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	<title>Kommentare zu: Fragen Sie Frau Krienen! Nr. 12</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/02/04/449.html</link>
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	<pubDate>Thu, 17 May 2012 20:28:13 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Kaufmann</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/02/04/449.html#comment-18768</link>
		<dc:creator>Kaufmann</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Feb 2006 19:08:16 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2006/02/04/449.html#comment-18768</guid>
		<description>Jesus 
Zentrale Gestalt des Christentums.
Exegetischer Befund: Quellen: Für die geschichtliche Erkenntnis Jesu ist man nahezu ausschließlich auf die Evangelien und die Briefe des Apostel Paulus angewiesen, da die außerbiblischen Zeugnisse (Josephus Flavius, Tacitus, Talmud) keine zeitgenössischen oder direkten Quellen sind und nur die historische Existenz Jesu sicher belegen
Person Jesu: Wohnort Nazareth in Galliläa; geboren (vor 4 vor Chr.?) ist unbekannt; sein Vater: Joseph war  Zimmermann; seine Mutter: Maria und die Brüder Jesu lehnten sein öffentliches Auftreten ab, gehörten aber später zur christlichen Gemeinde.
Jesus wurde auf Anordnung des 5. römischen Prokurators Pontius Pilatus (26-36 n.Chr.) gekreuzigt.

Hier Sonderermittlungen zum Mordfall Jesus.
Vorliegende Akten: Die Evangelien des N.T. und die Briefe des Apostel Paulus.

Inhaltsverzeichnis									                         Welcher Jesus; Was wir vom Jesus aus dem Neuen Testament wissen.                                                                            1,1 Jesus der Heiler und Exorzist		                                                                                                                    1,2 Jesus der Lehrer, Prediger und Heiler                                                                                                                         1,3 Jesus auf  Konfrontationskurs zur Priesterschaft
1.4 Jesus wollte zu Tode kommen																						                    2.1 Was wollte Jesus mit seinem Tod erreichen?:
2.2 Jesus wollte das Reich Gottes herbeizwingen
2.3 Der Prophet Jesus

3.1 Die Naherwartung
3.2 Als die Naherwartung sich nicht erfüllte

4.1 Trinität

5.1 Der Mordfall Jesus aufgeklärt

6.1 Der Verrat des Judas war kein Verrat

7.0Resümee – Zusammenfassung

7.1 Schlussfolgerung

____________________________________________________________________________

1,1  Jesus der Heiler und Exorzist

In den Evangelien wird berichtet, dass der Jude Jesus mit einer Jüngerschar von Ort zu Ort wanderte, dass Kranke zu ihm kamen, dass man Kranke zu ihm brachte und er sie heilen und wo notwendig auch Dämonen austreiben konnte.

1,2 Jesus der Lehrer, Prediger und Heiler

Was hat die Menschen so begeistert? Was hat Jesus ihnen gesagt? Euangelion – Evangelium nannten es seine Anhänger: eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft.
Jesus pre­digte in den Synagogen, was da­rauf schließen  lässt, dass  er  sich  in  den  heiligen  Schriften seines Volkes gut auskannte. 
Er predigte die Aussagen der Thora von dem einen Gott, der die Welt erschaffen hat und alles was darinnen ist. Jesus predigte die Aussagen der Thora in einer Weise, die den Menschen gut tat und uns heute noch gut tut. Jesus predigte nicht das Gesetz, das den Menschen nieder drückt, sondern stellte die Liebe Gottes, den Vater auch des verlorenen Sohns ins Zentrum seiner Reden.

Wesentlich war für Jesus der unmittel­bare Zugang des Einzelnen zu Gott. Dieser Gott, der sich mit seinem Gesetz in das Herz des Men­schen ge­schrieben hat (Jer 31,33), braucht  keine Mittler.
	
Jesus predigte Glauben an und Vertrauen in die Allmacht, die Allge­genwart und Allwissen­heit Gottes, zu dem man/frau im Kämmerlein beten darf, und der die Wünsche seiner Kinder schon kennt, bevor diese ausgesprochen sind (Mt 6, 6-8). 
Jesus zeigte den Menschen, dass sie als Eben­bilder Gottes (1. Mose 1,27; Ps 8,6) er­schaffen und mit vielen Talenten ausgestattet sind, die den Menschen befähigen zu heilen wie er heilte,  wenn sie an die in ihnen latent ange­legten Fähig­keiten glauben und nicht zweifeln würden (Mt 21,21-22).
 
