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	<title>Kommentare zu: Zum 11. September: Krieg dem Krieg</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/09/11/918.html</link>
	<description>Der neue Blog ist unter http://campodecriptanablog.apps-1and1.net erreichbar</description>
	<pubDate>Sat, 30 May 2026 08:35:07 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2007/09/11/918.html#comment-251453</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 07:03:00 +0000</pubDate>
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		<description>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/faul_satt_und_geil_darauf_sich_zu_ergeben

Erfolgreiche Aggressionen wirken aggressionsverstÃ¤rkend

Eine kleine, scheinbar nebensÃ¤chliche Randnotiz Ã¼ber die Empfehlung, seine Feinde nicht zu bekÃ¤mpfen, sondern zu ignorieren, fordert nicht nur meinen groÃŸen Widerspruch heraus, weil ich diese These fÃ¼r falsch halte, nein, sie klingt Ã¼berdies hÃ¶chst gefÃ¤hrlich. Warum?

Niemals erlebte ich in meiner bislang zwÃ¶lfjÃ¤hrigen pÃ¤dagogischen Praxis, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Obdachlosen oder Anfallskranken, einen Fall, da ein gedemÃ¼tigter Mensch, in der Gruppe â€“ gleich welcher Art â€“ anerkannt und als gleichwertig geachtet wurde.

Es sollte doch ein Allgemeinplatz sein, dass eine erfolgreich vorgenommene Aggression, aggressionsfÃ¶rdernd und verstÃ¤rkend wirkt! Erfolgreiches Mobbing, fÃ¼hrt zur verschÃ¤rften Gangart des Mobbers; der widerspruchslos hingenommene, deutlich Ã¼ber das MaÃŸ hinaus gehende harsche Ton des Vorgesetzten, wird beim nÃ¤chsten Mal den Tabubruch noch schneller geschehen lassen; das rÃ¼de Vorgehen eines ,,starkenâ€œ Jugendlichen in der Gruppe, fÃ¼hrt unweigerlich zu einer Trennung in AnhÃ¤nger und Folgsame, deren Hierarchie bis zur AuflÃ¶sung unverÃ¤nderlich bleibt; ein Staatswesen, ein Volk, welches seinem ,,Feindâ€œ aus der Position des Starken droht, erreicht meist schon allein durch diese Haltung bei seinem GegenÃ¼ber, eine Demutsgeste des Kompromissangebotes. Von selbst, so sehen wir, Ã¤ndern sich die Konstellationen nicht. Wie denn auch ? â€“ hat es die Natur doch so eingerichtet, dass der ,,Verliererâ€œ sein Revier geschlagen rÃ¤umt und der ,,Siegerâ€œ triumphierend das Feld beherrscht. Eine Ã„nderung der Naturgesetze, werden wir also nicht durch Nichtstun erreichen.

Dem Angreifer muss deshalb â€“ mÃ¶glichst intelligent â€“ Paroli geboten werden. Schweigen, Demut, Sich-Wegdrehen und den Nacken zeigen, lÃ¶sen Effekte aus, die zum Nachsetzen animieren. Der Angegriffene muss vielmehr lernen, dem Aggressiven, die Stirn zu bieten, ihn anzusehen, ihn zu stellen und mit ihm Ã¼ber seine feigen Handlungen, seine absurden VorwÃ¼rfe und Unterstellungen zu reden und dabei mÃ¶glichst ein Publikum schaffen, sodass es dem bÃ¶sartigen Gegner erheblich schwerer fÃ¤llt zu beleidigen oder zu intrigieren. Offene Situation vor Zeugen, scheut er wie das Kind die Ofenplatte, hier wird es ihm zu heiÃŸ, hier kann er Worte nicht beliebig drehen, hier wird sein Plan der verschleierten Hetze durchkreuzt.

