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	<title>Kommentare zu: Jaaaa hahahaha, wenn der Andert erzÃ¤hlt</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html</link>
	<description>Der neue Blog ist unter http://campodecriptanablog.apps-1and1.net erreichbar</description>
	<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 19:29:12 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-949691</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2022 05:46:25 +0000</pubDate>
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		<description>Also zum Beispiel Kanzlerin und BundesprÃ¤sident im vollgepfropften Berliner Ensemble (so eine Art Virus-Wandlitz) zu Wolf Biermanns fÃ¼nfundachtzigstem Geburtstag. WÃ¤hrend die Hausarrest-PlÃ¤ne fÃ¼rs gemeine Volk schon in der Schublade lagen https://www.achgut.com/artikel/die_anti_corona_mogelpackungs_industrie</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also zum Beispiel Kanzlerin und BundesprÃ¤sident im vollgepfropften Berliner Ensemble (so eine Art Virus-Wandlitz) zu Wolf Biermanns fÃ¼nfundachtzigstem Geburtstag. WÃ¤hrend die Hausarrest-PlÃ¤ne fÃ¼rs gemeine Volk schon in der Schublade lagen <a href="https://www.achgut.com/artikel/die_anti_corona_mogelpackungs_industrie" rel="nofollow">https://www.achgut.com/artikel/die_anti_corona_mogelpackungs_industrie</a></p>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-395362</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Mar 2017 10:48:28 +0000</pubDate>
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		<description>Was aber, wenn bald der Islam diese von Harich avisierte Aufgabe Ã¼bernimmt? Im Islam gilt bekanntlich Zinsverbot, das heiÃŸt, der Entfesselung der Wirtschaft (und der Gier) sind Grenzen gesetzt, und der Schutz der SchÃ¶pfung ist eine dem frommen Muslim auferlegte Pflicht. FÃ¼r die Entwicklung der TechnosphÃ¤re, die sich wie ein gewaltiger Parasit auf den Planeten gelegt hat, kann man die Muslime eher wenig verantwortlich machen. Ihre Religion heiligt die Arbeit nicht. Der fromme Muslim verspÃ¼rt nicht den Drang, sich unbedingt in Werken verewigen zu mÃ¼ssen; stattdessen zeichnen ihn Gottergebenheit und LÃ¤ssigkeit im Umgang mit der Zeit aus. Es muss doch irgendeinen tiefen gottgefÃ¤lligen Sinn haben, wenn dieser Glaube derzeit am stÃ¤rksten wÃ¤chst. Warum nicht der RÃ¼ckbau der Industriegesellschaft? Damit wÃ¼chse dem Islam heilsgeschichtlich eine vÃ¶llig neue, welterlÃ¶sende Bedeutung zu, und fÃ¼r die deutschen GrÃ¼nen und deren WÃ¤hler wÃ¼rde er auf einmal noch â€žanschlussfÃ¤higerâ€œ als ohnehin schon, wobei sie ihre eigenen Ã¶kologischen FuÃŸabdrÃ¼cke schon deutlich reduzieren mÃ¼ssten. Und was die Vermehrung angeht, kÃ¶nnten die Muslime wiederum von den GrÃ¼nen lernen. Denn ohne stÃ¤ndiges Wirtschaftswachstum sowie immer neue Technologien der Nahrungs- und Energieerzeugung sollte die ErdbevÃ¶lkerung im Sinne des finalen ewigen Friedens besser schrumpfen. http://ef-magazin.de/2017/03/10/10653-wolfgang-harich-heute-der-islam-als-vollendung-des-oeko-stalinismus

https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1647679/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was aber, wenn bald der Islam diese von Harich avisierte Aufgabe Ã¼bernimmt? Im Islam gilt bekanntlich Zinsverbot, das heiÃŸt, der Entfesselung der Wirtschaft (und der Gier) sind Grenzen gesetzt, und der Schutz der SchÃ¶pfung ist eine dem frommen Muslim auferlegte Pflicht. FÃ¼r die Entwicklung der TechnosphÃ¤re, die sich wie ein gewaltiger Parasit auf den Planeten gelegt hat, kann man die Muslime eher wenig verantwortlich machen. Ihre Religion heiligt die Arbeit nicht. Der fromme Muslim verspÃ¼rt nicht den Drang, sich unbedingt in Werken verewigen zu mÃ¼ssen; stattdessen zeichnen ihn Gottergebenheit und LÃ¤ssigkeit im Umgang mit der Zeit aus. Es muss doch irgendeinen tiefen gottgefÃ¤lligen Sinn haben, wenn dieser Glaube derzeit am stÃ¤rksten wÃ¤chst. Warum nicht der RÃ¼ckbau der Industriegesellschaft? Damit wÃ¼chse dem Islam heilsgeschichtlich eine vÃ¶llig neue, welterlÃ¶sende Bedeutung zu, und fÃ¼r die deutschen GrÃ¼nen und deren WÃ¤hler wÃ¼rde er auf einmal noch â€žanschlussfÃ¤higerâ€œ als ohnehin schon, wobei sie ihre eigenen Ã¶kologischen FuÃŸabdrÃ¼cke schon deutlich reduzieren mÃ¼ssten. Und was die Vermehrung angeht, kÃ¶nnten die Muslime wiederum von den GrÃ¼nen lernen. Denn ohne stÃ¤ndiges Wirtschaftswachstum sowie immer neue Technologien der Nahrungs- und Energieerzeugung sollte die ErdbevÃ¶lkerung im Sinne des finalen ewigen Friedens besser schrumpfen. <a href="http://ef-magazin.de/2017/03/10/10653-wolfgang-harich-heute-der-islam-als-vollendung-des-oeko-stalinismus" rel="nofollow">http://ef-magazin.de/2017/03/10/10653-wolfgang-harich-heute-der-islam-als-vollendung-des-oeko-stalinismus</a></p>
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		<title>Von: hegelxx</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20523</link>
		<dc:creator>hegelxx</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2006 16:20:15 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20523</guid>
		<description>Auf den "alten" Granach hast du mich erst gebracht, Tanja,

der "Junge" hat da mit 90 so einen Spruch abgelassen von IdentitÃ¤t und Namen, der war wirklich gut.

Ich jedoch hatte nur Augen fÃ¼r die:

http://www.annette-postel.de/presse/presse_fotos/01.jpg

http://www.capitol-mannheim.de/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den &#8220;alten&#8221; Granach hast du mich erst gebracht, Tanja,</p>
<p>der &#8220;Junge&#8221; hat da mit 90 so einen Spruch abgelassen von IdentitÃ¤t und Namen, der war wirklich gut.</p>
<p>Ich jedoch hatte nur Augen fÃ¼r die:</p>
<p><a href="http://www.annette-postel.de/presse/presse_fotos/01.jpg" rel="nofollow">http://www.annette-postel.de/presse/presse_fotos/01.jpg</a></p>
<p><a href="http://www.capitol-mannheim.de/" rel="nofollow">http://www.capitol-mannheim.de/</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20520</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2006 15:09:35 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20520</guid>
		<description>Welchen Granach, den alten oder &lt;a href="http://www.campodecriptana.de/blog/index.php?s=Granach"&gt;Broders Granach&lt;/a&gt;? Wie gesagt, Granach und Busch sind ja hier z.B. zusammen zu sehen:
&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Granach5.JPG' alt=''width="90%"/&gt;

Aber dir ist wahrscheinlich der Granach so am Liebsten, oder?
&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Granach11.JPG' alt=''width="70%"/&gt; </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Welchen Granach, den alten oder <a href="http://www.campodecriptana.de/blog/index.php?s=Granach">Broders Granach</a>? Wie gesagt, Granach und Busch sind ja hier z.B. zusammen zu sehen:<br />
<img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Granach5.JPG' alt=''width="90%"/></p>
<p>Aber dir ist wahrscheinlich der Granach so am Liebsten, oder?<br />
<img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Granach11.JPG' alt=''width="70%"/></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: hegelxx</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20519</link>
		<dc:creator>hegelxx</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2006 14:50:38 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20519</guid>
		<description>Nichts zu danken, Tanja,

das habe ich gerne fÃ¼r dich gemacht. Ich lerne ja auch immer noch dazu, wenn ich deinen "Kram" so lese. Und witzele halt manchmal, vielleicht Ã¼bers "schnarchen im Hotel" oder was mir halt sonst so einfÃ¤llt... ich wÃ¤re gerne so cool wie beispielsweise Granach, aber dafÃ¼r habe ich wohl glÃ¼cklicherweise zu wenig erlebt...

Mir reicht das auch so schon.

GrÃ¼sse</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nichts zu danken, Tanja,</p>
<p>das habe ich gerne fÃ¼r dich gemacht. Ich lerne ja auch immer noch dazu, wenn ich deinen &#8220;Kram&#8221; so lese. Und witzele halt manchmal, vielleicht Ã¼bers &#8220;schnarchen im Hotel&#8221; oder was mir halt sonst so einfÃ¤llt&#8230; ich wÃ¤re gerne so cool wie beispielsweise Granach, aber dafÃ¼r habe ich wohl glÃ¼cklicherweise zu wenig erlebt&#8230;</p>
<p>Mir reicht das auch so schon.</p>
<p>GrÃ¼sse</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20513</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2006 13:53:29 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20513</guid>
		<description>Danke fÃ¼r das Auskramen des schÃ¶nen, sehr schÃ¶nen und aufschlussreichen Interviews.

Ja, auch Louis FÃ¼rnberg war kein dogmatischer Idiot, er hat hÃ¼bsche Lieder geschrieben und das sehr einfache, aber so herzzerreiÃŸende "Auch du kannst auf der Sonnenseite leben", mit Klavier-Phrasierungen, die ich sonst NOCH NIE UND NIE WIEDER in einem "Volkslied" zu nennenden Songs hÃ¶rte, ist vielleicht mein Lieblingslied. Diese Lieder haben die Herzen der Menschen erreicht, sie sind der Grund, warum die EmotionalitÃ¤t der frÃ¼hen Jahre der DDR, trotzallem, so gefangen hÃ¤lt - zumindest jene, die dafÃ¼r empfÃ¤nglich sind. Das schmerzt noch mehr, weil halt so vieles komplett danebenging. Aber die Kunst - sie ist ein Meilenstein und sollte nicht verloren gehen. 

JÃ¼rgen Schebera Ã¼brigens, der mir seinerzeit bei der Eisler-Kreisler-Chaplin- Recherche durch seine AuskÃ¼nfte half, hat ja die bekannteste Sammlung von Busch-Produktionen heraus gebracht - unter dem Barbarrossa-Label, &lt;a href="http://www.campodecriptana.de/blog/index.php?s=Schebera" rel="nofollow"&gt;hier steht etwas von Schebera&lt;/a&gt;

&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch110.JPG' alt=''width=100%"/&gt; 

&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch112.JPG' alt=''width=90%"/&gt;
Trauerfeier Buschs, in der Mitte rechts kann man GÃ¼nther Gaus und Schalck-Golodkowski (!) erkennen.
&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch122.JPG' alt=''width=90%"/&gt; 
&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch125.JPG' alt=''width=60%"/&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke fÃ¼r das Auskramen des schÃ¶nen, sehr schÃ¶nen und aufschlussreichen Interviews.</p>
<p>Ja, auch Louis FÃ¼rnberg war kein dogmatischer Idiot, er hat hÃ¼bsche Lieder geschrieben und das sehr einfache, aber so herzzerreiÃŸende &#8220;Auch du kannst auf der Sonnenseite leben&#8221;, mit Klavier-Phrasierungen, die ich sonst NOCH NIE UND NIE WIEDER in einem &#8220;Volkslied&#8221; zu nennenden Songs hÃ¶rte, ist vielleicht mein Lieblingslied. Diese Lieder haben die Herzen der Menschen erreicht, sie sind der Grund, warum die EmotionalitÃ¤t der frÃ¼hen Jahre der DDR, trotzallem, so gefangen hÃ¤lt - zumindest jene, die dafÃ¼r empfÃ¤nglich sind. Das schmerzt noch mehr, weil halt so vieles komplett danebenging. Aber die Kunst - sie ist ein Meilenstein und sollte nicht verloren gehen. </p>
<p>JÃ¼rgen Schebera Ã¼brigens, der mir seinerzeit bei der Eisler-Kreisler-Chaplin- Recherche durch seine AuskÃ¼nfte half, hat ja die bekannteste Sammlung von Busch-Produktionen heraus gebracht - unter dem Barbarrossa-Label, <a href="http://www.campodecriptana.de/blog/index.php?s=Schebera" rel="nofollow">hier steht etwas von Schebera</a></p>
<p><img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch110.JPG' alt=''width=100%"/> </p>
<p><img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch112.JPG' alt=''width=90%"/><br />
Trauerfeier Buschs, in der Mitte rechts kann man GÃ¼nther Gaus und Schalck-Golodkowski (!) erkennen.<br />
<img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch122.JPG' alt=''width=90%"/><br />
<img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Busch125.JPG' alt=''width=60%"/></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: hegelxx</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20507</link>
		<dc:creator>hegelxx</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2006 13:27:45 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/04/26/517.html#comment-20507</guid>
		<description>Nicht schlecht, Tanja,

aber wenn das der arme Ernst Busch noch hÃ¤tte erfahren dÃ¼rfen:

Karl-Heinz Ocasek
Ã¼ber seine Arbeit als Schallplattenproduzent in der DDR und seine aktuelle Aufgabe als Liederverwalter von Ernst Busch


"Ernst Busch war ein Jahrhundert-Mann!"
(GesprÃ¤ch am 6. Januar 2000 in Kleinmachnow)
 
Karl-Heinz Ocasek mit einem Busch-PortrÃ¤t des KÃ¼nstlers Arno Mohr
Karl Heinz Ocasek ist Jahrgang 1939. Er wÃ¤chst im sÃ¤chsischen Riesa auf und absolviert zunÃ¤chst eine Lehre im dortigen Stahlwerk. Im betriebseigenen Chor ist er aktiv, lernt Gitarre- und Klavierspielen. In dieser Zeit hÃ¶rt er auch erstmals Lieder von Ernst Busch. Nach der Lehre studiert er Musik und wird Produzent beim staatseigenen Label VEB Deutsche Schallplatten. Der Betrieb geht zurÃ¼ck auf die 1946 von Ernst Busch gegrÃ¼ndete Firma Lied der Zeit. Ocasek schlieÃŸt sich der in den 60er Jahren entstehenden Singebewegung in Berlin an und wird Mitglied des Oktoberklubs. Als Produzent ist er 25 Jahre lang (bei dem Sublabel Amiga) fÃ¼r Unterhaltungsmusik zustÃ¤ndig. Nach der Wende und dem Aufkauf der wichtigsten Firmenbestandteile durch Bertelsmann wird er arbeitslos. Er beginnt, Material von frÃ¼her zu sammeln und eine eigene Plattenfirma aufzubauen. So entsteht der Musikverlag Barbarossa. HerzstÃ¼ck des Verlagsprogramms ist das sÃ¤ngerische Werk Ernst Buschs.