Jesus forderte aber auch: Du sollst Gott lie­ben und deinen Nächsten wie dich selbst. Dieses alte Doppelgebot der Gottes- und Menschen­liebe klingt so simpel, schließt aber alle „Schlupflöcher„ der Gesetze.

1.3 Auf Konfrontationskurs zur Priesterschaft

Er predigte auch und verkündete, wie sach­lich richtig in Mk 1,15 zusammengefasst: „Die Zeit ist erfüllt und die Gottesherrschaft ist nahe„.
Jesus provozierte den Jerusalemer Klerus

Da war zunächst der Inhalt seiner Predigt für die geistlichen Oberhoheiten anstößig. Aus vielen Stel­len ist zu erkennen, dass seine Aus­legung der Gesetzesbestim­mungen, dass seine Meinung zum Tempelgottes­dienst und dass sein Reden über das Verhältnis des Menschen zu Gott (Kinder Gottes) und umge­kehrt Gottes zu den Menschen (Vater) eine andere war als die der Pharisäer. Jesus glaubte an die Macht der Vergebung.  
	
Jesus machte deutlich, dass er nichts von den blutigen Opferhand­lungen im Tempel und nichts vom Radikalfundamen­talismus der Pha­risäer, die auf das strenge Befolgen der bibli­schen Gebote bestan­den, hielt. Jesus war kein Fanatiker kultischer Vorschrif­ten.

Jesus griff die Radikalfundamen­talisten des Jerusalemer Klerus persönlich an.  Er nannte sie Heuchler (Mt 23,13) und Söhne des Teufels (Joh 8,44). 

Mit solchen Provokationen brachte er die Priesterschaft so sehr gegen sich auf, dass ihm bald zu Ohren kam, dass sie ihm nach dem Leben trachte­ten,  was er nicht nur billigend in Kauf nahm, sondern mit Sicherheit erreichen wollte.  

Darüber hinaus arbeitete Jesus den Ortho­doxen, die ihm nach dem Leben trachteten, auch noch in die Hände, in dem er zum Passah-Fest nach Jerusa­lem ging, obwohl es dort für ihn am 
gefähr­lichsten war. Sein Einzug in die Stadt wurde zum populären Triumph, gleich dem Einzug eines Königs, was seinen Gegnern seine Gefährlich­keit sehr deutlich vor Augen führte (Mt 21,10). Dieser triumphale Einzug veranlasste Pilatus zu der Frage: „Bist du ein König?„ Jesus antwortete nur mit: „Du sagst es!„
				
Daraufhin wurde dann etwas später über seinem Kopf das Schild angebracht: I.N.R.I – „Jesus von Nazareth, König der Juden.„
Und auch im Vorhof des Tempels sorgte er mit der „Tem­pelreinigung„ für großen Aufruhr (Mt 21,12 ff).

1.4 Jesus wollte zu Tode kommen

Zunächst kann nur festgestellt werden, dass er alles tat, um mit Sicherheit zu Tode zu kommen. 
Jesus wollte sterben, ja er wollte von den Römern gekreuzigt werden, denn bei genauer Betrachtung der vorgefunde­nen und uns vor­liegenden Niederschriften der Evangelis­ten ist nicht zu übersehen, dass er nicht nur die Feind­schaft der Priesterschaft provozierte, sondern auch alles so einfä­delte, dass er mit Sicherheit ge­kreuzigt würde.

Kreuzigung - diese schändlichste Art der Hinrichtung - war für zwei Arten von Schwer­verbrechern vorgesehen: Für ent­laufene Sklaven und be­waffnete Rebellen gegen das römische Kaiserreich in den Provinzen. Das Tragen von Waffen war für Juden verboten. 
Nur Rebellen (Zeloten) waren bewaffnet. Und Kreuzigungen waren im damaligen Israel nichts außergewöhn­liches, wie in Apg 5,37 nachzu­lesen ist.

