Campo de Criptana




18. September 2005

Der Rrrreichstag ist gewählt.

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 17:52

Von Tanja Krienen

Was habe ich nicht vorausgesagt, das nicht eintraf? - und dies als eine der wenigen, unabhängigen, aber für die tumbe Masse nicht greifbaren Intellektuellen dieser Republik, die sich UNBEIRRT TRAUT, kreative, elektrizistische Programme zu entwerfen! Fast nichts! Man wird erst in 30 Jahren verstehen, was ich schrieb, aber dieses Los teile ich mit MEINEN VORBILDERN. Noch heute Mittag schrieb ich:

Der Zustand der Deutschen, besonders der ihrer Nachgeborenen, erreicht scheinbar bei seinem Zug durch die mühelosen Ebenen, immer neue, immer tieferere Ebenen – von einer zur anderen, von dieser zur nächsten….vor der ersten Wahl neuerer Zeitrechung, der weitere folgen werden, welche wir nicht mehr erkennen.

Wenn man in der deutsch-spanischen Presse schreibt, dass „Tanja Krienen, ganz allein das rückwärtsgewandte, wertkonservative traditionelle Image der Christdemokraten umkrempeln könnte, wäre sie z.B. in Hamburg Kandidatin“ aber eben diese Tanja Krienen wenige Augenschläge später, durch eine Zusammenarbeit von potenziellen NSDAP-Juden im Sinne Karls Kraus´ alten Nationalsozialisten, neuen Kommunisten, Schwulen und Dreiviertelverrückten, sowie Stasi-Töchtern geschasst wird, obwohl sie gar nicht nichts von dem, was ihr unterstellt wurde ändern, sondern es neu interpretieren wollte, dann sind wir da, wovon ich immer sprach – Die Berliner Republik und Tucholsky und Karl Kraus Nachruf und Es gibt NIEMANDEN in D., der MONATE vor der Wahl einen Kommentar schrieb, der so nahe „dran“ war Bundestagswahl 2005 in dem es heißt „Der Abgeordnete Werner Schulz (Bündnis 90/Die Grünen) sprach daraufhin im Bundesparlament, welches im alten Reichstagsgebäude angesiedelt ist (für manche ist der Name schon ein Menetekel für das was kommen kann), von Volkskammer-Verhältnissen, reichte eine Klage gegen die Neuwahlen ein, und brandmarkte den gesamten Akt unseriös. Draußen, vor der parlamentarischen Tür, warten nämlich diejenigen, die einst den sozialistischen Zwillingsstaat schufen, auf ihre Rückkehr an die Macht, ohne sich weder vom Denkgebäude Marxismus-Leninismus, noch von seinen konkreten Erscheinungen in Theorie und Praxis inhaltlich überzeugend zu distanzieren. Auf der Rechten wartet latent das andere Ungeheuer mit unverdauten Ideologiebrocken aus dem Haus des 1000jährigen Reiches, das nicht mal 1000 Wochen alt wurde, und deren Vertreter partiell dort mitmarschieren, wo der Populismus Erfolge verspricht – also auch unter der Fahne der vorgeblichen Feinde, denn man geht davon aus, dass eine Reihe Rechtsextremer die neue linke Bewegung unterwandern. Das neue Bündnis „Die Linke. PDS“, stößt in nicht geringer Weise auf Akzeptanz bei den Rechten, da ihre sozialpolitischen Forderungen nahezu identisch sind. Zusammen kommen diese Extreme momentan auf klare zweistellige Ergebnisse und sind strukturell durchaus mehrheitsfähig. Zum ersten Male nach dem Krieg, ist eine Voraussage für die Zukunft, für die nächsten drei, vier Jahre ungewiss, liegt zudem etwas in der Luft, das Unbehagen verbreitet.

Die CDU hat defacto verloren, recht so, auch deshalb - Schabrackentapirakzeptanz und (bei mir) Neulich auf der Wolkenbank

TK, die eine “Gute Nacht” wünscht.

4 Kommentare »

  1. Ein altes, uraltes TK-Gedicht

    Das alles wünsch ich diesem Land

    Dass nimmer mehr die Sonne scheine
    Und auch der Himmel täglich weine

    Das alles wünsch ich diesem Land – Und gerade dir, wenn es so ist:
    Dass du einer von denen bist

    Dass die US-Konzerne quick das Land verlassen
    Und hinterlassen große Arbeitslosenmassen

    Das alles wünsch ich diesem Land – Und gerade dir, wenn es so ist:
    Dass du einer von denen bist

    Dass dann die neue PDNS die Wahl gewinnt
    Damit auch das schöne Volks-Bewusstsein wieder stimmt

    Das alles wünsch ich diesem Land – Und gerade dir, wenn es so ist:
    Dass du einer von denen bist

    Dann dürft ihr schuften, buckeln, schweigen, hetzen
    Und eueren VW-Golf wieder versetzen

    Das alles wünsch ich diesem Land – Und gerade dir, wenn es so ist:
    Dass du einer von denen bist

    Dass ihr in eurem Größenwahn
    Den nächsten „Friedenskrieg“ fangt an

    Das alles wünsch ich diesem Land – Und gerade dir, wenn es so ist:
    Dass du einer von denen bist

    Ich freu´ mich auf die Normandie:
    Die zweite Landung in der Früh
    Wenn sie dann auf dem Reichstag weht:
    Die Freiheitsfahne blue-white-red
    Dann ist der Spuk endlich vorbei
    Und George Bush lacht: „Goodbye, goodbye“!

