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	<title>Kommentare zu: Bully und Busch</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2014/10/03/2044.html</link>
	<description>Der neue Blog ist unter http://campodecriptanablog.apps-1and1.net erreichbar</description>
	<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 22:48:14 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2014/10/03/2044.html#comment-408020</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2017 14:24:37 +0000</pubDate>
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		<description>http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70833872.html
2 Kommentare
Kommentare
Wolfgang Schaad
Wolfgang Schaad A pro pos Werner Finck: "Auch die Bretter, die mancher vor dem Kopf trÃ¤gt, kÃ¶nnen die Welt bedeuten"..........
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Tanja Krienen
Tanja Krienen Wer lachen kann, dort wo er hÃ¤tte heulen kÃ¶nnen, bekommt wieder Lust am Leben.
Werner Finck (1902-78), dt. Kabarettist u. Schriftsteller
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Tanja Krienen
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Florian Himmler
Florian Himmler Ach, der Erich MÃ¼hsam. Hat sich 1919 in Bayern an einem kommunistischen Putsch beteiligt, um eine totalitÃ¤re Sowjetrepublik zu erschaffen. Die demokratische SPD hat er zutiefst verachtet, denn der MÃ¼hsam war der Meinung, die Gesellschaft mÃ¼sse radikal umgebaut werden, mit Revolution ganz oder gar nicht, und OHNE RÃ¼cksicht auf menschliche Verluste oder irgendwelche Bedenken. 1934 wurde er im KZ von einer bÃ¶sartigen Bande ermordet, die ganz Ã¤hnlich dachte!
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Tanja Krienen
Tanja Krienen Ja, natÃ¼rlich war er ein Linker und wie die Linke so ist: sie besitzt ein interessantes Instrumentarium, handelt immer taktisch, heraus kommt oft nichts Gutes. Aber die Lieder! DIESE LIEDER! "Wir lernten in die Schlacht zu gehn" - https://www.youtube.com

http://erinnerungsort.de/sitemap/ernst-busch-in-der-presse/

Als im Osten â€žBusch-Musikâ€œ erklang

Im deutschen Schlagerbereich gibt es viele KuriositÃ¤ten und Anekdoten, eine wenig bekannte will ich kurz schildern. Zwar ist es offensichtlich, dass SchlagersÃ¤nger der Spezies Rockmusiker oder â€žGangsta-Heroen mit Mikroâ€œ intellektuell weit Ã¼berlegen sind und es gab sogar eine Zeit, da Schlager und Kabarett beinahe identisch waren, doch die Symbiose zwischen Politik und Schlager, wie in diesem Fall, ist einzigartig.

2014 war es, als ich mich Ã¼ber einen Neuzugang in meiner Schallplattensammlung besonders freute. War der Gipfel bis dahin â€žBusch auf Kreislerâ€œ, will sagen, ein Fragment von Ernst Busch (aus â€žDer Heilige Krieg) auf einer Georg Kreisler-Platte (dem Musical â€žLola Blauâ€œ), so hier nun: â€žBully und Buschâ€œ! â€“ eine 78er Schellackplatte mit Bully Buhlan, herausgegeben von Ernst Busch auf dem AMIGA-Label.

Im deutschen Schlagerbereich gibt es viele KuriositÃ¤ten und Anekdoten, eine wenig bekannte will ich kurz schildern. Zwar ist es offensichtlich, dass SchlagersÃ¤nger jener Spezies Rockmusiker oder auch den Gangstas mit Mikro, intellektuell weit Ã¼berlegen sind und es gab sogar eine Zeit, da Schlager und Kabarett fast dasselbe war, doch die Symbiose zwischen Politik und Schlager wie in diesem Fall, ist einzigartig.

Selbst in AufsÃ¤tzen, die den SchlagersÃ¤nger Bully Buhlan als â€žsingende LuftbrÃ¼ckeâ€œ apostrophieren, ist nicht die Rede davon, auf welchem Label seine ersten Aufnahmen, ja selbst das kultige Lied vom KÃ¶tschenbroda-Express (deutsche Version von Chattanooga Choo Choo) verÃ¶ffentlicht wurde, nÃ¤mlich: beim kommunistischen SÃ¤nger und Schauspieler Ernst Busch. Der grÃ¼ndete bereits schon in der Emigration wÃ¤hrend des Spanischen BÃ¼rgerkrieges die Marke â€žLied der Zeitâ€œ, die dann ab 1946 als â€žEternaâ€œ und AMIGAâ€œ in der â€žOstzoneâ€œ und dann in der DDR produziert ward, ehe Buschs Plattenvertrieb unter nicht gÃ¤nzlich geklÃ¤rten UmstÃ¤nden, in die VEB Deutsche Schallplatte Ã¼berfÃ¼hrt/umbenannt wurde.

Ernst Busch setzte in seinem Verlag zunÃ¤chst durch, dass mit den Unterhaltungsplatten auch ein Teil seiner politischen Lieder mitabgenommen werden mussten, weil die ostdeutsche BevÃ¶lkerung, wie spÃ¤ter noch deutlicher wurde, nur auf allerbelangloseste Lieder ansprach und bei Brecht oder Busch abschaltete. Bully Buhlans Lieder hatten jedoch von Beginn an eine partiell eine vorzeigbare QualitÃ¤t, mit der er dann auch zu einem der bekanntesten NachkriegssÃ¤nger in ganz Deutschland aufstieg. Jochen Voit schildert in seiner 2010 erschienenen Ernst Busch-Biographie â€žEr rÃ¼hrte an den Schlaf der Weltâ€œ, die Tragik, die jedoch mit der Verrammschung mancher Schellack-Produktion zu dieser Zeit verbunden war.

Der Fakt aber, dass der kommunistische Busch, der grandiose SÃ¤nger und Schauspieler, nach dem auch heute noch vÃ¶llig zurecht die bekannteste deutsche Schauspielschule (wonach sonst, nach Katja Riemann oder Til Schweiger?) benannt ist, einen GroÃŸteil der SBZ und DDR-Unterhaltungsmusik verlegte, ist fast vergessen.