Mit Erstaunen liest man/frau in Lk 22,36 die Anweisung Jesu an seine Jünger:
 
„. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kau­fen.„ 

Etwas später zeigt sich bei der Gefangen­nahme Jesu im Garten Gethsemane, dass die Jünger bewaffnet waren, fragten doch seine Begleiter Jesus:

	„Herr sollen wir mit dem Schwert drein­schlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohepriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. (Lk 22, 49,50).

War dann so weit alles vorbereitet, ließ Jesus von seinen Jüngern ein letztes gemein­samen Abendessen organisieren – was kein Passamahl gewesen sein kann, wie wir aus der Art, wie kurze Zeit später die Jüngerinnen und Jünger hin und her in den Häusern gemeinsam zu Nacht aßen und „das Brot brachen„. 

Bei diesem letzten gemeinsamen Abendessen ließ Jesus seine Jünger wissen, dass er in Kürze sterben würde, und den Jünger, der ihn verra­ten wollte/sollte, ermun­terte er, es alsbald zu tun (Mt 26,21). Hier wird doch unmissverständlich deutlich: Jesus wollte sterben!

2.1 Was wollte Jesus mit seinem Tod erreichen? 

Die Antwort findet sich in Jesu Predigt vom als­baldigen Herein­brechen des Reiches Gottes. 

Dazu muss man/frau wissen:
Israel war als theokratischer Staat verfasst und Gott war Israels König (5.Mo 33,5; Ps 149,2; Jes 33,22). Gott gab diesem Volk seine Gesetze (2.Mo 20,1-2). Israels König sollte lediglich Statthalter und Stellvertreter Gottes (2.Mo 3,10; 4.Mo 27, 18-20) unter der Führung seines Geistes sein, gebunden an das Gesetz des HERRN. In allen Bedrängnissen ihrer Geschichte lebten die Israeliten immer mit und in der Hoffnung und Erwartung, dass Gott eines Tages in diese Welt mit seinen Engeln und himmlischen Heerscha­ren einbrechen und selber als König aller Könige, die unbeschränkte Herr­schaft übernehmen , dass er dann über die ganze Welt, über das Reich der Natur und des Geistes (Ps 103.19) in Ewig­keit regieren würde.

Reich Gottes in dieser Welt, persönlich re­giert von Gott. Reich Gottes in dem sein Wille geschieht, in dem die Schwer­ter zu Pflugscha­ren umgeschmiedet werden(Jes 2,4). Reich Gottes in dem die Wölfe bei den Lämmern wohnen(Jes 11,6), in dem alle Tränen ge­trocknet werden (Jes 25,8), in dem alle das Leben haben und es  in Fülle haben (Jer 31,14). Die Juden beten drei Mal täglich: „Gott, sei du der König.„

Die Juden warteten auf den Messias und damit - durch das Hereinbrechen des Reiches Gottes in diese Welt - auch auf ihre Befreiung von der Römerherrschaft.

Darum auch lehrte Jesus seine Jünger auf deren Bitte „Herr lehre uns beten„(Lk 11,1,2):   
„Wenn ihr betet, so sprecht„: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. 

2.2 Jesus wollte das Reich Gottes herbeizwingen! 

Endlich möge doch Gott selber befreiend eingreifen und die Königsherrschaft in dieser Welt übernehmen und sein Friedensreich instal­lieren, in dem die Kriegs­waffen zu Instru­menten des Friedens und der Wohlfahrt um­geschmiedet werden (Jes 2, 2-4; Mi 4, 1-5). 
In diesem Gottes­reich gilt eine neue Lebens­ordnung, die dem Wil­len Gottes entspricht (Jer 31,35; Hes 36, 25ff). Reich Gottes jetzt! 
 
Wie dieser Lehrer und Prediger Jesus, der Heiler und Philosoph eines Tages zu dem Gedanken gekommen ist, dass mit dem Opfer­tod eines Unschuldigen das Herein­brechen des Reiches Gottes ausgelöst würde, wissen wir nicht. Auffällig ist, dass Johannes der Täufer     ( Mt 3,2) und Jesus beide predigten: „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!„
		
Jesus hat von der nahen, realen Königsherr­schaft Gottes in dieser Welt geträumt und sich ganz, auch mit seinem Leben, dafür eingesetzt. Ja, er hatte den Zeitplan seines Todes und alle Vorausset­zungen dafür geschaffen. 

