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	<title>Kommentare zu: Michel Houellebecq: Die MÃ¶glichkeit einer Insel</title>
	<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html</link>
	<description>Der neue Blog ist unter http://campodecriptanablog.apps-1and1.net erreichbar</description>
	<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 14:11:18 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-432322</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2017 10:46:15 +0000</pubDate>
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		<description>http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koeln-obdachloser-erschlagen-und-angezuendet-lange-haftstrafen-a-1153051.html

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/plus185548620/Michel-Houellebecq-Europa-eine-daemliche-Idee.html?wtmc=socialmedia.facebook.shared.web&#038;fbclid=IwAR2m9_XS6jCiu5b2e5WdIiSEUwKB93Wk7kKSBzDsMiMY1QHeOiMylUhOzlA

http://www.spiegel.de/plus/serotonin-von-michel-houellebecq-der-pathologe-des-abendlands-a-00000000-0002-0001-0000-000161665916

Das ist der Grund - https://www.soester-anzeiger.de/lokales/soest/spende-sozialberatungsstelle-pertheswerkes-uebergeben-11758165.html</description>
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<p>Das ist der Grund - <a href="https://www.soester-anzeiger.de/lokales/soest/spende-sozialberatungsstelle-pertheswerkes-uebergeben-11758165.html" rel="nofollow">https://www.soester-anzeiger.de/lokales/soest/spende-sozialberatungsstelle-pertheswerkes-uebergeben-11758165.html</a></p>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-420631</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 May 2017 11:43:29 +0000</pubDate>
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		<description>http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/polizei/drei-tote-in-wuppertal-51900314.bild.html</description>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-268901</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2015 08:58:42 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-268901</guid>
		<description>Michel Houllebecqs Interview im "Philosophie Magazin" liegt mir nur in der Print-Form vor, sodass ich, weil ich den Text abtippen muss, nur sehr kurz ein paar zentrale Aussagen zitieren mÃ¶chte. Houellebeqc steht Ã¼brigens seit dem Charlie Hebbdo-Attentat unter Polizeischutz.

"Ich weiÃŸ nicht, ob ich konservativ bin, aber ich glaube nicht, dass der Mensch - ebenso wenig wie jedes andere Tier - dafÃ¼r gemacht ist, in einer sich stÃ¤ndig wandelnden Welt zu leben. Der permanente Wandel macht das Leben unmÃ¶glich.

Die totale Herrschaft der Linken Ã¼ber die Intellektuellen dauert seit 1945 an. Es sah aus, als wÃ¼rde das noch ewig so sein, aber jetzt hat sie Risse bekommen.

Seit 2001 sprach man allgemein davon, dass man nicht alle Ã¼ber einen Kamm scheren, niemanden stigmatiseren solle, dass der Islam eine Religion des Friedens, der Toleranz und der Liebe sei, dass die Leute keine Muslime seien, sondern psychisch Labile aus Familien mit alleinerziehenden Eltern mit groÃŸen finanziellen Schwierigkeiten et cetera. Im Januar dann wieder die Ã¼blichen Reden, aber erstmals wurde gegÃ¤hnt und gespÃ¶ttelt. Das ist das Neue. Es gab ein paar Intellektuelle, die versucht haben sich frei zu machen, sie wurden aber sofort zurÃ¼ckzugepfiffen, allerdings ohne groÃŸen Erfolg. Wie Michel Onfray, der Premier Manuel Valls einen Kretin genannt hat. Kretin ist genau das richtige Wort, und ich schÃ¤tze es sehr, wenn jemand das richtige Wort findet. 

Es ist doch erstaunlich, dass man gegendie HÃ¤resie (durch Isis) nicht vorgeht, dass es keine Anti-Isis-Fatwas gibt.

Allein der Begriff "kollektives GlÃ¼ck" lÃ¶st in mir eine Art Entsetzen aus. Der Gedanke, dass die Gesellschaft sich um mein GlÃ¼ck kÃ¼mmern mÃ¶chte, ist mir nicht geheuer.

Den Schlussakt von der Herrschaft der Muslimie kÃ¶nnen sich alle vorstellen. Im Detail gibt es da natÃ¼rlich Unterschiede, weil es in manchen LÃ¤ndern keine politische Gruppe in der Art unseres Front National gibt, zum Beispiel in Deutschland, man hÃ¤tte dort zu viel Angst davor. In Italien haben sie den Faschismus ein bisschen vergessen und sehen ihn als lauschige Zeit. Vielleicht haben die Italiener auch kein Talent fÃ¼r Schuldbewusstsein, die Deutschen sind auf diesem Gebiet eher hochbegabt. Die Meinung Ã¼ber den Islam ist mehr oder weniger gleich schlecht in Europa. Das ist vielleicht das Einzige, was wir miteinander teilen. 

Als Orwell 1948 in England "1984" schreibt, sagt er ja nicht, dass alles so kommmen wird. Er verleiht einer Angst Ausdruck, die die Briten seinerzeit unbewusst quÃ¤lt, nÃ¤mlich die Furcht vor dem "wir werden alle sozialisiert und kontrolliert werden". Das ist keine Weissagung, sondern Ausdruck der Ã„ngste einer Epoche. Der Autor - ich Orwell oder ein anderer - spÃ¼rt eine Angst bei seinen Zeitgenossen und drÃ¼ckt das in einem Buch aus. Das ist der Motor.

Frage: Die Angst, die Sie wahrnehmen und in "Unterwerfung" beschreiben ist, dass wir von einer anderen Kultur beherrscht werden kÃ¶nnnten.

Houellebebecq: Genauer gesagt, vom Islam.

Frage: Aber es gibt keine LÃ¶sung fÃ¼r diese Angst?