Jedenfalls war meine Begeisterung so groÃŸ wie lange nicht mehr, eine klassische Schellackplatte zu erhalten, auf der ein Song von Bully Buhlan, produziert von Ernst Busch, zu hÃ¶ren ist, nÃ¤mlich der â€žKaloriensongâ€œ. So klug managte der Busch seine Firma, so pragmatisch war seine Kulturpolitik. Es war kein Zufall. Brachten ihm die â€žamerikanischen AnklÃ¤ngeâ€œ spÃ¤ter sogar im Formalismusstreit Probleme ein, so sollte das Faible fÃ¼r jazzige Elemente â€“ bis hin zum Umgang mit der Eislerschen Kakophonie â€“ nicht verwundern. Bereits Theo Mackeben hatte in der Urfassung der â€žDreigroschenoperâ€œ heftig gejazzt. Adornos Bonmot â€žewig stampft die Jazzmaschineâ€œ, hÃ¤tte Busch mit seiner Art weggelÃ¤chelt (und vielleicht mit â€žDas sagt er, weil er so schnell aus der Puste kommtâ€œ kommentiert). Der Kreis aber schloss sich nun: Auf der RÃ¼ckseite der Bully Buhlan-Platte, man muss ich das einmal vorstellen, erschien in der Sowjetisch Besetzten Zone 1948 Kurt Henkels â€žAlexanders Ragtime Bandâ€œ!!! So schrieb der freie Geist Busch (seine) Kultur-Geschichte. Wer sonst, hÃ¤tte das alles wagen kÃ¶nnen?

https://www.youtube.com/watch?v=QabqJKAseDQ

â€žEr war wohl zu groÃŸâ€œ

Die PrÃ¤sentation von InformationsstÃ¤nden mit angeschlossenem Verkauf von BÃ¼chern und TontrÃ¤gern, bringen reichlich Organisationsprobleme und Arbeit, aber auch SpaÃŸ und Erfahrung. Wenn sie auch noch erfolgreich verlaufen, so ist es umso besser. Der Stand der Ernst Busch-Gesellschaft auf dem diesjÃ¤hrigen, dem 20. UZ-Pressefest in Dortmund, fand den (erwarteten) guten Zuspruch und endete mit dem Beinahe-Abverkauf sÃ¤mtlicher mitgebrachter Posten.

Neben Vertretern vieler internationaler Parteien, kulinarischen Angeboten und InfostÃ¤nden zu verschiedenen sozialen und politischen Themen, glÃ¤nzte das Pressefest mit kulturellen HÃ¶hepunkten. Die Liste interessanter Personen war lang: Harmut KÃ¶nig (Oktoberklub), Esther Bejarano, Konstantin Wecker, Diether Dehm, Egon Krenz, Rolf Becker, Klaus der Geiger, Kai Degenhardt, NÃ¼mmes-StraÃŸenrock, der Botschafter Kubas Diaz und viele andere, unterhielten und/oder regten die 40 000 bis 50 000 Besucher an. Ob alles was zu sehen oder hÃ¶ren war, wirklich â€žGegenkulturâ€œ war, muss bezweifelt werden, denn manche Bands standen nicht fÃ¼r eine Kultur der Wahrhaftigkeit, der klaren Gedanken und der edlen Motive. SchÃ¶n, dass dieses Mal keine Rap, resp. Hip Hop-Bands eingeladen waren und niemand derjenigen, die an unserem Stand Ã¼ber Kultur, Ernst Busch und alte Traditionen diskutierte, vermisste dies. Im Gegenteil. Auch das Niveau von Protestbands a la â€žFeine Sahne Fischfiletâ€œ wurde von keinem fÃ¼r gut befunden. BÃ¶se Traditionalisten!

Wir hatten im Wortsinn einen guten Stand bei vielen Pressefest-Besuchern und konnten fast alle unserer Mitbringsel wÃ¤hrend der drei Festtage verkaufen. Die Nachfrage nach manchen Erzeugnissen, z.B. den â€žSpanien-Liedernâ€œ, Ã¼bertraf bei weitem den Bestand. Auch ein neues Mitglied konnte geworben werden, hinzu kamen viele weitere Menschen, die sich interessiert Ã¼ber die Arbeit der Ernst Busch-Gesellschaft erkundigten und unsere Informationen lasen oder mit nach Hause nahmen.

Auch Bitten wurden geÃ¤uÃŸert. Man mÃ¶ge doch die MitteilungsblÃ¤tter grÃ¶ÃŸer drucken, zumindest die Buchstaben. Oder ob es nicht mÃ¶glich wÃ¤re, einen Sondertarif fÃ¼r â€žHartz 4â€œ -Bezieher einzurichten?! Und warum denn immer alles in Berlin stattfinden wÃ¼rde? Tjaâ€¦dieses Mal jedenfalls nicht.

Die jungen Leute hÃ¤tten Probleme mit Ernst Busch, sagte jemand. Damit muss man nicht leben, entgegnete ich. Junge Menschen wollen durch ErklÃ¤rungen und Emotionen gleichermaÃŸen an eine andere, nicht am Mainstream orientierte Kultur herangefÃ¼hrt werden. Auch in solch finsteren Zeiten, in denen die eigene Sprache zum exotischen Raum wird. Nachdem wir Ã¼ber seine â€žMotÃ¶rheadâ€œ-Aufschrift auf der Jacke ins GesprÃ¤ch kamen (â€žBullshitâ€œ sei die Meinung der Alten Ã¼ber die Musik der Jungen), kaufte dann doch ein 24jÃ¤hrigen FDJler zwei Ernst Busch CDs! Ein Mann aber zeigte sich besonders erfreut Ã¼ber die Tatsache, dass man â€žalles geschliffen hat, nur nicht den Namen der Schauspielschuleâ€œ. Das zeigt, warf ich ein, dass man sich nicht traute: â€žEr war wohl zu groÃŸ.â€œ Wir freuten uns gemeinsam und sehr diebisch.

Tanja Krienen

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25255

â€žPersÃ¶nlich hat er manchmal anarchistische Tendenzen.â€œ *
Warum wir Ernst Busch nicht vergessen dÃ¼rfen
Von Tanja Krienen

Die PrÃ¤sentation von InformationsstÃ¤nden mit angeschlossenem Verkauf von BÃ¼chern und TontrÃ¤gern, bringen reichlich Organisationsprobleme und Arbeit, aber auch SpaÃŸ und Erfahrung. Wenn sie auch noch erfolgreich verlaufen, so ist es umso besser. Der Stand der Ernst Busch-Gesellschaft auf dem diesjÃ¤hrigen, dem 20. UZ-Pressefest in Dortmund, fand den (erwarteten) guten Zuspruch und endete mit dem Beinahe-Abverkauf sÃ¤mtlicher mitgebrachter Posten. 