2.3 Der Prophet Jesus 

Es geschieht in absehbarer Zeit, sagte Jesus zu der Zeit seinen Zuhörern, und er legt das Ereignis in Mt 16,28 sogar zeitlich fest:

„Wahrlich ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken.„ 

Und Mt 10,23b sagt er zu seinen Jüngern: 
„Ihr werdet – mit dem Predigen – in den Städten Israels nicht zu Ende kommen, 
bis der Menschensohn kommt.„

Diese Ankündigung des alsbaldigen Herein­brechen des Reiches Gottes wurde nicht nur von der Jüngerschar sondern auch von Paulus sehr Ernst genommen, und von Paulus – sogar nach seinem „Damaskus-Erlebnis„ - bestätigt!

3.1 Die Naherwartung

Die eindeutigste, nicht bestreitbare Tatsache der Paulusbriefe wie der synoptischen Evangelien ist die so genannte „Naherwartung„ der ersten Christen.
Auf die Anfragen bezüglich der Prophezei­ung Jesu und die damit ausgelöste Naherwar­tung des Reiches Gottes – schreibt Paulus  an die Korinther - 1.Kor 15, 51,52 :
	Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber verwandelt werden;
 
und der Gemeinde in Thessaloniki (1. Tes 4,15 ff) schreibt Paulus:  	
	&#62;Denn das sagen wir euch mit einem Wort des HERRN: 
	Wir, die wir leben und übrig bleiben  bis zur Ankunft des Herrn werden 
	den Verstorbenen nichts voraus haben ....Ich bin der HERR dein GOTT, du sollst keine anderen Götter haben neben mir (2.Mos 20,3)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jesus<br />
Zentrale Gestalt des Christentums.<br />
Exegetischer Befund: Quellen: Für die geschichtliche Erkenntnis Jesu ist man nahezu ausschließlich auf die Evangelien und die Briefe des Apostel Paulus angewiesen, da die außerbiblischen Zeugnisse (Josephus Flavius, Tacitus, Talmud) keine zeitgenössischen oder direkten Quellen sind und nur die historische Existenz Jesu sicher belegen<br />
Person Jesu: Wohnort Nazareth in Galliläa; geboren (vor 4 vor Chr.?) ist unbekannt; sein Vater: Joseph war  Zimmermann; seine Mutter: Maria und die Brüder Jesu lehnten sein öffentliches Auftreten ab, gehörten aber später zur christlichen Gemeinde.<br />
Jesus wurde auf Anordnung des 5. römischen Prokurators Pontius Pilatus (26-36 n.Chr.) gekreuzigt.</p>
<p>Hier Sonderermittlungen zum Mordfall Jesus.<br />
Vorliegende Akten: Die Evangelien des N.T. und die Briefe des Apostel Paulus.</p>
<p>Inhaltsverzeichnis									                         Welcher Jesus; Was wir vom Jesus aus dem Neuen Testament wissen.                                                                            1,1 Jesus der Heiler und Exorzist		                                                                                                                    1,2 Jesus der Lehrer, Prediger und Heiler                                                                                                                         1,3 Jesus auf  Konfrontationskurs zur Priesterschaft<br />
1.4 Jesus wollte zu Tode kommen																						                    2.1 Was wollte Jesus mit seinem Tod erreichen?:<br />
2.2 Jesus wollte das Reich Gottes herbeizwingen<br />
2.3 Der Prophet Jesus</p>
<p>3.1 Die Naherwartung<br />
3.2 Als die Naherwartung sich nicht erfüllte</p>
<p>4.1 Trinität</p>
<p>5.1 Der Mordfall Jesus aufgeklärt</p>
<p>6.1 Der Verrat des Judas war kein Verrat</p>
<p>7.0Resümee – Zusammenfassung</p>
<p>7.1 Schlussfolgerung</p>
<p>____________________________________________________________________________</p>
<p>1,1  Jesus der Heiler und Exorzist</p>
