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	<title>Kommentare zu: Zeit der Abrechnungen</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/11/19/960.html</link>
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	<pubDate>Mon, 21 May 2012 23:41:24 +0000</pubDate>
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		<title>Von: SH</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/11/19/960.html#comment-120429</link>
		<dc:creator>SH</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 09:26:31 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/11/19/960.html#comment-120429</guid>
		<description>https://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/NeueHerausforderungen_zeitschriftSpiegelBiermann/index.html</description>
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	<item>
		<title>Von: Tanja Krienen</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/11/19/960.html#comment-119983</link>
		<dc:creator>Tanja Krienen</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2007 18:11:56 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/11/19/960.html#comment-119983</guid>
		<description>Ergänzung

Ich geh mit meiner Uniform spazieren (Bericht vom 18. November 2001)

Bevor ich am Wochenende nach der Präsentation des Buches „Die Ausbürgerung – Anfang vom Ende der DDR“ und des Biermann-Konzertes zum 25. Jahrestag der Maßnahme, aus Berlin zurück nach Unna fuhr, stattete ich der deutschen Taliban-Zentrale – dem Karl-Liebknecht-Haus – noch einen Besuch ab.

Diether Dehm der sogenannte Ex – Liedermacher Lerryn und heutige Parteivize der umbenannten SED - lud wieder Mal zum „Roten Bock“, einem – wie ich erfuhr – obskuren sonntäglichen Talk-Frühschoppen mit so ganz eigenen, ja eigenartigen Bedingungen, der an diesem Sonntag, den 18 November 2001, 10.30 Uhr zum Thema „Afghanistan“ stattfinden sollte. Seine Plaudergäste waren Wolfgang Gehrcke, der frühere SDAJ-Chef und DKPler, den man jetzt fatalerweise, zum außen- und friedenspolitischen Sprecher weiß wusch, sowie Herrn Reinhold Andert, Liedermacher-Darsteller und Wiegler im Auftrage durchsichtiger Motive.

Ich also nix wie hin, um die beiden „Wanderer zwischen den Welten“ (Dehm über Dehm) ein bisschen zu ärgern. Über Dehm, der nach Biermanns-Ausbürgerung dessen Manager war, schrieb Henryk M. Broder: „Zur Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR im November lieferte IM Willy bereitwillig Informationen über Wolf Biermann, der zu dieser Zeit bei Günter Wallraff in Köln wohnte. Zitat Dehm: "Charakterlich hat Biermann sich in der letzten Zeit eher negativ als positiv entwickelt. Er ist äußerst labil und mitunter ausgesprochen hysterisch. Er benimmt sich wie ein politisches Kind. Beifall und Schmeichelei lassen ihn jegliche Vorsätze und Versprechen vergessen." Der IM erhält eine Prämie vom MfS von 500,- DM, die Stasi schreibt: "Durch Dehms hohe Kooperationsbereitschaft ist es gelungen, Biermann nach dessen Ausbürgerung gut unter Kontrolle zu halten."

Aber welche unnachahmlichen Texte hatte uns der Dehm, nebenbei Kaus Lage und Bots – Produzent, zu seiner aktiven Zeit beschert? - wenn man nur an die einfallsreichen Verse denkt, die er an die Adresse „Oma Krug“ ejakulierte:

Oma Krug, Oma Krug
War niemals krank genug
Um nicht dabei zu sein
Zumindest im Ortsverein

Jetzt liegt wohl Erde drauf, der Deckel ist zu,
Nach so’nem Treiben braucht man seine Ruh.

Oma Krug, Oma Krug
Ist niemals tot genug,
Um nicht dabei zu sein
Zumindest im Ortsverein.

