Campo de Criptana




22. Oktober 2005

Lengsfeld und Bisky

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 11:08

Warum die Ebene der Finsternis den Siegeszug der Neo-Stasi gegen die Alt-Stasi so furchtbar mutig eskortiert.

Von Tanja Krienen

Wer war die Stasi? So etwas wie die Gestapo? Falsch. Die Gestapo war der brutal ausführende Arm der Hitlerei – das, was als Stasi bekannt wurde, war zwar ein nicht selten ebenfalls brutal ausführender Kern eines Wasserkopfes, jedoch eines breit aufgeblähten Apparates, der als massenhafter Volkssport die Denunziation, die Bespitzelei und die Streuung von Gerüchten sammelte und organisierte. Die Gestapo war im Volk isoliert, die Stasi nicht. Millionen nahmen daran Anteil, galt es doch die paar offen Widersprechenden mundtot, ganz tot oder zumindest in den Zustand der Abwesenheit zu setzen. Die Stasi war ein nicht unwesentlicher Teil des Volkes, welches den Auftrag der Partei zur Sicherung der Macht umsetzte. Die Methodik jedoch ist nicht nur den Mielkes in Fleisch und Blut übergegangen, doch auffallend beherrschen sie die besonders gut, die Fleisch vom Fleisch derer sind.

Nun freut sich Moritzens Max von der Ebene der Finsternis, in einem gestern erschienen „Artikel“, dass Vera Lengsfeld „Tanja Krienen hat mich eingeladen, und ich fand das eine gute Idee. Wir kennen uns, weil ich ein paar Artikel für ihre ehemalige Zeitschrift geschrieben habe“, VL in einem Interview am 1. 9. 2005 in der CBR nun die Wahl des PDS-Vorsitzenden Bisky zum stellvertretenden Bundestagspräsidenten verhinderte. Sehen wir uns das Gepinsele mal näher an, zeugt es doch angesichts der lustvoll verkündeten Exklusivität derer man sich freut, wie involviert die Finsterlinge in die Gemengelelage, der hier oft kommentierten, ekelhaften Herabsetzungen meiner Person – inklusive der Rufmordung – sind.

Marxheimer schreibt, ich kommentiere fett

Die Zeitungen sind heute voll mit Spekulationen über die Nichtwahl von Lothar Bisky. Was ist da gelaufen? Etwas wunderbares! Hier hier die wahre Geschichte, exklusiv auf achgut.de:

Springer bleibt wohl doch Springer. „Hier hier“ Istschongut.yx müsste es heißen, „Hier hier“ lesen Sie „exklusiv“, das „Hier hier“ Wunderbares jetzt nur ein kleines W enthält, weil das große Weh auf jener quietschenden Achse ohnehin mit jeder ungelenken Verrenkung mittelmäßiger Gazettensöldner bei jener WELT, die anscheinend noch früher auf die Presse kam, als es Karl Kraus beschrie, in jedem Satz bekopfschüttelt werden kann.

Die scheidende CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bürgerrechtlerin Vera Langsfeld

“Ehemalige“, das ist gut – ich Dummerle habe es ja nicht glauben wollen, obwohl man mich mehrstimmig mahnte.”Langsfeld” ist einfach nur lustig, Lachfeld oder Schachfeld wären auch nicht übel.

räumte am Sonntag-Abend ihr Bundestagsbüro.

Es gibt noch gute Nachrichten aus der CDU, resp. des Deutschen Bundestages.

Dabei fiel ihr zufällig (oder höhere Fügung?) eine Akte auf die Füße. Und diese Akte fiel zwei Tage später Lothar Bisky auf die Füße. Und zwar kräftig.

Wie geschickt formuliert, wie gut aufgebaut, wie rhetorisch geschliffen, wie perfekt auf den Punkt gebracht, wie artistisch hier die Sprache vom Seil kippt – kopfüber in die Manage, dem Kleinsten mitten auf das Wassereis.“Und zwar kräftig“!

