder 68er Phantasien nach dem “Anything goes”-Prinzip dadurch, dass sie nie gängige Strukturen zerschlug. Immerhin. Das ist mehr, als man bei Linken, die zu wirklichen Menschenexperimenten neigen, hoffen durfte. Schlimm genug, falsch genug, überflüssig - aber zumindest im Kern nicht außerhalb der Zivilisation wie die Vorbilder der Maoisten, Polpotler etc.

    Viele normale Mitglieder der DKP wollten in der Tat nur soziale Verbesserungen, waren - im positiven wie im negativen - einfache Leute, bisweilen auch Spießer. Dass die DKP unter dem Druck der politischen Umgestaltung in den real-sozialistischen Ländern dann so zerbrach, wie vorher noch nie eine etablierte Partei (etabliert in dem Sinne, dass ihre Tradition historisch und ihre Mitgliederzahlen relativ beachtlich war), liegt an den vielfältigen Widersprüchen der Parteibasis. Ich trat drei Jahre VOR Gorbatschow, sieben Jahre VOR der Wende aus. Wer erst NACH der Kastastrophe austrat war ein Heuchler, gehörte zu den Philistern, zu den Dummen, zu den Lügnern, zu den Verleugnern seiner selbt.

    Ich habe viel in der kommunistischen Bewegung gelernt und bin glücklich, dass ich als Arbeiterkind mit ihr in Berührung kam, denn dadurch habe ich die eine gute Methodik zum Wissenserwerb gelernt, die mir sonst verschlossen geblieben wäre. Die Fähigkeit Widersprüche aufzulösen, Eigenständiges und Neues zu denken, hat mit dieser Grundlage viel zu tun. Wenn man ihre dogmatischen und falschen Richtlinien überwindet, wird man klüger, bleibt man klüger.

    Wer auf Grund einer besonderen Begabung oder der Herkunft gleich an “höherer Bildung” schnuppern konnte, und im Ergebnis zu verwandten Einsichten kommt, schätze sich glücklich. Ich brauchte diesen Umweg - aber natürlich bedarf es auch der individuellen Verfasstheit, damit die kleinen Signale und Reize, die man so erhält, tatsächlich produktive Rezeptoren werden.

    Gegen die DKP hege ich keinen emotionellen Groll, sie ist viel reifer als die PDS, in der jener Obskurantismus blüht, der die Allesfresserei zum höchsten Ideal der Menschheit macht. Ein klassischer Kommunist, so wie ich in meiner Jugend noch einige kennenlernte, ist ein Irrender, partiell ein Lügner, hölzern, einer, der die Frage der Gewalt und die des Wesens der Menschen gewöhnlich prinzipiell falsch beurteilt - aber er ist gebildet, kennt sich in den Naturwissenschaften und der Philosophie aus, interessiert sich auch für Kultur; er strebt zumindest subjektiv danach ein “besserer Mensch” zu sein, und besitzt Ideale, die auch bis in eine ordentliche Lebensführung hinein abstrahlen. Er ist nicht aus irrationaler Beweggründen gegen herkömmliche Formen des Lebens, sondern: er will sie durchaus behalten, verfeinern - doch unter anderen ökonomischen Bedingungen. Hier irrt er in vielerlei Punkten, hier dringt er nicht zum Wesen des Menschen vor, aber zumindest: er spekuliert nicht komplett infantil.

    So trinkt der Kommunist Bier, anstatt zu kiffen; wünscht sich umweltfreundliche Autos, anstatt: keine; liebt eher die nachdenkenswerte Stille, als den Lärm derjenigen, die ihre Inhaltsleere übertönen wollen und er hat den instinktiven, wissenden Blick, der aussortiert, was falsch ist.

    Das ist ein klassischer Kommunist, und er steht weit über seinen unpolitischen “Klassenbrüdern “, die im Trüben fischen. Wo man ihn sieht, achte man ihn, widerspreche scharf, wenn er an eigenen Erkenntnisse vorbei taktiert. Doch: wo ist er?

    TK

    Kommentar von Campo-News — 30. Dezember 2005 @ 18:07

  3. Strenge Gesellen
    von Hannes Wader

    Vor Jahren, ich weiß es noch ganz genau,
    hatte ich mal einen Job beim Bau.
    Ich hielt es eine gute Weile aus,
    da rutschte mir plötzlich ein Fremdwort heraus.
    Und ehe ich ein Wort der Entschuldigung fand,
    war ich von allen Kollegen längst
    als Intellektueller erkannt.
    Beim Richtfest nahmen mir die strengen Gesellen
    mein Bier weg, und ich musste mich
    in eine Ecke stellen.

    Danach geriet ich, ich weiß es noch wie heute,
    unter lauter kluge Leute.
    Ich hielt es eine gute Weile aus,
    da rutschte mir das Wörtchen “Scheiße” heraus,
    und ehe ich ein Wort der Entschuldigung fand,
    war ich von allen Denkern längst
    als Gefühlsmensch und Prolet erkannt.
    Da entzogen mir die strengen Gesellen
    Gleich das Wort und ich musste mich
    in eine Ecke stellen.

    Dann beschloß ich, es fällt mir grad’ ein,
    endlich mal freischaffend tätig zu sein.
    Ich hielt es eine gute Weile aus,
    da rutschte mir mein gestärktes Hemd wo heraus,
    und ehe ich ein Wort der Entschuldigung fand,
    war ich von allen Künstlern längst
    als korrumpierter Bürger erkannt.
    Gleich kleckerten mir die strengen Gesellen
    Farbe auf’s Hemd, und ich musste mich
    In eine Ecke stellen.