Der durchschaubar inszenierte Dialog Dehms, mit &lt;a rel="nofollow" href="http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html" rel="nofollow"&gt;Reinhold Andert&lt;/a&gt;, der seine Existenz momentan mit Behauptungen aus berufenen Mündern, nämlich denen des Ehepaares Honeckers, zum Verhältnis Biermann/Margot Feist, später Honecker, aufzuwerten versucht und dabei, wie Günter Wallraff jüngst meinte, einen Rufmord begeht, dieser Andert klampfte sich durch die ersten Minuten mit einem Bekenntnis zum positiven Rassismus. So trug er mit seiner nichtvorhandenen Sangesstimme - seit jeher nicht befähigt zu irgendeiner Modulation - einen kruden sozialkitschigen Klischee-Text vor, der ungefähr, zusammengerafft, so ging: „Gott brannte den ersten Menschen zu schwarz, den zweiten zu weiß, aber beim dritten Versuch schuf er uns – sagte die alte Zigeunerin“. So sieht sie aus, die Welt des Klosterschülers und ML-Studenten Andert.

Ach ja, dieser Andert! Ausgerechnet er sollte also zum Afghanistan-Krieg, seine nichtvorhandene Erfahrung als Friedensblödel und Liliput-Gandhi vorexerzieren; und dies vor einem Publikum, welches zu 80 % aus Rentnern der alten Parteimeute und 20 % des grenzdebilen, aber auch nicht wesentlich jüngeren Nachwuchses bestand.

Sicher, seine alten Lieder konnte „das Schwein“, wie ich jemanden dieser Tage über ihn urteilten hörte, leider nicht singen – seine Taktik wäre im Dämmerlicht der Räume im Restaurant „Neues Deutschland“, als dort ausgebrütete Taktik dahingeschmolzen, erinnern wir uns doch zu gut an seine selbstgewerkelten Weisen, die mal langhaarige englische Jungen, mal französische Bordellsucher diffamierten, aber meist so daherkamen, -

Ich geh` mit meiner Uniform spazieren
Ich habe heute Ausgang bis um acht

500 Mann in unserer Kaserne
Und Schützenpanzer SP sechs Strich zwo
Dazu noch 30 FlaRas, sehr moderne
Nur keine Angst, ich sage schon nicht wo
Zu Hause lernte man uns Freundlichkeiten
Hier lernen wir den Schützenpanzer drehn
Und von Raketen die Geschwindigkeiten
Wir lernen beides gleichzeitig verstehn.

Ich geh` mit meiner Uniform spazieren
Ich habe heute Ausgang bis um acht
Wie immer wird auch heute nichts passieren
Doch ihr könnt ruhig schlafen heute nacht.

Dieser exklusive Mut, der neben der Verhöhnung des anscheinend auch von ihm als senil eingeschätzten Publikums, auch das jüngere, ob des kurzen Gedächtnisses irrlichten will, dieser Schlawiner des parteiinternen Frühschoppens im vermeintlich geschlossenen Kreis, taugt angesichts dieser Knittelei, sowenig zum Kriegsgegner wie „Frau“ Alice Schwarzer zum Boxenluder *g* . Noch ein Beispiel für die Staunenden -

Wir schützen gemeinsam gemeinsame Schienen
Ein Sowjetsoldat muß drei Jahre dienen
Wir Waffenbrüder die Hälfte.
Wir lernen die Konjugation von idti
Und behalten die Fälle von putj fast nie
Doch Russisch lernen ist Pflicht
Denn das ist die Sprache der Weltraumflieger
Die Sprache unserer  Klassenbrüder
Und die vergessen wir nicht.

Und wie reflektierte Andert den Einmarsch des Warschauer Paktes in die CSSR 1968? Er lässt einen fiktiven tschechischen Jungen einen ebensolchen Aufsatz schreiben, RGW-Lied:

„Andere machten sich nämlich Gedanken und behaupteten mit zweitausend Worten, dass unser Bier schlecht sei, weil die Bierfässer den Arbeitern gehörten. Viele glaubten ihnen, plapperten sie nach, wollten die Grenzpfähle ausgraben, um die Bierfässer zu verschenken. Wieder kam die rote Armee, diesmal mit Verstärkung. Sie setzte die Grenzpfähle in Cheb und in den Köpfen wieder richtig, und daraufhin tranken wir unser Bier öfter mit Freunden und merkten, dass es eigentlich ganz gut schmeckte.“