<p>In den Evangelien wird berichtet, dass der Jude Jesus mit einer Jüngerschar von Ort zu Ort wanderte, dass Kranke zu ihm kamen, dass man Kranke zu ihm brachte und er sie heilen und wo notwendig auch Dämonen austreiben konnte.</p>
<p>1,2 Jesus der Lehrer, Prediger und Heiler</p>
<p>Was hat die Menschen so begeistert? Was hat Jesus ihnen gesagt? Euangelion – Evangelium nannten es seine Anhänger: eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft.<br />
Jesus pre­digte in den Synagogen, was da­rauf schließen  lässt, dass  er  sich  in  den  heiligen  Schriften seines Volkes gut auskannte.<br />
Er predigte die Aussagen der Thora von dem einen Gott, der die Welt erschaffen hat und alles was darinnen ist. Jesus predigte die Aussagen der Thora in einer Weise, die den Menschen gut tat und uns heute noch gut tut. Jesus predigte nicht das Gesetz, das den Menschen nieder drückt, sondern stellte die Liebe Gottes, den Vater auch des verlorenen Sohns ins Zentrum seiner Reden.</p>
<p>Wesentlich war für Jesus der unmittel­bare Zugang des Einzelnen zu Gott. Dieser Gott, der sich mit seinem Gesetz in das Herz des Men­schen ge­schrieben hat (Jer 31,33), braucht  keine Mittler.</p>
<p>Jesus predigte Glauben an und Vertrauen in die Allmacht, die Allge­genwart und Allwissen­heit Gottes, zu dem man/frau im Kämmerlein beten darf, und der die Wünsche seiner Kinder schon kennt, bevor diese ausgesprochen sind (Mt 6, 6-8).<br />
Jesus zeigte den Menschen, dass sie als Eben­bilder Gottes (1. Mose 1,27; Ps 8,6) er­schaffen und mit vielen Talenten ausgestattet sind, die den Menschen befähigen zu heilen wie er heilte,  wenn sie an die in ihnen latent ange­legten Fähig­keiten glauben und nicht zweifeln würden (Mt 21,21-22).</p>
<p>Jesus forderte aber auch: Du sollst Gott lie­ben und deinen Nächsten wie dich selbst. Dieses alte Doppelgebot der Gottes- und Menschen­liebe klingt so simpel, schließt aber alle „Schlupflöcher„ der Gesetze.</p>
<p>1.3 Auf Konfrontationskurs zur Priesterschaft</p>
<p>Er predigte auch und verkündete, wie sach­lich richtig in Mk 1,15 zusammengefasst: „Die Zeit ist erfüllt und die Gottesherrschaft ist nahe„.<br />
Jesus provozierte den Jerusalemer Klerus</p>
<p>Da war zunächst der Inhalt seiner Predigt für die geistlichen Oberhoheiten anstößig. Aus vielen Stel­len ist zu erkennen, dass seine Aus­legung der Gesetzesbestim­mungen, dass seine Meinung zum Tempelgottes­dienst und dass sein Reden über das Verhältnis des Menschen zu Gott (Kinder Gottes) und umge­kehrt Gottes zu den Menschen (Vater) eine andere war als die der Pharisäer. Jesus glaubte an die Macht der Vergebung.  </p>
<p>Jesus machte deutlich, dass er nichts von den blutigen Opferhand­lungen im Tempel und nichts vom Radikalfundamen­talismus der Pha­risäer, die auf das strenge Befolgen der bibli­schen Gebote bestan­den, hielt. Jesus war kein Fanatiker kultischer Vorschrif­ten.</p>
<p>Jesus griff die Radikalfundamen­talisten des Jerusalemer Klerus persönlich an.  Er nannte sie Heuchler (Mt 23,13) und Söhne des Teufels (Joh 8,44). </p>
<p>Mit solchen Provokationen brachte er die Priesterschaft so sehr gegen sich auf, dass ihm bald zu Ohren kam, dass sie ihm nach dem Leben trachte­ten,  was er nicht nur billigend in Kauf nahm, sondern mit Sicherheit erreichen wollte.  </p>
<p>Darüber hinaus arbeitete Jesus den Ortho­doxen, die ihm nach dem Leben trachteten, auch noch in die Hände, in dem er zum Passah-Fest nach Jerusa­lem ging, obwohl es dort für ihn am<br />