Das GesprÃ¤ch findet in Karl-Heinz Ocaseks Wohnhaus in Kleinmachnow bei Berlin statt. Es dient als Grundlage fÃ¼r meinen Artikel zu Buschs 100. Geburtstag in der SÃ¼ddeutschen Zeitung (22./23. Januar 2000).



JV: Sie sind seit einiger Zeit im Besitz der Rechte an den Busch-Liedern. Wie ist es dazu gekommen?
Karl-Heinz Ocasek: Es war so: Die gesamten Aufnahmen von Ernst Busch sind ja in der DDR beim VEB Deutsche Schallplatten erschienen, diesem Staatslabel, das es gab. Und nach der Wende wurde dann alles verkauft. Ich habe da seit 1969 gearbeitet, als Redakteur und Produzent, habe also auch sehr viele Sachen dort selber produziert und betreut, also von Puhdys (eine der bekanntesten Rockgruppen der DDR, JV) angefangen Ã¼ber sonstwas alles, und habe noch bis '94 da gearbeitet. Als einer der letzten habe ich dann diesen Betrieb verlassen und mich gefragt: Was passiert denn eigentlich hier? Da ging ein StÃ¼ck nach dem andern, von dem, was wir mal selber gemacht hatten, den Bach runter: Der gesamte Eterna-Katalog wurde an die Edel-Company verkauft in Hamburg, die haben dann also diese Klassik-Sachen rausgebracht. Und alles andere, was so Amiga, Neues Lied, Busch und so wat alles war, wurde dann an die Ariola verkauft, an Bertelsmann - zu einem Preis, wo ich heute sagen wÃ¼rde: Das wÃ¼rde ich auch schultern, sozusagen...

Das war praktisch ein Scherz ...
Ja, ja, das war es. Da wurden Altlasten Ã¼bernommen...

Wie hoch war er denn, der Preis?
Es ging um acht Millionen. Aber wenn man bedenkt, was da rauszuholen ist, und was da mÃ¶glich ist, das hat sich also bis heute schon mindestens zehnmal amortisiert durch die gesamte Herausgabe dieser Sachen. So, und dann habe ich also angefangen, '94 meine erste CD zu verÃ¶ffentlichen. Aber das hing einfach damit zusammen, dass ich damals arbeitslos war und dachte: Wie geht denn das nun eigentlich weiter? Nun bin ich auch in 'nem Alter, wo man nun och nich allzu viel Chancen hat, in diesem Sektor noch irgendwas zu werden. In meinem Alter ist man dort entweder Chef oder ist schon lÃ¤ngst weg.

Was heiÃŸt in Ihrem Alter? Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?
Ich bin jetzt 60. [...] Ich habe dann also meine erste CD verÃ¶ffentlicht, das war der "Canto General" von Mikis Theodorakis...

...dieses berÃ¼hmte Konzert...
...ja, und das funktionierte insofern ganz gut, als mir nÃ¤mlich Zweitausendeins auf einen Schlag 3000 StÃ¼ck abgenommen hat, natÃ¼rlich zu 'nem fairen Preis und so. Aber plÃ¶tzlich merkte ich: Es funktioniert.

FÃ¼r Sie stand nie was anderes zur Debatte, als etwas im Musikbereich zu machen...
Eigentlich wollte ich nichts mehr in diesem Bereich machen... Nein, ich hÃ¤tte irgendwas anderes gemacht. [...] Ich war ein halbes Jahr arbeitslos, dann war ich in einem Kulturverein, habe dort Konzerte organisiert und Veranstaltungen, Lesungen und so. Das war 'ne sehr schÃ¶ne, angenehme Arbeit. Man war wieder irgendwo mit Leuten zusammen und konnte was bewegen und so. Und nebenher habe ich also dann mein Label aufgebaut, habe eine Produktion nach der andern selber gemacht oder Ã¼bernommen oder gesucht: Wo gibt es noch Rechte und so. Das funktionierte dann so, dass ich mich '96 selbststÃ¤ndig gemacht habe [...]. Das ist natÃ¼rlich immer so ein Balance-Akt, das kann man eigentlich nur machen, wenn man genau abwÃ¤gt: Kann man das machen, oder kann man's nicht machen? Und dann kommt es auch drauf an, ob man Lust dazu hat oder nicht. Und dann macht man eben auch manchmal Sachen wie den Heiner MÃ¼ller, wo ich von vornherein weiÃŸ: Das bringt die Kosten nicht wieder rein. Aber wenn man dann eben einen guten Katalog hat, dann kann man sagen: Das schmÃ¼ckt, und das will ich gerne machen. Weil das gehÃ¶rt zu meinem Wissen, zu meiner Kultur, zu dem, was ich mal gemacht habe. Und dann macht man eben so was.[...] So ergibt sich eins nach dem andern.

Was waren denn Ihre Stationen bei der VEB Deutsche Schallplatten? Sie haben gesagt, Sie haben die Puhdys produziert... Haben Sie mehr im Rockbereich gemacht oder mehr Chanson oder Liedermacher?
Ich habe fÃ¼nf Jahre Musik studiert in Dresden, Klavier und Gesang, und war dann zwei Jahre freischaffend nach meinem Diplom und habe dann 1966 beim Rundfunk angefangen als Musikredakteur und habe '69 bei der Schallplatte angefangen. [...] Durch diese gesamte Ausbildung waren wir Allrounder: Ich habe also mit der Staatskapelle Dresden Operetten produziert, habe Liedermacher gemacht, habe Volksmusik produziert - das gehÃ¶rte dann quasi zur Allgemeinbildung. Wobei mir natÃ¼rlich sehr viel auch die Arbeit beim Rundfunk geholfen hat. Ich war da in so einer Abteilung, die nannte sich "VolkskÃ¼nstlerisches Schaffen", und da fiel alles darunter: Amateur-Tanzmusik, die normale Volksmusik, Liedermacher und die Singebewegung, eine Jugendbewegung, die damals im Entstehen war. [...]

FÃ¼r welche Art von Musik konnten Sie sich persÃ¶nlich am ehesten erwÃ¤rmen?
[...] Am meisten haben mich natÃ¼rlich Sachen interessiert, die so in die klassischen Bereiche gingen, weil ich selber auch privat eigentlich fast nur Klassik hÃ¶re. Auch meine Kinder machen Musik: Geige, FlÃ¶te. Meine Frau spielt Geige, wir machen Hausmusik und so...

Dann wÃ¤ren Sie bei Eterna doch eigentlich besser aufgehoben gewesen...
Nee, die waren mir schon wieder zu steril. Nee, nee, das war schon okay so, auch vom Arbeitsklima her. Und vor allem: Bei dem, was ich gemacht habe, war man viel nÃ¤her dran am Leben. [...] Und ich habe sehr viel auch Liedermacher produziert: Hans-Eckardt Wenzel, Kurt Demmler, Gerhard SchÃ¶ne und so wat. Das war so 'ne Welt, wo ich merkte: Da is wenigstens noch 'n bissl was zu bewegen. Weil bei den Sachen, die man mit den Rockgruppen gemacht hat, da ging's immer um Textdiskussionen und so. Also, viel war da nicht zu bewegen. Da hat man sich immer irgendwann auf so 'nem Nenner gefunden, wo man irgendwie Ã¼ber verschiedene Wege rausgekriegt hat, ob man das noch machen kann oder nicht mehr. Und dann wurde immer so'n Kompromiss geschlossen, dann wurde gesagt: na gut, okay. Deswegen sollen die Rockgruppen heute nie sagen, sie seien zensiert worden oder so, des war 'ne gegenseitige Zensur!

Was heiÃŸt "gegenseitig"?
Naja, man hat sich dann irgendwo getroffen und hat gesagt: "Pass mal auf, also das Wort Intershop oder irgend so 'n blÃ¶des Ding, das muss raus!" Dann ham'se gesagt: "Na gut,
okay, dann nehmen wa halt was anderes".

GehÃ¶rte das auch zu Ihrer Aufgabe, auf die Inhalte zu achten?
Sicher, das gehÃ¶rte schon dazu. Wobei: Ich hab mich da nie als Zensor verstanden. [...] Zu 'nem Produzenten gehÃ¶rt natÃ¼rlich, dass er fÃ¼r das Produkt rundum zustÃ¤ndig ist. Das hing mit ProduktionsablÃ¤ufen und allem zusammen und Texten und Musik und so.

Es durfte eben nichts dabei rauskommen, wo es am Ende hÃ¤tte Schwierigkeiten geben kÃ¶nnen...
Ja, sicher, sicher. Aber das wusste jeder. [...] Es gibt bestimmte Sachen, die man sich anhÃ¶ren kann, wo heute selbst Leute, die damals in der Szene standen, sagen: "Wat? Und das is damals produziert worden?" Das sind so Sternstunden, wo mal einer nich richtig aufgepasst hat. Das hing natÃ¼rlich auch damit zusammen, dass wir bei der Schallplatte relative Freiheiten hatten. Also zum Beispiel Fernsehen und Rundfunk waren irgendwie dem Zentralkommitee unterstellt, auf so 'ner Ebene, gehÃ¶rten zum Ministerrat oder so wat. Und die Schallplatte gehÃ¶rte zum Ministerium fÃ¼r Kultur, und die musste immer am Jahresanfang 'n Programm vorlegen, was verÃ¶ffentlicht werden sollte. Und da hat irgendeener da mal drÃ¼bergeguckt und hat gesagt: "Is ja in Ordnung". Und dann hat er vielleicht gesagt: "Ja, aber Vera Oelschlegel is doch da gar nich drinne". Das war die Frau von, weiÃŸ der Teufel, von irgend 'nem BezirkssekretÃ¤r von Berlin oder so wat. Dann wurde gesagt: "Ach Gott ja, Vera!". Und dann wurde irgend so 'ne Alibi-Platte mit reingeschoben. Also, irgendwo hat man sich getroffen. Und die Texte wurden, wie gesagt, also die Inhalte wurden dann in der Redaktion abgestimmt und mit den Gruppen. Und dann wurde eben halt so hin und her diskutiert.

Aber man musste sozusagen schon auf Parteilinie sein, um da arbeiten zu kÃ¶nnen, oder? Das war ja ein groÃŸer Betrieb, der Sachen produziert hat, die irgendwo auch fÃ¼r das Bild der DDR standen. Hat man drauf geachtet, dass Sie alle in der SED waren, war das wichtig?
NÃ¶, das war nich wichtig. Nee, nee, das war nicht wichtig.

Oder war es eher umgekehrt? War das eher eine Zelle, wo man sich noch was rausnehmen konnte?
Das war's auf alle FÃ¤lle! Also, das war's auf alle FÃ¤lle. Verglichen mit der Zensur und den Produktionsbedingungen beim Rundfunk: Da wurde wesentlich mehr reingeredet als bei uns. Bei uns gab's doch relative Freiheiten. Und das haben wir immer eigentlich damit begrÃ¼ndet, weil wir gesagt haben: Okay, so'ne Platte, wenn wir die produzieren, dann is das so'n Gesamtbild, die hat 12 Titel. Und da gibt's mal einen, der 'n bissl bekennender is und dann natÃ¼rlich auch 'n bissl Kritik und so. Also, das war schon relativ ausgewogen. Nein, nein, das wÃ¤r ja unsinnig, wenn da lauter so stramme Leute gesessen hÃ¤tten - dann hÃ¤tte man das gleich zumachen kÃ¶nnen. Wir waren ja alle interessiert, 'n bisschen wat einzubringen oder zu verÃ¤ndern. NatÃ¼rlich nicht gewaltig, das konnte man sich damals gar nicht so vorstellen.

Wie war das dann mit Ernst Busch? Hat der in Ihrer Arbeit schon eine Rolle gespielt? Kannten Sie ihn vielleicht sogar?
Jaja, ich kannte ihn. Hier in diesem Buch gibt es auch ein Bild. Mal sehen, ob ich es finde [...]. Ich blÃ¤ttere es mal durch, dann werde ich's irgendwann finden (Bildband von Hoffmann/Siebig enthÃ¤lt auf S. 348 Foto von Buschs 70. Geburtstag, bei dem ihm Mitglieder des Berliner Oktoberklubs, darunter Karl Heinz Ocasek, ein StÃ¤ndchen darbringen, JV). Ja, ich kannte ihn. AuÃŸerdem hat er ja auch im Reichstagsufer bei uns produziert, wo unser Sitz war. [...] Das war direkt am Reichstag, die ehemalige Reichskanzlervilla war der Sitz der Deutschen Schallplatte. [...] Dort habe ich ihn Ã¶fter getroffen, er war da schon sehr alt, also ich kannte ihn schon.