Doch: wer war eigentlich dieser Ernst Busch? Als der 1900 in Kiel geborene SÃ¤nger und Schauspieler Ernst Busch im Juni 1980 in Berlin (DDR) starb, war sein Name weitgehend im Ã¶ffentlichen Leben â€žseines Landesâ€œ nicht mehr prÃ¤sent, wurde sein Werk nur von relativ wenigen Interessierten gewÃ¼rdigt und in Ehren gehalten. â€žStaatskÃ¼nstlerâ€œ war er ohnehin nie und das Volk tendierte sowieso zur leichten Muse, die sich abkoppelt von ihren LebensverhÃ¤ltnissen, Ã¼ber die Grenzen hinweg als â€žAblenkung vom Alltagâ€œ etablierte. So ist es - mit ein paar kleineren Varianten â€“ bis heute geblieben. Das sollte nachdenklich stimmen und den Namen Ernst Busch wieder hÃ¤ufiger erinnern. 

Nicht, dass man ihn nicht in der DDR kannte. Seine Lieder jedoch wurden frÃ¼h historisiert, waren mit den fernen und beendeten KÃ¤mpfen in Spanien oder gegen die Rechtstendenzen in der Weimar Republik verbunden, maximal noch mit der sich formierenden DDR, doch ihr OriginÃ¤res und das zeitlos Exemplarische, wurden von je her unterschÃ¤tzt oder aus kalkulierten politischen GrÃ¼nden ignoriert. Das galt selbst fÃ¼r die eigenen Genossen. Mal wurde ihm â€žProletkultâ€œ vorgeworfen, mal â€žFormalismusâ€œ â€“ dabei war er nur immer eines: ein KÃ¼nstler, der sich an den Stoffen seiner Zeit orientierte und dies hart, klar, plakativ, aber auch auf seine Weise emotional umsetzte. Wenn Lieder wenig mit ihm zu tun hatten, so merkte man es seinen Interpretationen auch an (Lieder der Bauernkriege, WeberaufstÃ¤nde), besonders authentisch war er, wenn sich sein eigener Erlebnis-Horizont in Liedern spiegelte. Davon gab es Ã¼berreichlich.

Warum also Busch? Weil seine Systematik, seine Herangehensweise, seine kÃ¼nstlerische Umsetzung so klug und so adÃ¤quat ist, dass ihre handwerkliche Einzigartigkeit vermittelt und ihr Charakter aufs Neue reflektiert und mit Leben gefÃ¼llt werden sollten. Er ist der MaÃŸstab! Er wirkt stilkreierend! Man muss ihm nicht in jedem Detail der politischen Agenda folgen, man darf ihn vielleicht sogar in seltenen FÃ¤lle des â€žTaubernsâ€œ lÃ¤chelnd beckmessern, man muss auch nicht die wenigen, allzu pathetischen, hymnenartigen AusreiÃŸer vorbildlich herausstellen und man sollte ihm freundlichst das â€žPlutâ€œ verzeihen, so, wie man auch jedem Dramatiker den zu stark akzentuierten Einfall nachsieht, wenn er doch ein insgesamt stimmiges Werk vorlegte. 

Zu diesem Werk gehÃ¶rt in nicht geringem Umfang die Vertonungen literarischer Klassiker: Brecht; Tucholsky, KÃ¤stner, MÃ¼hsam, Wedekind, Becher, FÃ¼rnberg, aber auch Mehring, Klabund oder Robert Gilbert alias David Weber. Sie sind zeitlos gut, vorbildlich interpretiert, ohne falsche Romantik und Sentiments. Die Verschlimmbesserungen durch moderne AttitÃ¼den mancher â€žChansonsÃ¤ngerâ€œ, zeigen das ganze Dilemma heutiger, effekthaschender Auffassungen. Busch liebte die einfache Struktur, nicht die Pirouette. In den seltenen FÃ¤llen, da er selbst die Musik zu bestehenden Texten schrieb, kratzt er an echtem Volksliedhaften im besten Sinne. Mehr noch, er erschloss sogar alte Verse zum neuen Gebrauch, in dem er die sperrigen musikalischen Kunstlied-Vorlagen verwarf und sie in eine gÃ¤ngige Melodie kleidete. Hannes Wader sagte einmal sinngemÃ¤ÃŸ, er habe â€žDie Ballade von der Hanna Cashâ€œ erst fÃ¼r sich adaptieren kÃ¶nnen, als er auf die Busch-Komposition des Liedes stieÃŸ. Ã„hnlich gelagert ist der Fall bei der â€žLegende von der Dirne Evelyn Roeâ€œ. Erst Busch machte daraus ein auch singbares Lied mit regionalen AnklÃ¤ngen. 

Die aktuelle Kultur der deutschsprachigen Linken bietet weitgehend einen traurigen Anblick. Wer sich nicht dem Sound der neuen StaatskÃ¼nstlern Marke â€žTote Hosenâ€œ oder hofierten Gangsta-Rap-Adepten hingeben will, muss sich mit AllerweltsplattitÃ¼den, Betroffenheits â€“ und Sozialkitschlyrik, direkt aus dem Liz Mohn - Kosmos fÃ¼r die Regenbogen Presse gestÃ¤hlten Hausfrau begnÃ¼gen. Die Umsetzung aktueller Stoffe in angemessene Formate fehlt fast vÃ¶llig. Es bleibt auf dem Gebiet der Musik meist beim fragwÃ¼rdigen Gewummere  oder des im Mainstream schwimmenden, gut kanalisierte Scheinprotestest mit gefÃ¼hligem Massenpop. Metaphorisches und allegorisches Einerlei. Soll man die Jugend dort abholen? Wenn sie sich lÃ¤sst, gern! In dem man ihren Stil kopiert? Wieso sollte man das?

Aber es geht: Die jungen Leute hÃ¤tten Probleme mit Ernst Busch, sagte jemand zu mir am Stand des Pressefestes. Damit muss man nicht leben, entgegnete ich. Junge Menschen wollen durch ErklÃ¤rungen und Emotionen gleichermaÃŸen an eine andere, nicht am Mainstream orientierte Kultur herangefÃ¼hrt werden. Auch in solch finsteren Zeiten, in denen die eigene Sprache zum exotischen Raum wird. Nachdem wir Ã¼ber seine â€žMotÃ¶rheadâ€œ-Aufschrift auf der Jacke ins GesprÃ¤ch kamen (â€žBullshitâ€œ sei die Meinung der Alten Ã¼ber die Musik der Jungen), kaufte dann doch ein 24jÃ¤hriger zwei Ernst Busch CDs! 