Houellebecq: Nein, das ist pure Angst./

Zuerst erschienen in: Revue des deux mondes, Juli/August 2015






   </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Michel Houllebecqs Interview im &#8220;Philosophie Magazin&#8221; liegt mir nur in der Print-Form vor, sodass ich, weil ich den Text abtippen muss, nur sehr kurz ein paar zentrale Aussagen zitieren mÃ¶chte. Houellebeqc steht Ã¼brigens seit dem Charlie Hebbdo-Attentat unter Polizeischutz.</p>
<p>&#8220;Ich weiÃŸ nicht, ob ich konservativ bin, aber ich glaube nicht, dass der Mensch - ebenso wenig wie jedes andere Tier - dafÃ¼r gemacht ist, in einer sich stÃ¤ndig wandelnden Welt zu leben. Der permanente Wandel macht das Leben unmÃ¶glich.</p>
<p>Die totale Herrschaft der Linken Ã¼ber die Intellektuellen dauert seit 1945 an. Es sah aus, als wÃ¼rde das noch ewig so sein, aber jetzt hat sie Risse bekommen.</p>
<p>Seit 2001 sprach man allgemein davon, dass man nicht alle Ã¼ber einen Kamm scheren, niemanden stigmatiseren solle, dass der Islam eine Religion des Friedens, der Toleranz und der Liebe sei, dass die Leute keine Muslime seien, sondern psychisch Labile aus Familien mit alleinerziehenden Eltern mit groÃŸen finanziellen Schwierigkeiten et cetera. Im Januar dann wieder die Ã¼blichen Reden, aber erstmals wurde gegÃ¤hnt und gespÃ¶ttelt. Das ist das Neue. Es gab ein paar Intellektuelle, die versucht haben sich frei zu machen, sie wurden aber sofort zurÃ¼ckzugepfiffen, allerdings ohne groÃŸen Erfolg. Wie Michel Onfray, der Premier Manuel Valls einen Kretin genannt hat. Kretin ist genau das richtige Wort, und ich schÃ¤tze es sehr, wenn jemand das richtige Wort findet. </p>
<p>Es ist doch erstaunlich, dass man gegendie HÃ¤resie (durch Isis) nicht vorgeht, dass es keine Anti-Isis-Fatwas gibt.</p>
<p>Allein der Begriff &#8220;kollektives GlÃ¼ck&#8221; lÃ¶st in mir eine Art Entsetzen aus. Der Gedanke, dass die Gesellschaft sich um mein GlÃ¼ck kÃ¼mmern mÃ¶chte, ist mir nicht geheuer.</p>
<p>Den Schlussakt von der Herrschaft der Muslimie kÃ¶nnen sich alle vorstellen. Im Detail gibt es da natÃ¼rlich Unterschiede, weil es in manchen LÃ¤ndern keine politische Gruppe in der Art unseres Front National gibt, zum Beispiel in Deutschland, man hÃ¤tte dort zu viel Angst davor. In Italien haben sie den Faschismus ein bisschen vergessen und sehen ihn als lauschige Zeit. Vielleicht haben die Italiener auch kein Talent fÃ¼r Schuldbewusstsein, die Deutschen sind auf diesem Gebiet eher hochbegabt. Die Meinung Ã¼ber den Islam ist mehr oder weniger gleich schlecht in Europa. Das ist vielleicht das Einzige, was wir miteinander teilen. </p>
<p>Als Orwell 1948 in England &#8220;1984&#8243; schreibt, sagt er ja nicht, dass alles so kommmen wird. Er verleiht einer Angst Ausdruck, die die Briten seinerzeit unbewusst quÃ¤lt, nÃ¤mlich die Furcht vor dem &#8220;wir werden alle sozialisiert und kontrolliert werden&#8221;. Das ist keine Weissagung, sondern Ausdruck der Ã„ngste einer Epoche. Der Autor - ich Orwell oder ein anderer - spÃ¼rt eine Angst bei seinen Zeitgenossen und drÃ¼ckt das in einem Buch aus. Das ist der Motor.</p>
<p>Frage: Die Angst, die Sie wahrnehmen und in &#8220;Unterwerfung&#8221; beschreiben ist, dass wir von einer anderen Kultur beherrscht werden kÃ¶nnnten.</p>
<p>Houellebebecq: Genauer gesagt, vom Islam.</p>
<p>Frage: Aber es gibt keine LÃ¶sung fÃ¼r diese Angst?</p>
<p>Houellebecq: Nein, das ist pure Angst./</p>
<p>Zuerst erschienen in: Revue des deux mondes, Juli/August 2015</p>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-235538</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jan 2015 16:53:45 +0000</pubDate>
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		<description>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/unterwerfung_ist_das_was_wir_alle_suchen</description>
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		<title>Von: Campo-News</title>
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		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2013 12:39:51 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16515</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Dec 2005 10:36:41 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr schÃ¶n hat in der neuen KONKRET Horst Tomayer den Kitsch auseinandergenommen - im Anschreiben fehlte nur noch die "AIDS"-Krankheit der Negerin. Da wÃ¼rden mir auch ein paar gute Fragen einfallen.


&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Tomayer.JPG' alt='' /&gt; 
&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Tomayer2.JPG' alt='' /&gt;


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		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr schÃ¶n hat in der neuen KONKRET Horst Tomayer den Kitsch auseinandergenommen - im Anschreiben fehlte nur noch die &#8220;AIDS&#8221;-Krankheit der Negerin. Da wÃ¼rden mir auch ein paar gute Fragen einfallen.</p>
<p><img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Tomayer.JPG' alt='' /><br />
<img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/Tomayer2.JPG' alt='' /></p>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16514</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Dec 2005 08:40:08 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16514</guid>
		<description>Ich habe grad nochmal ins alte CAMPO-Forum gesehen, und festgestellt, dass wir da ja gar nicht soweit in den provozierenden Ã„uÃŸerungen auseinander waren, du aber dort ganz schÃ¶n â€œStammtischâ€ betrieben hast. Erinnerst du dich? Olaf Petersen fand das sogar justiziable und listete rund fÃ¼nf Jahre Knast auf g â€“ der gute Mensch.