Die beiden urdemokratisch-sozialistischen Figuren Dehm und Andert, schoben denn auch aus aktuellem Anlass das eigentlich, dank der erfolgreichen Alliierten, erledigte Thema Afghanistan beiseite und höhnten, litten und erröteten über das Thema Biermann, dem das „Verlautbarungsorgan des Bundesnachrichtendienstes, der Spiegel“ (Zitat Dehm), viel zu viel Platz eingeräumt hätte und über den man in den letzten Tagen in penetrantester Form überall gestolpert wäre – &lt;strong&gt;angewidert blickte der Andert den Dehm an! Doch nun solle der Reinhold mal erzählen, was ihm Margot Honecker, die gepeinigte, so alles über ihren alten Bekannten erzählte. Andert legte los, rührte hier den Wende-Quark, mixte dort ein Legendchen bei, streute auch nicht Nachvollziehbares ein, kurzum, stellte seine Melange aus fremdinjiziertem Honecker-Schmus als Recherche dar, laut greinend im schwachzähligem Chor mit Dehm, niemand hätte Werbung für sein (Anderts) Buch machen wollen. Dabei, so Dehm, würde doch nun klar sein, dass Biermann die Ausbürgerung gemeinsam mit Margot Honecker als „PR-Gag“ inszeniert habe.&lt;/strong&gt;

Es reichte. Ich meldete mich, ordnungsgemäß, parteigerecht, wie es sich für einen Wortbeitrag gehört. Dehm schüttelte den Kopf, Andert schickte sich an, weiter zu plappern, Dehm pflichtete ihm höhnend bei, wie Wolf Biermann der seit Kindertagen bekannten Margot Feist/Honecker, Lieder zu deren Gaudi vorgetragen hätte usw.. Nun fiel ich ihm ins Wort; begrüßenswert wäre dieses aktuelle Thema der Biermann-Ausbürgerung, denn das Thema Afghanistan habe sich ja schon erledigt, hier aber würden Lügen verbreitet. Andert schwieg. Dehm griff das Mikro fester, wurde energischer; hier dürfe nicht diskutiert werden, das hätte man noch nie gemacht. Ich wäre zum ersten Mal hier, antworte ich und fände eine Diskussion erheblich sinnvoller, erst recht, da hier Unsinn geredet würde. Übrigens gäbe es ein interessantes neues Buch zur Ausbürgerung. Andert blich vor sich hin und her. Dehm benutzte nun ohne jegliche Scheu die Macht des Mikros um mich zu übertönen, meinte also gut, „Die Ausbürgerung“ heißt das, aber nun machen wir weiter. „Warum scheut man hier die Diskussion?“ fragte ich, rufend, und: „Es scheint sich nichts geändert zu haben!“ „Nein, es hat sich nichts geändert“, höhnte der nassforsche Dehm ziemlich einsilbig, während Andert seine Brille zurechtrückte.

Inzwischen brachen Tumulte unter den Rentner aus: „Schmeißt sie raus! Ruhe jetzt!“ Nach all meinen Erfahrungen mit der P“DS“ sah ich nun den Zeitpunkt des schwungvollen Abganges gekommen, nicht ohne laut zu bemerken, hier säßen Spitzel und Lügner an einem Tisch um eine lächerliche Show abzuziehen, - ging dann aber hinaus. Einem anwesenden KONKRET-Autor (Mathias Wedel) erklärte ich noch kurz meine Motivation und zog es dann vor, Brechts-Wohnung, sein Sterbezimmer und sein Grab an und auf der Chausseestraße zu besuchen, noch vor dem Museum am Checkpoint Charlie. Ein schöner Sonntagmittag, am Ende einer ereignisreichen Woche, ging zu Ende.