Haben Sie ihn auch mal bei Aufnahmen erlebt?
Jaja, habe ich auch. Aber immer nur so mal im Hintergrund. Und dann musste man mÃ¶glichst wieder verschwinden, weil er war da sehr eigenartig...

Was heiÃŸt eigenartig?
Als er dann produzierte - so ab 1970 - war er auch nicht mehr so ganz gut, und das hat er dann selber schon gemerkt. Und das ist immer 'n Problem: Wenn man dann im Studio steht, kriegt man schon mit, dass die Stimme nicht mehr so ganz modulationsfÃ¤hig ist. Deswegen hatte er da natÃ¼rlich was dagegen. [...] Man wird immer mal an 'ner falschen Stelle erwischt oder an 'ner schlechten Stelle. Und auÃŸerdem war er da auch schon, ja doch ziemlich...

Er war nicht mehr fit?
Nee, er war nicht mehr fit.

Aber Sie selbst haben damals keine Songs mit ihm produziert, oder?
Nee, das nicht.

Aber Sie mochten ihn und seine Lieder...
Ja, ja, sicher, sicher!

Sonst kommt man ja auch nicht auf die Idee, all die Lieder neu herauszugeben. Sie machen das ja nicht aus finanziellem Interesse, all die Platten und BÃ¤nder im Keller einzulagern. Um also nochmal auf die Eingangsfrage zurÃ¼ckzukommen: Wie hat sich das denn abgespielt mit den Rechten an den Busch-Liedern?
Also, es hat eigentlich damit angefangen, dass ich natÃ¼rlich auch suchen musste: Wo krieg ich denn billig Material her, um etwas zu verÃ¶ffentlichen? Da hab ich also damals zwei CDs verÃ¶ffentlicht: "Der Rote Orpheus" und "Der Barrikaden-Tauber". Das ist Material, was frei ist, nach 50 Jahren ist die Schutzfrist fÃ¼r kÃ¼nstlerische Leistungen abgelaufen. Und diese Lieder hat er alle in den 30er Jahren produziert. Und da habe ich also Ã¼berall die alten Schellacks zusammengesucht, denn die sind ja eigentlich nur auf alten Schellacks erhalten geblieben, habe also in Archiven Ã¼berall gesucht, bei Sammlern und so - bis ich seine gesamten Sachen aus dieser Zeit zusammen hatte. Und die habe ich dann verÃ¶ffentlicht...

... von den Schellacks ...
...von den Schellacks, jaja.

Da gibt es wahrscheinlich keine Matritzen mehr...
Nein, nein, nein, das ist alles weg!

Die Klang-QualitÃ¤t ist erstaunlich gut.
Ja, das ist natÃ¼rlich auch sehr aufwÃ¤ndig bearbeitet. Kostet auch sehr viel Geld, das wird dann Ã¼ber Computer gemacht. [...] Und dann war es aber plÃ¶tzlich mit dem Busch-Material alle, und es ging nicht mehr weiter. Und dann habe ich im Rundfunk-Archiv gesucht und bin darauf gestoÃŸen, dass er dort 1959 mal 'ne ganze Masse von Tucholsky-Songs produziert hat, damals noch mit Hanns Eisler zusammen. Und dann hab ich die mal verglichen und habe mitgekriegt, dass die ja gar nicht identisch sind mit denen, die er spÃ¤ter produziert hat. Und daraufhin habe ich mir die dort (beim Deutschen Musikarchiv-Ost, JV) gekauft und habe die verÃ¶ffentlicht. [...] Das waren 24 Titel, da fehlten mir aber noch sechs, dann hÃ¤tte ich zwei CDs machen kÃ¶nnen. Ich habe also bei den Leuten von Ariola, also Amiga, angefragt, ob sie mir nicht aus dem alten Busch-Bestand, den sie ja haben, ob sie mir da nicht sechs StÃ¼ck geben kÃ¶nnen, damit ich zwei CDs machen kann. Da ham die gesagt: Nee, das geben 'se nicht raus, weil sie wollen das selber machen. Das hat mich doch irgendwie sehr geÃ¤rgert und gewurmt, und daraufhin habe ich mich mal in die Akademie der KÃ¼nste begeben. Er war ja Mitglied der Akademie der KÃ¼nste frÃ¼her, und dort gibt es auch das Ernst-Busch-Archiv. Und ich habe dort mal in dem gesamten Aktenbestand recherchiert und bin dann darauf gestoÃŸen, dass also diese Aufnahmen, die spÃ¤ter verÃ¶ffentlicht wurden, alle in Zusammenarbeit zwischen der Akademie der KÃ¼nste und Ernst Busch produziert wurden; und dass EigentÃ¼mer Ernst Busch und die Akademie der KÃ¼nste sind, und dass die lediglich immer nur der Deutschen Schallplatte zur Auswertung Ã¼bergeben wurden. Es gab ja auch 'n eigenes Label, Aurora, auf dem nur diese Busch-Sachen verÃ¶ffentlicht wurden.

Aurora war praktisch der Nachfolger von Lied der Zeit...
Ja. Da hab ich erst mal rausgekriegt, dass die Rechtslage gar nicht so ist, wie die Leute von Ariola gesagt hatten...

Ariola hatte gar nicht die Rechte...
Nee, sie hatten nicht die Rechte. Sie dachten nur, sie hÃ¤tten die Rechte. Und daraufhin habe ich ungefÃ¤hr ein Jahr im Stillen recherchiert. Man darf mit so was ja nicht laut werden. [...] Ich habe also lange versucht, das aufzudrÃ¶seln, damit das auch hieb- und stichfest ist; und bin dann zu dem Rechtsanwalt gegangen, der die Busch-Erben vertritt. Das ist seine Frau, die ist aber in der Klinik, die hat schweren Alzheimer und ist Ã¼berhaupt nicht ansprechbar, und wird durch diesen Rechtsanwalt vertreten, in Pflegschaft oder so. Mit dem ging es also ein halbes Jahr hin und her...

Irene Busch war doch eine Zeit lang noch Verwalterin und hat sich um das zum Museum ausgebaute Ernst Busch-Haus gekÃ¼mmert...
Ja, das Ernst-Busch-Haus in Pankow. [...] Nach der Wende ging das eigentlich los, da war sie einfach nicht mehr geschÃ¤ftsfÃ¤hig. [...] Ich habe dann also dem Rechtsanwalt genau erklÃ¤rt, was ich leisten muss, um das zu verÃ¶ffentlichen, dass kein Mensch sich eigentlich interessiert, dass ich diese Sachen sonst woher holen muss und aufbereiten muss. Er hatte erst Riesen-Vorstellungen von Geld, bis er es dann begriffen hat. Es gingen also dann zu 'nem ziemlich fairen Preis die Rechte an mich - mit der Option natÃ¼rlich: Immer wenn ich was verÃ¶ffentliche, kriegt er pro CD soundsoviel Prozent.

Und die Akademie hat das an Sie abgetreten...
Nein, nein. Die Akademie hatte irgendwann gesagt: "Nee, wir haben keene Rechte daran, wir wollen gar nichts damit zu tun haben. Das liegt alles bei Herrn Busch und den Busch-Erben."

Dann war das doch recht gÃ¼nstig fÃ¼r Sie...
Naja, ich meine, hat schon Geld gekostet. Aber das ist unter heutigen Gesichtspunkten schon toll, dass man den Katalog von so 'nem wichtigen Menschen hat.

Sie haben das jetzt so gut wie komplett. Wenn man mal von den 30er Jahren absieht, da fehlt wahrscheinlich einiges, oder?
Ja. Und es geht natÃ¼rlich nur darum, dass ich lediglich diesen musikalischen Nachlass verwalte. Es geht nicht um die Autografen und seine Briefe und so was. [...] Nachdem also der Vertrag wasserdicht war, habe ich den Leuten von Ariola mitgeteilt: Ich verÃ¶ffentliche jetzt das und das. Und falls von ihrer Seite aus berechtigte AnsprÃ¼che bestehen, sollen sie mir das bitte mitteilen. Und dann haben die mir geschrieben: "Ja, das geht ja Ã¼berhaupt nicht, die Rechte liegen ja bei uns!". Da hab ich gesagt: BitteschÃ¶n schauen Sie doch mal in Ihre VertrÃ¤ge! Und dann ham'se gesagt: "Hm, aha...". Und dann hat sich eine RechtsanwÃ¤ltin von Ariola aus MÃ¼nchen gemeldet. Die hat gesagt: "Ja, aber wir haben das doch gekauft", ich hab dann gesagt: Wissen Sie, da hÃ¤tte doch Ihre Rechtsabteilung, die diesen Kauf abgewickelt hat, mal in die VertrÃ¤ge reinschauen mÃ¼ssen. Dann hÃ¤tte sie gesehen, dass die Schallplatte gar nicht berechtigt ist, diese BÃ¤nder zu verkaufen. Ja, und dann wollten sie also nun von mir noch Geld haben - dafÃ¼r, dass 'se die BÃ¤nder nun also doch umsonst... Ich sage: Dann wenden Sie sich mal an die, die Ihnen die BÃ¤nder verkauft haben. Naja, und dann ging das noch 'n Vierteljahr hin und her, und dann ham'se irgendwie gesagt: "Gut, okay, dann schicken wir Ihnen jetzt das ganze Zeugs zu." Und jetzt habe ich die ganzen BÃ¤nder, und die liegen bei mir im Keller und werden nun langsam aufgearbeitet. Aber das war schon... Ich meine, sie haben's Gott sei Dank kapiert, aber ich hÃ¤tte nicht 'nen dreijÃ¤hrigen Rechtsstreit mit denen durchgehalten.

Sie sind also mit BMG/Ariola nicht im Streit auseinander gegangen?
Nein, nein, nein. [...] Ich hab natÃ¼rlich mit den Leuten, die den alten Amiga-Nachlass verwalten, 'n gutes VerhÃ¤ltnis. Erstmal sind das Leute von frÃ¼her, die ich kenne, mit denen ich also zusammen gearbeitet habe und so. Und zweitens breche ich natÃ¼rlich ab und zu in etwas ein, wo sie denken, das sei ihr Metier - zum Beispiel habe ich die Pionierlieder vor ihnen verÃ¶ffentlicht. Aber dass sie selber auf so 'ne Idee gar nich kommen, det is was Anderes. [...] Aber es hÃ¤ngt natÃ¼rlich auch damit zusammen: Wenn die mit so 'ner Idee ankommen wÃ¼rden, dann mÃ¼ssten die das in irgendwelchen groÃŸen Repertoire-Sitzungen vorstellen und so... Wenn ich heute sage: Ich mache so wat, dann setze ich mich ans Telefon, und dann ist das morgen gemacht. Nur bei denen wird 'n Plan gemacht, und dann heiÃŸt es "Ja, was ist denn das?". Und dann sagen die so und so. Dann heiÃŸt es: "Kennen wa Ã¼berhaupt nicht! Wieviel wollen Sie denn da verkaufen?" Und dann sagen die: "Naja, hm, 3000 StÃ¼ck", dann heiÃŸt es: "Kommen Se, lassen Se doch mal!". Was sind 3000 StÃ¼ck fÃ¼r einen Konzern wie Ariola? Ich meine, bei 'nem Newcomer sagen die noch:"Na gut, okay, 3000, da wird's vielleicht mal irgendwann", aber bei so 'nem Material sagen se: "Was is denn det?".

Wer heute irgendwelche Lieder von Busch auf TontrÃ¤ger rausbringen will, muss sich also an Sie wenden?
Richtig, ja. [...]

Nur der Musikverlag PlÃ¤ne in Dortmund darf nach wie vor seine drei Busch-Platten anbieten...
Die haben da noch alte DDR-VertrÃ¤ge. [...] Das stÃ¶rt meine Kreise nicht.
[Ende der ersten Kassettenseite]




Das Aktivierende bei Busch


Nun zu den Busch Liedern selbst: Was bedeuten die Ihnen persÃ¶nlich?
Das hÃ¤ngt natÃ¼rlich auch mit meiner persÃ¶nlichen Entwicklung zusammen. Ich kenne Busch-Lieder seit Mitte der 50er Jahre. Und das war schon jemand, der zu meinem Horizont gehÃ¶rt hat, ohne dass ich ihn kannte oder so wat. Aber das war eben so'n SÃ¤nger, der mir angenehm war. Es gab ja damals nicht allzuviel: Es gab Schlager, es gab Volkslieder und dann gab's so wat, politische Lieder. [...] Das hat mich angesprochen.

Was hat Sie da genau angesprochen, lÃ¤sst sich das in Worte fassen?
Naja, vor allen Dingen war es seine Stimme und dann natÃ¼rlich auch seine Biografie. Also, fÃ¼r mich war das natÃ¼rlich wahnsinnig, dass jemand im Spanischen BÃ¼rgerkrieg gekÃ¤mpft hat.

Hat er denn da richtig gekÃ¤mpft?
Naja, nein, nicht mit der Waffe in der Hand gekÃ¤mpft. Er war da eben anderthalb Jahre und war natÃ¼rlich immer involviert in diese ganze Geschichte, hat da LiederbÃ¼cher rausgegeben, hat da produziert...

Haben Sie diese Biografie im Hinterkopf sozusagen gehabt? GehÃ¶rte das allgemein zum Wissen, dass das jemand war, der in Spanien war als Antifaschist?
Jaja. Ich meine, es wurde nicht in der Schule gelehrt oder so wat. Aber das war etwas, was man so wusste, oder wo man irgendwo hingefÃ¼hrt wurde.