gefähr­lichsten war. Sein Einzug in die Stadt wurde zum populären Triumph, gleich dem Einzug eines Königs, was seinen Gegnern seine Gefährlich­keit sehr deutlich vor Augen führte (Mt 21,10). Dieser triumphale Einzug veranlasste Pilatus zu der Frage: „Bist du ein König?„ Jesus antwortete nur mit: „Du sagst es!„</p>
<p>Daraufhin wurde dann etwas später über seinem Kopf das Schild angebracht: I.N.R.I – „Jesus von Nazareth, König der Juden.„<br />
Und auch im Vorhof des Tempels sorgte er mit der „Tem­pelreinigung„ für großen Aufruhr (Mt 21,12 ff).</p>
<p>1.4 Jesus wollte zu Tode kommen</p>
<p>Zunächst kann nur festgestellt werden, dass er alles tat, um mit Sicherheit zu Tode zu kommen.<br />
Jesus wollte sterben, ja er wollte von den Römern gekreuzigt werden, denn bei genauer Betrachtung der vorgefunde­nen und uns vor­liegenden Niederschriften der Evangelis­ten ist nicht zu übersehen, dass er nicht nur die Feind­schaft der Priesterschaft provozierte, sondern auch alles so einfä­delte, dass er mit Sicherheit ge­kreuzigt würde.</p>
<p>Kreuzigung - diese schändlichste Art der Hinrichtung - war für zwei Arten von Schwer­verbrechern vorgesehen: Für ent­laufene Sklaven und be­waffnete Rebellen gegen das römische Kaiserreich in den Provinzen. Das Tragen von Waffen war für Juden verboten.<br />
Nur Rebellen (Zeloten) waren bewaffnet. Und Kreuzigungen waren im damaligen Israel nichts außergewöhn­liches, wie in Apg 5,37 nachzu­lesen ist.</p>
<p>Mit Erstaunen liest man/frau in Lk 22,36 die Anweisung Jesu an seine Jünger:</p>
<p>„. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kau­fen.„ </p>
<p>Etwas später zeigt sich bei der Gefangen­nahme Jesu im Garten Gethsemane, dass die Jünger bewaffnet waren, fragten doch seine Begleiter Jesus:</p>
<p>	„Herr sollen wir mit dem Schwert drein­schlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohepriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. (Lk 22, 49,50).</p>
<p>War dann so weit alles vorbereitet, ließ Jesus von seinen Jüngern ein letztes gemein­samen Abendessen organisieren – was kein Passamahl gewesen sein kann, wie wir aus der Art, wie kurze Zeit später die Jüngerinnen und Jünger hin und her in den Häusern gemeinsam zu Nacht aßen und „das Brot brachen„. </p>
<p>Bei diesem letzten gemeinsamen Abendessen ließ Jesus seine Jünger wissen, dass er in Kürze sterben würde, und den Jünger, der ihn verra­ten wollte/sollte, ermun­terte er, es alsbald zu tun (Mt 26,21). Hier wird doch unmissverständlich deutlich: Jesus wollte sterben!</p>
<p>2.1 Was wollte Jesus mit seinem Tod erreichen? </p>
<p>Die Antwort findet sich in Jesu Predigt vom als­baldigen Herein­brechen des Reiches Gottes. </p>
<p>Dazu muss man/frau wissen:<br />
Israel war als theokratischer Staat verfasst und Gott war Israels König (5.Mo 33,5; Ps 149,2; Jes 33,22). Gott gab diesem Volk seine Gesetze (2.Mo 20,1-2). Israels König sollte lediglich Statthalter und Stellvertreter Gottes (2.Mo 3,10; 4.Mo 27, 18-20) unter der Führung seines Geistes sein, gebunden an das Gesetz des HERRN. In allen Bedrängnissen ihrer Geschichte lebten die Israeliten immer mit und in der Hoffnung und Erwartung, dass Gott eines Tages in diese Welt mit seinen Engeln und himmlischen Heerscha­ren einbrechen und selber als König aller Könige, die unbeschränkte Herr­schaft übernehmen , dass er dann über die ganze Welt, über das Reich der Natur und des Geistes (Ps 103.19) in Ewig­keit regieren würde.</p>