TK in der Stunde nach der gelungenen „konstruktiv-stragetischen Störung“:
&lt;img alt="pic7tk.jpg" id="image961" src="http://www.campodecriptana.de/wp-content/uploads/2007/11/pic7tk.jpg" /&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ergänzung</p>
<p>Ich geh mit meiner Uniform spazieren (Bericht vom 18. November 2001)</p>
<p>Bevor ich am Wochenende nach der Präsentation des Buches „Die Ausbürgerung – Anfang vom Ende der DDR“ und des Biermann-Konzertes zum 25. Jahrestag der Maßnahme, aus Berlin zurück nach Unna fuhr, stattete ich der deutschen Taliban-Zentrale – dem Karl-Liebknecht-Haus – noch einen Besuch ab.</p>
<p>Diether Dehm der sogenannte Ex – Liedermacher Lerryn und heutige Parteivize der umbenannten SED - lud wieder Mal zum „Roten Bock“, einem – wie ich erfuhr – obskuren sonntäglichen Talk-Frühschoppen mit so ganz eigenen, ja eigenartigen Bedingungen, der an diesem Sonntag, den 18 November 2001, 10.30 Uhr zum Thema „Afghanistan“ stattfinden sollte. Seine Plaudergäste waren Wolfgang Gehrcke, der frühere SDAJ-Chef und DKPler, den man jetzt fatalerweise, zum außen- und friedenspolitischen Sprecher weiß wusch, sowie Herrn Reinhold Andert, Liedermacher-Darsteller und Wiegler im Auftrage durchsichtiger Motive.</p>
<p>Ich also nix wie hin, um die beiden „Wanderer zwischen den Welten“ (Dehm über Dehm) ein bisschen zu ärgern. Über Dehm, der nach Biermanns-Ausbürgerung dessen Manager war, schrieb Henryk M. Broder: „Zur Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR im November lieferte IM Willy bereitwillig Informationen über Wolf Biermann, der zu dieser Zeit bei Günter Wallraff in Köln wohnte. Zitat Dehm: &#8220;Charakterlich hat Biermann sich in der letzten Zeit eher negativ als positiv entwickelt. Er ist äußerst labil und mitunter ausgesprochen hysterisch. Er benimmt sich wie ein politisches Kind. Beifall und Schmeichelei lassen ihn jegliche Vorsätze und Versprechen vergessen.&#8221; Der IM erhält eine Prämie vom MfS von 500,- DM, die Stasi schreibt: &#8220;Durch Dehms hohe Kooperationsbereitschaft ist es gelungen, Biermann nach dessen Ausbürgerung gut unter Kontrolle zu halten.&#8221;</p>
<p>Aber welche unnachahmlichen Texte hatte uns der Dehm, nebenbei Kaus Lage und Bots – Produzent, zu seiner aktiven Zeit beschert? - wenn man nur an die einfallsreichen Verse denkt, die er an die Adresse „Oma Krug“ ejakulierte:</p>
<p>Oma Krug, Oma Krug<br />
War niemals krank genug<br />
Um nicht dabei zu sein<br />
Zumindest im Ortsverein</p>
<p>Jetzt liegt wohl Erde drauf, der Deckel ist zu,<br />
Nach so’nem Treiben braucht man seine Ruh.</p>
<p>Oma Krug, Oma Krug<br />
Ist niemals tot genug,<br />
Um nicht dabei zu sein<br />
Zumindest im Ortsverein.</p>
<p>Der durchschaubar inszenierte Dialog Dehms, mit <a rel="nofollow" href="http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html" rel="nofollow">Reinhold Andert</a>, der seine Existenz momentan mit Behauptungen aus berufenen Mündern, nämlich denen des Ehepaares Honeckers, zum Verhältnis Biermann/Margot Feist, später Honecker, aufzuwerten versucht und dabei, wie Günter Wallraff jüngst meinte, einen Rufmord begeht, dieser Andert klampfte sich durch die ersten Minuten mit einem Bekenntnis zum positiven Rassismus. So trug er mit seiner nichtvorhandenen Sangesstimme - seit jeher nicht befähigt zu irgendeiner Modulation - einen kruden sozialkitschigen Klischee-Text vor, der ungefähr, zusammengerafft, so ging: „Gott brannte den ersten Menschen zu schwarz, den zweiten zu weiß, aber beim dritten Versuch schuf er uns – sagte die alte Zigeunerin“. So sieht sie aus, die Welt des Klosterschülers und ML-Studenten Andert.</p>