Dabei fÃ¼hlt er sich unangenehm, nun schwindet seine Macht, die nur im Dunkeln wachsen konnte, solange sein Opfer selbst, fatalerweise, die Helligkeit scheute. So einer fÃ¼hlte sich nur solange wohl, da er als mehr oder weniger anonymer TÃ¤ter, durch allgemeines Schweigen, auch durch die Feigheit anderer geschÃ¼tzt wurde. Die Konfrontation mit dem Objekt seiner Intrigen, macht ihn zum kleinen Diffamierer aus niedrigsten Motiven, erkannt von vielen, gemieden von einigen â€“ von nun an.

Despoten und Verbrecher gegen die Menschlichkeit sind nirgendwo freiwillig gegangen, haben nicht ohne Gegenwehr den RÃ¼ckzug angetreten â€“ analog dazu, findet sich nirgendwo ein Beispiel dafÃ¼r, dass BÃ¼rgerrechte und zivilisatorische Errungenschaften durch die Hinnahme von Gewalt und WillkÃ¼r erreicht werden konnten, im Gegenteil, nur aktive BekÃ¤mpfung des Ãœbels, in welcher Gestalt auch immer, erbrachte uns zumindest einen besseren gesetzlichen Rahmen, der ja die Grundlage des gerechteren Miteinanders darstellt.