Auch finde ich es gut, dass wir hier mal eine richtige Diskussion Ã¼ber ein Buch haben, und dass es dabei um das wirklichen Leben geht und nicht nur um sehr abstrakte oder gar gekÃ¼nselte Dinge, das zeigt doch, wie nah Houllebecq am wahren Leben orientiert ist. Es bleibt auch wohl nicht ganz aus, dass Ã„uÃŸerungen, die sich auf recht aktuelle und relevante Sachverhalte beziehen, auch ein wenig populistisch erscheinen kÃ¶nnen. Jedes massentaugliche Argument muss mit diesem Vorwurf leben â€“ manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht.

Und da kÃ¶nnen wir gleich bei den Obdachlosen bleiben! Wir sehen aktuell, was passieren kann, wenn man sich als solcher zu â€œSeinesgleichenâ€ begibt, weil: da kommen welche zusammen, die haben schlicht keine Ordnung in ihrem Leben â€“ was mit ihrem Hang zum Rauchen beginnt, Ã¼ber allgemeine Unordnung bis hin zur Erschlaffung des Geistes und des KÃ¶rpers reicht. Der Brand in diesem Heim ist auch keineswegs das Ergebnis einer gesellschaftlichen Fehlleistung, sondern einer rein menschlichen UnzulÃ¤nglichkeit. 9 Tote, weil ein Penner nicht die Handlung 1 (Kippe ausdrÃ¼cken), vor 2 (schlafen) beging, sondern â€“ umgekehrt. WÃ¤hrend er aber noch frÃ¼h genug wach wird, und sich retten kann, sterben 9 neben ihm, die nicht in der Lage waren â€“ wahrscheinlich weil sie sich ohnmÃ¤chtig soffen â€“ die nur drei, oder vier Schritte zur Rettung zu gehen. Und was hat der Verursacher die ganze Zeit gemacht, da der doch Brand bei ihm ausbrach (und er ihn doch noch rechtzeitig bemerkte)? Hat er die anderen herausgeholt? An die TÃ¼ren geklopft? Lass mich besser nicht spekulieren. Wer gute zynische amerikanische Filme sieht, der weiÃŸ, wie das ablief. Und wer wie ich lange Jahre mit schwererziehbaren Jugendlichen und Obdachlosen arbeitete, hat da nur wenige Illusionen. Die dort sind, haben es immer besser gewusst als die anderen, haben sich nie auch nur irgendetwas sagen lassen, wussten aber nur zu gut, wie sie das soziale System ausnutzen kÃ¶nnen. Jeder Option auf Besserung ihres Zustandes, jeder wohl gemeinte Vorschlag der Sozialarbeit erstickt in ihrem Narzissmus, in ihrer Bequemlichkeit, in ihrer ganzen FÃ¤ulnis (das gilt fÃ¼r den Teil, der da nicht herauskommt/heraus kommen will, wohlgemerkt) Niemand muss heute obdachlos sein. Wer nur halbwegs die Sinne beisammen hat, wird einen Antrag auf eine Sozialwohnung stellen, oder sich frÃ¼hzeitig um eine Wohnung kÃ¼mmern â€“ die Wohnungsgesellschaften bieten massenhaft preiswerten Wohnraum an, der in dem durch das ALG2 finanzierten Bereich liegt. Wer also obdachlos ist gehÃ¶rt zu denen, die sich extrem verweigerten. Es gibt also fÃ¼r Obdachlosigkeit vier GrÃ¼nde:

1 Eine extreme Verweigerungshaltung
2 TatsÃ¤chlicher Schwachsinn (viele der O. sind in der Tat debil)
3 Wirkliches Pech (es gibt unbestritten derartige FÃ¤lle und diese sind es, die vor den anderen fremdeln)
4 Der Wille zum Abenteuer (der Lebensentwurf â€œOn the roadâ€, ist nicht selten einer, der durchaus angenommen/angestrebt ist und kann das Ergebnis einer Haltung zur Freiheit, ebenso wie zum extremen Nihilismus sein)

Dort wo Obdachlose scheinbar positiv miteinander kommunizieren, ist es maximal Ã¤hnlich wie auch sonst in der Gesellschaft der Maskenmenschen: Scheinheiligkeit, Kitsch und Beziehungs-Ã–konomie nach dem Motto: wenn ich mir etwas davon verspreche, dass ich mit dir rede, dir etwas Gutes tue usw., dann mache ich das, aber auch nur solange. Ansonsten gilt Brechts Dialog (und nicht zu unrecht, weil man sich fragen muss, woher der Abgebrannte seinen Anspruch auf Hilfe begrÃ¼ndet, da er doch so viel hatte und nicht in die Schenke hinein gehen musste) aus â€œAufstieg und Fall der Stadt Mahagonnyâ€ â€“ ich zitiere das jetzt lediglich aus dem Kopf:

â€œWas, der Herr will nicht zahlen?
Was der Herr hat keine Moneten.
Frechheit, Unverstand und Laster
und das Schlimme ist: kein Zaster!
Da steht natÃ¼rlich HÃ¤ngen drauf!â€