<p>Ach ja, dieser Andert! Ausgerechnet er sollte also zum Afghanistan-Krieg, seine nichtvorhandene Erfahrung als Friedensblödel und Liliput-Gandhi vorexerzieren; und dies vor einem Publikum, welches zu 80 % aus Rentnern der alten Parteimeute und 20 % des grenzdebilen, aber auch nicht wesentlich jüngeren Nachwuchses bestand.</p>
<p>Sicher, seine alten Lieder konnte „das Schwein“, wie ich jemanden dieser Tage über ihn urteilten hörte, leider nicht singen – seine Taktik wäre im Dämmerlicht der Räume im Restaurant „Neues Deutschland“, als dort ausgebrütete Taktik dahingeschmolzen, erinnern wir uns doch zu gut an seine selbstgewerkelten Weisen, die mal langhaarige englische Jungen, mal französische Bordellsucher diffamierten, aber meist so daherkamen, -</p>
<p>Ich geh` mit meiner Uniform spazieren<br />
Ich habe heute Ausgang bis um acht</p>
<p>500 Mann in unserer Kaserne<br />
Und Schützenpanzer SP sechs Strich zwo<br />
Dazu noch 30 FlaRas, sehr moderne<br />
Nur keine Angst, ich sage schon nicht wo<br />
Zu Hause lernte man uns Freundlichkeiten<br />
Hier lernen wir den Schützenpanzer drehn<br />
Und von Raketen die Geschwindigkeiten<br />
Wir lernen beides gleichzeitig verstehn.</p>
<p>Ich geh` mit meiner Uniform spazieren<br />
Ich habe heute Ausgang bis um acht<br />
Wie immer wird auch heute nichts passieren<br />
Doch ihr könnt ruhig schlafen heute nacht.</p>
<p>Dieser exklusive Mut, der neben der Verhöhnung des anscheinend auch von ihm als senil eingeschätzten Publikums, auch das jüngere, ob des kurzen Gedächtnisses irrlichten will, dieser Schlawiner des parteiinternen Frühschoppens im vermeintlich geschlossenen Kreis, taugt angesichts dieser Knittelei, sowenig zum Kriegsgegner wie „Frau“ Alice Schwarzer zum Boxenluder *g* . Noch ein Beispiel für die Staunenden -</p>
<p>Wir schützen gemeinsam gemeinsame Schienen<br />
Ein Sowjetsoldat muß drei Jahre dienen<br />
Wir Waffenbrüder die Hälfte.<br />
Wir lernen die Konjugation von idti<br />
Und behalten die Fälle von putj fast nie<br />
Doch Russisch lernen ist Pflicht<br />
Denn das ist die Sprache der Weltraumflieger<br />
Die Sprache unserer  Klassenbrüder<br />
Und die vergessen wir nicht.</p>
<p>Und wie reflektierte Andert den Einmarsch des Warschauer Paktes in die CSSR 1968? Er lässt einen fiktiven tschechischen Jungen einen ebensolchen Aufsatz schreiben, RGW-Lied:</p>
<p>„Andere machten sich nämlich Gedanken und behaupteten mit zweitausend Worten, dass unser Bier schlecht sei, weil die Bierfässer den Arbeitern gehörten. Viele glaubten ihnen, plapperten sie nach, wollten die Grenzpfähle ausgraben, um die Bierfässer zu verschenken. Wieder kam die rote Armee, diesmal mit Verstärkung. Sie setzte die Grenzpfähle in Cheb und in den Köpfen wieder richtig, und daraufhin tranken wir unser Bier öfter mit Freunden und merkten, dass es eigentlich ganz gut schmeckte.“</p>