    Ich ging und ließ mich, ich erinnere mich wieder,
    ’ne zeitlang in einer Kleinstadt nieder.
    Ich hielt es eine gute Weile aus,
    da wuchs mir ein Schnauzbart,
    sah gar nicht schlecht aus.
    Und ehe ich ein Wort der Entschuldigung fand,
    war ich von allen Nachbarn längst
    als Anarchist erkannt.
    Und gleich schlossen die strengen Gesellen
    Ihre Töchter weg, und ich musste mich
    In eine Ecke stellen.

    Endlich fand ich Geschmack an allerlei Späßen,
    an seltenen Dingen und gutem Essen,
    das hat sich eine ganze Weile bewährt,
    dann hab’ ich wohl die Umwelt durch mein
    Schmatzen gestört.
    Und ehe ich ein Wort der Entschuldigung fand,
    war ich von allen Leuten längst
    als Epikuräer erkannt.
    Als sie begannen, jeden Bissen zu zählen,
    forderte ich die Gesellschaft auf,
    sich in die Ecke zu stellen.

    Und ich erlaube ihr, mir beim Kau’n
    aus der Entfernung zuzuschau’n.

    Kommentar von Campo-News — 30. Dezember 2005 @ 21:26

  4. ES FEHLT DER TODESTACH

    Kommentar von zitterwolf — 31. Dezember 2005 @ 00:08

  5. Sauberer Kommentar! Also, der älteste Mensch wurde bisher 122 Jahre und 164 Tage - den will ich natürlich übertreffen. Demnach wäre mein Todestag der 1. November (hört sich sehr gut an!) 2079. Das scheint machbar zu sein. Weitere 74 Jahre sind doch ein Klacks für mich. Oder? Was meinst du?

    Kommentar von Campo-News — 31. Dezember 2005 @ 09:48

  6. Ein sehr stimmiger und schöner Artikel. Ich wünsche ihnen alles Gute im neuen Jahr, Frau Krienen!

    Kommentar von Pedder — 31. Dezember 2005 @ 16:06

  7. Danke, aber deshalb wurde er ja auch gelöscht! Jeder kriminelle Nazi, jeder mittlere Kommi ohne Verstand hat dort einen Eintrag, doch sie wissen, dass gerade ich ihre gesellschaftlichen Fakes, als da wären “Die Solidarische Gesellschaft”, “Demokratie”, “Antifaschismus” etc. in der Luft zerreiße, weil ich sie als kalkulierte, inhaltsleere Kampfbegriffe entlarve, und deshalb darf diese Stimme einfach nicht stattfinden. Früher nannte man es Faschismus. TK

    Kommentar von Campo-News — 1. Januar 2006 @ 10:49

  8. Ihr habt doch alle einen Schuß in der Birne was? Könnt euch ja nach Nordkorea absetzen, da hört man solches Gelaber vielleicht noch gerne.

    Kommentar von persi — 1. Januar 2006 @ 17:39

  9. Wen oder was meinst du damit? Alle? Und was konkret? TK

    Kommentar von Campo-News — 2. Januar 2006 @ 09:03

  10. Habe die Worte “Tanja Krienen” bei Wikipedia eingegeben. Kommt aber nichts. War natürlich Wikipedia.de.
    Ist das nun ein Fake? Bitte einfach mal Wiki-Link angeben.
    Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.

    Kommentar von Balduin Brummsel — 3. Januar 2006 @ 17:04

  11. Sage ich ja: Sie haben es gelöscht.

    Kommentar von Campo-News — 4. Januar 2006 @ 09:49

  12. Frau Krienen ähnelt in vielerlei Hinsicht Minuscharakteren wie Henryk Broder, Karin Struck oder Wolf Biermann. Personen eben, die nach gewissen Konsequenzen rufen: Man sollte es jedoch nach Unfall aussehen lassen…

    Kommentar von Hans Wiepert — 5. Februar 2006 @ 23:52

  13. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/04/wikipedia-wir-machen-meinung/

    Kommentar von Campo-News — 16. Dezember 2013 @ 16:35

  14. Als erstes verschlägt es sie nach Indien, dem Land, das das Kamasutra hervorgebracht hat und in dem sich die Durchgeknallten dieser Erde von jeher ein fröhliches Stelldichein geben. Gut kommen kann Henriette schlecht, aber schlechte Bräuche relativieren kann sie gut: Die indische Form der arrangierten Heirat, bei der sich die Partner nicht einmal vor der Eheschließung sehen dürfen, sei vielleicht viel angemessener, als das was die Europäer abziehen, meint die Autorin. Die Schuldigen an ihrer Misere sind auch bald punktgenau ausgemacht - es sind die prüden Amis, die die Pornofilmindustrie am Leben halten und gleichzeitig so moralisch und christlich tun, und so wird der Sex mit einem der New Yorker „Anzugaffen“ prompt zum Desaster. Die Journalistin weiß von der Welt praktisch gar nichts, das muss man leider festhalten. Die Pyramiden sind bei Kairo? In Tansania ist man arm? Die Menschen in Kambodscha heißen Khmer? Krass! http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/einmal_rund_um_den_globus_voegeln

    Kommentar von Campo-News — 13. August 2015 @ 16:57

  15. Wikipedia bezeichnet Fritz Rau als “Impressario” - gefunden im Artikel zu Günter Amendt. Lächerlich Übernahme.

    http://thor-kunkel.com/?p=1117

    Kommentar von Campo-News — 13. März 2017 @ 16:21

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