<p>Reich Gottes in dieser Welt, persönlich re­giert von Gott. Reich Gottes in dem sein Wille geschieht, in dem die Schwer­ter zu Pflugscha­ren umgeschmiedet werden(Jes 2,4). Reich Gottes in dem die Wölfe bei den Lämmern wohnen(Jes 11,6), in dem alle Tränen ge­trocknet werden (Jes 25,8), in dem alle das Leben haben und es  in Fülle haben (Jer 31,14). Die Juden beten drei Mal täglich: „Gott, sei du der König.„</p>
<p>Die Juden warteten auf den Messias und damit - durch das Hereinbrechen des Reiches Gottes in diese Welt - auch auf ihre Befreiung von der Römerherrschaft.</p>
<p>Darum auch lehrte Jesus seine Jünger auf deren Bitte „Herr lehre uns beten„(Lk 11,1,2):<br />
„Wenn ihr betet, so sprecht„: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. </p>
<p>2.2 Jesus wollte das Reich Gottes herbeizwingen! </p>
<p>Endlich möge doch Gott selber befreiend eingreifen und die Königsherrschaft in dieser Welt übernehmen und sein Friedensreich instal­lieren, in dem die Kriegs­waffen zu Instru­menten des Friedens und der Wohlfahrt um­geschmiedet werden (Jes 2, 2-4; Mi 4, 1-5).<br />
In diesem Gottes­reich gilt eine neue Lebens­ordnung, die dem Wil­len Gottes entspricht (Jer 31,35; Hes 36, 25ff). Reich Gottes jetzt! </p>
<p>Wie dieser Lehrer und Prediger Jesus, der Heiler und Philosoph eines Tages zu dem Gedanken gekommen ist, dass mit dem Opfer­tod eines Unschuldigen das Herein­brechen des Reiches Gottes ausgelöst würde, wissen wir nicht. Auffällig ist, dass Johannes der Täufer     ( Mt 3,2) und Jesus beide predigten: „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!„</p>
<p>Jesus hat von der nahen, realen Königsherr­schaft Gottes in dieser Welt geträumt und sich ganz, auch mit seinem Leben, dafür eingesetzt. Ja, er hatte den Zeitplan seines Todes und alle Vorausset­zungen dafür geschaffen. </p>
<p>2.3 Der Prophet Jesus </p>
<p>Es geschieht in absehbarer Zeit, sagte Jesus zu der Zeit seinen Zuhörern, und er legt das Ereignis in Mt 16,28 sogar zeitlich fest:</p>
<p>„Wahrlich ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken.„ </p>
<p>Und Mt 10,23b sagt er zu seinen Jüngern:<br />
„Ihr werdet – mit dem Predigen – in den Städten Israels nicht zu Ende kommen,<br />
bis der Menschensohn kommt.„</p>
<p>Diese Ankündigung des alsbaldigen Herein­brechen des Reiches Gottes wurde nicht nur von der Jüngerschar sondern auch von Paulus sehr Ernst genommen, und von Paulus – sogar nach seinem „Damaskus-Erlebnis„ - bestätigt!</p>
<p>3.1 Die Naherwartung</p>
<p>Die eindeutigste, nicht bestreitbare Tatsache der Paulusbriefe wie der synoptischen Evangelien ist die so genannte „Naherwartung„ der ersten Christen.<br />
Auf die Anfragen bezüglich der Prophezei­ung Jesu und die damit ausgelöste Naherwar­tung des Reiches Gottes – schreibt Paulus  an die Korinther - 1.Kor 15, 51,52 :<br />
	Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber verwandelt werden;</p>
<p>und der Gemeinde in Thessaloniki (1. Tes 4,15 ff) schreibt Paulus:<br />
	&gt;Denn das sagen wir euch mit einem Wort des HERRN:<br />
	Wir, die wir leben und übrig bleiben  bis zur Ankunft des Herrn werden<br />
	den Verstorbenen nichts voraus haben &#8230;.Ich bin der HERR dein GOTT, du sollst keine anderen Götter haben neben mir (2.Mos 20,3)</p>
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