Ein anderer Mann zeigte sich besonders erfreut Ã¼ber die Tatsache, dass man â€žalles geschliffen hat, nur nicht den Namen der Schauspielschuleâ€œ. Das zeigt, warf ich ein, dass man sich nicht traute: â€žEr war wohl zu groÃŸ.â€œ Wir freuten uns gemeinsam und sehr diebisch.  Dass man die grÃ¶ÃŸte deutsche Schauspielschule weiterhin nach Ernst Busch benennt (ja bitte: nach wem auch sonst?), ist lÃ¶blich, aber folgenlos, wenn man sich nicht fÃ¼r seinen Spin, resp. sein Handwerk, das an Brechts Vorgaben orientiert ist, interessiert. Schon richtig, viele Brechtepigonen haben das Theater oder den Film nicht besser gemacht, weil Wollen und KÃ¶nnen zweierlei sind und Kopfgeburten ohne KÃ¶rper unzulÃ¤nglich bleiben mÃ¼ssen. Heute aber gibt es diese Vorgaben, dieses Ziel Ã¼berhaupt nicht mehr. Man kann zudem keinen echten Menschen aus dem Volk darstellen, wenn sein Wesen unbekannt ist, sondern nur als Muttis Liebling und von ihren Gnaden,  sein Dasein als ein kopistischer Zwischenwirt fristen. Doch nur mit dem Wissen um dieses Handwerk und mit wahrhaftiger Umsetzung, kommen wir ein paar Schritte weiter, lernen vielleicht neu zu laufen, zu stÃ¼rmen und zu siegen. 