Wenn nun Houellebecq etwas sagt, oder auch Thomas Bernhard, dann MUSS so ein Satz, will es nicht in einen Betroffenheitsroman ausarten, der mehr zu einer soziologischen Abhandlung, denn zu einem provokanten, wahren Buch passen, in meist apodiktischer Form ausgesprochen werden. Ich kenne diesen Vorwurf selbst und groÃŸe DummkÃ¶pfe nehmen dann solche SÃ¤tze und reiÃŸen sie aus dem Zusammenhang, sodass man meinen kÃ¶nnte, hier habe einer besonders grausame Gedanken. Doch liest sich das nur so von Leuten, die nicht lesen kÃ¶nnen. Meist gibt es nÃ¤mlich dazu auch eine Art Antithese, zumindest einen Einwand, der das vorher Gesagte, wenn nicht abschwÃ¤cht oder relativiert, so doch ein wenig gerade rÃ¼ckt. Um Literatur begreifen zu kÃ¶nnen, besonders solch bisweilen artifizielle wie die eines Bernhards, bedarf es der FÃ¤higkeit des Mitdenkens und normalerweise auch einer Lebenserfahrung, ja einer Lebenshaltung. Nicht umsonst sind ja auch groÃŸe Literaten selbst keine, deren Leben eine einzige bunte Blumenwiese war und die selbst am Abgrund standen. Ã„hnliches gilt fÃ¼r Schauspieler. Nicht fÃ¼r den Penz, der geil auf die Kamera ist und sich GZSZ bewirbt und noch weniger gut sprechen kann, als unser derzeitigen BundesprÃ¤sident (gegen den Heinrich LÃ¼bke ein Medien-Vollprofi war). Ein guter Schauspieler trÃ¤gt viele Facetten in sich, muss sie haben, um sie VERKÃ–RPERN zu kÃ¶nnen. Ein deutscher Schauspieler ist immer er selbst â€“ mehr darf er ja nicht sein, weil in Deutschland die â€œAuthentizitÃ¤tâ€ Ã¼ber alles geht, weshalb die BauernbÃ¼hne, Willomitsch, Arzt â€“ und Krimisendungen usw. dominieren. Wie sie schon sprechen, immer so leise und tonlos, interpretationslos. Das Risiko wird gescheut. Heino Ferch wird deshalb kein Bruce Willis, weil er nicht will, aber vor allem, weil niemand da ist, der einen Plot wie â€œDas 5. Element, â€œ12 Monkeysâ€ oder â€œThe Bonfire of the Vanitiesâ€ schreibt, resp. durchbekommt â€“ Ã¼ber Ã¶kofaschistische Spinner und Weltbedroher (12 Monkeys, Regie Terry Gilliam von Monty Python) z.B., wÃ¼rde man in D. nie einen Film drehen kÃ¶nnen, erst recht dÃ¼rfte ein Heino Ferch nie die Welt retten, sondern muss stets in Berlin bleiben. Was hÃ¤tte man z.B. aus diesem Berlin â€“ Film neulich machen kÃ¶nnen? Wenn ich die Etikette â€œbetulichâ€, biederâ€, â€œlangweiligâ€ verwende, bleibe ich noch weit unter dem, was ich mir vor dem Fernsehschirm ob der verbranntenn Zeit an Unzitierbarem zusammenfluchte.

Ich schweife ab. Was hÃ¤ltst du denn nun von der KONKRET-Rezension?

Nochmal: Wenn sich Houellebeqc in einer kurzer Sequenz zu diesem oder jenem Thema Ã¤uÃŸert, dann darf er das, denn er muss nicht zu jedem Gedanken gleich eine ganze Handlungsschnur entwerfen. Es gibt Themen, da macht er das, es gibt andere, da bleibt es bei einem Postulat. Auch darf man ruhig scheinbar sich widersprechende These â€“ wie du es bei Bernhard richtig aufgezeigt hast â€“ Ã¤uÃŸern. SchlieÃŸlich komme es ja auch darauf an, WER WAS WANN sagt? Auch eine Figur darf sich vÃ¶llig widersprechen. Brechts Mutter Courage sagt stÃ¤ndig etwas, womit sie sich an anderer Stelle widerspricht und dann kommt wieder das Gegenteil davon! Gute StÃ¼cke leben sogar davon, dass ihre Protagonisten â€“ manchmal in vÃ¶lliger Hilflosigkeit SÃ¤tze sagen, die offensichtliche WidersprÃ¼che darstellen. Nehmen wir doch nur den durch und durch asozialen Charakters des Herrn Karls, von Carl Merz und Helmut Qualtinger geschrieben, und von letzterem so genial als Ein-PersonenstÃ¼ck auf die BÃ¼hne gebracht. Das ist doch eine solch ekelhafte Gestalt, die sich offensichtlich durch das Leben lÃ¼gt und nichts als leicht zu durchschauende Legenden strickt, um sich und sein Versagen zu rechtfertigen. Ein Versagen, das zudem mithalf eine Diktatur zu errichten und anderen das Leben kostete. Da ist der Plot natÃ¼rlich ganz klar â€“ andere StÃ¼cke sind ambivalenter und wir kÃ¶nnen nicht immer genau sagen, welche der von den Figuren geÃ¤uÃŸerten Einzelmeinung entspricht der Meinung des Autors, und welche bilden den Widerspruch zu den richtigen. Der Dussellinke sagt oft mit blÃ¶dem HaschischlÃ¤cheln: â€œHat nicht auch Brecht schon gesagt â€œEine Bank ausrauben ist genauso wie eine Bank zu besitzen?â€œ â€“ kicher, grÃ¶hlâ€ â€“ Nein, das hat er nicht gesagt, es wÃ¤re Brecht nicht im Traume eingefallen einen Bankraub zu rechtfertigen. Er hat dies den Gaunern in der Dreigroschenoper in den Mund gelegt. Doch diese Gauner waren fÃ¼r ihn die Spiegel-Existenzen der â€œGuten Gesellschaftâ€. Doch sie waren Gauner, und die Moral der Gauner â€“ oder des schlimmeren Teiles der Bankbetreiber â€“ war nicht Brechts Moral. Und wenn so ein Dussel-Linker diesen Satz adaptiert â€“ nebenbei â€“ scheint fÃ¼r ihn der Bankraub moralisch gleich des BankgeschÃ¤ftes zu sein, da er aber erstere billigt, darf er eigentlich nicht das zweite missbilligen. 