Ging das nur Ihnen so oder auch Altersgenossen, Freunden und Bekannten?
Naja, ich stamme aus 'ner kleinen Stadt in Sachsen, und da gab's also ein Stahlwerk, das Stahlwerk Riesa. Und das is wie im Ruhrgebiet oder so: Da gibt's irgendein Werk, und dann mÃ¼ssen eben alle da hingehen als Schlosser oder dieses oder jenes. Ich habe da gelernt als SM-Stahlwerker, also am Ofen mit Kelle, 'n richtig schwerer Beruf...

Was heiÃŸt SM?
Siemens-Martin. Und dort hatten die so'n Ensemble, da hab ich im Chor gesungen und habe nebenbei dort Klavier- und Gitarrenunterricht gehabt. Ich war in so'm Malzirkel, dabei konnte ich gar nicht malen... Ich war immer sehr interessiert, irgendwas kÃ¼nstlerisch zu machen, weil in so 'ner Kleinstadt gab's ja damals nichts. Es gab kein Fernsehen, es gab irgendwie ein Flohkino und nichts anderes. Es gab keine Veranstaltungen. In den 50er Jahren war es ein schwieriges Leben. Und durch meine Arbeit im Chor, wo man Volkslieder gesungen hat und eben auch diese ersten Lieder aus den 50er Jahren, die Aufbaulieder, gesungen hat, da spielte natÃ¼rlich Busch auch 'ne Rolle. Weil der mit seiner Firma Lied der Zeit damals diese ersten Sachen verÃ¶ffentlicht hat - so Ende der 40er Jahre. Und da war das schon fÃ¼r mich etwas vÃ¶llig Normales. Es gab schon auch Gleichgesinnte, aber die groÃŸe Masse hat das eigentlich nicht so interessiert.

War er nicht so populÃ¤r?
Nee, nee.

Denn da war ja schon ein Ziel: die Jugendlichen anzusprechen. Das ist dann eigentlich nicht so ganz gelungen, oder?
Nein, natÃ¼rlich ist das nicht gelungen.

Das ist wahrscheinlich eher gelungen damals, als er selber noch jung war, als er mit Eisler in irgendwelchen Kneipen den Leuten was vorgetragen hat. Da gab's dann Aufruhr und die Leute sind mitgegangen. Das lieÃŸ sich kaum wiederholen...
Nee, natÃ¼rlich nicht. Da war ja auch 'ne andere AtmosphÃ¤re und so. In den 50er Jahren war das doch 'ne ziemlich bleierne Geschichte, und es gab auch wenig, wo man anfassen konnte. Und nachdem man Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre noch versucht hat zu gestalten oder Aufbau zu machen, wurde dann versucht, mÃ¶glichst alles bissl runterzufahren. Und da spielte er dann Ã¼berhaupt keine Rolle mehr. Das war natÃ¼rlich sehr schade. [...]

Busch hat sich ja selbst gar nicht unbedingt als Musiker verstanden. Wird er eigentlich von klassischen Musikern ernst genommen - sozusagen als seriÃ¶ser SÃ¤nger?
Ja doch, ich glaub schon. Ich meine, sie kÃ¶nnen sicher nichts damit anfangen, was er singt und so. Aber wenn er Goethe-Lieder singt oder Beethoven-Lieder, dann ist das natÃ¼rlich Ã¼berwÃ¤ltigend. Also es ist natÃ¼rlich nicht im Sinne des Kunstliedes [...]. Aber das ist mir eine sehr angenehme Art, ein Beethoven-Lied zu rezipieren...

Was ist denn das Angenehme?
Das Angenehme ist, dass er so natÃ¼rlich ist. Dass er 'ne Stimme hat, die das alles bewÃ¤ltigt, was da an Schwierigkeiten drin ist, an Koloraturen und HÃ¶hen und so wat alles. Und dass er das aber mit einer vÃ¶llig normalen Stimme machen kann, also nicht so Ã¼berhÃ¶ht und exaltiert und ganz ohne diesen komischen Pseudo-Schein. Das ist eben eine ganz ehrliche Geschichte, die er macht.

Ist es nicht so, dass es ihm vor allem darauf ankam, den Text rÃ¼berzubringen, weil er auch so unglaublich artikulierte?
Das ja, aber Sie mÃ¼ssen sich mal diese Beethoven-Lieder anhÃ¶ren. Also, er ist ein sehr musikalischer Mensch, der spÃ¼rt diesen Sachen nach, das ist fantastisch. Das ist ein richtiger LiedersÃ¤nger gewesen. Ich bedaure auÃŸerordentlich, dass er zum Beispiel nie die "Winterreise" oder so wat gesungen hat, also 'n richtiges klassisches romantisches Werk.

Hat ihn wohl nicht so interessiert...
Er hatte da keine Zeit dazu wahrscheinlich. Aber ich glaube, wenn man ihn irgendwann mal darauf gebracht hÃ¤tte, hÃ¤tte er das vielleicht mal begriffen. Wobei das war damals fÃ¼r ihn in seiner ganzen Arbeit, die er zu tun hatte, war das etwas, was nicht so wichtig gewesen wÃ¤re. Aber wenn man mal Zeit gehabt hÃ¤tte, ihn darauf anzusprechen - ich glaube, er hÃ¤tte es wunderbar gemacht. Denn er hatte den Schmelz, den man dazu braucht.

Neben diesem musikalischen Aspekt: Was glauben Sie, da Sie die CDs ja auch herausgeben, welche Bedeutung haben diese Lieder heute noch? Kann Busch uns, Ossis und Wessis, Ã¼berhaupt noch etwas sagen?
Es ist so, dass er ein Jahrhundert-Mann war. Er bezeichnet sich selber so. Er ist 1900 geboren [...]. Und das mit den Jahreszahlen war fÃ¼r ihn selber faszinierend, dass ihn das immer so begleitet hat. [...] Das waren also auch immer seine Lebensjahre. Er hat das 20. Jahrhundert quasi so mitverfolgt. Und er hat in dieser Zeit gelebt, und er hat auch relativ eingegriffen in diese Zeit: Also Weimarer Republik, Hitler, Emigration, Spanien, die Zeit nach '45 - er hat da immer Lieder dazu geschaffen. Er war ja auch befreundet mit Walter Mehring, mit KÃ¤stner, mit Piscator, mit Brecht, Eisler. Er war ja wirklich in diesem Kreis einer, der dazu gehÃ¶rte, einer der GroÃŸen. Und er ist ja auch von ihnen allen akzeptiert worden. Und er hat sie ja auch, Tucholsky oder so, die also immer was zum Tagesgeschehen gesagt haben, die hat er ja auch immer gesungen. Das heiÃŸt, er hat "Das 20. Jahrhundert in Liedern und Kantaten", wie er es ja eigentlich wollte, fast vollendet. Und das ist, glaube ich, auch das Wichtigste, was auch sein Anliegen war. [...] So nannte er seine gesamte Entwicklung. Er hat es nicht ganz zu Ende gebracht.

Das war jetzt ein PlÃ¤doyer dafÃ¼r, dass er der Zeitzeuge ist.
Ja, ja. Nun ist es natÃ¼rlich schwierig zu sagen, was er heute noch bewegen kann. Ich meine, er ist heute - wie alle Leute, die Zeitzeugen waren - 'n bisschen 'n Museum, leider mÃ¶chte ich sagen. Weil es sind natÃ¼rlich auch viele Sachen, die haben Ã¼ber diese tagesaktuellen oder Ã¼ber bestimmte historische Dinge hinaus auch heute noch Bedeutung. Und wenn man sich damit beschÃ¤ftigt, dann merkt man erst, wie aktivierend das eigentlich ist auch fÃ¼r die heutige Zeit: So wat nochmal zu hÃ¶ren oder so wat einfach herauszustellen und anderen Leuten irgendwie nahe zu bringen. [...] Ich glaube, es wird eine Zeit geben, wo die Leute so etwas wieder begreifen und wo sie so etwas auch annehmen werden. [...] Weil es gibt ja im Moment niemand, der irgendwie sich als SÃ¤nger oder als Schauspieler in so einer Richtung richtig betÃ¤tigt und herausstellt. Es gibt ja nur so Dinge, die irgendwo mittendrin liegen. [...]

Bei der BeschÃ¤ftigung mit seinen Liedern und seinem Leben ist mir aufgefallen, dass Busch sehr wenig Kritik empfunden zu haben scheint am SED-Staat. [...] Glauben Sie, dass er wirklich so bedingungslos hinter der Partei gestanden hat, wie es den Anschein hat? Es gibt ja auch diese Lieder wie "Die Partei hat immer recht", das sind Texte, die sich heute fast wie eine Satire anhÃ¶ren, aber es war ja sehr ernst gemeint...
Also kurz zu "Die Partei hat immer recht": Das ist ein Lied von Louis FÃ¼rnberg. Louis FÃ¼rnberg war ein Tscheche, war in der Emigration, war Jude, ist nach '45 auch nach Deutschland gekommen. Seine Frau lebt heute noch in Weimar, mit der habe ich telefoniert, weil ich das Lied von der Partei auf die CD nehmen wollte. Und sie hat gesagt: "Tun Sie mir den Gefallen, machen Sie's nicht!". Sie hat gesagt: "Wissen Sie, Louis FÃ¼rnberg hat so schÃ¶ne Sachen geschrieben: Goethe auf der Reise nach Prag, und er hat wunderschÃ¶ne Gedichte geschrieben, er hat Romane geschrieben." Und sie hat gesagt, sie wird angefeindet in Weimar wegen diesem Lied. [...] Das kann nur aus der Zeit heraus verstanden werden: '45, '46 hat er das geschrieben. [...]

Andere hat das nicht gekÃ¼mmert. Auf der Compilation-CD vom Deutschlandfunk mit dem Titel "Die Partei hat immer recht" ist das Lied enthalten - ohne RÃ¼cksicht auf die Witwe.
Ja, is mir vÃ¶llig klar! Na sicher is mir das klar.

Sie haben das Lied deswegen nicht mit drauf genommen, weil die Witwe Louis FÃ¼rnbergs Sie darum gebeten hat?
Ja. Ich meine: Es gibt keinen rechtlichen Grund, der mich gehindert hÃ¤tte, es drauf zu nehmen. Ich hÃ¤tte es auch gerne drauf gehabt, weil verschiedene Leute mich angeschrieben haben und gefragt haben: "Warum ist denn das Lied von der Partei nicht drauf?" [...] Und es gehÃ¶rt ja auch zur historischen VollstÃ¤ndigkeit. Die haben gedacht, ich will das irgendwie aus der Biografie ausklammern oder so wat. Ich meine: Da die CD vom Deutschlandfunk 'ne eindeutige StoÃŸrichtung hat, ist mir das klar, dass die das drauf genommen haben. [...] Gut: Der Staat, den es dann nach '45 hier gab, das war ja der Staat, [...] in dem er dann gelebt hat, und das war der Staat, ob in dieser Form oder nicht, der seit dem Anfang seiner politischen Interessen fÃ¼r ihn dann am Ende stehen sollte. Da gab es also 'ne ganze Masse von Gleichgesinnten von Brecht, Eisler Ã¼ber Heinrich Mann... Sie kÃ¶nnen also da die ganze Garde dieser linken Leute nehmen, die damals hierher gekommen sind, mit denen er da in einer Gemeinschaft war. Und dann haben die irgendwann gemerkt: Oh Gott, das geht ja vÃ¶llig gegen den Baum hier. Also das geht in eine andere Richtung, als sie eigentlich wollten. Das war Anfang der 50er Jahre, wo die dann merkten: Jetzt entsteht hier etwas, was wir kennen und was wir eigentlich nicht wollen. Das kennen wir erstens aus dem Dritten Reich, sie haben es nicht so laut gesagt, aber 'n paar Strukturen waren ja irgendwo da [...]. Ich weiÃŸ das aus vielen GesprÃ¤chen mit alten Leuten, die in dieser Zeit bewusst Einfluss gehabt haben, also jetzt keine StaatsfunktionÃ¤re oder so, aber alte Leute von der WeltbÃ¼hne und so. [...] Die haben sich in eine sogenannte "Innere Emigration" zurÃ¼ckgezogen, haben nur in ihren eigenen Zirkeln ihre Sachen, ihr UnverstÃ¤ndnis geÃ¤uÃŸert und haben natÃ¼rlich nach auÃŸen hin immer versucht, irgendwo 'n bisschen noch die Fahne hoch zu halten. Aber eigentlich waren sie da schon zum grÃ¶ÃŸten Teil enttÃ¤uscht. Zum Beispiel: Wie Busch 1953 enteignet wurde, ging ja voraus die gesamte Zeit 1950/51/52, als er von der Kunstkommission irgendwie reglementiert wurde, die also in seine ProduktionsplÃ¤ne reingeredet haben, die gesagt haben: "Also, das machen Sie bitte nicht!", und so wat alles. Das ist ja auch dokumentiert, wo Eisler dann geschrieben hat: "Lieber Ernst, lass Dir das doch nicht gefallen!"...

Ist das denn richtig, die Formulierung "enteignet"? War es denn wirklich so, wollte das Busch nicht sowieso abgeben?
NÃ¶, nÃ¶, das kann man schon sagen.