Und das kam so: Es handelte sich um die Unterlagen eines Prozesses, in dem der PDS-Kader versucht hatte, der Abgeordneten Lengsfeld den Mund zu verbieten. Er wollte ihr untersagen, Ergebnisse eines Untersuchungs-Ausschusses des Bundestages zu verschwundenen DDR-Milliarden öffentlich zu zitieren. Einfach gesprochen: Er wollte jenem deutschen Bundestag und seinen Organen einen Maulkorb umhängen, der ihn jetzt zu einem seiner Vizepräsidenten wählen sollte. Und das, so durchfuhr es Vera Lengsfeld, könne doch wohl nicht wahr sein.

Wahr ist vielmehr, dass die gute Frau Lengsfeld ihrerseits nach jener Ventilierung des Latrinen Gerüchtes derer, die eben dort hausen, und mit denen aus Hohenschönhausen so korrespondieren, wie bekannte „Nazi-Aussteiger“ mit dem Natioanalen Sozialismus, direkt in selbige fiel, weshalb ich ihr schon vor Wochen ins Stammbuch schrieb: „Wer einfach nebulöse Beschuldigungen – zurechtgestrickte Diffamierungen, ohne den Betroffenen zu fragen, wie sich die Sache wirklich verhält – übernimmt, der zeigt, dass er Stasi-Methoden, falls sie nötige Informationen bringen, noch immer als Möglichkeit akzeptiert, und die Kommunikationsfähigkeit im Konfliktfall nicht über das Niveau eines SED-Bezirkssekretariat hinaus durchführt. In sofern wäre es nur konsequent, wenn Sie doch in die Linkspartei einträten. Machen Sie was Sie wollen, nennen Sie nur ihren Grund für die Absage der Teilnahme an der Veranstaltung – mir ist das egal. Wie dieser Skandal zustande kam ist allemal klassisch, und besonders für Feigheit und Falschheit symptomatisch, denn gerade Sie müssten doch wissen, wie politische Schweine Menschen diffamieren, in dem sie Halbwahrheiten oder Dreiviertellügen streuen; und wenn Sie sich selbst in so ein Raster einfügen, kann ich von nun ab nicht mehr unterscheiden. Sie der erste Mensch, der in meiner persönlichen Werteskala binnen 30 Minuten von ca. 95 auf 0,1 sackte.

Sie verfasste noch am gleichen Abend einen kurzen Artikel (siehe weiter unten) für die Südthüringer Zeitung.

Die sich damit brüstet eine „Tageszeitung mit Lokalredaktionen in Bad Salzungen, Schmalkalden sowie in Dermbach/Rhön“ zu sein, aber nicht begründet, warum sie in den benachbarten Orten Floh-Seligenthal, Schweina, Fischbach, StadtLENGSFELD, KaltenLENGSFELD, EITERFELD, Mittelstille, Kieselbach, Umshausen, Bemshausen, Hümpfershausen, Brunnhardshausen, Andenhausen, Neidhardshausen usw. KEINEN Verfolkskorrespondeten besitzt.

Kopien davon leitete sie am nächsten Montag an drei vertraute Abgeordnete in SPD, FDP und CDU weiter.

Genau, so machen Sie es, wie immer – nur umgekehrt. Sie stellen sich nicht her und sagen offen „Der Bisky hat Dies und Das, vielleicht auch Jens gemacht“ (Unsinn, das ist ein Fakt, ich meine natürlich Jenes), sondern lanciert, obwohl die Fakten seit Jahren auf dem Tisch liegen, doch die mutigen Parlamentarier lieber im Halbdunkeln abstrafen, anstatt im Scheinwerferlicht eine notwendige Debatte über die stalinistischen Wurzeln der umbenannten und partiell wieder einmal zwangsvereinigten SED zu führen.

Diese sorgten innerhalb ihrer Fraktionen für die entsprechende Information ihrer Kollegen. Ergebnis war am Dienstag Biskys herbe Niederlage.

Ja, Informanten benötigt man dafür, IMs – diesmal für die Guten Axen, nicht mehr für Hermann (Ich war ein Diener der Partei), jetzt für die anderen, die den Diener machen, um ein Pöstchen zu erhaschen, sodass es auch Frau Schwarzer gefällt.