Soweit, TK

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		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe grad nochmal ins alte CAMPO-Forum gesehen, und festgestellt, dass wir da ja gar nicht soweit in den provozierenden Ã„uÃŸerungen auseinander waren, du aber dort ganz schÃ¶n â€œStammtischâ€ betrieben hast. Erinnerst du dich? Olaf Petersen fand das sogar justiziable und listete rund fÃ¼nf Jahre Knast auf g â€“ der gute Mensch.</p>
<p>Auch finde ich es gut, dass wir hier mal eine richtige Diskussion Ã¼ber ein Buch haben, und dass es dabei um das wirklichen Leben geht und nicht nur um sehr abstrakte oder gar gekÃ¼nselte Dinge, das zeigt doch, wie nah Houllebecq am wahren Leben orientiert ist. Es bleibt auch wohl nicht ganz aus, dass Ã„uÃŸerungen, die sich auf recht aktuelle und relevante Sachverhalte beziehen, auch ein wenig populistisch erscheinen kÃ¶nnen. Jedes massentaugliche Argument muss mit diesem Vorwurf leben â€“ manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht.</p>
<p>Und da kÃ¶nnen wir gleich bei den Obdachlosen bleiben! Wir sehen aktuell, was passieren kann, wenn man sich als solcher zu â€œSeinesgleichenâ€ begibt, weil: da kommen welche zusammen, die haben schlicht keine Ordnung in ihrem Leben â€“ was mit ihrem Hang zum Rauchen beginnt, Ã¼ber allgemeine Unordnung bis hin zur Erschlaffung des Geistes und des KÃ¶rpers reicht. Der Brand in diesem Heim ist auch keineswegs das Ergebnis einer gesellschaftlichen Fehlleistung, sondern einer rein menschlichen UnzulÃ¤nglichkeit. 9 Tote, weil ein Penner nicht die Handlung 1 (Kippe ausdrÃ¼cken), vor 2 (schlafen) beging, sondern â€“ umgekehrt. WÃ¤hrend er aber noch frÃ¼h genug wach wird, und sich retten kann, sterben 9 neben ihm, die nicht in der Lage waren â€“ wahrscheinlich weil sie sich ohnmÃ¤chtig soffen â€“ die nur drei, oder vier Schritte zur Rettung zu gehen. Und was hat der Verursacher die ganze Zeit gemacht, da der doch Brand bei ihm ausbrach (und er ihn doch noch rechtzeitig bemerkte)? Hat er die anderen herausgeholt? An die TÃ¼ren geklopft? Lass mich besser nicht spekulieren. Wer gute zynische amerikanische Filme sieht, der weiÃŸ, wie das ablief. Und wer wie ich lange Jahre mit schwererziehbaren Jugendlichen und Obdachlosen arbeitete, hat da nur wenige Illusionen. Die dort sind, haben es immer besser gewusst als die anderen, haben sich nie auch nur irgendetwas sagen lassen, wussten aber nur zu gut, wie sie das soziale System ausnutzen kÃ¶nnen. Jeder Option auf Besserung ihres Zustandes, jeder wohl gemeinte Vorschlag der Sozialarbeit erstickt in ihrem Narzissmus, in ihrer Bequemlichkeit, in ihrer ganzen FÃ¤ulnis (das gilt fÃ¼r den Teil, der da nicht herauskommt/heraus kommen will, wohlgemerkt) Niemand muss heute obdachlos sein. Wer nur halbwegs die Sinne beisammen hat, wird einen Antrag auf eine Sozialwohnung stellen, oder sich frÃ¼hzeitig um eine Wohnung kÃ¼mmern â€“ die Wohnungsgesellschaften bieten massenhaft preiswerten Wohnraum an, der in dem durch das ALG2 finanzierten Bereich liegt. Wer also obdachlos ist gehÃ¶rt zu denen, die sich extrem verweigerten. Es gibt also fÃ¼r Obdachlosigkeit vier GrÃ¼nde:</p>
<p>1 Eine extreme Verweigerungshaltung<br />
2 TatsÃ¤chlicher Schwachsinn (viele der O. sind in der Tat debil)<br />
3 Wirkliches Pech (es gibt unbestritten derartige FÃ¤lle und diese sind es, die vor den anderen fremdeln)<br />
4 Der Wille zum Abenteuer (der Lebensentwurf â€œOn the roadâ€, ist nicht selten einer, der durchaus angenommen/angestrebt ist und kann das Ergebnis einer Haltung zur Freiheit, ebenso wie zum extremen Nihilismus sein)</p>
<p>Dort wo Obdachlose scheinbar positiv miteinander kommunizieren, ist es maximal Ã¤hnlich wie auch sonst in der Gesellschaft der Maskenmenschen: Scheinheiligkeit, Kitsch und Beziehungs-Ã–konomie nach dem Motto: wenn ich mir etwas davon verspreche, dass ich mit dir rede, dir etwas Gutes tue usw., dann mache ich das, aber auch nur solange. Ansonsten gilt Brechts Dialog (und nicht zu unrecht, weil man sich fragen muss, woher der Abgebrannte seinen Anspruch auf Hilfe begrÃ¼ndet, da er doch so viel hatte und nicht in die Schenke hinein gehen musste) aus â€œAufstieg und Fall der Stadt Mahagonnyâ€ â€“ ich zitiere das jetzt lediglich aus dem Kopf:</p>
<p>â€œWas, der Herr will nicht zahlen?<br />
Was der Herr hat keine Moneten.<br />
Frechheit, Unverstand und Laster<br />
und das Schlimme ist: kein Zaster!<br />
Da steht natÃ¼rlich HÃ¤ngen drauf!â€</p>
<p>Wenn nun Houellebecq etwas sagt, oder auch Thomas Bernhard, dann MUSS so ein Satz, will es nicht in einen Betroffenheitsroman ausarten, der mehr zu einer soziologischen Abhandlung, denn zu einem provokanten, wahren Buch passen, in meist apodiktischer Form ausgesprochen werden. Ich kenne diesen Vorwurf selbst und groÃŸe DummkÃ¶pfe nehmen dann solche SÃ¤tze und reiÃŸen sie aus dem Zusammenhang, sodass man meinen kÃ¶nnte, hier habe einer besonders grausame Gedanken. Doch liest sich das nur so von Leuten, die nicht lesen kÃ¶nnen. Meist gibt es nÃ¤mlich dazu auch eine Art Antithese, zumindest einen Einwand, der das vorher Gesagte, wenn nicht abschwÃ¤cht oder relativiert, so doch ein wenig gerade rÃ¼ckt. Um Literatur begreifen zu kÃ¶nnen, besonders solch bisweilen artifizielle wie die eines Bernhards, bedarf es der FÃ¤higkeit des Mitdenkens und normalerweise auch einer Lebenserfahrung, ja einer Lebenshaltung. Nicht umsonst sind ja auch groÃŸe Literaten selbst keine, deren Leben eine einzige bunte Blumenwiese war und die selbst am Abgrund standen. Ã„hnliches gilt fÃ¼r Schauspieler. Nicht fÃ¼r den Penz, der geil auf die Kamera ist und sich GZSZ bewirbt und noch weniger gut sprechen kann, als unser derzeitigen