War es nicht in seinem Sinne?
Es war so: Er hat '46 von der sowjetischen MilitÃ¤radministration die Lizenz gekriegt, und er war GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer [...], er hatte, weiÃŸ ich nicht, 100 Prozent Anteile, war ja 'ne GmbH. [...] Er war natÃ¼rlich kein GeschÃ¤ftsmann, und irgendwann wurde ihm das schon zu viel. Ich meine, er hÃ¤tte es schon gerne abgegeben, aber er hÃ¤tte es natÃ¼rlich als Besitzer weiter gefÃ¼hrt, das hÃ¤tte er schon gerne gemacht. Denn aufs Geld hat er auch immer 'n biÃŸchen geguckt.

Als wir am Telefon gesprochen haben, haben Sie Carola Neher erwÃ¤hnt, mit der Ernst Busch ja befreundet war. Sie sagten, selbst da sei ihm nichts aufgegangen, und das fÃ¤nden Sie heute auch schwierig, und das kÃ¶nnte man schwer nachvollziehen... Es war doch Carola Neher, die unter Stalin...
...irgendwo verschwunden ist in Arbeitslagern, ja. Er war sehr mit ihr befreundet. Ja, das ist eben etwas, wo man ihn nicht mehr befragen kann, wo ich eben auch so meine Zweifel habe: Wieso hat er nicht irgendwie selbst begriffen, was da lÃ¤uft? Oder wie stark war sein Glaube an diese kommunistische Idee, dass er so wat weggesteckt hat und gesagt hat: "Okay, das sind eben so Opfer auf'm Weg", oder so. Oder wieso hat er 1949 noch Lieder Ã¼ber Stalin gesungen? Er hat ja so 'ne ganze Serie gemacht, mindestens zehn Lieder oder so...

Bringen Sie die auch raus?
Da ist nur noch ein Teil erhalten, die anderen sind weg.

Wieviele haben Sie?
UngefÃ¤hr vier oder so.

Bringen Sie die raus?
Ja, klar.

Mit Kommentar?
Mit normalem Kommentar, mit Text.
[...]
[...] Man kann ihn nicht mehr befragen, und man weiÃŸ nicht, was in diesen Leuten vorging. Ich meine, Sie kÃ¶nnen ja heute noch alte Leute fragen, die damals schon in der Weimarer Republik gelebt haben und die jetzt vielleicht noch Ã¼brig geblieben sind, und die immer noch zu diesem Staat (der DDR, JV) gehalten haben, was die fÃ¼r 'n VerhÃ¤ltnis dazu haben. Ich glaube schon, dass die DDR fÃ¼r die immer noch der Staat ist.

Sie meinen die Leute, die drei verschiedene deutsche Systeme, oder jetzt sogar vier, erlebt haben?
Ja. Es sind so viele Sachen, die passiert sind... Wobei man hat ja selber so viele Dinge erlebt, wo man sagt: Meine GÃ¼te, eigentlich hÃ¤tte man da irgendwann auch mal eingreifen mÃ¼ssen. Ich meine, Sie sind vielleicht noch nie in so 'ne Verlegenheit gekommen...

Nee.
Aber das sind so Sachen, die passieren einem auf 'm Weg durchs Leben. Er hat ja zum Beispiel seinen Zoff mit der Partei auch gehabt, weil er gesagt hat "Ich will jetzt endlich mal wissen, warum mir 1941 nicht ein Visum fÃ¼r die Sowjetunion erteilt worden ist, als ich in Paris darum gebeten habe!" Dann wÃ¤r ihm nÃ¤mlich das alles nicht passiert. Aber ihm wurde das damals abgelehnt von der sowjetischen Botschaft. Und sie haben ihn ja dann '41 in Frankreich verhaftet, und daraufhin ist er ja erst ins Zuchthaus gekommen.
[...]
[...] Ich glaube es waren auch sehr viele persÃ¶nliche Dinge, die damals 'ne Rolle spielten.
[...]


 Und da beschimpfen mich die "Ostler" von so einem "SED/PDS"-gestÃ¼tzten Verlag, als ich allzuviele freche Bemerkungen gemacht hatte, ihre Ex-Frauen ganz extrem zutraulich zu mir wurden weil ich nicht dauernd so besoffen war wie ihre Ex-Gatten, und ich dann mit SprÃ¼chen wie wie "du bist draussen, das ist doch Pornografie, was du redest", und "ja, der nimmt uns die unsere Frauen weg" und "pÃ¼nktlich ist der auch nie" und was noch so alles plÃ¶tzlich mir entgegenschlug, sogar Hacksfreund Jochen Berg nannte mich einen "Franzosenknecht" und die ganzen "Weiber" waren sowieso extrem verschÃ¼chtert und haben daraufhin mal lieber nicht mehr mit mir geredet, weil ihre MÃ¤nnes ihnen den Weg gewiesen hatten.