Die Tatsache, dass der Stein erst wenige Stunden vor der Wahl so richtig ins Rollen kam,

Ob der Stein noch rollt, werden wir sehen

stellt sich im Nachhinein als großes Glück heraus. Die Weichspüler und Verharmloser des Berliner-Allparteienbetriebes bekamen die Sache gar nicht so richtig mit und hatten auch keine Zeit mehr ihre Kollegen zu disziplinieren. Und so schauten die Partei-Granden der großen Koalition genauso ratlos in die Kameras wie Herr Bisky und seine Genossen. Versuche Bisky doch noch durchzuwinken scheiterten kläglich. Noch hat die DDR- und Stasi-Schlusstrich-Mentalität nicht gesiegt, mal sehen ob es so bleibt.

Natürlich bleibt es nicht so, denn schon ist die neue Maschinerie der Disziplinierung in Gang gesetzt, und wenn Herr Marxheimer noch lernt, dass sich „Schlussstrich-Mentalität“ mit drei s schreibt, obwohl ihm zwei davon mit Sicherheit lieber sind (da er ja auch nichts gegen Transsexuellen-Schmähungen widerwärtigster Art einzuwenden hat), dann würde er vielleicht verstehen, was ich schon vor mehr als einem Jahr nach der „Privileg-Offensive“ der potenziellen Kurzzeit-Kanzlerin schrieb:

und wenn etwas doch lebt –

Dann wird´s maltraitiert, rasiert, ausradiert
Abgeschmiert, lädiert, personifiziert
Wird diszipliniert, jetzt gar plastiniert
Polarisiert und auch fotographiert
Solang´ drangsaliert bis sich gar nichts mehr rührt
Zuletzt wird dann alles schnell ab - und geführt.

Denn wir Deutschen sind jetzt privilegiert
Auch wenn mancher nicht weiß, wie´s geschrieben wird
Auch wenn mancher nicht weiß, wie man sich dann fühlt
Auch wenn mancher bald glaubt, er wird weggespült
Auch wenn mancher schon brav vom Weihnachtsmann träumt:
Wir leben im Zustand, den jeder versäumt!

Aber nicht nur in Deutschland, denn der Ungeist, der hier beschrieben ward ist schon überall dort, wohin der Hase läuft und „Ik bün all hier“ zu hören bekommt.

Zu den Bildern, 1 und 2: Wer das lernte, vergisst es nicht und „Schweinchen Dick, Chef der Welt, die damals „Neues Deutschland“ hieß - die gute alte Axe, links, der zumindest wusste, dass man nicht so unanständige Bärte wie Herr Stein tragen sollte“



2 Kommentare »

  1. Wikieintrag Lengsfeld:

    Nach dem Abitur studierte Vera Lengsfeld Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Anschluss an das Studium arbeitete sie als Lektorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Akademie der Wissenschaften der DDR. Seit 1975 war sie Mitglied der SED, aus der sie 1983 wegen ihres Protestes gegen die Stationierung sowjetischer Atomraketen in der DDR ausgeschlossen wurde. Im Januar 1988 wurde sie am Rande der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Ost-Berlin verhaftet und anschließend wegen „versuchter Zusammenrottung“ zu einer Haftstrafe verurteilt. Im Februar 1988 wurde sie dann nach Großbritannien abgeschoben, von wo aus sie am 9. November 1989 zurückkehrte. Im Zuge der Wende trat die Bürgerrechtlerin in die Grüne Partei der DDR ein und wurde für diese am 18. März 1990 in die Volkskammer der DDR gewählt, der sie bis zu deren Auflösung am 2. Oktober 1990 als Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen angehörte.

    Für ihren Einsatz für Menschen- und Bürgerrechte in der ehemaligen DDR erhielt Lengsfeld 1990 den Aachener Friedenspreis.