BundesprÃ¤sident (gegen den Heinrich LÃ¼bke ein Medien-Vollprofi war). Ein guter Schauspieler trÃ¤gt viele Facetten in sich, muss sie haben, um sie VERKÃ–RPERN zu kÃ¶nnen. Ein deutscher Schauspieler ist immer er selbst â€“ mehr darf er ja nicht sein, weil in Deutschland die â€œAuthentizitÃ¤tâ€ Ã¼ber alles geht, weshalb die BauernbÃ¼hne, Willomitsch, Arzt â€“ und Krimisendungen usw. dominieren. Wie sie schon sprechen, immer so leise und tonlos, interpretationslos. Das Risiko wird gescheut. Heino Ferch wird deshalb kein Bruce Willis, weil er nicht will, aber vor allem, weil niemand da ist, der einen Plot wie â€œDas 5. Element, â€œ12 Monkeysâ€ oder â€œThe Bonfire of the Vanitiesâ€ schreibt, resp. durchbekommt â€“ Ã¼ber Ã¶kofaschistische Spinner und Weltbedroher (12 Monkeys, Regie Terry Gilliam von Monty Python) z.B., wÃ¼rde man in D. nie einen Film drehen kÃ¶nnen, erst recht dÃ¼rfte ein Heino Ferch nie die Welt retten, sondern muss stets in Berlin bleiben. Was hÃ¤tte man z.B. aus diesem Berlin â€“ Film neulich machen kÃ¶nnen? Wenn ich die Etikette â€œbetulichâ€, biederâ€, â€œlangweiligâ€ verwende, bleibe ich noch weit unter dem, was ich mir vor dem Fernsehschirm ob der verbranntenn Zeit an Unzitierbarem zusammenfluchte.</p>
<p>Ich schweife ab. Was hÃ¤ltst du denn nun von der KONKRET-Rezension?</p>
<p>Nochmal: Wenn sich Houellebeqc in einer kurzer Sequenz zu diesem oder jenem Thema Ã¤uÃŸert, dann darf er das, denn er muss nicht zu jedem Gedanken gleich eine ganze Handlungsschnur entwerfen. Es gibt Themen, da macht er das, es gibt andere, da bleibt es bei einem Postulat. Auch darf man ruhig scheinbar sich widersprechende These â€“ wie du es bei Bernhard richtig aufgezeigt hast â€“ Ã¤uÃŸern. SchlieÃŸlich komme es ja auch darauf an, WER WAS WANN sagt? Auch eine Figur darf sich vÃ¶llig widersprechen. Brechts Mutter Courage sagt stÃ¤ndig etwas, womit sie sich an anderer Stelle widerspricht und dann kommt wieder das Gegenteil davon! Gute StÃ¼cke leben sogar davon, dass ihre Protagonisten â€“ manchmal in vÃ¶lliger Hilflosigkeit SÃ¤tze sagen, die offensichtliche WidersprÃ¼che darstellen. Nehmen wir doch nur den durch und durch asozialen Charakters des Herrn Karls, von Carl Merz und Helmut Qualtinger geschrieben, und von letzterem so genial als Ein-PersonenstÃ¼ck auf die BÃ¼hne gebracht. Das ist doch eine solch ekelhafte Gestalt, die sich offensichtlich durch das Leben lÃ¼gt und nichts als leicht zu durchschauende Legenden strickt, um sich und sein Versagen zu rechtfertigen. Ein Versagen, das zudem mithalf eine Diktatur zu errichten und anderen das Leben kostete. Da ist der Plot natÃ¼rlich ganz klar â€“ andere StÃ¼cke sind ambivalenter und wir kÃ¶nnen nicht immer genau sagen, welche der von den Figuren geÃ¤uÃŸerten Einzelmeinung entspricht der Meinung des Autors, und welche bilden den Widerspruch zu den richtigen. Der Dussellinke sagt oft mit blÃ¶dem HaschischlÃ¤cheln: â€œHat nicht auch Brecht schon gesagt â€œEine Bank ausrauben ist genauso wie eine Bank zu besitzen?â€œ â€“ kicher, grÃ¶hlâ€ â€“ Nein, das hat er nicht gesagt, es wÃ¤re Brecht nicht im Traume eingefallen einen Bankraub zu rechtfertigen. Er hat dies den Gaunern in der Dreigroschenoper in den Mund gelegt. Doch diese Gauner waren fÃ¼r ihn die Spiegel-Existenzen der â€œGuten Gesellschaftâ€. Doch sie waren Gauner, und die Moral der Gauner â€“ oder des schlimmeren Teiles der Bankbetreiber â€“ war nicht Brechts Moral. Und wenn so ein Dussel-Linker diesen Satz adaptiert â€“ nebenbei â€“ scheint fÃ¼r ihn der Bankraub moralisch gleich des BankgeschÃ¤ftes zu sein, da er aber erstere billigt, darf er eigentlich nicht das zweite missbilligen. </p>
<p>Soweit, TK</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Strauch</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16504</link>
		<dc:creator>Strauch</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2005 17:29:22 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16504</guid>
		<description>P.S.: Was du Ã¼ber das Geben von Almosen schreibst, ist schon wieder ein anderes Niveau. Daraus spricht reflektierte Lebenserfahrung. Und aus deiner Beobachtung folgt wiederum, dass es als "Besservedienender" schwierig ist, ein nicht ambivalentes VerhÃ¤ltnis zu Bettlern aufzubauen. HÃ¤tte Houllebecq mal auf diese Weise reflektiert, dann wÃ¤re direkt etwas mit Niveau herausgekommen. Ich glaube aber, dass du ihn hier mit Argumenten verteidigst, die besser sind als seine eigenen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>P.S.: Was du Ã¼ber das Geben von Almosen schreibst, ist schon wieder ein anderes Niveau. Daraus spricht reflektierte Lebenserfahrung. Und aus deiner Beobachtung folgt wiederum, dass es als &#8220;Besservedienender&#8221; schwierig ist, ein nicht ambivalentes VerhÃ¤ltnis zu Bettlern aufzubauen. HÃ¤tte Houllebecq mal auf diese Weise reflektiert, dann wÃ¤re direkt etwas mit Niveau herausgekommen. Ich glaube aber, dass du ihn hier mit Argumenten verteidigst, die besser sind als seine eigenen.</p>
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		<title>Von: Strauch</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16503</link>
		<dc:creator>Strauch</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2005 17:24:40 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16503</guid>
		<description>Ich unterstelle Houlellebecq gar nicht mangelnde Lebenserfahrung. Ein so bemerkenswertes Buch wie "Elementarteilchen" hÃ¤tte er gar nicht schreiben kÃ¶nnen, wenn er nicht viel davon selbst beobachtet hÃ¤tte, oder zumindest sehr einfÃ¼hlsam beobachtet. Dieses Buch ist voll von prÃ¤zise beschriebenem und grÃ¼ndlich reflektiertem Leben, und u.a. deshalb ist es gut.