Das stimmt alles tanja!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht schlecht, Tanja,</p>
<p>aber wenn das der arme Ernst Busch noch hÃ¤tte erfahren dÃ¼rfen:</p>
<p>Karl-Heinz Ocasek<br />
Ã¼ber seine Arbeit als Schallplattenproduzent in der DDR und seine aktuelle Aufgabe als Liederverwalter von Ernst Busch</p>
<p>&#8220;Ernst Busch war ein Jahrhundert-Mann!&#8221;<br />
(GesprÃ¤ch am 6. Januar 2000 in Kleinmachnow)</p>
<p>Karl-Heinz Ocasek mit einem Busch-PortrÃ¤t des KÃ¼nstlers Arno Mohr<br />
Karl Heinz Ocasek ist Jahrgang 1939. Er wÃ¤chst im sÃ¤chsischen Riesa auf und absolviert zunÃ¤chst eine Lehre im dortigen Stahlwerk. Im betriebseigenen Chor ist er aktiv, lernt Gitarre- und Klavierspielen. In dieser Zeit hÃ¶rt er auch erstmals Lieder von Ernst Busch. Nach der Lehre studiert er Musik und wird Produzent beim staatseigenen Label VEB Deutsche Schallplatten. Der Betrieb geht zurÃ¼ck auf die 1946 von Ernst Busch gegrÃ¼ndete Firma Lied der Zeit. Ocasek schlieÃŸt sich der in den 60er Jahren entstehenden Singebewegung in Berlin an und wird Mitglied des Oktoberklubs. Als Produzent ist er 25 Jahre lang (bei dem Sublabel Amiga) fÃ¼r Unterhaltungsmusik zustÃ¤ndig. Nach der Wende und dem Aufkauf der wichtigsten Firmenbestandteile durch Bertelsmann wird er arbeitslos. Er beginnt, Material von frÃ¼her zu sammeln und eine eigene Plattenfirma aufzubauen. So entsteht der Musikverlag Barbarossa. HerzstÃ¼ck des Verlagsprogramms ist das sÃ¤ngerische Werk Ernst Buschs.</p>
<p>Das GesprÃ¤ch findet in Karl-Heinz Ocaseks Wohnhaus in Kleinmachnow bei Berlin statt. Es dient als Grundlage fÃ¼r meinen Artikel zu Buschs 100. Geburtstag in der SÃ¼ddeutschen Zeitung (22./23. Januar 2000).</p>
<p>JV: Sie sind seit einiger Zeit im Besitz der Rechte an den Busch-Liedern. Wie ist es dazu gekommen?<br />
Karl-Heinz Ocasek: Es war so: Die gesamten Aufnahmen von Ernst Busch sind ja in der DDR beim VEB Deutsche Schallplatten erschienen, diesem Staatslabel, das es gab. Und nach der Wende wurde dann alles verkauft. Ich habe da seit 1969 gearbeitet, als Redakteur und Produzent, habe also auch sehr viele Sachen dort selber produziert und betreut, also von Puhdys (eine der bekanntesten Rockgruppen der DDR, JV) angefangen Ã¼ber sonstwas alles, und habe noch bis &#8216;94 da gearbeitet. Als einer der letzten habe ich dann diesen Betrieb verlassen und mich gefragt: Was passiert denn eigentlich hier? Da ging ein StÃ¼ck nach dem andern, von dem, was wir mal selber gemacht hatten, den Bach runter: Der gesamte Eterna-Katalog wurde an die Edel-Company verkauft in Hamburg, die haben dann also diese Klassik-Sachen rausgebracht. Und alles andere, was so Amiga, Neues Lied, Busch und so wat alles war, wurde dann an die Ariola verkauft, an Bertelsmann - zu einem Preis, wo ich heute sagen wÃ¼rde: Das wÃ¼rde ich auch schultern, sozusagen&#8230;</p>
<p>Das war praktisch ein Scherz &#8230;<br />
Ja, ja, das war es. Da wurden Altlasten Ã¼bernommen&#8230;</p>
<p>Wie hoch war er denn, der Preis?<br />
Es ging um acht Millionen. Aber wenn man bedenkt, was da rauszuholen ist, und was da mÃ¶glich ist, das hat sich also bis heute schon mindestens zehnmal amortisiert durch die gesamte Herausgabe dieser Sachen. So, und dann habe ich also angefangen, &#8216;94 meine erste CD zu verÃ¶ffentlichen. Aber das hing einfach damit zusammen, dass ich damals arbeitslos war und dachte: Wie geht denn das nun eigentlich weiter? Nun bin ich auch in &#8216;nem Alter, wo man nun och nich allzu viel Chancen hat, in diesem Sektor noch irgendwas zu werden. In meinem Alter ist man dort entweder Chef oder ist schon lÃ¤ngst weg.</p>
<p>Was heiÃŸt in Ihrem Alter? Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?<br />
Ich bin jetzt 60. [&#8230;] Ich habe dann also meine erste CD verÃ¶ffentlicht, das war der &#8220;Canto General&#8221; von Mikis Theodorakis&#8230;</p>
<p>&#8230;dieses berÃ¼hmte Konzert&#8230;<br />
&#8230;ja, und das funktionierte insofern ganz gut, als mir nÃ¤mlich Zweitausendeins auf einen Schlag 3000 StÃ¼ck abgenommen hat, natÃ¼rlich zu &#8216;nem fairen Preis und so. Aber plÃ¶tzlich merkte ich: Es funktioniert.</p>
<p>FÃ¼r Sie stand nie was anderes zur Debatte, als etwas im Musikbereich zu machen&#8230;<br />
Eigentlich wollte ich nichts mehr in diesem Bereich machen&#8230; Nein, ich hÃ¤tte irgendwas anderes gemacht. [&#8230;] Ich war ein halbes Jahr arbeitslos, dann war ich in einem Kulturverein, habe dort Konzerte organisiert und Veranstaltungen, Lesungen und so. Das war &#8216;ne sehr schÃ¶ne, angenehme Arbeit. Man war wieder irgendwo mit Leuten zusammen und konnte was bewegen und so. Und nebenher habe ich also dann mein Label aufgebaut, habe eine Produktion nach der andern selber gemacht oder Ã¼bernommen oder gesucht: Wo gibt es noch Rechte und so. Das funktionierte dann so, dass ich mich &#8216;96 selbststÃ¤ndig gemacht habe [&#8230;]. Das ist natÃ¼rlich immer so ein Balance-Akt, das kann man eigentlich nur machen, wenn man genau abwÃ¤gt: Kann man das machen, oder kann man&#8217;s nicht machen? Und dann kommt es auch drauf an, ob man Lust dazu hat oder nicht. Und dann macht man eben auch manchmal Sachen wie den Heiner MÃ¼ller, wo ich von vornherein weiÃŸ: Das bringt die Kosten nicht wieder rein. Aber wenn man dann eben einen guten Katalog hat, dann kann man sagen: Das schmÃ¼ckt, und das will ich gerne machen. Weil das gehÃ¶rt zu meinem Wissen, zu meiner Kultur, zu dem, was ich mal gemacht habe. Und dann macht man eben so was.[&#8230;] So ergibt sich eins nach dem andern.</p>
<p>Was waren denn Ihre Stationen bei der VEB Deutsche Schallplatten? Sie haben gesagt, Sie haben die Puhdys produziert&#8230; Haben Sie mehr im Rockbereich gemacht oder mehr Chanson oder Liedermacher?<br />
Ich habe fÃ¼nf Jahre Musik studiert in Dresden, Klavier und Gesang, und war dann zwei Jahre freischaffend nach meinem Diplom und habe dann 1966 beim Rundfunk angefangen als Musikredakteur und habe &#8216;69 bei der Schallplatte angefangen. [&#8230;] Durch diese gesamte Ausbildung waren wir Allrounder: Ich habe also mit der Staatskapelle Dresden Operetten produziert, habe Liedermacher gemacht, habe Volksmusik produziert - das gehÃ¶rte dann quasi zur Allgemeinbildung. Wobei mir natÃ¼rlich sehr viel auch die Arbeit beim Rundfunk geholfen hat. Ich war da in so einer Abteilung, die nannte sich &#8220;VolkskÃ¼nstlerisches Schaffen&#8221;, und da fiel alles darunter: Amateur-Tanzmusik, die normale Volksmusik, Liedermacher und die Singebewegung, eine Jugendbewegung, die damals im Entstehen war. [&#8230;]</p>
<p>FÃ¼r welche Art von Musik konnten Sie sich persÃ¶nlich am ehesten erwÃ¤rmen?<br />
[&#8230;] Am meisten haben mich natÃ¼rlich Sachen interessiert, die so in die klassischen Bereiche gingen, weil ich selber auch privat eigentlich fast nur Klassik hÃ¶re. Auch meine Kinder machen Musik: Geige, FlÃ¶te. Meine Frau spielt Geige, wir machen Hausmusik und so&#8230;</p>
<p>Dann wÃ¤ren Sie bei Eterna doch eigentlich besser aufgehoben gewesen&#8230;<br />
Nee, die waren mir schon wieder zu steril. Nee, nee, das war schon okay so, auch vom Arbeitsklima her. Und vor allem: Bei dem, was ich gemacht habe, war man viel nÃ¤her dran am Leben. [&#8230;] Und ich habe sehr viel auch Liedermacher produziert: Hans-Eckardt Wenzel, Kurt Demmler, Gerhard SchÃ¶ne und so wat. Das war so &#8216;ne Welt, wo ich merkte: Da is wenigstens noch &#8216;n bissl was zu bewegen. Weil bei den Sachen, die man mit den Rockgruppen gemacht hat, da ging&#8217;s immer um Textdiskussionen und so. Also, viel war da nicht zu bewegen. Da hat man sich immer irgendwann auf so &#8216;nem Nenner gefunden, wo man irgendwie Ã¼ber verschiedene Wege rausgekriegt hat, ob man das noch machen kann oder nicht mehr. Und dann wurde immer so&#8217;n Kompromiss geschlossen, dann wurde gesagt: na gut, okay. Deswegen sollen die Rockgruppen heute nie sagen, sie seien zensiert worden oder so, des war &#8216;ne gegenseitige Zensur!</p>
<p>Was heiÃŸt &#8220;gegenseitig&#8221;?<br />
Naja, man hat sich dann irgendwo getroffen und hat gesagt: &#8220;Pass mal auf, also das Wort Intershop oder irgend so &#8216;n blÃ¶des Ding, das muss raus!&#8221; Dann ham&#8217;se gesagt: &#8220;Na gut,<br />
okay, dann nehmen wa halt was anderes&#8221;.</p>
<p>GehÃ¶rte das auch zu Ihrer Aufgabe, auf die Inhalte zu achten?<br />
Sicher, das gehÃ¶rte schon dazu. Wobei: Ich hab mich da nie als Zensor verstanden. [&#8230;] Zu &#8216;nem Produzenten gehÃ¶rt natÃ¼rlich, dass er fÃ¼r das Produkt rundum zustÃ¤ndig ist. Das hing mit ProduktionsablÃ¤ufen und allem zusammen und Texten und Musik und so.</p>
<p>Es durfte eben nichts dabei rauskommen, wo es am Ende hÃ¤tte Schwierigkeiten geben kÃ¶nnen&#8230;<br />
Ja, sicher, sicher. Aber das wusste jeder. [&#8230;] Es gibt bestimmte Sachen, die man sich anhÃ¶ren kann, wo heute selbst Leute, die damals in der Szene standen, sagen: &#8220;Wat? Und das is damals produziert worden?&#8221; Das sind so Sternstunden, wo mal einer nich richtig aufgepasst hat. Das hing natÃ¼rlich auch damit zusammen, dass wir bei der Schallplatte relative Freiheiten hatten. Also zum Beispiel Fernsehen und Rundfunk waren irgendwie dem Zentralkommitee unterstellt, auf so &#8216;ner Ebene, gehÃ¶rten zum Ministerrat oder so wat. Und die Schallplatte gehÃ¶rte zum Ministerium fÃ¼r Kultur, und die musste immer am Jahresanfang &#8216;n Programm vorlegen, was verÃ¶ffentlicht werden sollte. Und da hat irgendeener da mal drÃ¼bergeguckt und hat gesagt: &#8220;Is ja in Ordnung&#8221;. Und dann hat er vielleicht gesagt: &#8220;Ja, aber Vera Oelschlegel is doch da gar nich drinne&#8221;. Das war die Frau von, weiÃŸ der Teufel, von irgend &#8216;nem BezirkssekretÃ¤r von Berlin oder so wat. Dann wurde gesagt: &#8220;Ach Gott ja, Vera!&#8221;. Und dann wurde irgend so &#8216;ne Alibi-Platte mit reingeschoben. Also, irgendwo hat man sich getroffen. Und die Texte wurden, wie gesagt, also die Inhalte wurden dann in der Redaktion abgestimmt und mit den Gruppen. Und dann wurde eben halt so hin und her diskutiert.</p>
<p>Aber man musste sozusagen schon auf Parteilinie sein, um da arbeiten zu kÃ¶nnen, oder? Das war ja ein groÃŸer Betrieb, der Sachen produziert hat, die irgendwo auch fÃ¼r das Bild der DDR standen. Hat man drauf geachtet, dass Sie alle in der SED waren, war das wichtig?<br />
NÃ¶, das war nich wichtig. Nee, nee, das war nicht wichtig.</p>
<p>Oder war es eher umgekehrt? War das eher eine Zelle, wo man sich noch was rausnehmen konnte?<br />
Das war&#8217;s auf alle FÃ¤lle! Also, das war&#8217;s auf alle FÃ¤lle. Verglichen mit der Zensur und den Produktionsbedingungen beim Rundfunk: Da wurde wesentlich mehr reingeredet als bei uns. Bei uns gab&#8217;s doch relative Freiheiten. Und das haben wir immer eigentlich damit begrÃ¼ndet, weil wir gesagt haben: Okay, so&#8217;ne Platte, wenn wir die produzieren, dann is das so&#8217;n Gesamtbild, die hat 12 Titel. Und da gibt&#8217;s mal einen, der &#8216;n bissl bekennender is und dann natÃ¼rlich auch &#8216;n bissl Kritik und so. Also, das war schon relativ ausgewogen. Nein, nein, das wÃ¤r ja unsinnig, wenn da lauter so stramme Leute gesessen hÃ¤tten - dann hÃ¤tte man das gleich zumachen kÃ¶nnen. Wir waren ja alle interessiert, &#8216;n bisschen wat einzubringen oder zu verÃ¤ndern. NatÃ¼rlich nicht gewaltig, das konnte man sich damals gar nicht so vorstellen.</p>
<p>Wie war das dann mit Ernst Busch? Hat der in Ihrer Arbeit schon eine Rolle gespielt? Kannten Sie ihn vielleicht sogar?<br />
Jaja, ich kannte ihn. Hier in diesem Buch gibt es auch ein Bild. Mal sehen, ob ich es finde [&#8230;]. Ich blÃ¤ttere es mal durch, dann werde ich&#8217;s irgendwann finden (Bildband von Hoffmann/Siebig enthÃ¤lt auf S. 348 Foto von Buschs 70. Geburtstag, bei dem ihm Mitglieder des Berliner Oktoberklubs, darunter Karl Heinz Ocasek, ein StÃ¤ndchen darbringen, JV). Ja, ich kannte ihn. AuÃŸerdem hat er ja auch im Reichstagsufer bei uns produziert, wo unser Sitz war. [&#8230;] Das war direkt am Reichstag, die ehemalige Reichskanzlervilla war der Sitz der Deutschen Schallplatte. [&#8230;] Dort habe ich ihn Ã¶fter getroffen, er war da schon sehr alt, also ich kannte ihn schon.</p>
<p>Haben Sie ihn auch mal bei Aufnahmen erlebt?<br />
Jaja, habe ich auch. Aber immer nur so mal im Hintergrund. Und dann musste man mÃ¶glichst wieder verschwinden, weil er war da sehr eigenartig&#8230;</p>
<p>Was heiÃŸt eigenartig?<br />
Als er dann produzierte - so ab 1970 - war er auch nicht mehr so ganz gut, und das hat er dann selber schon gemerkt. Und das ist immer &#8216;n Problem: Wenn man dann im Studio steht, kriegt man schon mit, dass die Stimme nicht mehr so ganz modulationsfÃ¤hig ist. Deswegen hatte er da natÃ¼rlich was dagegen. [&#8230;] Man wird immer mal an &#8216;ner falschen Stelle erwischt oder an &#8216;ner schlechten Stelle. Und auÃŸerdem war er da auch schon, ja doch ziemlich&#8230;</p>