* Walter Ulbricht in einem Brief an die Komintern-Kaderabteilung, am 20. 4. 1940 in Moskau, in Verwechslung der Begriffe â€žpolitische Einstellungâ€œ und â€žSchroffe Handlungsweisen gegen schwach begrÃ¼ndete Direktiven und Einmischungen in seine Arbeitâ€œ. 
https://www.unsere-zeit.de/persoenlich-hat-er-manchmal-anarchistische-tendenzen%E2%80%89-54759/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70833872.html" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70833872.html</a><br />
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Kommentare<br />
Wolfgang Schaad<br />
Wolfgang Schaad A pro pos Werner Finck: &#8220;Auch die Bretter, die mancher vor dem Kopf trÃ¤gt, kÃ¶nnen die Welt bedeuten&#8221;&#8230;&#8230;&#8230;.<br />
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Tanja Krienen<br />
Tanja Krienen Wer lachen kann, dort wo er hÃ¤tte heulen kÃ¶nnen, bekommt wieder Lust am Leben.<br />
Werner Finck (1902-78), dt. Kabarettist u. Schriftsteller<br />
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Tanja Krienen<br />
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<p>Florian Himmler<br />
Florian Himmler Ach, der Erich MÃ¼hsam. Hat sich 1919 in Bayern an einem kommunistischen Putsch beteiligt, um eine totalitÃ¤re Sowjetrepublik zu erschaffen. Die demokratische SPD hat er zutiefst verachtet, denn der MÃ¼hsam war der Meinung, die Gesellschaft mÃ¼sse radikal umgebaut werden, mit Revolution ganz oder gar nicht, und OHNE RÃ¼cksicht auf menschliche Verluste oder irgendwelche Bedenken. 1934 wurde er im KZ von einer bÃ¶sartigen Bande ermordet, die ganz Ã¤hnlich dachte!<br />
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Tanja Krienen<br />
Tanja Krienen Ja, natÃ¼rlich war er ein Linker und wie die Linke so ist: sie besitzt ein interessantes Instrumentarium, handelt immer taktisch, heraus kommt oft nichts Gutes. Aber die Lieder! DIESE LIEDER! &#8220;Wir lernten in die Schlacht zu gehn&#8221; - <a href="https://www.youtube.com" rel="nofollow">https://www.youtube.com</a></p>
<p><a href="http://erinnerungsort.de/sitemap/ernst-busch-in-der-presse/" rel="nofollow">http://erinnerungsort.de/sitemap/ernst-busch-in-der-presse/</a></p>
<p>Als im Osten â€žBusch-Musikâ€œ erklang</p>
<p>Im deutschen Schlagerbereich gibt es viele KuriositÃ¤ten und Anekdoten, eine wenig bekannte will ich kurz schildern. Zwar ist es offensichtlich, dass SchlagersÃ¤nger der Spezies Rockmusiker oder â€žGangsta-Heroen mit Mikroâ€œ intellektuell weit Ã¼berlegen sind und es gab sogar eine Zeit, da Schlager und Kabarett beinahe identisch waren, doch die Symbiose zwischen Politik und Schlager, wie in diesem Fall, ist einzigartig.</p>
<p>2014 war es, als ich mich Ã¼ber einen Neuzugang in meiner Schallplattensammlung besonders freute. War der Gipfel bis dahin â€žBusch auf Kreislerâ€œ, will sagen, ein Fragment von Ernst Busch (aus â€žDer Heilige Krieg) auf einer Georg Kreisler-Platte (dem Musical â€žLola Blauâ€œ), so hier nun: â€žBully und Buschâ€œ! â€“ eine 78er Schellackplatte mit Bully Buhlan, herausgegeben von Ernst Busch auf dem AMIGA-Label.</p>
<p>Im deutschen Schlagerbereich gibt es viele KuriositÃ¤ten und Anekdoten, eine wenig bekannte will ich kurz schildern. Zwar ist es offensichtlich, dass SchlagersÃ¤nger jener Spezies Rockmusiker oder auch den Gangstas mit Mikro, intellektuell weit Ã¼berlegen sind und es gab sogar eine Zeit, da Schlager und Kabarett fast dasselbe war, doch die Symbiose zwischen Politik und Schlager wie in diesem Fall, ist einzigartig.</p>
<p>Selbst in AufsÃ¤tzen, die den SchlagersÃ¤nger Bully Buhlan als â€žsingende LuftbrÃ¼ckeâ€œ apostrophieren, ist nicht die Rede davon, auf welchem Label seine ersten Aufnahmen, ja selbst das kultige Lied vom KÃ¶tschenbroda-Express (deutsche Version von Chattanooga Choo Choo) verÃ¶ffentlicht wurde, nÃ¤mlich: beim kommunistischen SÃ¤nger und Schauspieler Ernst Busch. Der grÃ¼ndete bereits schon in der Emigration wÃ¤hrend des Spanischen BÃ¼rgerkrieges die Marke â€žLied der Zeitâ€œ, die dann ab 1946 als â€žEternaâ€œ und AMIGAâ€œ in der â€žOstzoneâ€œ und dann in der DDR produziert ward, ehe Buschs Plattenvertrieb unter nicht gÃ¤nzlich geklÃ¤rten UmstÃ¤nden, in die VEB Deutsche Schallplatte Ã¼berfÃ¼hrt/umbenannt wurde.</p>
<p>Ernst Busch setzte in seinem Verlag zunÃ¤chst durch, dass mit den Unterhaltungsplatten auch ein Teil seiner politischen Lieder mitabgenommen werden mussten, weil die ostdeutsche BevÃ¶lkerung, wie spÃ¤ter noch deutlicher wurde, nur auf allerbelangloseste Lieder ansprach und bei Brecht oder Busch abschaltete. Bully Buhlans Lieder hatten jedoch von Beginn an eine partiell eine vorzeigbare QualitÃ¤t, mit der er dann auch zu einem der bekanntesten NachkriegssÃ¤nger in ganz Deutschland aufstieg. Jochen Voit schildert in seiner 2010 erschienenen Ernst Busch-Biographie â€žEr rÃ¼hrte an den Schlaf der Weltâ€œ, die Tragik, die jedoch mit der Verrammschung mancher Schellack-Produktion zu dieser Zeit verbunden war.</p>
<p>Der Fakt aber, dass der kommunistische Busch, der grandiose SÃ¤nger und Schauspieler, nach dem auch heute noch vÃ¶llig zurecht die bekannteste deutsche Schauspielschule (wonach sonst, nach Katja Riemann oder Til Schweiger?) benannt ist, einen GroÃŸteil der SBZ und DDR-Unterhaltungsmusik verlegte, ist fast vergessen.</p>
<p>Jedenfalls war meine Begeisterung so groÃŸ wie lange nicht mehr, eine klassische Schellackplatte zu erhalten, auf der ein Song von Bully Buhlan, produziert von Ernst Busch, zu hÃ¶ren ist, nÃ¤mlich der â€žKaloriensongâ€œ. So klug managte der Busch seine Firma, so pragmatisch war seine Kulturpolitik. Es war kein Zufall. Brachten ihm die â€žamerikanischen AnklÃ¤ngeâ€œ spÃ¤ter sogar im Formalismusstreit Probleme ein, so sollte das Faible fÃ¼r jazzige Elemente â€“ bis hin zum Umgang mit der Eislerschen Kakophonie â€“ nicht verwundern. Bereits Theo Mackeben hatte in der Urfassung der â€žDreigroschenoperâ€œ heftig gejazzt. Adornos Bonmot â€žewig stampft die Jazzmaschineâ€œ, hÃ¤tte Busch mit seiner Art weggelÃ¤chelt (und vielleicht mit â€žDas sagt er, weil er so schnell aus der Puste kommtâ€œ kommentiert). Der Kreis aber schloss sich nun: Auf der RÃ¼ckseite der Bully Buhlan-Platte, man muss ich das einmal vorstellen, erschien in der Sowjetisch Besetzten Zone 1948 Kurt Henkels â€žAlexanders Ragtime Bandâ€œ!!! So schrieb der freie Geist Busch (seine) Kultur-Geschichte. Wer sonst, hÃ¤tte das alles wagen kÃ¶nnen?</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=QabqJKAseDQ" rel="nofollow">https://www.youtube.com/watch?v=QabqJKAseDQ</a></p>