<p>Die beiden urdemokratisch-sozialistischen Figuren Dehm und Andert, schoben denn auch aus aktuellem Anlass das eigentlich, dank der erfolgreichen Alliierten, erledigte Thema Afghanistan beiseite und höhnten, litten und erröteten über das Thema Biermann, dem das „Verlautbarungsorgan des Bundesnachrichtendienstes, der Spiegel“ (Zitat Dehm), viel zu viel Platz eingeräumt hätte und über den man in den letzten Tagen in penetrantester Form überall gestolpert wäre – <strong>angewidert blickte der Andert den Dehm an! Doch nun solle der Reinhold mal erzählen, was ihm Margot Honecker, die gepeinigte, so alles über ihren alten Bekannten erzählte. Andert legte los, rührte hier den Wende-Quark, mixte dort ein Legendchen bei, streute auch nicht Nachvollziehbares ein, kurzum, stellte seine Melange aus fremdinjiziertem Honecker-Schmus als Recherche dar, laut greinend im schwachzähligem Chor mit Dehm, niemand hätte Werbung für sein (Anderts) Buch machen wollen. Dabei, so Dehm, würde doch nun klar sein, dass Biermann die Ausbürgerung gemeinsam mit Margot Honecker als „PR-Gag“ inszeniert habe.</strong></p>
<p>Es reichte. Ich meldete mich, ordnungsgemäß, parteigerecht, wie es sich für einen Wortbeitrag gehört. Dehm schüttelte den Kopf, Andert schickte sich an, weiter zu plappern, Dehm pflichtete ihm höhnend bei, wie Wolf Biermann der seit Kindertagen bekannten Margot Feist/Honecker, Lieder zu deren Gaudi vorgetragen hätte usw.. Nun fiel ich ihm ins Wort; begrüßenswert wäre dieses aktuelle Thema der Biermann-Ausbürgerung, denn das Thema Afghanistan habe sich ja schon erledigt, hier aber würden Lügen verbreitet. Andert schwieg. Dehm griff das Mikro fester, wurde energischer; hier dürfe nicht diskutiert werden, das hätte man noch nie gemacht. Ich wäre zum ersten Mal hier, antworte ich und fände eine Diskussion erheblich sinnvoller, erst recht, da hier Unsinn geredet würde. Übrigens gäbe es ein interessantes neues Buch zur Ausbürgerung. Andert blich vor sich hin und her. Dehm benutzte nun ohne jegliche Scheu die Macht des Mikros um mich zu übertönen, meinte also gut, „Die Ausbürgerung“ heißt das, aber nun machen wir weiter. „Warum scheut man hier die Diskussion?“ fragte ich, rufend, und: „Es scheint sich nichts geändert zu haben!“ „Nein, es hat sich nichts geändert“, höhnte der nassforsche Dehm ziemlich einsilbig, während Andert seine Brille zurechtrückte.</p>
<p>Inzwischen brachen Tumulte unter den Rentner aus: „Schmeißt sie raus! Ruhe jetzt!“ Nach all meinen Erfahrungen mit der P“DS“ sah ich nun den Zeitpunkt des schwungvollen Abganges gekommen, nicht ohne laut zu bemerken, hier säßen Spitzel und Lügner an einem Tisch um eine lächerliche Show abzuziehen, - ging dann aber hinaus. Einem anwesenden KONKRET-Autor (Mathias Wedel) erklärte ich noch kurz meine Motivation und zog es dann vor, Brechts-Wohnung, sein Sterbezimmer und sein Grab an und auf der Chausseestraße zu besuchen, noch vor dem Museum am Checkpoint Charlie. Ein schöner Sonntagmittag, am Ende einer ereignisreichen Woche, ging zu Ende.</p>
<p>TK in der Stunde nach der gelungenen „konstruktiv-stragetischen Störung“:<br />
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