<p>Er war nicht mehr fit?<br />
Nee, er war nicht mehr fit.</p>
<p>Aber Sie selbst haben damals keine Songs mit ihm produziert, oder?<br />
Nee, das nicht.</p>
<p>Aber Sie mochten ihn und seine Lieder&#8230;<br />
Ja, ja, sicher, sicher!</p>
<p>Sonst kommt man ja auch nicht auf die Idee, all die Lieder neu herauszugeben. Sie machen das ja nicht aus finanziellem Interesse, all die Platten und BÃ¤nder im Keller einzulagern. Um also nochmal auf die Eingangsfrage zurÃ¼ckzukommen: Wie hat sich das denn abgespielt mit den Rechten an den Busch-Liedern?<br />
Also, es hat eigentlich damit angefangen, dass ich natÃ¼rlich auch suchen musste: Wo krieg ich denn billig Material her, um etwas zu verÃ¶ffentlichen? Da hab ich also damals zwei CDs verÃ¶ffentlicht: &#8220;Der Rote Orpheus&#8221; und &#8220;Der Barrikaden-Tauber&#8221;. Das ist Material, was frei ist, nach 50 Jahren ist die Schutzfrist fÃ¼r kÃ¼nstlerische Leistungen abgelaufen. Und diese Lieder hat er alle in den 30er Jahren produziert. Und da habe ich also Ã¼berall die alten Schellacks zusammengesucht, denn die sind ja eigentlich nur auf alten Schellacks erhalten geblieben, habe also in Archiven Ã¼berall gesucht, bei Sammlern und so - bis ich seine gesamten Sachen aus dieser Zeit zusammen hatte. Und die habe ich dann verÃ¶ffentlicht&#8230;</p>
<p>&#8230; von den Schellacks &#8230;<br />
&#8230;von den Schellacks, jaja.</p>
<p>Da gibt es wahrscheinlich keine Matritzen mehr&#8230;<br />
Nein, nein, nein, das ist alles weg!</p>
<p>Die Klang-QualitÃ¤t ist erstaunlich gut.<br />
Ja, das ist natÃ¼rlich auch sehr aufwÃ¤ndig bearbeitet. Kostet auch sehr viel Geld, das wird dann Ã¼ber Computer gemacht. [&#8230;] Und dann war es aber plÃ¶tzlich mit dem Busch-Material alle, und es ging nicht mehr weiter. Und dann habe ich im Rundfunk-Archiv gesucht und bin darauf gestoÃŸen, dass er dort 1959 mal &#8216;ne ganze Masse von Tucholsky-Songs produziert hat, damals noch mit Hanns Eisler zusammen. Und dann hab ich die mal verglichen und habe mitgekriegt, dass die ja gar nicht identisch sind mit denen, die er spÃ¤ter produziert hat. Und daraufhin habe ich mir die dort (beim Deutschen Musikarchiv-Ost, JV) gekauft und habe die verÃ¶ffentlicht. [&#8230;] Das waren 24 Titel, da fehlten mir aber noch sechs, dann hÃ¤tte ich zwei CDs machen kÃ¶nnen. Ich habe also bei den Leuten von Ariola, also Amiga, angefragt, ob sie mir nicht aus dem alten Busch-Bestand, den sie ja haben, ob sie mir da nicht sechs StÃ¼ck geben kÃ¶nnen, damit ich zwei CDs machen kann. Da ham die gesagt: Nee, das geben &#8217;se nicht raus, weil sie wollen das selber machen. Das hat mich doch irgendwie sehr geÃ¤rgert und gewurmt, und daraufhin habe ich mich mal in die Akademie der KÃ¼nste begeben. Er war ja Mitglied der Akademie der KÃ¼nste frÃ¼her, und dort gibt es auch das Ernst-Busch-Archiv. Und ich habe dort mal in dem gesamten Aktenbestand recherchiert und bin dann darauf gestoÃŸen, dass also diese Aufnahmen, die spÃ¤ter verÃ¶ffentlicht wurden, alle in Zusammenarbeit zwischen der Akademie der KÃ¼nste und Ernst Busch produziert wurden; und dass EigentÃ¼mer Ernst Busch und die Akademie der KÃ¼nste sind, und dass die lediglich immer nur der Deutschen Schallplatte zur Auswertung Ã¼bergeben wurden. Es gab ja auch &#8216;n eigenes Label, Aurora, auf dem nur diese Busch-Sachen verÃ¶ffentlicht wurden.</p>
<p>Aurora war praktisch der Nachfolger von Lied der Zeit&#8230;<br />
Ja. Da hab ich erst mal rausgekriegt, dass die Rechtslage gar nicht so ist, wie die Leute von Ariola gesagt hatten&#8230;</p>
<p>Ariola hatte gar nicht die Rechte&#8230;<br />
Nee, sie hatten nicht die Rechte. Sie dachten nur, sie hÃ¤tten die Rechte. Und daraufhin habe ich ungefÃ¤hr ein Jahr im Stillen recherchiert. Man darf mit so was ja nicht laut werden. [&#8230;] Ich habe also lange versucht, das aufzudrÃ¶seln, damit das auch hieb- und stichfest ist; und bin dann zu dem Rechtsanwalt gegangen, der die Busch-Erben vertritt. Das ist seine Frau, die ist aber in der Klinik, die hat schweren Alzheimer und ist Ã¼berhaupt nicht ansprechbar, und wird durch diesen Rechtsanwalt vertreten, in Pflegschaft oder so. Mit dem ging es also ein halbes Jahr hin und her&#8230;</p>
<p>Irene Busch war doch eine Zeit lang noch Verwalterin und hat sich um das zum Museum ausgebaute Ernst Busch-Haus gekÃ¼mmert&#8230;<br />
Ja, das Ernst-Busch-Haus in Pankow. [&#8230;] Nach der Wende ging das eigentlich los, da war sie einfach nicht mehr geschÃ¤ftsfÃ¤hig. [&#8230;] Ich habe dann also dem Rechtsanwalt genau erklÃ¤rt, was ich leisten muss, um das zu verÃ¶ffentlichen, dass kein Mensch sich eigentlich interessiert, dass ich diese Sachen sonst woher holen muss und aufbereiten muss. Er hatte erst Riesen-Vorstellungen von Geld, bis er es dann begriffen hat. Es gingen also dann zu &#8216;nem ziemlich fairen Preis die Rechte an mich - mit der Option natÃ¼rlich: Immer wenn ich was verÃ¶ffentliche, kriegt er pro CD soundsoviel Prozent.</p>
<p>Und die Akademie hat das an Sie abgetreten&#8230;<br />
Nein, nein. Die Akademie hatte irgendwann gesagt: &#8220;Nee, wir haben keene Rechte daran, wir wollen gar nichts damit zu tun haben. Das liegt alles bei Herrn Busch und den Busch-Erben.&#8221;</p>
<p>Dann war das doch recht gÃ¼nstig fÃ¼r Sie&#8230;<br />
Naja, ich meine, hat schon Geld gekostet. Aber das ist unter heutigen Gesichtspunkten schon toll, dass man den Katalog von so &#8216;nem wichtigen Menschen hat.</p>
<p>Sie haben das jetzt so gut wie komplett. Wenn man mal von den 30er Jahren absieht, da fehlt wahrscheinlich einiges, oder?<br />
Ja. Und es geht natÃ¼rlich nur darum, dass ich lediglich diesen musikalischen Nachlass verwalte. Es geht nicht um die Autografen und seine Briefe und so was. [&#8230;] Nachdem also der Vertrag wasserdicht war, habe ich den Leuten von Ariola mitgeteilt: Ich verÃ¶ffentliche jetzt das und das. Und falls von ihrer Seite aus berechtigte AnsprÃ¼che bestehen, sollen sie mir das bitte mitteilen. Und dann haben die mir geschrieben: &#8220;Ja, das geht ja Ã¼berhaupt nicht, die Rechte liegen ja bei uns!&#8221;. Da hab ich gesagt: BitteschÃ¶n schauen Sie doch mal in Ihre VertrÃ¤ge! Und dann ham&#8217;se gesagt: &#8220;Hm, aha&#8230;&#8221;. Und dann hat sich eine RechtsanwÃ¤ltin von Ariola aus MÃ¼nchen gemeldet. Die hat gesagt: &#8220;Ja, aber wir haben das doch gekauft&#8221;, ich hab dann gesagt: Wissen Sie, da hÃ¤tte doch Ihre Rechtsabteilung, die diesen Kauf abgewickelt hat, mal in die VertrÃ¤ge reinschauen mÃ¼ssen. Dann hÃ¤tte sie gesehen, dass die Schallplatte gar nicht berechtigt ist, diese BÃ¤nder zu verkaufen. Ja, und dann wollten sie also nun von mir noch Geld haben - dafÃ¼r, dass &#8217;se die BÃ¤nder nun also doch umsonst&#8230; Ich sage: Dann wenden Sie sich mal an die, die Ihnen die BÃ¤nder verkauft haben. Naja, und dann ging das noch &#8216;n Vierteljahr hin und her, und dann ham&#8217;se irgendwie gesagt: &#8220;Gut, okay, dann schicken wir Ihnen jetzt das ganze Zeugs zu.&#8221; Und jetzt habe ich die ganzen BÃ¤nder, und die liegen bei mir im Keller und werden nun langsam aufgearbeitet. Aber das war schon&#8230; Ich meine, sie haben&#8217;s Gott sei Dank kapiert, aber ich hÃ¤tte nicht &#8216;nen dreijÃ¤hrigen Rechtsstreit mit denen durchgehalten.</p>
<p>Sie sind also mit BMG/Ariola nicht im Streit auseinander gegangen?<br />
Nein, nein, nein. [&#8230;] Ich hab natÃ¼rlich mit den Leuten, die den alten Amiga-Nachlass verwalten, &#8216;n gutes VerhÃ¤ltnis. Erstmal sind das Leute von frÃ¼her, die ich kenne, mit denen ich also zusammen gearbeitet habe und so. Und zweitens breche ich natÃ¼rlich ab und zu in etwas ein, wo sie denken, das sei ihr Metier - zum Beispiel habe ich die Pionierlieder vor ihnen verÃ¶ffentlicht. Aber dass sie selber auf so &#8216;ne Idee gar nich kommen, det is was Anderes. [&#8230;] Aber es hÃ¤ngt natÃ¼rlich auch damit zusammen: Wenn die mit so &#8216;ner Idee ankommen wÃ¼rden, dann mÃ¼ssten die das in irgendwelchen groÃŸen Repertoire-Sitzungen vorstellen und so&#8230; Wenn ich heute sage: Ich mache so wat, dann setze ich mich ans Telefon, und dann ist das morgen gemacht. Nur bei denen wird &#8216;n Plan gemacht, und dann heiÃŸt es &#8220;Ja, was ist denn das?&#8221;. Und dann sagen die so und so. Dann heiÃŸt es: &#8220;Kennen wa Ã¼berhaupt nicht! Wieviel wollen Sie denn da verkaufen?&#8221; Und dann sagen die: &#8220;Naja, hm, 3000 StÃ¼ck&#8221;, dann heiÃŸt es: &#8220;Kommen Se, lassen Se doch mal!&#8221;. Was sind 3000 StÃ¼ck fÃ¼r einen Konzern wie Ariola? Ich meine, bei &#8216;nem Newcomer sagen die noch:&#8221;Na gut, okay, 3000, da wird&#8217;s vielleicht mal irgendwann&#8221;, aber bei so &#8216;nem Material sagen se: &#8220;Was is denn det?&#8221;.</p>
<p>Wer heute irgendwelche Lieder von Busch auf TontrÃ¤ger rausbringen will, muss sich also an Sie wenden?<br />
Richtig, ja. [&#8230;]</p>
<p>Nur der Musikverlag PlÃ¤ne in Dortmund darf nach wie vor seine drei Busch-Platten anbieten&#8230;<br />
Die haben da noch alte DDR-VertrÃ¤ge. [&#8230;] Das stÃ¶rt meine Kreise nicht.<br />
[Ende der ersten Kassettenseite]</p>
<p>Das Aktivierende bei Busch</p>
<p>Nun zu den Busch Liedern selbst: Was bedeuten die Ihnen persÃ¶nlich?<br />
Das hÃ¤ngt natÃ¼rlich auch mit meiner persÃ¶nlichen Entwicklung zusammen. Ich kenne Busch-Lieder seit Mitte der 50er Jahre. Und das war schon jemand, der zu meinem Horizont gehÃ¶rt hat, ohne dass ich ihn kannte oder so wat. Aber das war eben so&#8217;n SÃ¤nger, der mir angenehm war. Es gab ja damals nicht allzuviel: Es gab Schlager, es gab Volkslieder und dann gab&#8217;s so wat, politische Lieder. [&#8230;] Das hat mich angesprochen.</p>
<p>Was hat Sie da genau angesprochen, lÃ¤sst sich das in Worte fassen?<br />
Naja, vor allen Dingen war es seine Stimme und dann natÃ¼rlich auch seine Biografie. Also, fÃ¼r mich war das natÃ¼rlich wahnsinnig, dass jemand im Spanischen BÃ¼rgerkrieg gekÃ¤mpft hat.</p>
<p>Hat er denn da richtig gekÃ¤mpft?<br />
Naja, nein, nicht mit der Waffe in der Hand gekÃ¤mpft. Er war da eben anderthalb Jahre und war natÃ¼rlich immer involviert in diese ganze Geschichte, hat da LiederbÃ¼cher rausgegeben, hat da produziert&#8230;</p>
<p>Haben Sie diese Biografie im Hinterkopf sozusagen gehabt? GehÃ¶rte das allgemein zum Wissen, dass das jemand war, der in Spanien war als Antifaschist?<br />
Jaja. Ich meine, es wurde nicht in der Schule gelehrt oder so wat. Aber das war etwas, was man so wusste, oder wo man irgendwo hingefÃ¼hrt wurde.</p>
<p>Ging das nur Ihnen so oder auch Altersgenossen, Freunden und Bekannten?<br />
Naja, ich stamme aus &#8216;ner kleinen Stadt in Sachsen, und da gab&#8217;s also ein Stahlwerk, das Stahlwerk Riesa. Und das is wie im Ruhrgebiet oder so: Da gibt&#8217;s irgendein Werk, und dann mÃ¼ssen eben alle da hingehen als Schlosser oder dieses oder jenes. Ich habe da gelernt als SM-Stahlwerker, also am Ofen mit Kelle, &#8216;n richtig schwerer Beruf&#8230;</p>
<p>Was heiÃŸt SM?<br />
Siemens-Martin. Und dort hatten die so&#8217;n Ensemble, da hab ich im Chor gesungen und habe nebenbei dort Klavier- und Gitarrenunterricht gehabt. Ich war in so&#8217;m Malzirkel, dabei konnte ich gar nicht malen&#8230; Ich war immer sehr interessiert, irgendwas kÃ¼nstlerisch zu machen, weil in so &#8216;ner Kleinstadt gab&#8217;s ja damals nichts. Es gab kein Fernsehen, es gab irgendwie ein Flohkino und nichts anderes. Es gab keine Veranstaltungen. In den 50er Jahren war es ein schwieriges Leben. Und durch meine Arbeit im Chor, wo man Volkslieder gesungen hat und eben auch diese ersten Lieder aus den 50er Jahren, die Aufbaulieder, gesungen hat, da spielte natÃ¼rlich Busch auch &#8216;ne Rolle. Weil der mit seiner Firma Lied der Zeit damals diese ersten Sachen verÃ¶ffentlicht hat - so Ende der 40er Jahre. Und da war das schon fÃ¼r mich etwas vÃ¶llig Normales. Es gab schon auch Gleichgesinnte, aber die groÃŸe Masse hat das eigentlich nicht so interessiert.</p>
<p>War er nicht so populÃ¤r?<br />
Nee, nee.</p>
<p>Denn da war ja schon ein Ziel: die Jugendlichen anzusprechen. Das ist dann eigentlich nicht so ganz gelungen, oder?<br />
Nein, natÃ¼rlich ist das nicht gelungen.</p>
<p>Das ist wahrscheinlich eher gelungen damals, als er selber noch jung war, als er mit Eisler in irgendwelchen Kneipen den Leuten was vorgetragen hat. Da gab&#8217;s dann Aufruhr und die Leute sind mitgegangen. Das lieÃŸ sich kaum wiederholen&#8230;<br />
Nee, natÃ¼rlich nicht. Da war ja auch &#8216;ne andere AtmosphÃ¤re und so. In den 50er Jahren war das doch &#8216;ne ziemlich bleierne Geschichte, und es gab auch wenig, wo man anfassen konnte. Und nachdem man Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre noch versucht hat zu gestalten oder Aufbau zu machen, wurde dann versucht, mÃ¶glichst alles bissl runterzufahren. Und da spielte er dann Ã¼berhaupt keine Rolle mehr. Das war natÃ¼rlich sehr schade. [&#8230;]</p>