<p>â€žEr war wohl zu groÃŸâ€œ</p>
<p>Die PrÃ¤sentation von InformationsstÃ¤nden mit angeschlossenem Verkauf von BÃ¼chern und TontrÃ¤gern, bringen reichlich Organisationsprobleme und Arbeit, aber auch SpaÃŸ und Erfahrung. Wenn sie auch noch erfolgreich verlaufen, so ist es umso besser. Der Stand der Ernst Busch-Gesellschaft auf dem diesjÃ¤hrigen, dem 20. UZ-Pressefest in Dortmund, fand den (erwarteten) guten Zuspruch und endete mit dem Beinahe-Abverkauf sÃ¤mtlicher mitgebrachter Posten.</p>
<p>Neben Vertretern vieler internationaler Parteien, kulinarischen Angeboten und InfostÃ¤nden zu verschiedenen sozialen und politischen Themen, glÃ¤nzte das Pressefest mit kulturellen HÃ¶hepunkten. Die Liste interessanter Personen war lang: Harmut KÃ¶nig (Oktoberklub), Esther Bejarano, Konstantin Wecker, Diether Dehm, Egon Krenz, Rolf Becker, Klaus der Geiger, Kai Degenhardt, NÃ¼mmes-StraÃŸenrock, der Botschafter Kubas Diaz und viele andere, unterhielten und/oder regten die 40 000 bis 50 000 Besucher an. Ob alles was zu sehen oder hÃ¶ren war, wirklich â€žGegenkulturâ€œ war, muss bezweifelt werden, denn manche Bands standen nicht fÃ¼r eine Kultur der Wahrhaftigkeit, der klaren Gedanken und der edlen Motive. SchÃ¶n, dass dieses Mal keine Rap, resp. Hip Hop-Bands eingeladen waren und niemand derjenigen, die an unserem Stand Ã¼ber Kultur, Ernst Busch und alte Traditionen diskutierte, vermisste dies. Im Gegenteil. Auch das Niveau von Protestbands a la â€žFeine Sahne Fischfiletâ€œ wurde von keinem fÃ¼r gut befunden. BÃ¶se Traditionalisten!</p>
<p>Wir hatten im Wortsinn einen guten Stand bei vielen Pressefest-Besuchern und konnten fast alle unserer Mitbringsel wÃ¤hrend der drei Festtage verkaufen. Die Nachfrage nach manchen Erzeugnissen, z.B. den â€žSpanien-Liedernâ€œ, Ã¼bertraf bei weitem den Bestand. Auch ein neues Mitglied konnte geworben werden, hinzu kamen viele weitere Menschen, die sich interessiert Ã¼ber die Arbeit der Ernst Busch-Gesellschaft erkundigten und unsere Informationen lasen oder mit nach Hause nahmen.</p>
<p>Auch Bitten wurden geÃ¤uÃŸert. Man mÃ¶ge doch die MitteilungsblÃ¤tter grÃ¶ÃŸer drucken, zumindest die Buchstaben. Oder ob es nicht mÃ¶glich wÃ¤re, einen Sondertarif fÃ¼r â€žHartz 4â€œ -Bezieher einzurichten?! Und warum denn immer alles in Berlin stattfinden wÃ¼rde? Tjaâ€¦dieses Mal jedenfalls nicht.</p>
<p>Die jungen Leute hÃ¤tten Probleme mit Ernst Busch, sagte jemand. Damit muss man nicht leben, entgegnete ich. Junge Menschen wollen durch ErklÃ¤rungen und Emotionen gleichermaÃŸen an eine andere, nicht am Mainstream orientierte Kultur herangefÃ¼hrt werden. Auch in solch finsteren Zeiten, in denen die eigene Sprache zum exotischen Raum wird. Nachdem wir Ã¼ber seine â€žMotÃ¶rheadâ€œ-Aufschrift auf der Jacke ins GesprÃ¤ch kamen (â€žBullshitâ€œ sei die Meinung der Alten Ã¼ber die Musik der Jungen), kaufte dann doch ein 24jÃ¤hrigen FDJler zwei Ernst Busch CDs! Ein Mann aber zeigte sich besonders erfreut Ã¼ber die Tatsache, dass man â€žalles geschliffen hat, nur nicht den Namen der Schauspielschuleâ€œ. Das zeigt, warf ich ein, dass man sich nicht traute: â€žEr war wohl zu groÃŸ.â€œ Wir freuten uns gemeinsam und sehr diebisch.</p>
<p>Tanja Krienen</p>
<p><a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25255" rel="nofollow">http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25255</a></p>
<p>â€žPersÃ¶nlich hat er manchmal anarchistische Tendenzen.â€œ *<br />
Warum wir Ernst Busch nicht vergessen dÃ¼rfen<br />
Von Tanja Krienen</p>
<p>Die PrÃ¤sentation von InformationsstÃ¤nden mit angeschlossenem Verkauf von BÃ¼chern und TontrÃ¤gern, bringen reichlich Organisationsprobleme und Arbeit, aber auch SpaÃŸ und Erfahrung. Wenn sie auch noch erfolgreich verlaufen, so ist es umso besser. Der Stand der Ernst Busch-Gesellschaft auf dem diesjÃ¤hrigen, dem 20. UZ-Pressefest in Dortmund, fand den (erwarteten) guten Zuspruch und endete mit dem Beinahe-Abverkauf sÃ¤mtlicher mitgebrachter Posten. </p>
<p>Doch: wer war eigentlich dieser Ernst Busch? Als der 1900 in Kiel geborene SÃ¤nger und Schauspieler Ernst Busch im Juni 1980 in Berlin (DDR) starb, war sein Name weitgehend im Ã¶ffentlichen Leben â€žseines Landesâ€œ nicht mehr prÃ¤sent, wurde sein Werk nur von relativ wenigen Interessierten gewÃ¼rdigt und in Ehren gehalten. â€žStaatskÃ¼nstlerâ€œ war er ohnehin nie und das Volk tendierte sowieso zur leichten Muse, die sich abkoppelt von ihren LebensverhÃ¤ltnissen, Ã¼ber die Grenzen hinweg als â€žAblenkung vom Alltagâ€œ etablierte. So ist es - mit ein paar kleineren Varianten â€“ bis heute geblieben. Das sollte nachdenklich stimmen und den Namen Ernst Busch wieder hÃ¤ufiger erinnern. </p>
<p>Nicht, dass man ihn nicht in der DDR kannte. Seine Lieder jedoch wurden frÃ¼h historisiert, waren mit den fernen und beendeten KÃ¤mpfen in Spanien oder gegen die Rechtstendenzen in der Weimar Republik verbunden, maximal noch mit der sich formierenden DDR, doch ihr OriginÃ¤res und das zeitlos Exemplarische, wurden von je her unterschÃ¤tzt oder aus kalkulierten politischen GrÃ¼nden ignoriert. Das galt selbst fÃ¼r die eigenen Genossen. Mal wurde ihm â€žProletkultâ€œ vorgeworfen, mal â€žFormalismusâ€œ â€“ dabei war er nur immer eines: ein KÃ¼nstler, der sich an den Stoffen seiner Zeit orientierte und dies hart, klar, plakativ, aber auch auf seine Weise emotional umsetzte. Wenn Lieder wenig mit ihm zu tun hatten, so merkte man es seinen Interpretationen auch an (Lieder der Bauernkriege, WeberaufstÃ¤nde), besonders authentisch war er, wenn sich sein eigener Erlebnis-Horizont in Liedern spiegelte. Davon gab es Ã¼berreichlich.</p>
