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	<title>Kommentare zu: Der Landesvorratsong</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2009/11/07/1395.html</link>
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	<pubDate>Wed, 23 May 2012 01:41:55 +0000</pubDate>
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		<item>
		<title>Von: TK</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2009/11/07/1395.html#comment-144678</link>
		<dc:creator>TK</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 17:12:28 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2009/11/07/1395.html#comment-144678</guid>
		<description>Und Reinhard Mey wusste Mitte der 60er, ganz beim Fang seiner Carriére noch:

Von heiligen Kriegen

Man rief zum Djihad, zum heiligen Kriege,
Und zog von Medina und Mekka aus
Nach Palästina zur christlichen Wiege
Und auch bis nach Tunis und Spanien hinaus,
Mit Flammen und Schwert und ähnlichen Dingen,
Das Heil des Islam den Menschen zu bringen.
Man hat mit dem Halbmond das Kreuz verdrängt
Und wer das nicht wollte, der wurde gehängt.

Das ließ die Ritter des Kreuzes nicht rasten
Und um das Jahr Tausend, da war es soweit.
Da zog man mit Pferden, mit Waffen und Kasten
Zum Kreuzzug aus, zum heiligen Streit.
Mit Feuer und Schwert, so bringt man nun jenen
Erlösung von Türken und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sarazenen" rel="nofollow"&gt;Sarazenen&lt;/a&gt;.*
Und wer nicht dem Siege des Kreuzes enteilt,
Der wird mit dem Schwert in zwei Teile geteilt.

Warum kämpft man immer nur gegen die Heiden
Und gegen die andere Religion?
Man kann doch genauso die Ketzer nicht leiden,
Drum führte man Krieg um die Konfession.
Mit Wallenstein, Tilly und römischem Kaiser
Verbrennt man den Protestanten die Häuser,
Und diese erschlugen nun Alt oder Jung,
Nach vorher verabreichtem Schwedentrunk.

Auch heute, da ruft man zu heiligen Kriegen,
Und ist mit Worten und Taten dabei.
Und Allah und Himmel helfen beim Siegen,
Doch sagt mir, wo ein Krieg heilig sei.

* Heute den Anhängern Sarrazins</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und Reinhard Mey wusste Mitte der 60er, ganz beim Fang seiner Carriére noch:</p>
<p>Von heiligen Kriegen</p>
<p>Man rief zum Djihad, zum heiligen Kriege,<br />
Und zog von Medina und Mekka aus<br />
Nach Palästina zur christlichen Wiege<br />
Und auch bis nach Tunis und Spanien hinaus,<br />
Mit Flammen und Schwert und ähnlichen Dingen,<br />
Das Heil des Islam den Menschen zu bringen.<br />
Man hat mit dem Halbmond das Kreuz verdrängt<br />
Und wer das nicht wollte, der wurde gehängt.</p>
<p>Das ließ die Ritter des Kreuzes nicht rasten<br />
Und um das Jahr Tausend, da war es soweit.<br />
Da zog man mit Pferden, mit Waffen und Kasten<br />
Zum Kreuzzug aus, zum heiligen Streit.<br />
Mit Feuer und Schwert, so bringt man nun jenen<br />
Erlösung von Türken und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sarazenen" rel="nofollow">Sarazenen</a>.*<br />
Und wer nicht dem Siege des Kreuzes enteilt,<br />
Der wird mit dem Schwert in zwei Teile geteilt.</p>
<p>Warum kämpft man immer nur gegen die Heiden<br />
Und gegen die andere Religion?<br />
Man kann doch genauso die Ketzer nicht leiden,<br />
Drum führte man Krieg um die Konfession.<br />
Mit Wallenstein, Tilly und römischem Kaiser<br />
Verbrennt man den Protestanten die Häuser,<br />
Und diese erschlugen nun Alt oder Jung,<br />
Nach vorher verabreichtem Schwedentrunk.</p>
<p>Auch heute, da ruft man zu heiligen Kriegen,<br />
Und ist mit Worten und Taten dabei.<br />
Und Allah und Himmel helfen beim Siegen,<br />
Doch sagt mir, wo ein Krieg heilig sei.</p>
<p>* Heute den Anhängern Sarrazins</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2009/11/07/1395.html#comment-144666</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 13:23:58 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2009/11/07/1395.html#comment-144666</guid>
		<description>Dazu passt, von derselben LP "Fröhlich ißt du Wiener Schnitzel", auch dieses Lied von Süverkrüp. Dieser Song erinnert mich auch stets an Nietzsches Gleichnis von der Ewigen Widerkehr. Untermalt ist das Lied mit einer Gitarrenmusik, deren Ryhthmus auch das ewige Ticken der immer weiter laufenden (Lebens)-Uhr beinhaltet. 

Ballade von der Kirchturmuhr (1962)

Ich wohne unter einer Kirchturmuhr.
Ich wurde schon als Kind dort selbst geboren.
Und seit ich denke, schlägt die Uhr mir stur
Jedwede Viertelstunde um die Ohren.
Im Stadtteil, der nach toten Seelen riecht,
Da steht mein Bett, ich hör die Glocke schlagen.
Wie grauer Nebel in die Häuser kriecht,
Zieht in mein Herz ein feuchtes Unbehagen.