    Dies alles wünsch ich diesem Land – Und gerade dir, wenn es so ist:
    Dass du einer von denen bist

    siehe auch
    http://www.campodecriptana.de/blog/2005/05/08/147.html
    Und dies - http://www.campodecriptana.de/blog/2005/07/18/242.html
    Vor allem aber -
    http://www.campodecriptana.de/blog/2005/07/04/213.html

    Kommentar von Campo-News — 18. September 2005 @ 18:05

  2. Wieso ist der Kommentar einzigartig? Woran war der nahe dran? Was heißt NIEMAND? Das ist ein bishcen fett aufgetragen, oder? ;-)

    Kommentar von Alexander Schmidt — 19. September 2005 @ 19:30

  3. Zeig mir einen! Ich kenne keinen elegischeren, keinen pessimistischeren und in seiner Gesamtheit analytisch Treffenderen und sage es nochmal: Den schrieb ich im vorletzten Monat (!). Dazu kommt: ich sage das seit Jahren und mit Nietzsche argumentierte ich stets, dass sich seit Mitte der 90er Jahre die Sache auf eine Katastrophe zu bewegt - in Deutschland ganz sicher. Und: Das hat - bitte: wo und wer? - niemand in so deutlichen Worten, in so verzweifelter Weise in den letzten Jahren - mit Einsatz seiner ganzen Existenz - beschrieben, wie ich es tat (weil ich dieses Land IMMER VON AUßEN sehe). Das lasse ich mir nicht nehmen. Mit Tucholsky ist da sinnmäß zu sagen: Ich hatte Recht, nicht die KPD mit ihrer lächerlichen Propaganda.

    Zuzufügen ist nur, dass auch andere mit ihrer unzulänglicher Philosophie und ihrer Gefallsucht, mir der sie sich der Masse anbieten und anbiedern, nicht Recht haben. Und: Das alles ist erst der Anfang!

    Vor allem jüdisches Komödienleben, salopp gesagt, weil der Humor in geringer Weise sich aus dieser Quelle speist - und wer wieder nicht weiß, was ich meine, soll sich informieren - wird selbst im Bereich vorgeblicher Israelfreunde (die natürlich nichts anderes sind als deutsche Rechte mit versteckten Ambitionen) gemieden: Wer heut als Stiftlers Mom - http://www.imdb.com/title/tt0163651/ lebt und als Mrs. Robinson http://www.imdb.com/title/tt0061722/ dem passiert, wie ich es in meinem Gedicht “privilegiert” beschrieb:

    Vergangenes geht,
    Doch Deutschland, das steht,
    Das zittert und bebt,
    Doch wenn etwas lebt,
    Dann wird’s malträtiert, rasiert, ausradiert
    Abgeschmiert, lädiert, personifiziert
    Wird diszipliniert, jetzt gar plastiniert
    Polarisiert und auch fotographiert
    Solang´ drangsaliert bis sich gar nichts mehr rührt
    Zuletzt wird dann alles schnell ab und geführt.

    Denn wir Deutschen sind schon privilegiert
    Auch wenn mancher nicht weiß, wie`s geschrieben wird
    Auch wenn mancher nicht weiß, wie man sich dann fühlt
    Auch wenn mancher bald glaubt, er wird weggespült
    Auch wenn mancher schon brav vom Weihnachtsmann träumt:
    Wir leben im Zustand, den jeder versäumt!

    Und zum zweiten Punkt.

    Es gibt eine Szene in „American Graffiti“, da Bob Falfa (Harrison Ford in einem kurzen Auftritt, wer es nicht weiß, erkennt ihn kaum) zu John Milner (Paul le Mat), meist kurz Milner genannt, AN DER AMPEL stehend meint: „Sag mal, welche Farbe hat dein Auto eigentlich? Ist das nicht so eine Mischung aus bepisstem Gelb und bekotztem Grün!?

    Nein, das Land bekommt die, die es verdient und wenn ARD – Moderatoren mit Jamaika wertfrei Sonne und Reggae verbinden, der Außenminister jedoch feixt, weil er aus alter Zeit besser weiß, was andere nicht einmal ahnen, dann hoffe ich doch – ganz im Sinne von „Das alles wünsch´ ich diesem Land” dies – http://www.campodecriptana.de/blog/2005/07/08/222.html Reggae – eine religiös - extremistische, gewaltoptionelle Ideologie und http://www.campodecriptana.de/blog/2005/07/16/236.html Ich sehe für die kommenden Jahre, Houllebecq sowie http://www.campodecriptana.de/blog/2005/07/13/231.html Di great Ishoreckshan

    Kommentar von Campo-News — 20. September 2005 @ 07:35

  4. Bei aller Kritik an Joschka Fischer, aber da er - in vollster Verachtung der minderbemittelten Nachgeborenen, die sich selbst auf Ebenen verführen lassen, selbst derer, die man als immun gegen offene Gewalt betrachten durfte - absolut Recht: “Fischer bezeichnete sich als einen der letzten “Live-Rock’n'Roller” der deutschen Politik. Jetzt komme in allen Parteien die Playback-Generation.”

    Weniger noch, wie ich, TK; hinzufügen möchte, die Milli-Vanalli-Generation bringt nicht mal eine halbwegs synchrone Lippenbewegung zum Sound, der ohnehin zum Pressmusike-Marsch verkommen ist, zustande. Es ist die erste Generation der Menschheitsgeschichte, resp. der Steinzeit-Zeiten, die, macht sie so weiter, sich nicht mal den etwas ruhigeren, etwas gesicherteren Lebensabend organisieren kann, weil ihnen entweder Kinder, Geld, der normale Sex-Appeal, oder das gesellschaftpolitische Know-how fehlen.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 22. September 2005 @ 17:22

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