Um aber wieder auf das Beispiel von dem Zitat Ã¼ber die Obdachlosen zurÃ¼ckzukommen: Das ist schlichtweg Stammtisch, weil es so ganz einfach nicht stimmt. Richtig ist wohl, dass es sehr viel Schlechtigkeit unter Obdachlosen gibt, richtig ist dass die meisten nicht gerne ins Wohnheim gehen, u.a. auch wegen einiger ihresgleichen, die sich dort aufhalten. 
Und doch enthÃ¤lt das vorgestellte Zitat gleich zwei schlichte und platte Unwahrheiten, die geradezu beweisen, dass Houllebecq von Obdachlosen in Wirklichkeit gar keine Ahnung hat. Die eine Unwahrheit ist die, dass es hier weder SolidaritÃ¤t noch Mitleid gÃ¤be. Wer ein bisschen Erfahrungen gemacht hat, weiss, dass das schlichtweg nicht stimmt. Es gibt SolidaritÃ¤t und Mitleid unter ihnen. Es gibt auch Schlechtigkeit, BrutalitÃ¤t, Betrug untereinander usw., und davon i.d.R. zuviel, als dass ein stabiles Gemeinwesen unter den meisten Obdachlosen zustandekÃ¤me. Aber SolidaritÃ¤t und Mitleid sind vorhanden, bei sehr vielen. WÃ¤re Houllebecqs These, dass SolidaritÃ¤t und Mitleid unter den Obdachlosen nicht in ausreichendem Masse vorhanden wÃ¤ren, dann wÃ¤re das eine diskutierbare These. Wenn es sagt, es gÃ¤be davon Ã¼berhaupt nichts, dann ist das Stammtisch, von der plattesten und dÃ¼mmsten Sorte.
Die zweite platte Unwahrheit in diesem Zitat lasse ich als Ratespiel einmal offen...

Um noch einmal auf Bernhard zurÃ¼ckzukommen: Auch Bernhard schreckt vor dummen AllgemeinplÃ¤tzen nicht zurÃ¼ck. Beispielsweise behauptet Bernhard, dass alle Ã–sterreicher zugleich Nationalsozialisten und Katholiken seien, und zwar ohne jede Ausnahme. In dem selben Buch behauptet er, dass alle GÃ¤rtner sanftmÃ¼tige und gute Menschen seien. Von der unzulÃ¤ssigen Verallgemeinerung abgesehen, kÃ¶nnen diese beiden Thesen schon wegen der logischen UnmÃ¶glichkeit nicht beide wahr sein, denn was ist dann ein GÃ¤rtner aus Ã–sterreich?
Solche AllgemeinplÃ¤tze sprechen aber nicht gegen Bernhard, denn sie werden im Kontext des Buches (ich rede Ã¼brigens von "AuslÃ¶schung") aus der PersÃ¶nlichkeit hergeleitet, die sie ausspricht, die zum Empfinden von Ambivalenzen nahezu unfÃ¤hig ist, die an ihrer eigenenen Verbitterung leidet und daran seelisch und kÃ¶rperlich zugrundegeht. Nicht zuletzt ist dieses Buch dann auch trotz der allgegenwÃ¤rtigen Verbitterung, dem Hass, der Trauer, und auch der bleischweren Liebe, die aus ihm spricht, durch und durch ironisch.

Solche ironische Selbstdistanzierung ist aber nicht gerade das Metier von Houllebecq, ist es noch nie gewesen. Und deshalb muss sich Houllebecq seine Aussagen auch ganz ernsthaft zurechnen lassen. Wenn Houllebecq z.B. in "Elementarteilchen" die Linken beschimpft, dann meint er das vollkommen ernst, und relativiert gar nichts davon. Und er liefert gute GrÃ¼nde, die diese Beschimpfung rechtfertigen. Wenn er hier die Obdachlosen beschimpft, dann offenbart er allerdings anstatt einer guten BegrÃ¼ndung nur mangelnde Sachkenntnis. Und gleichzeitig bleibt er (im Gegensatz zu Bernhard) zu 100% identisch mit der von ihm gemachten Aussage, von Ironie keine Spur. Also bleibt einem doch nichts anderes Ã¼brig, diese Aussage als das zu nehmen, was sie offensichtlich ist: eine Sachaussage. Und als solche gesehen ist sie einfach eine ausserordentlich dumme.