    1991 erfuhr sie aus den Unterlagen der Staatssicherheit, dass ihr Ehemann, der Lyriker Knud Wollenberger, sie als IM Donald bespitzelt hatte. Sie reichte die Scheidung ein und nahm ihren Geburtsnamen wieder an.

    Mit den Wahlen zum 12. Deutschen Bundestag am 2. Dezember 1990 wurde Vera Lengsfeld für Bündnis 90, dem sich die Grüne Partei angeschlossen hatte, Mitglied des Deutschen Bundestages, dem sie bis zum Jahr 2005 angehörte. Weil sich Bündnis 90/Die Grünen, wie sich die Partei seit dem Zusammenschluss mit den West-Grünen 1993 nennt, ihrer Meinung nach nicht deutlich genug von der PDS abgrenzte, trat sie 1996 aus dieser Partei aus und war seit dem 17. Dezember 1996 Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bei den Wahlen zum 14. Deutschen Bundestag am 27. September 1998 wurde sie über die Landesliste der CDU in Thüringen gewählt und bei der Wahl zum 15. Deutschen Bundestag am 22. September 2002 über die gleiche Liste wiedergewählt. Im gleichen Jahr erschien auch ihre Autobiographie.

    2005 brüskierte sie die den CDU-Wahlkampf in Spanien leitende Tanja Krienen mit einer Absage, weil diese die neue Sexualitätspolitik unter dem Einfluss Alice Schwarzers kritisierte. Dies brachte ihr Kritik ein, da sie anderseits den Staat mit der größten Pädophilendichte, den Vatican, inklusive einer persönlichen Empfängnis des bis 2005 herrschenden Johannes Paul II hofierte.

    Obwohl sie als Bürgerrechtlerin eher linke Ansichten vertrat, öffnete sie sich in den vergangenen Jahren auch für liberal-konservative Positionen. Sie soll zwar Druck auf den ehemaligen CDU-Abgeordneten Martin Hohmann ausgeübt haben, um ihn zum Rücktritt zu veranlassen, kritisierte aber auch z. B. in einem Interview in der Wochenzeitung Junge Freiheit den Umgang der Politik mit ihm. Die Logik dieser extrem widersprüchlichen Haltungen, vor allem ihr unreflektiertes Schreiben für die gemeinhin als “Israel-Lobby” eingeordnete “Achse des Guten”, konnte sie bislang selber nicht erklären.

    In einer Bundestagsdebatte zum Zweiten Golfkrieg 1991 drückte sie auf außergewöhnliche Weise ihre Kritik daran aus, indem sie eine Minute ihrer Redezeit mit Schweigen füllte.[1]

    2005 unterlag sie in ihrem Thüringer Wahlkreis bei der Aufstellung für die Direktkandidatur zum Bundestag, woraufhin sie erklärte, auch nicht mehr als Listenkandidatin zur Verfügung zu stehen. Damit endete ihre Zeit als Abgeordnete im Deutschen Bundestag mit der Konstituierung des Parlaments zur 16. Wahlperiode am 18. Oktober 2005.

    Lengsfeld ist Kolumnistin des Online-Blogs Die Achse des Guten, in dem u.a. der Publizist Henryk M. Broder regelmäßig publiziert. Sie hat mehrere Bücher und viele Beiträge in Zeitschriften wie Focus publiziert. Außerdem tritt sie zusammen mit der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) gegen den Bau einer Moschee in Berlin-Heinersdorf ein.

    Kommentar von Campo-News — 18. April 2008 @ 20:06

  2. Da schließt sich der Kreis: Auch sie spielt nur mit und will ausgerechnet, da die Wahrheit über die tiefer liegenden Gründe für den aktuellen deutschen Gemeinschaftsdusel an den Tag kommen, über Sozialdemokraten echauffieren. Auch die Kanzlerin, jene, deren Wahlsprechen mit minder daneben lagen als jene von Tricksylanti, soll außen vor bleiben. Deutschland im Jahr 2008 des offensichtlichen Niedergangs, der schon für jene, die zu sehen imstande sind, vor Jahren eingeläutet wurden.

    Kommentar von Campo-News — 1. Dezember 2008 @ 17:04

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