<p>Warum also Busch? Weil seine Systematik, seine Herangehensweise, seine kÃ¼nstlerische Umsetzung so klug und so adÃ¤quat ist, dass ihre handwerkliche Einzigartigkeit vermittelt und ihr Charakter aufs Neue reflektiert und mit Leben gefÃ¼llt werden sollten. Er ist der MaÃŸstab! Er wirkt stilkreierend! Man muss ihm nicht in jedem Detail der politischen Agenda folgen, man darf ihn vielleicht sogar in seltenen FÃ¤lle des â€žTaubernsâ€œ lÃ¤chelnd beckmessern, man muss auch nicht die wenigen, allzu pathetischen, hymnenartigen AusreiÃŸer vorbildlich herausstellen und man sollte ihm freundlichst das â€žPlutâ€œ verzeihen, so, wie man auch jedem Dramatiker den zu stark akzentuierten Einfall nachsieht, wenn er doch ein insgesamt stimmiges Werk vorlegte. </p>
<p>Zu diesem Werk gehÃ¶rt in nicht geringem Umfang die Vertonungen literarischer Klassiker: Brecht; Tucholsky, KÃ¤stner, MÃ¼hsam, Wedekind, Becher, FÃ¼rnberg, aber auch Mehring, Klabund oder Robert Gilbert alias David Weber. Sie sind zeitlos gut, vorbildlich interpretiert, ohne falsche Romantik und Sentiments. Die Verschlimmbesserungen durch moderne AttitÃ¼den mancher â€žChansonsÃ¤ngerâ€œ, zeigen das ganze Dilemma heutiger, effekthaschender Auffassungen. Busch liebte die einfache Struktur, nicht die Pirouette. In den seltenen FÃ¤llen, da er selbst die Musik zu bestehenden Texten schrieb, kratzt er an echtem Volksliedhaften im besten Sinne. Mehr noch, er erschloss sogar alte Verse zum neuen Gebrauch, in dem er die sperrigen musikalischen Kunstlied-Vorlagen verwarf und sie in eine gÃ¤ngige Melodie kleidete. Hannes Wader sagte einmal sinngemÃ¤ÃŸ, er habe â€žDie Ballade von der Hanna Cashâ€œ erst fÃ¼r sich adaptieren kÃ¶nnen, als er auf die Busch-Komposition des Liedes stieÃŸ. Ã„hnlich gelagert ist der Fall bei der â€žLegende von der Dirne Evelyn Roeâ€œ. Erst Busch machte daraus ein auch singbares Lied mit regionalen AnklÃ¤ngen. </p>
<p>Die aktuelle Kultur der deutschsprachigen Linken bietet weitgehend einen traurigen Anblick. Wer sich nicht dem Sound der neuen StaatskÃ¼nstlern Marke â€žTote Hosenâ€œ oder hofierten Gangsta-Rap-Adepten hingeben will, muss sich mit AllerweltsplattitÃ¼den, Betroffenheits â€“ und Sozialkitschlyrik, direkt aus dem Liz Mohn - Kosmos fÃ¼r die Regenbogen Presse gestÃ¤hlten Hausfrau begnÃ¼gen. Die Umsetzung aktueller Stoffe in angemessene Formate fehlt fast vÃ¶llig. Es bleibt auf dem Gebiet der Musik meist beim fragwÃ¼rdigen Gewummere  oder des im Mainstream schwimmenden, gut kanalisierte Scheinprotestest mit gefÃ¼hligem Massenpop. Metaphorisches und allegorisches Einerlei. Soll man die Jugend dort abholen? Wenn sie sich lÃ¤sst, gern! In dem man ihren Stil kopiert? Wieso sollte man das?</p>
<p>Aber es geht: Die jungen Leute hÃ¤tten Probleme mit Ernst Busch, sagte jemand zu mir am Stand des Pressefestes. Damit muss man nicht leben, entgegnete ich. Junge Menschen wollen durch ErklÃ¤rungen und Emotionen gleichermaÃŸen an eine andere, nicht am Mainstream orientierte Kultur herangefÃ¼hrt werden. Auch in solch finsteren Zeiten, in denen die eigene Sprache zum exotischen Raum wird. Nachdem wir Ã¼ber seine â€žMotÃ¶rheadâ€œ-Aufschrift auf der Jacke ins GesprÃ¤ch kamen (â€žBullshitâ€œ sei die Meinung der Alten Ã¼ber die Musik der Jungen), kaufte dann doch ein 24jÃ¤hriger zwei Ernst Busch CDs! </p>
<p>Ein anderer Mann zeigte sich besonders erfreut Ã¼ber die Tatsache, dass man â€žalles geschliffen hat, nur nicht den Namen der Schauspielschuleâ€œ. Das zeigt, warf ich ein, dass man sich nicht traute: â€žEr war wohl zu groÃŸ.â€œ Wir freuten uns gemeinsam und sehr diebisch.  Dass man die grÃ¶ÃŸte deutsche Schauspielschule weiterhin nach Ernst Busch benennt (ja bitte: nach wem auch sonst?), ist lÃ¶blich, aber folgenlos, wenn man sich nicht fÃ¼r seinen Spin, resp. sein Handwerk, das an Brechts Vorgaben orientiert ist, interessiert. Schon richtig, viele Brechtepigonen haben das Theater oder den Film nicht besser gemacht, weil Wollen und KÃ¶nnen zweierlei sind und Kopfgeburten ohne KÃ¶rper unzulÃ¤nglich bleiben mÃ¼ssen. Heute aber gibt es diese Vorgaben, dieses Ziel Ã¼berhaupt nicht mehr. Man kann zudem keinen echten Menschen aus dem Volk darstellen, wenn sein Wesen unbekannt ist, sondern nur als Muttis Liebling und von ihren Gnaden,  sein Dasein als ein kopistischer Zwischenwirt fristen. Doch nur mit dem Wissen um dieses Handwerk und mit wahrhaftiger Umsetzung, kommen wir ein paar Schritte weiter, lernen vielleicht neu zu laufen, zu stÃ¼rmen und zu siegen. </p>
<p>* Walter Ulbricht in einem Brief an die Komintern-Kaderabteilung, am 20. 4. 1940 in Moskau, in Verwechslung der Begriffe â€žpolitische Einstellungâ€œ und â€žSchroffe Handlungsweisen gegen schwach begrÃ¼ndete Direktiven und Einmischungen in seine Arbeitâ€œ.<br />
<a href="https://www.unsere-zeit.de/persoenlich-hat-er-manchmal-anarchistische-tendenzen%E2%80%89-54759/" rel="nofollow">https://www.unsere-zeit.de/persoenlich-hat-er-manchmal-anarchistische-tendenzen%E2%80%89-54759/</a></p>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2014/10/03/2044.html#comment-369076</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2016 14:00:37 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2014/10/03/2044.html#comment-284875</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Dec 2015 13:03:57 +0000</pubDate>
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		<description>Maria und Joseph waren keine FlÃ¼chtlinge. Die philosophischen StÃ¤rken und SchwÃ¤chen der Arbeiterbewegung zeigten sich oft in ihren Liedern. Dabei versuchten sie umzudeuten, um anzueignen. Ein schÃ¶nes Beispiel, darboten von der schÃ¶nsten und intelligentesten Stimme des Erdballs Ernst Buschs, sehen wir im "Alt-Neuen Weihnachtslied", welches im Gegensatz zum dumpfen Gerede der Scheinguten mit keiner Nuance behauptet, Maria und Joseph seien FlÃ¼chtlinge gewesen, sondern lediglich Leute, die "kein Geld fÃ¼r ein weiÃŸes Bett und ein Zimmer" hatten. In diesem Sinne: Dank an Louis FÃ¼rnberg fÃ¼r die Klarstellung! 