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		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich unterstelle Houlellebecq gar nicht mangelnde Lebenserfahrung. Ein so bemerkenswertes Buch wie &#8220;Elementarteilchen&#8221; hÃ¤tte er gar nicht schreiben kÃ¶nnen, wenn er nicht viel davon selbst beobachtet hÃ¤tte, oder zumindest sehr einfÃ¼hlsam beobachtet. Dieses Buch ist voll von prÃ¤zise beschriebenem und grÃ¼ndlich reflektiertem Leben, und u.a. deshalb ist es gut.</p>
<p>Um aber wieder auf das Beispiel von dem Zitat Ã¼ber die Obdachlosen zurÃ¼ckzukommen: Das ist schlichtweg Stammtisch, weil es so ganz einfach nicht stimmt. Richtig ist wohl, dass es sehr viel Schlechtigkeit unter Obdachlosen gibt, richtig ist dass die meisten nicht gerne ins Wohnheim gehen, u.a. auch wegen einiger ihresgleichen, die sich dort aufhalten.<br />
Und doch enthÃ¤lt das vorgestellte Zitat gleich zwei schlichte und platte Unwahrheiten, die geradezu beweisen, dass Houllebecq von Obdachlosen in Wirklichkeit gar keine Ahnung hat. Die eine Unwahrheit ist die, dass es hier weder SolidaritÃ¤t noch Mitleid gÃ¤be. Wer ein bisschen Erfahrungen gemacht hat, weiss, dass das schlichtweg nicht stimmt. Es gibt SolidaritÃ¤t und Mitleid unter ihnen. Es gibt auch Schlechtigkeit, BrutalitÃ¤t, Betrug untereinander usw., und davon i.d.R. zuviel, als dass ein stabiles Gemeinwesen unter den meisten Obdachlosen zustandekÃ¤me. Aber SolidaritÃ¤t und Mitleid sind vorhanden, bei sehr vielen. WÃ¤re Houllebecqs These, dass SolidaritÃ¤t und Mitleid unter den Obdachlosen nicht in ausreichendem Masse vorhanden wÃ¤ren, dann wÃ¤re das eine diskutierbare These. Wenn es sagt, es gÃ¤be davon Ã¼berhaupt nichts, dann ist das Stammtisch, von der plattesten und dÃ¼mmsten Sorte.<br />
Die zweite platte Unwahrheit in diesem Zitat lasse ich als Ratespiel einmal offen&#8230;</p>
<p>Um noch einmal auf Bernhard zurÃ¼ckzukommen: Auch Bernhard schreckt vor dummen AllgemeinplÃ¤tzen nicht zurÃ¼ck. Beispielsweise behauptet Bernhard, dass alle Ã–sterreicher zugleich Nationalsozialisten und Katholiken seien, und zwar ohne jede Ausnahme. In dem selben Buch behauptet er, dass alle GÃ¤rtner sanftmÃ¼tige und gute Menschen seien. Von der unzulÃ¤ssigen Verallgemeinerung abgesehen, kÃ¶nnen diese beiden Thesen schon wegen der logischen UnmÃ¶glichkeit nicht beide wahr sein, denn was ist dann ein GÃ¤rtner aus Ã–sterreich?<br />
Solche AllgemeinplÃ¤tze sprechen aber nicht gegen Bernhard, denn sie werden im Kontext des Buches (ich rede Ã¼brigens von &#8220;AuslÃ¶schung&#8221;) aus der PersÃ¶nlichkeit hergeleitet, die sie ausspricht, die zum Empfinden von Ambivalenzen nahezu unfÃ¤hig ist, die an ihrer eigenenen Verbitterung leidet und daran seelisch und kÃ¶rperlich zugrundegeht. Nicht zuletzt ist dieses Buch dann auch trotz der allgegenwÃ¤rtigen Verbitterung, dem Hass, der Trauer, und auch der bleischweren Liebe, die aus ihm spricht, durch und durch ironisch.</p>
<p>Solche ironische Selbstdistanzierung ist aber nicht gerade das Metier von Houllebecq, ist es noch nie gewesen. Und deshalb muss sich Houllebecq seine Aussagen auch ganz ernsthaft zurechnen lassen. Wenn Houllebecq z.B. in &#8220;Elementarteilchen&#8221; die Linken beschimpft, dann meint er das vollkommen ernst, und relativiert gar nichts davon. Und er liefert gute GrÃ¼nde, die diese Beschimpfung rechtfertigen. Wenn er hier die Obdachlosen beschimpft, dann offenbart er allerdings anstatt einer guten BegrÃ¼ndung nur mangelnde Sachkenntnis. Und gleichzeitig bleibt er (im Gegensatz zu Bernhard) zu 100% identisch mit der von ihm gemachten Aussage, von Ironie keine Spur. Also bleibt einem doch nichts anderes Ã¼brig, diese Aussage als das zu nehmen, was sie offensichtlich ist: eine Sachaussage. Und als solche gesehen ist sie einfach eine ausserordentlich dumme.</p>
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		<title>Von: Campo-News</title>
		<link>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16496</link>
		<dc:creator>Campo-News</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2005 07:39:01 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.campodecriptana.de/blog/2005/11/30/394.html#comment-16496</guid>
		<description>Es sei noch der Plumperquatsch aus der KONKRET nachgereicht -

&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/MH11.JPG' alt='' /&gt; 
&lt;img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/MH12.JPG' alt='' /&gt;


</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es sei noch der Plumperquatsch aus der KONKRET nachgereicht -</p>
<p><img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/MH11.JPG' alt='' /><br />
<img src='http://www.campodecriptana.de/blog/uploads/MH12.JPG' alt='' /></p>
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