Ich kenne mich nicht aus in Dynamiten,
Auch weiß ich nicht die Aufgangstür zur Uhr.
Da müßte ich den Küster wieder bitten,
Der schon einmal so herb mit mir verfuhr.
Am dritten Sonntage nach Trinitatis
Vor vierzehn Jahrn, ich weiß es noch wie heut,
Da nahm ich mir die Freiheit Attentatis.
Ich hab es in der Folge oft bereut.

Zwei Kilo Dynamit (für zwölf Mark achtzig),
Zehn Meter Zündschnur, die nicht billig war.
Der Scherzartikeleinzelhändler macht sich
Noch heute guten Lenz – ich zahlte bar!
Zehn Jahre Zuchthaus, die ich schier verschmollte
Das Auge trüb, die müde Seele Blei,
Nur weil der Küster mir nicht glauben wollte,
Daß ich der Mann vom Straßenbauamt sei.

Zu Weihnachten, nach voll verbüßter Strafe,
Entließ man mich, ich wurde wieder frei.
Ich fand ein Herz, bei dem ich nächtens schlafe,
Und ich verdiente leidlich nebenbei.
Dann kam das Kind, wir wurden Eheleute.
Das mußte sein, denn Wohnungen sind rar.
Wir hatten Glück, und ich kann sagen: heute
Ist alles wieder wie es früher war.

Ich wohne unter einer Kirchturmuhr.
Zwei Häuser weiter hat man mich geboren.
Hier werd ich alt, es schlägt die Uhr mir stur
Jedwede Viertelstunde um die Ohren.
Im Stadtteil, der nach toten Seelen riecht,
Da bin ich krank; ich höre auf zu fragen.
Wie grauer Nebel in die Häuser kriecht,
Zieht in mein Herz ein feuchtes Unbehagen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dazu passt, von derselben LP &#8220;Fröhlich ißt du Wiener Schnitzel&#8221;, auch dieses Lied von Süverkrüp. Dieser Song erinnert mich auch stets an Nietzsches Gleichnis von der Ewigen Widerkehr. Untermalt ist das Lied mit einer Gitarrenmusik, deren Ryhthmus auch das ewige Ticken der immer weiter laufenden (Lebens)-Uhr beinhaltet. </p>
<p>Ballade von der Kirchturmuhr (1962)</p>
<p>Ich wohne unter einer Kirchturmuhr.<br />
Ich wurde schon als Kind dort selbst geboren.<br />
Und seit ich denke, schlägt die Uhr mir stur<br />
Jedwede Viertelstunde um die Ohren.<br />
Im Stadtteil, der nach toten Seelen riecht,<br />
Da steht mein Bett, ich hör die Glocke schlagen.<br />
Wie grauer Nebel in die Häuser kriecht,<br />
Zieht in mein Herz ein feuchtes Unbehagen.</p>
<p>Ich kenne mich nicht aus in Dynamiten,<br />
Auch weiß ich nicht die Aufgangstür zur Uhr.<br />
Da müßte ich den Küster wieder bitten,<br />
Der schon einmal so herb mit mir verfuhr.<br />
Am dritten Sonntage nach Trinitatis<br />
Vor vierzehn Jahrn, ich weiß es noch wie heut,<br />
Da nahm ich mir die Freiheit Attentatis.<br />
Ich hab es in der Folge oft bereut.</p>
<p>Zwei Kilo Dynamit (für zwölf Mark achtzig),<br />
Zehn Meter Zündschnur, die nicht billig war.<br />
Der Scherzartikeleinzelhändler macht sich<br />
Noch heute guten Lenz – ich zahlte bar!<br />
Zehn Jahre Zuchthaus, die ich schier verschmollte<br />
Das Auge trüb, die müde Seele Blei,<br />
Nur weil der Küster mir nicht glauben wollte,<br />
Daß ich der Mann vom Straßenbauamt sei.</p>
<p>Zu Weihnachten, nach voll verbüßter Strafe,<br />
Entließ man mich, ich wurde wieder frei.<br />
Ich fand ein Herz, bei dem ich nächtens schlafe,<br />
Und ich verdiente leidlich nebenbei.<br />
Dann kam das Kind, wir wurden Eheleute.<br />
Das mußte sein, denn Wohnungen sind rar.<br />
Wir hatten Glück, und ich kann sagen: heute<br />
Ist alles wieder wie es früher war.</p>
<p>Ich wohne unter einer Kirchturmuhr.<br />
Zwei Häuser weiter hat man mich geboren.<br />
Hier werd ich alt, es schlägt die Uhr mir stur<br />
Jedwede Viertelstunde um die Ohren.<br />
Im Stadtteil, der nach toten Seelen riecht,<br />
Da bin ich krank; ich höre auf zu fragen.<br />
Wie grauer Nebel in die Häuser kriecht,<br />
Zieht in mein Herz ein feuchtes Unbehagen.</p>
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