Ein Kindlein kam im Stall zur Welt,
der Vater Joseph hatte kein Geld
fÃ¼r ein weiÃŸes Bett und ein Zimmer.
Im Stroh, da lag die Mutter Marie
und wie sie auch vor Schmerzen schrie,
es hÃ¶rte nur das stumpfe Vieh
ihr Klagen und ihr Gewimmer.

Der Joseph schaute zum Stalltor hinaus,
doch ach, die drei KÃ¶nige blieben aus
mit Gold und Weihrauch und Myrrhe.
Maria hielt ihr Kind im Arm,
ihr Leib muÃŸt sein der Ofen warm.
Und statt der Milch, daÃŸ Gott erbarm,
war nur der Rost im Geschirre.

Ach Joseph, lieber Joseph mein,
wie leid ist mir ums Kindelein.
Ach Joseph, was soll werden.
Fragst du nach Arbeit, sie lassen dich steh'n,
ach Joseph, wir mÃ¼ssen betteln gehn.
Ach Joseph, ist denn kein Ende zu sehn
von diesem Jammer auf Erden.

Und wie sie saÃŸen im kalten Stall
und klagten, hÃ¶rten sie auf einmal
im Hof ein frÃ¶hlich Singen.
Die TÃ¼r ging auf, im Laternenschein
traten viel junge Hirten herein,
den Eltern und dem Kindelein
ein frohe Botschaft zu bringen.

Wir kommen aus einem schÃ¶nen Land,
da haben die Menschen die Not verbannt,
als sie sich selber erlÃ¶sten.
Dort wachsen die Kinder auf im Licht
und Hunger und Elend gibt es dort nicht,
weil's keinem an Dach und Brot gebricht,
die Kleinsten wurden die GrÃ¶ÃŸten.

Ach, fÃ¼hrt uns dorthin, sprach Joseph darauf,
da ging ein Stern am Himmel auf
in einem roten Lichte.
Das ist der Stern von Kraft und Mut,
der Herzen stÃ¤hlt und Wunder tut.
Und kennt ihr ihn, dann lest ihr gut
die biblische Geschichte.

Text: Louis FÃ¼rnberg https://www.youtube.com/watch?v=j3dr1lYDQAI
https://www.deutschlandfunkkultur.de/comic-ernst-busch-der-letzte-prolet-ein-querulantischer.1270.de.html?dram:article_id=504066
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Maria und Joseph waren keine FlÃ¼chtlinge. Die philosophischen StÃ¤rken und SchwÃ¤chen der Arbeiterbewegung zeigten sich oft in ihren Liedern. Dabei versuchten sie umzudeuten, um anzueignen. Ein schÃ¶nes Beispiel, darboten von der schÃ¶nsten und intelligentesten Stimme des Erdballs Ernst Buschs, sehen wir im &#8220;Alt-Neuen Weihnachtslied&#8221;, welches im Gegensatz zum dumpfen Gerede der Scheinguten mit keiner Nuance behauptet, Maria und Joseph seien FlÃ¼chtlinge gewesen, sondern lediglich Leute, die &#8220;kein Geld fÃ¼r ein weiÃŸes Bett und ein Zimmer&#8221; hatten. In diesem Sinne: Dank an Louis FÃ¼rnberg fÃ¼r die Klarstellung! </p>
<p>Ein Kindlein kam im Stall zur Welt,<br />
der Vater Joseph hatte kein Geld<br />
fÃ¼r ein weiÃŸes Bett und ein Zimmer.<br />
Im Stroh, da lag die Mutter Marie<br />
und wie sie auch vor Schmerzen schrie,<br />
es hÃ¶rte nur das stumpfe Vieh<br />
ihr Klagen und ihr Gewimmer.</p>
<p>Der Joseph schaute zum Stalltor hinaus,<br />
doch ach, die drei KÃ¶nige blieben aus<br />
mit Gold und Weihrauch und Myrrhe.<br />
Maria hielt ihr Kind im Arm,<br />
ihr Leib muÃŸt sein der Ofen warm.<br />
Und statt der Milch, daÃŸ Gott erbarm,<br />
war nur der Rost im Geschirre.</p>
<p>Ach Joseph, lieber Joseph mein,<br />
wie leid ist mir ums Kindelein.<br />
Ach Joseph, was soll werden.<br />
Fragst du nach Arbeit, sie lassen dich steh&#8217;n,<br />
ach Joseph, wir mÃ¼ssen betteln gehn.<br />
Ach Joseph, ist denn kein Ende zu sehn<br />
von diesem Jammer auf Erden.</p>
<p>Und wie sie saÃŸen im kalten Stall<br />
und klagten, hÃ¶rten sie auf einmal<br />
im Hof ein frÃ¶hlich Singen.<br />
Die TÃ¼r ging auf, im Laternenschein<br />
traten viel junge Hirten herein,<br />
den Eltern und dem Kindelein<br />
ein frohe Botschaft zu bringen.</p>
<p>Wir kommen aus einem schÃ¶nen Land,<br />
da haben die Menschen die Not verbannt,<br />
als sie sich selber erlÃ¶sten.<br />
Dort wachsen die Kinder auf im Licht<br />
und Hunger und Elend gibt es dort nicht,<br />
weil&#8217;s keinem an Dach und Brot gebricht,<br />
die Kleinsten wurden die GrÃ¶ÃŸten.</p>
<p>Ach, fÃ¼hrt uns dorthin, sprach Joseph darauf,<br />
da ging ein Stern am Himmel auf<br />
in einem roten Lichte.<br />
Das ist der Stern von Kraft und Mut,<br />
der Herzen stÃ¤hlt und Wunder tut.<br />
Und kennt ihr ihn, dann lest ihr gut<br />
die biblische Geschichte.</p>
<p>Text: Louis FÃ¼rnberg <a href="https://www.youtube.com/watch?v=j3dr1lYDQAI" rel="nofollow">https://www.youtube.com/watch?v=j3dr1lYDQAI</a><br />
<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/comic-ernst-busch-der-letzte-prolet-ein-querulantischer.1270.de.html?dram:article_id=504066" rel="nofollow">https://www.deutschlandfunkkultur.de/comic-ernst-busch-der-letzte-prolet-ein-querulantischer.1270.de.html?dram:article_id=504066</a></p>
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