WÃ¼rden, wie es Rosenblatt empfahl, die Prinzipien der Wehrlosigkeit weiter gefÃ¶rdert und damit der Instinkt der Selbsterhaltung, der vom Willen der eigenen Verteidigung lebt, untergraben, so wÃ¤re dies eine Vertiefung der negativen Zivilisationsgebrechen. Angriffe auf die Seele lassen immer Spuren zurÃ¼ck. Die Zulassung ungebremster, bÃ¶swilliger Stiche in die Seele, in das GemÃ¼t, in die Psyche, bewirkt eine BeschÃ¤digung des getroffenen Individuums, eine SchÃ¤digung, von der man gar verlangt, sie solle hingenommen werden und die angesichts der nicht helfenden Umgebung doch nur mehr schmerzt und bohrt, da sie doch zum privaten Problem herab bagatellisiert wird. Dabei ist es doch wie im wirklichen Leben, - ein Messerstich ist nicht zu vermeiden, in dem man ihn ignoriert!
Psychologie Heute, 11/2001</description>
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<p>Erfolgreiche Aggressionen wirken aggressionsverstÃ¤rkend</p>
<p>Eine kleine, scheinbar nebensÃ¤chliche Randnotiz Ã¼ber die Empfehlung, seine Feinde nicht zu bekÃ¤mpfen, sondern zu ignorieren, fordert nicht nur meinen groÃŸen Widerspruch heraus, weil ich diese These fÃ¼r falsch halte, nein, sie klingt Ã¼berdies hÃ¶chst gefÃ¤hrlich. Warum?</p>
<p>Niemals erlebte ich in meiner bislang zwÃ¶lfjÃ¤hrigen pÃ¤dagogischen Praxis, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Obdachlosen oder Anfallskranken, einen Fall, da ein gedemÃ¼tigter Mensch, in der Gruppe â€“ gleich welcher Art â€“ anerkannt und als gleichwertig geachtet wurde.</p>
<p>Es sollte doch ein Allgemeinplatz sein, dass eine erfolgreich vorgenommene Aggression, aggressionsfÃ¶rdernd und verstÃ¤rkend wirkt! Erfolgreiches Mobbing, fÃ¼hrt zur verschÃ¤rften Gangart des Mobbers; der widerspruchslos hingenommene, deutlich Ã¼ber das MaÃŸ hinaus gehende harsche Ton des Vorgesetzten, wird beim nÃ¤chsten Mal den Tabubruch noch schneller geschehen lassen; das rÃ¼de Vorgehen eines ,,starkenâ€œ Jugendlichen in der Gruppe, fÃ¼hrt unweigerlich zu einer Trennung in AnhÃ¤nger und Folgsame, deren Hierarchie bis zur AuflÃ¶sung unverÃ¤nderlich bleibt; ein Staatswesen, ein Volk, welches seinem ,,Feindâ€œ aus der Position des Starken droht, erreicht meist schon allein durch diese Haltung bei seinem GegenÃ¼ber, eine Demutsgeste des Kompromissangebotes. Von selbst, so sehen wir, Ã¤ndern sich die Konstellationen nicht. Wie denn auch ? â€“ hat es die Natur doch so eingerichtet, dass der ,,Verliererâ€œ sein Revier geschlagen rÃ¤umt und der ,,Siegerâ€œ triumphierend das Feld beherrscht. Eine Ã„nderung der Naturgesetze, werden wir also nicht durch Nichtstun erreichen.</p>
<p>Dem Angreifer muss deshalb â€“ mÃ¶glichst intelligent â€“ Paroli geboten werden. Schweigen, Demut, Sich-Wegdrehen und den Nacken zeigen, lÃ¶sen Effekte aus, die zum Nachsetzen animieren. Der Angegriffene muss vielmehr lernen, dem Aggressiven, die Stirn zu bieten, ihn anzusehen, ihn zu stellen und mit ihm Ã¼ber seine feigen Handlungen, seine absurden VorwÃ¼rfe und Unterstellungen zu reden und dabei mÃ¶glichst ein Publikum schaffen, sodass es dem bÃ¶sartigen Gegner erheblich schwerer fÃ¤llt zu beleidigen oder zu intrigieren. Offene Situation vor Zeugen, scheut er wie das Kind die Ofenplatte, hier wird es ihm zu heiÃŸ, hier kann er Worte nicht beliebig drehen, hier wird sein Plan der verschleierten Hetze durchkreuzt.</p>
<p>Dabei fÃ¼hlt er sich unangenehm, nun schwindet seine Macht, die nur im Dunkeln wachsen konnte, solange sein Opfer selbst, fatalerweise, die Helligkeit scheute. So einer fÃ¼hlte sich nur solange wohl, da er als mehr oder weniger anonymer TÃ¤ter, durch allgemeines Schweigen, auch durch die Feigheit anderer geschÃ¼tzt wurde. Die Konfrontation mit dem Objekt seiner Intrigen, macht ihn zum kleinen Diffamierer aus niedrigsten Motiven, erkannt von vielen, gemieden von einigen â€“ von nun an.</p>
<p>Despoten und Verbrecher gegen die Menschlichkeit sind nirgendwo freiwillig gegangen, haben nicht ohne Gegenwehr den RÃ¼ckzug angetreten â€“ analog dazu, findet sich nirgendwo ein Beispiel dafÃ¼r, dass BÃ¼rgerrechte und zivilisatorische Errungenschaften durch die Hinnahme von Gewalt und WillkÃ¼r erreicht werden konnten, im Gegenteil, nur aktive BekÃ¤mpfung des Ãœbels, in welcher Gestalt auch immer, erbrachte uns zumindest einen besseren gesetzlichen Rahmen, der ja die Grundlage des gerechteren Miteinanders darstellt.</p>
<p>WÃ¼rden, wie es Rosenblatt empfahl, die Prinzipien der Wehrlosigkeit weiter gefÃ¶rdert und damit der Instinkt der Selbsterhaltung, der vom Willen der eigenen Verteidigung lebt, untergraben, so wÃ¤re dies eine Vertiefung der negativen Zivilisationsgebrechen. Angriffe auf die Seele lassen immer Spuren zurÃ¼ck. Die Zulassung ungebremster, bÃ¶swilliger Stiche in die Seele, in das GemÃ¼t, in die Psyche, bewirkt eine BeschÃ¤digung des getroffenen Individuums, eine SchÃ¤digung, von der man gar verlangt, sie solle hingenommen werden und die angesichts der nicht helfenden Umgebung doch nur mehr schmerzt und bohrt, da sie doch zum privaten Problem herab bagatellisiert wird. Dabei ist es doch wie im wirklichen Leben, - ein Messerstich ist nicht zu vermeiden, in dem man ihn ignoriert!<br />
Psychologie Heute, 11/2001</p>
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