<p>Busch hat sich ja selbst gar nicht unbedingt als Musiker verstanden. Wird er eigentlich von klassischen Musikern ernst genommen - sozusagen als seriÃ¶ser SÃ¤nger?<br />
Ja doch, ich glaub schon. Ich meine, sie kÃ¶nnen sicher nichts damit anfangen, was er singt und so. Aber wenn er Goethe-Lieder singt oder Beethoven-Lieder, dann ist das natÃ¼rlich Ã¼berwÃ¤ltigend. Also es ist natÃ¼rlich nicht im Sinne des Kunstliedes [&#8230;]. Aber das ist mir eine sehr angenehme Art, ein Beethoven-Lied zu rezipieren&#8230;</p>
<p>Was ist denn das Angenehme?<br />
Das Angenehme ist, dass er so natÃ¼rlich ist. Dass er &#8216;ne Stimme hat, die das alles bewÃ¤ltigt, was da an Schwierigkeiten drin ist, an Koloraturen und HÃ¶hen und so wat alles. Und dass er das aber mit einer vÃ¶llig normalen Stimme machen kann, also nicht so Ã¼berhÃ¶ht und exaltiert und ganz ohne diesen komischen Pseudo-Schein. Das ist eben eine ganz ehrliche Geschichte, die er macht.</p>
<p>Ist es nicht so, dass es ihm vor allem darauf ankam, den Text rÃ¼berzubringen, weil er auch so unglaublich artikulierte?<br />
Das ja, aber Sie mÃ¼ssen sich mal diese Beethoven-Lieder anhÃ¶ren. Also, er ist ein sehr musikalischer Mensch, der spÃ¼rt diesen Sachen nach, das ist fantastisch. Das ist ein richtiger LiedersÃ¤nger gewesen. Ich bedaure auÃŸerordentlich, dass er zum Beispiel nie die &#8220;Winterreise&#8221; oder so wat gesungen hat, also &#8216;n richtiges klassisches romantisches Werk.</p>
<p>Hat ihn wohl nicht so interessiert&#8230;<br />
Er hatte da keine Zeit dazu wahrscheinlich. Aber ich glaube, wenn man ihn irgendwann mal darauf gebracht hÃ¤tte, hÃ¤tte er das vielleicht mal begriffen. Wobei das war damals fÃ¼r ihn in seiner ganzen Arbeit, die er zu tun hatte, war das etwas, was nicht so wichtig gewesen wÃ¤re. Aber wenn man mal Zeit gehabt hÃ¤tte, ihn darauf anzusprechen - ich glaube, er hÃ¤tte es wunderbar gemacht. Denn er hatte den Schmelz, den man dazu braucht.</p>
<p>Neben diesem musikalischen Aspekt: Was glauben Sie, da Sie die CDs ja auch herausgeben, welche Bedeutung haben diese Lieder heute noch? Kann Busch uns, Ossis und Wessis, Ã¼berhaupt noch etwas sagen?<br />
Es ist so, dass er ein Jahrhundert-Mann war. Er bezeichnet sich selber so. Er ist 1900 geboren [&#8230;]. Und das mit den Jahreszahlen war fÃ¼r ihn selber faszinierend, dass ihn das immer so begleitet hat. [&#8230;] Das waren also auch immer seine Lebensjahre. Er hat das 20. Jahrhundert quasi so mitverfolgt. Und er hat in dieser Zeit gelebt, und er hat auch relativ eingegriffen in diese Zeit: Also Weimarer Republik, Hitler, Emigration, Spanien, die Zeit nach &#8216;45 - er hat da immer Lieder dazu geschaffen. Er war ja auch befreundet mit Walter Mehring, mit KÃ¤stner, mit Piscator, mit Brecht, Eisler. Er war ja wirklich in diesem Kreis einer, der dazu gehÃ¶rte, einer der GroÃŸen. Und er ist ja auch von ihnen allen akzeptiert worden. Und er hat sie ja auch, Tucholsky oder so, die also immer was zum Tagesgeschehen gesagt haben, die hat er ja auch immer gesungen. Das heiÃŸt, er hat &#8220;Das 20. Jahrhundert in Liedern und Kantaten&#8221;, wie er es ja eigentlich wollte, fast vollendet. Und das ist, glaube ich, auch das Wichtigste, was auch sein Anliegen war. [&#8230;] So nannte er seine gesamte Entwicklung. Er hat es nicht ganz zu Ende gebracht.</p>
<p>Das war jetzt ein PlÃ¤doyer dafÃ¼r, dass er der Zeitzeuge ist.<br />
Ja, ja. Nun ist es natÃ¼rlich schwierig zu sagen, was er heute noch bewegen kann. Ich meine, er ist heute - wie alle Leute, die Zeitzeugen waren - &#8216;n bisschen &#8216;n Museum, leider mÃ¶chte ich sagen. Weil es sind natÃ¼rlich auch viele Sachen, die haben Ã¼ber diese tagesaktuellen oder Ã¼ber bestimmte historische Dinge hinaus auch heute noch Bedeutung. Und wenn man sich damit beschÃ¤ftigt, dann merkt man erst, wie aktivierend das eigentlich ist auch fÃ¼r die heutige Zeit: So wat nochmal zu hÃ¶ren oder so wat einfach herauszustellen und anderen Leuten irgendwie nahe zu bringen. [&#8230;] Ich glaube, es wird eine Zeit geben, wo die Leute so etwas wieder begreifen und wo sie so etwas auch annehmen werden. [&#8230;] Weil es gibt ja im Moment niemand, der irgendwie sich als SÃ¤nger oder als Schauspieler in so einer Richtung richtig betÃ¤tigt und herausstellt. Es gibt ja nur so Dinge, die irgendwo mittendrin liegen. [&#8230;]</p>
<p>Bei der BeschÃ¤ftigung mit seinen Liedern und seinem Leben ist mir aufgefallen, dass Busch sehr wenig Kritik empfunden zu haben scheint am SED-Staat. [&#8230;] Glauben Sie, dass er wirklich so bedingungslos hinter der Partei gestanden hat, wie es den Anschein hat? Es gibt ja auch diese Lieder wie &#8220;Die Partei hat immer recht&#8221;, das sind Texte, die sich heute fast wie eine Satire anhÃ¶ren, aber es war ja sehr ernst gemeint&#8230;<br />
Also kurz zu &#8220;Die Partei hat immer recht&#8221;: Das ist ein Lied von Louis FÃ¼rnberg. Louis FÃ¼rnberg war ein Tscheche, war in der Emigration, war Jude, ist nach &#8216;45 auch nach Deutschland gekommen. Seine Frau lebt heute noch in Weimar, mit der habe ich telefoniert, weil ich das Lied von der Partei auf die CD nehmen wollte. Und sie hat gesagt: &#8220;Tun Sie mir den Gefallen, machen Sie&#8217;s nicht!&#8221;. Sie hat gesagt: &#8220;Wissen Sie, Louis FÃ¼rnberg hat so schÃ¶ne Sachen geschrieben: Goethe auf der Reise nach Prag, und er hat wunderschÃ¶ne Gedichte geschrieben, er hat Romane geschrieben.&#8221; Und sie hat gesagt, sie wird angefeindet in Weimar wegen diesem Lied. [&#8230;] Das kann nur aus der Zeit heraus verstanden werden: &#8216;45, &#8216;46 hat er das geschrieben. [&#8230;]</p>
<p>Andere hat das nicht gekÃ¼mmert. Auf der Compilation-CD vom Deutschlandfunk mit dem Titel &#8220;Die Partei hat immer recht&#8221; ist das Lied enthalten - ohne RÃ¼cksicht auf die Witwe.<br />
Ja, is mir vÃ¶llig klar! Na sicher is mir das klar.</p>
<p>Sie haben das Lied deswegen nicht mit drauf genommen, weil die Witwe Louis FÃ¼rnbergs Sie darum gebeten hat?<br />
Ja. Ich meine: Es gibt keinen rechtlichen Grund, der mich gehindert hÃ¤tte, es drauf zu nehmen. Ich hÃ¤tte es auch gerne drauf gehabt, weil verschiedene Leute mich angeschrieben haben und gefragt haben: &#8220;Warum ist denn das Lied von der Partei nicht drauf?&#8221; [&#8230;] Und es gehÃ¶rt ja auch zur historischen VollstÃ¤ndigkeit. Die haben gedacht, ich will das irgendwie aus der Biografie ausklammern oder so wat. Ich meine: Da die CD vom Deutschlandfunk &#8216;ne eindeutige StoÃŸrichtung hat, ist mir das klar, dass die das drauf genommen haben. [&#8230;] Gut: Der Staat, den es dann nach &#8216;45 hier gab, das war ja der Staat, [&#8230;] in dem er dann gelebt hat, und das war der Staat, ob in dieser Form oder nicht, der seit dem Anfang seiner politischen Interessen fÃ¼r ihn dann am Ende stehen sollte. Da gab es also &#8216;ne ganze Masse von Gleichgesinnten von Brecht, Eisler Ã¼ber Heinrich Mann&#8230; Sie kÃ¶nnen also da die ganze Garde dieser linken Leute nehmen, die damals hierher gekommen sind, mit denen er da in einer Gemeinschaft war. Und dann haben die irgendwann gemerkt: Oh Gott, das geht ja vÃ¶llig gegen den Baum hier. Also das geht in eine andere Richtung, als sie eigentlich wollten. Das war Anfang der 50er Jahre, wo die dann merkten: Jetzt entsteht hier etwas, was wir kennen und was wir eigentlich nicht wollen. Das kennen wir erstens aus dem Dritten Reich, sie haben es nicht so laut gesagt, aber &#8216;n paar Strukturen waren ja irgendwo da [&#8230;]. Ich weiÃŸ das aus vielen GesprÃ¤chen mit alten Leuten, die in dieser Zeit bewusst Einfluss gehabt haben, also jetzt keine StaatsfunktionÃ¤re oder so, aber alte Leute von der WeltbÃ¼hne und so. [&#8230;] Die haben sich in eine sogenannte &#8220;Innere Emigration&#8221; zurÃ¼ckgezogen, haben nur in ihren eigenen Zirkeln ihre Sachen, ihr UnverstÃ¤ndnis geÃ¤uÃŸert und haben natÃ¼rlich nach auÃŸen hin immer versucht, irgendwo &#8216;n bisschen noch die Fahne hoch zu halten. Aber eigentlich waren sie da schon zum grÃ¶ÃŸten Teil enttÃ¤uscht. Zum Beispiel: Wie Busch 1953 enteignet wurde, ging ja voraus die gesamte Zeit 1950/51/52, als er von der Kunstkommission irgendwie reglementiert wurde, die also in seine ProduktionsplÃ¤ne reingeredet haben, die gesagt haben: &#8220;Also, das machen Sie bitte nicht!&#8221;, und so wat alles. Das ist ja auch dokumentiert, wo Eisler dann geschrieben hat: &#8220;Lieber Ernst, lass Dir das doch nicht gefallen!&#8221;&#8230;</p>
<p>Ist das denn richtig, die Formulierung &#8220;enteignet&#8221;? War es denn wirklich so, wollte das Busch nicht sowieso abgeben?<br />
NÃ¶, nÃ¶, das kann man schon sagen.</p>
<p>War es nicht in seinem Sinne?<br />
Es war so: Er hat &#8216;46 von der sowjetischen MilitÃ¤radministration die Lizenz gekriegt, und er war GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer [&#8230;], er hatte, weiÃŸ ich nicht, 100 Prozent Anteile, war ja &#8216;ne GmbH. [&#8230;] Er war natÃ¼rlich kein GeschÃ¤ftsmann, und irgendwann wurde ihm das schon zu viel. Ich meine, er hÃ¤tte es schon gerne abgegeben, aber er hÃ¤tte es natÃ¼rlich als Besitzer weiter gefÃ¼hrt, das hÃ¤tte er schon gerne gemacht. Denn aufs Geld hat er auch immer &#8216;n biÃŸchen geguckt.</p>
<p>Als wir am Telefon gesprochen haben, haben Sie Carola Neher erwÃ¤hnt, mit der Ernst Busch ja befreundet war. Sie sagten, selbst da sei ihm nichts aufgegangen, und das fÃ¤nden Sie heute auch schwierig, und das kÃ¶nnte man schwer nachvollziehen&#8230; Es war doch Carola Neher, die unter Stalin&#8230;<br />
&#8230;irgendwo verschwunden ist in Arbeitslagern, ja. Er war sehr mit ihr befreundet. Ja, das ist eben etwas, wo man ihn nicht mehr befragen kann, wo ich eben auch so meine Zweifel habe: Wieso hat er nicht irgendwie selbst begriffen, was da lÃ¤uft? Oder wie stark war sein Glaube an diese kommunistische Idee, dass er so wat weggesteckt hat und gesagt hat: &#8220;Okay, das sind eben so Opfer auf&#8217;m Weg&#8221;, oder so. Oder wieso hat er 1949 noch Lieder Ã¼ber Stalin gesungen? Er hat ja so &#8216;ne ganze Serie gemacht, mindestens zehn Lieder oder so&#8230;</p>
<p>Bringen Sie die auch raus?<br />
Da ist nur noch ein Teil erhalten, die anderen sind weg.</p>
<p>Wieviele haben Sie?<br />
UngefÃ¤hr vier oder so.</p>
<p>Bringen Sie die raus?<br />
Ja, klar.</p>
<p>Mit Kommentar?<br />
Mit normalem Kommentar, mit Text.<br />
[&#8230;]<br />
[&#8230;] Man kann ihn nicht mehr befragen, und man weiÃŸ nicht, was in diesen Leuten vorging. Ich meine, Sie kÃ¶nnen ja heute noch alte Leute fragen, die damals schon in der Weimarer Republik gelebt haben und die jetzt vielleicht noch Ã¼brig geblieben sind, und die immer noch zu diesem Staat (der DDR, JV) gehalten haben, was die fÃ¼r &#8216;n VerhÃ¤ltnis dazu haben. Ich glaube schon, dass die DDR fÃ¼r die immer noch der Staat ist.</p>
<p>Sie meinen die Leute, die drei verschiedene deutsche Systeme, oder jetzt sogar vier, erlebt haben?<br />
Ja. Es sind so viele Sachen, die passiert sind&#8230; Wobei man hat ja selber so viele Dinge erlebt, wo man sagt: Meine GÃ¼te, eigentlich hÃ¤tte man da irgendwann auch mal eingreifen mÃ¼ssen. Ich meine, Sie sind vielleicht noch nie in so &#8216;ne Verlegenheit gekommen&#8230;</p>
<p>Nee.<br />
Aber das sind so Sachen, die passieren einem auf &#8216;m Weg durchs Leben. Er hat ja zum Beispiel seinen Zoff mit der Partei auch gehabt, weil er gesagt hat &#8220;Ich will jetzt endlich mal wissen, warum mir 1941 nicht ein Visum fÃ¼r die Sowjetunion erteilt worden ist, als ich in Paris darum gebeten habe!&#8221; Dann wÃ¤r ihm nÃ¤mlich das alles nicht passiert. Aber ihm wurde das damals abgelehnt von der sowjetischen Botschaft. Und sie haben ihn ja dann &#8216;41 in Frankreich verhaftet, und daraufhin ist er ja erst ins Zuchthaus gekommen.<br />
[&#8230;]<br />
[&#8230;] Ich glaube es waren auch sehr viele persÃ¶nliche Dinge, die damals &#8216;ne Rolle spielten.<br />
[&#8230;]</p>
<p> Und da beschimpfen mich die &#8220;Ostler&#8221; von so einem &#8220;SED/PDS&#8221;-gestÃ¼tzten Verlag, als ich allzuviele freche Bemerkungen gemacht hatte, ihre Ex-Frauen ganz extrem zutraulich zu mir wurden weil ich nicht dauernd so besoffen war wie ihre Ex-Gatten, und ich dann mit SprÃ¼chen wie wie &#8220;du bist draussen, das ist doch Pornografie, was du redest&#8221;, und &#8220;ja, der nimmt uns die unsere Frauen weg&#8221; und &#8220;pÃ¼nktlich ist der auch nie&#8221; und was noch so alles plÃ¶tzlich mir entgegenschlug, sogar Hacksfreund Jochen Berg nannte mich einen &#8220;Franzosenknecht&#8221; und die ganzen &#8220;Weiber&#8221; waren sowieso extrem verschÃ¼chtert und haben daraufhin mal lieber nicht mehr mit mir geredet, weil ihre MÃ¤nnes ihnen den Weg gewiesen hatten.</p>
<p>Das stimmt alles tanja!</p>
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